2003 Paradies-Apfel-Award: Erster Platz Beste Beauty-and-the-Beast-Story

 

Titel:                silent night – ewige Nacht

Autor:              Lady Charena

Serie:               Beauty and the Beast

Paarung:           Vincent POV

Rating:             death-fic – bitte beachten !!!

 

Summe:            Leben ist so lange wir lieben. Alles andere ist Tod.

 

Disclaimer: "Beauty and the Beast" ist ein eingetragenes Warenzeichen von Witt - Thomas - Productions. Alle Rechte gehören Ron Koslow, Witt-Thomas-Production, Republic Pictures Inc., Carolco Inc bzw dem jeweiligen Fernsehveranstalter der "Die Schöne und das Biest" ausstrahlt. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Weihnachten... heilige Nacht... eine ahnungslose Welt feierte die Geburt ihres Erlösers und sah nicht die Dunkelheit, um sie herum. All die strahlenden Weihnachtbeleuchtungen, die Kerzen und Lampen konnten sie nicht aufhellen - oder gar vertreiben.

 

So viele Jahre und noch immer hatte sich der Schmerz nicht verringert.

 

Die Dunkelheit hüllte ihn ein, verschluckte ihn und nahm ihn mit sich fort, als er in den Tunnel trat...

 

* * *

 

Es war kalt. Sehr kalt. Das war sein erster Gedanke, als er die Augen öffnete. Helligkeit... Licht... Tag, war der nächste. Tag?

 

Jemand hatte nach ihm gerufen, doch er konnte niemanden sehen.

 

Wo war er? Wieso war er hier? Warum hier oben... Doch irgendwie schienen diese Fragen nicht wirklich wichtig. Sie glitten fort, ohne dass er Anstalten machte, sie festzuhalten.

 

Er wandte sich dem zu, was er wahrnahm. Die Kälte... Schnee, unter ihm musste Schnee sein...

 

Offensichtlich lag er auf dem Rücken, denn über ihm war ein orangefarbener Morgenhimmel, über den langsam Schleierwolken glitten. Hinter ihnen verbarg sich eine blasse Wintersonne.

 

Doch irgend etwas schien mit dem Bild nicht zu stimmen, rote Schlieren zogen sich über Wolken und Sonne. Er blinzelte einige Male und es wurde etwas besser.

 

"Beweg’ dich nicht."

 

Trotz der Warnung wandte er den Kopf zur Seite. Eine Gestalt kniete neben ihm, vage vertraut... sehr vertraut. Catherine?

 

Catherine... kniete neben ihm. Wie war das möglich? Sie war doch... nein, er konnte nicht einmal daran denken. Aber es war so lange her... so lange her, dass er sie zuletzt gesehen hatte. Er wollte die Hand heben, sie berühren, sich versichern, das sie wirklich war... aber er konnte sich nicht bewegen.

 

Catherine verschwamm, dann sah er sie zuerst doppelt, dann dreifach. Er blinzelte wieder. Langsam flossen all die Catherines zu einer zusammen.

 

"Was is... ist passiert?" Seine Kehle fühlte sich an, als hätte er mit Sandpapier gegurgelt. „Wie... Catherine... wie kann das sein?“

 

„Ganz ruhig, es ist alles in Ordnung.“

 

Sie beugte sich über ihn. Eine flüchtige Berührung an seiner Stirn, dann ein überraschend heftiger Schmerz. Er biss die Zähne zusammen, um nicht aufzuschreien. Sein Kopf schien zu explodieren und wieder verschwamm seine Sicht. Was war passiert? War er gestürzt? Er musste schwerer verletzt sein, als ihm klar war..

 

Das blasse Morgenlicht schmerzte in seinen Augen, füllte sie mit Tränen. Er hatte immer davon geträumt, sie einmal im Licht ihrer Welt zu sehen...

 

„Es ist Zeit, zu gehen“

 

"Nein." Er wollte es herausschreien, aber es kam nur ein Flüstern über seine Lippen. Sein Mund war schrecklich trocken. "Nein."

 

Seine Arme und Beine schmerzten... er konnte sich nicht bewegen...

 

"Nein." Er riss die Augen weit auf, doch es blieb dunkel um ihn.

 

Und dann - plötzlich - drang eine Stimme durch das Chaos seiner Gedanken, durch die Erinnerungen, durch den roten Nebel der Schmerzen. Eine Stimme, die er kannte. Sie rief seinen Namen. Er hörte auf sich zu wehren.

 

Das Gesicht über ihm verschwamm zu undeutlichen Schlieren, doch er wusste, es war Catherine. Seine Catherine... seine Liebe...

 

Sie lächelte. „Gib’ mir deine Hand“, sagte sie zärtlich. „Es ist Zeit.“

 

Er nahm seinen eigenen, rasenden Herzschlag wahr. Der metallische Geruch von Blut verursachte ihm Übelkeit. Er hob die Hand und Catherines Finger schlossen sich fest um seine.

 

Ein Gefühl von Wärme breitete sich von ihrer Berührung ausgehend in seiner Brust aus. Ein wenig davon erreichte sogar sein Herz, von dem er gedacht hätte, es wäre toter, kalter Stein. Die Erinnerungen wichen zurück, wurden wieder in den Hintergrund seines Bewusstseins gedrängt, wo sie seit Jahren wie ein Geschwür nisteten. Er wurde ruhig, fast heiter.

 

„Keine Angst“, flüsterte sie. „Ich bin da.“

 

Ich bin da... Er versuchte zu lächeln, ihr zu sagen, was diese drei Worte für ihn bedeuteten - doch bevor er es konnte, schloss sich die Dunkelheit enger um ihn.

 

So kalt...

 

Ich liebe dich...

 

Er begann zu fallen, doch da war jemand, der ihn auffing.

 

* * *

 

„Mein Gott, hier ist er.“

 

Vaters Gestalt war schlammbedeckt, er grub mit bloßen Händen nach seinem Sohn. Der alte Mann betete unablässig, nicht zu spät zu kommen.

 

Aber es hatte so entsetzlich lange gedauert, bis sie Vincent gefunden hatten. Der Frost hatte ein Rohr gesprengt. Niemand hatte das Wasser bemerkt, das leise und heimtückisch in die Tunnel eindrang und einen Korridor unterspülte. Schlamm- und Felsmassen brachen in die darunter liegende Ebene ein.

 

Warum hatte sich Vincent gerade hier aufhalten müssen? Es war nicht gerecht. Nicht er. Nicht Vincent... Entsetzt starrte Vater in das schmutzstarrende Gesicht seines Sohnes, seine Finger hinterließen blasse Spuren, als er über Vincents Wange strich. Es musste noch ein Anzeichen von Leben in ihm sein! Es musste... es musste...

 

„Vincent...“

 

Ohne jede Hoffnung flüsterte er seinen Namen. Der Arzt in ihm wusste längst, was der Vater nicht wahrhaben wollte. Es war zu spät...

 

Ende