Nickies Idee

T’Len

2005

 

 

 

Fandom: Kung Fu - TLC

Paarung: Nickie/Peter (m/m-slash)

Altersangabe: NC-17

Hinweise: Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Verführung an ungewöhnlichem Ort

 

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Nickie, wo steckst du?“ Unruhig trat Peter Caine von einem Bein aufs andere. Er fühlte sich in Nickie Elders Räumen nie wohl. Nun, das ging wahrscheinlich den meisten Menschen so. Immerhin war Nickie der Polizeipathologe und selbst in seinem Büro schien ständig eine Mischung aus Verwesungsgeruch und Formaldehyd im Raum zu hängen. Dass Nickie ihn zu später Stunde – es war schon nach 21 Uhr – ins Leichenschauhaus bestellt hatte, machte es nicht einfacher. Um ihn herum herrschte gespenstische Ruhe, nur eine alte Wanduhr tickte unablässig. Man konnte sich fast wie im Horrorfilm fühlen. Fehlten nur die lebenden Leichen.

 

Peter überlegte, ob er Nickie suchen gehen sollte, aber er verspürte wenig Lust, die Untersuchungsräume oder gar die Kühlabteilung, in der die Leichen aufbewahrt wurden, aufzusuchen. Zwar hatte er in seinem Beruf als Cop schon genug Leichen gesehen – leider – er war aber bestimmt nicht scharf darauf, freiwillig Bekanntschaft mit weiteren zu machen. Er fragte sich nur, warum Nickie ihn überhaupt herbestellt hatte, wenn er sich jetzt nicht blicken ließ. Es gab aktuell keinen Fall, an dem sie zusammen arbeiteten, und eigentlich war längst Feierabend.

 

Er war gerade sehr versucht, wieder zu gehen, als sich plötzlich zwei Arme von hinten um ihn schlangen und er einen Kuss im Nacken spürte. Peter reagierte instinktiv, als er herumwirbelte und mit Hand und Fuß ausholte.

 

„Autsch.“  Sich das Kinn reibend rappelte Nickie Elder sich wieder vom Boden, auf dem Peter ihn schwungvoll  befördert hatte, hoch. „Was für eine stürmische Begrüßung“, meinte er sarkastisch.

 

„Entschuldige“, sagte Peter und streckte seine Hand aus, um dem Freund wieder auf die Füße zu helfen. „Du hast mich erschreckt. Tut mir echt leid. Ich fürchte, das Ambiente hier macht mich etwas nervös. Aber wo warst du denn so lange und was sollte diese Art der Begrüßung? Habe ich dich verletzt?“

 

„Schon gut.“ Nickie klopfte sich den Staub vom Arztkittel und befühlte dann seinen Kiefer. „Nichts gebrochen“, stellte er fest. „Ich musste erst mal noch Mr. Basserman versorgen, er kam etwas zerstückelt hier an. Kleiner Unfall mit einer großen Häckselmaschine, aber die vom 104. wollten sicher gehen, dass es auch wirklich ein Unfall war. Du kennst das ja, immer misstrauisch, die Polizisten. Schön, dass du gekommen bist.“ Nervös redete Nickie immer schneller.

 

„Wieso hast du mich eigentlich herbestellt?“, unterbrach Peter seinen Redeschwall. „Gibt es einen Notfall?“

 

„Nur bei mir“, erwiderte Nickie. „Aber setz’ dich doch erst mal.“ Er schob Peter auf den Stuhl an seinem Schreibtisch und begann, seine Schultern zu kneten. „Du bist ganz schön verspannt“, stellte er fest.

 

„Was ist denn nun los?“, fragte Peter ungeduldig. Er war ja gewöhnt, dass Nickie sich mitunter etwas seltsam verhielt, lag wohl daran, dass er es den ganzen Tag mit Leichen zu tun hatte, aber heute war er irgendwie besonders komisch. So nervös und - hm auf Körperkontakt aus?

 

„Ich hab’ ziemlich Druck“, sagte Nickie.


“Mit dem Commissioner?“, fragte Peter mitleidsvoll. Er wusste aus eigener Erfahrung nur allzu gut wie dieser einem zusetzen konnte, wenn er einen Fall am liebsten bis Vorgestern gelöst haben wollte.

 

„Quatsch, nicht im Job, in der Hose.“ Nickie ließ seine Hand über Peters Hemd wandern und begann es aufzuknöpfen. „Ich dachte vielleicht könnten wir... naja... du weißt schon....“, brach er unsicher ab.

 

„Äh, du meint, wir beide?“, fragte Peter nach. Hatte er Nickie jetzt wirklich richtig verstanden, dass er es mit ihm machen wollte? Seit wann stand Nickie denn auf Männer?

 

„Ja, Ich meine... ähm... du bist doch prinzipiell nicht abgeneigt... äh.... Männern gegenüber, meine ich. Oder?“, stotterte Nickie. Auf einmal war er sich nicht mehr ganz so sicher ob seine gute Idee wirklich so gut gewesen war. Wenn Peter nun entsetzt das Weite suchte, war es das mit ihrer Freundschaft ein für allemal gewesen. Aber wen hätte er sonst fragen sollen, wenn nicht Peter? Er kannte keinen weiteren potentiellen Kandidaten und irgendjemand Fremdes aufzureißen klappte bei seinem notorischen Pech sowieso nicht.

 

„Nein“, erwiderte Peter und dachte kurz an das „Krafttraining“ mit Roger vor einer Woche und Kermits „Waffenstunde“ vor zwei Monaten. Er hatte schon so seine Erfahrung, seit seiner Zeit auf der Polizeiakademie, und war prinzipiell beiden Seiten des Sexes nicht abgeneigt, auch wenn er üblicherweise der Damenwelt den Vorzug gab. Schon der Einfachheit halber in Fragen der Eroberung. Aber den blassen Pathologen hatte er trotz ihrer Freundschaft nun wirklich nie in dieser Hinsicht gesehen. Immerhin hatte Nickie ihm auch oft genug von seinen vergeblichen Bemühungen um die nähere Aufmerksamkeit der Damenwelt berichtet. „Aber du doch nicht, dachte ich zumindest?“, fragte er.

 

„Ach weißt du“, erwiderte Nickie und streichelte über Peters Brust, „Bei den Frauen kann ich ja eh nicht landen. Wenn sie erst mal meinen Beruf hören... Und ich dachte... ähm.. wo wir doch Freunde sind... du würdest sicher... ich hab’s wirklich verdammt nötig.“

 

„Schon“, erwiderte Peter und starrte auf die Hände, welche sich nun an seiner Hose zu schaffen machten. Gegen eine Nummer oder zwei hatte er wirklich nichts einzuwenden. Immerhin hatte auch er seit einer Woche nichts mehr zwischen die Beine bekommen. Ehrlich gesagt, seit es mit Kelly aus war, hatte er da eh etwas Nachholbedarf. Und Nickie war sicher nicht schlechter als jede/r andere, die/der ihm gerade einfiel. Eine gute Nummer war im Endeffekt eine gute Nummer, egal mit wem, egal ob mit Männlein oder Weiblein. „Aber können wir nicht wo anders hin gehen? Zu mir oder zu dir?“, fragte Peter. Er hatte nichts anderes vor an diesem Abend, aber er wollte doch nicht gerade hier Sex haben. Dieser Ort war nun wirklich etwas... nun ja... unheimlich.


“Hier stört uns keiner“, versicherte der Pathologe. „Und ich brauch es so dringend. Ich halt’s echt nicht mehr aus. Komm schon. Mach’s mit mir!“

 

Peter seufzte. „Na gut. Aber wenn jemand reinkommt?“

 

„Ich habe abgeschlossen, bevor ich zu dir kam“, versicherte Nickie und schob Peter vom Stuhl. „Außerdem kommt um die Zeit eh keiner mehr hierher. Denen ist das allen viel zu unheimlich.“ Als er sich von hinten an Peter presste, spürte dieser deutlich, dass Nickie nicht untertrieben hatte, als er von  seinem großen Druck sprach. Deutlich konnte er das steife Glied des anderen durch den Stoff ihrer Hosen spüren und dass obwohl er nun wirklich nichts unternommen hatte, um Nickie zu stimulieren.

 

Ungeduldig zerrte Nickie Peters Hose herunter, öffnete dann seine. „In der Schublade sind Creme und Kondome“, sagte er. „Ich habe vorgesorgt.“

 

Peter beugte sich nach vorn – und schluckte. Sein Blick war auf einige Bilder gefallen, die auf dem Schreibtisch lagen. Wenig appetitliche Fotografien von Leichenteilen. „Äh, Nickie“, er schluckte erneut. „Ich glaube nicht, dass ich hier einen hoch kriege.“

 

„Was?“ Nickie blickte ihm über die Schulter und sah die Fotos. „Och, das ist nur Mr. Basserman, ich bin nicht mehr dazugekommen sie einzusortieren“, sagte er und schob die Fotografien zur Seite. „Vergiss sie einfach.“

 

„Nickie“, bat Peter. „Ich kann wirklich nicht, wenn die hier rumliegen.“ Peter hatte das Gefühl, ihm würde sich gleich der Magen rumdrehen. Immer wieder musste er auf die Bilder starren. Dazu der verdammte Geruch. „Lass uns doch zu mir gehen, ja? Ich meine, wir wollen doch beide ein bisschen Spaß bei der ganzen Sache haben, nicht?“

 

Der Pathologe überlegte einen Moment, dann griff er nach Peters Hand. „Ich hab ne Idee, komm mit!“ Hastig griff Peter nach den Kondomen und der Gleitcreme.

 

Er führte ihn in einen angrenzenden Gang, der nur von dämmrigem Licht erleuchtet war. Nickie schob Peter zu einer der fahrbaren Tragen, die herumstanden. „Leg dich drauf“, sagte er und zog Peter die Schuhe aus, sobald er sich hingelegt hatte, dann folgte die Hose.

 

Bewundernd ließ Nickie seine Hände über Peters muskulöse Brust gleiten, half ihm dann, auch das Hemd abzustreifen. „Wow, was für ein Bizeps“, murmelte Nickie anerkennend und beugte Peters Arm. „Und dein Trizeps ist auch nicht schlecht.“ Seine Hände glitten tiefer auf Peters Hüfte. „Musculus piriformis, Gluteus medius, Iliacus, Quadrizeps…“ 

 

„Sag mal“, unterbrach ihn Peter. „Willst du mich nun sezieren oder bumsen?“

 

„Äh, ja natürlich“, Nickie räusperte sich. „Entschuldige, irgendwie bin ich immer im Dienst.“ Er beugte sich herab und küsste Peter, allerdings ohne viel Reaktion zu bekommen.

 

„Du könntest ruhig etwas mehr mitmachen“, beschwerte sich Nickie, nachdem er wieder Atem geschöpft hatte. 

 

„Entschuldige, aber mich turnt die ganze Umgebung hier nicht gerade an“, erwiderte Peter mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme. „Du musst zugeben, es ist nicht gerade das Excelsior.“ Ihm war es ein Rätsel, wieso Nickie noch immer voll erregt war. Offensichtlich turnte ihn die Umgebung sogar mächtig an. Nun ja, wenn man sie ständig gewöhnt war, wie er. Und irgendwie liebte Nickie seinen Job ja. Vielleicht würde er im Revier auch einen hochbekommen, zumindest wenn ihn ein spannender Fall so richtig scharf machte. Aber hier konnte er den Geruch kaum noch aushalten. Nickie hingegen schien ihn gar nicht zu bemerken. Und wer wusste schon, was bereits alles auf dieser Trage gelegen hatte. Tod! „Lass es uns hinter uns bringen“, sagte er, drückte Nickie die Creme und die Kondome in die Hand und drehte sich vorsichtig auf den Bauch, wobei die Trage unter ihm bedenklich wackelte. Daran, dass er es Nickie besorgte, war unter den gegebenen Umständen eh nicht zu denken, also streckte er dem Freund auffordernd sein Hinterteil entgegen. Das war es ja wohl, was Nickie wollte. Vielleicht konnte er ihn, hatte er sich erst mal erleichtert, überreden noch mit zu ihm nach Haus zu kommen und so konnten noch etwas Spaß haben, bei dem er auch richtig auf seine Kosten kam.

 

Nickie ließ sich nicht zweimal bitten und kletterte auf die Trage. Etwas, was er besser nicht getan hätte, denn dadurch geriet sie in Bewegung. Während der Pathologe noch abspringen konnte, reagierte Peter zu spät und krachte mit dem Kopf an die gegenüberliegende Wand. Über ihn sprang ein großes Schubfach auf. Der Geruch schien sich gerade noch verschlimmert zu haben, soweit das überhaupt möglich war.

 

„Entschuldigung!“, rief Nickie und schob das Fach rasch wieder zu. Peter rieb sich den Kopf. „Alles okay?“, fragte der Gerichtsmediziner besorgt. Peter nickte nur und rieb sich die Beule am Kopf.

 

„Mir reicht’s“, erklärte er und krabbelte von der Trage. „Ich gehe.“

 

„Peter, warte!“, rief Nickie und eilte ihm hinterher. Er hatte sich den Abend mit Peter so schön ausgemalt. Peter war sein Freund und ein verdammt attraktiver Mann. Außerdem hatte er es wirklich nötig. Er konnte sich schon gar nicht mehr erinnern, wann er das letzte Mal Sex gehabt hatte. Es schien Jahrhunderte her zu sein. Mindestens. „Bitte, mir zu liebe“, bettelte er. „Und wegen unserer Freundschaft. Du hast auch bei mir einen Gefallen gut. Oder mehrere, wenn du willst.“

 

Peter hielt inne, als er die Tür erreicht hatte. Alles in ihm drängte zur Flucht. Aber Nickie war sein Freund und er hatte ihn schon mehr als einmal aus einer beruflichen Patsche geholfen, in die er sich hinein manövriert hatte. Ganz davon abgesehen, dass er ihn jetzt mit einem so bettelnden Hundeblick ansah, dass Peter ihm einfach nicht böse sein konnte dafür, dass er ihn in diese absurde Situation gebracht hatte. Und eigentlich wäre ein bisschen Sex mit Nickie ja wirklich ganz nett.

 

Er seufzte. „Also gut, aber nicht hier und nicht an deinem Schreibtisch. Klar?“

 

Nickie nickte. „Ich weiß was stabileres“, sagte er und führte Peter in einen weiteren Raum. Ein Untersuchungsraum, wie der junge Cop mit einem raschen Blick auf die herumliegenden Instrumente feststellte. Nickie führte ihn zum Untersuchungstisch und bedeutete ihn, sich darüber zu beugen. 

 

„Vielleicht können wir uns ja künftig öfters treffen“, schlug der Pathologe vor. „Ich fände das echt Klasse.“

 

‚Aber nicht hier’, dachte Peter. ‚Nicht, wenn ich es verhindern kann.’ Er wollte Nickie nicht enttäuschen, aber hier bekam er nie einen hoch. Wenn er daran dachte, dass hier täglich Leichen lagen, dann drehte sich ihm nur der Magen rum.

 

„Toller Gluteus Maximus“, murmelte Nickie und strich bewundernd über Peters Hinterteil.

 

„Nickie“, knurrte Peter. „Steck ihn endlich rein und bring es hinter dich.“ Verdammt, unter anderen Umständen hätte er die Aussicht auf eine Nummer egal mit wem sicher genossen, aber hier roch es noch schlimmer als in dem Gang zuvor und er wollte nur noch an die frische Luft.  „Woanders können wir wegen mir dann weiter machen, aber nicht hier.“

 

„Du hast keinen Sinn für Romantik“, beschwerte sich Nickie. „Hier ist es doch herrlich.“ Er verstand wirklich nicht, was Peter gegen den Ort hatte. Er fand, er hatte etwas sehr anregendes. All die menschlichen Schicksale, denen er hier tagtäglich auf der Spur war, die geheimen Tragödien, die nur er aufdecken konnte, er, der letzte Anwalt der Toten, der ihnen Gerechtigkeit wiederfahren ließ. Gott, wie ihn das antörnte. Er begann die Creme in Peters Hinterteil zu verteilen. Der junge Caine stöhnte dabei leicht auf. Womöglich kam er ja doch noch in Fahrt. Peter wusste, was ihn antörnte und was Nickie gerade tat, gehörte definitiv dazu.

 

„Ja, da, genau“, flüsterte er. „Mach’s mir.“

 

Nickie zog seine Finger wieder heraus, rollte sich ein Kondom über und brachte sein Glied in Stellung. „Ich komm jetzt rein“, sagte er und seufzte vor Erleichterung laut auf. Endlich am Ziel!

 

Peter streckte sich, um in eine bessere Position zu kommen, und griff an etwas Weiches. Neugierig zog er es näher – und stieß sofort einen Schrei aus. Eine menschliche Hand fiel aus der seinigen und zu Boden.

 

„Oh, ich habe wohl noch ein Teil von Mr. Basserman vergessen“, kommentierte Nickie trocken und wollte weiter machen, endlich in Peter eindringen. Doch Peter schüttelte ihn ab.

 

„Mir reicht es“, rief er und stürmte hinaus. „Du bist ja echt pervers.“

 

Nickie sah ihm traurig nach. Warum verstand ihn nur niemand?

 

Ende