Serie:      Karl May

Paarung:    Winnetou/Old Shatterhand

Code:       PG

Feedback:   LadyCharena@aol.com

 

 

Summe:      Keine, würde die Überraschung verderben.

 

Disclaimer: Winnetou und Old Shatterhand stammen aus der Feder Karl Mays. Bei meiner Story handelt es sich um reine, nicht-kommerzielle fanfiction - ich beabsichtige nicht, die Rechte der Erben, des Karl-May-Verlags oder anderer Inhaber zu verletzen. Wer unter 18 ist, beziehungsweise sich an der Darstellung homosexueller Beziehungen in allen Facetten (auch Sex) stören könnte, sucht sich bitte eine andere Story zum Lesen.

 

Send me an angel...

Lady Charena, Juni 2001

 

Die Feuer waren längst niedergebrannt, Ruhe hatte sich ausgebreitet. Hier und da durchbrach ein leises Rascheln die Stille, als sich ein nächtlicher Räuber auf die Suche nach Beute machte.

 

Ein paar Nachtfalter machten sich auf leisen Schwingen auf, um im weichen Mondlicht die Umgebung zu erkunden. Angelockt vom letzten, warmen Glühen in der Glut einer einsamen Feuerstelle, etwas entfernt von den neu errichteten Hütten. Eine Decke war neben ihr ausgebreitet, doch niemand ruhte auf ihr.

 

Einer der Falter landete auf dem Rand eines Holztellers mit den erstarrten Resten einer unberührten Mahlzeit und begann neugierig damit, den Inhalt zu untersuchen. Nichts davon schien sein Gefallen zu finden, denn nach einem Moment erhob er sich wieder in die Lüfte und segelte davon. Und schon zog etwas anderes seine Aufmerksamkeit auf sich. Im Dunkel, einige Schritte von der Feuerstelle entfernt, im Schatten eines Grabhügels, auf dem drei Kreuze thronten, lag eine zusammengekauerte Gestalt im weichen Gras. Der Falter ließ sich vorsichtig auf der Wange des schlafenden Mannes nieder.

 

Doch der Schläfer bewegte sich unruhig, drehte mit einem Aufstöhnen den Kopf zur Seite und der Falter flüchtete erschrocken in das wirre, blonde Haar. Hier ließ er sich erst einmal nieder und begann damit, nachdenklich seine Fühler zu putzen.

 

Wieder murmelte der blonde Mann im Schlaf und warf sich herum, den Nachtfalter, der sich mit einem Bein in seinem Haar verfangen hatte, beinahe unter sich zerquetschend. Empört flatterte er auf, um noch eine letzte Runde über dem Schläfer zu drehen.

 

Da lockte ihn ein mattes Schimmern erneut an. Ein schwach leuchtender Umriss war neben dem schlafenden Mann erschienen. Unwiderstehlich angezogen umschwirrte der Falter die Gestalt, die sich neben dem Schläfer kniete, eine Hand nach ihm ausstreckte und ihn zärtlich an der Wange berührte.

 

Die sanfte Brise, die plötzlich aufgekommen war, zerzauste das Haar des Blonden noch mehr, trieb den Falter etwas ab. Das lange, dunkle Haar des nächtlichen Besuchers dagegen bewegte sich nicht. Er zog die Hand zurück, erhob sich und wandte sich nach einem langen Blick auf den schlafenden Mann ab. Ein Schritt vorwärts, noch einer und die Schatten verschluckten ihn...

 

Enttäuscht machte sich der Falter davon.

Doch über das Gesicht des Schläfers huschte ein Lächeln. „Winnetou“, flüsterte er.

Ende