Titel:                Die schönste Zeit des Jahres

Autor:              Lady Charena

Serie:               StarTrek TOS - TupperTrek

Paarung:           K/S, McC/Sc, Su/Che, Nogura/Belinda Kuri,

                        Harry Morrow/Angelo, LC & T'Len

Code:               PG, POV

Beta:                T'Len

 

***********November/Dezember-Challenge************

 

 

Feedback: Gerne <LadyCharena@aol.com>

Summe: Höchste Zeit, die Geschenke zu besorgen.

 

 

 

Disclaimer: StarTrek gehört Paramount/Viacom. Belinda und Angelo dagegen stammen von meinem Spielplatz. T'Len gehört natürlich nur sich selbst <g> Die Story gehört mir, ist reine Fanfiction und wird nur zum Spaß geschrieben. Ich beabsichtige damit nicht, irgendwelche Recht zu verletzen oder Geld zu verdienen.

 

Wer unter 18 ist bzw. ein Problem mit Homosexualität hat - tut mir leid, sorry, beehren Sie uns bald wieder.

 

 

Meinen ganz besonderen Dank an T'Len, dass sie mir für diese Story ihre werte Person leiht. Du bekommst sie (fast) unbeschädigt zurück. Und du weißt ja, wie sehr ich Einkaufsbummel mit dir liebe <g>

 

 

Die schönste Zeit des Jahres

* * * * * * * * * * * * * *

Lady Charena (Dez. 2001)

 

"Warum müssen wir unbedingt hier einkaufen?", nörgelte Charena. "Ich mag nicht ins Einkaufszentrum, wenn es so doll voll ist." Bockig blieb die Achtjährige direkt neben dem buntgeschmückten Weihnachtsbaum am Eingang stehen.

 

"Hättest du die Liste mit unseren Geschenkideen nicht verschlampt, hätten wir früher einkaufen gehen können." T'Len nahm sie am Arm und zog sie etwas mehr zur Seite. Manchmal konnten kleine Schwestern doch sehr nerven. Es war ihr einfach unbegreiflich, wie sieben Jahre einen derartigen Unterschied ausmachen konnten... "Wir haben nicht mehr viel Zeit, in einer Woche ist Weihnachten und wir haben noch nicht ein einziges Geschenk besorgt." Sie runzelte die Stirn und sah auf ihre Einkaufsliste. "Und außerdem müssen wir dir noch Schuhe kaufen. Wenn wir demnächst in die Schweiz fahren, brauchst du richtige Winterstiefel."

 

Ein älterer Asiate, an dessen Arm eine kichernde Blondine hing, drängte sich an Charena und T'Len vorbei. Sie unterhielten sich angeregt über ihre Einkäufe. Die Frau wühlte in einer unauffälligen, braunen Tüte und zog schließlich ein silbern blitzendes Ding hervor.

 

"Was ist ein Cockring, T'Len?" Charena hatte ein unbekanntes Wort in der Unterhaltung der beiden aufgeschnappt. "Ist das ein Ring für Hühnchen? Ich wusste nicht, dass Hühnchen Schmuck tragen."

 

Eine Augenbraue hob sich. "Äh, nein, es ist kein Ring für ein Hühnchen. Aber ich denke, das erkläre ich dir zu einem passenderen Zeitpunkt", erwiderte T'Len und räusperte sich. Der grünliche Schimmer verschwand aus ihren Ohrenspitzen. "Möchtest du zuerst deine neuen Schuhe kaufen oder lieber doch zuerst die Weihnachtsgeschenke?"

 

Charena hüpfte begeistert auf und ab und klatschte in die Hände. "Schuhe kaufen, Schuhe kaufen", jubelte sie. "Ich möchte Stiefel mit richtig hohen Absätzen. Damit mich keiner mehr Kleine nennt."

 

Doch T'Len schüttelte entschieden den Kopf. "Auf keinen Fall. Du wirst fallen und dich verletzen. Wir kaufen vernünftige Schuhe mit flachen Absätzen." Sie zog Charena auf die Seite. "Und jetzt komm bitte mit. Wir stehen hier im Weg." Wenig begeistert folgte Charena ihr in Richtung der Schuhabteilung.

 

* * *

 

Etwa eine Stunde später fragte T'Len mit den ersten, leichten Erschöpfungserscheinungen in der Stimme: "Die sind doch sehr hübsch und zudem noch preiswert. Gefallen sie dir nicht?"

 

Charena schüttelte trotzig den Kopf. Sie saß auf einem Stuhl und ließ müßig die Beine baumeln, während T'Len sich zwischen den Regalen nach passendem Schuhwerk umsah.

 

T'Len brachte also die Schuhe zurück und wählte ein anderes Paar aus. Als sie jedoch zurückkehrte, war Charena verschwunden. Sie stand ein paar Meter entfernt und drückte sich an der Glasscheibe, die das Schuhgeschäft vom übrigen Einkaufszentrum abtrennte, die Nase platt.

 

"Was ist los?", fragte T'Len, als sie neben sie trat.

 

Charena wies kichernd auf ein Paar, das genau gegenüber dem Schuhladen eben ein anderes Geschäft namens Be-At-Euhse verlassen hatte. Der kleinere der beiden Männer - Charena überlegte bereits angestrengt, wo sie diesen blonden, etwas dicklichen Typen schon einmal gesehen hatte... im Kino? In den Nachrichten? - trug ebenfalls eine dieser unauffälligen braunen Tüten. Zu seinem Unglück jedoch war sie beim Verlassen des Shops geplatzt und hatte ihren Inhalt auf dem Boden verteilt.

 

"Was ist das für ein lustiges Ding da auf dem Fußboden, dass der Typ verloren hat? Es leuchtet und vibriert und macht Brummgeräusche. Ist das ein Glühwürmchen? Kann ich auch so eines haben?"

 

T'Len nahm sie am Arm und zog sie von der Glasscheibe weg, als sie bemerkte, dass der Blick des Vulkaniers, der den blonden Mann begleitete, auf sie gerichtet war. "Es ist unhöflich andere so anzustarren, Charena, das weißt du doch. Und dieser „Typ“ ist Admiral Kirk und neben ihm steht sein Bondmate, Spock vom Vulkan. Du solltest so berühmten Männern etwas mehr Respekt erweisen."

 

Charena verzog den Mund, wischte dann den Einwand der großen Schwester beiseite. "Kaufst du mir so ein Glühwürmchen?", fragte sie. "Können wir nicht in das Geschäft da drüben gehen, bitte, bitte, bitte?"

 

"Nein, das können wir nicht." T'Len führte sie zum Ausgang des Schuhgeschäfts. "Das ist ein Laden nur für Erwachsene, da darfst du noch nicht rein. Und nein, es war kein Glühwürmchen!", kam sie Charenas nächster Frage zuvor. "Was hältst du davon, wenn wir morgen oder übermorgen für dich Schuhe einkaufen? In dem kleinen Geschäft in der City, dort wo du auch die hübschen Sandalen gefunden hast."

 

"Okay." Charena folgte brav. Und T'Len wollte schon erleichtert aufatmen, als das Gesicht ihrer kleinen Schwester aufleuchtete. Direkt neben dem Schuhgeschäft lag nämlich eine Konditorei, aus der es verführerisch duftete. Und im Schaufenster stand eine riesige Apfelmustorte.

 

"Wow." Charena drückte sich staunend die Nase platt. "Ist die riesig. Riechst du das? Das riecht nach Äpfel und Zimt und Schokolade. Bekomme ich ein Stück Torte? Und eine Tasse heiße Schokolade mit Zimt? Bitte, ich habe Hunger."

 

Seufzend willigte T'Len ein. Anderenfalls müsste sie sich für den Rest des Einkaufes doch nur ihr Gequengel anhören. Und eine Tasse heißer Tee konnte sicherlich nicht schaden, trotz der beheizten Geschäfte war es ihr im Einkaufszentrum doch etwas zu kalt.

Also traten sie in die Konditorei und ergatterten einen der kleinen Stehtische in einer Ecke. Charena bekam ihre heiße Schokolade und ihre Apfelmustorte. Von beiden stieg ein so intensives Zimtaroma auf, dass es T'Len fast übel davon wurde. Sie machte einen kleinen Schritt rückwärts. Diese Allergie gegen Zimt musste sie von ihren vulkanischen Vorfahren geerbt haben. Charena dagegen liebte dieses Gewürz, bei ihr überwogen wohl die menschlichen Gene.

 

Während die Torte rasch in Charenas Mund verschwand, nippte T'Len an ihrem geschmacklosen Tee und sah sich unauffällig um. Am Nebentisch saßen zwei Männer und hatten den Inhalt einer Tüte zwischen sich auf den Tisch geleert. Es handelte sich dabei um Badehosen in den verschiedensten Größen, Farben und Modellen und die Unterhaltung der beiden Männer drehte sich um ihren nächsten Urlaub.

 

"Ich finde, die hier würde dir ausgezeichnet stehen, Pavel", meinte der eine und hielt eine blaue Badehose mit gelben Tupfen hoch.

 

Der Angesprochene schüttelte heftig den Kopf. "Mir gefällt die besser." Er zog aus dem Stapel eine Badehose mit grünen und lila Streifen auf blassblauem Hintergrund. "Und an die hätte ich für dich gedacht, Hikaru." Er zog eine zweite hervor und ließ sie am ausgestreckten Zeigefinger baumeln. Die Badehose war winzig, ein kleines Stückchen Stoff mit einer Schnur verbunden. Und von einem sehr, sehr kräftigen Pink, das beinahe in den Augen stach.

 

"Das Ding?" Hikaru nahm es und betrachtete es argwöhnisch. "Da passe ich niemals hinein. Außerdem ist die Farbe nicht etwas sehr auffällig?"

 

Pavel lachte und schlug seinem Partner mit der flachen Hand auf den Po. "Anbekommen wirst du sie schon. Und beim Ausziehen helfe ich dir dann mit dem größten Vergnügen", meinte er grinsend.

 

T'Len sah rasch weg, als die beiden in schallendes Gelächter ausbrachen.

 

Charenas Teller war leer, ihre Tasse ebenfalls. Charena selbst war damit beschäftigt, mit der Zunge einen Sahneklecks (von der heißen Schokolade) von ihrer Nasenspitze zu lecken, auf welch' mysteriöse Weise er auch immer dorthin gelangt war.

 

"Warum versuchst du es nicht mit einer Serviette?", schlug T'Len ironisch vor.

 

Das entging Charena jedoch. Sie rieb ihre Nase am Ärmel sauber. "Warum kann der eine Mann sich nicht alleine ausziehen?", erkundigte sie sich dann. "Er ist doch erwachsen?" Ihre Ohren war zwar mehr rund als spitz, aber hören tat sie damit gut wie eine vollblütige Vulkanierin.

 

"Das hat sein Freund nicht so gemeint", erklärte T'Len nicht ganz wahrheitsgemäß. "Bist du fertig? Dann können wir endlich anfangen, Weihnachtsgeschenke einzukaufen."

 

"Okay." Charena leckte noch einmal den Löffel sauber. Apfelmus mit Zimt war ihre Leibspeise - gleich nach Pfannkuchen. "Bekomme ich zu Weihnachten Inline-Skates? Alle in meiner Klasse haben welche."

 

"Inline-was? Was sind das für Dinger? Egal. Charena, wir sind nicht hergekommen, um für dich Geschenke zu kaufen. Aber in die Sportabteilung müssen wir sowieso. Ich habe hier auf der Liste einen Fußball stehen, als Geschenk für..." Sie unterbrach sich mitten im Satz und blickte durch das große Schaufenster. Draußen auf dem Korridor zwischen den Geschäften lieferten sich zwei Wachleute - einer davon auf einem Fahrrad, der anderen auf Schuhen mit so komischen Rollen dran ("DAS sind nämlich Inline-Skates", warf Charena hilfreich ein.) - sich eine Verfolgungsjagd mit zwei *Personen*, die eben um die nächste Ecke schlitterten und in denen T'Len *Admiral Kirk und sein Bondmate* zu erkennen glaubte. Mit einem verständnislosen Kopfschütteln sah sie ihnen hinterher.

 

* * *

 

"Und wo gehen wir jetzt hin?", erkundigte sich Charena wenig später, als sie die Sportabteilung verließen.

 

T'Len warf einen Blick auf ihre Liste und sah sich um. Nicht weit von ihrem gegenwärtigen Standort entfernt, gab es einen Feinkostladen. "Dorthin", entschied sie. "Ich dachte, wir schicken Gina einen Geschenkkorb mit italienischen Spezialitäten. Sie hat doch einmal erzählt, wie schwer es hier ist, richtigen Parmesan zu bekommen."

 

Charena rümpfte die Nase, als sie das Feinkostgeschäft betraten. "Igitt, hier riecht es nach Stinkkäse", meinte sie.

 

"Igitt, hier riecht es nach Stinkkäse", sagte hinter ihnen eine zweite Stimme im gleichen Tonfall wie Charena. Es klang wie ein Echo. T'Len drehte sich verblüfft um. Hinter ihr betraten zwei Männer den Laden. Einer von ihnen, ein junger, blonder Mann, rümpfte seine Nase wie die Achtjährige nur wenige Augenblicke zuvor.

 

"Du wirst es doch für die zwei Minuten aushalten können, die ich benötige, um den Wein abzuholen, oder etwa nicht, Angelo?", entgegnete sein Begleiter. "Du willst ja schließlich an Weihnachten auch etwas zu Trinken haben. Und hier gibt es nun mal den Besten, mein Engelchen."

 

Angelo gab ein wenig engelhaftes und sehr verächtliches Schnauben von sich. "Du hättest ihn dir aber auch ins Haus liefern lassen können", erwiderte er und wedelte affektiert mit der Hand vor seinem Gesicht. Wir hätten genauso gut die Zeit nutzen können, um die Weihnachtsgeschenke für mich einzukaufen. Morgen bist wieder den ganzen Tag im Büro. Ich habe extra meinen Termin im Schönheitssalon platzen lassen, damit wir einkaufen gehen können."

 

T'Len warf einen Blick auf Charena, die Angelo hingerissen musterte. Vielleicht würde sie besser den Korb telefonisch ordern. Sie nahm Charena am Arm und verließ mit ihr den Laden.

 

"War das ein echter Engel?", flüsterte Charena ehrfurchtsvoll. "Er heißt doch so, der andere Mann hat auf jeden Fall Engelchen gesagt."

 

"Nein, das ist kein echter Engel", erwiderte T'Len trocken. "Auch wenn der andere Mann ihn so genannt hat."

 

"Warum hat er das dann gesagt?"

 

"Weil man das manchmal zu jemandem sagt, den man ganz besonders gerne hat." T'Len zog einen Stift aus der Tasche und hakte die bereits erledigten Einkäufe ab. Plötzlich fiel ihr auf, dass Charena so ruhig geworden war. Sie sah auf. Charena versuchte offenbar mit dem Absatz ihrer Lackschuhe ein Loch in den Boden zu bohren. "Ist was?"

 

"Du hast noch nie "mein Engelchen" zu mir gesagt!", kam es schmollend von der Achtjährigen. "Du hast mich nicht lieb." Dunkle Augen schimmerten groß und feucht.

 

"Aber natürlich habe ich dich lieb, das weißt du doch." T'Len strich der Kleinen übers Haar. "Und wenn du willst, dann nenne ich dich auch Engelchen."

 

Charena schniefte noch einmal - nur so, vorsichtshalber - dann hellte sich ihre Miene wieder auf. "Kann ich was zu Trinken habe, ich habe solchen Durst."

 

"Schon wieder?", rutschte es T'Len heraus.

 

Charena nickte.

 

"Na gut, man kann hier sicherlich irgendwo Saft kaufen. Was hältst du von Orangensaft?" T'Len sah sich um. Waren sie nicht vorhin erst an einem Stand mit Erfrischungsgetränken vorbei gekommen?

 

"Aber vorher muss ich unbedingt aufs Klo." Charena trat von einem Bein aufs andere.

 

* * *

 

Ungeduldig wartete T'Len vor der Damentoilette und wechselte den Becher mit Orangensaft in die andere Hand, um mit der nun freien Hand ihre Einkaufsliste aus der Tasche zu angeln. Was machte Charena nur so lang da drin? So würden sie heute nicht mehr fertig werden. Und da behaupteten die Menschen immer, Weihnachten wäre die schönste Zeit des Jahres? Sie schenkte den beiden Männern, die aus der nebenliegenden Herrentoilette traten, kaum Aufmerksamkeit.

 

"Schade, dass die Toiletten überwacht werden", meinte der eine mit ausgeprägtem schottischen Akzent. "Ich hätte dich an Ort und Stelle vernaschen können. Warum gehen wir nicht gleich nach Hause, Len und machen dort weiter, wo wir aufhören mussten?"

 

"Ich glaube, dass ist genau was mir der Onkel Doktor verordnet hat", entgegnete der andere mit einem breiten Grinsen.

 

Sie verschwanden gerade um die Ecke, als sich die Tür zur Damentoilette öffnete und Charena herauskam. "T'Len, was bedeutet, ich hätte dich vernaschen können...?"

 

Ende

 

* * * *

 

Na, mal sehen, ob ich alles habe...

 

- POV von zwei Kindern: jawohl!

- typische Aktion der Helden: in unserem TupperUniversum ist das Einkaufen von "Spielzeug" eine typische Aktion unserer Helden <g>

- 1 Stinkkäse: puh!

- 1 Badehose: Eine? <g>

- Weihnachtsbaum: das will ich doch wohl meinen

- Verfolgungsjagd mit Fahrrad und Inline-Skates: ti-hi, allerdings

-"Das hat mir der Onkel Doktor verordnet" - jawohl!!

 

 

 

Fortsetzung in           Winter-Schluss-Verkauf