Der neue Kollege

T’Len

2008

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Falk von Schermbeck

Kategorie: G, Humor

Hinweise: Fortsetzung zur Folge „Endspiel“, Prompt 20 Farblos

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Summe: Jupp hat gerade erfahren, dass sein neuer Kollege schwul ist und muss das erst mal verdauen.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Ich hab’ doch schon immer gesagt, dass du nen geilen Arsch hast.“ Jupp starrte mit weit aufgerissenen Augen auf den jungen Mann, der gerade dabei war, Falk vor aller Augen abzuknutschen. Öffentlich! Mitten im „Rättematäng“!

 

Sein neuer Kollege auch... schwul!?! Das durfte doch nicht wahr sein! Und warum sagte ihm das keiner? Da hatte er nun gehofft, endlich mal jemanden zu haben, mit dem er um die Häuser ziehen und die Mädels aufreißen konnte und dann das. Wie viele davon gab es denn noch beim BKA? Und warum wollten die alle nach Köln und landeten an seiner Seite?

 

Dann fiel ihm siedendheiß ein, dass Falk ihn ja vor der Bank und auch drinnen nackt gesehen hatte. So wie Gott ihn schuf. Kein Wunder, dass der Typ seinen Hintern dabei so abcheckte und Noten verteilte. Hatte ihn bestimmt aufgegeilt. Jupp spürte, wie er vor Wut Rot wurde. Dass er selbst damit angefangen hatte, als er auf Falks Tattoo am Allerwertesten starrte, ignorierte er geflissentlich. Schließlich hatte er angenommen, das sei ein harmloses Geplänkel zwischen zwei Normalos, mehr nicht. Wenn er gewusst hätte das Falk, er hätte doch nie...

 

„Kann ich dich mal sprechen?“, zischte er Falk zu.


„Sicher“, erwiderte von Schermbeck.

 

„Allein!“ Jupp stand auf. „Na komm oder willste erst noch ne Nummer schieben?“, sagte er ungeduldig.

 

Falk schob seinen Freund von sich und stand auf. Jupp führte ihn durch die Hintertür ins Treppenhaus.

 

„Was ist denn so dringend?“, wollte Falk wissen.

 

Jupp drehte sich zu ihm um. „Du bist also auch vom anderen Ufer“, stellte er fest.


„Ich bin schwul, wenn du das meinst“, erwiderte Falk und lehnte sich gegen die Wand.

 

„Wann hatte der gnädige Herr denn vor, es mir zu sagen?“ Jupp setzte sich auf die Treppe.

 

„Ach, ich wusste nicht, dass mein Privatleben für dich von Belang ist“, sagte Falk sarkastisch.

 

„Wenn wir zusammenarbeiten müssen schon“, antwortete Jupp. „Da gehört es sich, dass man so was Wichtiges sagt.“

 

„Sollte ich mich vorstellen: Hallo ich bin der Falk und schwul oder was? Stellst du dich jedem gleich als heterosexuell vor?“

 

„Das ist doch selbstverständlich, dass ich das bin“, erwiderte Jupp.


„Also für mich nicht“, entgegnete Falk.

 

„In unserem Job muss ich meinem Partner Vertrauen und da erwarte ich Ehrlichkeit“, sagte Jupp.

 

„Himmel Jupp, ich doch auch. Ich hätte es dir schon gesagt, wenn es sich ergeben hätte“, erwiderte Falk. „Dass ich dir vertraue, habe ich doch wohl während unseres Einsatzes bewiesen. Und du hast mir auch vertraut.“ Falk setzte sich neben Jupp auf die Treppe. „Ich denke, mein Vorgänger war auch schwul und du hattest kein Problem damit. Warum also jetzt plötzlich das Theater?“

 

„Hatte ich ja auch nicht“, erwiderte Jupp defensiv.


„Aber?“, hakte Falk nach.


„Mit dem hab ich auch nicht nackt vor einer Bank gestanden.“

 

„Ach daher weht der Wind“, meinte Falk.

 

„Hey komm, du hast mich ganz schön abgecheckt“, verteidigte sich Jupp. „Da steht ich nicht drauf.“

 

„Du mich doch auch:“ Falk grinste. „Interesse?“

 

„Spinnst du!“ Jupp rückte zur Seite soweit es die schmale Treppe erlaubte.

 

Falk lachte auf. „Ach Jupp, keine Bange, ich will nix von dir. Bist eh nicht mein Typ.“

 

„Aber der Bubi da drin ist es, ja?“, fragte Jupp beleidigt. Geschmack hatte Falk jedenfalls keinen, entschied er. Nachdem, was er alles von ihm gesehen hatte, hätte er ihm doch quasi die Bude einrennen müssen. Die Mädels würden das jedenfalls tun.


Falk zuckte mit den Schultern. „Im Moment ja.“

 

„Die Szenen musste auch nicht sein“, sagte Jupp defensiv. „Vor dem Jungen! Der kommt ja noch auf Gedanken.“

 

„Himmel Jupp, vom Zukucken, wenn zwei Männer sich küssen, wird keiner schwul“, sagte Falk.

 

„Ich mein ja nur“; sagte Jupp. „Taube hat’s mir wenigstens schonend beigebracht und nicht in aller Öffentlichkeit rumgemacht. Schon gar nicht hier und vor den Kollegen. Und meiner Mutter“

 

„Hey, ich hatte das auch nicht geplant. Ich hab Steffen nur angerufen und gesagt, dass es später wird, weil ich noch mit den Kollegen im Rättematäng feiern gehe. Ich hatte keine Ahnung, das er hier auftaucht. Ehrlich gesagt, ich habe nicht den Eindruck, Achim, Gino oder deine Mutter hätten ein Problem damit.“

 

„Haben sie aj auch nicht“, sagte Jupp.

 

„Aber du?“, hakte Falk nach.


“Quatsch! Natürlich nicht“, wehrte Jupp heftig ab.

 

„Wo ist dann das Problem?“, fragte Falk.

 

„Ich hät’s halt gern vorher gewusst.“

 

„Ich dachte auch, du hättest an meinem Verhalten heute Nachmittag schon gemerkt, dass ich schwul bin. Deshalb hab ich nichts weiter gesagt.“

 

Jupp schüttelte den Kopf. „Da war ich wohl noch zu... zu na ja, ist ja auch egal. Ist der Typ dein fester Freund? Bist du deshalb nach Köln, wegen ihm?“

 

Falk schüttelte den Kopf. „Nur ein Bekannter vom letzten CSD. Wir sehen uns ab und zu und er hat angeboten, mir noch ein bisschen Köln zu zeigen. Naja und ein bisschen Spaß miteinander zu haben.“

 

Jupp sah ihn von der Seite her überrascht an.

 

„Was kuckst du so?“, wollte Falk wissen. „Du bist doch auch kein Kind von Traurigkeit, wie mir scheint und hast nix gegen einen Flirt mit anschließender Übernachtung, sozusagen. Denkst du, schwule haben kein Recht auf Sex?“

 

„Schon, natürlich, aber Taube...“ Jupp zuckte hilflos mit den Schultern.

 

„Du hast seine Partner nie kennen gelernt?“, wollte Falk wissen.


„Kaum“, gestand Jupp. „Aber der hatte auch nicht viele. Er war immer so farblos... so bieder. Ich dachte immer, der sucht den Mann fürs Leben, heiraten und so was halt.“

 

„Tja Jupp, das ist bei uns Homos wie bei euch Heteros“, erwiderte Falk, „Es gibt solche und solche.“

 

„Du suchst nichts Festes?“, wollte Jupp wissen.

 

„Ich hätte nix dagegen, aber warum soll man auf dem Weg dahin nicht ein bisschen Spaß haben? Oder siehst du das anders? Ewig auf den Richtigen zuwarten, der dann vielleicht nie kommt, bringt doch auch nichts.“

 

Jupp grinste. „Ganz meine Rede.“  Wer hätte gedacht, Falk schien in seinen Ansichten viel eher auf seiner Wellenlänge zu liegen als Klaus mit seinen ewigen Moralpredigten.

 

Falk stand auf. „Ich glaube, wir sollten langsam zurück gehen. Sonst wundern sich die anderen noch, wo wir stecken und...“ Er grinste. „Kommen auf dumme Gedanken.“ Falk streckte Jupp die Hand hin. „Freunde?“

 

„Freunde“, erwiderte Jupp und ließ sich auf die Füße ziehen. „Wenigstens brauch ich mir ja jetzt keine Sorgen zu machen, dass du mir die Mädels wegschnappst.“

 

„Aber weißt du“, fügte er hinzu. „Jetzt wundert mich nicht mehr, dass sie mich nie beim BKA wollten.“

 

„Wieso?“, fragte Falk. „Was hat das jetzt damit zu tun?“

 

„Na, ist doch offensichtlich Voraussetzung, dass man in dem Verein andersrum ist.“

Falk schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Jupp. du bist unverbesserlich.“

 

Jupp blieb an der Tür stehen und drehte sich zu Falk um. „Übrigens, wo du doch so ein Experte für Ärsche bist, will ich jetzt mindestens eine 5,6.“

 

Falk lachte. Er war sich sicher, nach Köln zu kommen, war die richtige Entscheidung gewesen. Zumindest über Langeweile würde er sich mit Jupp nie beklagen müssen.

 

Ende