neu: Nibbils erstes Weihnachten (Small Favors, Annie/Nibbil, femslash, pg13)
Titel: Nibbils erstes Weihnachten
Autor: Lady Charena
Fandom: Small Favors
Pairung: Annie/Nibbil
Rating: pg-13, femslash
Archiv: ja

Summe: Nibbil und Annie feiern ihr erstes Weihnachten zusammen und Annie hat ein besonderes Geschenk für sie besorgt.

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„Ich bin schon wahnsinnig aufgeregt wegen Weihnachten“, meinte Nibbil, während sie sich für den Einkaufsbummel mit Yuriko schick machte. Sie band ihr Haar zu einem Pferdeschwanz hoch und sah dabei Annie im Spiegel kokett an. „Und ich war ein soooo braves Mädchen, nicht wahr?“

Annie lachte und trat hinter sie, um die Arme um ihre Taille zu legen und sie an sich zu ziehen. „Es gibt niemand, der braver war als du.“ Sie küsste Nibbil in den Nacken, als die Türklingel zu hören war. „Yuriko ist da. Viel Spaß beim Einkaufen.“

Nibbil drehte sich zu ihr um und küsste sie ausgiebig. „Du willst wirklich nicht mitkommen?“, fragte sie, einen Schmollmund ziehend.

„Ein anderes Mal. Du amüsierst dich mit Yuriko und ich räume auf. Dann können wir das Haus schmücken, so bald du vom Einkaufen zurück bist, okay?“ Annie gab ihr einen Klaps auf den Hintern. „Und jetzt beeil’ dich, sonst geht sie ohne dich.“

Nibbil giggelte und griff nach ihrer Tasche, küsste Annie noch einmal auf die Wange und eilte dann nach unten, wo ihre Nachbarin wartete.

Annie grinste und trat ans Fenster, um den beiden nachzusehen. Nibbil und Yuriko unterhielten sich bereits angeregt. Sobald sie außer Sicht waren, holte Annie einen Schlüssel aus der Gesäßtasche ihrer Jeans und eilte ebenfalls nach unten. Sie verließ das Haus und betrat das Grundstück Nr. 124, wo Yuriko Manabe wohnte. Annie trat an der Haustür vorbei, und folgte dem Weg, der hinter das Gebäude führte, wo ein Geräteschuppen stand, genau wie auf dem Nachbargrundstück. Mit dem Schlüssel öffnete sie das Schloss und zog die Tür auf.

Hier versteckte sie Nibbils Weihnachtsgeschenk vor der Neugier ihrer Geliebten. Sie wusste, dass nichts in ihrem Haus oder Garten vor Nibbil sicher gewesen wäre, daher hatte sie sich eines Nachmittags, als Nibbil in der Wanne planschte, mit Yuriko getroffen, um den Plan mit ihr auszuhecken. Während die beiden einen Einkaufsbummel machte, konnte Annie in aller Ruhe das Geschenk aufbauen.

Als sie den ersten der Kartons ins Freie schleppte, war sich Annie nicht mehr so sicher, ob ihr Plan wirklich soooo toll war. Immerhin waren die Kartons nicht gerade leicht und obwohl Yurikos Haus gleich neben ihrem war, so beladen war der Weg weit für eine einzelne Person. Seufzend machte Annie sich daran, die Kartons in ihr Haus und die Treppe hoch ins Schlafzimmer zu schaffen.

* * *

„Aua!“ Annie fluchte und steckte sich den Finger in den Mund, den sie sich eingekniffen hatte. Sie war handwerklich nicht völlig unbegabt, aber ein Bett auseinander zu nehmen, damit sie es aus dem Zimmer bringen konnte, entpuppte sich als schwieriger, als sie gedacht hatte. Es war verdammt stabil gebaut.

Aber schließlich hatte sie es geschafft, auch die letzte Schraube zu lösen und Annie fuhr sich aufatmend durch die kurzen Haare. Jetzt musste sie nur noch alles in Yurikos Gartenschuppen verstauen und zumindest der Teil mit dem Abbau war erledigt.

Annie war außer Atmen und verschwitzt, als sie alle Teile des alten Bettes in den Schuppen geschafft hatte. Wie gerne hätte sie jetzt geduscht, aber ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass sie nicht mehr so viel Zeit hatte, bis Nibbil zurück war. Und es hätte die ganze schöne Überraschung gründlichst verdorben, wenn Nibbil mitten in den Aufbau platzte. Das wäre schade, nachdem sie sich solche Mühe gegeben hatte, alles vor ihr geheim zu halten. Ihr erstes, gemeinsames Weihnachten sollte etwas ganz besonderes werden.

Sie holte eine Schere und schnitt das Klebeband auf, das den größten der Kartons verschloss.

* * *

Eine Stunde später saß Annie verzweifelt, schweißgebadet und mit schmerzenden Fingern zwischen den Einzelteilen, die sich weigerten, sich zu einem Bett zusammen zu fügen. Was machte sie nur falsch? Annie strich sich die Haare aus der Stirn, bis sie zu kleinen Stacheln hoch standen und griff erneut nach der Bauanleitung.

Sie beschloss eine kleine Pause einzulegen und ging nach unten in die Küche. An einer Dose eiskalter Cola nippend, lehnte sie sich gegen den Kühlschrank und holte erst einmal tief Luft. Es war doch nur ein Bett. Als Yuriko nebenan eingezogen war, hatte sie ihr geholfen, ihr Futonbett zusammen zu schrauben und sie hatten dafür keine halbe Stunde gebraucht, obwohl keine von ihnen so etwas zuvor schon einmal gemacht hatte.

Sie hatten sich triumphierend angesehen. Yuriko sah so süß aus, mit den wirren Haaren, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatten und der aufgeknöpften Bluse. Und wenn nicht ausgerechnet in diesem Moment Yurikos Familie beschlossen hätte, das neue Domizil ihrer Tochter zu besichtigen, hätte Annie ihr vorgeschlagen, das Bett gleich einzuweihen...

Das Telefon klingelte und Annie zuckte zusammen, ließ fast die Cola fallen. Sie trat zum Apparat und nahm den Hörer ab. Yurikos lachende Stimme begrüßte sie am anderen Ende der Leitung.

„Oh... Yuriko. Ist alles in Ordnung?“, fragte Annie angespannt – teils wegen ihrer ‚Verschwörung’, teils weil es unheimlich war, dass Yuriko genau in diesem Augenblick anrief, als sie an sie gedacht hatte.

„Keine Panik, Annie“, kam es von der anderen Frau. „Ich wollte dir nur sagen, dass wir in etwa einer Stunde zurück kommen. Nibbil und ich sind mit dem Einkaufen fertig und ich kann sie wirklich nicht mehr länger hinhalten, ohne dass sie misstrauisch wird. Wir sind gerade in einem kleinen Café und ich nutze es aus, dass Nibbil auf der Toilette ist, um dich vorzuwarnen. Wie kommst du denn voran? Bist du schon fertig?“

„So gut wie“, log Annie. „Aber toll, dass du mich vorgewarnt hast. Dann kann ich alles aufräumen.“

„Ich bin schon so gespannt, wie Nibbil... Oh, ja, Mama, natürlich geht es mir gut. Aber ich muss jetzt Schluss machen, ich bin mit einer Freundin unterwegs.“

Einen Moment lang konnte Annie mit Yurikos Worten nichts anfangen, dann verstand sie und lachte leise. „Bis später. Und danke.“ Dann legte sie auf, bevor Nibbil merken konnte, dass nicht Yurikos Mutter am anderen Ende der Verbindung war.

Dann trat sie mit neuer Entschlossenheit den Kampf zur Zähmung des widerspenstigen Bettes an.

* * *

„Annie? Wo bist du? Sieh’ dir an, was ich mir gekauft habe! Und... ich habe Kuchen mitgebracht, für heute Abend.“ Nibbil warf ihre Einkaufstüten aufs Bett und bemerkte nur nebenbei, dass Annie es offenbar frisch bezogen und mit den neuen Überwurf versehen hatte, den sie vor ein paar Wochen zusammen gekauft hatten. „Annie? Wo steckst du?“

„Unter der Dusche“, kam Annies undeutliche Stimme aus Richtung des Badezimmers und Nibbil folgte ihr.

Sie schob den Duschvorhang zur Seite. „Hey, was hast du heute Nachmittag angestellt, dass du eine Dusche brauchst?“, fragte sie lachend und küsste Annies Hüfte.

Annie stellte das Wasser ab. „Mir ist beim Saubermachen warm geworden.“ Sie wandte sich Nibbil zu und streckte die Hand nach ihr aus. „Hast du Lust, mir den Rücken zu waschen?“, fragte sie lächelnd.

Nibbil war bereits dabei, sich von ihrer Kleidung zu befreien.

* * *

„Schmücken wir jetzt das Haus?“, fragte Nibbil, die Stimme erhoben, so dass Annie sie über den Lärm des Föns hören konnte, mit dem sie ihre langen Haare trocknete. „Oh bitte, bitte. Ich kann nicht mehr länger warten. Ich will, dass es jetzt gleich Weihnachten ist.“

Annie strich ihr T-Shirt glatt und nahm ihr den Fön weg, schaltete ihn ab und verstaute ihn auf dem Regal. Dann trat sie hinter Nibbil und drückte ihr Gesicht in das weiche, warme Haar ihrer Geliebten, das knisterte und nach Rosen duftete, Nibbils Lieblingsshampoo. Sie legte beide Hände auf Nibbils Hüften, die in einem süßen, karierten Minirock steckten.

„Was hältst du davon, wenn du zuerst dein Geschenk bekommst?“, fragte Annie, ihr Mund dicht an Nibbils kleinem, runden Ohr.

„Juhuuu.“ Nibbil drehte sich mit einem Freudenschrei zu ihr um und umarmte sie. „Wirklich?“ Ihre Augen leuchteten auf. „Wirklich? Wirklich? Wirklich? Jetzt gleich? Oh, Annie, das habe ich mir den ganzen Tag gewünscht.“

Annie nahm sie an der Hand und führte sie ins Schlafzimmer.

Nibbil vibrierte förmlich vor Aufregung. „Wo ist es?“, fragte sie. „Ist es groß? Klein? Was ist es?“

Annie deutete auf das Bett, auf dem noch immer Nibbils Einkaufstüten lagen. „Es ist ein großes Geschenk. Und wir werden beide damit Spaß haben.“

„Oh!“ Nibbil klatschte in die Hände. „Hast du uns Spielsachen gekauft? Wo ist es?“

„Da. Sieh’ doch genau hin.“ Annie nahm sie an den Oberarmen und drehte sie zum Bett zurück.

„Wo?“ Nibbil war deutlich verwirrt. „Hast du es unter dem Bett versteckt?“

Annie ließ sie los und trat zum Bett, um die Einkaufstaschen auf eine Kommode neben der Tür zu stellen. Dann zog sie den Überwurf vom Bett.

„Ooooooh.“ Nibbils Augen wurden so groß wie Untertassen. „Ein neues Bett! Du hast ein neues Bett gekauft, für uns beide!“

„Für uns beide“, wiederholte Annie leise und umarmte ihre Partnerin.

Nibbil legte beide Hände um Annies Gesicht und küsste sie. „Das ist wirklich das schönste Geschenk, dass ich je bekommen habe.“ Dann griff sie ihre Hände und zog sie zur Tür. „Und jetzt schmücken wir das Haus, ja? Ich will alles ganz bunt und glänzend und leuchtend ist. Ja, Annie?“

„Ja, Nibbil. Fröhliche Weihnachten.“

Ende