Titel: Mann aus Glas
Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch

Paarung: Jupp Schatz, Klaus Taube
Rating: POV, gen

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Jupps Nerven liegen blank.

Hintergrund: „Tod auf dem Rhein“: Es gibt eine Szene, als der Wagen der getöteten Polizistin aus dem Wasser gezogen wird, in der Taube die Augen nicht von Jupp lässt. Er macht sich ganz offensichtlich große Sorgen um seinen Partner.

 

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Verdammt, kann er nicht aufhören, mich anzustarren? Nicht mal für einen Moment? Es kommt mir vor, als warte er auf etwas. Darauf, dass ich zerspringe wie ein... ein... ach, was weiß ich. Bin ich so durchsichtig? Habe ich keine Geheimnisse mehr vor ihm? Woher wusste er von Irene und mir und unserem Date? Wir waren doch allein, als wir uns auf der Party im Präsidium zu einem Treffen in meiner Wohnung verabredeten, er kann es nicht gehört haben. Das mit Irene und mir war noch zu frisch, als dass ich mit ihm darüber gesprochen hätte. Und trotzdem stand er vor meiner Tür, das Gesicht ruhig, aber die Augen voll Mitleid, um mir mitzuteilen, dass man ihren Wagen gefunden hat. Verfluchte Scheiße, ich will kein Mitleid! Er soll mir helfen, dieses Schwein zu kriegen, das Irene auf dem Gewissen hat, das ist alles, was ich von ihm will.

 

Der Kran, Irenes Wagen an Stahlseilen, das herausfließende Wasser - der Anblick ist wirklich alles andere als schön. Und ich will sie nicht so sehen. Sie ist da, in meinem Kopf, frech und lebendig und hübsch. Ich habe noch ihre Stimme im Ohr. Ihr Lachen.

 

Ich spüre Klaus dicht hinter mir stehen. Und deswegen kann ich mich nicht umdrehen, mich nicht abwenden von diesem Anblick – ich müsste seinem Blick begegnen. Dem Mitgefühl darin.

 

Irene. Sie kann doch nicht tot sein. Sie sitzt da, als wäre sie hinter dem Steuer eingeschlafen. Aber niemand rührt sich, niemand kommt und hilft ihr. Ich strecke die Hand aus, berühre ihre Wange, streiche eine nasse Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Sie ist eiskalt. Ich sehe Klaus an, vielleicht nur weil ich hoffe, dass er mir in seiner vernünftigen Art sagt: das ist nur ein verdammter Alptraum. Und ich habe nur wieder mal zu viel gesoffen und wache gleich auf der Couch auf. Doch ich lese die Gewissheit in seinen Augen – dies alles ist real – dann wendet er den Blick ab.

 

Ich sehe wieder Irene an; suche nach dem Menschen hinter diesem leblosen Bündel, in den ich mich verliebt habe. Und spüre wieder Klaus Blick, der sich in meinen Rücken brennt, meine Gedanken liest, als wäre ich ein Mann aus Glas.

 

Ende