Challenge 2: "Ich werde nichts dergleichen tun. Das
widerspräche allem, woran ich glaube." (Es bleibt dem Autor überlassen,
wer das zu wem sagt. Allerdings wird derjenige, der es sagt, es natürlich trotzdem
tun.)
Titel: Nur ein Kuss
Autor: Liliane Romano
Feedback: JA! hier oder liliane_romano@yahoo.de
Alter: alle
Personen: Spock, Pike, Kirk
Beta: T'Sihek
Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen
mit den sexy Jungs und netten Mädels,
die dort wohnen und will keine Rechte verletzen.
Zusammenfassung: Spock wird wachgeküsst.
1
Die beiden Männer waren die letzten auf dem Planeten Justakis, alle anderen
hatten sich schon hochgebeamt. Unter einem der großen schattenspenden Bäume
saßen sie sich, einige Meter voneinander entfernt, gegenüber und werteten die
Daten des heutigen Tages aus.
Auf den ersten Blick schien es, als studiere Captain Chris Pike intensiv die
Zahlen auf seinem Tricorder. Doch in Wahrheit beobachtete er seinen
Wissenschaftsoffizier Spock. Er genoss den Anblick des jungen Vulkaniers, der
sich wirklich auf die Daten seines Tricorders konzentrierte. Der Captain
seufzte unhörbar und fragte sich wieder einmal, ob er es wagen durfte. Wenn die
Enterprise in zwei Tagen zurück auf der Erde sein würde und er das Kommando an James
T. Kirk übergeben hatte, wäre es zu spät. Zu spät, den Vulkanier wenigstens
einmal zu küssen. Mehr als ein harmloser Kuss wäre sowieso nicht drin. Ihn
berühren, seine heiße Haut streicheln... Diesen süßen Traum hatte Pike längst
weggescheucht.
'In zwei Tagen sehen wir uns nie wieder. Also selbst wenn Spock empört sein
würde wegen eines unerlaubten Kusses von seinem Captain, hätte es wohl kaum
Konseqenzen. Ich werde ihn einfach überrumpeln...'
Doch da meldete sich die vernünftige Seite in ihm. Schon wieder. Unerwünscht.
'Ich werde nichts dergleichen tun. Das widerspräche allem, woran ich glaube.
Ich darf diesen unschuldigen Vulkanier nicht so mirnichtsdirnichts überfallen.'
Warum musste er sich ausgerechnet in seinen vulkanischen Offizier verlieben?
Pike schloss die Augen und stöhnte frustriert auf. Er lehnte den Kopf hart
gegen den Baumstamm hinter sich.
"Captain...was ist mit Ihnen? Kann ich Ihnen helfen?"
Unbemerkt hatte sich Spock genähert und hockte jetzt vor seinem Captain.
Pike öffnete die Augen und schaute den unerreichbaren Vulkanier an.
"Nein, Mr. Spock. Es
ist alles in Ordnung, ich brauche keine Hilfe.
Wie kommen Sie darauf?"
"Sie haben gestöhnt und da dachte ich, Sie hätten Schmerzen."
Pike schüttelte den Kopf.
"Nein, ich habe keine Schmerzen. Ich habe aus einem anderen Grund gestöhnt..."
"Warum?"
"Ich dachte an etwas, das ich mir wünsche aber nicht bekommen kann und war
frustriert."
Spock sah ihn neugierig an und sie erhoben sich beide.
Pike schaute in die fast schwarzen Augen des Vulkaniers. Da beschloss er, die
vernünftige Seite in sich einfach zu ignorieren.
"Bitte verzeihen Sie mir, Spock."
"Was denn verzeihen, Captain?"
"Das hier."
Er umfasste die Arme des Vulkaniers und küsste ihn auf den Mund. Ganz sanft.
Für einen Augenblick. Dann zog er sich wieder zurück.Spock blickte ihn
verblüfft an.Pike drehte sich weg, versuchte, den Geschmack von Spocks heißen Lippen
in Erinnerung zu behalten.
"Das war es, was ich mir gewünscht habe. Sie wenigstens einmal zu küssen.
Bevor es zu spät ist, weil wir uns vielleicht nie mehr wiedersehen werden.
Bitte verzeihen Sie mir meine Unverfrorenheit."
Inzwischen war die vernünftige Seite in Pike erwacht und begann, ihm Vorhaltungen
zu machen. Doch noch bevor sie gewinnen konnte, um ihm die leise Freude, die er
empfand, zu nehmen, wurde er von der Enterprise nach oben gerufen.
Spock stand regungslos da und dachte nach. Bei Pikes Berührung hatte er dessen
Gefühle eindeutig wahrgenommen. Liebe und Begehren.
Spock wusste nur theoretisch was das war.
Doch in den wenigen Stunden vor ihrer Ankunft auf der Erde, ließ ihn das Gefühl
von Pikes Kuss nicht mehr los. Je öfter er daran dachte, desto mehr wuchs in
ihm der Wunsch, es noch einmal zu spüren.
2
Die Enterprise befand sich im Raumdock.
Der Captain schickte sich gerade an, sein Quartier zu verlassen, als Spock zu
ihm kam.
Pike hoffte, Spock würde ihn nicht auf den Kuss ansprechen, wäre nur auf ein
paar Abschiedsworte hier.
"Was kann ich für Sie tun?"
"Ich bin wegen Justakis gekommen...ich wollte fragen..."
Spock unterbrach sich, blickte zu Boden.
'Ich kann doch nicht... Ich werde nichts dergleichen tun. Das widerspräche
allem, woran ich glaube. Es ist unlogisch...'
"Spock, bitte verzeihen Sie mir diesen Kuss. Sie wissen doch, wie unlogisch
sich Menschen oft verhalten", versuchte Pike aus der Situation heil
herauszukommen.
Der Vulkanier sah auf und Pike erkannte Unsicherheit in seinem Blick.
"Es gibt nichts zu verzeihen, Captain."
"Nicht? Ich habe Sie ohne zu fragen geküsst."
"Hätten Sie mich gefragt, hätte ich Nein gesagt und dann wüsste ich nicht,
wie...faszinierend...wie...anregend so etwas ist."
Pike vergaß fast das Atmen, als er diese Worte hörte.
Spock sah auf und sagte dann mit fester Stimme:
"Ich bin hier, weil ich Sie fragen wollte, ob Sie mich noch einmal küssen
würden..."
Pike zögerte nur eine halbe Sekunde. Dann nahm er Spocks Kopf in seine Hände
und küsste ihn wieder. Dieses Mal nicht kurz, nicht mit schlechtem Gewissen.
Dieses Mal mit allem, was er für den Vulkanier fühlte.
Nach einigen unsicheren Sekunden erwiderte Spock den Kuss.
Wie von selbst öffneten sich seine Lippen, ließen die Zunge seines Captains
hinein...
3
Der große offizielle Empfang für James T. Kirk, den neuen Captain, fand auf dem
Freizeitdeck des Schiffes statt. Spock hatte noch einige Pflichten gehabt und
sich deshalb erst später dazu gesellt. Pike, mit dem neuen Captain ins Gespräch
vertieft, sah ihn kommen und lächelte.
Der Vulkanier näherte sich den beiden Männern und Kirk drehte sich neugierig zu
ihm um.
Pike stellte sie einander vor, doch anders als sonst achtete Spock kaum auf
seine Worte.
Er schaute in Kirks goldbraune Augen und sah das hinreißende Lächeln.
Wie gebannt blickte er auf seinen neuen Captain, auf dessen volle, weiche
Lippen. So sinnlich.Sie schienen ihn zu locken, ihm etwas zu versprechen. Er
konnte und wollte seine Augen nicht davon lösen...
Nur ein Gedanke hatte jetzt Platz in seinem Geist.
'Küss mich, Captain...'
***********Ende