Titel:                Schrecken ohne Ende

Autor:              Lady Charena

Serie:               Die neue Addams Family

Paarung:           Morticia, Gomez, Fester, Granny, Pugsley, Wednesday, Lurch & das eiskalte Händchen

Rating:             G, Humor

Beta:                T’Len

 

Summe:            Fester wird von einer schrecklichen Krankheit befallen.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen

 

 

 

Schrecken ohne Ende (April 2004)

 

Ein Schrei gellte durch den friedlich-düsteren Morgennebel. Morticia, die sich gerade um ihre Lieblings-Fleischfressende Pflanze gekümmert hatte, sah auf. „Oh, die Post ist da“, wandte sie sich an ihren Mann Gomez. „Liebling, würdest du mal nachsehen? Mama wartet schon auf die neueste Ausgabe des Sargkatalogs.“

 

„Natürlich.“ Gomez kam geschmeidig auf die Beine – er hatte seine Morgenzigarre wie üblich im Kopfstand geraucht – und küsste seiner Frau im Vorbeigehen die Hand. „Du duftest heute morgen wieder bezaubernd, cara mia“, sagte er. „Ist das ein neues Parfüm?“

 

Morticia lächelte. „Es ist nur ein Hauch Insektenvernichtungsmittel. Ich wusste, es würde dir gefallen.“

 

„Gefallen?“, rief Gomez und küsste ihren Arm bis zur Schulter. „Ich bin ganz verrückt danach.“

 

Morticia sah ihm zufrieden nach, als er zur Haustür ging.

 

Eine Minute später kam Gomez mit einem großen Paket zurück. „Es ist für Fester“, verkündete er. „Wo steckt mein Bruderherz eigentlich? In der Folterkammer? Oder spielt er mit dem elektrischen Stuhl?“

 

„Nein, ich glaube, er ist mit Mama in den Wald, um Pilze zu suchen.“ Morticia verfütterte die letzte Spinne und wandte sich dann von ihren Pflanzen ab.

 

„Achtung, lebender Inhalt“, las Gomez vor, der das Paket auf den Tisch abgestellt hatte. „Was da wohl drin ist?“

 

„Vielleicht hat er frisches Futter für seine Vampirfledermauszucht nachbestellt.“ Morticia arrangierte liebevoll eine Spinnwebe auf der Lampe. „Du weißt doch, wie sehr er seine Haustiere liebt.“

 

* * *

 

Granny schüttelte den Kopf. „Es ist wirklich fast unmöglich, heutzutage noch hochwertige Schwefelpilze zu bekommen“, stellte sie fest und blickte in ihren Korb. „Und sieh dir diese mickrigen Fliegenpilze an. In meiner Jugend waren die größer. Da gab es welche, die waren so groß wie dein Kopf, Fester – und die nannten wir klein. Nein, nein, ich werde doch versuchen müssen, im Keller selbst welche anzubauen.“

 

„Fester!“, Morticia kam ihrem Schwager entgegen, als der mit Granny ins Haus trat. „Da ist ein Paket für dich angekommen. Es ist im Wohnzimmer.“

 

„Fein!“, freute sich Fester und ließ die beiden Frauen stehen.

 

Gomez blickte von seiner Zeitung auf. „Nun, wie war es?“

 

„Die Luft war schrecklich sauber“, murmelte Fester, als er sich auf sein Paket stürzte. Er biss die Schnur durch und riss das Packpapier weg. Nachdem er einen Blick in den Karton geworfen hatte, schloss er ihn wieder, klemmte ihn sich unter den Arm und verschwand damit, ohne auf Gomez erstaunte Miene zu achten.

 

* * *

 

„Liebling“, wandte sich Morticia an ihren Mann und ließ ein kleines Rauchwölkchen aus dem Dekollete aufsteigen. „Du bist dran.“ Normalerweise begeisterte es Gomez, wenn sie rauchte, doch dieses Mal bemerkte er es gar nicht.

 

„Oh.“ Gomez legte die Karten beiseite und drückte seine Zigarre in dem Aschenbecher aus, den das eiskalte Händchen ihm blitzschnell hinhielt. „Ich dachte eben an Fester.“ Er seufzte. „Ich mache mir große Sorgen um ihn. Er muss sich irgendeine furchtbare Krankheit zugezogen haben, denkst du nicht?“

 

„Ach Gomez, das ist doch sicher nur so eine Phase.“ Beruhigend tätschelte sie den Arm ihres Mannes. „Bestimmt kümmert er sich morgen wieder um seine Fledermäuse.“

 

„Aber Lurch hat mir berichtet, dass Fester sie seit Wochen kaum gefüttert hat. Und er streift auch nicht mit ihnen durch die Wälder. Fledermäuse brauchen doch so viel Bewegung.“

 

„Wednesday hat heute Pugsley in die Voilere gesteckt und meinte, sie wären noch ganz munter gewesen.“ Morticia pustete ein Rauchwölkchen in Gomez Gesicht.

 

„Es ist zu schrecklich“, stöhnte Gomez und bedeckte erschüttert seine Augen. „Ein Mitglied der Familie Addams züchtet keine Vampirfledermäuse oder pflegt seine tollwütigen Ratten – sondern hat einen ganzen Stall voll entsetzlich niedlicher, wuscheliger, puscheliger, weißer Kaninchen...“

 

Ende