Titel: Tante Ruth ist tot!

Autor: Lady Charena
Fandom: Bewegte Männer

Spoiler: Die Erbtante (03/1)

Paarung: Norbert, Axel, Frank, Waltraud

Rating: Humor, PG

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Erbtante Ruth ist gestorben. Jetzt sind alle gespannt, was Norbert denn nun geerbt hat.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Ihr werdet nicht glauben, was ich hier habe.“ Norbert stürmte förmlich insRosenberg, Beinahe landete der Umschlag in Waltrauds Frühstück.

 

„Hey, jetzt pass doch auf“, protestierte die und schob das Kuvert mit spitzen Fingern weg. „Wenn es kein Liebesbrief ist, lies ihn jetzt ja nicht vor. Ich bin nicht in Stimmung für schlechte Nachrichten.“

 

Frank räusperte sich. „Glaub’ mir, das meint sie ernst.“ Er verdrehte die Augen und griff nach seiner Kaffeetasse. „Ich wurde heute morgen fast gelyncht, als ich es wagte, sie auf einen Pickel auf ihrer linken Backe hinzuweisen.“

 

„Aber da ist doch gar nichts“, meinte Norbert irritiert.

 

Waltraud kicherte. „Er redet ja auch nicht von meinem Gesicht, Schätzchen.“ Sie gab ihrer besseren Hälfte einen Stoß in die Seite.

 

„Das ist besser als jeder Liebesbrief“, sagte Norbert und nahm Platz.

 

„Ein Scheck?“, fragte Axel, der auftauchte, um die Bestellung aufzunehmen.

 

„Dieser Brief kommt von einem Notar“, sagte Norbert. „Tante Ruth ist gestorben.“

 

„Ach je, das arme, liebe Tantchen“, meinte Waltraud mitleidig. Dann deutete sie mit der Gabel auf den Umschlag. „Und was hat sie dir nun vererbt?“

 

„Das weiß ich noch nicht. Aber ihr wisst doch, sie muss mindestens eine Million schwer gewesen sein. Die Testamentseröffnung ist übermorgen. Und ich muss dazu nach München. Ich bin deshalb auch gleich wieder weg.“ Norbert stand auf. „Mein Zug geht in einer halben Stunde.“

 

„Aber wieso fährst du heute schon?“, wunderte sich Axel. „München ist doch gar nicht so weit weg.“

 

„Drei Tage ohne Rebekka! München, ich komme.“ Unter dem Applaus und Lachen seiner Freunde verließ Norbert das Rosenberg.

 

„Tu’ nichts, was ich nicht auch tun würde“, rief ihm Waltraud hinterher, was ihr einen Stoß in die Rippen von ihrer besseren Hälfte einbrachte.

 

* * *

 

Waltraud drängte sich in die Wohnung, kaum hatte Norbert die Tür geöffnet. Sie küsste ihn auf die Wange, tätschelte ihm dann den Arm. „Na, mein Lieber, du siehst ja richtig geschafft aus. War München so anstrengend?“

 

„Jetzt lass’ ihn doch auch mal zu Wort kommen“, schimpfte Frank, der hinter seiner Frau in die Wohnung trat. Er schlug Norbert kräftig auf die Schulter und zwinkerte. „Na, altes Haus. Ist dein Hormonspiegel wieder im Lot? Den Ringen unter deinen Augen nach hast du ja nicht viel Schlaf bekommen.“

 

Norbert verzog das Gesicht. „Rebekka hatte eine Überraschung für mich. Sie kam mit nach München“, erwiderte er verdrossen. „Sie schleppte mich zum Sightseeing und hinterher musste ich ihr die müden Füße massieren. Dafür konnte sie dann nachts nicht schlafen und ich musste die halbe Stadt nach Schokoladentörtchen und Heringssalat abgrasen. Diese Schwangerschaft bringt mich noch um den Verstand.“

 

Frank schnitt eine angewiderte Miene. „Du musstest sie ja unbedingt behalten, wie ein zugelaufenes Kätzchen. Wir haben dich gewarnt.“

 

„Jetzt lasst doch endlich die Plauderei und komm’ zur Sache“, forderte Waltraud ungeduldig, die es sich auf dem Sofa bequem gemacht hatte. „Wie viel hast du geerbt?“

 

„Ja genau“, mischte sich Axel ein, der aus seinem Zimmer kam. „Rück’ endlich mit der Sprache raus. Ich will meinen Anteil. 80 Prozent, nicht vergessen. Du schuldest mir 80.000.“

 

Norbert verdrehte die Augen. „Gerne“, sagte er sarkastisch. „Wo soll ich denn mit den 80 Prozent anfangen? Möchtest du sie lieber vom Kopf oder eher doch vom Schwanz aus gerechnet?“

 

„Er redet irr! Das ist nur diese Frau.“ Waltraud blickte Frank besorgt an, sprang auf und tätschelte Norberts Arm. Sie führte ihn zum Sofa und begann seine Schläfen zu massieren. „Und jetzt noch einmal ganz von Anfang, Norbert-Schätzchen.“

 

„Ein alterschwacher Kanarienvogel namens Franz-Josef, das ist das ganze Erbe von Tante Ruth.“ Norbert seufzte abgrundtief. „Sie hat die ganze Kohle verprasst. Auf ihrer Weltreise. In Rom, Rio, Las Vegas. Vor allem in Las Vegas.“

 

„Wie?“, fragte Axel fassungslos. „Keine Kohle?“

 

„Nein. Nichts. Gar nichts“, verdeutlichte Norbert, befreite sich aus Waltrauds Griff und setzte sich auf. „Das bisschen, was noch übrig ist, reicht gerade so für die Beerdigung.“

 

„Und ihre Wohnung? Ich meine, sie hatte doch bestimmt ne Wohnung und Möbel?“, wandte Frank ein.

 

„Hat sie verkauft bevor sie auf Weltreise ging. Nach ihrer Rückkehr wohnte sie nur noch im Hotel.“ Norbert seufzte erneut. „Das war’s dann.“

 

„Wie jetzt? Du erbst überhaupt nichts?“ Axel konnte es immer noch nicht fassen. Er ließ sich schwer neben Norbert auf das Sofa fallen.

 

„Ach du Ärmster.“ Waltraud umarmte Norbert. „Aber vielleicht verlässt dich Rebekka, wenn du kein Geld mehr hast.“

 

„Nichts bringt diese Frau dazu, mich zu verlassen.“ Norbert schloss die Augen.

 

„Und was ist mit mir?“, fragte Axel. „Ich wollte mir endlich eine neue Harley anschaffen. Und vielleicht ne eigene Wohnung vom Rest. Ich will hier schließlich nicht bis ans Ende meiner Tage jeden Morgen Rebekkas Glocken im Bad begegnen.“

 

„Pssschhhht“, machte Waltraud empört. „Jetzt halt’ doch mal die Klappe, Axel. Siehst du denn nicht, wie schlecht es Norbert geht.“

 

„Genau“, sagte Norbert und lehnte sich zurück in Waltrauds Umarmung. „Norbert geht es schlecht.“

 

„Liebling?“ Rebekka streckte den Kopf aus Norberts Zimmer.

 

Norbert zuckte zusammen und duckte sich hinter Franks Rücken.

 

„Du wirst doch nicht den Termin zur Schwangerschaftsgymnastik vergessen haben?“ Sie trat zum Sofa. „Ihr müsst mir Norbert jetzt schon überlassen.“

 

Seufzend stand Norbert auf und folgte ihr gehorsam.

 

Waltraud ließ sich an seiner Stelle aufs Sofa plumpsen und kuschelte sich an ihren Frank. „Er tut mir ja so leid“, meinte sie. „Können wir nicht irgendwas für ihn tun?“

 

„Und wem tue ich leid?“, empörte sich Axel.

 

Die beiden ignorierten ihn. „Ich glaube, da muss er selbst durch“, erwiderte Frank philosophisch.

 

„Ach ich weiß nicht“, überlegte Waltraud. „Hat dir nicht neulich dieser Typ im Pimpernell Pauls neue Handynummer gegeben? Wir sollten da unbedingt mal was einfädeln...“

 

Ende

 

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Episode 3 / Staffel 1: Die Erbtante: Völlig überraschend taucht Norberts reiche Tante Ruth (Annemarie Wendl, besser bekannt als Else Kling in der Lindenstraße) in der WG auf. Sie hat vor, sich zum letzten Mal auf eine Weltreise zu begeben und bringt vorher ihre Angelegenheiten in Ordnung. Dazu zählt auch, dass sie sich unter ihren Verwandten nach einem Erben umsieht. Da Norbert glaubt, seine konservative Tante würde ihm nie etwas vererben, sollte sie erfahren, dass er schwul ist, wird kurzerhand Axel zum schwulen Mitbewohner gemacht. Axel lässt sich nur gegen einen Anteil am Erbe zu dieser Rolle überreden. Doch Tantchen findet, dass Norbert als Single nicht unbedingt auf ihr Geld angewiesen ist – also erfinden Waltraud und Frank, die natürlich helfend zur Seite stehen, kurzerhand eine schwangere Freundin für Norbert. Doch wo schnell eine Frau hernehmen? Nun schlägt Waltrauds große Stunde – im Cocktailkleid und mit Perücke mimt sie Norberts Freundin...