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Teil 1

 

„Wir erreichen jetzt die angegebenen Koordinaten“, meldete Sulu vorsichtig in die mehr als nur angespannte Brückenatmosphäre.

 

Kirk nickte knapp und fixierte weiter den Hauptschirm. Hinter ihm hörte er, wie sich die Türen des Turbolifts öffneten und wieder schlossen. Vermutlich McCoy, überlegte Kirk und sah kurz zu Chekov, der an Spocks Konsole saß. „Mr. Chekov?“

 

„Nichts Sir ...“ Der Russe runzelte die Stirn. „Doch ... Moment ...“ Er setzte sich auf den Stuhl und begann einige Einstellungen zu ändern, schüttelte verwundert den Kopf.

 

„Mr. Chekov?“, wiederholte Kirk die Frage und ignorierte den starren und eindringlichen Blick McCoys, der nun direkt neben ihn getreten war.

 

Chekov drehte sich um und sah verwirrt aus. „Ein ... Schiff, Sir. Keine Kennung. Es war eben nicht da und sollte nicht ...“

 

Kirk ließ ihn nicht zu Ende reden und drehte sich zu Uhura. „Rufen Sie es.“

 

Uhura nahm verwundert und etwas missmutig die Hände von der Konsole und sah zu ihm. „Unnötig Sir. Wir werden bereits gerufen. Nur Audio ... und abgeschirmt.“

 

„Nehmen sie an. Code 4xi ...“

 

Uhura nickte und gab die erforderlichen Daten ein, betätigte dann einige Schaltungen. „Jetzt Sir.“

 

„Enterprise. Halten Sie Position. Wir schließen Backbord auf und docken an Hauptpylone an. Keine Scans und bewahren sie Funkstille“, kam eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher.

 

„Das war alles ...“, meldete Uhura. Die Frage klang unüberhörbar in ihrer Stimme mit, doch es war noch keine Zeit für Antworten.

 

Kirk nickte und stand auf. „Mr. Sulu, Sie haben die Brücke. Alles vorbereiten zum Andockmanöver. Sie haben es gehört, Uhura. Funkstille. Rufen Sie Mr. Scott zu Schleuse fünf.“

 

Uhura nickte und wechselte einen fragenden Blick mit Sulu und Chekov. Niemand fragte offen, doch die Unsicherheit und Wachsamkeit stand ihnen allen ins Gesicht geschrieben. Er würde sie bald informieren müssen. Kirk sah kurz zu McCoy, der neben ihm auf den Zehenspitzen wippte und kurz davor war etwas zu sagen. Er deutete mit dem Kopf zum Turbolift, dass der Arzt ihm folgte und hielt kurz davor an, drehte sich zu den fragenden Gesichtern. „Meine Herren, das alles hat einen Grund, den ich Ihnen noch nicht nennen kann.“

 

Die Brückenoffiziere nickten langsam und drehten sich wieder zu ihrer Arbeit. Kirk betrat stumm mit McCoy den Lift und lehnte sich an.

 

„Meinst du nicht, du kannst ihnen vertrauen und solltest ihnen sagen, worum es geht? Was genau ist das für ein Schiff da draußen ... getarnt ... und ... wer kommt an Bord?“

 

„Du wirst ihn kennen lernen. Commander Fink. Das Schiff .... kenne ich auch nicht. Und ... ja ich sollte ihnen Bescheid sagen, werde ich auch, aber ... noch nicht. Ich weiß ja selber noch nicht, ...“

 

„Schon gut.“ McCoy lehnte sich ebenfalls an die Wand und sah kurz zu Boden. „Geschlafen?“

 

„Etwas. Kaum.“

 

„Mh, mh ... Träume?“ Der Arzt sah kurz zu ihm, registrierte das stumme Kopfschütteln und fixierte eine Wand. „Ich habe die Zeit im Labor verbracht. Ich habe einen möglichen Katalysator, mit dem ich das Zeug was sie ihm dort geben hoffentlich aus seinem System rausbekommen kann. Dazu muss ich aber genau wissen, was das für eine Droge ist um die richtigen Bestandteile herauszufiltern. Wir brauchen eine Probe ...“

 

Kirk nickte. „Dann werden wir eine besorgen.“

 

„Ja ... und einen Vulkanier.“ McCoy schwieg kurz, als sie aus dem Lift traten und den Korridor zur Schleuse entlanggingen. Scott wartete bereits und blickte neugierig auf einen Sichtmonitor, der die Annäherung des Schiffes übertrug. Der Arzt sah ihm über die Schulter und bemerkte das typische Leuchten in Scotty Augen. „Na? Scotty? Eine neue Liebe?“

 

„Aye, das ist ein feines kleines Schiffchen dort draußen.“ Er drehte sich zu Kirk. „Wenn ich fragen darf ...“

 

„Sie können gleich den Commander selbst fragen, Scotty. Er kommt an Bord, doch erst haben wir noch etwas anderes zu erledigen.“

 

„Aye.“ Scott wurde wieder ernst. „Wir ... ähm ... ich und zwei meiner besten Jungs ... wir haben einiges durchgecheckt. Das Schild könnte durchlässig werden, aber man muss das von innen machen. Die Frequenzen destabilisieren, das wäre eine Möglichkeit. Dann gibt es Löcher und ... nun, die könnten wir finden und mit einem Leitstrahl durch. Hat Mr. Spock noch ... den Transponder?“

 

Kirk nickte. „Er müsste ...“

 

In dem Moment öffnete sich die Schleuse und vier in schwarz gekleidete Männer und eine Frau standen mit ernsten Gesichtern vor ihnen. Ein mittelgroßer mit braunen Haaren, eher unauffälliger erscheinender Mann trat vor und nickte kurz. „Captain Kirk, ich bin Commander Fink und das hier ist mein Stab. Bitte um Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen.“

 

Kirk nickte und deutete in den Gang. „Erlaubnis erteilt. Willkommen an Bord, Commander.“

 

Fink nickte knapp und bedeutete seinen Offizieren ihm zu folgen. Seine Miene wechselte von dienstlich auf besorgt. „Warum die Planänderung? Sie sollten uns erst in einigen Tagen kontaktieren.“

 

„Die Zeit drängt. Wir hatten Kontakt und ...“ Kirk unterbrach sich und blickte den Korridor hinunter. „Commander, bitte folgen Sie mir mit ihren Männern in den Besprechungsraum, dort können wir die Formalitäten klären und ungestört reden.“

 

Fink schürzte die Lippen und gab seinen Leuten einen Wink. Nachdem die schweigende Prozession im Besprechungsraum angekommen war und sie sich einander vorgestellt hatten, kam Fink erneut sofort zur Sache.

 

„Also … Captain Kirk? Wir sind als Beobachter der SI hier. Eine Kontaktaufnahme ihrerseits war erst in sechs Tagen geplant und sollte der Informationsübermittlung von Commander Spock dienen.“ Er blickte kurz prüfend zu McCoy und Scott. „Ihre beiden Offiziere wissen Bescheid, vermute ich, sonst wären sie nicht hier.“

 

Kirk nickte knapp. „Die vorzeitige Kontaktaufnahme war notwendig und es ist notwendig den Plan zu ändern ...“

 

„Captain...“ Fink beugte sich im Stehen etwas über den Tisch. „Das ist nicht möglich, schon unsere jetzige Kontaktaufnahme ist außer der Reihe und birgt die Gefahr, dass das gesamte Unternehmen aufgedeckt wird und die falschen Personen aufmerksam und möglicherweise gewarnt werden. Das bringt ihren Offizier auf Traxas ebenso in Gefahr, wie ...“

 

„Er ist bereits in Gefahr ... wir müssen ihn dort rausholen. Sofort“, brach McCoy sein bis eben mühsame eingehaltenes Schweigen. Alle Anwesenden drehten sich zu ihm und sahen ihn überrascht an.

 

Fink runzelte die Stirn und sah fragend zu Kirk, setzte sich auf einen freien Stuhl. Seine Offiziere taten es ihm gleich. „Captain? Vielleicht ist es besser, wenn wir zunächst ... einen vollständigen Bericht bekommen?“

 

Kirk nickte und setzte sich ebenfalls. „Wir hatten wie geplant Kontakt. Vor jetzt ... sechs Stunden. Es war nicht wie erwartet und ...“

 

„Nicht wie erwartet?“, explodierte McCoy und erhob sich halb aus seinem Stuhl in dem er gerade Platz genommen hatte. „Der Junge war halbtot und ...“

 

„Bones“, unterbrach Kirk.

 

„Verdammt, er kann es ruhig wissen, in was die ihn dort hineingeschickt haben und ...“

 

„Bones!“

 

„Doktor McCoy.“ Fink sah ihn durchdringend an. Der Blick hätte dem Spocks alle Ehre gemacht und brachte den Arzt sofort zum Schweigen. „Ich respektiere Ihre offensichtliche Sorge doch Sie ... haben den Falschen erwischt. Wir sind ebenfalls Befehlsempfänger. Vielleicht wäre es angebracht, wenn Sie Ihren Captain zunächst ... aussprechen lassen?“

 

McCoy setzt sich schnaufend wieder, warf erst Fink dann Kirk einen wütenden Blick zu.

 

Kirk holte tief Luft. „Dr. McCoy hat Recht. Der Zustand von Mr. Spock war alarmierend. Er ist in Gefahr und wird keine Woche mehr Zeit haben ihn wie geplant dort aufzunehmen. Darüber hinaus ist fraglich, ob Traxas sich an die Weisung halten würde, ihn an uns zu übergeben ... lebend. Er scheint in die internen Bereich vorgedrungen zu sein und ... weiß vermutlich bereits zu viel.“

 

Fink runzelte wieder die Stirn und beugte sich leicht vor. Er tauschte rasche Blicke mit der Frau an seiner Seite aus und sah wieder zu Kirk. „Hat er die Informationen übergeben können?“

 

„Wir waren durch einen Energieschild getrennt und hatten nur fünf Minuten, wurden dabei überwacht und abgehört doch ...“ Kirk hob die Hand, als Fink ihn unterbrechen wollte. „Die Verdächtigungen und Vermutungen treffen zu und mehr als das. Es werden dort Drogen hergestellt, außerdem Waffen und in großem Maßstab an Piraten umgeschlagen. Die ... besonderen Häftlinge, mit dem notwendigen Wissen, wie mein Erster Offizier es derzeit ist, werden für die Fabrikation herangezogen. Mr. Spock warnte außerdem davor, ihn wie geplant mit einer Weisung aus der Kolonie verlegen zu lassen. Sein Leben würde gefährdet und die Verantwortlichen sind misstrauisch. Ein Eingreifen ist dringend notwendig.“

 

Fink zog die Augenbrauen zusammen. „Das ist eine der Förderation unterstehende Kolonie. Sie müssen sich an Weisungen halten es sei denn ... er weiß zu viel?“

 

Kirk nickte und tauschte kurze Blicke mit McCoy und Scott. „So sieht es aus. Er kennt die Verantwortlichen und befürchtet eine Verschleierung und vorzeitige Flucht, wenn sie Verdacht schöpfen. Er steht unter strenger Bewachung und ... Commander, er ist in Lebensgefahr. Er gab uns eine Zeitangabe, bis zu der er versuchen wird das Schild zu sabotieren. Er hat bereits andere interne Systeme sabotiert.“

 

Fink lehnte sich seufzend zurück, tauschte bedeutungsvolle Blicke mit seinen Männern aus und sah dann zu der bisher stillen Frau neben ihm. Eine junge brünette, fast Mitte vierzig. „Levy?“

 

Sie nickte langsam und beugte sich vor als sie sprach. „Captain. Erlauben Sie mir die Frage. Woher wissen Sie dieses alles ... aus fünf Minuten Kontakt und dieser war ... streng überwacht?“

 

„Er hat ... Commander Levy, ich kenne Mr. Spock bereits sehr lange und er hat es zwar nicht deutlich sagen können, doch deutlich genug, dass ich es verstanden habe.“

 

McCoy brummte. „Und zu seinem Zustand musste er nichts sagen, wir konnten ihn mit eigenen Augen sehen. Er wird unter Drogen gesetzt und ...“

 

Levy sah skeptisch aus. „Ein ... Code? Unter Drogen? Wie sicher sind Sie, das Ihre Deutung zutrifft, Captain?“

 

Kirk zog düster die Augenbrauen zusammen. „Mr. Levy ...“

 

„Anna...“, unterbrach Fink. „Mr. Spock ist Vulkanier und wählt seine Worte sorgfältig, besonders unter Überwachung und unter Druck. Drogen ändern daran nichts, solange er sprechen kann ... weiß er was er sagt. Du kennst Vulkanier. Der Captain kennt diesen und wenn er sagt, dass es so ist, dann glaube ich das. Wie schlimm ist es, Kirk?“

 

„Sehr ...“, antwortete Kirk, beruhigt, dass Fink offensichtlich keine weiteren Erklärungen benötigte. „Wir müssen ihn dort rausholen ...“

 

„Wir? ... und im gleichen Atemzug die Kolonie übernehmen?“, unterbrach nun einer der anderen Männer. Ein Lieutenant der Aufklärung und Eingreiftruppe, wie er vorgestellt wurde. Masterson. „Entschuldigen Sie, Sir, aber dafür sind wir nicht befugt und auch nicht ...“

 

„Wir können nicht einfach in eine Strafkolonie eindringen, auch wenn die Anschuldigungen noch so klar sind. Es fehlen Beweise und wir haben keine Anweisung vom Admiral“, unterbrach nun auch Levy.

 

Kirk sah verwirrt von einem zum anderen. „Da unten ist einer meiner Offiziere und riskiert seinen Hals für Ihre Beweise und Sie wollen auf einen Befehl vom Admiral warten?“

 

„Das glaube ich nicht“, explodierte McCoy und stand auf, schlug mit der Hand auf den Tisch. „Ich wusste schon immer, dass ...“

 

„Setzen Sie sich, Doktor“, schnappte Fink und fuhr sich durch die Haare, sah dann auf Kirk und wieder zu Masterson. „Wir brauchen Fakten. Was haben wir für Fakten? Jon?“

 

Masterson schnaufte und rollte mit den Augen. „Traxas. Autorisierte Strafkolonie, im Verdacht in die Drogengeschäfte verwickelt zu sein, die hier vermutet werden und raumgreifend im inneren Förderationssystem ansteigend sind. Die SI hat Traxas seit einem Jahr in Verdacht einen größeren Einfluss zu haben, doch ... keine Beweise.“

 

„Die Beweise sind dort unten ...“, warf Kirk ein.

 

Masterson nickte. „Ihr Offiziers, hatte den Auftrag aufgrund seiner spezifischen Eignung dort die Lage zu erkunden. Beweise zu finden ...“

 

„Die Lage erkunden ...“, stieß McCoy ärgerlich aus und verschränkte die Arme vor der Brust.

 

„Richtig, Doktor“, Masterson war ihm einen ärgerlichen Blick zu. „So war es gedacht. Die Lage erkunden, Beweise und Informationen zu liefern ... damit wir eingreifen können, wenn es sich so herausstellt, dass wir es sollten.“

 

„Aber so ist es nicht gelaufen.“ Kirk beugte sich vor und sah durchdringend zu Fink. „Commander, dort unten ist eine Drogenfabrikation und die Verantwortlichen haben sich meinen Ersten Offizier mit Kusshand geschnappt um ihre Fertigung zu ... optimieren ... vermutlich ... und er ist jetzt in Gefahr. Entweder holen wir ihn dort raus oder Sie tun es ... oder wir tun es gemeinsam, aber wir werden ihn rausholen.“

 

Fink presste die Lippen zusammen. „Captain, beruhigen Sie sich. Es gefällt mir genauso wenig und wir werden keinen Mann dort unten dem Tod aussetzen. Aber wir müssen zumindest ... einigermaßen ... sicher sein, dass wir die richtigen erwischen. Von der Aufklärung dieser Drogenquelle sind sehr viele Leben abhängig, nicht nur das Ihres Offiziers.“ Er blickte zu Levy. „Die Behörde hat derzeit keinen verantwortlichen Admiral. Bis die Nachricht durch alle Kanäle ist, vergehen drei Wochen. Diese drei Wochen haben wir nicht, nicht nach allem was wir jetzt ... wissen. Stimmst du mir da zu?“

 

Levy nickte langsam, doch wirkte noch nicht überzeugt.

 

„Jon?“ Fink blickte fragend zu Masterson.

 

Der kräftige jüngere Mann blickte durch alle Gesichter, nickte schließlich ebenfalls langsam und sah auf den Tisch. „Okay ...“

 

„Gut. Wir holen Ihren Mann dort raus Captain. Sie sind sicher, dass er die notwendigen Informationen hat, um die Verantwortlichen zu überführen? Wir würden eigenmächtig handeln ... auf meinen Befehl ... und müssen vermutlich sofort zugreifen. Es werden Beweise vernichtet werden und am Ende könnte alles was wir noch haben die Aussage Ihres Offiziers sein. Ich muss das fragen, Mr. Spock wurde nicht ohne Grund ausgewählt diese Mission zu übernehmen, dennoch  ... ist er zuverlässig und glaubwürdig? Wird er aussagen?“

 

McCoy wollte sich aufplustern doch Kirk stoppte ihn mit einer Handbewegung. „Commander Spock ist Vulkanier. Er ist loyal und er hat, wie wir alle ... einen Eid geschworen. Er wird Ihnen alle Informationen geben, die nötig sind um die Verantwortlichen zu überführen.“

 

Fink sah ihn eine Weile musternd an. „Levy, Jon? Geht rüber auf die Caius und besorgt alles was wir über den Strafkolonie-Komplex wissen. Bereitet die Jungs vor und die Ausrüstung. Es muss schnell gehen, Captain Kirk? Sie sagten der Commander würde versuchen den Schild von innen zu destabilisieren? Wie viel Zeit haben wir?“

 

Kirk sah zu Scott, als Levy und Masterson den Raum verließen.

 

Scott nickte erregt und sprach nun das erste Mal, hatte bisher schweigend und aufmerksam zugehört. „Zwei Tage, Captain und ... eine Stunde ... nach Ihren Zeitangaben, die Sie von Mr. Spock bekommen haben. Wir kommen nicht genauer ran, doch das ist schon auf zwei Minuten genau. Bis dahin wird er versuchen das Schild zu manipulieren – von innen. Ich habe mich bereits damit befasst und es gibt nur die Möglichkeit durch Umprogrammierungen in der Energieversorgung das Feld zu destabilisieren. Löcher zu schaffen, durch die wir mit einem Leitstrahl hindurch kommen.“

 

„Beamen?“, fragte nun einer der Männer von Fink, der bisher nur schweigend zugehört hatte.

 

„Durch die Löcher?“ Scott nickte. Rein und raus ... aber nur mit Leitstrahl, am besten mit Transponder. Mr. Spock müsste ihn noch tragen und ...“

 

Fink schüttelte bedrückt den Kopf. „Nein. Er wurde ihm von uns abgenommen bei der Überführung in das Transportschiff.“

 

„Verdammt ...“, schnaufte McCoy.

 

„Aber ...“ Fink hob beschwichtigend die Hand. „Wir haben den Transponder mit einem neuen Biosensor ersetzt, der schlicht seine Biosignale verstärkt. Weniger auffällig und es reicht um ihn zumindest zu lokalisieren, wenn der Schild löchrig ist. Sie sollten dann damit sogar seinen Herzschlag auffangen können ... zumindest mit unseren Scannern, Doktor McCoy.“

 

McCoy starrte ihn verblüfft an. „Biosensor?“

 

„Ihr Ingenieur soll Mr. David die Daten geben und dann docken wir ab und brechen auf.“ Fink stand auf und sah wieder zu Kirk. „Noch mehr was wir wissen müssten?“

 

Kirk und McCoy tauschten besorgte Blicke. „Scotty, geben Sie Mr. Davids alle Daten, die er benötigt. Jetzt.”

 

Scott nickte und verließ mit Davids den Raum.

 

Kirk, McCoy und Fink sahen sich stumm an. McCoy brach das Schweigen. „Er braucht einen Arzt. Haben Sie einen Arzt auf ihrem ... Flitzer dort draußen?“

 

„Dr. Braman kennt Mr. Spock von der Untersuchung beim Transfer.“ Der Commander seufzte schließlich, ahnte wohin das führte.

 

„Captain, Doktor. Die Enterprise ist, nach allem was Sie berichtet haben ab sofort zu ... auffällig. Diese Kolonie wird von zwei traxanischen Brüdern geleitet. Delek und Rakal. Wir vermuten sie haben Admiral Lewinsky erpresst, doch haben noch keine Beweise. Wir wissen auch noch nicht, wie weit die Traxanische Regierung darin verstrickt ist, sein könnte. Die Brüder jedenfalls sind bereits verdächtig und .... in jedem Fall sind sie nicht dumm. Die Enterprise wäre zu auffällig, wenn sie vor der Zeit in den Orbit zurück kehrt. Ihr Mr. Spock hat Recht und wenn Sie ihm sonst vertrauen, sollten Sie es darin. Sie werden ihr Schiff wegbringen und so tun als wäre alles wie es sein sollte. Patrouille fliegen und bereit sein. Die Caius wird allein nach Traxas fliegen.“

 

McCoy sah rasch zu Kirk, der unwillig die Augenbrauen zusammenzog. „Mr. Fink. Mr. Scott kann die Enterprise befehligen. Dr. McCoy und ich werden mitkommen.“

 

„Das ist mein Schiff, Captain“, erwiderte Fink und erhob sich.

 

Kirk sah ihn steif an. „Und mein Offizier, der Ihre ... Arbeit dort unten macht.“

 

Fink sah einen Moment ärgerlich aus und holte tief Luft. „Captain. Wir werden ohne direkten Befehl dort eindringen. Wir werden alles tun um Ihren und in diesem speziellen Fall auch unseren Mann dort lebend herauszubekommen. Ich möchte nicht auch noch für ihr Leben und das von Dr. McCoy verantwortlich sein. Wir haben eine hoch spezialisierte und gut ausgebildete Eingreiftruppe und Mannschaft aber ... es gibt keine Garantien.“

 

„Ach ... keine Garantien?“, stieß McCoy spöttisch die Luft aus. „Darauf kommt er jetzt?“

 

„Bones, ... “, unterbrach Kirk gefährlich ruhig und fixierte den inzwischen an der Tür stehenden Commander. „Mr. Fink. Ich stehe im Rang über Ihnen, doch ich möchte es nicht befehlen. Es ist ihr Schiff und Ihre Mannschaft, aber es ist mein Offizier, der dort unten in Gefahr ist. Dr. McCoy und ich werden Sie begleiten. Auf eigenes Verlangen ... oder als Befehl.“

 

„Wie Sie wünschen. Captain.“ Fink nickte steif und ging zur Tür. „Wir docken in zwei Stunden ab. Packen Sie alles zusammen was Sie brauchen.“

 

Mit einem leisen Zischen schlossen sich die Türen hinter ihm und sie waren allein im Raum. Kirk ließ stöhnend den Kopf in die Hände sinken. Die steile Falte auf seiner Stirn, die sich bereits in den letzten Minuten gebildet hatte, vertiefte sich.

 

„Jim?“ McCoy sprang auf und eilte um den Tisch. „Jim ... was ist?“

 

„Spock ...“ Kirk hob eine Hand. „Ich ... fühle ihn irgendwie.“

 

Der Arzt hatte bereits den Scanner draußen und hielt ihn über Kirks Kopf. „Ich dachte wir sind zu weit entfernt um ...“

 

„Hör auf zu diskutieren ...“, ächzte Kirk und presst die Hände gegen die Schläfen. „Gib mir was ...“

 

McCoy brummte unwillig. „Wenn du mir sagst was? Doktor Kirk? Deine Hirnwellen spielen verrückt ... im Gamma Bereich, ich wusste nicht dass du ...“

 

„Spock ...“, flüsterte Kirk und schloss die Augen, atmete schneller und keuchte. „Bones ... ich kann nichts dagegen tun ... er ....“

 

„Ich weiß nicht ob das richtig ist ...“ McCoy presste eine Injektion an Kirks Oberarm. „Besser?“

 

Kirk blinzelte ihn an und horchte in sich hinein. „Ja ... Bones ... was ist das gewesen?“

 

„Ich habe dir eine Art Sedativ gegeben, blockiert die Zentren, die diese Gamma Ausschläge verursachen und dazu die Kopfschmerzen.

 

„Er hat ... was wenn er versucht mich zu erreichen?“

 

McCoy griff ihm an die Schulter. „Ich vermute, dass das genau das ist, was er versucht oder tut .... Aber nicht bewusst ... Drogen. Sehr wahrscheinlich. Er würde nie ...“

 

„Er ... hat Angst.“

 

McCoy setzte sich und schloss die Augen. „Nicht nur er ... Jim?“ Er sah ihn wieder an. “War das wie … diese Träume?”

 

Kirk nickte und schüttelte dann den Kopf. „Nein ... und ja ... jetzt weiß ich, dass es von ihm kommt und ... wenn du Recht hast, dass er es nicht kontrollieren kann. Viel intensiver und die Angst ... war neu. Bones, was machen die mit ihm?“

 

McCoy starrte schweigend auf den Tisch. „Das wäre Spekulation ...“, murmelte er.

 

Kirk griff hart nach dem Handgelenk des Arztes und sah ihn eindringlich an. McCoy sah fort und presste die Lippen zusammen, schloss die Augen, nicht fähig seinen Freund anzusehen.

 

Kirk ließ ihn erschrocken los und stand abrupt auf. Er wich einige Schritte zurück und blieb stehen, öffnete den Mund doch die Worte wollten sich nicht formen um die Gedanken auszudrücken, die ihn in diesem Moment wie eine hereinbrechende Flut überrannten. Es gab keine andere Erklärung. Erotische Träume? Der intensive Schrei eben, das Verlangen? Spocks? Unkontrolliert?

 

„Die zwingen ihn zu ...“

 

„Ja“, krächzte McCoy und sah ihn an. „Das ist ... was ich befürchte.“ McCoys letzte Worte waren leise gewesen und er stand langsam auf, kam auf Kirk zu. „Jim, das ist Spekulation. Lass uns ihn da erstmal ...“

 

Kirk schüttelte ungläubig den Kopf. „Nicht ... Spock. Er würde es nicht zulassen. Er ist ... Vulkanier.“

 

„Er steht unter Drogen, Jim. Sei dir bewusst, dass er ...“

 

„Nein! Wir holen ihn da raus und .... Ich muss Scotty Bescheid geben.“ Kirk drehte sich auf dem Absatz um und verließ den Raum, nicht willens den Gedanken fortzusetzen, den der Arzt angedeutet hatte. Nicht Spock. Sein Freund war stark. Er würde es schaffen. Sie würden ihn rausholen.

 

Die Bilder von der Planetenoberfläche, von dem kurzen Treffen mit Spock, verdrängten gnadenlos Kirks Optimismus und er sackte stöhnend an die Wand des Turbolifts, schaffe es mit Mühe bis zu seiner Kabine, bevor er vor dem Tisch auf die Knie fiel und seine Wut und Sorge herausschrie.

 

 

Teil 6