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Teil 1

 

McCoy fand Kirk in dem kleinen Besprechungsraum direkt am Bug des SI Schiffes. Die Caius. Sie waren vor drei Stunden an Bord gegangen und die Enterprise hatte sich unter Scotts Kommando in den Nachbarsektor zurückgezogen, sollte dort unauffällig bleiben, Funkstille halten und warten.

 

Der Arzt blickte durch die großen in den Bug eingelassenen Fenster, vor denen der kleine Tisch angebracht war, an dem Kirk nun mit Commander Fink saß. Es war ein kleineres doch neueres Schiff als die Enterprise, mit einigem Luxus und Neuerungen ausgestattet, wie diese großen bodenlangen Fenster.

 

„Setzen Sie sich Doktor“, lud Fink ihn ein und deutete auf einen freien Stuhl. „Wir sind gerade fertig ...“

 

McCoy ließ sich seufzend nieder, wechselte kurz einen Blick mit Kirk und sah dann wieder aus dem Fenster. „Schönen Ausblick haben Sie hier, Commander.“

 

Fink nickte lächelnd und stand auf. „Ja Doktor, der Vorteil der neuen Bautypen. Die Verbindungen von Durastahl und transparentem Aluminium wurden sehr verbessert und dadurch sind diese großen Ausblicke inzwischen möglich. Ich schätze die Enterprise wird auch in den kommenden Monaten ins Dock geholt um einiges nachzubessern. Captain? Ich denke wir sind soweit durch, ich muss auf die Brücke. Wir werden uns in einer halben Stunde tarnen.“

 

„Ins Dock? Die Enterprise? Das wäre sicher mal nötig, aber verraten sie das nicht Mr. Scott. Aber ... vermutlich erst in einem Jahr, dann endet die fünfjährige Mission“, antwortete Kirk und nickte Fink höflich zu. „Natürlich Commander. Wir haben alles besprochen. Gehen Sie nur.“

 

Fink verließ den kleinen Raum und McCoy blickte fragend zu Kirk. „Tarnen?“

 

„Sie fliegen Traxas getarnt an, wollen einige Scans machen und vermeiden, dass dort unten jemand nervös wird.“

 

„Nervöser, als sie schon sind ... nachdem wir sie aufgescheucht haben?“

 

„Vermutlich ...“, nickte Kirk und blickte Gedanken verloren aus dem Fenster.

 

„Wie geht es dir?“, fragte McCoy als das Schweigen greifbar wurde. „Noch Kopfschmerzen?“

 

„Nein“, kam die einsilbige Antwort.

 

„Jim ...“

 

„Bones, was erwartest du? Dass ich erneut deinen Vorwürfen zuhöre? Ja, ich weiß, es lief nicht nach Plan und auch nicht nach dem, der SI. Das sind die Gefahren, die unser Beruf birgt ... und auch die Pflichten. Was hätte ich tun sollen? Es ihm verbieten? Was hätte Spock anderes tun sollen? Nein sagen? Seine eigene Haut schützen, wenn Millionen Leben durch diese .... Drogenfabrikation dort in Gefahr sind?“ Kirk blickte den Arzt ärgerlich an, doch verbarg nur unzureichend die Sorge aus seinem Gesicht.

 

„Nein“, schüttelte McCoy den Kopf. „Weglaufen ist sicher nicht Spocks Art und auch nicht deine. Zumindest nicht in diesen Dingen. Jim ... es tut mir leid, dass ich dich so angegangen habe. Ich ... war ... bin einfach besorgt.“

 

Kirk nickte langsam, nahm die Entschuldigung an. „Ich auch ... Bones. Ich auch ...“

 

„Um euch beide ...“

 

Kirk sah ihn überrascht an. McCoy wendete seinen Blick kurz auf den Tisch, dann aus den Fenstern, sammelte seine Gedanken bevor er wieder in Kirks fragende Augen sehen konnte. „Ich ... gehe mal davon aus, dass das Team von diesem Commander Fink so gut ist wie das Schiff auf dem wir uns gerade befinden, die medizinische Abteilung dieses Dr. Bramans und ... sie unseren Ersten Offizier da einigermaßen heil herausholen ...“

 

„Das werden wir!“, antwortete Kirk fest. „Einigermaßen? Was erwartest du?“

 

McCoy räusperte sich und stand auf, ging an das Fenster und blickte über und unter sich, wo das transparente Metall leicht nach außen gewölbt war. „Ich erwarte ... schwer zu sagen ... ich bin sicherheitshalber sämtliche Drogentypen durchgegangen, auf die ein Vulkanier überhaupt anspricht. Bevorzugt die, die derzeit im Umlauf sind. Es gibt drei Möglichkeiten, drei Stoffe auf die Vulkanier reagieren ... Mekantin, Lix und Dopal ... alle drei wären möglich um ihn derart zu beeinflussen, sind verboten, illegal und für mich nicht einmal als Arzt überhaupt in größeren Mengen als vielleicht ein Mikrogramm zu bekommen ... alle drei haben etwas andere Wirkungs-, Sucht- und Reaktionsmuster ... dazu kommt sein untypisches Blutbild und ... denk daran, er ist kein reiner Vulkanier ... ich weiß es ehrlich gesagt nicht, was wir erwarten müssen ... im Moment weiß ich nur was ich gesehen habe.“

 

Kirk brummte und sah ihn weiter fragend an. Es war offensichtlich dass der Arzt noch nicht alles gesagt hatte.

 

„Verdammt, Jim. Ihr hättet das nicht tun dürfen.“

 

„Was?“

 

„Diese Verbindung ... wenn, wenn ihm etwas zustößt ...dort, unter Drogen. Jim, er reißt dich mit. Du hast erlebt was passiert wenn, ... was ist überhaupt passiert?“

 

Kirk zog die Augenbrauen zusammen und musterte McCoy argwöhnisch. „Was meinst du mit ... ihr hättet das nicht tun dürfen? Wir teilen dieses ... Band seit fast zwei Jahren und ... du weißt, dass wir mehr als nur Freunde sind, weitaus mehr ... auch wenn wir nicht ...“

 

„Wenn ihr nicht Sex habt?“, sprach der Arzt das Thema aus, was Kirk noch immer umging. „Warum eigentlich nicht? Er? Was hat er dazu gesagt?“

 

Kirk nickte, wirkte fast ärgerlich. „Ja er ... aber ... das macht keinen Unterschied. Liebe ist nicht notwendigerweise auch von körperlichen Intimitäten abhängig. Der Geist und Verstand ist ebenso involviert. Mehr als das.“

 

McCoy lachte leise, stieß Luft dabei aus. „Das sind seine Worte, oder? Ich höre sie, selbst wenn er nicht hier ist, um sie mir mit einer arrogant hochgezogenen Augenbraue ins Gesicht zu werfen. Der Geist und Verstand ... das, was er so vehement kontrolliert und verteidigt. Der Körper existiert nicht, ist im besten Fall eine Schwächung ... Vulkanier ...“

 

„Bones ... du verstehst nicht ...“

 

„Nein.“ McCoy wirbelte zu ihm herum und stützte sich auf den Tisch. „Du verstehst nicht ... sein Körper verrät ihn. Genau jetzt. Du hast es gespürt, nicht wahr? Du hast es gespürt, was passiert, wenn seine Kontrollen ihm ... unter Drogen weggerissen werden. Du hast seinen Schrei gehört ... hier!“ McCoy tippte sich an die Schläfe. „Und er ... hat sich dorthin gewendet, wohin er sich als einziges wenden kann, noch konnte ... er ist, was das angeht mehr Vulkanier als du und ich es vielleicht wahrhaben möchten und ... seine Instinkte funktionieren ...“

 

Kirk zuckte zurück als McCoy schnaufend Luft holte und sich setzte.

 

„Jim ... ich weiß nicht, wie wir ihn zurückbekommen, wie es ihm geht und ... was ich für ihn tun kann, das tue ich aber ... sei dir bewusst, dass ihr den ´physischen Aspekt´ sehr intensiv überdenken müsst oder aber ... eure enge Verbindung trennen müsst.“

 

„Nein ... warum?“

 

„Ich hasse es, das in dieser Situation mit dir besprechen zu müssen, aber ... er ist was das angeht ein Vulkanier, knappe vier Jahre nach seinem letzten Pon Farr. Sein Zyklus ist ansteigend und er ist jetzt ein sehr geschlechtsreifer erwachsener vulkanischer Mann, mit allem was sein Erbe ihm mitgegeben hat und er so gern verleugnet.“

 

„Was bedeutet das?“

 

„Das bedeutet, dass alles das, was er so sorgfältig kontrolliert und vermeidet, mehr und mehr gegen ihn arbeitet. Sein Körper und seine ... nennen wir es Seele, ... schreien nach einem Bindungspartner, mental und auch physisch ... einen lebenslangen Bindungspartner, unter dem läuft es nicht bei Vulkaniern. Intimer körperlicher Kontakt ... Sex ...  erfordert diese Bindung. Die Tatsache, dass ihr noch keinen ... Sex ... hattet, heißt, dass er dich vermutlich schützen wollte, oder sich oder es einfach noch kontrollieren will. Ich weiß es nicht. Aber die Drogen werden das zunichte machen ...“

 

Kirk schwieg einen Moment und beugte sich dann vor. „Du meinst ... hätten wir, wären wir ...“

 

„Wärt ihr bereits intim geworden, hättet ihr jetzt bereits ein mentales Band, eine Bindung,  ... lebenslang. Das ist der Teil, den Vulkanier nicht kontrollieren können. Er hätte sich mit dir gebunden, ob du es willst oder nicht. Deswegen denke ich, er hat es aus Schutz abgelehnt. Um dich zu schützen. Geschlechtsverkehr mit dem erwünschten Bindungspartner, .... normalerweise erst im Pon Farr, denn bis dahin wird es ... hm, kontrolliert ich nenne es: vermieden ...  bedeutet: Bindung im Pon Farr oder Tod, wenn man ungebunden ist! Und dein Erster Offizier ist derzeit ungebunden, sein Körper steuert wieder auf das Pon Farr zu, was erst in drei Jahren kommen wird, doch die Instinkte greifen bereits und ... seine Instinkte und andere Sinne ... haben den Bindungspartner bereits lange gewählt – dich! ... diese Drogen nun ... welche auch immer rauben ihm irgendwie die Kontrollen über diese Instinkte ...“ McCoy schnippte mit den Fingern und hob bedeutungsvoll die Augenbrauen.

 

Kirk holte tief Luft und lehnte sich zurück. Er fuhr sich durch die Haare und drehte den Stuhl weg, blickte starr aus dem Fenster.

 

„Jim, egal was passiert ... aber ...“

 

„Warum hat er das nie gesagt?“, flüsterte Kirk. „Er weiß, das ich es wollte ... das ich mehr wollte ... warum ... hat er nie gesagt ... warum?...“

 

„Jim, du weißt, dass er über so etwas nicht einmal spricht, wenn man ihm eine Hand abschneidet und ... vielleicht hätte er es dir ja sogar irgendwann gesagt, wenn nicht ... Jim, wie viel mehr wolltest du?“

 

Kirk drehte sich brüsk wieder zu ihm. „Warum kommst du jetzt damit? Warum hast du es nicht eher gesagt. Du scheinst eine Menge zu wissen ...“

 

McCoy stöhnte und schüttelte den Kopf. „Ich kenne euch gut, aber nicht so gut, wie du vielleicht meinst. Ich weiß, ihr seid Freunde, enge Freunde und ich weiß auch dass da ein Teil Liebe mitspielt. Verdammt, ich kenne und lebe und arbeite mit euch seit mehr als vier Jahren. Ich weiß auch, dass er dich aufspüren kann und einen vehementen Beschützerinstinkt entwickelt, wenn du mal wieder deine Nase zu tief in ein Schlammloch gesteckt hast ... und ... er mag es nicht, wenn du eine deiner kurzen Affären hast aber ... das war es auch schon. Das jetzt wird schwer ... Er liebt dich, das ist offensichtlich .... zumindest, wenn man euch kennt und täglich ... sieht ... aber ...266 5rtz56 Erst die Tatsache, dass er eure mentale Verbindung auch andersherum ... nutzt und ...“

 

„Das hat er vorher nie ... er hatte es nie nötig, hätte jederzeit einfach fragen können ... Bones, was bedeutet das? Er hat nie ... unsere Verbindung benutzt um ... um ...“

 

„Er hat es jetzt ... ohne sich dabei helfen zu können. Er wurde unter Drogen gesetzt und ... seine Kontrollen wurden ihm in dem Zusammenhang geraubt. Sein Geist und Körper hat so reagiert, wie ein Vulkanier im Pon Farr. Er hat seinen Partner gerufen ... den einzigen in Frage kommenden Partner. Dich.“

 

Kirk nickte langsam, als er verstand. „Du meinst ...“

 

McCoy beugte sich etwas vor, sprach nun eindringlich. „Ich meine ... dass das, was dein Freund und Erster Offizier so sorgfältig vermieden hat, ... umgangen ist, ... abgelehnt hat und aus seiner Sicht vermutlich sogar ... zu deinem Schutz kontrolliert hat. Intimer körperlicher Kontakt ... mit dir ... eine Bindung für das Leben .... mit dir ... dass das nun raus ist, wie aus Pandoras Büchse ... und es wird ab sofort zwischen euch stehen. So oder so ... du musst dich möglichst bald entscheiden, dich mit deinem vulkanischen Ersten Offizier für ein Leben zu binden, nennen wir es so ... weit, weit mehr als die Freundschaft und Liebe die ihr bisher teilt .... oder aber ihn gehen zu lassen und einen neuen Partner suchen zu lassen, denn sonst würde er sein nächstes Pon Farr nicht überleben.“

 

Kirk sah geschockt aus und McCoy taten seine direkten Worte fast leid, doch der Captain musste wissen was vorging. Sein Freund musste wissen woran er war und der Mensch musste wissen, was ihn erwartete. „Ehrlich gesagt, bezweifele ich, dass er einen anderen suchen wird ... wenn das was du sagst so ist und das was ich bisher gesehen habe? Er ...wartet.“

 

„Wartet? Etwa auf mich? Bones, ich habe ihm klar zu verstehen gegeben, dass ich keine Einwände gegen körperlichen ...“

 

„Jim, verstehst du immer noch nicht? Das ist nicht nur körperlich. Er weiß, was dein Verstand dazu meint, dazu muss er dich nicht fragen, verdammt dazu ist er Vulkanier genug um das mit einem schlichte senken seiner Schilde einfach zu wissen. Er weiß aber auch, das du momentan nicht bereit bist, dich zu binden ... er hat dich geschützt. Jim? Bist du bereit, dich mit deinem Ersten Offizier und Freund auf ein Leben zu binden? Mental und auch ... sexuell? Mit einem vulkanischen Mann? Weißt du, was das bedeutet?“

 

Kirk starrte ihn unverwandt an, wollte nicken doch seine Halsmuskeln waren plötzlich steif. Der Arzt hatte Recht. Er wusste es nicht und er war nicht bereit. Nicht in den letzten Monaten, hatte schlicht über die Konsequenzen nicht nachgedacht. Die Liebe, Freundschaft und das intensive Vertrauen seines Freundes als gegeben hingenommen und darin gebadet. Sicherheit. Spock war immer da gewesen. Und nun war sein Freund selber in Not, brauchte ihn.

 

Konnte er, Kirk, ein Mensch, die Bedürfnisse erfüllen, die Spock als Vulkanier vielleicht haben würde? Die er definitiv hatte und bisher nur ... unterdrückt und verborgen hatte. Die er, Kirk nicht einmal kannte? Hatte McCoy Recht, und Spock hatte ihn geschützt und sie hatten das Thema bewusst gemieden? Seinetwegen? War er bereit? Würde er es jemals sein? Alle seinen Beziehungen waren nur von kurzer Dauer gewesen. Spock war etwas besonderes, war ihm wertvoll und er war der erste Mann, den er mehr liebte als sein eigenes Leben und sein Schiff. Liebte er ihn wirklich genug, für ein Leben?

 

„Jim?“

 

„Bones ... ich ... ich habe es nie so gesehen, dachte wir wären Freunde und ... ich habe auch nie die andere Seite ausgeschlossen, im Gegenteil aber ... was soll ich tun? Was ... wird er tun?“

 

McCoy nickte und klopfte ihm sanft auf die Schulter. „Erstmal müssen wir ihn da heraushaben und ... was weißt du über ...“ Er räusperte sich und wurde etwas rot. „Sexualität ... bei Vulkaniern, bei ... Männern. Vulkanischen Männern?“

 

Kirk hob naiv die Augenbrauen. „Es sind ... auch Männer. Er ist, was das angeht, so gebaut wie wir, fast ... er kann auch ... ähm ... Geschlechtsverkehr haben ... wie wir, wie Menschen ... das zumindest weiß ich. Zum Beispiel Leila Kalomi, ...“

 

McCoy winkte ab. „Mit der hatte er nie was ohne diese ... Drogen der Pflanzen und sogar mit, bin ich nicht sicher. Er schweigt sich aus und da sie sich auch ausgeschwiegen hat, vermute ich mal eher ... nicht. Solche Frauen wie sie, verschweigen solche Trophäen im allgemeinen nicht.“

 

„Und dann wäre da noch diese Droxine ...“

 

„Die? Oh ... aber soweit ich weiß, ging das nicht über schöne Augen der Dame hinaus ... Jim, willst du Spocks Liebesleben jetzt analysieren? Er hatte nie ...“

 

„... und das was auf Beta Niobe geschah? Mit dieser Zarabeth?“ Kirk schoss ihm einen scharfen Blick zu. „Du hast es nie erzählt und er auch nicht.“

 

McCoy hielt den starren Blick Kirks, erkannte Eifersucht, wenn er sie sah. „Ja. Da hat er wohl ... vielleicht sogar zum ersten Mal. Wundern würde es mich nicht. Aber es war eher ... hm ... sehr kurz. Rein körperlich ... er war ... beeinflusst ... eifersüchtig, Jim?“

 

„Also? Er kann“, fasste Kirk kurz angebunden zusammen, nicht bereit mehr zu hören über diese Frau und seinen stillen Freund. Der Vulkanier war tagelang danach in sich zurückgezogen gewesen und distanziert, hatte nur langsam seine Abwehrmauern wieder etwas gesenkt in den folgenden Monaten. Es war mehr als deutlich gewesen, dass es ihn belastet hatte und er war nie bereit gewesen über das zu sprechen, was dort geschehen war.

 

„Er kann. Oh ja ... wenn seine Kontrollen ... runter sind.“ McCoy nickte langsam. „Wenn er sie mit Absicht senkt, weil er es will oder aber wenn sie ... versagen, warum auch immer. Und ... er hat es bis jetzt vermieden, bei euch.“

 

„Da ist noch etwas, was du mir nicht sagst“, ahnte Kirk.

 

„Jim, ich bin kein Vulkanier Experte. Allein die Tatsache, dass wir eines der wohl vulkanischsten Exemplare als Ersten Offizier haben, hat mich dazu gebracht mich mit allen Facetten dieses verschwiegenen Volkes auseinander zu setzen. Aber ... er ist dein Freund und er hat eine sehr ausgeprägte Privatsphäre, die ich ungern verletze. Ich denke, ich müsst euch selber damit auseinander setzen, aber das müsst ihr. Und du solltest genau wissen, was du willst, bevor ihr es tut. Denn er wird nicht lange fackeln ... er fackelt nie lange und das wird er auch in diesen Dingen nicht.“

 

McCoy stand auf und strich sich die Hose glatt. „Wann kommen wir in den Orbit? Fink hat mir Hoffnungen gemacht, dass ich seine Biosignale möglicherweise schon durch den Schild bekommen kann und Dr. Braman wollte mich einweisen ...“

 

„In zehn Stunden. Getarnt kann die Caius nur Warp zwei. Was meinst du mit ... er wird nicht lange fackeln?“

 

McCoy hielt kurz inne und musterte Kirk eingehend. „Er wird sich binden ... an dich ... oder die Verbindung lösen. So!“ Er schnippte mit den Fingern. „... kein Tam, Tam ... Vulkanier sind da sehr effektiv und logisch, bei allen ihren Ritualen und sonstigem Bohai den sie machen. Sie warten vielleicht mit einer Engelsgeduld ... Jahre - in diesem Fall - aber sie diskutieren nicht lange herum, wenn es nichts zu diskutieren gibt. Und Spock schon mal gar nicht ... du solltest ihn kennen.“

 

McCoy ging zur Tür und hielt kurz an. „Und  ... er hat entschieden. Seine Seele vermutlich schon lange .... und nun auch sein Körper, das ist es, was du spürst. Einen Vulkanier, der in verzweifelter Panik nach seinem gewünschten Bindungspartner schreit ... mental ... hervorgerufen durch eine verdammte Droge, aber genauso real, wie wenn er im Pon Farr wäre ... du musst entscheiden, was du antwortest.“

 

Die Türen schnappten hinter McCoy zu und ließen Kirk allein in dem Raum.

 

 

Teil 8