Manchmal trügt der Schein

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Falk von Schermbeck

Kategorie: G

Hinweise: Humor

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Summe: Jupp verliebt sich am Telefon in die Stimme von Falks Freundin und übersieht dabei glatt ein wichtiges Detail.

 

Ich hatte ja so gehofft, dass in der Folge „Dunkle Geschäfte“ die Stimme, in die sich Jupp am Telefon verliebt, einem Mann gehört, aber leider schrieb das Drehbuch halt kein Huhn. Dafür kl... borg ich mir jetzt einfach die Idee und lass ihn leiden. Schon dafür, wie abfällig er über den Osten sprach. <eg>

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Ja ja, ich komm ja schon.“  Jupp ließ den „Kurier“, in dem er gerade die neusten Fußballberichte gelesen hatte, sinken und stand auf, als das Telefon auf dem Schreibtisch seines Kollegen nicht aufhören wollte zu klingeln. „Wo steckt der nur wieder? Mahlt er den Kaffee erst selber oder was? Frauen! Hält wahrscheinlich erst ne Runde Bürotratsch“, knurrte er vor sich ihn, während er zu Falks Schreibtisch ging. Eigentlich hatte der ja nur mal eben Tee und Kaffee aus der Kantine holen wollen. Nur war das schon vor über zehn Minuten gewesen und ihre Frühstückspause offiziell eigentlich langsam schon wieder um.

 

Jupp setzte sich auf die Kante des Tisches und hob den Hörer ab. „Ja, Schatz“, meldete er sich.

 

„Na du gehst aber ran, Süßer“, ertönte aus dem Hörer eine Stimme, die Jupps Herz augenblicklich schneller schlagen ließ.

 

„Äh... nein... ja... ich meine“, stotterte er. „Mein Name ist Schatz... Jupp Schatz... Hauptkommissar Schatz.“ Gott, was für eine Stimme! So eine erotische Stimme hatte er überhaupt noch nicht gehört. Die haute einem ja glatt aus den Socken. „Kann ich... kann ich was für Sie tun?“

 

„Ich wollte eigentlich den lieben Falk sprechen, privat. Sag ihm, hier ist Heike“, kam es aus dem Hörer zurück. Jupp wunderte sich. Wieso kannte Falk überhaupt so eine tolle Frau? Wo er doch gar nicht auf Frauen stand.


“Der ist gerade nicht da“, antwortete er. „Kann ich irgendwie...“

 

„Sag ihm doch bitte, ich bin für drei Tage in der Stadt und würde ihn gern sehen“, lautete die Antwort, gefolgt von einer Telefonnummer, wie sie zu erreichen sei.

 

„Wir könnten ja auch mal zusammen ausgehen“, schlug Jupp hastig vor, nachdem er die Nummer notiert hatte. „Ich kenn ein paar nette Bars hier.“

 

„Aber gern doch, Süßer“, antwortete Heike mit ihrer „Schlafzimmerstimme“. „Wenn du nur halb so gut aussiehst, wie du klingst, bin ich ganz dein. Ruf mich einfach an. Und grüß mit Falky schön. Ciao!“

 

„Ciao!“, erwiderte Jupp und starrte versonnen auf den Hörer in seiner Hand, noch lange nachdem Heike das Gespräch beendet hatte.

 

„Was ist denn mit dir los?“, wunderte sich Falk, der ihn so fand.

 

„Äh... ich glaube, ich bin verliebt“; murmelte Jupp und legte den Hörer auf.


“Aha“, machte Falk nur und beäugte den Freund vorsichtig. Er war ja schon so einiges von Jupp gewöhnt, aber gerade verhielt er sich doch sehr seltsam, saß auf seinem Schreibtisch und starrte Löcher in die Luft. „In den Telefonhörer oder was?“, fragte Falk ironisch.

 

„Quatsch“, erwiderte Jupp, rutschte vom Tisch und nahm Falk seinen Kaffee ab. Er ging zu seinem Schreibtisch und ließ sich dahinter nieder. „In ihre Stimme. Wow, muss das eine Traumfrau sein:“

 

„Aha“, machte Falk, der immer noch rein gar nichts verstand, erneut. Er setzte sich auf seinen Stuhl und sah den Zettel mit Heikes Nummer. „Jupp, was ist das?“, fragte er.

 

„Äh, ich soll dich grüßen, von einer gewissen Heike“, erklärte Jupp: „Sie ist für drei Tage in der Stadt und würde dich gern sehen. Das ist ihre Nummer.“

 

„Danke“, erwiderte Falk und griff zum Telefon.


“Du nimmst mich doch mit, wenn du dich mit ihr triffst?“, sagte Jupp. „Wenn sie nur halb so toll aussieht wie sie klingt, heirate ich sie auf der Stelle.“

Falk legte den Hörer wieder ab. „Heike?“, fragte er verwundert.

 

„Ja“, bekräftigte Jupp. „Gott, was hat die Frau für eine Stimme. Die haut einen glatt um.“

„Heike?“, fragte Falk noch einmal zweifelnd. „Du bist in Heikes Stimme verliebt?“

 

„Nicht in die Stimme, in die ganze Frau“, betonte Jupp.

 

„Aber du kennst sie doch gar nicht“, erwiderte Falk.


“Ach das macht nix. Sie muss einfach fantastisch sein“, schwärmte Jupp. „Wer so eine Stimme hat kann nur Sex pur sein:“


“Jupp“, sagte Falk vorsichtig. „Da ist etwas, was du über Heike wissen solltest, bevor du...“

 

„Sie ist doch nicht etwa schon verheiratet?“, unterbrach Jupp ihn.

 

„Nicht, dass ich wüsste“, erwiderte Falk.


“Na also.“

 

„Aber Jupp, sie ist wirklich nicht dein Typ, sie ist...“

 

„Du machst sie mir nicht madig.“ Jupp ließ ihn nicht ausreden. „Was bist du überhaupt so zickig. Du willst sie doch bestimmt nicht.“

„Ne, sie ist nun wirklich nicht mein Typ“, lachte Falk.

 

„Na siehste“, strahlte Jupp. „Weißte gar nicht, was du verpasst. Meine Traumfrau ist sie jedenfalls.“

 

Falk schüttelte nur den Kopf.

 

////

 

„Jupp, kommst du endlich?“ Unruhig trat Falk im Flur von Jupps Wohnung von einem Fuß auf den anderen. „Wir kommen eh schon zu spät.“

 

„Ja ja, ich komm ja gleich“, kam die Antwort aus Jupps Schlafzimmer. Kurze Zeit danach erschien er im Flur. „Na wie seh’ ich aus?“ Er drehte sich vor Falk.

 

Der beäugte seinen weißen Anzug skeptisch. Es musste mindestens 15 Jahre her sein, als der mal modern gewesen war. „Hast du nichts anderes?“, fragte er vorsichtig.

 

„Nun kuck nicht so“, fauchte ihn Jupp an. „Rennt ja nicht jeder so geschniegelt durch die Gegend wie du. Außerdem ihr muss es gefallen nicht dir.“ Er betrachtete sich im Spiegel und knöpfte den obersten Knopf des Hemdes, in das er sich zur Feier des Tages geworfen hatte, wieder auf. „Sieht doch gut aus“, stellte er fest.


“Wenn du es sagst“, erwiderte Falk und ging zur Tür.

 

„Meinst du, ich hätte Blumen besorgen sollen? Oder Konfekt? Um einen besseren Eindruck zu machen?“, fragte Jupp besorgt und folgte ihn.

 

„Ich bin sicher, den machst du auch so“, antwortete Falk.

 

///

 

Als sie endlich vor der Bar ankamen, die Falk ausgesucht hatte, winkte ihnen ein Mann zu, der Anfang 30 sein mochte und ebenso locker-leger wie Falk gekleidet war.

 

„Falky, Schatz, du siehst fantastisch aus“ sagte er, als sie ihn erreicht hatten, und umarmte Falk stürmisch.

 

„Du auch“, erwiderte dieser. „Schön, dich wiederzusehen:“

 

Der Fremde ließ von ihm ab und wandte sich Jupp zu. „Und du musst der Schatz mit der tollen Stimme sein“, sagte er. „Ich wusste doch, du würdest schnuckelig aussehen, so wie du klangst.“

 

Jupp blickte verwirrt zu Falk. „Was’n nu los?“, fragte er. „Ich denke, wir treffen deine Freundin? Nicht eine...“ Er schluckte das Wort Tunte hastig hinunter.

 

Falk lächelte. „Darf ich vorstellen. Das ist Heiko Bäumer, ein Freund aus meiner Wiesbadener Zeit. Auch genannt, Heike, die Göttin der Erotik.“

 

„Was?“, Jupp starrte von Falk zu Heiko und zurück.


“Heiko ist Travestiekünstler und Stimmenimitator“, erklärte Falk grinsend.

 

Heiko blickte fragend zu Falk. „Er gehört wirklich nicht dir?“, Falk schüttelte den Kopf.

 

„Na denn.“ Er hakte Jupp einfach unter und führte ihn Richtung Tür. „Freut mich, dich kennen zu lernen. Wir werden bestimmt viel Spaß haben.“

 

Jupp drehte sich hilfesuchend zu Falk um. „Warum hast du mich nicht gewarnt?“, zischte er.

 

„Hab’ ich doch, aber du wolltest ja nicht hören“, erwiderte dieser und folgte den beiden lächelnd.

 

Das versprach definitiv ein interessanter Abend zu werden.

 

Ende