Titel: Ein Paar schwarzer Schuhe

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Charaktere: Chase, Cameron

Thema: # 019. schwarz

Word Count:

Rating: PG

Anmerkung des Autoren: Spoiler für 3.15 Half-Wit

Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

 

Summe: Chase und Cameron entdecken neben House Telefonrechnung noch etwas interessantes.

 

Author’s Note: Die Idee kam mir, als ich Half-Wit zum zweiten Mal angesehen habe. Cameron und Chase untersuchen House’ Appartement, um heraus zu finden, warum er einen Flug nach Boston gebucht hat und sich offenbar für einen Posten in Massachusetts interessiert. Chase wird losgeschickt, um sich im Schlafzimmer umzusehen. Sie finden dann später über House’ Telefonrechnung heraus, mit wem er in Boston Kontakt hatte.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

 

Robert Chase grinste, als er dem kurzen Korridor folgte, und einen Blick in den ersten, angrenzenden Raum warf. Das Badezimmer. Er streifte es mit einem kurzen Blick, verharrte einen Moment bei den Medikamenten auf der Ablage unter dem Spiegel. Aber außer Vicodin war nichts darunter.

 

Dann öffnete er die Tür zur Linken. Das Schlafzimmer. Er sah sich nicht sonderlich interessiert um. Eigentlich war er überzeugt, dass sie ihre Zeit verschwendeten und überhaupt war er nur Allison zuliebe mitgekommen.

 

House würde sie so was von feuern, wenn er dahinter kam, dass sie in seine Wohnung eingebrochen waren, nur weil in seiner Post ein Flugticket nach Boston gewesen war und Allison glaubte, dass er aus Princeton weg wollte. Ungeachtet dessen, dass er sie schon wegen weniger Hinweisen losgeschickt hatte, um die Wohnungen von Patienten zu durchsuchen, war er sicher, dass House keinen Spaß verstand, wenn man seine Prinzipien auf ihn selbst anwandte. Glücklicherweise schien ihn ihr Savant-Patient im Krankenhaus fest zu halten.

 

Obwohl die Vorstellung, mit Cameron im Bett seines Boss Sex zu haben... Er grinste erneut, als sein Blick zufällig auf ein paar schwarzer Schuhe fiel, die vor dem Kleiderschrank standen. Sie sahen so gar nicht wie etwas aus, das House trug – er konnte sich nicht erinnern, dass er in den drei Jahren, die er für House arbeitete, jemals etwas anderes als Turnschuhe an seinen Füßen gesehen hatte. Und da er ohnehin schon mal hier war, durchquerte er den Raum und öffnete die Schranktür. Er pfiff unwillkürlich durch die Zähne. „Hey, Allison. Komm’ her und sieh’ dir das an!“

 

„Hast du was gefunden, dass uns weiterhilft?“ Cameron trat hinter ihm ins Schlafzimmer. Sie sah sich neugierig um, nachdem Chase nur vor dem Kleiderschrank stand.

 

„Kuck’ doch mal.“ Chase schob die Kleiderbügel auseinander und zog ein Jackett heraus. „Entweder führt House ein geheimes Doppelleben, in dem er schicke Kleidung trägt oder hier wohnt noch jemand anderes. Und falls es eine Frau ist, hat sie einen interessanten Geschmack, was ihre Klamotten betrifft.“

 

Cameron trat neben ihn. Sie runzelte die Stirn. „Ich denke, das gehört Dr. Wilson“, erwiderte sie, nicht übermäßig verwundert. „Du weißt doch, dass er immer noch im Hotel wohnt. Vielleicht hat er einen Teil seiner Sachen bei House eingelagert, damit er nicht so viel Gepäck hat. Das ist billiger als ein Lager zu mieten.“

 

„Man lagert Möbel ein, aber doch nicht Kleidung. Seit wann sind die Kleiderschränke in Hotelzimmern so winzig? Außerdem sieh’ doch genauer hin. Das sind zu viele Sachen, als dass er sich nur einfach umziehen kann, falls er mal wieder hier auf der Couch übernachtet. Aber zu wenige, um anzunehmen, dass er ständig hier wohnt.“

 

„Warum interessierst du dich plötzlich dafür?“, fragte Cameron. „Wir wissen schon längst, dass er mit Wilson befreundet ist. Außerdem hilft uns das nicht weiter, was er in Boston zu suchen hat.“

 

Chase hob die Schultern. Er überlegte, ob er Allison davon erzählen sollte, dass ihm ein merkwürdiger Verdacht gekommen war. Als House ihn losgeschickt hatte, um Grace’ Wohnung nach Strahlungsquellen zu untersuchen, hatte er Männerkleidung in ihrem Schrank gefunden, die der hier verdächtig ähnlich sah. Das konnte natürlich ein Zufall sein... aber ihm kam ins Gedächtnis zurück, dass House völlig unbesorgt darüber gewesen war, dass Grace’ Freund unvermittelt auftauchen könnte. Nein, House hatte es gewusst! Und das halbe Krankenhaus hatte inzwischen von House’ Pokerrunde gehört und dass Wilson dazu eingeladen worden war. In Verbindung mit Wilsons Ruf... Es passte alles zusammen. Wilson hatte eine Affäre mit seiner Patientin! Und House war darüber informiert gewesen. Doch wenn Wilsons Sachen jetzt in House’ Schrank hingen...

 

Er betrachtete wieder das Paar schwarzer Schuhe und erzählte ihr von Grace und seinem Verdacht.

 

Wie erwartet, empörte sich Cameron zuerst über Wilsons Affäre mit einer Patientin. Es dauerte einen Moment, bis sie die gleiche Schussfolgerung wie Chase zog. „Das ist nicht dein Ernst“, meinte sie. „House UND Wilson?“

 

„Wieso fahren wir nicht zurück ins Krankenhaus und fragen ihn, was mit House los ist?“, schlug Chase vor. „Egal, ob sie ein Paar sind oder nur Freunde, Wilson ist unsere beste Chance.“

 

„Okay. Ich denke zwar immer noch, dass du verrückt bist, aber mit Wilson hast du recht. Er muss etwas davon wissen.“ Cameron schien alles andere als überzeugt. „Aber bevor wir gehen, lass’ uns noch einen Blick in seine Post werfen.“

 

Sie kehrten ins Wohnzimmer zurück, nachdem Chase den Schrank wieder geschlossen und die schwarzen Schuhe zurück an ihren Platz geschoben hatte.

 

Er entdeckte als erster einen Stapel Umschläge in dem Chaos, das sein Boss als Ablage bezeichnete und zog die Telefonrechnung hervor. „Was ist die Vorwahl für Boston?“, fragte er.

 

Allison sah ihn an, doch an dem abwesenden Ausdruck in ihren Augen erkannte er, dass sie noch immer über ihre Entdeckung im Schlafzimmer nachgrübelte. Sie ließ das Highschool-Jahrbuch sinken, dass sie gefunden hatte. „617. Warum?“

 

Wortlos tippte er die einzige Nummer in House’ Telefon ein, die mit der Vorwahl 617 auf der Rechnung erschien. Und zwar ganze sechs Mal. Wenn sie Glück hatten, erklärte – wer auch immer abnahm – was House in Boston zu suchen hatte.

 

Es klingelte ein paar Mal, dann erklang über den Lautsprecher. „Massachusetts General. Wie kann ich Ihnen helfen?“

 

Chase unterbrach die Verbindung und sah Allison an.

 

Sie war die erste, die sich fing. „Okay. Fahren wir zurück. Vielleicht weiß Dr. Cuddy, was hier vor sich geht. Und falls nicht, kann sie es sicher herausfinden.“

 

Chase wartete, bis Allison den Schlüssel zurück in sein nicht sehr originelles Versteck auf dem Türrahmen beförderte und sie zurück auf dem Weg zu ihrem Auto waren. „Was hältst du davon, wenn ich mit Cuddy spreche und du Dr. Wilson suchst?“, fragte er beiläufig und sah sie über das Dach des Wagens hinweg an.

 

„Wieso ich? Du kannst mit Wilson doch genauso gut sprechen.“ Cameron sah ihn an.

 

„Ich denke, du bist besser dazu geeignet“, beharrte Chase.

 

Cameron schüttelte den Kopf. „Das ist doch nicht dein Ernst“, erwiderte sie nach einem Moment. „Willst du damit sagen... ich soll... mit Wilson von Frau zu Frau sprechen?“ Sarkasmus färbte den letzten Teil ihrer Worte.

 

Chase zuckte mit den Schultern. „War nur so ne Idee“, entgegnete er unschuldig und öffnete die Wagentür. „Sieht so aus, als hättet ihr ein paar Gemeinsamkeiten.“

 

Allison stieg ebenfalls ein und sah ihren Freund und Kollegen an, während sie den Sicherheitsgurt anlegte. „Ich habe nie mit House geschlafen.“

 

„Aber du warst in ihn verliebt.“

 

„Genau. Ich war es. Das ist tausend Jahre her“, gab Cameron ungehalten zurück, während sie das Auto auf die Straße lenkte und sie sich in den Verkehr einfädelten. „Aber ich glaube, du bist eifersüchtig.“

 

„Hey, ich beklage mich nicht darüber, was wir haben.“ Chase lehnte sich zurück. „Aber wenn ich daran denke, wie du früher House verteidigt hast, als du noch in ihn verliebt warst, erklärt das einiges von dem, was Wilson in den letzten Monaten getan hat, denkst du nicht?“

 

„Ich denke, deine Fantasie geht mit dir durch“, entgegnete Cameron nur.

 

Chase sah sie an und ihr verbissener Gesichtsausdruck sprach Bände für ihn...

 

Ende