Titel: Ein Geschenk für Mollari

Autor: Myra

Fandom: B5

Rating: NC-17

Typ/Kategorie: Slash, Humor

Pairings: M/m

Archiv: ffp

Inhalt: Es gab da mal eine kurze Szene mit so etwas Kuriosem, dass scheinbar aus Londo´s Weste kroch. Das können die doch nicht wirklich ernst gemeint haben, oder doch?

Egal, wenn die Jungs schon damit ihren Spaß hatten, warum soll ich den dann nicht auch noch haben ...?

Disclaimer: Warner Bros. / PTEN Consortium`s property.

Beta: T´Len, REV

 

 

Ein Geschenk für Mollari

 

"Also, kurz gefasst: Ich soll einen netten Abend mit dem Botschafter verbringen, aber er darf unter keinen Umständen erfahren, dass es ein Geschenk ist?"

 

Robin stammte von der Erde und war auf Babylon 5 gelandet, weil er etwas erleben wollte. Aber inzwischen war ihm das Geld ausgegangen und er lebte mehr schlecht als recht von Gelegenheitsjobs. Da war ihm das großzügige Angebot dieser Frauen wie ein unerwartetes Geschenk vorgekommen. Ein Centauri - Bediensteter hatte ihn vor einem der Weihnachtsstände angesprochen und in dieses Quartier mit den drei glatzköpfigen und mit üppigen, seltsam altertümlichen Kostümen bekleideten Frauen gebracht.

 

"Richtig, mein lieber Junge. Du magst es vielleicht nicht glauben, aber uns liegt sein Wohlergehen wirklich sehr am Herzen", antwortete Timov, die ein rotes Tuch dekorativ um den kahlen Nacken trug. Der wie ein französisches Boudoir eingerichtete Raum gehörte ihr, der ältesten Gattin des Botschafters.

 

"Und in letzter Zeit ...", fügte die Jüngste und Hübscheste hinzu. Sie schien Pinkfarben zu bevorzugen.

 

"Nach diesen ganzen schrecklichen Ereignissen, von denen man so hört ..." Die mittlere Gattin wusste wie immer am besten über die politischen Ereignisse Bescheid.

 

"Also, er braucht etwas Ablenkung von seinen schweren Regierungsgeschäften. Und ich kenne meinen Mann gut genug, um zu wissen, ...", versuchte Timov, die Erklärungen abzuschließen. Der Junge brauchte nicht alles zu wissen.

 

"Ich kenne ihn natürlich auch gut." Auf Mariels glatt rasiertem Kopf wippte ein langer dunkler Pferdeschwanz und das mit Steinen bestückte Kopfband glitzerte in dem künstlichen Kerzenlicht wie ein kostbares Armband.

 

"Sei nicht so eingebildet. So gut wie ich, kennt ihn keine von euch", wurde die Jüngere aber schnell wieder von Daggair zurrecht gewiesen und Timov stöhnte unhörbar auf. So war es immer zwischen ihnen.

 

"Bitte, meine Lieben! Beruhigt euch. Immerhin geht es um Londos Weihnachtsgeschenk. Da sollten wir uns wenigstens einmal einig sein."

 

Endlich kehrte wieder Ruhe ein und die Ältere wandte sich erneut an den leicht amüsiert dreinblickenden, jungen Mann. "Also, noch mal. Du musst es unbedingt als eine zufällige Begegnung tarnen. Meinst du, dass du das hinbekommst?"

 

"Natürlich", erwiderte Robin. Seit er in dieses üppig ausgestatte Quartier in der Ebene grün - normalerweise nur den Botschaftsbediensteten und anderen hochrangigen Babylon 5 Angehörigen vorbehalten - gebracht worden war, kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber er hatte schnell verstanden, dass es um eine ganz spezielle Dienstleistung ging. Anfangs hatte er noch abgewinkt.

 

Aber das hatte nur den Preis in noch astronomischere Höhen hochgetrieben. Hinzu kam, dass Robin noch offene Schulden im Casino zu begleichen hatte. Und der Besitzer war kein wirklich freundlicher Mann.

 

"Londo darf es auf keinen Fall wissen. Denn sollte er keinen Gefallen an dir finden, fällt es auf uns zurück. Aber wenn wir ihm eine Freude gemacht haben ..."

 

"...wird es Zeit und Gelegenheit geben, dass auch wir unseren Vorteil daraus ziehen können", vollendete Daggair Timovs Satz. Dieser Aspekt hatte der mittleren und vor allem mit Hofintrigen beschäftigten Gattin am besten gefallen.

 

"Ich dachte, wir wollten ihm eine Freude machen? Deshalb sind wir doch dank Virs Hilfe hier schon einen Tag früher angekommen?", fragte die etwas naivere Mariel mit erstauntem Augenaufschlag.

 

"Dummerchen - Das muss doch kein Widerspruch sein."

 

"Nun hört auf." Timov wandte sich wieder an den hübschen, blond gelockten Menschen und zeigte mit ihrem Zeigefinger auf ihn. "Robin, weißt du auch wirklich, was auf dich zukommt? Ich meine, ganz direkt gefragt, bist du vertraut mit den centaurischen Organen?"

 

"Also wirklich." Mariel kicherte.

 

"Wir müssen da ganz sicher gehen. Immerhin ist Londo ein Mann und unser Geschenk ist sich vielleicht nicht über die ganze Tragweite im Klaren. Immerhin ist er nur ein Mensch", erklärte die besonnene Timov geduldig.

 

Jetzt kicherte auch Daggair gut gelaunt "Ach, ich wünschte, ich könnte dabei sein."

 

"Ts, Ts, seid nicht so vulgär, das gehört sich nicht für eine Botschaftergattin." Timov tadelte mit hochgezogenen Brauen die beiden anderen Frauen. "Vergesst den Anlass nicht. Wir alle haben beschlossen, unserem geliebten Gatten, der uns schließlich einigermaßen angemessen unterhält, auch einmal eine Freude zu bereiten."

 

"Also Robin, noch mal gefragt, bist du bereit, deinen Teil der Vereinbarung einzuhalten?", wiederholte sie.

 

"Lass ihn hinterher Bericht erstatten. Ich möchte sicher gehen, ob Londo wirklich mit seinen Diensten zufrieden war", forderte Daggair noch schnell, bevor der Mensch antworten konnte.

 

"Gut. Du hast es gehört, Robin. Stell Londo zufrieden und erstatte uns dann ausführlich Bericht. Dann bekommst du noch mal dieselbe Summe. Einverstanden?"

 

Der etwa 25-jährige junge Mann hatte den offensichtlich schon oft ausgetragenen Schlagabtausch interessiert verfolgt. Die junge Mariel gefiel ihm zwar, aber er wusste natürlich wie jeder auf der Station, wer Londo Mollari war. Vielleicht könnte es sich sogar auf lange Sicht lohnen, einen so berühmten Mann näher kennen zu kennen.

 

Als sich die drei Augenpaare auf ihn richteten, versagte ihm erst die Stimme. Aber er nickte entschieden. Und als er wieder an die große Summe dachte, die ihn nicht nur aus den Klauen des Casinogeldeintreibers befreien konnte, sondern sogar einen Flug zum Mars sichern würde, antwortete er geschmeidig: "Natürlich meine Damen. Sie werden mit mir zufrieden sein."

 

Ein breites, ein verschmitztes und ein skeptisches Lächeln waren die Antwort.

 

*

 

"Entschuldigen Sie, ich muss ganz in Gedanken gewesen sein."

 

Londo Mollari, der Botschafter der Centauri, war gerade mit einem jungen Mann zusammengestoßen und schnippte sich imaginäre Staubkörnchen von der Schulter seiner mit goldenen Tressen besetzten, langen Jacke. Er wandte sich wieder an die Fahrstuhlkonsole. "Ebene grün."

 

"Da möchte ich auch hin."

 

"Oh, tatsächlich?", fragte Londo höflich. Eigentlich sollte er alle Botschaftsangehörigen der verschiedenen Nationen kennen. Aber diesen zugegeben attraktiven Menschen hatte er vorher noch nie gesehen. Vielleicht war er ein neues Mitglied der Brückenbesatzung, denn der helle Leinenanzug sah nicht nach viel Geld aus.

 

"Ich muss Ihnen sagen, dass ich Sie sehr bewundere", fuhr Robin unbeeindruckt von Londos Desinteresse fort. Er hatte nichts anderes erwartet.

 

"Wirklich?" Londo war Schmeicheleien von seinem Heimatplaneten gewöhnt. Sie gehörten zum politischen Alltag auf Centauri Prime.

 

"Ja, wirklich und ich wünschte, ich könnte mehr über das centaurische Volk erfahren." Robin lächelte breit. "Und über seine großartigen Führer."

 

Londo strich mit seiner Hand über seine barocke Weste mit den großen Schmuckstücken und fühlte sich wider Willen doch etwas geschmeichelt. Normalerweise begegneten ihm auf der Station alle nur mit Misstrauen.

 

"Nun, es stimmt, wir sind ein altes Volk, welches sehr viel Wert auf den Erhalt seiner Kultur legt." Der Botschafter konnte sich gerade noch zurückhalten, einen größeren Vortrag über die Überlegenheit seiner Rasse zu halten. Denn das wurde in der Regel zu seinem Leidwesen nicht gern gesehen. "Aber das wird Sie sicher langweilen."

 

"Oh, nein, nein, das interessiert mich sehr." Robin signalisierte auch mit seiner Körpersprache höchste Aufmerksamkeit. "Ganz besonders ihr persönlicher Beitrag, diese wertvolle Kultur zu erhalten."

 

Londo fing an, seine Zufallsbekanntschaft zu mögen. "Warum beschäftigt sich ein junger Mann wie Sie überhaupt mit solchen Themen?", fragte er neugierig geworden. Inzwischen hatte der Fahrstuhl sein Fahrtziel erreicht und hielt mit einem leichten Ruck an. "Sie sollten sich doch in ihrer Freizeit eigentlich eher mit Vergnügungen beschäftigen, oder?"

 

"Ich treibe Studien über fremde Kulturen." Der Junge lächelte entwaffnend "Mein Name ist Robin White und ich habe das Ziel, die Menschen zu mehr Toleranz insbesondere gegenüber den Centauri zu erziehen", stellte er sich selbstbewusst vor.

 

"Erstaunlich, aber, Hm, ein wirklich wichtiges Ansinnen." Londo strich sich nachdenklich über das Kinn " Nun gut. Kommen Sie doch in mein Quartier und ich erzählen Ihnen etwas über unsere Kultur, Mr. White." Londo ging die wenigen Schritte voraus und öffnete seine Tür.

 

Gegenüber der unwirtlichen, technischen Kühle der Raumstation wirkte der Raum auf Robin wie der Versuch, das überbordende, französische Barock in einen schmucklosen Überseecontainer zu verlegen.

 

"Im Grunde ist ein solcher Austausch dringend nötig. Wer weiß, wohin das alles hier noch führt ...", redete Londo geschäftig weiter, während er seinen Gast zu einer bequemen Sitzecke hin leitete, die Robin an das Quartier der Frauen erinnerte.

 

Londo sah sich inzwischen suchend nach seinem Assistenten Vir Cotto um. Dann fiel ihm ein, dass der sich ja zurückgezogen hatte, um die für den nächsten Tag angekündigte Ankunft der Ehefrauen, vorzubereiten. Das hieß aber leider auch, nur noch ein Tag ungestörtes Dasein.

 

Aber die menschliche Besatzung pflegte Weihnachten im Kreise ihrer Familien zu feiern                                                                                                                                               und da wollte Londo nicht zurückstehen und hatte auch seine drei Frauen auf die Station beordert.

 

Mit einem verschmitzten Lachen hatte er sie auch davon unterrichtet, dass hier unter den Menschen ein Geschenk für den Hausvorstand üblich war. Die nur mühsam getarnte                   Verblüffung bei seinen Frauen war ihm diesen kleinen Scherz mehr als wert gewesen.

 

Londo seufzte. Letztendlich würde es ja doch darauf hinauslaufen, dass er selbst für die natürlich extrem teuren Geschenke sorgen musste, genauer gesagt Vir, sein loyaler Assistent. Dieser Gedanke führte ihn wieder in die Realität zurück.

 

"Was darf ich Ihnen zu trinken anbieten, Mr. White?"

 

"Ich heiße Robin, Botschafter." Der junge Mann legte eine freche Locke wieder hinter sein Ohr zurück und beobachtete interessiert den in seiner kleinen Küchenzeile mit Gläsern und Flaschen hantierenden Botschafter. "Wenn es nichts ausmacht, hätte ich gerne etwas typisch Centaurisches."

 

"Ja, dann vielleicht einen Liganer." Londo war angetan von der Bitte. Insgesamt ein doch wirklich angenehmer, junger Mensch. Und seine Gesichtslinie hatte sogar etwas aristokratisches, wenn man genauer hinsah.

 

"Robin, also, aha." Londo kam lächelnd mit zwei hohen Gläsern zurück. "Dann nennen Sie mich doch bitte Londo. Botschafter Londo."

 

"Danke", Robin nahm das mit einer schillernden Flüssigkeit gefüllte Glas in Empfang. "Botschafter Londo."

 

Als der Centauri sich ganz in seiner Nähe auch auf das Sofa setzte, legte Robin versuchsweise schon mal seine Hand so nah wie möglich neben die dunkle Seidenkniebundhose des Botschafters.

 

Londo versuchte das zu ignorieren, aber die Geste irritierte ihn und er musste während des folgenden, allgemeinen Smalltalks immer wieder darauf starren. Vorsichtig versuchte er, sich von seinem Gast wieder zu entfernen. Es konnte sich nur um ein kulturelles Missverständnis handeln, denn auf Centauri Prime gab es nur eine Bedeutung für diesen Annäherungsversuch.

 

Aber Robin fand alles scheinbar ganz normal. Londo wollte es endlich wissen und räusperte sich.

 

"Ihre Hand ..."

 

"Ja?"

 

Der Botschafter hüstelte noch einmal und blickte wieder auf das störende Objekt. "Ich vermute nicht, dass das auch zu Ihren Studien gehört?", fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.

 

"Nein", Robin lachte amüsiert, "Aber ich weiß, dass Sie ein einsamer Mann sind und ich verehre Sie schon lange. Bitte entschuldigen Sie mein Verhalten", Robin war sich schon ziemlich sicher, dass er den Botschafter da hatte, wo er ihn haben wollte.

"Wenn Sie möchten, ziehe ich mich sofort zurück."

 

"Nein, nein. Bleiben sie."

 

Aber Londo rückte sicherheitshalber doch etwas ab. In einem der centaurischen Clubs hätte er bei einem solchen Angebot von einem so hübschen, jungen Mann sicher keine Sekunde gezögert, beziehungsweise schon selber die Initiative ergriffen. Aber er war weit weg von zu Hause. Und er kannte sich mit Menschen nur bis zu einem gewissen Grad aus.

 

"Aber wie kommen Sie darauf, dass ich einsam bin?"

 

"Alle mächtigen Männer sind einsam." Das sagte Robin immer, wenn es passte und auch dieses Mal schien es seine Wirkung nicht zu verfehlen.

 

Londos Augen verdunkelten sich für einen Moment. "Wie recht Sie doch haben."

Er starrte dabei auf ein großes Bild von Centari Prime, dass vor ihnen an der Wand hing.

 

"Die meisten neiden mir meine Macht und haben nichts Besseres zu tun, als zu versuchen, mich für ihre kleingeistigen, eigenen Pläne zu missbrauchen. Oder sie versuchen, mich bei der nächstbesten Gelegenheit zu vernichten."

 

Londo blickte sinnend weit über den begrenzten Raum in seinem Quartier hinaus. Für einen Moment spürte er das ganze Universum auf seinen Schultern liegen.

 

Er seufzte unwillkürlich laut auf. "Aber niemand sieht die große, selbstlose Herausforderung, die darin liegt, Centauri wieder herzustellen, so wie es einst war, in all seiner Größe." Er zuckte mit den Schultern.

"Nicht einmal meine Frauen verstehen meine Aufgabe. Aber wie sollten sie auch."

 

Das leise Hüsteln seines Gastes bekam Londo nicht mit. Mit typisch übereinander geschlagenen Beinen griff er sich nach seinem kleinen Vortrag erneut sein Glas.

 

"Nun, vielleicht können Frauen wirklich nicht alles verstehen." Robin legte fast beiläufig seine linke Hand wieder an den freien Platz zwischen ihnen beiden zurück und bemerkte sofort den hastig zurückgezogenen Blick des Botschafters. Robin war sich nicht sicher, woran es lag, dass der Botschafter und - wie jedenfalls seine Frauen behauptet hatten-

Männerliebhaber sich nicht schon längst auf sein kaum verhülltes Angebot gestürzt hatte. An seinem Aussehen konnte es jedenfalls nicht liegen.

 

"Aber das ist vielleicht auch nicht immer notwendig", fügte er mit einem Lächeln hinzu.

 

Londos Augen wurden immer größer und sein Atem ging schneller.

 

"Junger Mann, wissen sie, was sie da tun?"

 

"Ich glaube schon, Botschafter." Robin lehnte sich etwas vor. Die Aussicht auf den zweiten Teil der Summe hatte ihn mächtig beschwingt, aber dass er jetzt auch noch den Verführer spielen musste, amüsierte ihn. Der mächtige Mollari. Wenn ihn jetzt seine Frauen sehen könnten. Aber das Vorspiel war sicher gleich zu Ende.

 

"Wie gesagt, ich möchte so viel wie möglich von ihrer Kultur lernen - und ich verehre Sie."

 

"Junger Mensch, Robin. Das ist ein ziemlich delikates Angebot." Londo hatte den Satz kaum ausgesprochen, als sich Robin vorbeugte, seine Hand ergriff und sie ausführlich küsste.

 

Verblüfft ließ der Botschafter es sich gefallen, denn er genoss gerade diese Art der Gunstbezeugung ganz besonders.

"Aber, aber, mein lieber Junge ..." Mit seiner anderen Hand tätschelte er die Wange seines forschen Gastes.

"So stürmisch", lachte er weich geworden. "Noch so jung und so unschuldig."

 

Robin hob seinen Kopf und küsste Londo vorsichtig auf die Wange.

 

"Nicht notwendigerweise unschuldig", murmelte er erheitert und versuchte, Londo weiter aus der Reserve zu locken. Aber es war ihm bereits gelungen und der Botschafter zeigte ein beinahe wölfisches Grinsen.

 

"So, so, du willst also etwas über die Centauri lernen", stellte er fest und löste sich etwas. "Nun, dann will ich gerne behilflich sein", lachte er leise. "Verschwenden wir also keine Zeit mehr. Ich bin bereits in einem Alter, in dem man kein so reizvolles Angebot mehr ausschlagen sollte."

 

Vor Robins neugierigen Blicken rutschte er dann auf die Kante des Sofas vor, zog seine mit großen Schmuckstücken besetzte, kostbare Leibweste aus und lockerte sein goldbesticktes Hemd. Als Robin sich vorbeugte und ihm beim Öffnen der Hosen helfen wollte, lehnte er aber mit einer unwirschen Geste ab.

 

"Da gibt es nichts von Bedeutung zu sehen", murmelte er und strich mit seinem Zeigefinger die Leinenjacke des Menschen entlang.

 

"Dein Anblick ist sicher bedeutend erfreulicher. Sei so nett und entkleide dich jetzt. Ich muss zugeben, ich habe eine heimliche Schwäche für junge Männer von der Erde. Sie sind nicht so dekadent, wie bei uns."

 

Robin lachte kurz auf. Besser war, Londo nicht von seinen Illusionen zu befreien, und bis jetzt lief alles ganz leicht. Der Botschafter war auf eine gewisse Art unterhaltsamer, als er angenommen hatte. Eine Art diskreter Lebemann.

 

Er stand auf und begann mit Jackett und Hemd. Der unverhüllt gierige Blick, der ihn beim Entkleiden des Oberkörpers begleitete, schmeichelte Robin sogar. Aber seine Hose wollte er nicht so schnell fallenlassen.

 

"Los, Robin, jetzt nicht schüchtern werden. Ich möchte alles sehen", forderte Londo aber mit seiner typischen, ungeduldigen Geste, wobei er mehrmals mit den Fingerspitzen königlich nach oben winkte. Der Centauri setzte sich ganz auf die vordere Kante des Sofas, um nur ja nichts zu verpassen.

 

Was soll es, dachte Robin, dafür war er schließlich hier. Mit wenigen Handgriffen war er auch seine Beinkleider losgeworden und dann stand er vor dem sitzenden Centauri und ließ sich mit Blicken bewundern.

 

"Hm, Hm, wirklich bedauerlich, dass wir uns nicht schon früher begegnet sind."

Londos Rechte umfasste Robins schmale Hüfte und er glitt mit seiner anderen, flachen Hand über den Bauch und die angedeuteten Muskeln. Dann glitt seine Hand noch tiefer. Die Art wie er die Genitalien umfasste, fest, aber mit viel Gefühl, ließen den jungen Mann erschauern. Es sprach für mehr, als nur ein bisschen Erfahrung.

 

"Ich bin nicht der erste Mensch?", fragte Robin heiser.

 

"Mein Junge, ich habe bereits ein langes Leben hinter mir", lachte der Botschafter, ohne einen Blick von dem Körper vor ihm zu wenden. "Da begegnet einem das eine oder andere. Aber ich muss sagen, du bist ein Wink des Schicksals, auf den ich schon nicht mehr zu hoffen gewagt habe. Ein junger Mann, der aus freien Stücken zu mir gekommen ist", schwärmte Londo in Fahrt gekommen.

 

Robin seufzte leise und der Botschafter tat ihm fast ein bisschen leid. Aber so war das eben. Sollte er genießen, was seine Frauen ihm als Geschenk teuer gekauft hatten. Offensichtlich hatten sie aber die richtige Ahnung gehabt.

 

Dann spürte er die Zunge und die warmen Lippen auf seinem Bauch. Der feuchte Atem kitzelte seine Haut und jagte erregende Schauer über sie. Dann senkte sich der Mund des Botschafters. Robin begannen, die Knie zu zittern.

 

"Oh", kam ihm über die Lippen und er fühlte die eigene Härte zwischen seinen Beinen anschwellen. Er hatte schon Schlimmeres für Geld getan. Londos kräftige Hand hielt ihn umfasst, denn sonst hätte er angefangen, zu schwanken. Robin schloss die Augen und genoss das intensive Gefühl in seinem Unterleib.

 

"Bist du bereit für mehr?", hörte er plötzlich Mollari undeutlich unter sich flüstern.

Irgendwie hatte der Botschafter es bereits geschafft, ihn fast bis an den Rand zu erregen.

 

"Oh ja, Oh, Oh", flüsterte er heiser. Es machte keinen Unterschied mehr, ob es ein Mensch war, oder ein Centauri.

 

Londo lachte leise, aber auch er sah inzwischen etwas derangiert aus. Der dunkle Haarkranz hatte gelitten und das Hemd hing unordentlich aus seiner ausgebeulten Hose. Ohne noch lange zu warten, nahm er den jungen Menschen zu sich und arrangierte ihn auf das Sofa, mit dem Rücken zu sich selbst.

 

Dann knöpfte er seine eigene Hose auf und ließ ein ziemlich großes, fast menschliches Glied heraus. Als Robin es in sich fühlte, schrie er vor Lust laut auf, denn es passte sich perfekt an seine Bedürfnisse an. Gierig drängte er sich immer wieder in den Schoß des Botschafters, der ganz selbstvergessen seinen Gefühlen freien Lauf ließ und sich immer wieder in das Objekt seiner Begierde schob.

 

"Oh ja, Mensch. Ihr seid alle so oh, oh, perfekt. Man sollte euch, oh, oh ... auf unserem Planeten ...", redete Londo wirres Zeug. Vor seinem inneren Auge erschien das Bild eines riesigen centaurischen Bordells, gefüllt mit jungen, menschlichen Männern, die alle nur zu seinen ganz persönlichen Diensten waren.

 

Robin hätte nicht im Traum sich vorstellen können, dass ein simpler Beischlaf mit dem Centauri so erregend sein konnte. Der Botschafter wusste wirklich, was er tat und irgendetwas war da noch, dass ihn besonders anmachte. Immer wieder ließ er sich auf eine fast schmerzhafte Erregung hinaufkatapultieren.

Sogar er selbst schien in Fleisch einzudringen, bzw. von einer unsichtbaren Hand manipuliert zu werden.

 

Aber als er an sich heruntersah und etwas mit einem breiten, abgeflachten Kopf versehenes, schlangenartiges sich mit eifrigen, pumpenden Bewegungen um sein Geschlechtsteil winden sah, glaubte er, vor Schreck sofort in Ohnmacht zu fallen.

 

"Herr im Himmel, Hilfe, Hilfe, nein, lass mich los!", schrie er laut auf. Atemlos versuchte Robin die organische, bräunliche Ranke von seinem Glied zu reißen und sich aus der Umklammerung eines verdutzten, geröteten und erhitzen Botschafters zu befreien.

 

Robin griff nach dem erstbesten Stofffetzen und reagierte nicht mehr auf den verzweifelt mit den Armen rudernden und immer noch voll erregten Botschafter. Er rannte schreiend hinaus und ließ sich auf diesem Teil der Station nie mehr blicken.

 

Noch immer total verwirrt schloss Londo schnell wieder seine Kleidung. Von dieser Pleite durfte absolut niemals irgendjemand nur das Allerkleinste erfahren, beschloss er sofort.

Schon gar nicht seine Frauen, die sich für den nächsten Tag angekündigt hatten.

Dabei hatte es doch gerade angefangen, so richtig schön zu werden, dachte er griesgrämig.

 

*

 

"Habt ihr schon etwas davon mitbekommen, wie Londo unser Weihnachtsgeschenk aufgenommen hat?", fragte Timov in die Runde und nippte an ihrer Teetasse.

 

Die drei Frauen hatten sich in ihren eigenen Räumen bereits von dem anstrengenden Begrüßungsritual erholt und suchten nun wieder Kontakt zu den anderen Ehefrauen, um nur ja keine Neuigkeiten zu verpassen.

 

"Also, auf mich wirkte er wirklich ein wenig angespannt. Etwas blasser, als gewöhnlich. Vielleicht war es die Anstrengung?" Daggair lachte hämisch. "Vermutlich hat er sich die letzte Nacht total verausgabt."

 

Timov verzog keine Miene, aber die jüngere Mariel kicherte. "Vermutlich hatte es der Gute mal wieder ziemlich nötig."

 

"Mich wundert nur, dass wir von dem Jungen nichts mehr gehört haben." Vergeblich versuchte Timov, sich vorzustellen, was da wirklich passiert war.

 

"Vielleicht hat Londo unser Weihnachtsgeschenk mit seinen Qualitäten derartig tief beeindruckt, dass Robin den Rest des Honorars nicht mehr haben wollte?", überlegte die hübsche Mariel und erinnerte sich dabei an das gute Aussehen des Jungen. Sie hätte sich die Adresse seines Quartiers geben lassen sollen. Offensichtlich mochte er Centauris.

 

"Das glaubst auch nur du, meine Liebe." Timov ließ sich nicht so leicht überzeugen. Aber sie war klug genug, Londo niemals danach fragen zu wollen. In jedem Fall war jetzt sowieso Schluss mit diesem ganzen Unsinn. Die Vorbereitungen für den offiziellen Weihnachtsempfang der Stationsbesatzung mussten noch besprochen werden. Und das war wirklich wichtig.

 

Ende