Titel: Wild Boys: (No) Messing with the rules
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Episode: 12. Bis dass der Tod uns scheidet (Till Death Do Us Part)

Pairung: Face/Murdock
Rating: PG, slash

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: missing scene. Face kann in seiner „Hochzeitsnacht“ nicht schlafen.

 

Hintergrund: Face ist zu seinem Leidwesen „in the line of duty“ mit einer jungen Erbin verheiratet worden, die von ihrem Ex-Verlobten zur Hochzeit gezwungen werden soll. Sie verdächtigt ihn, dass er ihren Vater getötet hat. Nachdem das Team die Braut gerade noch rechtzeitig vor der Zeremonie „entführt“ und pro forma mit Face verheiratet hat, müssen die Jungs und Amy im Van übernachten, da alle Straßen, die aus dem County herausführen, von einem korrupten Sheriff blockiert sind.

 

Wild-Boys-Universum

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics by All Saints

 

 

If you good to go,
I'm right here for the taking,
don't cross the line,
I'll promise you no fakin', boy.
It's all understood,
no messing with the rules,
if I let you go,
boy I would be a fool...

 

 

Er solle gut schlafen, hatte Hannibal mit einem Grinsen gesagt, und sich von seiner Hochzeit erholen. Schlafen! Im Sitzen, im Van! Die Mädels konnten sich hinten wenigstens hinlegen und hatten es zu zweit mit ein paar Decken schön warm. Okay, es war besser, als wie B.A. mit dem Kopf auf dem Steuer zu schlafen. Trotzdem war es unbequem und außerdem war ihm kalt. Face schnaubte verächtlich und zog seine Lederjacke höher.

 

Schöne Hochzeitsnacht. Seine Hochzeitsnacht! Die Jungs würden ihn das nie vergessen lassen und wenn er hundert Jahre alt wurde. Von allen gefährlichen, verrückten und unmöglichen Plänen Hannibals war das mit Abstand der, den er am meisten hasste – obwohl er nicht gedacht hatte, etwas würde je seinen - um ein Haar tödlichen - Auftritt vor dem Erschießungskommando in Borneo im letzten Monat übertreffen können. Aber das hier war fast so schlimm. Er war verheiratet!! Seltsam, dass er sich das einmal genau so vorgestellt hatte – eine reiche Erbin zu heiraten, vorzugsweise eine so hübsche, junge und angenehme Frau wie Jackie Taylor, um dann sorgenfrei den Rest seiner Tage zu verbringen. Aber irgendwie hatte diese Vorstellung doch sehr an Dringlichkeit verloren, seit ein Paar schokoladenbrauner Augen seine Welt unwiderruflich auf den Kopf gestellt hatte.

 

Natürlich würden sie die Ehe sofort annullieren lassen, sobald sie Jackie in Sicherheit und ihren Ex-Verlobten wegen Mordes hinter Gitter gebracht hatten – trotzdem war er jetzt technisch ein verheirateter Mann. Es war ihm schleierhaft, warum – aber er konnte nicht aufhören, daran zu denken. Er war verheiratet! Vor weniger als zwölf Stunden hatte er mit Jackie vor einem Friedensrichter gestanden und – wenn auch nur nach langem Zögern und unter sanftem Druck – „Ich will“ gesagt. Er war sich bewusst, dass er in diesem Augenblick seine „Braut“ hätte ansehen sollen, doch sein Blick war unwillkürlich abgeschweift, er hatte Murdock angesehen – doch der Pilot war damit beschäftigt, die Zeremonie zu filmen – und die Kamera verdeckte zu viel von seinem Gesicht, als dass er daran hätte ablesen können, was sein Liebhaber von der ganzen Veranstaltung hielt.

 

Mit einem Seufzen setzte Face sich auf und schob die Tür des Vans auf. Er starrte in die Dunkelheit und schauderte, was nur zum Teil an der kühlen Nachtluft lag.

 

Ein paar Schritte vom Van entfernt glühte ein heller Punkt auf, eine Flamme tanzte einen Moment in der leichten Brise, dann erlosch sie wieder, ließ nur einen dunklen Schatten zurück. Ein vertrauter Umriss im schwachen Licht der Sterne. Face grinste unwillkürlich. Sah so aus, als könne der Colonel auch nicht schlafen. Hannibal arbeitete wohl noch an seinem Plan, der sie mit dem Beweis für den Mord aus Wilson County herausbringen würde. Er sah zu, wie sich der Schatten entfernte, glitt dann aus dem Sitz und zog seine Jacke über.

 

Face streckte seine verspannten Muskeln und machte sich auf die Suche nach Murdock. Er musste irgendwo hier in der Nähe stecken, hatte vor einer guten halben Stunde die Nachtwache von B.A. übernommen.

 

Er fand den Piloten nach kurzem Suchen auf einer kleinen Anhöhe, die eine Reihe halbhoher Sträucher von der Straße abschirmte. Der ideale Beobachtungsposten. Hier war es durch das fehlende Gestrüpp auch heller als in der Mulde, in der der Van versteckt war.

 

Murdock saß mit untergeschlagenen Beinen auf dem Boden. Im Schein einer - durch seine Jacke halb verdeckten -Taschenlampe schrieb er auf einem Block. Face näherte sich ihm leise, legte ihm die Hände auf die Schultern.

 

Murdock sah zu ihm auf und lächelte. „Kannst du nicht schlafen?“

 

Face setzte sich neben ihn. „Du hast mich gehört?“, fragte er mit einer Mischung aus Enttäuschung und Besorgnis. Sicher, Hannibal hatte eine Bemerkung darüber gemacht, dass er sein Training vernachlässige – aber er hatte sie nicht ernst genommen. Er war immer stolz darauf gewesen, sich fast geräuschlos, fast wie ein Schatten, anschleichen zu können.

 

Der Pilot sah ihn an und der Schein der Taschenlampe ließ seine Augen funkeln. „Ich habe dich nicht gehört – ich kann es spüren, wenn du in der Nähe bist“, meinte er leichthin. Dann stützte er das Kinn in die Handfläche und musterte seinen Liebhaber nachdenklich. „Also, kannst du nicht schlafen?“

 

Face runzelte die Stirn, hielt es aber für besser, diese Bemerkung nicht zu hinterfragen. „Nicht im Van und nicht im Sitzen.“

 

„Facey – das ist nicht das erste Mal, dass du dort übernachtest. Wir haben schon unter schlechteren Bedingungen geschlafen. Was ist los?“ Murdock legte seine Hand auf Face Arm.

 

„Vielleicht schlafe ich alleine nicht so gut.“ Face zauberte ein Lächeln auf sein Gesicht, in der Hoffnung, der Pilot würde nicht durch seine Maske hindurch und sein Unbehagen sehen. Aber eigentlich sollte er es besser wissen.

 

Murdock legte den Kopf zur Seite. „Sehr schmeichelhaft für mich“, erwiderte er in einem Tonfall, der sagte: „Spar dir den Scam für jemand anderen auf“. „Aber wir sind in einem Job und haben eine Klientin bei uns. Und du weißt genauso gut wie ich, was der Colonel dazu gesagt hatte.“ Er lächelte und ließ seine Hand an Face Arm zur Schulter hoch gleiten, legte sie dann an die Wange des blonden Mannes. „Was nicht heißen soll, ich würde dich nicht auch vermissen.“

 

Face seufzte. Hannibal hatte sich ausbedungen, dass sie ihre Beziehung während der Jobs und vor allem in Anwesenheit ihrer Klienten diskret behandelten. Aber jetzt waren sie doch schließlich ganz alleine und Jackie schlief bei Amy im Van, wer sollte sich da schon stören. Er lehnte sich vor und küsste seinen Piloten.

 

Doch schon nach einem Moment drehte Murdock den Kopf weg. „Das ist nicht okay, Facey“, sagte er leise, sehr sanft. Er strich durch das blonde Haar, das seine übliche, ordentliche Form verloren hatte und seufzte, als sich die sonst strahlendblauen Augen enttäuscht – vielleicht auch gekränkt - verdunkelten.

 

„Wieso? Was ist los?“, fragte Face. „Du bist doch nicht so wegen Jac..“ Er verstummte, als Murdock ihm die Hand auf den Mund legte, nur ganz flüchtig.

 

„Genau um Jackie geht es mir“, erwiderte der Pilot ernst. „Ob es dir gefällt, oder nicht, Face – aber im Moment bist du ein verheirateter Mann. Und damit off limits.“

 

Face starrte ihn verwundert an. „Ist das ein Witz?“, erwiderte er schließlich unsicher. „Ich meine, du... du wirst dir doch nicht gerade *das* aussuchen, um konventionell zu werden?“

 

„Einmal verrückt, immer verrückt?“ Murdock schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid, Face, ich....“

 

„Okay. Schon gut. Ich verstehe.“ Face stand ungewöhnlich ungelenk auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Das war anders gelaufen, als er sich das vorgestellt hatte. Das hatte weh getan. Das hatte sehr weh getan. Aber er sollte sich nicht wundern. Nein, er hätte es erwarten sollen. Was machte schon eine Zurückweisung mehr?

 

„Ich gehe dann wohl doch besser schlafen. Wer weiß, was Hannibal für morgen alles geplant hat.“ Er hasste den unsicheren Ton in seiner Stimme, hasste es Schwäche zu zeigen. Er war schließlich Faceman, der Mann mit den tausend Gesichtern. Doch irgendwie schienen sie ihm im Moment alle abhanden gekommen zu sein. Er wischte ein paar unsichtbare Staubflöckchen von seiner Lederjacke und verschränkte die Arme vor der Brust. Dann wandte er sich zum Gehen.

 

„Face.“

 

Er blieb stehen, sah über die Schulter zurück.

 

Murdock stand auf und trat zu ihm. Er schlang die Arme um ihn und legte das Kinn auf seine Schulter, drückte seine Wange gegen Face Wange. „Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht bereit bin, für dich alle Regeln zu brechen.“ Face wandte den Kopf, um ihn anzusehen. Murdock lächelte und küsste ihn auf die Nase. „Ich wollte nur, dass du weißt, wie ich darüber denke.“ Er schob seine Hände unter Face Lederjacke und küsste ihn auf den Mund.

 

Face schüttelte den Kopf. „Ich werde dich nie verstehen“, entgegnete er. „Aber heißt das, du willst, dass ich... dir hier noch ein wenig... Gesellschaft... leiste?“

 

Murdock lachte leise. „Du verstehst mich also doch.“ Er nahm Face Hand und zog ihn zurück dorthin, wo der Block und die Taschenlampe im Gras lagen. Er setzte sich und wartete, bis sein Liebhaber neben ihm Platz genommen hatte. Dann lehnte er sich zurück, sich gegen Face Schulter und legte den Kopf in den Nacken. Er lächelte, als Face einen Arm um seine Mitte legte, die andere ruhte warm quer über seine Oberschenkel. Sie hatten wirklich bei weitem schon schlechtere Nächte verbracht. Er legte seine Hand über Face und verflocht ihre Finger ineinander. Murdock schloss die Augen und begann zu planen, wie sie Face wiedergewonnene Freiheit feiern würden...

 

 

Ende