Nächtliche Beobachtungen

T’Len

2008

 

 

 

Fandom: Mit Herz und Handschellen

Charaktere: Leo Kraft/Bernd Fabrius, Nina Metz

Kategorie: NC-17, m/m-slash

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Nächtliche Observationen müssen nicht langweilig sein.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

Als ein Wagen in die dunkle Gasse einbog, richtete sich Nina Metz hinter dem Lenkrad ihres Fahrzeugs auf. Schon seit Stunden, so schien es ihr, hatte sich auf ihrem Posten nichts mehr getan. Nina überlegte, ob sie den auf dem Beifahrersitz schlafenden Leo - es machte keinen Sinn, wenn sie beide die ganze Nacht wach blieben und er schien den Schlaf zumindest zunächst nötiger zu haben als sie - wecken sollte, als das Fahrzeug vor ihnen einparkte, entschied sich aber dagegen. Sie griff jedoch vorsichtshalber zu ihrer Waffe, als jemand ausstieg und sich ihnen näherte. Doch dann erkannte sie, wer ans Fenster klopfte, lächelte, öffnete die Tür und stieg aus.

 

"Bernd", sagte sie und begrüßte den jungen Piloten freundlich. "Was machst du denn hier?"

 

"Leo hat mir einen Zettel hingelegt, wo ihr steckt und da ich ja sicher schon wieder in der Luft bin, wenn ihr euren Fall gelöst habt, dachte ich, ich schau mal vorbei und sage Hallo."

 

Leo, der von dem Ganzen bisher noch nichts mitbekommen hatte, bewegte sich leicht, aber wachte nicht auf.

 

Bernd blickte liebevoll auf seinen Freund, sah dann Nina wieder an. "Eine warme Nacht, nicht?", meinte er. "Da möchte man am liebsten einen Spaziergang machen." Er lächelte verschmitzt.

 

Nina lächelte, als sie verstand, worauf Bernd hinaus wollte. Es war für Leo und Bernd schwer genug, ein bisschen Zeit für einander zu finden. Hatten sie etwas Ruhe im Job, dann schwebte Bernd irgendwo über den Wolken. Wenn der Pilot einmal zuhause war, dann hielt ein Fall Leo beschäftigt. So wie heute, wo sie garantiert sinnloserweise ein Haus observierten, in dem möglicherweise, eventuell, vielleicht einmal die Freundin eines ihrer Verdächtigen verkehrt hatte. Nun glaubte die Huprecht, er könne hier auftauchen und hatte sich weder von Leo noch ihr umstimmen lassen. Nina seufzte innerlich. Wie gern wäre sie jetzt bei Flori. Wenigstens Bernd und Leo sollten etwas Spaß haben. Das Bernd extra hierher gekommen war, um seinem Liebsten Hallo - und vielleicht noch ein bisschen mehr - zu sagen, statt sauer zu sein, dass Leo wieder keine Zeit für ihn hatte, fand sie irgendwie süß. Es gab halt doch noch romantische Männer, auch wenn die leider meistens schwul waren.

 

Nina beugte sich in den Wagen und holte ihre Waffe, die sie neben den Sitz gelegt hatte, heraus. "Ich gehe mal etwas die Gegend kontrollieren", sagte sie und zwinkerte Bernd vielsagend zu. "Und lass dir ruhig Zeit."

 

///

 

"Aufwachen, Dornröschen." Bernd hatte sich auf den Fahrersitz gesetzt, sich zu Leo gebeugt und ihn zärtlich geküsst. Leo blinzelte verschlafen und versuchte, seine langen Gliedmaßen einigermaßen zu sortieren, während er sich aufrechter hinsetzte.

 

"Bernd?", fragte er verwundert, als er realisierte, wer ihn da gerade wachgeküsst hatte. “Was machst du denn hier?“

 

"Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg halt zum Propheten kommen", erwiderte Bernd lächelnd. Er griff über Leo und betätigte den Hebel, der den Sitz nach hinten klappte. Ein überraschter Leo fand sich auf dem Rücken wieder. Ehe er sich aufrichten konnte, kletterte Bernd auf seinen Schoß, die Beine rechts und links von ihm platziert.

 

Leo wollte sich wehren, wurde jedoch liebevoll aber bestimmt zurück gedrückt. „Schön liegen bleiben“, sagte Bernd und küsste ihn.

 

"Wo ist Nina?", fragte Leo anschließend und blickte sich suchend um.

 

"Die macht einen langen Spaziergang und kontrolliert die Gegend", antwortete Bernd mit Betonung auf “langen”.

 

"Du lässt sie alleine da draußen?", fragte Leo alarmiert. Wieder wollte er sich aufrichten, wurde von Bernd aber festgehalten.

 

"Leo, das ist Schwabing, nicht das Rotlichtviertel. Und sie ist bewaffnet." Bernd schob seine Hände unter Leos Shirt. "Nina ist ein toughes Mädchen. Sie kann ganz gut auf sich selber aufpassen. Zumindest für eine Weile"

 

Er streichelte über Leos Brust, während er etwas nach oben rutschte und seinen Hintern suggestiv gegen Leos Schritt presste. Leo wollte sich bewegen, stieß sich aber den Ellenbogen an der Tür und fluchte leise.

 

Bernd grinste. „Besser du liegst still und lässt mich die ganze Arbeit machen“, sagte er. Er blickte sich im Wagen um. „Habt ihr eigentlich Handschellen mit?“

 

„Vergiss es“, knurrte Leo, aber er klang nicht wirklich böse.

 

Bernd zog seine Hände zurück, beugte sich herab und küsste Leo erneut. „Du hast zuviel an“, stellte er anschließend fest. Vorsichtig öffnete er die Beifahrertür und wand sich hinaus. Dann beugte er sich wieder herein, um Leo die Schuhe auszuziehen. Auch als er anschließend den Reißverschluss der Hose öffnete und sie abstreifte, hielt Leo still. Allerdings wagte er einen verbalen Protest. „Wenn jemand vorbei kommt.“

 

„Wer soll um diese Zeit schon vorbei kommen?“, erwiderte Bernd. „Und Nina wird sich nicht daran stören, sollte sie in der Zwischenzeit wieder kommen, sondern diskret noch eine Runde drehen.“

 

„Nein, sie wird zukucken wollen“, erwiderte Leo.

 

Bernd presste seine Hand gegen die Wölbung, die sich bereits in Leos Slip abzeichnete, dann zog er seinem Freund auch diesen aus und warf ihn zu den anderen Sachen auf den Fahrersitz. Nachdem er sich wieder aus dem Wagen gewunden hatte, entledigte er sich rasch der Bekleidung seiner unteren Körperhälfte. Sein Shirt behielt er an. „Na und?“

 

Auch wenn es ihm einige Mühe kostete, schließlich schaffte Bernd es, sich so vor den Sitz und zwischen Leos Beine zu quetschen, dass er seinen Mund Leos Glied nähern konnte. „Ein Glück, dass ihr nicht den Porsche genommen habt“, sagte er.

 

„Zu auffällig“, jappste Leo.

 

Bernd leckte neckend über die Spitze von Leos Glied. Leo holte zischend Luft. Bernd lächelte zufrieden. Noch immer überraschte es ihn, wie schnell Leo auf seine Berührungen reagierte. Manchmal genügten schon die geringsten und sein Freund war erregt. Es stimmte wohl doch, dass eine gewisse Distanz, die ihre Berufe nun einmal mit sich brachte, die Liebe und die Beziehung frisch hielt. So gesehen, doch etwas Gutes, auch wenn er ihren Zeitmangel oft genug verfluchte. Davon abgesehen, auch wenn er sich gern mehr Zeit nehmen würde, angesichts ihrer momentanen Situation war es sicher besser, wenn die ganze Sache etwas schneller vonstatten ging. Nicht, dass sie doch noch erwischt wurden. Womöglich machte Leos Chefin eine nächtliche Inspektion, ob ihre Kommissare doch auf dem Posten waren. Oder ein später Nachtschwärmer kam des Weges.

 

Bernd konzentrierte seine Gedanken wieder auf Leo, was ihm alles andere als schwer fiel. Leos Geruch in seiner Nase und sein Geschmack auf seiner Zunge, dazu Leos beschleunigte Atem, der an sein Ohr drang, das alles blieb natürlich nicht ohne Wirkung auf ihn. Zudem erregte ihn allein die Vorfreude auf das, was sie gleich tun würden, ungeheuer. Bernd begann Leos Glied richtig in seinen Mund zu saugen, doch seine unbequeme Position ließ ihn die Sache nicht richtig genießen. Außerdem drohten ihm die Beine einzuschlafen. So richtete er sich auf, Leos enttäuschtes Brummen ignorierend. Vorsichtig, um sich nicht den Kopf an der Decke zu stoßen, kletterte er wieder auf Leos Schoß und rieb sich suggestiv an ihm.

 

Leo stöhnte auf und Bernd beugte sich herab, um seinen Freund liebevoll zu küssen. Rasch wurde daraus mehr und ihre Zungen fanden sich zum Duell. Schließlich ließ Bernd die seinige über Leos Wange zu dessen Hals gleiten. Sanft nippte er am Adamsapfel, denn leckte er eine feuchte Spur zurück zum Mund, um sich einen weiteren Kuss zu holen.

 

Trotz der Dunkelheit glaubte er das Glitzern in Leos Augen erkennen zu können. Dessen Hände gruben sich in Bernds Haare, hielten ihn fest, küssten ihn erneut. Bernd rutschte auf Leo, so dass er nun der Länge nach auf seinem Freund lag. Ihre Oberkörper waren durch ihre Kleidung voneinander getrennt, doch ihre erregten Glieder pressten sich aneinander. Sie hielten sich gegenseitig umklammert und küssten sich leidenschaftlich. Immer wieder und wieder, bis sie kaum noch Luft bekamen. Leos Hände waren noch immer in Bernds Haare gekrallt, wanderten nach einer Weil jedoch über Bernds Rücken, um dessen Backen zu kneten und schließlich Bernd so fest wie möglich auf sich zu pressen.

 

Bernd hätte ewig so liegen bleiben können, einfach nur Leos Nähe spüren, seinen Schatz küssen und sich langsam zum Höhepunkt steigern. Doch er wusste, Nina würde irgendwann wieder auftauchen. Er sollte die Sache besser langsam doch etwas beschleunigen. Widerwillig richtete er sich auf und angelte nach seiner Hose, um ein Kondompäckchen und das Gleitgel herauszuholen. 

 

Sich mehr auf seinen Tastsinn als auf seine Augen verlassend, bereitete er Leo und sich vor. Sein Freund rutschte unruhig auf dem Sitz hin und her, soweit es der beengte Platz erlaubte. „Beile dich“, bat er mit rauer Stimme.

 

Bernd kniete sich wieder richtig über Leo, beugte den Oberkörper und küsste seinen Freund erneut, diesmal ganz sanft und leicht, wie ein Versprechen.

 

„Ich liebe dich“, flüsterte sein Mund dann an Leos Ohr.

 

„Ich liebe dich auch“, erwiderte Leo.

 

Und dann gab es für eine Weile nur noch sie beide.

 

///

 

Ninas blieb an der Straßenecke stehen und spähte in die Dunkelheit. Bernds Wagen war verschwunden, das hieß, sie konnte endlich zurück zu den ihrigen. Langsam taten ihr wirklich die Füße weh. Sie hatte nicht gerade die richtigen Schuhe für einen nächtlichen Marathonlauf, so kam ihr die zurück gelegte Strecke zumindest vor, an.

 

Hinzu kam ihre Neugier. Mehr als einmal, als sie an der Einmündung zu „ihrer“ Straße vorbeikam, war sie versucht gewesen, sich zum Auto zu schleichen und zu spähen, was drinnen vor sich ging. Sie war sich sicher, Bernds Hallo würde garantiert nicht nur verbaler Art sein. Bildete sie es sich nur ein, oder schaukelte der Wagen tatsächlich? Sie musste ja zugeben, dass sie zu gern einmal Mäuschen bei Bernd und Leo gespielt hätte. Die Geräusche, die sie manchmal hörte, wenn sie an der Schlafzimmertür vorbei ging oder die durchs offene Fenster zu ihr nach oben drangen, beflügelten ihre Fantasie doch mächtig.

 

Doch natürlich beherrschte sie sich, auch wenn ihre Neugier sie fast umbrachte, als sie nun zum Auto trat. Leo stand daneben und lehnte lässig an der Beifahrertür. „Alles roger?“, fragte er.


“Alles roger“, erwiderte sie leichthin. „Und bei dir?“

 

„Alles bestens“, antwortete Leo und strahlte sie an. „Danke.“

 

Nina erwiderte sein Lächeln. „Gern geschehen. „Aber wenn Flori vorbei kommt, gehst du auch spazieren.“

 

Sie hatte ihren Freund vorhin angerufen.

 

Ende

 

Fortsetzung: Höhenflüge