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Teil 1

 

 

Mehr als nur wütend stob McCoy hinter Kirk her in dessen Kabine. Er war außer sich, außer sich über den Plan selber, darüber, dass er so spät informiert wurde von dem was wirklich vorging, außer sich vor Sorge um den vulkanischen Ersten Offizier und außer sich über Kirks Reaktion. Er wollte Erklärungen, doch die würden noch warten müssen.

 

Kirk setzte sich ohne Umschweife an seinen Monitor und öffnete eine Verbindung zur Brücke. Ein stechender Blick würgte McCoy ab, bevor der überhaupt Luft geholt hatte.

 

„Uhura, ... eine Verbindung zu den Koordinaten, die ich Ihnen gestern gegeben habe. Ordner 24-3b – Sofort! Abgeschirmt“, schnappte Kirk in das Mikrofon. Er warf McCoy einen düsteren Blick zu und wartete auf die Antwort.

 

„Kanal offen, Sir. Sie können sprechen“, kam schließlich Uhuras leicht irritierte Stimme. Kirk ignorierte es und betätigte einige Schaltungen, codierte seine Nachricht.

 

„Orbit um Traxas. Rendezvous sofort – Sektor wie vorgesehen.“ Mit mehreren Knopfdrücken schickte Kirk die Nachricht ab, verband sich erneut mit der Brücke. „Uhura, geben Sie mir Sulu oder Scotty.“

 

„Sulu hier, Mr. Scott ist noch ...“

 

„Mr. Sulu. Wir verlassen den Orbit – Kurs zwei sieben drei – Warp sieben. Sofort.“

 

„Aye ... Sir, darf ich fragen ob es Mr. ...“

 

„Nein, Sie dürfen nicht! Mr. Scott soll gleich in meine Kabine kommen. Führen Sie den Befehl aus, Mr. Sulu, Sie haben die Brücke.“

 

„Aye ... Captain.“

 

Wenige Sekunden war Stille, als die Verbindung beendet war, dann blickte Kirk zu McCoy der mit geballten Fäusten vor ihm stand und nur mühsam seine Rage beherrschte.

 

„Es geht ihm schlecht, Bones“, flüsterte Kirk erschlagen. Er ließ die Schultern hängen und fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht.

 

Kirk zeigte Schwäche? Jetzt? McCoy war einige Augenblicke hin und her gerissen und folgte zunächst seinem dringendsten Bedürfnis. Er hatte es aufgeschoben und unterdrückt, seit sie von Traxas an Bord gebeamt waren und er musste sich Luft machen, jetzt. „Was zum Teufel soll das hier werden? Wir verlassen den Orbit und ... ein simples: Es geht ihm schlecht? Ist das ein Witz? Verdammt ... er ist dem Tod näher als dem Leben“, schrie er Kirk aufgebracht ins Gesicht. „Er muss da raus. Jetzt!“

 

„Bones ...“

 

„Die bringen ihn um. Ich möchte nicht wissen, was sich unter diesem grellroten Overall alles an blauen ... nein, gelben Flecken verbirgt und ...“

 

„Bones!!!“

 

McCoy stoppte und wirbelte aus seinem unruhigen hin und her Laufen zu Kirk herum, stützte sich mit beiden Händen auf den Schreibtisch und beugte sich nah herüber. „Es geht ihm mehr als ... schlecht. Ein Scheiß Plan ... SI? .... das war klar. Ich habe es von Anfang an gesagt! Du wirst ihn da rausholen, sofort. Denn du hast zugelassen ...“

 

„Vorsicht .... Doktor!“, warnte Kirk mit leiser Stimme. „Vorsicht ...“

 

Du hast ihn da rein geschickt ...“, zischte McCoy. „Jeder halbwegs schlaue Geheimdienstler hätte das tun können, aber nein ... es musste ja Spock sein. Du hättest es ihm ausreden können und ... du hast deinen besten Freund in diese Hölle da geschickt und ... was weiß ich noch. Ein pazifistischer Vulkanier in einer Strafkolonie ... verdammt. Die bringen ihn dort um ...“

 

„Es reicht Bones ...“, wurde Kirk nun ebenfalls laut. „Es war ... ist ein gut durchdachter und geplanter Auftrag! Spock war aufgrund seines Wissens und Könnens die beste Wahl für diese Mission. Die SI hat angefragt und ... er kannte die Gefahren und ... er ist freiwillig gegangen. Ich habe es dir erklärt worum es geht. Eine Drogen- und Waffenfabrikation, die vermutet wird und enttarnt werden muss ... mitten unter der Nase der Förderation. Wirst du jetzt helfen? Oder wirst du weiter auf mir herumhacken und mir ein schlechtes Gewissen einreden, ... was ich ohnehin schon habe.“

 

„Einen Scheiß hast du ...“ McCoy schlug wütend mit der Faust auf den Tisch und stieß sich ab. Zischend stieß er Luft aus und drehte sich zum Schlafbereich, stemmte die Hände in die Hüften und starrte blind auf die Wand. „Verdammt ...“

 

Bedrückendes Schweigen legte sich über sie. Der Zustand auf Traxas in der Strafkolonie war tatsächlich ernster als die SI überhaupt angenommen hatte. Spock war in Gefahr, das war mehr als sichtbar gewesen. Kirk schloss die Augen und versuchte die Bilder seines abgekämpften Freundes aus dem Kopf zu bekommen. Es gelang ihm nicht. Noch weniger gelang es ihm den mentalen Schrei zu verdrängen, den er überdeutlich gehört hatte. Diese Ausmaße waren nicht geplant gewesen.

 

„Er hat keine Woche mehr ...“, murmelte McCoy in die Stille, hatte sich etwas beruhigt.

 

Kirk öffnete die Augen und starrte blind auf den Rücken des Bordarztes. Er wartete. McCoy regte sich zu Recht auf. Spocks Zustand war schlecht gewesen, mehr als schlecht. Das war nicht geplant. Eines der von McCoy so vehement vorhergesagten Löcher im Plan? War Traxas wirklich schlimmer und gefährlicher, als selbst die SI wusste?

 

Der Arzt drehte sich wieder zu ihm um da Kirk nicht antwortete, fixierte ihn konzentriert. „Von den offensichtlichen Verletzungen will ich mal gar nicht sprechen. Er wurde geschlagen und er wurde mehr als einmal unsanft gefesselt. Du hast es gesehen, die Male an den Handgelenken? Du hast sie doch gesehen, oder? Unter der Gefängniskleidung wird sich noch mehr verbergen, woran ich gar nicht denken mag. Folter oder nur ... grobe Behandlung, Kämpfe ... weiß ich nicht. Was kann ein Vulkanier für einen Grund geben um so behandelt zu werden ... auf einer Förderationskolonie ... aber ... das ist alles nur physisch. Er ist zäh. Was aber weitaus schlimmer ist ...“

 

„Was heißt: Das ist alles nur physisch?“, fragte Kirk dazwischen.

 

„Was ... aber weitaus schlimmer ist ...“, setzte McCoy seinen angefangenen Satz ärgerlich fort und stützte sich wieder auf den Tisch, blickte Kirk düster in die Augen. „Sie ... oder jemand ... setzt ihn unter Drogen. Seine Pupillen waren geweitet, glasig und er hat die letzten Reste seiner Kontrollen zusammen gekratzt, um es sich nicht anmerken zu lassen, um seine Haltung zu bewahren. Verdammt ... er musste sich hinsetzen, weil er sonst gefallen wäre, weil seine Muskulatur derart verkrampft war, das es schmerzt. Ich habe einen Blick in diese Augen erhaschen können und das hat mir gereicht ...“

 

„Drogen? Was für Drogen?“

 

„... und das hat mir gereicht ... um zu wissen, dass er ein ernsthaftes Problem hat“, setzte McCoy erneut seine erboste Rede fort und ignorierte Kirks Frage.

 

„Er hat keine Woche. Hörst du mir zu, Captain James T. Kirk? Dein Freund und Erster Offizier wird in einer Woche tot sein oder ... irre.“ McCoy schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, presste die Lippen zusammen und drehte sich abrupt wieder weg. Er verschränkte die Arme vor der Brust und sah an die Wand, wie Spock wenn er etwas unbequemes sagen musste oder einer direkten Konfrontation auswich. Doch bei McCoy war es unzureichend gezügelte, blanke Wut.

 

„Und jetzt ... “, fügte McCoy schließlich leise hinzu und senkte etwas den Kopf, atmete durch. „...kannst du mir erzählen, was du unternehmen wirst, um ihn da so schnell wie möglich herauszuholen. Plan hin oder her ... und ... das Verlassen des Orbits ist nicht das, was ich erwarte

 

Kirk holte tief Luft, stützte sich mit den Ellenbogen auf die Knie und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht, rieb seine Augen. Es hatte keinen Zweck zu streiten, zu leugnen oder zu verdrängen, auch nicht das, was er wollte. Spock war in Gefahr, das war sichtbar gewesen. Der Plan nicht so gelaufen, wie er hätte sollen. Spock hätte alle Informationen sammeln sollen, die ihm als Fachmann zugänglich waren und sie hatten ihn nach einer Woche offiziell herausholen wollen. Die dortigen Ausmaße der Brutalität und Beeinflussung um sich die Dienste eines Spezialisten zu sichern, waren vermutlich nicht einmal der SI bekannt und würden es nicht werden, wenn sie Spock dort nicht herausbekamen. Lebend. Eine andere Option gab es nicht, doch das war nun das größte Problem geworden. Wenn der Vulkanier derart tief involviert war, würden die Verantwortlichen ihn nicht einfach hinausspazieren lassen.

 

Er holte erneut tief Luft, sammelte sich und sah dann wieder zu McCoy und sprach leise. „Wir wurden abgehört ...“

 

„Ach ...“, brummte der Arzt ärgerlich.

 

„Verdammt ... hör mir wenigstens zu ...“ Kirk schnaufte und begann von neuem. „Er ist in den internen Bereich vorgedrungen, hat die Informationen, die die SI benötigt und die Vermutungen treffen zu und weit mehr als das, wie wir gesehen haben. Er hat keine Beweise mitgeben können, doch seine Aussagen werden ohnehin reichen. Er hat außerdem einen direkten unmittelbaren Zugriff empfohlen, vor der ... geplanten Aktion gewarnt und angedeutet, dass er diese Zeit nicht mehr haben wird. Er hat bereits einiges sabotiert und wird alles unternehmen um die Schilde zu sabotieren, kann das aber nicht garantieren. In zwei Komma vier Tagen ... von dem Moment an, als wir gesprochen haben ... wird er es entweder geschafft haben, vielleicht eher ... oder nicht.“

 

McCoy drehte sich langsam um und starrte ihn an. Er öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Düster zog er die Augenbrauen zusammen. „Haben wir an zwei verschiedenen Gesprächen teilgenommen?“

 

Kirk schüttelte geschlagen den Kopf. „Es war ... in seinen Aussagen versteckt. Eine Art Code. Ich habe ihn verstanden. Er hat mir übermittelt was er konnte und ... mehr. Bones, wir kennen uns gut, du weißt es.“

 

„Mehr?“

 

Kirk nickte und drehte sich auf dem Stuhl weg. Wieder hörte er den Hilfeschrei in seinen Gedanken und wusste nun nur allzu deutlich, was die merkwürdigen Albträume zu bedeuten hatten, die er bereits zweimal gehabt hatte. Er hatte dem Arzt noch nichts davon erzählt. Das würde sich nun rächen, ahnte er. „Er hat ... da unten als wir uns nah waren ... er hat mich über unsere Verbindung ... kontaktiert. Nur kurz aber ... Bones, es geht ihm schlecht.“

 

„Er hat ... was?“ McCoy kam rasch die drei Schritte näher, die ihn von Kirk trennten. Er griff ihn an den Oberarmen und riss ihn vom Stuhl hoch, dass er ihm direkt in die Augen sehen konnte. „Weißt du, was du da sagst?“

 

Kirk blinzelte überrascht von der Grobheit des Arztes. Er riss sich los und drehte sich weg.

 

„Jim, verdammt ... ich weiß, dass ihr ein schwaches mentales Band teilt. Ein .. schwaches, hörst du? Freundschaft ... aber ... hat er ... diese Verbindung ... jemals sonst aktiv genutzt?“, McCoy riss ihn erneut am Arm herum, funkelte ihn mit leuchtend blauen Augen erschocken an.

 

Kirk schüttelte bedrückt den Kopf. „Nicht ... in diese Richtung, nur wenn ...“

 

„Genau! Wenn er deinen Hintern irgendwo herausholen musste. Er würde niemals ungefragt ... oder unbeabsichtigt ... mein Gott ...“ McCoys Stimme erstarb und er fuhr sich zitternd durch die Haare. „Jim ... verdammt, Jim ... das war ein Hilfeschrei ...“

 

Der Türsummer unterbrach sie und Kirk straffte sich, warf McCoy einen intensiven Blick zu. „Das ist Scotty.“ Er öffnete die Tür.

 

Scott trat ein, sichtbar reserviert noch von der Zurückweisung im Transporterraum. Er blickte von einem zum anderen und bemerkte sofort, dass etwas zwischen den beiden Männern gewesen sein musste. „Sir?“

 

„Setzen Sie sich Mr. Scott. Du auch, Bones.“

 

McCoy schoss Kirk einen wütenden Blick zu doch setzte sich, der Chefingenieur ebenso.

 

Kirk holte tief Luft und sah zu Scott. „Mr. Scott. Mr. Spock ist nicht ohne Grund auf Traxas. Er befolgt eine geheime Mission die ...“

 

„Aye ...“ Der Schotte grinste plötzlich breit, als wäre es genau das, was er hatte hören wollen. „Ich wusste doch, dass da etwas ...“

 

Kirk hob die Hand. „Ja. Sie haben richtig vermutet. Aber ... die Lage ist ernst. Er ist .. in Gefahr und wir müssen ihn dort herausholen, ... eher als geplant.“

 

Scotts Miene verdüsterte sich, war sofort bei der Sache. „Das dürfte mit dem Schild unmöglich sein. Traxas ist eine Hochsicherheits Kolonie. Dort werden die ... zum Teil intelligentesten aber auch die gefährlichsten Straftäter ... hm ... verwahrt, die  ... Sir? Durch diesen Schild werden wir nicht hindurch kommen.“

 

„Woher wissen Sie das so genau?“, fragte McCoy.

 

Scott räusperte sich verlegen, sah von Arzt zum Captain. „Ich ähm ... ich habe bereits ... ich dachte mir, dass ... also ...“

 

„Schon gut, Scotty.“ Kirk konnte nicht umhin zu grinsen. Scott kannte sie zu gut, hatte ein feines Gespür für die Bedürfnisse der Maschinen und auch die Wünsche seiner Vorgesetzten. Der Ingenieur hatte vermutlich bereits geahnt, dass mehr hinter den Geschehnissen steckte, als sie bereits bei ihrem Eintreffen gescannt hatten und er die Scanner Modifikationen entdeckt hatte. Wahrscheinlicher war, dass er es sogar noch eher geahnt hatte. „wir hätten Sie eher einweihen müssen. Entschuldigen Sie, Scotty. Also, sprechen Sie offen ...“

 

Scotty blies sich Luft in die Wangen und schüttelte dann den Kopf. „Wir kommen durch, mit den Scannern die Mr. Spock noch ... ähm .. modifiziert hatte – aber gerade so eben - leidlich. Wir können zumindest Lebensformen ausmachen, doch nicht mit dem Biofilter typisieren. Unmöglich Traxaner von Andorianer, Mensch, Chevelen oder gar Vulkanier zu trennen. Mit viel Glück und einer schwachen Felddichte können wir zumindest die Anzahl an Lebensformen lokalisieren. Mehr ... nicht. Dort dringt nichts durch, nicht hinein oder hinaus.“

 

„Dann müssen wir einen anderen Weg versuchen. Vielleicht doch wie es geplant war ... nur ... eher“, überlegte Kirk laut.

 

„Verzeihung, wenn ich mich einmische, aber ... Was war geplant?“, fragte McCoy, noch immer sichtbar verärgert.

 

Kirk seufzte. „Die SI hat ein Schiff im Sektor stationiert, von wo aus sie operieren und auf unsere Nachricht warten ... und überwachen. Sie sollten eine Nachricht absetzen, dass es zu einer erneuten Verhandlung kommen wird und wir Mr. Spock in einer Woche in Gewahrsam nehmen um ihn zu Raumbasis fünf zu bringen. Damit wäre er raus gewesen und hätte die Informationen geliefert, die sie benötigen. Es sollte keine Probleme geben ...“

 

McCoy klatschte in die Hände. „Na fantastisch. Sag ihnen, sie sollen das vordatieren, am besten auf morgen und schwupp ....“ Er schnippte mit den Fingern. „Beamen wir ihn da raus.“

 

Scott sah verwirrte von einem zum anderen, als er den Zynismus des Arztes bemerkte.

 

Kirk presste kurz die Lippen zusammen. „Es ... sollte keine Probleme geben, hätte keine geben sollen ... nicht so massiv ... da diese Kolonie der Autorisation der Förderation unterliegt aber, ...“

 

„Mr. Spock ...weiß jetzt zu viel?“, fragte Scott. Ein Schuss ins Blaue und er hatte recht. Kirk nickte geschlagen.

 

McCoy stöhnte und sah an die Decke. „Sie werden ihn also nicht einfach herausspazieren lassen.“

 

„Nein ... im Gegenteil, diese Nachricht über eine Verlegung oder ähnliches ... würde ihn in der Folge ... gefährden. Die Umtriebe dort haben Ausmaße, die auch die SI vermutlich nicht einkalkuliert hat und er ist mitten hinein. Er hat mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es nicht ... angeraten ist diesen Weg zu gehen. Keine Möglichkeit ...“

 

Sie schwiegen und sahen sich stumm an.

 

Scott stand schließlich seufzend auf. „Sir? Wenn Sie mich entschuldigen ... ich werde mich noch einmal intensiv mit dem Schild befassen und ... vielleicht sollte Mr. Giotto hinzugezogen werden. Wir werden den Commander ... Mr. Spock doch dort herausholen müssen und  ... dazu brauchen wir ein Einsatzteam ...“

 

Kirk sah hoch zu ihm und nickte. „Das habe ich vor ... Scotty, Ihre Aufgabe ist erstmal das Schild. Wenn Spock es nicht von innen herunterfahren kann, sabotieren oder zumindest durchlöchern ... müssen wir durch und zu Giotto ...“ Kirk schüttelte den Kopf. „Wir treffen uns in nicht mehr als fünf Stunden mit einem im geheimen operierendem Schiff der SI ... die haben eine geschulte Eingreiftruppe an Bord. Sollten sie zumindest ... je weniger davon wissen ... Scotty, das ist noch geheim ...“

 

„Aye ... aber ... fünf Stunden? Es ist kein Schiff auf den Langstreckenscannern“

 

„Es ist ... getarnt.“ Kirk wusste auf den Schotten war Verlass, doch auch er konnte keine Wundertaten vollbringen. Wenn das Schild undurchdringlich war, dann war es das.

 

„Ah ... verstanden. Sir?“ Scott nickte und verließ die Kabine.

 

„Zwei Komma vier Tage ...“, murmelte Kirk und tippte einiges in den Computer, ließ die Zeit berechnen. „Jetzt noch ...zwei Tage und acht Stunden ...“

 

„Dann ....was?“

 

„Dann wird er entweder das Schild sabotieren und wir sind im Orbit um ihn rauszuholen oder ...“

 

„Oder?“ McCoy funkelte ihn noch immer wütend an. „Oder? Er ist tot?“

 

„Oder wir haben einen anderen Plan ... Bones. HÖR AUF! Das hilft mir nicht ... und ihm nicht ...“

 

McCoy zuckte zurück doch schüttelte schließlich seufzend den Kopf. „Vielleicht wäre es jetzt der richtige Moment mir die volle Wahrheit zu sagen. Captain. Wenn ich ihn hinterher zusammenflicken soll, ... vermutlich muss ... und nicht nur seine völlig chaotische Anatomie, sondern auch den Kopf ... dann wäre das nur angebracht, meinst du nicht? Oder habe ich dann sogar ... zwei Patienten? Was läuft da zwischen euch, mit euer ... mentalen Verbindung ... da ist mehr, das ich nicht weiß.“

 

„Du weißt es ...“

 

„Ihr seid Freunde. Mehr als enge Freunde ... sonst würde er dich nicht so dicht ranlassen. Er lässt niemanden ...“

 

Kirk nickte stumm und blickte auf den Tisch.

 

„Moment.“ McCoy beugte sich argwöhnisch vor, als sich ein Gedanke formte. „Wie ... eng?“

 

„Wir teilen eine Verbindung. Seit dem ... zweiten oder dritten ... mentalen Kontakt ... dienstlich und ... etwas blieb. Wir sind Freunde, Bones.“

 

McCoy schüttelte den Kopf. „Oh nein ... Spock ist Vulkanier. Und eines weiß ich ... sie haben ihre ... Verbindungen ...“ Er tippte sich an die Schläfe. „... nicht unbedingt im Sonderangebot laufen und schon gar nicht, ... behalten sie sie. Und dieser Vulkanier ... sendet sogar. Also? Was läuft da wirklich zwischen euch ...“

 

Kirk schwieg, sah betreten fort.

 

McCoy stand auf und ging einige Schritte in den Schlafbereich, kam wieder zurück, starrte Kirk lange Sekunden an und sprach sehr leise. „Sag mir nicht ... dieser grünblütige Elf ... liebt dich? Und ... du ihn? Jim ... Liebe?“

 

Kirk schloss die Augen, nickte nur stumm.

 

McCoys Augen weiteten sich als er diese Wendung verarbeitete. Er schluckte schwer, fragte sich insgeheim, warum er nicht bereits eher auf diesen Gedanken gekommen war. Zu offensichtlich war die innige Freundschaft und Vertrautheit dieser beiden Männer immer gewesen. „Auch ... physisch?“

 

„Nein ... Bones bitte ...“

 

McCoy hob rasch die Hand, stoppte Kirk mit einem mahnenden Blick. „Tur mir leid, aber ... wenn du es mir als Freund nicht sagen willst, ich benötige das Wissen als Arzt. Warum nicht ... auch physisch?“

 

Kirk zog gequält Augenbrauen zusammen. „Es war nie Thema, es ist ... anders ... bei ihm und ... Bones ... ich hätte dir eher ...“

 

„Nein, hör auf ... ihr teilt eine Verbindung, sagst du? Mehr als Freundschaft ... ihr ... liebt euch. Er hält das Band also aufrecht. Es hält sich von allein ... Dann spürst du ihn? Jetzt?“

 

Kirk nickte. „Vage.“

 

„Wie ... vage?“

 

„Er lebt. Das ist alles ... und ich weiß ungefähr wo er sich aufhält, wenn er nah ist. Mehr nicht.“

 

„Aber da unten, ... da hast du mehr gespürt?“ McCoy hob die Hände an die Decke und ließ sie wieder fallen. „Wann gedachtest du mir das zu sagen? Nein ... das klären wir später. Also? Da unten?“

 

„Ja ...“ Kirk schloss wieder die Augen als er sich erinnerte. „Ein Hilferuf. Angst ... mühsam kontrolliert. Es ... geht ihm schlecht. Er konnte sich kaum klar ... verständlich machen. Das kann er sonst immer und ... etwas stimmt nicht und ...“

 

„Natürlich nicht!“, schrie McCoy erbost. „Er steht unter Drogen. Psychischen Drogen. Verdammt ...“

 

„... und ... ich habe geträumt und ... seine Gedanken geträumt? Kann so etwas sein, Bones?“ Kirk sah ihn Hilfe suchend an, wirkte unsicher.

 

McCoy ließ sich schwer auf den Stuhl sinken. Es dauerte einige Sekunden, dann holte er seinen Scanner heraus und ließ ihn über Kirk wandern.

 

„Kannst du damit etwas auch ... mentale Bindungen messen?“ Kirk blickte ihn fragend an. Der Arzt ließ das Gerät zuschnappen und steckte es wieder ein.

 

„Nein“, knurrte McCoy. „Aber deinen Zustand misst er sehr genau. Du stehst unter Schock ... psychischem Schock. Was hast du geträumt?“

 

„Bones ...“

 

„Verdammt, muss ich dir etwa sagen, wie diese telepathischen ... Kanäle ... von Vulkaniern funktionieren? Diese Drogen beeinflussen ... vermutlich ... seine Kontrollen und geistigen Abschirmungen. Er wird es nicht steuern können. Er sendet ... unkontrolliert, ... und zwar an den, dem er am meisten vertraut, den er ... liebt? Liebt er dich auch? Kann er das? .... Vermutlich, also? Was hast du geträumt?“

 

Kirk sah ihn steif an, nicht bereit darüber zu sprechen.

 

„Was?“, drängte McCoy.

 

Kirk blickte auf seine Hände, die er im Schoss verkrampft hatte und lockerte sie mit einem Willensakt. „Panik ... Durcheinander und ... auch ... Erotische ... Träume.“

 

„Oh nein ...“ Stöhnend ließ sich McCoy in den Sitz zurückfallen und schloss kurz die Augen.

 

„Bones?“

 

McCoy schüttelte abwehrend den Kopf und stand auf, ging zur Tür. Es wirkte wie eine Flucht. „Ich muss in die Labors, sehen was es für Drogen gibt, auf die Vulkanier überhaupt ansprechen und ...  Was passiert nun?“

 

Kirk runzelte die Stirn. „Wir treffen uns mit dem Schiff der SI. In ungefähr fünf Stunden sind wir am Rendezvous Punkt und ... machen einen Plan, wie wir ihn in möglichst nicht mehr als zwei Tagen dort raus haben.“

 

„Einen weiteren tollen Plan?“

 

„Bones! Das ist nicht fair ...“

 

„Nein ... ist es nicht. Fünf Stunden? Also können wir bis dahin nur warten. Schlaf, Jim. Wenn du es überhaupt kannst. Ich werde mich mit den möglichen Drogen beschäftigen, die sie ihm dort reinpumpen könnten. Ich werde ein Gegenmittel oder einen Katalysator brauchen und das ohne den Sirup, den er Blut nennt noch mehr durcheinander zu bringen ...“ McCoy verließ vor sich hinmurmelnd die Kabine ohne sich noch einmal umzudrehen.

 

 

Teil 4