Drum prüfe, wer sich ewig bindet

T’Len

2005

 

 

Serie: Adelheid und ihre Mörder

Altersangabe: PG-15, slash

Paarung: Schilling/Pohl

Hinweis: Humor

Summe: Aneinandergekettet müssen die Kommissare eine gemeinsame Nacht verbringen

Feedback: tlen11@freenet.de

Anmerkung: Bezieht sich auf die Folge „Die Todes-Datei“

 

Disclaimer: Ich habe die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt.

 

Vielen Dank an Lady Charena für ihre nie nachlassende Hilfe.

 

Ich weise jede Schuld von mir, wenn ich jetzt von einem gewissen Kommissar gejagt werde. Ich kannte die Serie gar nicht, bis ein gewisses Huhn mich damit bekannt machte. Ich bin absolut unschuldig. <g>

 

 

 

 

„Wenn Sie sich das nächste Mal verlieben, passen Sie auf, dass es kein Mordopfer ist, meine Herren. Ich will nicht, dass Dünnwald hier noch einmal so eine Schau abzieht“, knurrte Oberkommissar Strobel seine Untergebenen Pohl und Schilling an. „Und jetzt raus!“, rief er.

 

Ralf Schilling stürmte nach der Standpauke ihres Chefs so schnell aus dem Büro, wie man es ihm angesichts seiner Leibesfülle gar nicht zugetraut hätte. Nur leider vergaß er dabei, dass er und Kollege Dieter Pohl noch immer mit den Handschellen aneinander gefesselt waren, und dieser stolperte ihm überrascht hinterher. Wobei er sich am Türrahmen stieß. „Passen Sie doch auf, Sie Riesenrindvieh“, zischte er Schilling zu.

 

Die Handschellen hatte man ihnen gleich nach ihrem Auftauchen im Büro angelegt, da Kriminaldirektor Dünnwald sie beide des Mordes an ihrer gemeinsamen Flamme Angela verdächtigte. Glücklicherweise hatte Adelheid Möbius den wahren Mörder schon in der letzten Nacht überführt und Dünnwald musste zu seinem großen Bedauern unverrichteter Dinge abziehen. Dabei wollte er doch so gern der Mord 2 und vor allem ihrem Leiter Ewald Strobel eines auswischen.

 

Gleich danach hatte Strobel sie in sein Büro zitiert und ihnen eine fast zweistündige Standpauke gehalten, weil sie ihm nicht von ihren privaten Kontakten zum Opfer berichtet und damit Dünnwald und seinen Intrigen (nachdem man ihre Fingerabdrücke am Tatort gefunden hatte) in die Hände gespielt hatten.

 

„Wo sind die Schlüssel für die Handschellen?“, fragte Pohl Sekretärin Adelheid und rieb sich mit der freien Hand seine schmerzende Hüfte, mit der er an den Türrahmen gestoßen war.

 

„Die haben wohl die Kollegen mitgenommen“, erwiderte Adelheid und sah sich um.“ Hier sind sie jedenfalls nicht.“

 

„Würden Sie bitte den Kollegen herbitten?“, bot Pohl Adelheid. „Ich möchte diesen Herrn hier endlich loswerden.“ Mit der freien Hand deutete er auf Schilling.

„Denken Sie, ich hänge gern mit Ihnen zusammen?“, erwiderte Schilling indigniert und zerrte seinen Kollegen in ihr gemeinsames Büro. Adelheid seufzte. Nachdem beide Herren sich in die selbe Dame verkuckt und einander des Mordes aus Eifersucht beschuldigt hatten, war ihr ohnehin nicht sonderlich gutes Verhältnis noch mehr abgekühlt.

 

Sie seufzte und griff zum Telefonhörer.

 

Zwei Minuten später stand Adelheid – auf alles gefasst – in der Tür zu Pohls und Schillings Büro. „Es tut mir leid, meine Herren, aber der Kollege ist zu einem dringenden Einsatz und hat den Schlüssel offensichtlich mitgenommen.“

 

„Was!“ Schilling plumpste vor Schreck auf seinem Stuhl und zog Pohl damit auf seinen Schoß. Dieser sprang erschrocken sofort wieder auf und so weit weg, wie es die Handschelle erlaubte, die seine rechte an Schillings linke Hand fesselte. „Es muss doch einen Zweitschlüssel geben“; sagte er.

 

Adelheid schüttelte bedauernd den Kopf. „Der ist offensichtlich verschwunden.“

 

„Na prima“, stöhnte Schilling, „Und was jetzt?“

 

„Sie werden wohl miteinander auskommen müssen, bis der Kollege zurück ist“, erwiderte Adelheid und ging wieder zu ihrem Computer.

 

„Arbeiten können wir so sowieso nicht, lassen Sie uns Mittagessen gehen“, schlug Schilling vor.

 

„So?“ Pohl hob skeptisch die gefesselten Hände.

 

„Haben Sie eine bessere Idee?“, erwiderte Schilling.“ Ich habe jedenfalls Hunger. Sie müssen ja nichts essen.“ Er stand auf und zog Pohl mit sich zur Tür.

 

„Na gut, aber wir gehen zum Italiener um die Ecke“, forderte dieser.

 

„Papperlapapp! Ich will ein ordentliches Schnitzel.“

 

„Pasta!“

 

„Schnitzel!“

 

„Pasta!“

 

Adelheid seufzte, als die Tür hinter Pohl und Schilling ins Schloss fiel. Hoffentlich hatten sie in Kürze nicht einen Mordfall in der eigenen Abteilung zu lösen, wenn die beiden Streithähne so weitermachten.

 

///

 

„Das darf doch nicht wahr sein!“ Mit schreckgeweiteten Augen starrte Pohl Adelheid an. „Sagen Sie, dass das nicht wahr ist!“

 

„Ich fürchte, meine Herren, der Kollege mit dem Schlüssel kommt erst morgen zurück.“

 

„Dann sollen sie eine Säge holen, einen Schweißbrenner oder was weiß ich. Ich will endlich nach Hause.“

 

Während Pohl vor Wut schäumte, hatte sich Schilling die letzte Schneckennudel von Adelheids Tisch stibitzt und hineingebissen. Er hatte ja solchen Hunger. Er hätte nie Pohl nachgeben sollen. Von dieser italienischen Nudeln wurde doch kein Mann satt. „Aber vorher gehen wir noch ein ordentliches Schnitzel essen“, sagte er.


Pohl funkelte ihn wütend an. “Ich will überhaupt nicht mit Ihnen Essen gehen“, knurrte er. „Ich will endlich meine Freiheit.“

 

„Ich fürchte, Sie werden sich heute Nacht arrangieren müssen, meine Herren“, erwiderte Adelheid und griff sich ihren Mantel. Sie war schon wieder zu spät dran und Muddi hatte ihr noch eine lange Einkaufsliste durchgegeben. „Schönen Abend, die Herren:“

 

///

 

„Warum müssen wir unbedingt zu Ihnen. Wie können genauso gut zu mir“, maulte Pohl eine Stunde und ein Schnitzel später. „Sie haben ja nicht mal ein Laptop.“

 

„Weil meine Wohnung viel näher liegt als Ihre“, erwiderte Schilling. „Oder wollen Sie zehn Kilometer laufen?“

 

„Wir könnten fahren“, antwortete Pohl.

 

„So?“ Schilling hob ihre gefesselten Hände. „Wir kämen nicht mal ins Auto, geschweige denn hinters Steuer.“

„Dann hätten wir uns eben fahren lassen, auf dem Rücksitz wäre es gegangen.“

 

„Ein bisschen Bewegung kann Ihnen nicht schaden, Pohl. Übrigens, ich hätte da eine interessante Zeitschrift für Sie.“

 

///

 

„Sie schnarchen doch hoffentlich nicht?“ Pohls Laune war auf dem Tiefpunkt. Dies war der mit Abstand langweiligste Abend seines ganzen Lebens gewesen. Kein Computer und Schillings dauernde Versuche, ihm Zeitungsabos aufzuschwatzen, hatten ihm den Rest gegeben. Hinzu kam, er konnte sich nicht richtig ausziehen und waschen und das pinkeln mit Schilling im Schlepptau war mehr als peinlich gewesen. Doch nachdem er es sich den ganzen Tag verkniffen hatte, ging es einfach nicht mehr.

 

Und nun lagen sie nebeneinander in Schillings Bett. Nur gut, dass der wenigstens eine Übergröße hatte, so dass sie beide leidlich nebeneinander Platz fanden. Wenn die letzte Nacht nicht aufgrund ihres Falles so kurz gewesen und er entsprechend müde wäre, würde er bestimmt keinen Schlaf finden.


“Sie hoffentlich auch nicht“, erwiderte Schilling genervt. Pohl dauerndes Gejammer ging ihm einfach nur auf die Nerven. Als ob er sich nicht auch etwas besseres vorstellen könnte, als den ganzen Tag an seinen Kollegen gekettet zu sein.

 

Er drehte sich auf die Seite und zwang Pohl damit in Rückenlage, damit sein Arm nicht eingequetscht wurde, schloss die Augen und begann zu schnarchen.

 

///

 

Pohl hatte keine Ahnung, wann er doch eingeschlafen und wie spät es jetzt war. Schillings Schnarchen hatte endlich aufgehört. Dafür hatte er jetzt ein anderes Problem. Ein drängendes, um genau zu sein. Er seufzte. Warum ausgerechnet heute?

 

Aber eigentlich sollte er fragen, warum ausgerechnet heute nicht? Hatte er doch in den letzten Wochen häufig erotische Träume. War ja auch kein Wunder. Er kam ja kaum noch zu etwas. Genau genommen hatte er in den Monaten seit Marion hin verlassen hatte nur ein einziges Mal, damals mit Brunhilde im Büro das Chefs. Na gut, siebenmal, aber an einem Abend. Angela hatte ihn ja auch nicht rangelassen. Er war doch auch nur ein Mann und hatte Bedürfnisse.

 

Aber was sollte er nun mit seinem kleinen... steifen... Problem tun? Er konnte ja schlecht Schilling wecken und bitten, mit ihm zur Toilette zu gehen und zuzusehen, wie er sich einen runterholte. Pohl holte tief Luft und versuchte an etwas anderes zu denken und sich zu entspannen.

 

Nach geschätzten fünf Minuten gab er auf. Es wurde nicht weniger... im Gegenteil. Da half nur die gute, alte Handarbeit. Ihm doch egal, was Schilling am morgen denken würde, wenn er verräterische Flecken sah. Dessen Problem, wie er sie wieder aus seiner teuren Satinbettwäsche – welcher Mann hatte schon Satinbettwäsche? – raus bekam. Geschah ihm recht als Strafe fürs Schnarchen. Er rückte wie möglich von Schilling weg,  so weit, drehte sich etwas zur Seite, zerrte seine linke Hand unter seinem Körper hervor und umschloss seinen Penis.


Während er mechanisch sein Glied auf und ab streichelte versuchte er zu vergessen, dass neben ihn sein Kollege – ein Mann! – schlief. Stattdessen stellte er sich die Frauen in seinem Leben vor. Doch irgendwie kam er damit nicht so richtig weiter. Gedanken an seien geliebte Marion verursachten ihm noch immer Depressionen, an die tote Angela Trauer und die robuste Brunhilde wollte er nun wirklich nicht wieder sehen. Auch wenn ihr Sex wirklich heiß gewesen war, er bevorzugte es, der aktive Part in einer Beziehung zu sein.

 

Plötzlich zuckte er zusammen, als sich eine andere, kräftigere Hand um die seinige schloss. „Pohl, wenn Sie das tun, was ich denke, dass Sie es tun, lassen Sie besser mich ran:“

 

„Was?“, krächzte er erschrocken, als Schilling seine Hand zur Seite schob und die seinige um sein Glied schloss. Von hinten presste sich Schillings massiger Körper gegen den seinen. „Schilling! Lassen Sie das!“, forderte er und versuchte vergeblich, die fremde Hand abzuschütteln.

 

Schilling ließ sie geschickt über Pohl Glied gleiten und der – ob er wollte oder nicht – musste ob dieser Berührung stöhnen. „Schilling.. nein... oh... ja... Schilling...nicht... ja!“

 

Es dauerte nicht lange und er wand sich unter Schillings Berührungen, bis er schließlich mit lautem Stöhnen kam. „Sie sind verrückt, Schilling“, sagte er, als er wieder zu Atmen kam.


“Man wird doch mal einem lieben Kollegen aus eiern Notlage helfen dürfen“, erwiderte Schilling liebenswürdig. „Aber jetzt müssen Sie mir auch behilflich sein.“ Er legte Pohls Hand um sein eigenes, erregtes Organ.

 

„Äh“, Pohl schluckte. Verdammt, er hatte noch nie einen anderen Mann angefasst und hatte das eigentlich auch nicht vorgehabt. Aber konnte er Schilling jetzt die Hilfe verwehren? Nachdem dieser ihm den besten Orgasmus seit langem bereitet hatte? Wohl kaum. „Ja gut“, sagte er und begann seine Hand über Schillings Glied zu bewegen.

 

Aber wieso war Schilling jetzt eigentlich erregt? Wieso war er überhaupt munter geworden? Und hatte ihn angefasst und es ihm besorgt, ohne sich offensichtlich daran zu stören? Schilling war doch nicht etwa...?

 

Bevor er den Gedanken zu Ende denken konnte, hatte Schilling die Hand von sich geschoben, sich an ihn gepresst und eine Hand auf seinen Hintern gelegt. „Ich dachte da eigentlich an ein anderes Körperteil von Ihnen, Pohl.“

 

Ende