Potentielle Bindungspartner
So, ihr habt es nicht anders gewollt, hier ist also meine
Geschichte um Spock und McCoy. Ich hoffe sie gefällt Euch. Seit mit dem Feedback bitte nicht zimperlich, nur so weiß
ich, was ich in Zukunft besser machen kann.
Pairing:
S/Mc
Raiting:
NC-17
Disclaimer:
die Charaktere gehören wie immer Paramount, die Geschichte hab nur zum Spaß geschrieben und habe nicht
vor, sie gewinnbringend zu
veröffentlichen.
So,
ich hoffe das reicht als Vorabinformation. Viel Spaß beim Lesen!
Bitterblue
melSkubich@yahoo.de
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Dr. Mc Coy
saß in der Offiziersmesse und starrte geistesabwesend in seinen obligatorischen
Drink. Anderes als gewöhnlich hatte er seinen geliebten sauiranischen Brandy
aber noch nicht angerührt. Und das, obwohl er seit etwa einer halben Stunde
nicht mehr im Dienst war und eigentlich allen Grund hatte guter Laune zu sein.
Immerhin ging es Spock gut, nach diesem ganzen Pon-Farr.
Unsinn.
Leonard schüttelte ungehalten den Kopf. Er hatte es schon immer gewusst, seit
dieses grünblütige Spitzohr die Enterprise betreten hatte, das das ganze Getue
der Vulkanier von wegen Logik und der Bezwingung der Gefühle nichts anderes als
Heuchelei war. Schön und gut, ein ausdrucksloses Gesicht zu wahren und jeden
Scherz mitzuverstehen und tot zu diskutieren, der Logik wegen, natürlich, das
würde er mit etwas Übung auch noch schaffen, so wahr er der Arzt dieses durchs
All schwebenden Schrotthaufens war! Wo bitteschön war den der Sinn darin, sein
Selbst frei von Emotionen zu halten und in etwa so enthaltsam zu leben wie
irdische Mönche, nur um sich dann alle sieben Jahre entweder rituell zu prügeln
oder einem hemmungslosen Geschlechtstrieb zu verfallen, der manchmal mehrere
Tage anhielt? Und obendrein noch höchst unangenehme Folgen haben konnte.
Immerhin schienen sich mehr Vulkanier während des Pon-Farr zu verletzen als
Besatzungsmitglieder der Enterprise beim Landgang. Mal ganz abgesehen von der
Tatsache, die Spock so schön nebenbei erwähnt hatte, das nämlich das Pon-Farr
für einen männlichen Vulkanier durchaus auch tödlich enden konnte, nämlich
dann, wenn er keine der beiden Möglichkeiten wahrnehmen konnte.
Entweder
Sex oder Tod, so eine Praktik hätte ich ja eher den verdammten Klingonen
zugetraut, aber nicht diesen wandelten Computern, schimpfte der Arzt in
Gedanken vor sich hin. Wenn das alles nicht hochgradig unlogisch war, dann
würde er nie wieder an Spocks Worten zweifeln...
Und doch,
er konnte ja nicht umhin zuzugeben, das er erleichtert war, das alles so
glimpflich ausgegangen war. Denn die Vorstellung Spocks Leiche in seiner
Krankenstation liegen zu haben, behagte ihm ganz und gar nicht. Dafür hatte er
ihn wirklich oft genug wieder zusammengeflickt. Das alte Spitzohr sollte es
bloß nicht wagen, vor ihm das Zeitliche zu segnen. Aber Vulkanier lebten ja
sowieso länger als Menschen, worauf ein bestimmter ihn bestimmt gerne
hingewiesen hätte. Wenn er so darüber nachdachte, war Spock nach vulkanischen
Maßstäben ja wirklich noch ein junger Spund. Der Docktor grinste; sich diesen
Starrkopf als gerade der Pubertät entwachsenen Twen vorzustellen, hatte nun
wirklich einiges für sich. McCoy griff nun doch nach seinem Drink und fühlte
wie sich die Wärme des Drinks in seinem Magen ausbreitete. Noch ein paar
Schlucke und sein Kopf würde sich angenehm benebelt anfühlen, ein bisschen so,
als drehe man sich schnell auf einer Stelle im Kreis und schaue dabei in den
Himmel. Einen Himmel voller Sterne vielleicht...
Als er
hoch sah, bemerkte er Spock, der sich gerade mit einem Teller in der Hand einen
Weg durch die Menge der jüngeren Offiziere bahnte. Anscheinend hatte er ihn
nicht gesehen, jedenfalls machte er keine Anstallten sich zu dem Doktor zu
setzen. „Verdammtes Spitzohr," grummelte Leonard halblaut vor sich hin.
Doch dann sah er, das Spock offenbar von jemandem erwartet wurde, denn der
Vulkanier steuerte zielstrebig auf einen Tisch am anderen Ende des Raumes zu,
an dem bereits eine weitere Vulkanierin saß. McCoy konnte ihr Gesicht nicht
erkennen, aber er war sich sicher, das es nicht T'Pring war, wegen der Spock in
seinem Wahn fast ihren Captain umgebracht hätte. Was das nun wieder zu bedeuten
haben mochte... Veilleicht hatte Sarek ja schon erneute Vorkehrungen für Spocks
Heirat getroffen, um die Schmach dieses Fiaskos etwas abzumildern. Immerhin war
Sarek ein angesehener Diplomat und auf Vulkan noch dazu so was wie eine lebende
Legende. McCoy vermutete, das Spock, hätte er Geschwister, gewiss so eine Art
schwarzes Schaf der Familie gewesen wäre, aber da er nun mal der einzige Sohn
war, lag an es an ihm allein, die Ehre und den fortbestand seiner
alt-ehrwürdigen Familie zu sichern. Eine Aufgabe, die Spock anscheinend nicht
sehr
behagte,
jedenfalls war er McCoys neugierigen Fragen nach eventuellen Freundinnen oder
dergleichen immer geflissentlich ausgewichen.
Sein Drink
war leer und McCoy schenkte sich einen zweiten großzügig bemessenen Brandy aus
seiner mitgebrachten Flache ein. Er sah zu Spock hinüber, der mit dem Rücken zu
ihm saß und anscheinend in eine angeregte Diskussion vertieft war. Verdammt,
warum kam er nicht endlich zu ihm herüber? Was war denn an dieser Vulkanierin
so ansprechend? Besonders hübsch fand er die weiblichen Vertreter dieser
Spezies jedenfalls nicht. Keine von den Frauen, die auf bislang auf Vulkan
gesehen hatte, hatten ihm angesprochen und bei Kirk schien es ganz ähnlich zu
sein und der alte Haudegen ließ nun bestimmt keine Gelegenheit ungenutzt, um
seinen Ruf als Frauenheld zu festigen. Was die Männer anging... Einige von
ihnen besaßen durchaus einen gewissen Charme.
Mit
ihrer Distanziertheit, ihren guten Manieren, der kultivierten Stärke und ihrem
moralisch einwandfreien Benehmen schienen sie auf menschliche Frauen geradezu
anziehend zu wirken. Christine Chapel jedenfalls war nach diesem besonderen
Exemplar seiner Gattung ganz verrückt, was Spock jedoch entweder nicht bemerkt
hatte oder schlichtweg aus Desinteresse ignorierte. McCoy musste erneut
grinsen, das Desinteresse konnte er Spock noch nicht mal verübeln, Christine
war zwar eine äußerst fähige Assistentin, aber als weibliches Wesen nun ganz
bestimmt nicht sein Typ. Dazu war sie, nun, ein wenig zu herb in der
Ausstrahlung.
Mittlerweile
war auch sein zweites Glas Brandy leer, aber diesmal goss er nicht sofort nach.
Er fühlte sich jetzt schon ein wenig betrunken und wenn er sich schon miserabel
fühlte, brauchte er am nächsten Morgen nicht auch noch einen Kater. Die
Offiziersmesse hatte sich in der Zwischenzeit erheblich gelehrt und auch Spock
und seine Begleiterin waren verschwunden. „Wenn ich es nicht besser wüsste,
würde ich sagen, der alte Schlawiner holt alles nach, was er gestern vermasselt
hat,“ dachte McCoy grimmig. Doch als er sich umdrehte, um zu sehen ob noch
jemand da war, mit dem ein Gespräch hätte anfangen können, sah er das Spock
doch noch nicht gegangen war. Er stand links von ihm direkt vor dem großen
Sichtfenster, vor dem die regenbogen-farbigen Schlieren vorbeizogen, die der
Warpantrieb aus dem silbrigen Flackern der Sterne machte. Wieder stand der
Vulkanier mit dem Rücken zu McCoy, aber seine ganze Pose schien auszudrücken,
das irgendetwas nicht in Ordnung war. „Das Gespräch ist wohl nicht so gut
gelaufen, Spitzohr...", stichelte der Arzt in Gedanken, aber seine übliche
Schadenfreude blieb aus. Irgendwie tat ihm Spock sogar ein wenig leid. Selbst
für einen Vulkanier mussten die Ereignisse des gestrigen Tages ein bisschen
viel auf einmal gewesen sein. Das Pon-Farr, eine Beinah-Heirat, ein fast
tödlicher Kampf, die Gefahr sein eigenes Leben zu verlieren, wenn er das seines
Captains und Freundes verschonte... McCoy wusste, das Spock stundenlang in
dieser Position verharren konnte, ohne sich zu rühren oder auch nur eine Miene
zu verziehen. Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, den Blick starr nach
vorn gerichtet. Nichts an Spocks Haltung war entspannt; der Rücken gesteckt,
die Schultern gerade, die Bauchmuskeln angespannt. Fast schon militärisch. Wenn
es etwas gab, das den Begriff „Selbstbeherrschung“, perfekt illustrierte, dann
war es Spock in dieser Position.
Leonard
seufzte, er musste ja schon neidlos zugeben, das dieser vulkanische Bastrad
ziemlich gut aussah. Groß, schlank und wendig wie eine Katze. Die schwarzen
Haare, die dunklen Augen, diese seltsamen Augenbrauen und die Ohren... Manchmal
fragte er sich, wie Vulkanier wohl reagieren würden, wenn jemand auf die Idee
käme mit einer warmen, feuchten Zunge an diesen faszinierenden Gebilden
herumzuspielen oder mit den Zähnen sanft
daran
herum zu knabbern. Der Arzt kicherte vergnügt, er konnte sich nur zu gut
vorstellen, wie Spock eine Augenbraue heben und „faszinierend!" sagen
würde, sollte ihm jemals jemand diesen Vorschlag unterbreiten. Nur leider würde
er ganz bestimmt nicht dieser Jemand sein.
Wirklich
zu schade, denn er wüsste wirklich zu gerne wie sich Spocks vulkanische Haut
unterhalb seiner Uniform anfühlte. Von seinen zahlreichen Untersuchungen und
Operationen wusste er ja, das Spock nahezu unbehaart war, wenn man von der
anscheinend fast allen Rassen eigenen Schambehaarung mal absah. Blasse Haut,
die einen leichten Grünschimmer aufwies an seinen gesamten Körper, lediglich
eine feine Linie von olivfarbenden Haaren, die von Spocks ovalem Bauchnabel
weiter hinunter führten. Hinunter zu... „Na, Doktor, sind wir etwa betrunken?",
schalt McCoy sich selbst, als er sich mit diversen Fantasien über Spocks
intimere Anatomie ertappte.
Spock
stand immer noch immer unbeweglich vor dem Sichtfenster und plötzlich fand der
Doktor, das der Vulkanier einsam wirkte. Vielleicht sollte er zu ihm rüber
gehen und ihn wissen lassen, das er trotz all ihrer Stichelein doch sein Freund
war. Doch wie sollte er das anstellen? Einfach so ein Gespräch beginnen? Dann
würden sie doch nur wieder bei ihrem üblichen Geplänkel landen. und eigentlich
hatte Spock zu viel mitgemacht, als das McCoy ihm hätte ärgern wollen. Auch
seine sadistische Ader hatte schließlich ihre Grenzen. Ihm eine Hand auf die
Schulter legen? Er wusste, das Vulkanier nicht gern von anderen berührt wurden,
anscheinend stellte sich durch jede Art von Körperkontakt ein telepatischer
Kontakt her, der, wenn sie ihn nicht bewusst herbei führten, offenbar als
störend empfunden wurde. Aber Leonard hatte beobachtet, das Spock es zuließ,
das Jim ihn berührte, also vielleicht würde der Vulkanier seine Geste nicht
missverstehen. Wenn er so darüber nachdachte, schien ihm eine Massage für das
alte Spitzohr genau das richtige. Immer, wenn er Spock so steif da stehen sah,
frage er sich, ob ihm nicht seine Schultern oder sein Rücken weh taten. Er
wollte sich gerade erheben und seine Idee in die Tat umsetzen, bevor ihn der
Mut verließ, da bemerkte er das der Vulkanier nicht mehr am Fenster stand.
Enttäuscht wandte er sich wieder seinem Brandy zu und goss sich doch noch ein
drittes Glass dieses grünen Giftes ein. Doch gerade als er erneut zum Trinken
ansetzte, spürte er eine sanfte Berührung auf seinen eigenen Schultern. Fast
wäre er geneigt gewesen, diesen Eindruck auf seine aufgereizte Phantasie zu
schieben,
doch dann erklang eine wohl vertraute Stimme direkt hinter ihm. „Keine Angst,
Doktor, es ist niemand mehr hier, der uns beobachten könnte. Sie sehen aus, als
hätten Sie seit gestern nicht geschlafen. Das ist nicht gut, für ihre
menschlich Konstitution. Sie sollten etwas entspannen."
McCoy war
völlig sprachlos und auch seine Gedanken wirbelten hoffnungslos durcheinander.
Doch bevor er noch irgendetwas hervor bringen konnte, senkten sich Spocks Hände
erneut auf den Stoff seiner Uniform hinab. Zuerst war der Druck nur ganz
minimal, die Finger des Vulkaniers glitten sanft, fast ein wenig unschlüssig
über die Schultern des Doktors. Doch dann griffen Spocks Finger zu und
umspannten seine Schultern und begannen langsam seine
Muskeln zu
massieren. McCoy biss sich auf die Lippe, um nicht aufzustöhnen. Spocks Hände
waren so verdammt warm, so heiß, es war unglaublich. Seine Massage war perfekt,
aber was erwartete er auch von dieser wandelnden Rechenmaschine? Wahrscheinlich
hatte er im voraus genau berechnet, wie viel Druck er auf welche Muskelpartie
McCoys menschlichen Anatomie ausüben konnte ohne ihm weh zu tun. Aber,
verdammt, eigentlich war es ihm egal, was der Vulkanier sich dabei gedacht
hatte, denn es fühlte sich viel zu gut an, als das er mit ihm diskutiert hätte.
McCoy
schloss die Augen und genoss was mit ihm geschah. Spocks Finger waren so
schnell, so stark. So viel Zärtlichkeit hätte er diesem verdammten Spitzohr gar
nicht zugetraut. Er fühlte, wie sich die Wärme von Spocks Fingern langsam
seinen Weg durch seinen Körper bahnte, seine Wirbelsäule hinabwanderte und sich
in seinem Unterleib ausbreitete. Leonard begann sich ein wenig unwohl zu
fühlen. Er mochte Spocks Berührungen, sehr sogar, vielleicht sogar ein wenig zu
sehr. Aber Spock konnte unmöglich diese Absicht gehabt haben, als er zu ihm
kam. Spock war schließlich Spock und Spock würde wohl kaum auf die Idee kommen
ihn ... Was? Zu verführen? Ihm einen Antrag zu machen? Ihm seine Zuneigung zu
gestehen? Leonard schalt sich selbst, weil seine Gedanken in diese Richtung
abdrifteten. Er begann ohne es zu merken unruhig auf seinem Stuhl
herumzurutschen. Plötzlich waren Spocks Hände nicht mehr auf seinen Schultern
und er konnte hören, wie der Vulkanier einen Schritt nach hinten trat. „Es tut
mir leid, Doktor. Es lag nicht in meiner Absicht, Ihnen Unbehagen zu verursachen.
Gute Nacht."
Mit
diesen Worten wandte er sich um und ließ den Doktor allein in der verlassenen
Offiziersmesse zurück. McCoy seufzte und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
Nun verstand er wirklich gar nichts mehr. Erst benahm sich der Vulkanier so
ganz anders als sonst, fast ein wenig menschlich, wie McCoy erstaunt und mit
einem kaum sichtbaren Lächeln bemerkte und dann ließ er ihn ohne ein Wort der
Erklärung hier zurück. Er erhob sich langsam und ging in Gedanken versunken in
seine Kabine zurück.
Selbst als
er nach einer heißen Dusche und einem weiteren Drink endlich in seinem Bett
lag, konnte McCoy den Vulkanier und ihre seltsame Begegnung von gerade nicht
aus seinen Gedanken verbannen. Die Wärme von Spocks Händen brannte noch immer
auf seiner Haut und er versuchte sich den Gesichtsausdruck des Vulkaniers
vorzustellen, während er hinter ihm stand und den Arzt so gekonnt und „leider“,
unabsichtlich erregte. McCoy drehte sich rastlos von einer Seite des Bettes zur
anderen, es war doch wirklich lächerlich sich in romantische Fantasien über
dieses sture Spitzohr zu versteigen. Aber tat er genau das nicht schon seit
einer geraumen Weile? Versteckte er nicht bloß deswegen seine Zuneigung zu
diesem grünblütigen Alien hinter einer Maske aus Spott und Ruppigkeit, weil er
befürchtete, das Spock bemerken könnte wie sehr ihn der gute Doktor in
Wirklichkeit anhimmelte? Na gut, er konnte es sich ja genauso gut endlich
eingestehen, er war ja sowieso betrunken, er hatte sich langsam aber sicher
gehörig in diesen unnahbaren Arrogantling verliebt. An die sexuelle Komponente
dieser Anziehung wollte er lieber gar nicht nachdenken. Aber immer, wenn er die
Augen schloss, sah er wie ein paar Hände über seinen Körper glitten und ihre
Massage fortführten. Warme Hände, die wie kontrolliertes Feuer überall ein
leichtes Kribbeln hinterließen. Zuerst ein wenig zögerlich schoben sich McCoys
eigene Hände langsam unter sein Schlafanzugoberteil, glitten dort langsam und
sanft auf-und-ab. Er stöhnte leise auf, als sich seine Berührungen mit seiner
Fantasie vermischten. Warum brachte es denn keiner von ihnen fertig, den ersten
Schritt zu tun und über ihre Gefühle zu sprechen? Stolz, falsche Eitelkeit und
Angst vor einer Zurückweisung mochten ja bei ihm Selbst die Gründe sein, aber
was hielt Spock davon ab?
Vielleicht
betrachteten Vulkanier eine solche Art der Beziehung ja als unlogisch und daher
als nicht wünschenswert. Egal, träumen konnte er ja wenigstens. Er stellte sich
vor, wie Spocks Hände über seine Brustwarzen strichen, sie dann behutsam
zwischen seinen Fingern quetschte, an ihnen zog und schließlich eine nach der
anderen in seinen Mund nahm, um daran zu saugen. Seine Lippen waren
wahrscheinlich noch heißer als seine Hände, was seine Nerven mit ungeahntem
Verlangen quittieren würden. Spocks Lippen würden an seinen Nippel saugen wie
ein Baby, seine Zunge würde heiße Kreise um sie herum ziehen, dann seinen Hals
hinaufwandern und schließlich würden sich ihre Lippen treffen und sich zu einem
Kuss vereinen. Spocks Zunge würde warm und fordernd in seinen Mund gleiten,
über seine Zähne, seinen Gaumen, seine eigenen Zunge und ihn dabei mit ihrem
fremden Geschmack, dem unbekannten Gefühl vulkanischer Haut atemlos und hilflos
erregt zurücklassen. Doch ohne ihren Kuss zu unterbrechen würde Spock ihm mit
einigen präzisen Gesten den Schlafanzug vom Lieb ziehen, seine Hände über die
Schultern, Arme und Beine des Doktors gleiten lassen.
McCoys
Augen waren nun fest geschossen und der konnte jede von Spocks eingebildeten
Berührungen spüren, er konnte spüren, wie seine Erregung wuchs. Jetzt war Spock
ja nicht da, also würde ihn seine immer unerträglich werdende Erektion auch
nicht stören. Die Hände des Arztes glitten unter seine Schalfanzughose und
streichelten dort zunächst nur die empfindliche Haut an der Innenseite seiner
Schenkel. Er stöhnte erneut, in seiner Vorstellung war es Spocks Zunge die dort
seinen Körper erforschte, um dann, wie um ihn in seiner Erregung noch ein wenig
zu ärgern, über seine Hoden zu lecken. McCoy zog und zerrte ungeduldig an
seiner Hose, sein steifes Glied presste sich fast schon schmerzhaft gegen den
dünnen Stoff. Als es ihm endlich gelungen war, sein Glied aus seiner
Gefangenschaft zu befreien, umfasste er es mit einer Hand und begann es mit
routinierten Bewegungen zu bearbeiten. Wie heiß sich Spocks Mund dort anfühlen
würde, wenn sich seine Lippen vorsichtig um seine Eichel schließen würden,
seine Zunge seinen Schaft entlang glitt und er das Glied des Doktors
schließlich ganz in seinen Mund aufnahm.
McCoys
Hüften arbeiten ganz von selbst in einem hektischen Rhythmus, er wollte so tief
wie nur irgend möglich im Mund dieses Vulkaniers sein, wollte, das er ihn ganz
spürte, das sie auf diese Weise gänzlich miteinander verschmolzen. „Spock
," stöhnte er, als er endlich kam. Nach einigen Sekunden der Euphorie
sickerte jedoch die Realität langsam wieder in sein Bewusstsein und er fand
sich allein und deprimiert in seinem unordentlichen Bett wieder. Sein Kopf
schmerzte vom Brandy und selbst die kalte Klebrigkeit seinen eigen Samens auf
seinem Bauch ekelte ihm plötzlich an. Er fühlte sich noch miserabeler als schon
den ganzen Tag zuvor. Wenn dieses verdammte Spitzohr bloß wüsste, wie sehr er
ihm den Kopf verdreht hatte. Er benahm sich ja schon wie ein Schuljunge.
Schwerfällig rollte er sich zur Seite, zog die Decke fest um sich und fiel
schon bald in einen unruhigen, traumreichen Schlaf.
Am
nächsten Tag tat er sein Bestes um sowohl dem Captain als auch Spock aus dem
Weg zu gehen. Seine Laune war am Nullpunkt angelangt und er wusste nicht, wie
er auf diesen seltsamen Moment zwischen ihm und Spock reagieren sollte. Kurz
vor Dienstschluss saß er allein in seinem Büro auf der Krankenstation und
schlug sich mit dem ihm verhassten Papierkram herum. Christine hatte er schon
in den Feierabend geschickt, zu tun gab es ohnehin nichts wirklich wichtiges.
Keine schweren Verletzungen, nur Routinevorfälle, wie Sportverletzungen oder
verdorbene Mägen. Gott sei Dank ein langweiliger Tag. Doch plötzlich glitt die
Tür auf und als er hochschaute, sah er Spock vor sich stehen. Wie immer ließ
dessen Gesichtsausdruck nicht den kleinsten Rückschluss auf seine Gemütslage
zu, falls Vulkanier überhaupt über so etwas verfügten.
“Na,
Spock, was führt Sie denn in die Höhle des Löwen?“, brummelte McCoy unwirsch. “Beschwerden? Anmerkungen
zum gestrigen Vorfall? Grüße von Ihrer spitzohrigen Begleiterin?"
Spocks
Augenbraue schoss einmal mehr in Richtung seines Haaransatzes und er bedachte
den Doktor mit einem Blick, der eine Schlange hätte hypnotisieren können. „Nein,
Doktor. Wir sprachen gestern Abend nicht über Sie, aber wenn Sie möchten, kann
ich Ihnen T'Lana gern vorstellen, sie wird erst Morgen das Schiff verlassen und
mit einem Transporter zurück nach Vulkan fliegen."
McCoy starrte
den Vulkanier fassungslos an. Meinte er das jetzt ernst oder wollte er auf den
Arm nehmen? Aber wo wäre da die Logik?
„Doktor?"
“Ja,
Spock, nun sagen Sie bitte endlich worum es geht.. Ich bin schließlich Arzt und
keine Beratungsstelle für sexuell frustrierte Vulkanier!"
Spocks
Augenbrauen gingen diesmal alle beide nach oben, aber seltsamer Weise schien er
nicht verärgert zu sein. McCoy hätte sogar schwören können das so etwas wie
Belustigung in den dunklen Augen seines Gegenübers aufblitzte. Verdammt, hatte
das wirklich zu Spock gesagt? Er war so langsam nicht mehr bei ganz bei Sinnen.
Spock trat
einen Schritt näher zu seinem Schreibtisch und betrachtete ihn von oben mit
noch immer nach oben gezogener Augenbraue. McCoy begann sich zu fühlen, wie das
Kaninchen vor der Schlange. Doch schließlich brach Spock ihr Schweigen und ging
während er sprach um den Schreibtisch herum. „Ich wollte Sie gestern nicht in
Verlegenheit bringen, Doktor“, begann er zögernd. „Wie mir scheint, habe ich
Ihr Verhalten mir gegenüber in den letzten
Tagen und
Wochen falsch interpretiert. Wie Sie vielleicht wissen, habe ich nicht viel
Erfahrung mit menschlichen Gefühlen. Es schien mir nur logisch anzunehmen, das
Sie mein gestriges Verhalten billigen würden."
„Was sollte ich billigen,
Spock? Das Sie sich mit mir von Ihrem Pon-Farr Fiasko ablenken wollten? War es
das? Hat T'Lana Sie abgewiesen? Ich dachte, ihr Spitzohren habt keine
Eitelkeit, die man verletzen kann“, giftete McCoy zurück.
“Oh, sie
sind der Meinung, T'Lana sei der Ersatz für T'Pring. Faszinierend! Nein,
Doktor, im Moment hat mein Vater noch keine Vorbereitungen für meine Hochzeit
getroffen. Was ich gestern getan habe, ist eine nicht zu entschuldigende
Verletzung der vulkanischen Etikette und es wird ihm schwer fallen, eine
Familie zu finden, die bereit wäre ihre Tochter für eine eventuelle Bindung mit
mir auszuwählen."
McCoys Wut
war nun so gut wie verraucht. So offen hatte er Spock noch nie über private Dinge
sprechen hören. Er fühlte sich sogar ein wenig geehrt, das Spock zu ihm
gekommen war und die ganze Sache nicht mit Jim bei einem ihrer Sachspiele
besprach.
“Spock,
warum setzen Sie sich nicht zu mir? Sie machen mich mit Ihrem Herumgelaufe noch
ganz nervös. Bitte." McCoy deutete mit einer ungeduldigen Geste auf den
Stuhl auf der anderen Seite des Schreibtisches. Spock schien einen Moment zu
zögern, nickte dann aber kaum
wahrnehmbar und nahm den Platz gegenüber des Doktors ein.
“Na, nun
reden Sie schon, Mann. Schließlich kann ich keine Gedanken lesen und da wäre es
hilfreich, wenn Sie mich unterentwickelten Menschen verbal aufklären
würden."
„Ich dachte, das sei bei
Ihnen als Arzt nicht nötig“, bemerkte Spock trocken. McCoy entschied, nichts zu
sagen. So langsam begann die ganze Sache ja richtig interessant zu werden.
Scherze machende Vulkanier. Wenn das keinen Seltenheitswert hatte... „T'Lana
ist keine weitere potentielle Bindungspartnerin, sie ist vielmehr eine Freundin
meiner Mutter. Ich nehme an, sie sollte mir... ins Gewissen reden, um es mit
einem Ihrer irdischen Ausdrücke zu sagen. Ich habe T'Pring nicht geheiratet,
weil dies unlogisch gewesen wäre."
“Unlogisch,
Spock? Entschuldigen Sie, aber das ganze Ritual erschien mir gestern nicht sehr
logisch."
“Ich hatte
damit gerechnet, das der Captain und Sie als Nicht-Vulkanier diesen Eindruck
haben würden. Er ist ein sehr alter Brauch, der aus der Zeit stammt, bevor
unser Volk den Gesetzen der Logik folgte."
“Ja, ja,
schön und gut. Aber warum ist diese Art von Ritual für alle anderen Vulkanier
logisch, aber nicht für Sie, Spitzohr?"
„Weil ich bereits über einen
möglichen Bindungspartner verfüge, Doktor."
„Was?" Mehr brachte
McCoy nicht heraus. Er fühlte sich, als habe ihm ein Klingone einen kräftigen
Schlag in den Magen verpasst.
„Einen
potentiellen Bindungspartner, Doktor“, fuhr Spock anscheinend ungerührt fort
“Nur scheint er die Situation noch nicht erfasst zu haben."
“Er?“ McCoy
verstand nichts mehr. Wovon redete der Vulkanier da eigentlich? Es konnte nicht
das sein, wonach es sich anhörte. Das Spock sich als potentiellen
Bindungspartner einen Mann ausgesucht hatte. Wer um Himmels Willen mochte das
sein? Ob er ihn wohl kannte?
„Sie haben mich richtig
verstanden, Doktor. Es erscheint mir undenkbar, eine Bindung mit einem
weiblichen Wesen gleich welcher Spezies einzugehen. Deshalb bezeichnete ich die
arrangierte Heirat mit T'Pring als unlogische Situation."
“Wer...
wer ist den der Glückliche?“, brachte McCoy schließlich heiser heraus. Spock sah
ihn schweigend an und der Doktor hatte das Gefühl, als wenn jene schwarzen
Augen mitten in ihn hinein sahen und all seine Fantasien und Träume taxierte.
Hoffentlich wurde er wenigstens nicht rot...
Spock
senkte die Augen und stand mit einer fließenden Bewegung auf. „Das möchte ich
Ihnen lieber nicht sagen. Da Sie es noch nicht selbst bemerkt haben, halte ich
es für besser. Es... es soll schließlich kein Gerede entstehen. Gute Nacht
Doktor."
“Spock!
Spock, warten Sie! Sie verdammtes Spitzohr! Sie haben mir immer noch nicht
erklärt, was das gestern Abend zu bedeuten hatte", rief McCoy dem
Vulkanier hinterher, doch der gab vor ihn nicht gehört zu haben und so blieb
der Arzt allein in seiner Krankenstation zurück. Er ging zu seinem privaten
Medizinschrank, wie Jim seine Minibar zu nennen pflegte und griff nach einer
weitern Flaschen saurianischen Brandys. Er goss sich einen Doppelten ein und
kippte den aufeinmal hinunter. Vielleicht würde ihm das helfen, zu begreifen,
was Spock ihm gerade gesagt hatte. Spock liebte also einen Mann. Schön und gut,
McCoy konnte sich gut verstellen, das Sarek über diesen Sachverhalt, sofern
davon überhaupt Kenntnis besaß, nicht gerade erfreut sein würde. Aber was hatte
das alles mit ihm zu tun? Wenn Spock jemand anderes liebte, warum benahm er
sich dann ihm gegenüber so seltsam?
“Bones, du
alter Trottel, er meint dich!“, schrie ihm eine Stimme direkt in sein vom
Alkohol umnebeltes Gehirn. McCoy erstarrte. Es konnte nicht wahr sein, er hatte
zu viel zeit damit verbracht, sich eine Beziehung zwischen ihm und Spock
vorzustellen, er begann wahrscheinlich schon damit, an seine eigenen
Hirngespinste zu glauben. Er schluckte hart, ihm standen Tränen in den Augen
und trotzdem presste sich erneut eine verzweifelte Erektion gegen seine Uniformhose.
Warum konnte er sich der Attraktivität dieses Vulkaniers einfach nicht
entziehen? Müde ließ er sich auf zurück auf seinen Stuhl gleiten und schob ohne
wirkliche Begeisterung seine Hand unter seine Unterhose. Ein paar schnelle
Bewegungen würden reichen, um ihn von dieser Plage zu befreien. Vielleicht
sollte er Sport treiben oder kalt duschen, dachte er grimmig. Einige Minuten
saß er so da, fast schon wütend mit sich selbst beschäftigt, als ihn das
Geräusch der sich öffnenden Tür aus seinen Gedanken riss.
„Verdammt!" Reflexartig
war er aufgesprungen und versuchte, vergeblich möglichst unauffällig seine
Kleidung wieder in Ordnung zu bringen. Doch der Reisverschluss seiner Hose
klemmte und sein Hemd wollte auch nicht wirklich wieder im Bund seiner Hose
verschwinden.
“Verdammt!",
fluchte er erneut als er sah, wer da vor ihm stand. Es war Spock und er starrte
den Arzt schweigend mit einer gewölbten Augenbraue an.
“Verflucht
Spock, was starren Sie mich so an? Ich werde wohl kaum der erste seine, den Sie
in einer prekären Situation erwischen."
Spock
senkte den Blick antwortete zunächst nicht. Doch dann erwiderte mit noch immer
gesenktem Kopf und leiser Stimme: „Doch, Doktor, diese zweifelhafte Ehre wird
Ihnen zuteil. Sie sind in der Tat der Erste, den ich in einer solchen Situation
überrasche. Bitte glauben Sie mir, das mir mein Erscheinen zu diesem
ungünstigen Zeitpunkt außerordentlich bedaure. Mir war nichtklar, das sie
unsere Unterhaltung zu solchen... Aktivitäten inspirieren würde. Ich glaube, es
ist besser, wenn ich Sie später noch einmal aufsuchen werde. Wäre es Ihnen in
einer halben Stunde recht?"
“Wie
bitte? Nein, jetzt können Sie auch genauso gut da bleiben, Spock“, grinste
McCoy trotz aller Scham, die er in seinen Wangen brennen fühlte. „Ich bin im
Moment wirklich nicht mehr besonders inspiriert“, fügte er als kleine boshafte
Spitze hinzu und sah erfreut, das Spock den Blick erneut senkte. Trotzdem
konnte Leonard beobachten, wie sich das Gesicht des Vulkaniers langsam
dunkelgrün verfärbte. “Das ich das noch erleben darf“, kicherte er innerlich, „Spock wird rot!
Na ja, natürlich wird er nicht rot, aber er läuft aufs gleiche hinaus!"
“Spock?“,
fragte er nach einiger Zeit.
“Doktor?“,
kam die etwas kleinlaute Antwort.
„Was wollten Sie denn nun von
mir? Außer mir nachzuspionieren?"
„Ich wollte Sie nicht
belästigen, Doktor. Ich wollte Ihnen lediglich mitteilen, das... das ich Sie
gemeint hatte, als ich von meinem potentiellen Bindungspartner sprach. Bitte
entschuldigen Sie, das ich annahm, Sie könnten..."
Nun
war es an Leonard Spock sprachlos anzustarren. Hatte er doch alles richtig
verstanden. Spock erwiderte seine Zuneigung. Er musste sich räuspern, um nicht
gänzlich die Sprache zu verlieren. „Was könnte ich, Spock?", fragte er
ungewohnt sanft. „Genauso unlogisch veranlagt sein wie Sie? Dann haben Sie
richtig angenommen!" Sein Herz klopfte plötzlich wie wild und er fühlte
sich wieder genauso unwohl wie am vorigen Abend, als Spocks Massage ihm mehr
als nur entspannt hatte. Spock musterte ihn aufmerksam und McCoy glaubte, so
etwas wie ein Lächeln in dem sonst wie gewohnt ausdrucklosen Gesicht des
Vulkaniers zu entdecken.
“Doktor,
haben Sie etwas dagegen, wenn ich Sie Leonard' nenne?", fragte er
plötzlich.
McCoy
lachte und schüttelte den Kopf. „Nein, habe ich nicht. Ist das nicht unter den
nun gegebenen Umständen sogar zwingend notwendig? Rein logisch
betrachtet?"
„In der Tat", stimmte
Spock ihm noch immer leicht verlegen zu. „Leonard, ich ..."
“Schon gut,
Spitzohr“, schnitt ihm der Doktor das Wort ab. „Sie... du hast für heute genug
geredet."
Er erhob
sich lächelnd von seinem Stuhl und stellte sich dann neben Spocks Platz. Für
einen Moment sahen sich die beiden Männer schweigend an, jeder in seine Gedanken
und Gefühle versunken. Doch dann beugte sich McCoy zu Spock herunter und bevor
der noch etwas logisches hätte sagen können, verschloss ihm der Arzt mit einem
Kuss die in der Tat heißen Lippen.
Ende