Titel:                From ending to ending
Autor:              Mazza

Serie:               CSI Miami

Spoiler:            3.13 Stolz und Urteil / Cop-Killer

Paarung:           Horatio/Rebecca Nevins, Yelina, Calleigh

Rating:             past-Ep, PG

Archiv: ffp

 

Summe:            Rebecca versucht ihre Beziehung zu Horatio zu retten. Oder zumindest zu verstehen, warum es zwischen ihnen endet, bevor es richtig begonnen hatte. Sequel zu „Colours of morning

 

Disclaimer: Keiner der Charaktere gehört mir, diese Story wurde nicht geschrieben, um damit irgendwelche Urheber-Rechte zu verletzen.

 

 

Es war spät, doch das war kein Problem. Der Mann, den Rebecca suchte, war oft bis weit in die Nacht in seinem Büro zu finden. Und tatsächlich brannte in dem Raum über dem Labortrakt Licht. Sie war nur noch ein paar Schritte davon entfernt, als sich die Tür öffnete und Calleigh Duquesne, die Waffenexpertin in Horatios Team, heraustrat. Sie trug ihren weißen Laborkittel über dem Arm und war offenbar gerade im Begriff nach Hause zu gehen.

 

„Miss Duquesne.“ Rebecca nickte ihr zu, als sie nach der Klinke griff – doch Calleigh machte ihr nicht sofort Platz, sondern blieb stehen und musterte sie.

 

„Miss Nevins“, erwiderte die Blondine im gleichen, kühlen Tonfall.

 

„Ist Horatio zu sprechen?“, erkundigte sich Rebecca, bewusst auf das formale ‚Lieutenant Caine’ verzichtend. Das Misstrauen in Calleighs Blick irritierte sie.

 

„Ja, ich denke schon.“ Calleigh trat zur Seite. „Gute Nacht, Miss Nevins.“ Sie wandte sich ab und ging rasch den Korridor entlang.

 

„Gute Nacht.“ Rebecca sah ihr nach, dann klopfte sie und trat ein.

 

Horatio stand an der Fensterfront und sah auf das Labor hinunter. Er wandte sich zu ihr um. „Ma’am.“

 

Es war die gewohnte Begrüßung, doch da war kein liebevoller Unterton mehr in seiner Stimme, nur kühle Sachlichkeit. Es tat weh, so viel mehr, als sie erwartet hatte, nach der kurzen gemeinsamen Zeit. „Sir“, erwiderte sie und hoffte auf ein Lächeln. Irgendwas.

 

„Was kann ich für dich tun?“ Horatio nahm wieder hinter seinem Schreibtisch Platz und schlug die Akte zu, an der er gerade gearbeitet hatte, um sie auf einen Stapel mit weiteren Mappen zu legen. Er wies auf den Besucherstuhl.

 

„Wie geht es Officer Inskos Frau?“ Rebecca ignorierte die Aufforderung, blieb hinter dem Stuhl stehen, die Hände auf die Rückenlehne gestützt.

 

„Es geht ihr so gut, wie man es von einer Frau erwarten kann, die plötzlich mit zwei Kindern alleine dasteht, weil ihr Mann bei einer Verkehrskontrolle von einem Teenager getötet wurde.“

 

Rebecca runzelte die Stirn. „Horatio, was soll das? Wir stehen auf der gleichen Seite, vergiss das bitte nicht.“

 

Er sah zu ihr auf. „Ich wusste nicht, dass es verschiedene Seiten gibt“, erwiderte er tonlos.

 

„Du weißt genau, was ich meine. Aber ich verstehe nicht, warum du zulässt, dass dich dieser Fall persönlich berührt. Ich weiß, dass dein Bruder ebenfalls im Dienst getötet wurde, ist es deswegen? Den Tod eines Polizisten aufklären zu müssen, ist für uns alle belastend. Das CSI hat mir die Beweise geliefert und ich habe die Anklage gegen diese Missy erhoben.“

 

„Das hat nicht das geringste mit meinem Bruder zu tun. Du hast einen Deal mit einem Polizistenmörder gemacht, Rebecca, um eine Sechzehnjährige zu kriegen und dich mit diesem Fall zu profilieren. Das ist, was ich nicht verstehe.“

 

„Er hat nicht auf Officer Insko geschossen.“ Rebecca beugte sich über den Schreibtisch, beide Handflächen auf die Oberfläche gestützt, sah sie ihn an. „Aber hier geht es doch überhaupt nicht um Missy oder diesen JoJo. Es geht auch nicht um meinen Ehrgeiz oder um meine Karriere. Es geht um dich und mich. Warum weist du mich ab? Du sagst, es ist nicht wegen meiner Bemerkung zu Yelina. Was ist dann passiert? Warum ist es einfach so vorbei zwischen uns?“

 

„Ich weiß nicht, was du zu Yelina gesagt hast. Das spielt auch keine Rolle. Es geht nicht um sie“, erwiderte Horatio. „Ich denke, wir sehen die Dinge zu verschieden.“

 

„Worum geht es dann? Es geht um dich. Ich bin dir zu nahe gekommen, nicht wahr? Und du stößt mich weg, wie du alle Menschen wegstößt, die dir nahe kommen wollen. Horatio.“ Sie umrundete den Schreibtisch, nahm seine Hände in ihre, wie in der Nacht, als er über seine Alpträume gesprochen hatte. „Ich weiß, dass du schon oft verletzt worden bist. Du hast Menschen verloren, die du liebtest, die dir viel bedeuteten. Aber du darfst nicht die Schuld dafür bei dir selbst suchen. Du kannst nicht verhindern, wieder verletzt zu werden, indem du dir nicht mehr erlaubst, zu lieben.“

 

Er entzog sich ihrem Griff. „Rebecca, bitte.“

 

„Okay.“ Rebecca hob beide Hände in einer Geste der Resignation. „Es war ein Fehler, hierher zu kommen.“ Sie wich vor ihm zurück. „Ich habe mich wohl ganz schön dumm benommen. Ich dachte doch tatsächlich, das mit uns hätte eine Zukunft. Ein Irrtum, offensichtlich.“

 

„Entschuldigung, ich wollte nicht stören. Aber offenbar habt ihr mein Klopfen nicht gehört?“

 

Rebecca drehte sich um und blickte Yelina an, die in der Tür stand, eine Hand auf der Klinke, und sie mit schräggelegtem Kopf musterte.

 

„Yelina. Du störst nicht.“ Horatio war aufgestanden und blickte seine Schwägerin an. „Ist etwas nicht in Ordnung? Du wolltest heute doch früher nach Hause, um Ray junior von deiner Mutter abzuholen.“

 

„Nein. Nein, es ist alles in Ordnung.“ Yelinas Blick glitt von ihrem Schwager zu der Staatsanwältin und wieder zurück zu Horatio. Wie alle anderen hatte auch sie die Gerüchte gehört. Sie fragte sich unwillkürlich, ob es etwas ernstes war. Sonst schien Horatio ihr diskreter. „Ray übernachtet bei seiner Großmutter, ich hole ihn erst nach der Schule ab. Ich bin nur länger geblieben, um den Papierkram fertig zu machen und habe noch Licht in deinem Büro gesehen. Ich wollte fragen, ob es dabei bleibt, dass du morgen bei uns zu Abend isst. Ray freut sich auch.“ 

 

„Yelina, ich würde lieber nicht...“, begann Horatio zögernd.

 

Doch Yelina schüttelte den Kopf. „Nur wir drei“, sagte sie. „Es soll ein Familienabend werden.“

 

Rebecca entging die Veränderung nicht. Horatios merkliche Zurückhaltung verschwand, dafür hellte ein Lächeln seine ernsten Züge und die blauen Augen auf. Sie sah betreten weg.

 

„Natürlich. Ich werde da sein.“

 

„Schön. Gute Nacht, Horatio.“ Yelina nickte ihm lächelnd zu, wandte sich dann an Rebecca. „Miss Nevins.“

 

„Detective Salas.“ Rebecca blickte ihr nach. „Das war es dann also“, sagte sie müde, als sich die Tür hinter Yelina geschlossen hatte. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, beobachtete, wie Horatio wieder hinter den Schreibtisch trat. Seine Hand griff nach der Sonnenbrille, die neben dem Telefon lag, fast haltsuchend.

 

„Es tut mir leid, Rebecca.“ Horatio sah sie an, doch sie war sich nicht sicher, was sie in den blauen Augen las.

 

„Ich gehe jetzt wohl besser.“ Rebecca blieb an der Tür stehen, die Hand bereits auf der Klinke und wandte sich ihm noch einmal zu. „Du sagst, es geht nicht um Yelina. Aber du hättest eben dein Gesicht sehen sollen, als sie hereinkam.“ Sie zögerte. „Vielleicht solltest du Stetlers... Rat... befolgen und wirklich Hilfe annehmen, Horatio. Leb’ wohl.“

 

Als sich die Tür hinter ihr schloss, setzte sich Horatio in seinen Sessel. Erschöpfung grub tiefe Linien in sein Gesicht, als er den Kopf zurücksinken ließ und die Augen schloss.

 

 

Ende