Titel: Dass du mich liebst

Autor: T'Sihek

Rating: K/S, G, First Time, h/c, POV Kirk

Feedback: Gerne. Am besten gleich hinten dran.

Zusammenfassung: Spock erholt sich in der Krankenstation von einer Verletzung und Kirk denkt über so manches nach.

 

Disclaimer: Star Trek gehört mir nicht, nur das, was meine Phantasie draus macht. Und außer Spaß habe ich nichts davon.

 

 

 

Dass du mich liebst

 

Es ist dunkel. Nur das leise Summen der Überwachungsgeräte ist zu hören.

Und dein Atem.

 

Du schläfst. Endlich.
Die Heiltrance ist beendet und Bones meinte, du brauchst nur noch etwas Ruhe.
Du wirst leben.

 

Langsam gehe ich zu dir, gehe zu der stillen Gestalt die, gekleidet in einen der Patientenoveralls, auf einem der Betten liegt.
Die anderen Betten sind leer.
Es ist warm hier drin, wärmer als sonst. Ich weiß, Bones hat die Temperatur erhöht, damit du dich wohler fühlst.
Trotzdem bist du mit einer der leichten Decken zugedeckt.

 

Du hältst sie fest. Hast sie bis ans Kinn hinaufgezogen. Die andere Hand liegt neben deinem Kopf, die Finger leicht gekrümmt, völlig entspannt.
Du liegst auf der Seite, eingerollt wie ein Kind.
Dein Schlaf ist tief, friedlich.

 

Nur selten habe ich dich so gesehen.
Ich bin froh, dass ich dich jetzt so sehen kann.

 

Wieder hast du dein Leben riskiert, um meines zu retten.
Diesmal war es ein Pfeil gewesen, der mir gegolten hatte, der statt dessen dich traf, weil du mich weggestoßen hast.
Die Wunde war nicht schlimm, nicht mal sehr tief.
Aber der Pfeil war vergiftet.
Nicht gefährlich für Menschen, sagte Bones.
Aber tödlich für Vulkanier.

 

Ich habe die Wirkung gesehen.
Sah, wie du zusammenbrachst, unfähig dich zu bewegen, oder auch nur zu atmen, als das Gift zu wirken begann und deine Nerven lähmte.

 

Das Beamen ging schnell; Bones erwartete uns.
Trotzdem war es fast zu knapp.

 

Trotzdem stehe ich jetzt neben dir, hier in der Krankenstation, wache über deinen Schlaf.
Dein menschliches Erbe hat dich gerettet, sagte Bones.
Es hatte ihm genügend Zeit verschafft, um dir das Gegengift zu spritzen.

 

Du hattest Schmerzen. Und Angst.

Ich konnte es in deinen Augen sehen.

 

Und noch etwas war dort.
Gefühle.
Worte - niemals laut ausgesprochen.
Doch so deutlich, als würdest du sie mir ins Gesicht schreien.

 

Wie oft habe ich mir gewünscht, du würdest mehr für mich empfinden als Freundschaft.
Wie oft habe ich davon geträumt, dir sagen zu können, was du mir bedeutest.

 

Ich habe geschwiegen aus Angst davor, dich fort zu treiben, dich zu erschrecken mit meinen Emotionen.

 

Dort, auf der Transporterplattform, hast du es mir ins Gesicht geschrieen mit deinen Augen.

Mit dem Blick, den ich schon so oft gesehen habe.
... manchmal auf der Brücke, oder im Freizeitraum beim Essen.
... beim Schachspielen, oder wenn ich am Morgen mein Quartier nicht allein verlassen habe und du uns gesehen hast.
Gerade dann dachte ich immer, es wäre Missbilligung wegen meines Verhaltens.
Aber das war es nicht, was deine Augen mir sagten.

 

Es war Schmerz... und Hoffnung... und Sehnsucht.

 

Ich habe es endlich verstanden.

 

Doch wie lange hat es gedauert, bis ich es verstanden habe?
Wie viel hast du erdulden, ertragen müssen wegen mir?
Wie oft hast du deinen Stolz, deine Würde für mich beiseite geschoben?
Wie oft hast du deine Karriere, sogar dein Leben für mich riskiert?
Immer an meiner Seite, immer für mich da.
Ohne zu fragen, ohne zu fordern.
Nahmst, was ich dir gab, ohne mehr zu erwarten.

 

Ein Blick, eine Berührung, ein Lächeln.
Mehr wagte ich nicht, mehr erlaubte ich mir nicht.
Mehr gewährte ich dir nicht.

 

Warum habe ich nicht schon eher verstanden?
Warum habe ich geschwiegen?
Warum hast du geschwiegen?

 

Was wolltest du noch alles erleiden, ertragen?
Wie lange noch still an meiner Seite schweigen?

 

Wie lange sollte dieses Schwiegen noch zwischen uns dauern?
Ein Schweigen, dass uns beide zerfraß, weil wir nicht wagten die Wahrheit zu sagen.
Weil ich nicht wagte, dir zu sagen, was ich für dich empfinde.

 

Du hättest nie etwas gesagt, das weiß ich.
Du bist Vulkanier, redest nicht über deine Wünsche und Träume.

 

Und ich war zu blind, um es zu sehen.
Du musst nie wieder so viel wegen mir ertragen.
Denn dort, in jenem Moment im Transporterraum, als du sterbend in meinen Armen lagst.
Da habe ich es begriffen.

 

Da habe ich endlich verstanden...

 

... dass du mich liebst.