Titel: A Prince’s Prerogative
Autor: Lady Charena
Fandom: Merlin
Episode: 2x13 The Last Dragonlord
Prompt: #038.
Touch
Wörter: ~ 3100
Charaktere: Arthur Pendragon, Merlin
Pairing: Arthur/Merlin
Rating: NC-17, slash, oneshot
Beta: T‘Len
Archiv: ja

Summe: Wie Arthur sein Kissen zurückbekam und wieso Merlin fast den Eindringling verschlief. (missing scene) Spoiler für 2x13 The Last Dragonlord.

Anmerkung/Warnung: Rating bitte beachten! SLASH!

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Cover Art zur Story: http://ladycharena.livejournal.com/296325.html (Spoiler)



I had your love and I remember,
your gentle kiss and your gentle touch,
but now I seem to miss you much.

I wish that I could be a shining star,
flying high in the sky, so I can see where you are,
spending light in the night, bright as could be,
this time for you, shine for you, help you bring you back to me.

(Audrey Hannah – It’s December)



There's something about you, Merlin. I cannot quite put my finger on it... (Arthur, 1x10 The Dragon’s Call)



Er starrte zu Merlin hinüber, doch alles, was er von ihm sehen konnte, war die Kontur seiner mageren Schultern, über die sich die elende Entschuldigung einer Decke spannte und ein wirrer Schopf dunklen Haars. Sie hatten zu viele Nächte im Dunkeln nebeneinander verbracht, als dass Arthur sich davon täuschen ließ… von der Stille und den zu tiefen, zu regelmäßigen Atemzügen. Merlin fand nicht mehr Schlaf, als er selbst.

Etwas war mit Merlin nicht in Ordnung. Er verschwieg ihm Dinge und zwar seit ihn Gaius vor ihrer Abreise zur Seite genommen hatte. Es war eine Unruhe und Fahrigkeit an Merlin, die sogar für ihn untypisch war. Und dann war da natürlich das Schweigen – Merlin, der um sein Leben nicht seinen Mund halten konnte, sprach kaum ein Wort mit ihm, obwohl er sein Bestes gab, ihn zu provozieren.

Doch alles, was er zurückbekam, war ein Nicken oder ein Kopfschütteln oder ein Sire, dem der übliche, leise Unterton von Sarkasmus fehlte. Und ein Blick, der seinem nicht wirklich standhalten konnte, etwas wie Angst und Sorge – verständlich - und Schuldgefühle – dachte Merlin, er wäre in Camelot mehr von Nutzen, als an seiner Seite? - in den unergründlichen Tiefen von Merlins blauen Augen. Es war ein Gefühl, ein Instinkt – wie eine aus den Augenwinkeln wahrgenommene Bewegung, doch wenn man sich umdrehte, war da nichts.

Merlin war vom Moment ihrer ersten Begegnung an in Geheimnisse gehüllt gewesen, die ihn umgaben wie eines der schweren Parfüms, die Morgana liebte. Es hatte ihn genau so sehr fasziniert, wie Merlins unverschämtes Mundwerk, das oft genug ein von seinem Gehirn völlig unabhängiges Eigenleben zu führen schien und seinen kompletten Mangel an Respekt vor seiner Person.

Arthur schob den Arm unter den Kopf und zuckte im gleichen Moment mit einem leisen Zischen zurück, als sich die Wunden an seiner Schulter bemerkbar machten. Er spürte Hitze und das Pochen seines Blutes in den tiefen Spuren, die die Drachenklaue hinterlassen hatte und wusste, dass er unter anderen Umständen genau in diesem Moment Merlin zu Gaius geschickt hätte, damit der die Wunden säuberte und ihm mit einem seiner übelschmeckenden Gebräue die Schmerzen nahm. Doch hier, in diesem lausigen Rattenloch von Herberge musste das warten, genau wie alles andere.

Er war müde, hundemüde, am Rande totaler Erschöpfung nach den beiden schlaflosen Nächten im Kampf gegen den Drachen und den Tagen, die er damit verbracht hatte, die Schäden zu begutachten und den Menschen nach besten Kräften einen Mut zuzusprechen, an den er längst selbst nicht mehr glauben konnte. Er war über seinem Teller eingeschlafen, als sie für eine kurze Zeit ins Schloss zurückkehrten, um ein paar Bissen zu essen und erst aufgewacht, als Merlin versuchte, ihn den Brustpanzer abzunehmen.

Merlin… und dann war da natürlich Merlin, der ihm wortlos wie ein Schatten oder Geist folgte und keine Sekunde von seiner Seite wich, egal wie oft er ihm befahl, Gaius mit den Verwundeten zu helfen – sah Merlin nicht, dass er nicht sicher war? Sie befanden sich nicht auf einem Jagdausflug, bei dem er höchstens ein paar Rehe verscheuchen konnte, weil ihm Talent und Ausbildung fehlten und er konnte es sich nicht leisten, einen Teil seiner Aufmerksamkeit darauf zu verschwenden, Merlin zu beschützen. Ohne auf seine Worte zu achten – das war das einzig normale in einer Welt, die aus den Fugen geraten war – folgte Merlin ihm auf Schritt und Tritt, noch blasser als sonst, die Augen weit wie die eines angsterfüllten Kindes oder eines Pferdes kurz vor dem Durchgehen und voll von Geheimnissen, die jeden Moment hervor zu bersten zu drohen schienen, wie ein Damm der einem überschwellenden Strom in der Winterschmelze nicht mehr standhalten konnte. Und da war keine Zeit, die letzten hartnäckigen Pfeiler in Angriff zu nehmen, das Bersten des Dammes zu beschleunigen, zu kontrollieren und Merlins Geheimnisse ans Tageslicht zu spülen. Keine Zeit, zu verharren und die Schatten zu beobachten, die sich in blauen Augen bewegten wie kleine Kreaturen mit scharfen Zähnen, die unter der Eisschicht eines Sees im Winter lauerten

Die Last, die auf seinen Schultern lag, wurde mit jedem Moment, mit jeder Meile, die sie sich von Camelot entfernten, schwerer. Er hatte bereits einmal versagt und es war ihm nicht gelungen, den Drachen zu töten – obwohl er tief im Innersten wusste, dass all die Pfeile, Schwerter und Ritter von Camelot dazu nicht im Stande sein würden – er hatte als Kind genug gewisperte Geschichten und geflüsterte Gerüchte über den Feldzug seines Vaters gegen die Drachen gehört und sie alle enthielten ein Element von Magie. Es schien ihm logisch, dass man ein Geschöpf, das aus Magie bestand, auch nur mit Magie bekämpfen konnte. Doch er war kein Kind mehr und wusste, wann er den Mund halten und sich dem Befehl des Königs beugen musste, auch wenn alles in ihm dagegen aufbegehrte, noch mehr Männer in den Kampf gegen ein Monster und damit in den sicheren Tod zu schicken. Uther würde eher den Untergang Camelots in Kauf nehmen, als seinen Bann auf Magie aufzuheben – und selbst wenn, es gab im Umkreis von vielen, vielen Tagesritten niemand mehr, der sich auf genug Magie verstand, um ihnen zu helfen. Selbst wenn es jemand gab, würde der aus Angst vor dem Beil des Henkers oder dem Scheiterhaufen kaum vortreten und sich offenbaren.

Er war in vielerlei Hinsicht der Sohn seines Vaters, aber er war Arthur – eine eigenständige Entität - egal wie sehr sich Uther bemühte, ihn im Namen einer vagen Zukunft in eine Uther-Form zu pressen. Doch in erster Linie war er Prinz von Camelot und der Krone, dem König und den Gesetzen verpflichtet und danach hatte er zu handeln, so schwer es manchmal fiel, den Mantel aus Geheimnissen und unausgesprochenen Wahrheiten zu ignorieren, der Uther umgab. Er beobachtete seinen Vater mit den Augen eines unbeteiligten Dritten, eines Fremden und was er sah, war ein verbitterter Mann, der in einem Labyrinth gefangen war, dass er selbst geschaffen hatte.

Und seit Morgause ihm vorgegaukelt hatte, dass er… Arthur stoppte sich selbst, bevor er den Gedanken zu Ende bringen konnte. Das war eine noch kaum vernarbte Wunde, die die leichteste Berührung wieder aufreißen konnte. Trotzdem spürte er, dass sich die Dinge ändern würden, wenn… nein, SOBALD – an ein Scheitern ihrer Mission war nicht zu denken – sie den Drachen besiegt hatten.

Alles, was ihm das ganze Grübeln brachte, war dass neben seiner Schulter auch sein Kopf anfing, zu pochen und es noch unwahrscheinlicher wurde, dass er endlich einschlief.

Er starrte wieder zu Merlin hinüber, der sich die ganze Zeit kein einziges Mal gerührt hatte. Ein feines, kaum wahrnehmbares Vibrieren lief durch seine angespannten Schultern, das Arthur trotz des verlöschenden Lichtes verriet, dass Merlin noch immer nicht schlief und dass er entweder fror (nicht unbedingt verwunderlich nach dem Ritt durch den Regen) und für einen Moment erinnerte er sich an das schwere, glatte Nass von Merlins Haar gegen seine Handfläche, als er ihm eine spielerische Kopfnuss dafür gab, dass Merlin es nicht fertig gebracht hatte, ihnen eine bessere Unterkunft zu finden – (nicht, dass es welche gab…) oder dabei war, gegen seine Gefühle zu verlieren.

Er stützte sich leicht auf die Ellbogen. „Hey, Merlin. Hör‘ auf so zu tun, als würdest du schlafen und gib‘ mir dein Kissen.“

Einen Moment verharrte die Gestalt auf dem anderen Bett ohne Regung und Arthur beschloss, ihm den Inhalt des Waschkruges über den Kopf zu schütten, sollte Merlin es wagen, so zu tun, als habe er ihn nicht gehört. Dann drehte sich Merlin auf die andere Seite und seine Augen, klar und hell und absolut nicht die eines Mannes, der gerade aus dem Schlaf gerissen wurde, zeigten einen solchen Ausdruck von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, das Arthur um ein Haar aufgestanden wäre, um ihm die Lider mit einem Kuss zu verschließen, wie eine Mutter, die ihr Kind nach einem Alptraum tröstete.

„Was?“, fragte Merlin, seine Stimme rau und brüchig, als habe er geweint – oder versucht, es mit aller Macht zu unterdrücken. „Auf keinen Fall. Du hat dein eigenes.“

Ah, wenigstens eine Spur des üblichen Widerstandes. „Nein, das habe ich nicht, du Idiot. Du hast es mir nicht zurückgegeben, nachdem ich es dir an deinen Dickschädel geworfen habe.“

Merlin setzte sich auf und sah sich um, doch das Kissen war nicht in Sicht und schließlich seufzte er und zerrte sein Kissen hervor, um es in Arthurs Richtung zu werfen.

Er fing es auf und stopfte es unter seine unverletzte Schulter.

Merlin blieb auf dem Bettrand sitzen, als wisse er nicht, was er jetzt anfangen sollte. Die Decke war von seinen Schultern gerutscht und wieder sah Arthur den feinen Schauer durch seine schlaksige Gestalt rinnen. Er streckte die Hand aus und der Ring an seinem Zeigefinger fing einen vereinzelten Lichtstrahl ein, der ihn silbern aufblitzen ließ. „Komm‘ her.“

Es war kein Befehl, eher ein Vorschlag, doch Merlin stand ruckartig auf – wie eine Marionette, an deren Fäden gezogen wurde – und stellte sich neben sein Bett. Es war zu schmal für zwei, eigentlich schon zu schmal für ihn allein, doch er nahm Merlins Handgelenk und zog ihn auf sich herab.

Durch die dünne Decke hindurch spürte Arthur deutlich das Vibrieren in Merlins Körper, die knochigen Hüften und Knie, die in seine Seiten pressten, fast schmerzhaft. Merlins Hände um seine Oberarme schienen fast abwehrend gegen ihn gestemmt, oder vielleicht irrte er sich und was Merlin die Finger in seinen Bizeps graben ließ, war die Suche nach etwas Vertrauten, etwas an dem er sich festhalten konnte.

Arthur verstand dieses Gefühl. Er hob die Hand und ließ seine Finger durch Merlins Haar gleiten, das weicher und glatter war, als es aussah. Seine Fingerspitzen wisperten über Merlins Schläfe und über seine Lider, die sich gehorsam schlossen und wenigstens für den Moment den Anschein erzeugten, als wäre dies eine gewöhnliche Nacht und sie teilten sein Bett; ein von blauem Mondlicht anstatt dem mageren Schein des sterbenden Lichts zwischen den Betten erfüllter Raum und das einzige Geräusch in der Stille ihr Atem. Er presste die Fläche seines Daumens gegen Merlins geschlossene Lippen.

„Arthur.“ Die Unsicherheit in Merlins Stimme war fast greifbar. „Ich kann nic… Deine Wunden. Gaius hat gesagt, du sollst deine Schulter schonen.“

Für die Dauer eines Herzschlages hatte er vielleicht erwartet, dass Merlin etwas anderes sagen würde. „Meinen Wunden geht es wunderbar“, entgegnete er leichthin und das schmerzhafte Pochen glitt für eine Weile in den Hintergrund seines Bewusstseins, als sich Merlins Lippen zu einem seiner viel zu ansteckenden Grinsen verzogen. Es war nicht viel, aber ein Anfang. „Das bedeutet natürlich, dass du die ganze Arbeit machen wirst. Vorrecht eines Prinzen.“

Ein gespielt gequältes Stöhnen war seine Antwort, dass und die andere Art von Anspannung, weitaus willkommener, die sich in Merlins Körper ausbreitete. Arthur konnte spüren, wie er sich entspannte; wo sich vorher scharfe Knochen in seine Muskeln bohrten, glitten sie jetzt ineinander wie zwei Hälften eines Ganzen.

Merlin beugte sich vor und presste seine Stirn gegen Arthurs. „Ist das nicht immer so?“

Sein Mund öffnete sich und Arthur nutzte die Gelegenheit, seinen Daumen hinein gleiten zu lassen, über die scharfen Kanten von Zähnen, und einer Zunge, die sofort versuchte, sich darum zu wickeln. Merlin gab eine Art Summen von sich, tief in seiner Kehle, als er begann, an Arthurs Daumen zu saugen wie ein hungriges Baby.

Er zog seine Hand zurück und erstickte Merlins Protest mit einem Kuss, eine Mischung aus Zunge und Zähnen und Ungeduld, die er mit den Fingerspitzen, die sich in Merlins Hinterkopf pressten und ihn festhielten, noch verstärkte.

Arthur spürte Merlins Finger, die ihren Klammergriff um seine Oberarme lösten und langsam an der weichen Innenseite nach unten strichen, bis seine Finger fanden und sie für einen Moment miteinander verflochten. Er ließ ihn ein paar Sekunden lang gewähren, bevor er die Hüften hob und seinen Unterkörper gegen Merlins stieß.

Merlins Beine glitten wie von selbst auseinander und nach einem Kuss gegen seine Kehle, mehr ein sanfter Druck von Lippen gegen die empfindliche Haut, setzte sich Merlin auf, die Knie rechts und links von seinen Oberschenkeln in die harte Bettfüllung gestemmt. Seine Finger schlossen sich um Arthurs Handgelenke, als versuche er ihn halbherzig still zu halten.

So verharrte er, den Kopf gesenkt, sein Haar wie Borsten in alle Richtungen abstehend und schien auf etwas zu warten, vielleicht Erlaubnis, vielleicht eine Anweisung. Arthur studierte sein Gesicht… wenn Merlins Augen nicht noch immer geschlossen gewesen wären, hätte er angenommen, dass es die blutigen Bandagen um seine Schulter und die damit verbundenen – unnötigen, aber oh-so-Merlin-typischen – Skrupel waren, die ihn zögern ließen. Für einen Moment war das Gesicht unter der Kappe dunklen Haars und den komischen Ohren das eines Fremden. Arthur blinzelte und der Eindruck war verschwunden und es war nur Merlin, der unfähigste Kammerdiener der ganzen Welt; sein Freund, sein Geliebter, der ihn mit einem Wort zum Lachen und mit einer Berührung zum Schweigen bringen konnte.

Wieder hob er die Hüften an, presste die rasch größer werdende Wölbung in seiner Hose gegen Merlin, um ihn in Bewegung zu bringen. Es schien zu funktionieren, denn Merlin ließ seine Handgelenke los und schob die Decke nach unten und aus dem Weg. Unter seinen Fingern – und Arthur dachte unwillkürlich an das erste Mal, als Merlin ihn im Rahmen seiner neuen Pflichten beim Auskleiden half und es schaffte, anstatt die Verschnürung zu lösen, die Bänder abzureißen und er ihn einen Idioten nannte und seine fummelnden Finger beiseite stieß, um es selbst zu tun – lösten sich die Schnüre wie von selbst, weit genug, dass Merlin die Hose über seine Hüften ein Stück nach unten ziehen konnte. Weit genug, dass kühle Luft über seine entblößte Haut strich und er einen Schauer durch sich rinnen fühlte.

Merlin ließ sich Zeit und ohne es erklären zu können, warum Arthur ihn gewähren ließ, zügelte er seine Ungeduld. Es war fast, als versuchte Merlin ihm etwas zu sagen, als würden seine Hände in einer geheimen Sprache zu ihm sprechen - über all das, was sein Mund nicht zu sagen können schien.

Es war, als lösten sie sich aus Zeit und Raum, als geschehe alles um sie herum langsamer, eingesponnen in einen Kokon, der nur sie und die Wärme der Berührungen ihrer Körper beinhaltete, sonst nichts.

Merlins Mund glitt über seine Kehle, seine Brust – sorgfältig die Bandagen vermeidend – und Arthur holte tief Luft, als eine warme Zungenspitze in seinen Bauchnabel tauchte. Es kitzelte und sandte gleichzeitig einen silbernen Strahl aus Hitze direkt in seinen Unterkörper. Er legte die Hände auf Merlins Schultern. Aber Merlin brauchte keine weitere Ermunterung. Das nächste, was Arthur spürte, war Merlins Zunge, die langsam an der Länge seines harten Gliedes entlang strich und sein Kopf fiel in den Nacken. Seine verletzte Schulter machte sich bei der Bewegung mit einem Brennen bemerkbar, doch er ignorierte es, als sich Merlins Lippen um die Spitze seines Gliedes schlossen und er dann in die Wärme seines Mundes glitt.

Nun schien Merlin von der gleichen Ungeduld erfüllt, wie er sie noch vor kurzem gespürt hatte, doch nun war Arthur es, der sich unwillig fand, es schnell enden zu lassen. Er schloss die Hände um Merlins Gesicht, seine Daumen in die Senkungen gelegt, die sich unter Merlins Wangenknochen bildeten. Er berührte, was er greifen konnte – Merlins Gesicht und sein Haar, seine Schultern und die Oberarme, die unter seinen Fingern leicht zitterten.

Bis es nichts mehr gab als Merlins Berührung und er das Gefühl hatte, zu fliegen und er ließ sich fallen, ohne den Aufprall fürchten zu müssen…

* * *

Arthur schlug die Augen auf und wollte nach Merlin greifen, doch der wand sich aus seinem Griff und stand hastig auf. Er richtete sich auf die Ellbogen auf. „Was ist?“ Er folgte Merlins Blick und sah den dunklen, feuchten Fleck auf Merlins Beinkleidern.

Röte stieg in Merlins Wangen und Ohren und Arthur zog ihn lachend zu sich herunter und küsste ihn. „Ich bin also so gut…“, flüsterte er mit gespielter Arroganz in Merlins Ohr. „… dass ich dich nicht einmal anfassen muss.“

Merlin flüsterte „Angeber“, zurück und wurde mit einem sanften Biss ins Ohrläppchen bestraft, bevor Arthur ihn gehen ließ. Seine Schulter machte sich erneut bemerkbar, als er sich mit der Decke abwischte und seine Hose zuschnürte. „Mach das Licht aus, bevor du schlafen gehst“, sagte er, als er hörte, wie Wasser in die Waschschüssel plätscherte.

Aus halbgesenkten Lidern beobachtete er ein paar Minuten später, wie Merlin in sein Bett kletterte und sich suchend umsah, bevor er das ohnehin nur noch matt flackernde Licht ausblies. Eine seltsame Distanz schien sich zwischen ihnen zu erstrecken und sie schien tiefer als das Schweigen zuvor. Er hätte fast vorgeschlagen, dass Merlin zurück zu ihm kam, den Rest der Nacht bei ihm lag, doch er wusste, dass es unvernünftig war, zu versuchen zu zweit in einem viel zu kleinen und ohnehin unbequemen Bett zu schlafen, selbst wenn sie nicht auf seine Schulter hätten Rücksicht nehmen müssen.


* * *

Merlin fand das Kissen hinter dem Bett und schob es unter sein Gesicht und ein Geruch nach Moder, altem Stroh - und der geringsten Spur nach ungewaschenem Prinzen, gerade genug, dass er wusste, er würde endlich schlafen können – der davon ausging, umfing ihn wie eine altvertraute, tröstliche Erinnerung. Er drehte sich auf die Seite und zog die Decke um die Schultern hoch, als er auf Arthurs Atem lauschte, bis der Schlaf ihn mit sich ins Dunkel zog.


* * *


Arthur schloss die Augen. Er schlief nicht, aber glitt in einen entspannten Zustand zwischen Schlaf und Wachen - die Dunkelheit erfüllt mit dem Geräusch von Merlins Atemzügen und dem gelegentlichen, leisen Schnarchen, das er von sich gab – und der zumindest seinem Körper die Gelegenheit bot, Ruhe zu finden.

Bis er die Schritte vor der Tür und dann das leise Quietschen der Angeln hörte, als sie geöffnet wurde. Arthurs Hand glitt zu seinem Dolch, der griffbereit zwischen Bettkasten und Bettfüllung steckte.