neu: Das Seminar (House MD, Crack!fic, House/Wilson, slash, PG)
Titel: Das Seminar (Crack!fic)
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Pairung: House/Wilson, Chase, Cameron, Foreman
Rating: Crack!fic, slash, PG
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: House und sein Team werden zur Teilnahme an einem Seminar verdonnert. Die Idee kam mir, als Stacy in Ep. „2.06 Spin“ zu House folgendes sagte: "And you can’t have your sole female employee doing your clerical word, which you’d know if you’d attended the required sexual harrassment seminars.” Ich dachte mir, es gibt vielleicht einen guten Grund, ihn nicht auf so ein Seminar zu schicken. (angesiedelt gegen Ende S3, nach 3.15 Half-Wit)

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



Ärgerlich öffnete sie die Tür und hoffte, dieses Mal im richtigen Raum gelandet zu sein. So etwas war ihr doch noch nie passiert! Dr. Cuddy hatte sie gestern empfangen, hatte ihr einige Informationen gegeben und ihr zugesagt, ihr einen Raumplan zu schicken. Genau genommen hatte sie später zwei Pläne in ihrer Mailbox gefunden, und eine weitere Mail, in der Dr. Cuddy sich dafür entschuldigte, zuerst den falschen Plan geschickt zu haben. Aber etwas war mit diesem offenbar auch nicht in Ordnung gewesen. Seit einer halben Stunde war sie auf der Suche und egal wen sie fragte, niemand schien zu wissen, wo sich der Raum 221B befand. Es gab auch keinen Baker-Flügel im Krankenhaus.

Aber nun schien sie den Raum gefunden zu haben. „Guten Tag.“ Erwartungsvolle Gesichter drehten sich ihr zu.

„Dürfen alle, die schon einmal jemand sexuell belästigt haben, nach Hause gehen?“, kam es von einem Mann in der letzten Reihe. Er drehte mit gelangweiltem Gesichtsausdruck einen Stock auf der Handfläche.

Das musste Dr. House sein. Dr. Cuddy hatte sie vor ihm gewarnt und auch davor, dass er mit allen Mitteln versuchen würde, sich vor dem Seminar zu drücken. Nun, sie war überzeugt, dass sie mit ihm umgehen konnte. Und es war bei weitem nicht so, als hätte sie diese Bemerkung zum ersten Mal gehört. Es gab pro Seminar mindestens einen Witzbold, der diesen Spruch anbrachte und sich dabei toll fühlte.

„Nein“, entgegnete sie freundlich, aber bestimmt und lächelte Dr. House an.

Seine Augen verengten sich und er ließ den Stock mit einem Poltern auf den Tisch fallen. Die meisten der anderen Anwesenden zuckten zusammen. Er lehnte sich zurück, als er die Aufmerksamkeit auf sich gerichtet sah, holte ein Medikamentendöschen aus seiner Jacke und schluckte zwei Pillen.

Auch darauf hatte Dr. Cuddy sie hingewiesen.

„House!“, zischte ein recht attraktiver Mann mit braunen Haaren und braunen Augen, der an dem Tisch neben Dr. House saß.

Sie warf einen Blick auf sein Namensschild. James Wilson. Ah, richtig. Dr. Cuddy hatte erwähnt, dass er ihr dabei helfen würde, Dr. House zu „bändigen“. Für einen Babysitter sah er ausgesprochen gut aus.

House schnitt eine Grimasse. „Was?“, fragte er spöttisch. „Ich bin das Opfer sexueller Belästigung geworden. Und zwar von Mitgliedern meines eigenen Teams.“

Das führte überraschenderweise dazu, dass ein junger, blonder Mann, der in der vorderen Reihe saß, rot anlief.

Sie warf einen Blick auf sein Namensschild. Robert Chase. Gut, sie konnte auch gleich anfangen, um sich vorzustellen war noch Zeit genug. Das Seminar sollte zwei Doppelstunden an je drei Tagen umfassen, mit Rücksicht auf die Betreuung der Patienten war es kein einzelnes Ganztagesseminar wie sonst üblich.

„Würden Sie das gerne ausführlicher schildern, Dr. House?“, meinte sie und sah ihn aufmunternd an. „Natürlich müssen Sie weder Namen nennen, noch Details, die Ihnen unangenehm sind.“

„Oh mein Gott“, flüsterte Dr. Wilson und hob die Hand, um seinen Nasenrücken zu reiben, als hätte er plötzlich Kopfschmerzen bekommen. „House, untersteh’ dich...“

Sie fragte sich, ob er vielleicht doch nicht nur hier war, um auf Dr. House aufzupassen.

„Er...“ Dr. House machte eine dramatische Geste nach vorne und deutete auf den jungen, blonden Arzt. „Er hat mich umarmt. Gegen meinen Willen. Und... gedrückt!“ House erschauerte mit übertriebener Abscheu.

Dr. Chase sah sie fast flehentlich an. „Ich... wir... es war nicht so, wie es klingt...“, stotterte er. „Ich dachte... wir dachten... er hat uns weisgemacht, er hätte einen Gehirntumor. Wir dachten, er würde sterben. Ich wollte nur... es war...“ Er verstummte und vergrub sein Gesicht in den Händen.

„Ich denke, es handelte sich hier klar um ein Missverständnis“, meinte die Seminarleiterin mit gerunzelter Stirn.

Dr. House schob seinen Stuhl zurück, bis er die Beine auf den Tisch legen konnte.

Dr. Wilson griff hinüber und boxte sein linkes Knie. „House!“, warnte er. Dr. House grinste ihn nur an.

Was für ein Theater, dachte sie und beschloss, weiter zu machen. „Kommen wir zur Definition von...“

„Ist es nicht sexuelle Belästigung, wenn man ungefragt geküsst wird?“, fragte Dr. House mit Unschuldsmiene, die blauen Augen weit aufgerissen.

Eine junge Frau, die bisher mit ernster und aufmerksamer Miene in der ersten Bank direkt gegenüber ihrem Platz gesessen hatte, wurde blass. Dann rot. Und wieder blass.

Die Seminarleiterin warf einen Blick auf ihr Namensschild. Allison Cameron

„Sie hat mich nämlich geküsst.“ Wieder schoss ein Arm anklagend vor, und dieses Mal deutete er auf Dr. Cameron. „Mit Zunge.“

Dr. Wilson hob den Kopf und starrte Dr. House an.

„Und dann wollte sie mir eine Spritze verpassen.“

„Wie bitte?“, fragte die Seminarleiterin irritiert. War sie wirklich im richtigen Raum? Gab es hier nicht auch eine psychiatrische Klinik?

„Sie haben aber zurück geküsst“, kam es fast trotzig von Dr. Cameron.

Ein junger, dunkelhäutiger Mann, der bisher mit gelangweilter Miene zurückgelehnt dagesessen hatte und sich als unbeteiligter Zuschauer gab, lachte spöttisch auf.

„Habe ich nicht“, schoss Dr. House zurück. „Überhaupt, können wir uns darauf konzentrieren, was sie getan hat?“

Dr. Wilson starrte Dr. House wieder an, seine Augenbrauen hatten sich zusammengezogen.

„Es war... weil ich eine Blutprobe von ihm haben wollte. Wir dachten doch, er habe einen Tumor. Und er wollte uns kein Blut für weitere Tests geben, also musste ich es so versuchen...“, verteidigte sich Dr. Cameron.

„Sie ist seit drei Jahren hinter mir her“, setzte House genüsslich hinzu. „Sie hat mich gezwungen, mit ihr auf ein Date zu gehen. Ein DATE.“

Die Seminarleiterin blickte Cameron fragend an. „Ich hatte gekündigt, um seinen Job zu retten. Und dann wollte er, dass ich zurückkomme. Ein Date war... das Geringste, was ich fordern konnte.“ Sie wurde wieder rot. „Keine Sorge, heute wünschte ich, ich hätte den besseren Parkplatz und die Gehaltserhöhung gewählt.“

Dr. House gab einen verächtlichen Laut von sich.

Der dunkelhäutige Arzt – sie warf einen Blick auf sein Namensschild: Eric Foreman – Dr. Foreman lachte leise vor sich hin.

Dr. Chase blickte Dr. Cameron mit säuerlicher Miene an und Dr. Wilson starrte noch immer auf Dr. House.

„Das ist...“, begann die Seminarleiterin.

Doch Dr. House unterbrach sie. Er nickte mit dem Kopf in Richtung Dr. Wilson. „Und wollen Sie wissen, was er in Wirklichkeit damit meint, wenn er davon spricht, auf meiner Couch zu schlafen?“

„House!“, kam es ein wenig panisch von Dr. Wilson, worauf sich natürlich alle Blicke auf ihn richteten.

House grinste. „Entspann dich, Jimmy“, sagte er. „Ich habe nicht vor, dich zu outen. Ups. Habe ich das jetzt eben getan? Ach was, niemand glaubt, dass du mit mir schläfst.“

Aufstöhnend vergrub Dr. Wilson das Gesicht in den Händen.

Dr. Cameron und Dr. Chase drehten sich um und starrten entgeistert auf Dr. Wilson.

Dr. Foreman schien eine Art Lachkrampf zu erleiden, er lehnte in seinem Stuhl zurück und hielt mit beiden Armen seinen Brustkorb umklammert. Seltsam erstickte Laute drangen aus seinem Mund.

Dr. House starrte herausfordernd zurück. Und lächelte dann die Seminarleiterin an, mit einem Ausdruck, den sie nur als äußerste Zufriedenheit deuten konnte.

Sie würde als erstes Dr. Cuddy vorschlagen, all diese Leute einer psychiatrischen Einschätzung unterziehen zu lassen. Ganz klar war ihnen der Arbeitsstress auf die Vernunft geschlagen. Bevor sie irgendetwas sagen konnte, begann ein mehrstimmiges Zirpen und Piepsen im Raum und für einen Moment glaubte sie, ihre Ohren würden ihr jetzt auch noch einen Streich spielen – doch Dr. Cameron und Dr. Chase und Dr. Foreman griffen nach ihren Pagern.

„Es tut mir leid, wir müssen gehen. Unser Patient hat Krampfanfälle bekommen“, erklärte Dr. Cameron. Sie stand auf und strich ihren Kittel glatt. Dr. Chase trat an ihre Seite, als sie den Raum verließen und Dr. Foreman, der sich noch immer die Lachtränen aus den Augen wischte, folgte ihnen.

Dr. House nahm seinen Stock und die Beine vom Tisch und stemmte sich hoch. Er trat nach vorne und lächelte ihr zu. „Man kann die lieben Kleinen nicht alleine lassen, wer weiß, sonst bringen sie mir nur wieder einen Patienten um. Schlecht für die Statistik.“ Damit verließ auch er den Raum.

Zurück blieb nur Dr. Wilson, der noch immer das Gesicht hinter den Händen verbarg.

„Dr. Wilson?“, fragte sie ruhig. Er hob den Kopf. „Ich weiß nicht, in welchem Verhältnis Sie und Dr. House stehen, aber sein Verhalten ist wirklich alles andere als angemessen.“

Er stand auf. „Wenn Sie House kennen würden, dann wüssten Sie, dass er sich heute noch direkt zurückgehalten hat“, meinte er mit einem Seufzen. „Ich denke, das Seminar ist für heute beendet? Kann ich Sie irgendwo hin begleiten?“

„Wenn Sie mir auf diesem Plan zeigen würden, wie ich zu Dr. Cuddys Büro komme.“ Sie holte den Plan aus ihrer Tasche und hielt ihn Dr. Wilson entgegen, der zu ihr getreten war.

Er runzelte die Stirn. „Das ist kein Plan dieses Flügels. Nicht mal einer von diesem Krankenhaus. Das ist der Grundriss von House’ Wohnung.“

Nun... das... erklärte ihre Schwierigkeiten, den richtigen Raum zu finden. „Wenn Sie mich vielleicht freundlicherweise zu Dr. Cuddy bringen würden.“ Sie schlang den Riemen ihrer Tasche über die Schulter.

„Natürlich. Kein Problem.“

Er hielt ihr höflich die Tür auf und sie lächelte, als sie an ihm vorbei in den Flur trat. „Vielleicht können wir auch noch einen Kaffee zusamm...“

„Tut mir leid, aber Jimmy schläft bereits auf meiner Couch“, unterbrach sie Dr. House.

„Was machst du hier? Was ist mit deinem Patienten?“, fragte Dr. Wilson erstaunt.

„Wozu gibt es Handys?“, entgegnete House spöttisch. „Und sie... oder ihn?... den Patienten davon abzuhalten, seine Zunge zu schlucken, dazu brauchen sie mich ja wohl nicht.“ Er trat zu ihnen und schob sich demonstrativ dazwischen.

Die Seminarleiterin wich automatisch zwei Schritte zurück, bevor er ihr seinen Stock auf den Fuß setzen konnte.

„Dich kann man ja wohl offensichtlich noch weniger aus den Augen lassen.“ Er wandte sich ihr zu. „Vorsichtig mit dem Kaffee, den Jimmy serviert, manchmal tut er da was rein, was nicht rein gehört.“

Sie blickte Dr. Wilson fragend an, doch der starrte auf den Boden. „Ähem, Dr. Cuddys Büro ist im Eingangsbereich der Klinik“, sagte er. „Vielleicht wenden Sie sich einfach an eine der Schwestern. Die Station ist nur um die Ecke, den Flur entlang.“

„Danke.“ Sie nickte Dr. House kühl zu. „Bis morgen.“ Dr. Wilson sah sie noch immer nicht an. Innerlich den Kopf schüttelnd, ging sie den Flur entlang, doch bevor sie um die Ecke bog, sah sie noch einmal zurück. Sie stoppte unwillkürlich. Dr. Wilson drückte den anderen Mann gegen die Tür des Raumes, den sie eben verlassen hatten und küsste ihn. Ihre Augenbrauen verschwanden fast im Haaransatz. Dr. Cuddy würde von ihr einiges über die Moral in diesem Krankenhaus zu hören bekommen...

Ende