Titel: DMV – confessions of a dangerous mind 2
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team
Charaktere: Face, Murdock
Thema: #092.
Weihnachten
Word Count: 1166
Rating: PG, pre-series
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe: Das Thema Murdocks überraschendes Geständnis ist noch nicht erledigt.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics: Razorlight




Yesterday was easy
Yes I got the news
When you get it straight, but stand up you just can't lose
Give you my confidence, all my faith in life

Dont stand me up
Don't let me down



Die Erkundigungsmission war ein Fehlschlag gewesen.
Sie hatten die Position der Brücke nicht genau feststellen können, zu viel feindliche Aktivität in diesem Gebiet. Sie hätten unweigerlich Aufmerksamkeit auf die Brücke gelenkt und der Colonel hatte die Aktion abgebrochen. Sie waren zum Landepunkt zurückgekehrt - und der Pilot, der sie aufgesammelt hatte, war Murdock gewesen. Er hatte Peck mit keinem Blick gewürdigt und der Lieutenant hatte sich unwillkürlich gefragt, ob sich der Pilot nun an ihre letzte Unterhaltung erinnerte, oder nicht.

Eigentlich hatte er nicht vorgehabt, ihn darauf anzusprechen. Seltsamerweise kam es dann doch dazu.

Der Pilot lag auf seiner Pritsche. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt, starrte er auf die Unterseite der nicht belegten Pritsche über seiner. Er sah nicht auf, als Peck in die Baracke trat.

„Hey, willst du den ganzen Tag hier rumhängen?“

Der Pilot zuckte mit den Schultern. „Ich habe noch immer frei, ich kann rumhängen wo und wann ich will.“ Er klang ziemlich gleichgültig.

Peck setzte sich auf seine Pritsche und sah zu ihm hinüber. Er bemerkte ein zusammengebundenes, kleines Bündel Blätter, das von der Pritschenunterseite baumelte. „Was ist das?“

Murdock drehte den Kopf zu ihm. „Es ist bald Weihnachten“, murmelte er.

Der Lieutenant starrte ihn an. „Weihnachten?“, wiederholte er. War Murdock schon wieder betrunken oder was? „Es ist Juli.“

Wieder zuckte der Pilot mit den Schultern. „Wer weiß, ob wir so lange leben.“

Peck gefiel gar nicht, in welche Richtung diese Unterhaltung ging. „Und was soll das darstellen?“, erkundigte er sich und nickte zu den trockenen Blättern. „Stechpalme oder Mistelzweig?“

Der Pilot setzte sich plötzlich auf und grinste. „Wenn du einen Kuss willst, dann ist es Mistelzweig.“

Der blonde Lieutenant blinzelte überrascht. „Ich glaube, du bist lange genug hier, um zu wissen, dass das nicht unbedingt ein Witz ist, der gut ankommt. Du legst es wohl auf Ärger an.“

„Wegen des Mistelzweigs oder wegen des Kusses? Was war denn der Witz?“, fragte der Pilot sarkastisch.

„Du legst wohl wirklich Wert darauf, Weihnachten nicht mehr zu erleben. Und zwar ohne die Base zu verlassen.“

„Hast du vor, mich wegen einer Anmache umzubringen, Peck?“

Peck sah sich unwillkürlich um, auch wenn er wusste, dass sie alleine waren. „Du solltest nicht vergessen, auf welcher Seite du bist, Murdock“, sagte er scharf.

Der Pilot grinste, rollte sich herum und stützte den Kopf in die Handfläche. „Ich bin für gute Ratschläge immer dankbar. Vor allem, wenn sie kostenlos sind.“

„Ich geb’ dir noch einen, und zwar auch kostenlos. Pass’ ein bisschen besser auf, was du zu wem sagst.“ Peck stand auf. „Die meisten anderen nehmen so was nicht so ruhig hin.“

Murdock grinste noch immer. „Na was für ein Glück, dass ich an dich geraten bin.“

„Du bist wirklich verrückt. Mitten in Vietnam; bei all den Kerlen, die ohnehin schon nicht gut auf dich zu sprechen sind, machst du blöde Witze über so was.“

Der Pilot sah ihn mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an, aber er sagte nichts.

„Hör’ auf damit“, meinte Peck beißend. Er gab nicht länger vor, ein Kumpel zu sein, der eine freundliche Warnung aussprach. „Ich glaube, du hast schon Probleme genug, ohne so einen Scheiß noch obendrauf zu packen. Falls du wirklich... so... bist, behalte das gefälligst für dich.“

Murdock rollte sich wieder auf den Rücken. Er nickte nur.

Der Lieutenant konnte den Gedanken nicht beiseite schieben, dass der Pilot irgendwie enttäuscht wirkte. Verflucht, er hatte es wirklich ernst gemeint. Nicht nur im Club, sondern auch jetzt. Er hatte ihn tatsächlich... Er wandte sich ab und verließ die Baracke. Der Idiot versuchte offenbar, sich umzubringen und ihn würde er wohl dabei zu gerne mitnehmen. Das war doch wohl nicht zu glauben. Er knallte die Tür hinter sich zu. Nur weil sich der Pilot wie ein großes Kind aufführte, das mit allen Freund sein wollte und sie mit großen, traurigen Augen anstarrte, wenn er sie fluchen hörte oder sie über irgendein gook Dorf lachten, das ausgelöscht worden war. Klar, er konnte sich das leisten. Er war ja nur ein Pilot und flog sie hin und her. Er musste niemand ansehen, musste Gesichter ansehen und trotzdem in der Lage sein, den Abzug zu betätigen.

Und wenn er jetzt enttäuscht sein sollte, dass sich der neue Lieutenant als homophob entpuppte, war ihm das scheißegal. Was bildete sich Murdock eigentlich ein, über ihn zu wissen?

Draußen an der frischen Luft, stickig und heiß, wie sie sein mochte, hielt er inne und holte tief Luft. Ihm fiel wieder ein, warum er eigentlich auf der Suche nach dem Piloten gewesen war. Von Ray hatte er erfahren, dass der Pilot Comics liebte und rein zufällig waren ein paar davon in seine Hände geraten. Nicht mehr taufrisch, aber er hatte sie als eine Art Versöhnungsgeschenk für den Piloten angesehen. Deshalb war er überhaupt in die Baracke gegangen.

„Peck!“

Er wirbelte herum und griff automatisch an seinen Gürtel, nach dem Messer, dass dort hing.

Murdock hatte die Hände in die Taschen seiner Hose gestopft. Seine Augen waren wachsam. Und seltsamerweise zugleich irgendwie traurig.

Peck starrte ihn wütend an. „Gute Methode, erschossen zu werden, Murdock. Ich meine, auch eine gute Methode. Du versuchst es wirklich, was?“

Der Pilot zögerte. Dann starrte er auf den Boden, den Mund zu einem kindischen Schmollen verzogen. „Ich wollte nur... ich dachte, wir könnten noch mal von vorne anfangen. Ich meine... ganz von vorne. Und.. tja, ich wollte sagen, dass ich nicht wirklich irgendwas versucht habe... dich anzumachen, meine ich. Vielleicht ein bisschen. Aber nicht im ernst.“

Peck holte tief Luft. Verdammter Murdock. Was war nur an dem Piloten, dass er so heftig reagiert hatte? Es war ihm im Grunde egal, wenn Murdock auf Kerle stand. Er war in Los Angeles aufgewachsen, da war man durch nichts mehr so leicht zu schockieren. „Los, komm’ mit.“ Er griff den Arm des Piloten und zog ihn halb hinter sich her, zurück in die Baracke.

Murdock folgte ihm widerstandslos.

Peck ließ ihn los, als sie in dem Gebäude waren und deutete auf eine Papiertüte, die auf seiner Pritsche lag. „Das ist für dich.“

Murdock blinzelte überrascht. Dann blickte er ihn an, die Augen weit aufgerissen. „Ein Geschenk? Für mich?“, fragte er ungläubig.

„Naja, es ist nicht unbedingt ein Geschenk...“, begann Peck, unterbrach sich aber selbst, als der Pilot ein Freudengeheul ausstieß und die Papiertüte aufriss.

„Neue Comics“, meinte er begeistert. „Das ist toll, ich kann meine schon auswendig.“ Er warf sich auf seine Pritsche und schlug das erste Heft auf. Gleich darauf war er in seine Lektüre vertieft.

Peck starrte auf das Bündel trockener Blätter, dass über dem Kopf des Piloten hing und das der Auslöser für diese bizarre Unterhaltung gewesen war. Er grinste humorlos. „Frohe Weihnachten, du Idiot“, sagte er leise.


Ende

Hinweis: Der „DMV Tennis and Racket Club“ ist canon und war ein illegaler Freizeit- und Sport-Club für Offiziere und Soldaten, den Face in Vietnam nach dem Vorbild des Beverly Bay Country Clubs aufzog.
Alle mit DMV gekennzeichneten Storys gehören irgendwie zusammen und ich werde mich bemühen, sie zu sortieren und auch in der richtigen, chronologischen Reihenfolge zu posten.