Titel: Liebe kennt keine Schuld

Autor: Lady Charena

Fandom: Kung Fu TLC

Charaktere: Caine/Teresa

Thema: # 031. Sonnenaufgang

Word Count: 487

Rating: PG, pre-series, het

Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

 

Summe/Hintergrund: Es heißt, dass in jedem Anfang bereits das Ende zu erkennen ist...

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern (Warner, Michael Sloan). Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

"The sage accepts less than is due, and love does not blame or punish." Tao Te King

(in etwa: Der Weise akzeptiert das ‚weniger’ und Liebe kennt weder Schuld noch Strafe.)

 

 

In den frühen Stunden des Morgens, kurz vor Tagesdämmerung, lag Teresa schlafend in seinen Armen. Caine floh der Schlaf, doch er blieb liegen, damit zufrieden, sie bei sich zu spüren. In seinem Inneren war es jedoch alles andere als friedlich. Die Freude, die er empfand, bei ihr zu sein... war genau groß wie seine Schuldgefühle. Die Dualität dieser Gefühle überraschte ihn.

 

Mit jedem Tag, mit jeder Nacht, die sie gemeinsam verbrachten, spürte er tief in sich, dass er sie glücklich machen konnte – und dass ihre Liebe vielleicht sein gebrochenes Herz heilte. Teresa war wunderschön, herzlich und warm und er wusste, dass er sie lieben lernen würde.

 

Doch als er den Kopf zu ihr wandte und einen zärtlichen Kuss auf ihr Haar und ihre bloße Schulter drückte, fühlte er erneut Unsicherheit in sich aufsteigen – war er wirklich bereit zu bleiben? War die Zeit für ihn gekommen, seine Wanderschaft zu beenden?

 

Im Schlaf drehte sich Teresa unbewusst von ihm weg.

 

Er beschloss aufzustehen. Doch als er vor dem Bett stand und auf die schlafende Frau hinabsah, wusste er nicht, wohin er gehen sollte oder was tun. Sein Geist war zu unruhig, selbst die Zurückgezogenheit und Stille der Meditation blieb ihm verwehrt.

 

Caine durchquerte den Raum und sah aus dem Fenster. Nicht weit entfernt konnte er in der Morgendämmerung bereits die dunklen Umrisse des Waldes entdecken. Sie hatten den Tag dort zwischen den Bäumen verbracht, umgeben von der ruhigen Schönheit der Natur. Zusammen. Sie hatten die Nacht begrüßt. Gemeinsam. Sich geliebt... es gab ein simples Wort, um zu beschreiben, wie er sich fühlte: glücklich.

 

„Es ist alles zu viel“, erklang hinter ihm Teresas Stimme.

 

„Zu viel“, wiederholte er leise.

 

„Was dich verfolgt. Es ist so groß, dass es dich davon abhält, wirklich hier zu sein, zu genießen was wir füreinander sind. Es ist zu groß, als dass ich es auslöschen könnte.“

 

Da verstand er, dass sie seine Antwort als Frage aufgefasst hatte – während er für einen Moment geglaubt hatte, sie wäre durch einen glücklichen Zufall in der Lage gewesen, seine Gedanken zu erraten. Denn er hatte gemeint, dass das Glück, das er in ihrer Nähe empfand, zu viel für ihn war – und dass es sich am Ende in einen Dämon verwandeln würde, der ihn von ihr forttrieb.

 

Er hörte das leise Geräusch ihrer bloßen Füße auf dem Holzboden, spürte dann ihre Arme, die sich um ihn legten, als sie den Kopf an seinen Rücken schmiegte. Eine ihrer Hände berührte seine Wange und ihm wurde bewusst, dass er weinte.

 

„Was immer dich so quält, lass es für heute los“, flüsterte sie.

 

Er drehte sich zu ihr um und sah in ihre Augen. Sie glitzerten, als würden sie seine Qual reflektieren. Teresa umschloss mit beiden Händen sein Gesicht und führte ihn näher zu sich. „Lass’ es los“, flüsterte sie an seinen Lippen, dann küsste sie ihn.

 

Er gab nach, verlor sich in der Wärme ihrer Umarmung, als sie gemeinsam den Sonnenaufgang beobachteten.

 

 

Ende