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Teil 1


Malkovic blickte sich vorsichtig um, als er aus der Zelle des Vulkaniers kam. Er war sicher, niemand hatte ihn gesehen und eilte zu dem wartenden Sanders. "Ich hab es ... ich wusste, er muss es haben." Versteckt reichte er ihm eine Injektion, gefüllt mit einer roten Flüssigkeit.

Sanders brummte, steckte die Spritze ein und visierte die Tür in den Innenhof an. "Also tatsächlich ... ein von Drogen abhängiger Vulkanier? Sieh an ... daher also. Und? Was bietet er als Gegenleistung an? Was für Drogen, Malko?"

Malkovic zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung, steht nicht drauf ... aber es gibt nicht viel, was bei Vulkaniern wirkt. So viel weiß ich ..."


"Woher bekommt er sie?"

"Von dem Agnin?"

"Ja, ... ja vermutlich ... und ... warum?" Sanders grinste. "Was kann ein Vulkanier einem traxanischen Agnin bieten ..."

"Er ist schlau ... stark ... er arbeitet für sie im Labor. Er könnte sich das Zeug auch selber ..."

"Unsinn", murrte Sanders. "Hast du keine Augen im Kopf? Wie er aussieht? Unberührt und ... arrogant? Er lässt niemanden an sich heran ... außer ..."

"Außer?"

"Das werden wir herausfinden. Jetzt ... wenn er welche bekommt ... wollen wir unseren Anteil. Malko ... hol die Jungs, das Spitzohr ist mit Vorsicht zu genießen. Ist er allein?"

Malkovic nickte grinsend und gab drei Männern ein Zeichen ihm zu folgen. Sanders stieß sich von der Wand ab, an der er bis jetzt gelehnt hatte und ging unauffällig zur Tür.

Die anderen trafen sie an der Tür und warfen sich viel sagende Blicke zu, als Sanders auf den etwas von der Tür entfernten und fast im abendlichen Dunkel verborgenen Schatten deutete. Der Vulkanier kniete oder hockte, schien in Gedanken versunken.

Langsam und leise verteilten sich die Männer auf dem Hof, wurden von der Dunkelheit verschluckt.

Sanders und Malkovic schlenderten zu der am Boden knienden Gestalt und bauten sich vor ihm auf. "So ganz allein hier, Vulkanier?"

Spock blinzelte und sah hoch als er Sanders Stimme hörte. Malkovic direkt neben ihm, wie immer. "Das war bis eben der Fall", antwortete er kühl. "Es wäre begrüßenswert, wenn Sie diesen Zustand wieder herstellen würden."

Sanders runzelte verwirrt die Stirn.

"Er meint, wir sollen ihn wieder ... allein lassen ...", erklärte Malkovic schnippisch.

Spock blickte von ihm zu Sanders und nickte. "Korrekt."

"Oh? Nachdem wir ein paar Antworten haben ..." Sanders lachte knapp, kam näher und streckte die Hand aus, so dass Spock sie im diffusen Licht sah. Eine Injektionsphiole lag darin. "Was ist das?"

"Eine Injektion", antwortete Spock äußerlich gelassen und ließ das Blut in seine Beine zurücklaufen. Er spannte die Muskeln an, augenblicklich wachsam. Die beiden Männer führten etwas im Schilde und sie waren offenbar in seiner Zelle gewesen, hatten die Injektion entdeckt. Was wussten sie? Er blickte rasch aus den Augenwinkeln zur Tür, die sich hell von der dunklen Mauer abzeichnete. Keine der üblichen Wachen, die immer in seiner Nähe waren, war nun in Sicht.

Sanders kam noch näher, hatte den suchenden Blick bemerkt. "Es ist niemand da, der dir diesmal helfen kann. Also Vulkanier? Was ist das?"

"Wie ich sagte ..."

"Es ist aus deiner Zelle ...", unterbrach Malkovic und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust. "Wir wissen was es ist. Eine Droge ..."

Spock hob verwirrt die Augenbrauen, schulte seine Gesichtszüge und blickte herablassend zu Malkovic. "Mr. Malkovic, wenn Sie ohnehin meinen die Antwort schon zu kennen ..."

"Schluß mit dem Gerede ..." Sanders brummte unwillig und kam bis auf einen Schritt heran. "Woher hast du es?"

Zu nah.

Spock kam in einer raschen Bewegung auf die Beine. Dieses Mal würden die beiden ihn nicht unvorbereitet treffen. "Der Inhalt meiner Zelle ist nicht Ihr Zuständigkeitsbereich und ..." Sanders machte unerwartet eine rasche Geste mit dem Kopf und blickte an Spock vorbei.

Die Männer waren nicht allein und er hatte es nicht bemerkt, seine mentalen Wahrnehmungen waren getrübt. Er ignorierte den kurzen Ärger und wirbelte herum, doch zu langsam. Noch bevor er reagieren konnte, traf ihn etwas hartes am Hinterkopf, ließ ihn augenblicklich taumeln.

Hände griffen ihn und rissen seine Arme zurück. Eine weitere Hand presste sich auf seinen Mund und er wurde rückwärts stolpernd und rutschend über den Hof geschliffen. Spock zählte vier austrainierte Männer, während er sich wand und versuchte sich frei zu strampeln.

Sinnlos. Zu viele, zu kräftig. Keine Menschen, zumindest zwei waren wesentlich kräftiger. Er stöhnte unterdrückt, als er einen harten Tritt in den Magen bekam, der ihm schmerzhaft die Luft aus den Lungen schlug und ihn zwang seinen widerstand aufzugeben. Er wurde an einem Metallgitter hochgezogen.

"Bindet ihn am Zaun fest, los ...dort sehen die Wachen nichts ..."

"Er ist schwer ..."

"Los schon ...oder wartet ihr auf eine Einladung?"

"Gib mir die Gürtel ..."

Spock spürte wie seine Handgelenke mit Lederriemen brutal über seinem Kopf fixiert wurden und zog sofort daran. Zu fest, der Blutfluss in seine Hände wurde gestoppt. Ein weiterer Schlag in den Magen ließ ihn für einen Moment benommen werden und presste die Luft aus seinen Lungen. Er stoppte seine Gegenwehr und blinzelte, fühlte kaltes Metall an seiner Kehle und noch immer die Hand auf seinem Mund.

"Schrei und du stirbst ... hier und jetzt", zischte Sanders ihm ins Gesicht löste vorsichtig seine Hand.

Spock schwieg, schnappte keuchend nach Luft und fixierte Sanders, sah die vier anderen Männer in seinem Rücken stehen. "Was  ... soll das?", krächzte er noch etwas außer Atem. "Wenn Sie glauben, damit ..."

Ein dritter Schlag in den Magen stoppte ihn und ließ ihn sich zusammen krümmen, als erneut die Luft aus seinen Lungen gepresst wurde. Grob trat Sanders ihm die Beine unter dem Körper weg und nur die Lederriemen hielten ihn aufrecht, zogen sich damit noch fester um seine Handgelenke. Spock keuchte, als Schmerzen durch seine überdehnte Muskulatur und Gelenke jagten.

"Rede ... wer gibt dir das?", zischte Sanders erneut und zog seinen Kopf an den Haaren hoch. Spock blinzelte in zwei aggressive blaue Augen, doch schwieg, erwiderte den Blick starr.

"Was musst du dafür tun? Hm?", säuselte Sanders plötzlich dicht an seinem Gesicht.

Spock schwieg weiterhin. Egal was er sagte, es würde diese Männer nicht von dem abhalten, was sie vorhatten. Wo waren die Wachen, die ihn seit zwei Tagen kaum aus den Augen ließen?

Sanders verlor die Geduld und schlug seinen Kopf an den Metallzaun, bog ihn damit weit nach hinten. Spock kämpfte gegen stechenden Kopfschmerz und versuchte die Beine unter den Körper zu bekommen. Sanders trat sie wieder weg, griff fester in seine Haare und hielt ihm die Injektion vor seine Augen. "Nun, wenn du so nicht reden willst, vielleicht ... ja damit?"

Er würde keine weitere Überdosis überleben.

"Nein ...", brachte Spock heraus als er das kühle Metall am Hals spürte, doch es war zu spät. Das Zischen der Injektion drang an seine Ohren und er spürte, wie sich das Mittel kalt in seiner Halsschlagader entlud. Zu dicht am Neurokortex. Es würde zu schnell gehen. Er würde sterben und mit ihm die Informationen. Zu spät.

"Woher?", schrie Sanders unterdrückt, stieß Spocks Kopf erneut gegen das Metall und beobachtete spöttisch, wie der Körper vor ihm begann unkontrolliert zu zucken und zu verkrampfen. "Rede Vulkanier ..."

Spock fühlte die ihm inzwischen zu gut bekannten und verhassten Auswirkungen einer zu hohen Dosis Mekantins. Wärme, die Vorboten von dem was kam ... zu schnell, es ging zu schnell. Er schrie, als das Mittel wie eine Woge über ihm zusammenschlug und seine Nerven stimulierte und andere zugleich blockierte, seinen Verstand in sich aufsog und mit einem Knall explodieren ließ.

Jim ...


***


Rigos rannte durch den Zellentrakt und hämmerte gegen die Tür zum Korridor in dem die Wachen sein mussten. Ein Wärter griff ihn grob am Arm und riss ihn herum. "Was soll das ..."

"Schnell ... Mr. Spock ... er ist draußen und ..."

"Natürlich ist er das." Der Wärter stieß ihn grob weg. "Zurück."

"Was geht hier vor? Was soll der Lärm Mr. Rigos ..." Konis stand überraschend in der Tür, gegen die Rigos eben noch verzweifelt geschlagen hatte, war wie aus dem Nichts aufgetaucht.

Der Andorianer deutete außer Atem auf die Tür zum Innenhof. "Mr. ... Spock ... er ist ..."

In dem Moment hallte ein gedämpfter schriller Schrei durch die Tür, doch ausreichend, dass alle Anwesenden im offenen Innenbereich die Köpfe drehten. Konis erstarrte und seine Schuppen stellten sich auf.

"Die ... sind ihm gefolgt und ... haben ihn ...", schnaufte Rigos und schnappte noch immer nach Luft.

"Wer ist  ...die?" Konis starrte wütend zu den beiden Wachen, die bisher gelangweilt neben dem Wärter gestanden hatten. "Wo ist der Vulkanier?"

"Wo schon? Er wollte frische Luft und ist draußen und ..."

Konis hörte nicht mehr zu und rannte auf die Tür zu, zog die Waffe. Beide Wachen liefen nach einer Schrecksekunde hinterher.

"Wo?", bellte er als er in den Innenhof lief und rutschend auf dem glatten Boden zum Stehen kam. Rigos wäre beinahe in ihn hineingelaufen und stoppte keuchend, sah sich um, gestikulierte auf eine Stell rechts von ihnen. "Der Metallzaun, ... um die Ecke ... dort ist der einzige Platz, wo ..."

"Kommt", schnappte Konis und lief um die Ecke, stoppte abrupt als er sah was vor sich ging.

Spock hing wehrlos mit beiden Händen festgebunden am Gitterzaun und würgte. Sanders drückte ihm mit der Hand die Kehle zu und landete gerade einen brutalen Schlag im Bauch, dass der Vulkanier sich krümmen wollte, doch nicht mehr konnte. Vier Männer standen lachend dahinter und sahen zu.

"Aufhören", schrie Konis und schoss.

Sanders schrie getroffen auf, ließ von Spock ab und taumelte zurück. Weitere Schüsse fielen als die Wachen nun ebenfalls schossen. Konis rannte bereits zu dem Vulkanier und hob den nach vorn gesunkenen Kopf an.

"Idioten ... was habt ihr ..." Er sah das Blut, was aus Mund und Nase lief und die in den Höhlen zurückgerollten Augen unter
halbgeöffneten Lidern, kannte das feine Zittern der sonst kräftigen Muskulatur zu gut. "Scheiße ... er hat eine Überdosis ... Wachen, ..."

Konis hielt Spocks Kopf fest und schlug ihm leicht gegen die Wange. "Spock? Spock? ... komm antworte." Es kam keine Reaktion aus dem Vulkanier, nur ein leises schnappendes Keuchen, als die Lungen um benötigten Sauerstoff kämpften. Konis tastete über seine Tasche, fand nur eine weitere Dosis Mekantin und fluchte innerlich, als ihm einfiel, dass der Katalysator den der Vulkanier benötigte im Labor war. Ein weiteres Lager befand sich in der Krankenabteilung. Dort arbeitete jedoch ein förderationstreuer unwissender Arzt. Gefährlich, aber nun notwendig. Konis traf eine Entscheidung.

"Alle erledigt. Agnin?" Eine der Wachen kam zu ihm und steckte lässig die Waffe weg. "Er blutet, ..."

"Das sehe ich auch. Macht ihn da sofort los ... Krankenstation. Sofort. Worauf wartet ihr ...", bellte Konis und ignorierte die fünf Männer die ebenfalls blutend am Boden lagen und den erstarrten Andorianer, der zusah. "Trag ihn .... schnell."

Die Wachen banden den Vulkanier los. Einer nahm ihn kurzerhand auf die Arme und sie eilten nach drinnen. Vor dem Lift stoppte Konis eine Wache. "Erkläre den Wärtern irgend etwas, räumt draußen auf und ... pass auf, was du sagst ... und ... der Andorianer ... Rigos ...  er gehört zum Labor. Er soll schweigen, am besten schließt ihr ihn erstmal ein. Benachrichtige Delek und Rakal."

"Unnötig ... was ist hier passiert."

Konis wirbelte herum, als er Rakals dröhnende Stimme hörte. "Herr ..."

"Oh, ich sehe es schon ... grünes Blut auf dem Fußboden. Ihr tropft alles voll. ... DAKAL? Besser du kommst her ...", rief er in den Gang zum Kontrollzentrum und drehte sich wieder zu Konis. "Wer war das?"

Konis sah Delek auf sie zueilen. "Dramas, du hast meinen Befehl gehört. Herr, ihr erfahrt von Dramas alles notwendige. Der Vulkanier muss so schnell wie möglich in die Krankenstation."

Delek erreichte sie gerade als der Lift sich öffnete. Konis schob die Wache, die Spock trug hinein und sah flehend zu Delek. "Überdosis, die Kerle haben ihm vermutlich aufgelauert ... wenn er stirbt, ... haben wir ein Problem ..."

Deleks Blick verdüsterte sich und er gab Rakal und der Wache ein Zeichen mit einer Geste, trat mit in den Lift.

Die Wache nickte gehorsam, als die Türen sich schlossen und folgte Rakal, der bereits durch den Innenraum stob.

Delek sah zu Konis. "Was ist geschehen? Ihr solltet aufpassen ..."

Konis vermied es die Wache ärgerlich anzustarren und holte tief Luft, griff an einen schreglos herunterhängenden Arm Spocks und suchte den üblichen raschen Puls. Er fand keinen, suchte erneut. "Er hat ... eine volle Überdosis bekommen ..."

"Woher ... aber ... er hat schon öfter ..."

"Herr ...", unterbrach Konis gehetzt, als er noch immer keinen Puls fand. "Nicht so ... er bekommt dann nur die Hälfte einer normalen, das reicht völlig. Dieses aber ... war eine komplette. Verdammt, er hat keinen Puls."

Die Türen öffneten sich und sie eilten den Gang zur Krankenstation hinunter.


***


Kirk schaltete den Monitor aus und blickte daran vorbei zu McCoy, der außerhalb der visuellen Erfassung das Gespräch mit Spock verfolgt hatte. Neben ihm saß der medizinische Techniker und Arzt der Caius. Braman, ein Araber aus den Vereinigten Arabischen Ländern der Erde. Beide steckten die Köpfe über den Auswertungen der Biosignale zusammen, die sie seit sie im Orbit waren von Spock empfingen und versuchten durch den bereits löcherigen Schild zu filtern.

McCoy sah kurz hoch, wirkte ernst und nickte knapp. "Okay, wir haben ihn ..."

"Können wir beamen?", fragte Kirk und drehte sich zu Fink um, der noch hinter ihm stand und leise mit Levy und Masterson sprach, die ebenfalls außerhalb der visuellen Erfassung geblieben waren.

Fink schüttelte knapp den Kopf. "Noch nicht ... wir sind noch zu lange dabei die Löcher im Schild zu suchen. Ihr Commander hatte scheinbar Erfolg und hat die Energiezufuhr sabotiert. Der Schirm über der Strafkolonie hat Löcher, doch stabilisiert sich immer wieder und öffnet woanders neue Löcher. Wir müssen erst eine Routine finden um das einzurechnen, sonst könnte beamen ... tödlich enden."

McCoy brummte zustimmend, doch arbeitete weiter mit Braman an den Daten.

"Eins Komma fünf Tage reichen, doch ich denke, wir sollten jederzeit bereit sein, sobald wir durch den Schild können einen ersten Sichtungstrupp zu ihm runter zu beamen. Mr. Spock kann uns die Informationen direkt geben und wir gehen dann rein ....", schlug Fink vor und setzte sich neben Kirk. "Das muss dann sehr schnell gehen, bevor die internen Alarmsysteme ...",

"Zu ihm runter ... und holen ihn raus ...", unterbrach McCoy.

"Deswegen sind wir hier ... aber auch wegen der Drogenfabrikation." Fink nickte kurz zu ihm und sah wieder zu Kirk. "Hat ihr Mann ... hat Mr. Spock die Hinweise verstanden?"

Kirk zog die Augenbrauen zusammen und resümierte das gerade beendete Gespräch, schob seine Gefühle beiseite. "Ja ... er kennt die Interferenzmuster von Lt. Uhura und sie hat bei der Umleitung über die Enterprise einen Code darin versteckt. Den wird er erst analysieren müssen, aber das wird keine Stunde dauern ... wenn er die Ruhe dazu hat. Er wird wissen, die Nachricht wurde umgeleitet und weiß wir sind im Orbit mit einem anderen Schiff und er weiß das wir irgendwann in den kommenden eins Komma fünf Tagen eingreifen werden. Außerdem ..."

Er sah kurz zu McCoy, war besorgt. "Er sagte, er ist funktionsfähig?"

McCoy brummte und nickte. "Ja, ja ... ich kenne seine Art zu sagen, das ihn etwas juckt. Wir filtern gerade die Daten, die wir mit diesem neumodischen Bioding bekommen ... dauert noch etwas. Aber er sah zumindest besser aus als beim letzten Treffen, das kann ich so schon beurteilen ... weiß aber den Grund nicht ..."

"Verstehe ich richtig, dass die ihn unter Drogen setzen?", fragte Fink.

"Hm, hm", machte Kirk und nickte, drehte sich wieder zu dem Commander. "Aber ..."

"Wie ... vertrauenswürdig  und sicher .... sind seine Wahrnehmung und seine Aussagen, Captain?"

"Absolut!", antwortete Kirk knapp. "Er ist Vulkanier. Es gibt keine Droge, die einen Vulkanier dazu bringt, geheime Informationen preiszugeben ... die er nicht preisgeben will."

Braman sah kurz zu ihnen und runzelte die Stirn, stand dann auf um ein weiteren Monitor zuzuschalten. Levy verschränkte die Arme vor der Brust. "Wir müssen sicher sein ..."

"Absolut ...", wiederholte Kirk und warf ihr einen kritischen Blick zu.

"Ich denke ... das sind wir." Fink drehte sich zu dem wartenden Masterson. "Jon, bereite dein Team vor. Es kann jetzt jederzeit losgehen ... und macht den Transporter klar, für beide Wege. Wenn wir das richtige Loch finden gehen wir runter. Am besten nehmen wir den Polybeam ... gute Gelegenheit ihn auszuprobieren und ...."

"Ausprobieren? Polybeam?", fragte McCoy argwöhnisch dazwischen, hatte nebenher aufmerksam zugehört.

Fink lächelte, verbarg nicht seinen Stolz. "Wir können komplette Räume rauf beamen, Doktor ... den Inhalt zumindest. Mit Mann und Maus. Zur Not holen wir ihren Ersten Offizier aus seiner Zelle und die Inhalte gleich mit dazu, wenn nötig ... aber dann wird dort unten sofort der Bioalarm losgehen ... die Labors oder ein größerer, weniger überwachter Raum wären besser und ..."

"Nicht schlecht ..." Kirk schob anerkennend das Kinn vor.

"Aber lieber ist mir, ... wir gehen da runter und machen das diskret ... und schnell", wendete Fink ein. "Also, Jon du hast deine Befehle. Levy? Jetzt kannst du deine Einwände vorbringen."

Masterson verließ den kleinen Kontrollraum und Levy kam näher, verbarg nicht ihre Skepsis. Sie nahm auf diesem Schiff die Funktion eines Ersten Offiziers ein und Kirk fühlte sich insgeheim an Spock erinnert, der es auch stets als seine Aufgabe sah, die unangenehmen Nachrichten oder Einwände zu überbringen.

"Sir, .... das ist ein Förderations-Hochsicherheits Gefängnis. Ich möchte nur nochmals darauf hinweisen, dass wir nichts haben, als die Aussagen eines dort infiltrierten vermutlich unter Drogen und zumindest unter Druck gesetzten Offiziers und auch das nur übermittelt durch ... Codes. Wir haben keine Rückendeckung von der Admiralität. Wenn wir eingreifen, ist das alles eine sehr ... wackelige Grundlage."

Fink nickte stumm und tauschte Blicke mit Kirk. Er seufzte. "Wir werden also ... balancieren ... müssen. Dieser Offizier wurde nicht ohne Grund dort hineingeschickt und hat sich ... infiltrieren lassen, aber nicht auf Kosten seines Lebens. Levy, zur Kenntnis genommen, aber ..."

"Die Biosignale spielen verrückt", meldete Braman plötzlich.

McCoy wirkte, als wolle er in den Monitor kriechen und sah rasch zu Kirk. "Jim, da stimmt was nicht. Bis eben war noch ..."

Kirk stand auf und sah ihm über die Schulter, doch konnte mit den Zahlen und Graphen auf dem Bildschirm nichts anfangen. Bones?"

McCoy sah zu Fink. "Ich würde sagen, ... jetzt ... wenn das, was ich hier sehe stimmt, dann hat Mr. Spock gerade ein ernsthaftes Problem ..."

"Jetzt?" Fink sah zu Braman, der an den Kontrollen hantierte und hektisch hochsah und nun ernst nickte.

"Die neuralen Werte gehen so schnell hoch, wie ich es noch nie gesehen habe und ... Himmel ... das überlebt er nicht lange ..." Braman veränderte einige Einstellungen. "Jetzt. Oder wir haben einen toten Vulkanier."

Finks und Kirks Augen trafen sich für eine Sekunde. Kirk fühlte bohrenden Kopfschmerz aufsteigen und ahnte was kommen würde. "Gott verdammt ..."

"Der hilft nicht, ... holt ihn da raus ...", schnappte McCoy wütend.

Fink reagierte und hastete an das Intercom. "Jon? Tut mir leid ... etwas zu früh, aber ... es wird ernst ... Biosender lokalisieren und Transporter bereit machen ... bring deinen Trupp in den Hangar und ... wir kommen runter ..."

Er schlug auf den Knopf und sah zu den beiden Ärzten. "Nehmen Sie ihre Daten und ... kommen Sie mit." Er rannte zur Tür. Kirk war bereits auf seinen Fersen. Braman und McCoy sammelten ihre Datenchips und hasteten hinterher.

***

"Auf das Bett .... wo ist der Arzt?", rief Konis als sie in die Krankenstation stürmten.

Eine Schwester stürzte in den Raum, gerade als die Wache Spock auf dem Bett ablegte und hielt erschrocken an. "Der ... der Doktor ist in der Nachruhe ... soll ich ihn ..."

"Natürlich", schrie Konis ungehalten. "Und bringen Sie einen Katalysator ... wenn sie wissen, wo das Zeug liegt. Das zuerst, schnell ..."

Die Schwester eilte kreidebleich aus dem Raum und Konis schloss Spock an die Bioindikatoren an. Sie kletterten nur wenige Millimeter, doch fanden zumindest noch Lebenszeichen und einen schwachen Puls. Zu schwach. "Er stirbt ... wenn diese Schwester nicht bald ..."

Rakal stürmte mit gezogener Waffe in die Krankenstation und war mehr als wütend. "Wer hatte Wache?", unterbrach er ungehalten und visierte die Wache an.

"Herr, ich Herr und ..."

Bevor noch jemand etwas tun konnte, durchschnitt ein Schuss die Luft und die Wache fiel getroffen zu Boden.

"Rakal!", schnaufte Delek. "Was soll das? Dies hier ist ... eine Krankenstation. Das war unser Mann. Du kannst ebenso gut gleich allen erzählen, was hier vorgeht ..."

"Muss ich alles selber machen?", schrie der Traxaner ungehalten. "Diese idiotischen ... Wachen ... lassen zu, dass fünf Sträflinge ..."

"Das ist jetzt nicht wichtig. Wo bleibt die Schwester mit dem Zeug?", schnappte Konis und hielt den nun in Krämpfen zuckenden Körper des Vulkaniers mühsam auf dem Bett fest. "Er stirbt ..."

"Was ist hier los?" Ein sichtbar verschlafen wirkender fülliger Arzt stürmte hinein und blieb abrupt stehen als er den Toten auf dem Fußboden sah. Die Schwester direkt hinter ihm öffnete den Mund, doch kam nicht mehr dazu etwas zu sagen als sich die Umgebung in einem grellen Glitzern verlor.



 
Teil 10