Neugier ist der Katze Tod

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere:  Jupp Schatz, Klaus Taube

Kategorie: G, Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Ja ja, die liebe Neugier, auch Jupp ist nicht vor ihr gefeit und zieht prompt die falschen Schlüsse.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Kannst du das schon mal hochbringen, ist nicht schwer. Ich muss nur noch schnell was besorgen“, äffte Jupp seinen Freund nach, während er mit fünf großen Plastiktüten bepackt zu Klaus Taubes Wohnung hoch stiefelte. Dieser hatte die Mittagspause offensichtlich zu einer exzessiven Shoppingtour mit Jenny genutzt und war danach wie ein Lastesel bepackt wieder im Büro aufgetaucht. Da Jupp Klaus wie üblich nach Feierabend nach Hause fuhr, war er nun quasi unfreiwillig in eine tragende Rolle geschlüpft. Er hatte ja erst gedacht, die ganzen Tüten gehörten ihrer blonden Mitarbeiterin, aber das war ein offensichtlicher Irrtum gewesen.

 

„Möchte echt wissen, was der alles einkauft“, überlegte Jupp, als er vor Taubes Wohnungstür ankam. „So viel braucht doch kein Mensch.“

 

Mit Mühe schaffte es Jupp, alle fünf Tüten mit einer Hand zu halten, während er den Schlüssel ins Schloss fummelte. „Also echt, wenn Frauen einkaufen“, knurrte er, stieß die Tür mit dem Ellbogen auf und schaffte es gerade hindurchzuschlüpfen, bevor sie wieder zufiel. Leider blieb er dabei mit einer Tüte am Türknauf hängen, sie riss und ihr Inhalt ergoss sich auf den Boden. Etwas Buntes klemmte sich zwischen die Tür fest.

 

Jupp fluchte, stellte die restlichen vier Tüten ab und machte sich daran, das Verstreute einzusammeln. Das bunte Etwas, das zwischen der Tür und dem Rahmen klemmte, entpuppte sich, nachdem er die Tür geöffnet und es aufgehoben hatte, als Minirock. Jupp schüttelte verwundert den Kopf, was Taube wohl damit wollte?

 

Dann hob er zwei weitere Papiertüten, die aus der großen Plastiktüte gefallen waren, auf. „Marinas Dessous-Lädchen“ stand auf den Tüten. Wirklich seltsam, wo Taube so einkaufte, dachte Jupp. Wo aber nun einmal schon alles aufgerissen war, da konnte er ja eigentlich auch mal nach dem Inhalt kucken. Nicht, dass er neugierig war, überhaupt nicht. Aber schließlich hatte Klaus bald Geburtstag und er mal wieder so gar keine Ahnung, was er ihm schenken konnte. Vielleicht stand er ja auf eine bestimmte Marke an Unterhosen. Calvin Klein oder so was, wo er doch sonst auch so vornehm war, rechtfertigte Jupp seine Entscheidung, doch mal den Inhalt der beiden Tüten genauer unter die Lupe zu nehmen. Außerdem konnte er da gleich mal nach Taubes Größe kucken.

 

Aus der ersten fischte er ein schwarzes Spitzenunterhöschen. Überrascht blickte Jupp das Teil an. Also echt, Klaus und so ein Fummel? Das hatte er nun wirklich nicht erwartet. Irgendwie sah das mehr nach etwas für eine Frau aus.

 

Jupp, der noch immer zwischen Tür und Angel stand, öffnete die zweite Tüte und zog einen schwarzen BH heraus. Entsetzt starrte er auf das Ding. Taube würde doch nicht?

 

„Du kannst ihn gern anprobieren, wenn du magst“, ertönte plötzlich Klaus Stimme hinter ihm. Vor Schreck ließ Jupp den BH fallen. „Man musst du mich so erschrecken?“, knurrte er.

 

Klaus bückte sich und hob das gute Stück auf.

 

„Du... du ziehst so was doch nicht etwa an?“, stotterte Jupp und hielt Taube auch das Höschen hin.


“Hättest du es denn gern, dass ich es für dich trage?“, fragte Klaus mit suggestiv gesenkter Stimme zurück und drängte sich eng an Jupp vorbei in die Wohnung.


“Spinnst du“, erwiderte Jupp heftig und folgte ihm. Die Tür fiel mit lautem Knall ins Schloss.

 

Im Flur bemerkte Jupp, wie Taube eine weiße, kurze Bluse, die er bisher über den Arm getragen hatte, auf einen Garderobenbügel hängte. Dann ging er ins Schlafzimmer und begann weiter auszupacken. Mit weit aufgerissen Augen sah Jupp, der ihm gefolgt war, wie er zunächst eine knappe Jeans, weiße Leggings, dann zwei enge, bunte Tops und ein paar hochhackige Sandalen aus den Tüten holte und auf sein Bett legte. Aus der letzten kam ein Schminkset zum Vorschein.

 

„Na, was meinst du, wird es mir stehen?“, fragte Taube lächelnd und hielt Jupp eines der Tops hin.

 

„Ich weiß nicht“, erwiderte Jupp ziemlich perplex. Der wollte doch nicht wirklich das Zeug anziehen, was er da auspackte, oder?

 

„Ich dachte, ich probier mal was Neues aus. Anzüge sind im Sommer so warm und unbequem“, erklärte Taube seelenruhig.

 

„Du... du willst doch nicht so zur Arbeit“, stotterte Jupp.

 

„Warum nicht?“, fragte Taube zurück. Dann konnte er nicht mehr an sich halten und musste lauthals loslachen.

 

„Keine Bange, Jupp. Meine Nichte wird in zwei Wochen 18. Sie hat sich ein paar moderne Klamotten gewünscht. Meine Schwester und mein Schwager waren diesbezüglich ziemlich streng und erlaubten ihr kaum etwas. Sie bekam auch wenig Taschengeld. Ich denke, das tragen junge Mädchen heute doch. Meint zumindest Jenny.“

 

„Keine Ahnung“, erwiderte Jupp. „Ich muss mich mit so was nicht rumschlagen. Gott sei Dank habe ich einen Sohn.“

 

„Das eine schließt das andere ja nicht aus“, erwiderte Klaus.

 

„Mal mir den Teufel nicht an die Wand“, entgegnete Jupp heftig. „Wenn ich Flo je mit solchen Schwuchtel-Fummeln...“ Er brach ab, als er sah, wie sich Klaus Miene verfinsterte. „Hey, war nicht so gemeint. Aber echt, würdest du so was anziehen? Als Kerl? Ich bitte dich!“

 

Taube zuckte mit den Schultern. „Vielleicht sollte ich mir ja das eine oder andere bei meiner Nichte mal borgen.“

 

Als er Jupps entsetzten Blick sah, musste er erneut lachen.

 

Ende