Titel:  Encore

Autor: Lady Charena (Juni 2009)

Fandom: Forever Knight

Episode: 2.15 Be My Valentine

Prompt: #084. Sex  (100 Situations)

Charaktere: LaCroix, Nicholas

Pairing:  LaCroix/Nicholas, (LaCroix/Janette)

Rating: slash, NC-17, AR, oneshot

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: Der Valentinstag ist vorbei, doch LaCroix ist noch nicht „fertig“ mit Nicholas.  (Story ist im Anschluss an die Episode angesiedelt und beruht hauptsächlich auf den Szenen in den LaCroix Nick und Natalie beobachtet und darauf wie er im Sender darüber spricht, dass Nick seine one-night-stands genießen soll.)

 

Anmerkung: Okay, diese Story ist schon ein bisschen schwerer zu klassifizieren. Für eher empfindsame Gemüter, bei menschlichen Charakteren oder in anderen Fandoms könnte LaCroix’ Suggestionen möglicherweise als an non-con grenzend angesehen werden. Also ist dies so eine Art Warnung dafür.

 

Anmerkung 2: Soweit es in dieser Serie dargestellt wurde, gehört offensichtlich durchaus ein gewisser Level an Aggressivität, ein Beißreflex sowohl als auch Bloodplay, zur Sexualität zwischen Vampiren (? Nicholas/Erica in 1.04 „Last Act“ oder auch Nicholas’ Verhalten im Raven gegenüber der Vampirlady in 3.11 „Sons of Belial“ und Nicholas/Francesca in 3.20 „Francesca„).

 

Anmerkung 3: Ich spreche kein Französisch! Je ne parle pas français! ;) Alle Übersetzungen: Courtesy of translate.google.de

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

 

“Ah, mon chère Nicholas. Bonjour. Un beau matin, n'est-ce pas?“

 

Nicholas erstarrte förmlich für einen Augenblick, als er - über das schwerfällige Surren der sich schließenden Aufzugtür - LaCroix’ Stimme hörte.

 

„Ist deine Freundin gut in ihrem Zuhause angekommen? Ich hoffe, Dr. Lambert ist nicht zu… beunruhigt… über unser kleines...  tête-à-tête im Restaurant.“

 

Eine Handfläche gegen das kalte Metall gepresst, überlegte er, was er tun sollte. Er war so lange bei Natalie geblieben, wie er hatte bleiben können – um sicher zu stellen, dass sie sich nicht an den vergangenen Abend erinnern würde... aber vielleicht auch nur, weil er befürchtete, LaCroix könne seine Meinung ändern und zurückkommen. Er war sogar so weit gegangen, ihr den Gedanken zu suggerieren, dass sie zu viel Wein getrunken hatte, um diese Erinnerungslücken zu erklären; ganz zu schweigen davon, dass er ihr einredete, dass die Einladung wirklich von ihm gestammt hatte. Niemals durfte sie sich daran erinnern, dass sie nur ein Herzschlag davon getrennt hatte, dass LaCroix sie tötete... oder Schlimmeres.

 

Er spürte noch immer Scham darüber, wie er sie behandelt hatte, selbst wenn dies der einzige Weg war, sie zu schützen. Sie zu lieben würde bedeuten, dass LaCroix das Recht hatte, sie ihm weg zu nehmen und er verfluchte sein arrogantes, jüngeres Ich, das trunken von all der Macht - und der bitterschwarzen Liebe, die LaCroix und Janette zu bieten hatten - glaubte, nie wieder sterbliche Liebe zu ersehnen.

 

„Du hast nicht tatsächlich angenommen, dass ich diese Angelegenheit so einfach auf sich beruhen lasse, oder, Nicholas?“ LaCroix’ Stimme war nichts weiter zu entnehmen als der übliche Level an zynischem Spott. „Et tout est pardonné et oublié?“

 

Nicholas drehte sich langsam um.

 

„Aber ich vergebe nicht und ganz sicherlich... vergesse ich nicht.“

 

Das Loft lag wie üblich in Dämmerlicht getaucht: die Jalousien gegen den nahenden Sonnenaufgang geschlossen; die beiden eingeschalteten Lampen akzentuierten die Schatten eher, und im Kamin brannte ein Feuer, wie um die Kälte  - die sie beide nicht mehr spürten - eines grauen Februarmorgens zu vertreiben.

 

LaCroix saß unerwarteterweise auf den unteren Stufen der Treppe, die nach oben führten; die Ellbogen auf die Knie und das Kinn auf die ineinander verflochtenen Finger gestützt. Etwas an dieser Pose schien nicht richtig und Nicholas benötigte einen Moment, bis er erkannte, dass es daran lag, dass LaCroix von dieser Sitzposition aus gezwungen war, zu ihm auf zu sehen – ein Vorkommnis, dessen Häufigkeit er an einer Hand mühelos aufzählen konnte. Für gewöhnlich ließ sich der ältere Vampir nicht nehmen, seine Überlegenheit auch körperlich darzustellen.

 

„Ich dachte, zwischen uns ist alles gesagt.“ Nicholas hatte Mühe, seine Stimme ruhig, ja fast ein wenig gelangweilt klingen zu lassen. Er hatte das Gefühl, wäre er noch sterblich, würde sein Herz jetzt außer Kontrolle rasen.

 

LaCroix’ Augen hatten in der matten Beleuchtung den harten Schimmer blankpolierten Stahls angenommen. Er klatschte in die Hände, ein-, zwei-, dreimal, wenn Beifall ironisch klingen konnte, so tat es LaCroix’ Beifall in diesem Moment. „Mon pauvre Nicholas; deine Vorstellung im Restaurant war sicherlich deinen Zeiten auf der Bühne angemessen; wie ich mich überzeugen konnte, hast du deine Kunst seither sogar noch verbessert. Aber ich bitte dich, nicht meine Intelligenz zu beleidigen, indem du annimmst, ich hätte dir Glauben geschenkt. ICH KENNE DICH.“

 

„Natalie ist... meine Beziehung mit ihr ist nicht deine Angelegenheit, LaCroix”, sagte Nicholas mit mehr Sicherheit als er tatsächlich verspürte. „Wenn du...“

 

„Wenn ich was?“ LaCroix unterbrach ihn und kam in einer einzigen, eleganten Bewegung auf die Beine, um vor ihm zu stehen. „Wenn ich was, Nicholas? Sie mir einfach nehme? Was willst du dagegen tun, Nicholas?”

 

„Ich...“ Nicholas wich instinktiv einen Schritt zurück; auch wenn er wusste, dass es der falsche Moment war, um Schwäche zu zeigen. Doch es gab nicht wirklich etwas, mit dem er LaCroix drohen konnte – er hatte ihn bereits ein Mal getötet und LaCroix war zurückgekehrt! Er wandte den Blick ab. „Du wirst mich nie wiedersehen.“

 

LaCroix’ Finger schlossen sich wie Stahlkammern um sein Kinn, und er drehte Nicholas Gesicht zurück, zwang ihn, ihm in die Augen zu sehen. „Je parle avec toi! Sieh’ mich an wenn ich mit dir spreche! Diese Wiederholungen beginnen mich allmählich zu langweilen, mon chèr. Nach all den Jahren sollte man annehmen, du hättest nun endlich gelernt, dass weg zu laufen keinen Sinn hat, du Narr. Deine... törichte, kindische Zurückweisung... ist keine ädequate Drohung. Du bist mein, Nicholas. Vous appartenez à moi, imbécile.”

 

Sein Griff war hart genug, das Nicholas das Gefühl hatte, die Knochen unter der Haut nachgeben zu spüren. Er versuchte erneut, den Kopf zur Seite zu wenden, doch LaCroix’ Finger gruben sich warnend noch tiefer in sein Fleisch und er hielt vollkommen still.

 

„Bien. Ainsi il vaut mieux, Nicholas.“

 

Er wurde für seinen Gehorsam damit belohnt, dass sich der brutale Griff um sein Kinn etwas lockerte.

 

LaCroix legte seine freie Hand auf Nicholas’ Schulter. „Ich habe dich gefunden, Nicholas. Ich habe Janette gesandt, dich zu mir zu bringen...“ Seine Stimme hatte sich fast zu einem Flüstern gesenkt. „Hast du wirklich geglaubt, sie wolle dich um deinetwillen? Sie wollte dich, weil ich dich wollte. Und du bist ihr in die Katakomben gefolgt, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt werden will. Jeunesse. Passion. Votre désir de vie. Mon impayable Croisés, ich habe dir alles gegeben, was du dir gewünscht hast.“

 

„Ich wünsche mir, ein Mensch zu sein.“ Die Worte waren über seine Lippen bevor er Gelegenheit hatte, sie zu bereuen.

 

Wut blitzte über LaCroix’ Gesicht, verschwand aber so rasch wie sie aufgetaucht war. „Narr.“

 

Zu Nicholas’ Überraschung lockerte sich der Griff um sein Kinn völlig, dann ließ LaCroix die Hand sinken. Er holte tief Luft und musterte den anderen Mann misstrauisch. Das war zu einfach. LaCroix gab nicht so leicht auf. Es konnte noch nicht vorbei sein.

 

Er wünschte, es wäre vorbei.

 

Das Wechselbad an Empfindungen, das er in den vergangenen vierundzwanzig Stunden durchlebt hatte, Natalie, der Kampf mit LaCroix im Restaurant... das alles hatte ihn emotional erschöpft und körperlich angespannt zurückgelassen. Wenn er LaCroix nur dazu bringen konnte, ihn alleine zu lassen, dann konnte er vielleicht endlich anfangen, das alles zu vergessen.

 

Er war nicht darauf vorbereitet, dass LaCroix seine Schulter drückte und sich dann vorbeugte, um ihn auf die Stirn zu küssen.

 

Nicholas blinzelte überrascht; als LaCroix sich danach wortlos abwandte. Ohne es bewusst zu denken, streckte er die Hand aus und bekam LaCroix’ Ärmel zu fassen.

 

Der ältere Vampir wandte sich um und sah zunächst auf seinen Ärmel in Nicholas’ Griff, blickte ihn dann mit einer fragend hochgezogenen Augenbraue an.

 

„LaCroix... ich...“, er brach ab, unsicher was er sagen sollte. Er konnte seine einander widersprechenden Empfindungen für diesen Mann nicht kontrollieren. Er liebte ihn und hasste ihn und liebte ihn und hasste ihn... es war ein nie enden wollender Kreislauf, in dem er gefangen war und egal, wohin er sich wandte, LaCroix war immer da.

 

Er war immer da. Ohne LaCroix war er völlig allein.

 

„Oui, Nicholas? Was?“ Ein schwaches Lächeln spielte um die dünnen, blassen Lippen des älteren Vampirs. Seine Stimme behielt den ruhigen, gleichmäßigen, suggestiven Tonfall bei, dem Natalie Lambert im Restaurant nichts entgegen zu setzen hatte.

 

Und auch Nicholas’ geriet fast enttäuschend schnell (zu schnell für seine Geschmack) unter seinen Einfluss – ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr ihn seine Jagd nach der Menschlichkeit von seiner wahren Natur entfernt hatte; wie schwach er geworden war. Ein Vampir, der hypnotische Fähigkeiten besaß (und das waren längst nicht alle), sollte niemals in der Lage sein, sie gegen seine eigene Art anzuwenden. So wie Schlangen gegen ihr eigenes Gift immun waren. Aber LaCroix stammte nicht nur in direkter Linie von einem der „Alten“ ab, er hatte auch lange genug gelebt, um das eine oder andere zu lernen; seine Fähigkeiten zu verbessern und verfeinern; seine Kräfte zu steigern. Er war durch Feuer gegangen, sein Fleisch von einem Holzpflock durchbohrt und die Flammen hatten ihn verbrannt – trotzdem existierte er immer weiter.

 

„Was, Nicholas?“, wiederholte er. Ah, dieser köstliche verlorene Ausdruck in den blauen Augen seines trotzigen Kreuzritters. Aber so war es doch immer schon gewesen: von den Schuldgefühlen der ersten Nacht an; von dem Moment an, als Nicholas von Bedauern und Entsetzen über sein Töten geschüttelt, ihn anflehte, es rückgängig zu machen; ihn wieder zu einem Menschen zu machen. Doch diese letzten menschlichen Regungen waren so unvermeidlich wie der brennende Hunger nach dem ersten Erwachen gewesen und wenn Nicholas damals gelernt hätte, auf ihn zu hören, hätte er die Reste seiner Menschlichkeit längst verloren.  Er legte die Hand an die Wange seines Favoriten. Ironischerweise war es gerade diese Menschlichkeit in Nicholas, die ihn so an den jungen Mann band.

 

„Sag’ es mir, Nicholas. Sage mir, was du willst.“

 

Fast vierhundert Jahre lang hatte Nicholas keinerlei Erbarmen mit den Menschen gezeigt – er hatte in seiner dunklen Seite, im Blutvergießen geschwelgt. Eine amüsante Zeit, doch wie alle Zeiten vorher, letztlich endlich. Manchmal ertappte er sich dabei, den Nicholas von damals mit dem Nicholas von heute zu vergleichen und... die Gegenwart vorzuziehen. Es war so viel anregender, sich mit ihm zu messen; das Schachbrett ihrer Lektionen hatte sich um so viele Felder erweitert und die Schlachten, die darauf ausgetragen wurden, fesselten ihn.

 

Bis er einen „Unschuldigen“ (nun, in seinen Augen) tötete. Doch anstatt seine Lektion zu lernen, begann Nicholas, seinen Hunger nur an Menschen zu stillen, die er für schuldig ansah – an Dieben und Mördern. Dummer, teurer Nicholas... die Welt in schwarzweiß sehen zu wollen, in gut und böse.

 

Nicholas blinzelte erneut. Sein Körper fühlte sich warm und entspannt an, so völlig anders als noch ein paar Minuten zuvor. Etwas war nicht richtig, das wusste er – eine beharrliche Stimme in seinem Kopf behauptete das Gegenteil. Und die Stimme war LaCroix’ Stimme... Er hob den Kopf und sah das beinahe goldene Glühen in LaCroix’ Augen... Augen, die fast  sein ganzes Blickfeld einzunehmen schienen.

 

Er drehte sein Gesicht in die Berührung, schmiegte seine Wange in LaCroix‘ Handfläche und presste die Lippen gegen LaCroix‘ Handgelenk. Nicholas öffnete den Mund und nahm die dünne Haut zwischen die Zähne, ohne sie zu durchdringen.

 

LaCroix lächelte. Seit Nicholas vor fast einhundert Jahren (kaum mehr als ein Wimpernschlag für einen Unsterblichen) sein Bett verlassen hatte, um sich zum dem chinesischen Apotheker und seinem Versprechen eines Heilmittels zu stehlen und der darauf folgenden Auseinandersetzung zwischen ihnen, die darin resultierte, dass Nicholas davon gelaufen war, um in Los Angeles ein Leben ohne ihn und Janette zu beginnen, fand er sich gelegentlich von einem irritierenden Hunger nach seinem schönen, jungen Liebhaber verzehrt. Einen Hunger, den auch Janette zu ihrer Frustration nicht völlig stillen konnte… vielleicht der Grund ihrer Entscheidung, sich für längere Zeit von ihm zu entfernen, nicht nur räumlich.

 

Es war unvermeidlich gewesen, dass sie sich alle wiederfanden - hier, in Toronto.

 

Er hatte Distanz gewahrt, weil Nicholas sie zu verlangen schien; doch er war ihm nie fern gewesen. Das war ihm unmöglich. Er hatte Janette zurück in sein Bett geholt, als sie Nicholas dazu bezirzen konnte, wieder mit ihr zu schlafen - etwas, das ihm in seinen Beziehungen mit Menschen verwehrt bliebt, wollte er nicht riskieren, sie zu töten. Der Beißreflex war ein tief verwurzelter Instinkt und Nicholas hatte in seiner Weigerung, auf ihn zu hören, nie gelernt genügend Kontrolle zu entwickeln, um sich rechtzeitig zurück zu halten. Wie oft hatte er ihn von Bedauern geschüttelt über einem blutleeren, leblosen Körper vorgefunden, weil sein Hunger die Überhand gewonnen hatte.

 

„Sieh‘ mich an, Nicholas.“ Er hob die andere Hand, legte seine Finger locker um die Kehle des jüngeren Mannes. Seine Stimme behielt ihren hypnotischen Klang bei, auch wenn er längst sicher war, dass Nicholas völlig unter seinem Bann stand. Seine Pupillen waren derart geweitet, dass das Schwarz fast völlig das Blau der Iris verschluckte.

 

Dann schlossen sich die Lider über Nicholas‘ Augen und LaCroix zischte, als Nicholas sein Handgelenk losließ und stattdessen seinen Daumen in den Mund sog. Er riss seine Hand nach einer Sekunde weg, als hätte sie ihn verbrannt und umschloss Nicholas‘ Gesicht in einem fast brutalen Griff, während sein offener Mund, die Zähne entblößt, über Nicholas‘ Hals glitt. Seine Zunge zeichnete die unter der Haut liegende Schlagader nach; er atmete tief Nicholas‘ berauschenden Geruch ein. Noch nicht jetzt, doch bald, würde er von ihm trinken…

 

Er löste sich von Nicholas‘ Hals und küsste ihn, hart und fordernd und Nicholas‘ gab ein köstliches Geräusch irgendwo zwischen einen Wimmern und einem Stöhnen von sich. Finger schlossen sich um LaCroix‘ Handgelenke, doch nicht um seinen Griff zu lockern, sondern haltsuchend.

 

LaCroix zog ihn enger an sich und sie waren in Bewegung, fanden sich einen Herzschlag später in Nicholas‘ Schlafzimmer wieder.

 

Er lockerte seinen Griff nicht, milderte den Druck seiner Lippen gegen Nicholas‘ nicht, auch nicht, als Nicholas‘ Hände über seinen Körper flogen und seine Kleidung wie Herbstlaub von einem Baum von ihm abfiel.

 

Ein ungeduldiges Grollen kam aus seiner Kehle, als Nicholas‘ beim Entfernen seiner eigenen Kleidung zögerte. Aber schließlich war auch diese letzte Barriere verschwunden und er legte eine Hand flach auf Nicholas‘ Brustbein, stieß ihn von sich weg. Nicholas taumelte zurück und landete auf dem Rücken, kam quer über das große Bett zu liegen. Gegen die schwarzen Laken hob sich Nicholas‘ Haut bleich ab, wie der Mond und die Sterne gegen den Nachthimmel.

 

LaCroix‘ kniete neben ihm, eine Handfläche auf Nicholas‘ Brust presste ihn zurück, während er sich über ihn beugte und Nicholas‘ Hals und Nacken attackierte. Wieder spürte er den Lockruf des Blutes unter der dünnen Haut, doch erneut stoppte er sich.  Für den Moment genügte er sich damit, sich wieder mit dem Körper seines jungen Geliebten vertraut zu machen… nicht, dass er irgendetwas vergessen hätte. Auch Nicholas schien keine Probleme zu haben, sich zu erinnern. Seine Finger gruben sich tief in LaCroix‘ Schultern, seine Fingernägel zeichneten blutende Kratzer entlang LaCroix‘ Rücken, als er ihn auf sich herab zog.

 

LaCroix schüttelte Nicholas‘ Hände ab und setzte sich auf, um die roten Spuren auf der blassen Haut zu bewundern, dort wo seine Zähne und sein Mund das Blut an die Oberfläche sogen. Seine Finger schlossen sich um Nicholas‘ Schulter und zogen ihn mühelos in eine sitzende Haltung, bis Nicholas‘ Gesicht wieder auf einer Höhe mit seinem war. Er küsste ihn, biss hart genug auf seine Unterlippe um Blut zu schmecken und wich dann wieder zurück. Als Nicholas versuchte, ihm zu folgen; versuchte seinen Hals zu erreichen, stieß er ihn weg, presste ihn mit dem Rücken gegen die Wand hinter dem Kopfende des Bettes.

 

Nicholas‘ Hinterkopf knallte gegen die Wand und er knurrte, seine Zähne sichtbar, die Farbe seiner Augen hatte gewechselt. Die Muskeln in seinen Armen, mit denen er sich abstützte, die Handflächen flach auf dem Bett, zitterten.

 

LaCroix‘ strich in einer fast besänftigend scheinenden Geste über seine Wange und rieb die Fläche seines Daumens über den Riss in Nicholas‘ Unterlippe. „Geduld, Nicholas…“ seine Stimme kippte bei der letzten Silbe als Nicholas‘ die Lippen öffnete und die Gelegenheit ausnutzend, wieder seinen Finger in den Mund sog. Er lachte und setzte sich zurück auf die Fersen.

 

Nicholas sah ihn an, atemlos, sein Brustkorb hob und senkte sich schnell.

 

„Auf den Knien, Nicholas, das Gesicht zur Wand.“

 

Er hatte die Worte kaum ausgesprochen, als Nicholas ihnen bereits nachkam und sich mit dem Gesicht zur Wand hinkniete; Handflächen und Wange gegen die Mauer gepresst um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

 

LaCroix drückte Nicholas‘ Knie weiter auseinander und kniete hinter ihm, einen Arm um Nicholas‘ Taille geschlungen, nutzte er die freie Hand, um seinen Kopf weiter nach links zu drücken. Sein offener Mund mit den entblößten Fangzähnen verharrte einen Augenblick, dann biss er zu und der vertraute Geschmack von Nicholas‘ Blut explodierte in seinem Mund, um wie eine potente Droge durch seinen Körper zu rinnen, alle Sinne überzogen mit einem roten Schleier… Es gab keine Worte um zu beschreiben wie mit jedem Tropfen Blut Nicholas‘ Essenz, sein ganzes Wesen, in ihn überging… jeder Gedanke, jeder Traum, jeder Wunsch, jeder Schmerz… vielleicht sogar die Seele die Nicholas zu besitzen glaubte… verwandelt in eine exquisite Komposition von Aromen.

 

Nicholas‘ zitterte an seinem Griff und er öffnete die Verbindung zwischen ihnen; das was sie aneinander band, dem Nicholas so viele Jahre zu entfliehen suchte; mehr als nur ein Biss in den Hals und der Austausch von Blut. Körperlich in ihn einzudringen war nur zweitrangig als Nicholas‘ Wesen in ihn flutete.

 

Sekunden oder Stunden später riss er den Kopf zurück und warf ihn in den Nacken, die Finger in Nicholas‘ Hüften gegraben, hielt er ihn still als er sein Körper wie als Echo auf die mentale Ekstase den Orgasmus erreichte.

 

Nicholas bäumte sich in seinem Griff auf und er löste sich von ihm, sank zurück, um sich auf dem Bett auszustrecken. Er drehte den Kopf zur Seite als Nicholas ihm folgte und über ihn glitt. Beide Hände um Nicholas‘ Gesicht geschlossen, führte er ihn an seinen Hals und schloss die Augen, als Nicholas‘ Zähne in seine Haut drangen, ein Empfinden wie von einem elektrischen Schock durch seinen überstimulierten Körper zuckend.

 

LaCroix spürte wie sich Nicholas an ihm versteifte, sein Körper sekundenlang wie erstarrt, dann warme Feuchtigkeit gegen seinen Bauch und Nicholas‘ Gewicht, das sich schwer auf ihn senkte. Er hielt ihn einen Augenblick, ließ ihn noch ein wenig länger trinken, bevor er die Hand hob und seinen Kopf wegdrehte, seine Finger in Nicholas‘ Haar hinderten ihn daran, ihm zu folgen.

 

Er ließ Nicholas‘ das Gesicht gegen sein Schlüsselbein pressen, während der darum rang, sich wieder unter Kontrolle zu bringen. Es wäre nicht so schwer, wenn Nicholas endlich diesen fruchtlosen Wunsch, ein Mensch zu werden, aufgeben und zu ihm zurückkehren würde. Es gab noch so vieles, das er nicht gelernt hatte.

 

LaCroix verringerte langsam die Intensität ihrer Verbindung, bis sie zurück in den Hintergrund seines Bewusstseins glitt, wo sie immer war - wie ein schimmerndes Band, das sich zu dem anderen Mann erstreckte und Nicholas‘ an ihn fesselte - umgeben von anderen, die auf ähnliche Weise seine anderen „Kinder“ an ihn banden.

 

Erst dann beendete er auch ihren körperlichen Kontakt, schob Nicholas von sich und wandte den Kopf, als der jüngere Mann sich von ihm wegrollte, auf die Seite drehte, so dass er ihm den Rücken zuwandte.

 

Seine Augen ruhten eine Weile auf den blutroten Abdrücken, die seine Hände auf Nicholas‘ Haut hinterlassen hatten, und die bereits zu verblassen begannen. Seine Zunge leckte die letzten Reste von Nicholas‘ Blut von seinen Lippen, dann verließ er das Bett und zog sich ins nebenan liegende Badezimmer zurück, um sich zu säubern und anzukleiden.

 

Als er wieder ins Schlafzimmer trat, hatte sich Nicholas offensichtlich nicht gerührt. Er lag da, wie LaCroix ihn verlassen hatte, das Gesicht ins Kissen vergraben. Die Spuren, die er auf Nicholas‘ Körper hinterlassen hatte, waren verschwunden -bis auf die blutroten Male an seinem Hals, die ein wenig länger benötigen würden, um zu heilen.

 

Er wusste, dass Nicholas nicht schlief, aber er schwieg, verließ wortlos den Schlafbereich um nach unten zu gehen. Draußen war noch immer heller Tag, doch die Blenden vor den Fenstern des Lofts hielten die Sonne ab.

 

LaCroix amüsierte sich eine Zeitlang mit Nicholas‘ Bildern - wie viele von ihnen die Sonne zeigten - ah, Nicholas… Dann machte er sich mit seiner Bibliothek vertraut. Viele Bände waren alt, und es war nicht das erste Mal, dass er sie in Händen hielt. Nicht wenige davon trugen Widmungen in seiner eigenen Handschrift. Trotz allem hatte Nicholas seine Geschenke behalten und sie mit sich genommen, wohin auch immer er geflohen war. Als gäbe es auf dieser Welt einen Ort, an dem er sich vor ihm verbergen konnte…

 

Er spürte, dass Nicholas schlief, als er eines der Bücher auswählte und es sich damit auf dem schwarzen Ledersofa in der Nähe des Kamins bequem machte.

 

LaCroix machte sich keine Illusionen, dass sich etwas geändert hatte. Nicholas würde seine fruchtlose Suche nach Menschlichkeit nicht aufgeben, egal was es ihn kosten mochte. Er würde sich weiter gegen ihn auflehnen und gegen die Lektionen, die er ihm erteilte. Und nicht zu vergessen, seine menschlichen Freunde…

 

LaCroix lehnte sich mit einem Lächeln zurück und schlug das Buch auf, die Seiten glatt und vertraut unter seinen Fingern. Er konnte sich nichts Erfreulicheres vorstellen, als die Ewigkeit damit zu verbringen, seinen trotzigen Kreuzritter zurück zu gewinnen.

 

 

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They say if you love someone, let them go.

If they're really yours, they'll learn their lessons and return.  

You will come back, Nicholas.  I can wait.  

I have all the time in the world.  (Lucien LaCroix - 2.10 Father’s Day)

 

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Ende X