Mutterfreuden

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp/Klaus

Kategorie: PG-13

Hinweise: ER, mpreg, Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Klaus geht es plötzlich gar nicht gut. Er wird doch nicht schwanger sein?

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Was ist denn los?“, murmelte Jupp verschlafen, als Klaus sich unruhig neben ihm im Bett wälzte.

 

„Ich weiß auch nicht“, kam es gequält zurück. „Mir ist so übel.“

 

Einen Augenblick später sprang Taube auf und stürmte ins Bad. Jupp quälte sich aus den Kissen und folgte ihm. Er fand Klaus übers Waschbecken gebeugt und kreidebleich vor.

 

„Bist du okay?“, fragte er besorgt, nachdem Klaus sich den Mund abgewischt hatte und sich aufrichtete. „Soll ich nen Arzt rufen?“

 

Taube schüttelte den Kopf. „Ich habe bestimmt nur etwas falsches gegessen“, sagte er.

 

„Ich sag ja immer, dein Grünfutter ist ungesund. Ess’ was ordentliches, so wie ich:“

 

„Du meinst Pommes mit doppelter Portion Ketchup und Majo?“, fragte Klaus, presste sich die Hand vor dem Mund und wandte sich hastig wieder zum Waschbecken.

 

///

 

„Der Tod muss zwischen 22 und 24 Uhr eingetreten sein. Der Tote weist fünf Stichwunden auf, außerdem Hämatome im... sagen Sie mal, hören Sie mir überhaupt zu?“ Marie Weiß unterbrach ihre Aufzählung der Todesursachen und blickte Klaus Taube fragend an.


„Entschuldigung.“ Klaus starrte mit bleichem Gesicht auf die Leiche, wandte sich plötzlich um und stürmte hinaus.


“Was ist denn mit Ihrer besseren Hälfte los?“, wunderte sich die Pathologin.

 

„Der hat’s schon seit zwei Wochen mit dem Magen“, erklärte Jupp. „Vorhin hat er glatt am Tatort geko... sich übergeben“, verbesserte er sich hastig, nach dem strengen Blick von Marie.


“Da sollte er aber dringend mal zum Arzt“, riet die Pathologin. „Nicht, dass es was ernstes ist.“

 

///

 

„Also, wenn du ne Frau wärst, würd’ ich glatt sagen, du bist schwanger“, scherzte Jupp und ließ sich am Frühstückstisch nieder.


“Was?“, Klaus blickte von seinem Teller auf.

 

Jupp deutete auf Taubes Frühstücksteller. „Nutellabrot und Gurke. Das hat Ellen immer gegessen, als sie mit Flo schwanger war. Irgendwie passt das aber nicht zu deinem üblichen Gesundheitsfraß.“

 

Klaus zuckte mit den Schultern. „Ich hat halt Appetit drauf. Ich bin ja froh, dass ich endlich überhaupt wieder was bei mir behalten kann:“

 

///

 

„Du hast zugenommen“, stellte Jupp fest, als Klaus unter der Dusche hervortrat.

 

„Quatsch“, erwiderte dieser und betrachtete sich kritisch im Spiegel.

 

„Doch.“ Jupp klopfte auf Klaus’ Bauch. „Ist ja auch kein Wunder, bei den Mengen, die du neuerdings in dich hineinstopfst.“

 

///

 

„Und deshalb werden wir kü... Ist Ihnen nicht gut, Herr Taube?“ Haupt unterbrach seine Rede, als er bemerkte, wie Klaus taumelte. Jupp griff hastig nach dem Arm seines Partners und schaffte es gerade noch, Taube auf den nächsten Stuhl zu hieven, bevor der ihm umkippen konnte.


“Klaus?“, fragte er besogt.


“Ist schwindlig“, kam es leise zurück.


“Sorgen Sie dafür, dass er umgehend zum Arzt geht“, befahl Haupt.

 

///

 

„Haben Sie eine homosexuelle Beziehung und ungeschützten Geschlechtsverkehr?“, fragte der Arzt.

 

Klaus blickte ihn überrascht an. „Ja, aber wird sind beide mit Sicherheit nic...“

 

„Darum geht es nicht“, wurde er unterbrochen. „Ich habe eine gute Nachricht für Sie, Herr Taube.“

 

///

 

„Wie lange dauert das denn noch?“ Jupp fluchte vor sich hin, während er den Gang des Krankenhauses auf und ab lief. Er hatte das Gefühl, Klaus wurde schon seit Stunden untersucht. Erst hatte der Arzt etwas von einem Computertomogramm gesagt und dann plötzlich auch noch Ultraschall. Er wurde derweil hier fast verrückt vor Sorge.


“Sind Sie der Partner von Herrn Taube?“ Eine Schwester schreckte ihn auf.

 

„Ja“, antwortete Jupp hastig.


“Dann kommen Sie bitte mit.“

 

Sie führte ihn in einen Raum. Ein halbes Dutzend Ärzte stand um Taube, der auf einer Behandlungsliege saß, herum.

 

„Klaus?“, fragte Jupp besorgt. „Was um Himmelswillen ist los?“

 

„Da ist etwas in meinem Bauch“, sagte Taube leise.

 

Jupp wurde blass. „Krebs?“, fragte er besorgt.

 

„Sie brauchen sich keine Sorgen machen“, sagte einer der Ärzte. „Sie werden Vater.“

 

„Was?“ Jupp starrte von Taube zum Arzt und zurück auf Klaus.


“Wir bekommen ein Kind“, sagte der leise. „Ich bin schwanger.“

 

„Ist das hier versteckte Kamera oder was?“, fragte Jupp bissig. „Ich find das nicht komisch:“

 

„Sehen Sie selbst:“

 

Einer der Ärzte hielt ein Gerät über Klaus’ nackten Bauch und deutete mit der anderen Hand auf den Monitor neben der Liege. „Ihr Partner ist in der 18. Woche schwanger.“

 

„Aber das ist doch unmöglich“, platzte es aus Jupp heraus, während er auf den Bildschirm starrte.

 

„Selten, aber nicht unbekannt“, erwiderte ein anderer Arzt. „In den letzten Monaten sind vermehrt Fälle von Schwangerschaften bei homosexuellen Männern aufgetreten. Bisher gelang es noch, diese Nachrichten aus der Öffentlichkeit heraus zu halten. Die Wissenschaftler forschen natürlich noch, aber sie glauben, dass die Natur neue Wege findet, die Art zu erhalten. Da immer weniger Frauen Kinder bekommen, sucht sie nach Alternativen.“

 

„Sie sollten sich auch untersuchen lassen“, warf ein anderer Arzt ein. „Falls Sie ebenfalls schwanger sind.“

 

„Was?“

 

„Ich bin sicher, ich habe immer Kondome benutzt. Außerdem ist Herr Schatz der aktivere Part in unserer Beziehung“, warf Klaus ein.

 

„Trotzdem, sicher ist sicher“, meinte der Arzt.

 

Jupp hatte das Gefühl, ihm sei plötzlich schlecht.

 

///

 

„Kommst du, wir knüpfen uns den Typen noch mal vor, der die Leiche gefunden hat. Irgendwas stimmt mit dem nicht. Ich hab da so ein Gefühl.“

 

Jupp griff sich seine Jacke und ging zur Tür des Büros. Doch Klaus machte keine Anstalten, ihm zu folgen. Er schüttelte den Kopf. „Du musst Gino mitnehmen. Haupt hat mich zum Innendienst verdonnert“, sagte er.


“Womit bist du ihm denn auf die Füße getreten?“, fragte Jupp scherzhaft.

 

„Er ist der Meinung, in meinem Zustand sei der Außendienst zu gefährlich“, gab Klaus zurück. „Am liebsten hätte er mich wohl gleich ganz nach Hause geschickt, als wär’ ich krank und nicht schwanger. Dank dir darf ich nun die nächsten Monate am Schreibtisch hocken.“

 

„Was kann ich dafür?“, wunderte sich Jupp.

 

„Hast du mich geschwängert oder nicht?“, gab Klaus wütend zurück.

 

„Gottchen, wenn du kein Kind willst, dann hättest du halt aufpassen müssen:“

 

Klaus sprang auf. „Ach, jetzt ist es meine Schuld, oder was? Wer hat denn gesagt, du sollst Kondome nehmen? Du wolltest doch nicht.“

 

„Konnte ich ahnen, dass du dich anbumsen lässt? Man, wir leben in einer festen Beziehung, keiner von uns geht fremd. Also keine Ansteckungsgefahr. Die Dinger stören doch nur.“

„Das ist wieder typisch Mann“, ereiferte sich Klaus. „Für nichts verantwortlich sein wollen und alles auf die Frau abschieben:“

 

Er griff sich seinen Mantel und stürmte aus dem Büro.

 

Jupp sah ihm kopfschüttelnd hinterher. „Frauen!“

 

///

 

Er fand Klaus am Ufer des Rheins, dort, wo sie schon öfters Probleme diskutiert hatten. Jupp trat zu ihm und legte von hinten die Arme um seinen Partner. „Es tut mir leid“, sagte er. „Das... das kam alles so unerwartet für mich. Ich meine, ich hätte nicht gedacht, noch mal Vater zu werden, nicht mit dir jedenfalls.“

 

„Nein, ich muss mich entschuldigen“, erwiderte Klaus. „Ich wollte nicht so ausrasten. Es ist nur, ich hasse es, die Kontrolle zu verlieren, besonders die über meinen Körper. Und momentan spielt der total verrückt.“

 

„Die Hormone, ich weiß“, sagte Jupp. „Ich hab das alles mit Ellen damals auch durchgemacht. Sie hatte Stimmungsschwankungen en masse.“ Er legte seinen Kopf auf Klaus’ Schulter. „Ist schon okay. Schrei mich an, wenn du magst. Ich kann es ab.”

 

„Ich hab’ Angst, Jupp“, gestand Klaus leise. „Wie wir das alles schaffen sollen. Und überhaupt.“

 

„Hey“, Jupp löste sich von Klaus und trat vor ihm, so dass er ihm in die Augen sehen konnte. Er legte seine Hände an Klaus’ Kopf. „Wir zwei schaffen das schon. Wir sind doch ein tolles Team.“

 

„Wir vier“, erwiderte Taube. Er legte seine Hand auf seinen Bauch: „Wir müssen es Flo sagen.“

 

„Ja.“ Jupp griff in seine Jackentasche und holte ein kleines Kästchen hervor. Er öffnete es und zwei Ringe wurden sichtbar. „Ich wollte sie dir eigentlich erst heute Abend geben“, sagte er. „Lass uns heiraten und eine richtige Familie werden.“

 

Taube zuckte zusammen.

“Klaus?“, fragte Jupp besorgt.

 

„Es hat mich getreten“, sagte Klaus leise und mit Verwunderung in der Stimme. Er griff nach Jupps Hand und legte sie auf seinen Bauch. „Fühl mal!“

 

Jupp lächelte.

 

///

 

„Jupp!“ Ein Stoß in seine Seite weckte ihn unsanft.


“Hm“, brummte er verschlafen.

 

„Ich...“ Er hörte Klaus stöhnen. „Ich glaube... oh.“

 

Mit einem Satz war er aus dem Bett. „Ich ruf den Notarzt“, rief er.

 

///

 

„Jupp? Ist alles in Ordnung? Hast du Schmerzen?“

 

Jupp blinzelte verwundert in die plötzlich aufflammende Helligkeit. Klaus saß im Bett und sah ihn fragend an. „Hast du geträumt?“, fragte er. „Oder was willst du mit dem Notarzt?“

 

Jupp nahm die Hand von der Türklinke.

 

„Ich... dachte du, Wehen...“ Jupp brach ab. Er trat zum Bett und hob die Decke. „Du bist nicht schwanger“, stellte er fest.


“Das wäre ein medizinisches Wunder“, bemerkte Klaus trocken.

 

Jupp ließ sich aufs Bett fallen. „Ich hab geträumt, du wärst schwanger, von mir“, erklärte er. „So richtig mit allem Drum und Dran, Übelkeit, Hormonschwankungen etc. Die Ärzte meinten, weil die Frauen so wenig Kinder bekommen, sucht sich die Natur neue Wege, schwule Männer.“

 

Er schüttelte lachend den Kopf „So ein Blödsinn.“

 

„Also, wenn es möglich wäre, ich hätte nichts gegen ein Kind von dir“, meinte Klaus.


“Echt?“ Jupp wandte sich seinem Freund zu.

 

„Warum nicht?“, erwiderte Klaus. „Es wäre doch schön, ein Kind von uns beiden. Ich mag Flo, ich mag Kinder. Ich fänd’ ein gemeinsames nett.“

 

„Aber du müsstest es bekommen“, scherzte Jupp.

 

„Hm.“ Er rollte sich über Klaus. „Vielleicht sollten wir es dann einfach mal probieren.“

 

„Und wenn es nicht klappt?“, fragte Klaus mit einem amüsierten Funkeln in den Augen.

 

„Dann“ Jupp küsste Klaus. „üben“ Kuss „wir“ Kuss „einfach“ Kuss „immer weiter.“ Kuss.

 

Ende