Schlagzeilen

T’Len

2007

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube

Kategorie: G, Humor

Hinweise: Bezug auf die Folge „Der Veteran“

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Jupp sieht nach einem Zeitungsartikel rot.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Ich bring ihn um! Dafür wird mir das Schwein büßen!“ Klaus blickte durch die Glasscheibe, welche den Gang von seinem und Jupps Büro trennte, verwundert auf den Freund. Dieser tobte so laut, dass es das halbe Präsidium hören musste.


„Och, er hat nur gerade die neuste Ausgabe vom Kurier gelesen. Euer Freund hat euch noch immer auf dem Kicker“, erwiderte Achim und verschwand grinsend wieder in sein Büro.

 

Klaus seufzte. War das noch nicht zu Ende? Bei ihrem letzten Fall war zugegebenermaßen einiges schief gelaufen und sie hatten zunächst fälschlicherweise einen Journalisten des Mordes an einer jungen Frau, die für eine Internetsexseite arbeitete, beschuldigt. Zu ihrer Ehrenrettung hatten die Indizien aber auch wirklich gegen ihn gesprochen. Persönliche Bekanntschaft mit dem Opfer aufgrund seiner Recherche dort, das passende Auto, Blutspuren am Wagen (leider dann als von einem Wildschwein stammend identifiziert) und vor allem häufige Besuche auf besagter Seite, die sich später als von seinem Teenagersohn getätigt herausstellten. Jedenfalls hatte der Mann, nachdem sich der Irrtum aufgeklärt hatte und sie ihn wieder auf freien Fuß setzten, Rache geschworen, sie seitdem beobachtet und mit einigen Schlagzeilen ziemlich bloß gestellt. Leider hatten sie ihn im Zuge ihrer Ermittlungen dafür auch reichlich Munition geliefert.

 

Aber er dachte wirklich, dass nach erfolgreichem Abschluss des Falles, sich auch dies erledigt hätte. Offensichtlich ein Irrtum.

 

Klaus, der in der einen Hand einen Becher Kaffee für Jupp, in der anderen seine Tasse Tee hielt, drückte die Türklinke mit dem Ellenbogen vorsichtig herunter. Kaum, dass er das Büro betreten hatte, empfing ihn der nächste Wortschwall von Jupp. „Ich brech’ ihm alle Knochen und hinterher verklag ich ihn bis auf den letzten Pfennig wegen Verleumdung“, schrie er.


„Was ist denn los, Jupp?“, fragte Klaus.


Die Zeitung flog ihm entgegen und landete in einem wirren Haufen auf dem Fußboden. „Kuck dir an, was das Schwein wieder geschrieben hat“, fauchte Jupp.

 

Klaus stellte ihre Getränke ab, dann hob er die Zeitung auf und suchte den Text, der Jupp so in Rage gebracht hatte. Er fand ihn gleich auf Seite eins. In großen Lettern prangte ihm die Schlagzeile „Kölns heißestes Polizistenpärchen“ entgegen. Das ‚heiß’ war in bezeichnende Anführungsstriche gesetzt. Darunter ein Foto, dass Jupp und ihn eng nebeneinander stehend zeigte. Er hatte seine Hand auf Jupps Arm gelegt. Klaus wusste genau, wo und wann es entstanden sein musste. Nämlich als sie das Tierheim verließen, in dem Ringo untergebracht war. Er hatte Jupp scherzhaft darüber hinweg getröstet, dass der ehemalige Polizeihund nun mal nicht auf Hundedamen stand, sondern einen kleinen Freund gefunden hatte, und ihm dabei freundschaftlich die Hand auf den Arm gelegt.

 

Der Artikel nun ließ keinen Zweifel daran, dass der Auto ihnen unterstellte, selbst ein Paar zu sein. „Kein Wunder, dass diese Beamten nicht die richtigen Täter finden, wenn sie die ganze Zeit nur daran denken, sich gegenseitig die Klamotten vom Leib zu reißen“, stand unter anderem da.

 

„Ich mach ihn kalt“, betonte Jupp erneut und begann wieder im Raum auf und ab zu laufen. „Ich lass ihn sein eigenes Geschmiere fressen und seine Druckerschwärze saufen.“

 

„Reg dich doch nicht so auf, Jupp, das ist es doch nicht wert“, versuchte Klaus, den Freund zu besänftigen. Nicht, dass er von dem Artikel begeistert gewesen wäre. Im Gegenteil natürlich. Aber er wusste auch, dass jede weitere Beschäftigung mit dem Urheber diesen nur noch mehr gegen sie aufbringen und weitere Artikel wie diesen herausfordern würde. Vor allem wenn Jupp sich dabei so aufführte wie gerade eben. Er hoffte einfach, dass solche Schlagzeilens, vor allem in so einem Blatt, schneller vergessen als gedruckt waren. Am besten, man ignorierte sie einfach. Punkt um.

 

„Na, du bist gut“, knurrte Jupp und blieb vor ihm stehen. „Du bist ja auch wirklich ne Schwuchtel, bei dir stimmt’s ja, was da steht. Aber was sollen die Leute nun von mir denken? Mein Ruf ist für immer im Arsch.“

 

Klaus seufzte innerlich, beschloss aber Jupps mal wieder himmelschreiende Intoleranz und Vorurteile zu ignorieren. In dessen aktuellem Zustand hatte eine Diskussion keinen Sinn, war er eh vernünftigen Argumenten nicht zugänglich. Statt dessen entschied er sich, die Sache mit Humor zu nehmen. Vielleicht brachte das auch Jupp wieder etwas auf den Teppich.

 

„Ich finde, ich sollte mich viel mehr aufregen als du“, sagte er.

 

Jupp starrte ihn an. „Häh, was ist los?“, fragte er. „Wieso du? Ich wird doch hier als Tunte dargestellt.“


„Na darüber, dass er mir so wenig Geschmack unterstellt, mich ausgerechnet mit dir einzulassen“, erwiderte Klaus.

 

Ende