Titel: A night in prison

Teil 1
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Pairung: Face/Murdock

Rating: PG

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Eine Nacht hinter Gittern.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Es tut mir leid, Face“, sagte Murdock, als er an die Gitterstäbe trat, die seine Zelle von der nächsten abtrennten. „Ich habe nicht nur deinen Scam ruiniert, jetzt verbringen wir auch noch eine Nacht im Gefängnis.“ Er schob seine Mütze in den Nacken und seufzte. „Gut, dass uns Hannibal morgen rausholt und Stockwell deine Fingerabdrücke abgefangen hat, bevor dieser idiotische Sheriff hier sie ans Militär schicken konnte. Stell’ dir vor, sie hätten dich identifiziert.“

 

Face saß auf einer Pritsche und sah zu ihm hinüber. „Es ist okay, Murdock“, erwiderte er geduldig – und sicherlich zum fünften Mal in den letzten beiden Stunden. Sein Frust darüber, dass sie voneinander getrennt worden waren, wog viel schwerer als sein Ärger über den misslungenen Versuch, an Informationen zu kommen. Sie waren doch tatsächlich erwischt und wie ordinäre Einbrecher eingebuchtet worden. Das Problem war gewesen, dass Murdock sich in der Hausnummer geirrt hatte und sie ins falsche Gebäude eingebrochen waren. Jetzt bemühte er sich die Schuldgefühle des Piloten zu lindern, was sich als nicht so ganz einfach herausstellte. „Hey, wir hatten doch schon wirklich unangenehmere Übernachtungsquartiere“, meinte er sarkastisch. Dann wurde seine Stimme wieder normal, fast scherzend. „Es ist trocken, es ist warm, das Abendessen war nicht unbedingt Nouvelle Cuisine, aber essbar und auch wenn wir den Job nicht erledigt haben, werden wir keine Schwierigkeiten bekommen. Also hör’ jetzt auf, dich zu entschuldigen. Es ist einfach schief gegangen. Wann ging schon mal einer von Hannibals Plänen nicht schief? Zumindest irgendein Teil davon.“

 

„Trotzdem hätte ich keinen solchen Fehler machen dürfen“, kam die leise Erwiderung. Murdock lehnte die Stirn gegen die Gitterstäbe und zuckte zurück, als die Kälte des Stahls in seine Haut biss.

 

Face streckte sich. „Glaubst du nicht, nach all den Jahren sollten wir uns daran gewöhnt haben?“ Er sah sich um und grinste humorlos. „Vielleicht sollte ich ein Buch schreiben, wenn wir unsere Begnadigungen bekommen haben. Eine Art Ratgeber. ‚Gefängniszellen, die ich kannte’, oder so. Denkst du, es wird ein Erfolg?“

 

Der Pilot starrte auf seine Schuhspitzen. Er erinnerte Face nicht daran, dass er viel mehr Zeit hinter verschlossenen Türen und vergitterten Fenstern verbracht hatte, als jedes andere Teammitglied. Statt dessen seufzte er, und als er aufsah, musterte er das Gesicht seines Freundes – und das blaue Auge, das seine linke Gesichtshälfte zierte. „Bist du wirklich okay?“, fragte er. „Dein Auge sieht ziemlich heftig aus.“

 

Face berührte die geschwollene Haut mit den Fingerspitzen und zuckte zusammen. Er hatte es tatsächlich geschafft, die demütigende Verletzung zu ignorieren. Bei allem was sein Gesicht betraf, war er nun einmal besonders empfindlich. Er stand auf und trat an die Gitterstäbe, um den Piloten anzusehen. „Es geht mir gut. Das ist nichts“, tat er das Veilchen mit einem Schulterzucken ab und lächelte. Er griff durch die Gitterstäbe und legte die Hand an Murdocks Wange. „Hey, weißt du was mich wirklich ärgert? Dass uns dieser Idiot in zwei getrennte Zellen gesperrt hat. Da sind wir schon mal ganz allein und ohne Stockwells Aufsicht und können die Gelegenheit nicht nutzen.“

 

Ein kleines Lächeln erschien auf dem Gesicht des Piloten. „Was ist schon eine Nacht, richtig?“, erwiderte er leise. „Wir sind zusammen.“ Er beugte sich vor und ihre Lippen berührten sich. Es war kaum ein Kuss zu nennen, aber eine Berührung, in der sie beide Trost fanden.

 

„Verfluchte Schweinerei!“, ertönte es auf einmal, gefolgt von einem Schlag gegen die Vorderfront der Zellen. „Weg voneinander, auf der Stelle!“

 

Die beiden fuhren auseinander und seufzend kehrte Face zu seiner Pritsche zurück.

 

Murdock musterte den Deputy, der in den Untersuchungstrakt getreten war. Der Mann hielt seinen Gummiknüppel noch immer in der erhobenen Hand, als jucke es ihn in den Fingern, ihn an einem der Gefangenen auszuprobieren.

 

Das Gesicht des Piloten blieb ausdruckslos, als der Deputy angewidert auf den Boden spuckte. „Verdammte Schwuchteln, ich wusste doch gleich, dass ihr zu diesen Perversen gehört.“ Als keiner der beiden auf seine Beleidigung reagierte, wie er wohl insgeheim gehofft hatte, verschwand der Gesetzeshüter nach ein paar Minuten wieder. Nicht, ohne sie nicht noch einmal zu warnen.

 

Murdock lehnte sich wieder gegen die Gitterstäbe und fuhr fort, Face zu beobachten.

 

 

Ende

 

Teil 2