Nachgedanken: Spock

T’Len

2004

 

 

 

Serie: TOS

Altersangabe: PG-13

Codes: K/S

Summe: Spocks Gedanken

Feedback: tlen11@freenet.de

Fortsetzung zu: Was wir aus Liebe tun

 

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels, die in dieser Story verwendet wurden, nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

Endlich bin ich wieder zu Hause. Oder besser sollte ich sagen, dort wo ich geboren bin. Ich habe dieses Haus nie mein Heim genannt. Das einzige wahre Zuhause, das ich je hatte, war die Enterprise, aber das war vor langer Zeit. Dieses Haus ist nur ein Ort, der mir Unterschlupf bieten wird, so lange wie ich ihn noch benötige. Und das wird nicht mehr für lange Zeit sein.

 

Ich bin allein. Perrin, meines Vaters dritte Ehefrau ist nach Sareks Tor zurück auf die Erde gezogen. Die Diener, die alles in Ordnung hielten, sind nun entlassen. Ich wünsche nicht, von irgend jemanden gesehen zu werden. Nicht in meiner Kondition. Und nicht mit der Schande, die ich noch immer fühle.

 

Bald werde ich allein sterben. Ich kann die Klauen des Pon Farr schon nach mir greifen fühlen. Es wird nicht mehr lange dauern und meine Kontrolle ist zerstört. In früheren Zeiten habe ich die Hilfe gewisser Personen gesucht, um das Bedürfnis meines Körpers zu stillen. Aber mein Geist blieb stets  unbefriedigt.

 

Jetzt wird es niemanden geben, der mir hilft. Der einzige, nachdem sich mein Geist und mein Körper sehnen, ist nicht hier und wird auch nicht kommen. Ich darf das nicht erlauben, selbst wenn alles in mir nach ihm schreit. Bald werde ich den Tod als Einlösung willkommen heißen. Das Leben hat mir nichts mehr zu bieten.

 

Ohne Jim gibt es nichts, dass es für mich lohnenswert macht, weiter zu leben. Ich kann ohne ihn nicht leben, aber ich kann auch nicht mit ihm leben. Nachdem ich unsere Verbindung über die letzten fünf Jahre fast vollständig gebrochen habe, gibt es nur noch Einsamkeit für mich. In mancherlei Hinsicht bin ich froh, dass es bald vorüber sein wird.

 

Ich wünschte es nicht, aber ich musste ihn freigeben. Es war die einzige logische Wahl. Ich durfte nicht zulassen, dass er unter meinen Fehlern leidet.

 

Mein Verfahren war mehr als gerecht Die Richter berücksichtigten die vielen Male, da Jim und ich Welten und Zivilisationen retteten. Und Jim versuchte, sie zu überzeugen, dass ich nicht verantwortlich war für die Ereignisse mit dem Nexus. Aber dennoch hatte ich die Föderation verraten, hatte ich Föderationsgesetze gebrochen und beinahe Millionen unschuldiger Leben getötet. Ich war schuldig in den Augen des Gesetzes und – mehr als dies - in meinen eigenen Augen.

 

Trotzdem erhielt ich eine milde Strafe. Ich wurde für zehn Jahre in eine Rehabilitationskolonie geschickt. Dort konnte ich als Wissenschaftler arbeiten und so wenigstens etwas Sinnvolles für die Gesellschaft leisten. Es war eine viel bessere Behandlung, als ich glaubte, sie für mein Verbrechen zu verdienen.

 

Jim wollte mit mir kommen. Er sagte, als mein Bondmate sei sein Platz an meiner Seite. Ich durfte nicht erlauben, dass dies geschieht. Er durfte nicht an der Schuld und Schande leiden, die ich auf mich geladen hatte. Und ich konnte nicht erlauben, dass er sein neugefundenes Leben für mich wegwirft.

 

Glücklicherweise erlaubten die Behörden mir, die Erde heimlich zu verlassen, ohne Jim den Zeitpunkt meiner Abreise mitzuteilen. Selbstverständlich fand er leicht heraus, wohin man mich gebracht hatte. Aber ich lehnte es konsequent ab, in persönlichen Kontakt mit ihm zu treten. Schließlich gab er auf und kehrte zur Erde zurück. Ich bin sicher, dass dies hart für ihn war – so hart wie für mich - aber es wäre viel härter gewesen, wenn er gezwungen gewesen wäre, mit mir dort zu bleiben.

 

Er verdiente ein besseres Leben als dieses und einen besseren Partner als mich. Außerdem verdiente ich sicherlich nicht einen solchen aufrichtigen Mann wie Jim als Bondmate. Ich habe mir selbst nie meine selbstsüchtigen Taten vergeben. Liebe darf keine Rechtfertigung für meine Handlungen sein. Ich verlor das Recht auf die Liebe, nach der ich mich Jahrzehnte so sehnte, mit meinen Handlungen die ich tat, um diese Liebe zu retten.

 

In der Kolonie versuchte ich mit Hilfe eines Vulkanischen Heilers meine Verbindung zu Jim langsam zu lösen. Unsere Verbindung war stark, aber da sie glücklicherweise nicht während des Pon Farr entstanden war, nicht komplett ausgebildet. Wir lösten sie langsam, so dass Jim keine Schmerzen erleiden würde. Sie ist nicht vollständig gebrochen, aber wieder so leicht, wie sie vor unserer intimen Beziehung war.

 

Jim wird mich noch fühlen können, aber er wird nicht mehr zu mir getrieben, wie es der Fall wäre, wäre unsere Verbindung noch stärker. Und er wird keinen physischen Schmerz bei meinem Tod empfinden müssen.

 

Es hätte mir nichts ausgemacht, in der Kolonie zu sterben, aber sie entließen mich wegen guter Führung. Der Arzt sagte nichts, aber ich vermute, dass er meine Kondition erkannt hat und mir erlauben wollte zu Hause zu sterben.

 

Und jetzt bin also hier ich, erwarten den Tod. Ich dachte an Selbstmord, um das Ganze jetzt zu beenden. Aber der Schmerz des Pon Farr wird meine letzte Strafe sein. Ich werde sie mit Vergnügen erwarten.

 

Jim wird frei wieder sein. Lebe lang und in Frieden, mein Geliebter.

 

-Ende-

 

 

Fortsetzung in:          Warum?