Titel: Heiliger Teppichschaum
Autor: Lady Charena
Fandom: Die 2

Paarung: Danny, Brett
Rating: Humor, PG
Beta: T'Len
Archiv: ja

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Summe/Hintergrund: Danny hat der Putzwahn ergriffen.

 

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Brett Sinclair schnupperte, als er seine Wohnung betrat. „Daniel?“, fragte er ahnungsvoll. „Was riecht hier so? Bist du das?“ Er wedelte mit der Hand vor dem Gesicht. „Puh, das riecht schauderhaft. Hast du ein neues Aftershave? Damit kann man ja ein Pferd betäuben!“ Welcher Teufel hatte ihn nur geritten, Daniel anzubieten, bei ihm zu wohnen, nachdem der wieder einmal aus seinem Appartement geflogen war. „Hast du....?“ Er unterbrach sich selbst, als er seinen Freund zu Gesicht bekam. Und begann zu lachen. Daniel Wilde sah aber auch zu lächerlich aus. Neben einer geblümten Schürze, die wohl von seiner Reinemachefrau stammte, trug Danny rosafarbene Gummihandschuhe und hatte ein Geschirrtuch als Stirnband um den Kopf gewunden. In der einen Hand hielt er eine Bürste, in der anderen eine braune Glasflasche mit penetrant duftendem Fleckenentferner.

 

„Na sieh an, Ihre Schmutzigkeit ist auch schon da. Kannst du dir die Füße nicht abputzen?“, begrüßte er Brett mit vorwurfsvoller Stimme.

 

„Nein, siehst du süß aus in deiner Schürze.“

 

Danny drohte ihm mit der Bürste. „Keine Anzüglichkeiten, Häuptling schlammige Sohle. Mir fehlen die Nerven und die Zeit für so was. Hast du eine Ahnung, wie schwer es ist, die Rotweinflecken aus dem Teppich in deinem Schlafzimmer zu bekommen?“

 

„Was ist los? Und seit wann interessiert dich der Zustand meines Teppichbodens?“ Trotzdem trat Brett brav zurück und zog seine Schuhe neben der Tür aus, um sie auf die Abtropfmatte zu stellen.

 

„Meine Tante Klara kommt zu Besuch!“, verkündete Danny mit Grabesstimme.

 

Brett wartete einen Moment auf eine Fortsetzung – doch es kam keine. „Aha“, meinte er.

 

„Meine Tante Klara kommt zu Besuch“, wiederholte Danny nachdrücklich.

 

„Meine Ohren sind völlig in Ordnung, Daniel. Was ist daran so schlimm? Das passiert mir mehrmals im Jahr, dass eine Tante oder ein Onkel sich von meinem Wohlbefinden überzeugen will, damit sie mich noch nicht aus ihrem Testament streichen müssen. Zeig’ ihr London, geh mit ihr ins Theater und schick’ Essen und Tantchen fährt glückselig zurück in die Staaten.“

 

„Wir reden aber nicht von deinen blaublütigen Anverwandten, sondern von meiner Tante Klara.“ Danny ließ sich in einen Sessel plumpsen. „Der Staubwedel ist ihr Talisman und der Schrubber ihre Gebetsmühle. Ihr Haus ist so sauber, dass nicht mal eine Fliege in ihre Küche kommt, um nur ja keine Fußabdrücke auf ihren blitzblanken Fensterscheiben zu hinterlassen.“

 

„Du übertreibst.“

 

Danny schnaubte verächtlich. „Du kennst Tante Klara nicht. Die findet eine verirrte Staubflocke noch im Stockdunkeln auf dem obersten Bücherregal. Eine ungewaschene Tasse riecht sie auf einen Kilometer. Und ein Fleck auf der Krawatte ist ein Grund für sie, dich zu enterben!“

 

Brett setzte sich in den Sessel gegenüber. „Na, sie scheint mir ja ein rechter Drache zu sein.“

 

„Eigentlich ist Tante Klara herzensgut, sie ist nur so entsetzlich putzwütig. Sie hat meinen Onkel vorzeitig ins Grab geputzt. Der Gute hatte eine Allergie gegen zitronenfrischen Allesreiniger. Heute poliert sie jede Woche zweimal seinen Grabstein.“

 

„Der Glückliche“, erwiderte Brett sarkastisch.

 

Danny sprang auf. „Heilige Makrele! Ich sitze hier und plaudere gepflegt mit dir über verblichene Oheime, dabei gibt es noch so viel zu tun. Hier sieht’s ja aus wie in einem Erdbebengebiet nach einem Tornado.“

 

Brett sah sich um. Ihm kam die Wohnung wie immer perfekt aufgeräumt vor. „Übertreibst du nicht ein wenig?“

 

Danny schien nicht zuzuhören. Er ging auf und ab und zählte dabei an den Fingern ab, was er noch alles tun wollte. „Ich muss das Bett schrubben und das Bad frisch beziehen, den Kuchen wienern und die Fenster backen...“ Seine Stimme verklang, als er in die Küche eilte.

 

Brett seufzte. „Soll ich dir helfen?“, fragte er, wohlerzogen wie er nun einmal war.

 

Danny steckte den Kopf raus. „Du und Putzen? Dich schlage ich noch mit verbundenen Hühneraugen.“

 

Er verschwand wieder in der Küche. Irgendetwas zersplitterte klirrend auf dem Fußboden und Brett zuckte zusammen. Daniel war doch hoffentlich nicht an sein kostbares Waterford-Kristall gegangen? „Daniel?!?“

 

„Keine Bange“, drang Danny’s fröhliche Stimme an das lordschaftliche Ohr. „Nix passiert. Aber wenn du dich nützlich machen willst, wir haben kein Mehl im Haus.“

 

„Mehl?“, fragte Brett besorgt. „Daniel, du hast das mit dem Backen doch nicht ernst gemeint, oder? Daniel?“ Es kam keine Antwort. „Daniel!“

 

Erneut erschien Dannys Gesicht im Türrahmen. „Hey, vertrau’ mir. Ich kann das.“

 

Brett schloss seufzend die Augen. Das würde nicht gut gehen, das hatte er im Gefühl...

 

 

Ende

 

 

Fortsetzung in: Backen ist Liebe