Titel: patron saint of the denial

Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD

Pairung: House, Wilson, Cuddy

Rating: PG-13, POV

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Missing scenes: Wilsons POV vor der Fahrt zu House’ Apartment am Weihnachtsabend. Dann ein Gespräch mit Cuddy, in der er ihr (vor der gerichtlichen Anhörung) von House’ Entschuldigung berichtet. Womit auch gleich geklärt wäre, woher Cameron davon wusste.

Episoden/Spoiler: 3.10 Merry Little Christmas + 3.11 Words and Deeds

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics: Green Day

 

 

My name is Jimmy and you better not wear it out
I'm the patron saint of the denial
With an angel face and a taste for suicidal

 

* * *

 

Wilson: Drug addicts hurt the people around them with their habit.

 

House: You worried I’m going to be popping more pills?

Wilson: Thought you might prefer people over pills.  

 

(Merry Little Christmas)

 

 

 

Das Handy plumpste neben ihm auf die Matratze und schlidderte, von seinem eigenen Schwung getragen, weiter bis an die Bettkante. Natürlich ging House nicht ran. Er zog es natürlich vor, wie ein Fünfjähriger zu schmollen. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.

 

Er ließ sich zurückfallen und begann mit beiden Händen hart seine schmerzenden Schläfen zu massieren. Warum machte er sich überhaupt Gedanken? Der verdammte Bastard hatte klargemacht, dass er keine Hilfe annehmen würde, selbst wenn er für die nächsten zehn Jahre ins Gefängnis wandern sollte. Er presste beide Handballen gegen seine Stirn und grub die Fingernägel in die Kopfhaut. Der Schmerz schoss silberhell durch seinen Hinterkopf, ließ die verspannten Nackenmuskeln krampfen und schien irgendwo in seiner Wirbelsäule zu verebben. Er biss sich auf die Unterlippe, um nicht aufzuschreien, als sein ganzer Körper ihn warnte, dass er nicht mehr länger gewillt war, diesen Stress zu ertragen. Seine Arme fielen schwer zur Seite und auf die weiche Matratze, die unter ihm wegsackte.

 

Er starrte an die Decke, kein erfreulicher Anblick, doch er hatte Angst, die Augen zu schließen. In der Einsamkeit hinter seinen Lidern würde er nur House’ Gesicht vor sich sehen – die Züge nach zwei Tagen Entzug eingefallen, die tief in ihren Höhlen liegenden Augen, die ihre stechende blaue Farbe verloren hatten und an zwei Steine erinnerten. Das Zittern seiner Hände. Seine Körperhaltung... die eines alten Mannes, als er im Krankenhaus aufgetaucht war, um ihn um ein Medikament gegen die Übelkeit zu bitten. Und um Mr. Zeboluskis Oxychodone zu stehlen. Ihm fiel ein, dass er die Pillen noch in der Tasche hatte.

 

Zu wissen, dass das, was man tat, das richtige war, machte es nicht einfacher zu ertragen.

 

Doch wenn der einzige Weg war, House dazu zu zwingen, Tritters Deal anzunehmen, ihm die einzigen Dinge vorzuenthalten, die ihm noch etwas zu bedeuten schienen – sein Vicodin und ein Puzzle – dann war er entschlossen, das zu tun. Gott, wieso konnte Greg nicht einsehen, dass Tritter ihn tatsächlich in der Hand hatte? Das er es endgültig zu weit getrieben hatte?

 

Er schauderte, wenn er daran dachte, dass House tatsächlich ins Gefängnis gehen könnte.

 

Seufzend drehte er sich auf die Seite und griff wieder nach dem Handy, um House anzurufen. Nur noch ein Mal, sagte er sich selbst. Nur noch ein einziges Mal würde er es versuchen. Und wenn House dann wieder nicht ranging, würde er es aufgeben und schlafen gehen.

 

Oder vielleicht würde er sich in seinen Wagen setzen, und in die Bakerstreet 221B fahren. Um nach dem Rechten zu sehen. Selbst wenn House ihm wieder ins Gesicht lachte und die Tür zuknallte, würde er dann zumindest wissen, dass es ihm einigermaßen gut ging.

 

Mit angehaltenem Atem lauschte er, seine freie Hand begann wieder, seine Schläfen zu massieren, während er darauf wartete, dass House endlich abnahm...

 

 

* * * * * * * *

 

It's comedy and tragedy
It's St. Jimmy

* * *

 

House: I had no business blaming you for any of this. I know you were just trying to help me. Protect me. That’s whats friends do.

Wilson: Is this an… apology?

House: Part of the programm. If you don’t like it I can stop.

Wilson: Not at all. It’s just so unfamiliar. Please, keep going.

 

(Words and Deeds)

 

 

„Wilson? Alles in Ordnung?“ Besorgt legte Lisa Cuddy eine Hand auf den Unterarm des Onkologen, als er schwungvoll um eine Ecke des Korridors bog und sie fast über den Haufen rannte.

 

„Cuddy. Entschuldigen Sie bitte.“ Wilson rieb sich verlegen den Nacken und lächelte.

 

Lisa Cuddy erwiderte sein Lächeln, es war irgendwie ansteckend. „Was ist passiert?“

 

„Er hat sich bei mir entschuldigt“, sprudelte es aus Wilson heraus. „Er hat es tatsächlich getan.“

 

Cuddy zögerte einen Moment. Sie musste nicht erst fragen, von wem Wilson sprach. „James“, meinte sie schließlich vorsichtig. „Ich weiß, dass Sie sein Freund sind, aber Sie wissen genauso wie ich, wie gut er darin ist, Menschen zu manipulieren. Und wenn er sich irgendetwas davon verspricht...“

 

„Nein“, unterbrach Wilson sie. „Nein, ich weiß, dass er es ernst gemeint hat. Ich habe seine Augen gesehen. Ich kenne ihn. Er hat es ernst gemeint. Vielleicht... vielleicht hat dieser ganze Alptraum doch noch irgendetwas Gutes bewirkt. Vielleicht sieht er endlich der Wahrheit ins Gesicht und er zieht den Entzug durch.“

 

Wilson wandte sich zum Gehen, doch Cuddy hielt ihn zurück, eine Hand auf seinem Unterarm. „James... Ich hoffe wirklich, Sie irren sich nicht“, sagte sie leise, aber eindringlich. „Ich hoffe es um Ihretwegen.“

 

„Ich kenne ihn.“

 

Sie zog die Hand zurück, als sie das fast fanatische Leuchten in seinen braunen Augen sah und blickte ihm nach, als er an ihr vorbeiging und das Krankenhaus verließ. Ihr war plötzlich kalt und sie verschränkte die Arme vor der Brust. Sie hoffte, dass er recht hatte. Irgendwo tief in ihr wisperte eine beharrliche Stimme, dass dies für keinen von ihnen gut gehen konnte – weder für House, noch für Wilson. Ganz klar war James am Ende dessen angelangt, was er ertragen konnte.

 

Hinter ihr räusperte sich jemand und sie wandte sich um. Allison Cameron stand hinter ihr und ihre großen, runden Augen verrieten deutlich, dass sie das Gespräch oder zumindest einen Teil davon mitangehört hatte. Cuddy sah sie an, eine Augenbraue missbilligend hochgezogen. „Ja?“, meinte sie kurzangebunden.

 

Cameron lächelte. „Es kann warten“, erwiderte sie und wandte sich ab, um den Korridor entlang zu eilen. Vermutlich auf der Suche nach dem Rest des Teams, um weiter zu tratschen, was sie eben gehört hatte.

 

Lisa seufzte leise und machte sich auf den Weg in ihr Büro. Wie immer diese Sache morgen vor Gericht enden würde, das Leben aller, die darin verwickelt worden waren, hatte sich verändert. Nichts würde je wieder so sein, wie vorher.

 

Sie setzte sich hinter ihren Schreibtisch und betrachtete die Inventurliste, die auf ihre Unterschrift wartete. Dann nahm sie entschlossen einen Stift und zeichnete sie ab. Ihr war klar, dass sie damit auch ihre Karriere aufs Spiel setzte. Aber Wilson war nicht der einzige, der bereit war, Opfer für diesen unberechenbaren, genialen Mann mit den blauen Augen zu bringen...

 

 

Ende