Antwort auf die Challenge. Verwende folgende Wörter: Wurmloch,
Schott, Karotte, Dudelsack, Vogel
Titel: Die Liebe, die Lust und die Angst
Autor: Liliane Romano
Email: liliromano@arcor.de
Alter: NC17, Warnung: Es gibt eine sehr brutale und eine weitere
recht unangenehme Szene in der story.
Art: m/m, K/S
Beta:
T’Sihek
Feedback:
sehr gern, Adresse oben oder an germanks
Hinweis: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur mit den sexy Jungs und den netten Mädels, die dort wohnen.
Die Liebe, die Lust
und die Angst
Jim
zog den Kopf des dunkelhaarigen Mannes näher zu sich heran, tiefer auf sein
Glied. Seine Finger vergruben sich in dessen Haaren, unverständliche Worte
kamen aus seinem Mund.
Gleich
war es soweit....Kirk stöhnte auf, sein Herz raste....jetzt....sein Samen
spritzte in die Kehle des anderen.
Der
schlanke junge Mann befreite sich aus Kirks Griff und dieser konnte sein Lachen
hören. Der Mann glitt vom Bett, drehte den Kopf in verschiedene Richtungen,
dehnte sich.
„Du
hattest es aber wirklich nötig, mein sexy Raumschiffcaptain. Wessen Namen hast
du eigentlich gerufen? Ich habe dich nicht verstanden.
Kirks
Herz raste immer noch. „Frag nicht.... ist...jemand, der....schwer
zu....kriegen ist.“
Der Mann setzte sich auf die Bettkante.
„Liebst du ihn?“
Jim
brummte zustimmend.
„Jemand
von deinem Schiff?“
„Frag
nicht.“
Der
Mann seufzte. „Wie du willst.“
‚Spock,
mein geliebter Freund...warum kannst du nicht einfach ja sagen..’, dachte Jim,
während er in einen leichten Schlaf sank. 'Du
bist der Mann, den ich will...’
Es
war schon fast ein halbes Jahr vergangen seit dem Tag, an dem sie sich ihre
Liebe zueinander gestanden hatten. Sie hatten sich in die Augen geblickt, in jener
Höhle auf einem Planeten, in die sie vor einem Unwetter geflüchtet waren. Jim
hatte allen Mut zusammengenommen und seinen Freund flüchtig auf den Mund
geküsst. Er hätte nie zu hoffen gewagt, dass der Vulkanier seine Gefühle
erwidern könnte. Doch dieser tat es. Auf einmal hatte er Spocks heiße Hände in
seinem Nacken gespürt, die ihn davon abhielten, sich von ihm zu lösen.
Sie
pressten sich vorsichtig aneinander und ihre Lippen fanden sich zu einem
leidenschaftlichen Kuss, der erst endete, als sie nicht mehr genügend Atem
dafür hatten. Dann hatten sie sich die Worte zugeflüstert, die von Liebe und
Sehnsucht sprachen....
Doch
als Jim ihn später auf dem Schiff auf sein Bett zog, ihre Beziehung
intensivieren wollte, hinderte ihn Spock daran.
„Ich
bin noch nicht soweit, Jim. Lass mir Zeit....Das was du willst, ist so neu für
mich.“
Das
war vor fast einem halben Jahr und zu diesem Zeitpunkt fühlte Jim noch
Zuversicht in sich, bald mit dem Vulkanier schlafen zu können. Er wollte
endlich eine richtige Beziehung mit ihm haben. Doch Spock ließ sich nicht
drängen und wenn Jim versuchte ihn zu verführen, wehrte er ihn ab und zog sich
für Tage selbst vor seinen hauchzarten Küssen zurück.
In
Kirk quoll mit der Zeit ein Gefühl irgendwo zwischen Ärger, Verzweiflung und mühsam
beherrschter Lust empor.
Er
hatte sich zwar vorgenommen auf den Mann seiner Träume zu warten, doch seine
Libido zeigte sich damit nicht einverstanden.
Dann
hatte er zufällig an diesem Morgen auf der Raumstation seinen ehemaligen Lover
Manuel McCallum getroffen. Das schlechte Gewissen biss ihn, als er mit ihm im Bett landete, doch er hielt die monatelange
Enthaltsamkeit einfach nicht mehr aus.
‚Verdammt,
Spock, lass dich doch einfach fallen...ich liebe dich...Ich will nur dich...'
Langsam
löste sich Jim von dem Gedanken an Spock und wandte sich an den jungen Mann
neben ihm.
„Was
verschlägt dich eigentlich auf K7? Du bist doch lieber auf der Erde und genießt
die Annehmlichkeiten, die sich dir dort bieten. Hat dir dein Dad die
Zuwendungen gestrichen und du musst hier am Rande der Föderation als Masseur
arbeiten? Ich erinnere mich doch recht, dass du dies mal gelernt hast? Bevor du
beschlossen hast, dass arbeiten dich zu sehr vom Sex
abhält.“
„Knapp
daneben, Jimmy. Mein Vater hat von mir eine Gegenleistung verlangt. Wenn ich es
nicht täte, würde er wegen meiner aktuellen Tätigkeit sehr sauer werden. Also
mache ich, was er will.“
Jim
wurde neugierig.
„Was
treibst du denn so?“
Der
Mann lachte.
„Genau
das. Sex haben und damit Geld verdienen. Hast du das nicht kapiert?“
Jim
schluckte. Das war doch...
„Du
bist ein Gigolo? Ist das ein Scherz?“
Der
Mann lachte wieder.
„Kein
Scherz. Aber für meinen alten Freund Jim ist es natürlich kostenlos.“
Mit
einem verzweifelten Stöhnen lehnte Kirk sich zurück.
„Ich
fass’ es nicht...und verrätst du mir, was dein Vater von dir verlangt?“
Jetzt
war es an Manuel, dem dunkelhaarigen Mann, verzweifelt zu stöhnen.
„Du
kennst meinen Vater und weißt, dass er Schotte ist - aus den Highlands, um
genau zu sein. Er kann nicht von seinen Traditionen lassen und will, dass ich
ihn zum Highlandfestival nach Loomis 3 begleite. Daran kann auch meine
mexikanische Mutter nichts ändern. Ich soll dort in seiner Dudelsack - Band
mitspielen. Er glaubt immer noch, ich würde, wenn ich einmal auf den Geschmack
gekommen bin, der Familientradition folgen und selbst passionierter
Dudelsackspieler werden.“
Kirk
grinste breit. „Du kannst Dudelsack spielen?“
„Oh
ja! Leider.“
„Wieso
leider?“
„Weil
das nicht sexy ist. Mit Dudelsack-Spielen kannst du niemanden ins Bett kriegen.
Oder hast du schon mal gehört: Man müsste Dudelsack spielen können - wer
Dudelsack spielt, hat Glück bei den Frauen...“
„...und
Männern.“
„Ja,
vor allem.“
Manuel
zog Kirk in seine Arme, rieb sich an ihm.
„Wie
wäre es, wenn du dich für meine Zuwendung revanchierst, Captain?“
Er
stand an die Wand gelehnt, drückte Kirk vorsichtig auf den Boden, platzierte
dessen Kopf an seinem Geschlecht.
„Früher
konntest du davon nicht genug kriegen....jetzt gibst du dich scheinbar nur mit
Frauen ab, wie man so hört....Komm, Captain, lass mich deine Kusslippen
geniessen, deine Zunge...“
Kirk
zögerte nicht, verwöhnte seinen Ex-Lover, wie dieser es vorher bei ihm getan
hatte.
Der
Kommunikator störte ihn geräuschvoll bei seiner Aktivität.
“Warte”,
forderte Manuel, als Kirk sich von ihm lösen und nach dem Kommunikator greifen
wollte.
„Du...kannst...mich
...nicht einfach so...stehen lassen...also lass den Störer warten...nicht
mich...“
Ergeben
führte Jim zu Ende, was er begonnen hatte. ‚Schließlich’, so dachte er
verständnisvoll, ‚würde es mir auch nicht gefallen, wenn er mich so stehen
lassen würde.’
Manuel
fiel erschöpft auf das Bett und Kirk griff nach dem Kommunikator.
„Hier
Kirk. Was gibt’s?“
„Spock hier, Captain. Es gibt eine
Änderung in unserem Missionsplan.”
Als
Kirk antwortete, klang seine Stimme schuldbewusst. ‚Ausgerechnet Spock muss
mich jetzt rufen. Der Mann, den ich so gern...’
„Und
welche?“
>>>Das
Passagierschiff, das einige Gruppen, die am Highlandfestival teilnehmen wollen,
nach Loomis 3 befördern sollte, ist ausgefallen. Die Enterprise soll die
Musiker statt dessen dorthin befördern. Es sind nur 44,7 Stunden mit Warp 5.
Wir sind also in zwei Tagen wieder auf Kurs.
Soll
ich mit dem Hochbeamen beginnen und die Gästequartiere vorbereiten lassen, Captain?“
Kirk
lächelte, freute sich über die Abwechslung. Es würde bestimmt lustig werden,
einige Dutzend Schotten und Schotten-Fans an Bord zu haben. Und Scotty hätte
die Gelegenheit, etwas Zeit mit Landsleuten zu verbringen.
„Ja, Spock. Hochbeamen und einquartieren.
Ich komme in...“
Er
warf einen Blick auf Manuel...
„...in
zwei Stunden hoch. Kirk Ende.“
Manuel
hatte sich erhoben und schmiegte sich von hinten an Kirk.
„Zwei
Tage mit dir? Klingt gut.“
Kirk
schüttelte den Kopf.
„Das
ist....unangebracht, mein Lieber. Ich habe dir doch gesagt, dass ein Mann an
Bord ist, den ich liebe. Sehr liebe. Keine Liebelei. Und ich hoffe immer noch,
dass er sich.... nicht mehr verschließt.“
Interessiert
setzte Manuel sich auf den Boden vor Kirk, schaute ihm ins Gesicht.
„Ist
es dieser Spock? Dein vulkanischer Offizier?“
„Ich
sagte dir doch, dass geht dich nichts an.“
„Nun....Jimmy....wenn
er es ist...stehen deine Chancen nicht schlecht...“
„...was, wieso...äh.... falls er es
sein sollte, also rein theoretisch...“
„Ah...
ertappt.“ Manuel kriegte sich kaum noch ein vor Lachen.
Kirk
wartete. Ärgerlich einerseits – neugierig andererseits.
„Zufällig
weiß ich, dass Dudelsackmusik für Vulkanier - im Gegensatz zu Menschen, wie ich
schon sagte – eine gewisse erotisierende Wirkung hat....“
„Ach? Du nimmst mich nicht auf den
Arm?“
„Nein,
Jimmy, natürlich nicht! Du wirst dich noch wundern. Übrigens bestehen zwei
Dudelsack - Gruppen aus Vulkaniern. Eine aus Männern und eine aus Frauen....“
°°°
Jim
Kirk und Manuel McCallum, der schottisch-mexikanische Masseur, waren die
letzten, die vor dem Aufbruch der Enterprise zum Highland-Festival auf Loomis 3
an Bord gebeamt wurden.
Kaum
materialisiert, schritt Kirk eilig zur Konsole und stellte eine Verbindung zum
Kommando der Raumstation her.
„Enterprise hier. Haben wir Erlaubnis
zum Aufbruch?“
>>>Enterprise,
K7 hier. Wenn keine unerwarteten Probleme auftreten, können Sie in 20 Minuten
starten. Einverstanden?<<<
Kirk
bejahte und schloss den Kanal. Dann wandte er sich an die stellvertretende Quartiermeisterin.
„Bitte
zeigen Sie Mr. McCallum sein Quartier. Ich bin auf der Brücke.“
Er
wendete sich zu Manuel als wollte er etwas sagen, brachte aber nicht mehr als
sein typisches Lächeln zustande. Er zuckte mit den Schultern und nickte ihm zu.
Manuel
erwiderte den Blick. „Ich bin heute abend bei den anderen Dudelsäcken. Du wirst
uns nicht überhören können.....Ach, Jim, du wolltest doch wissen, wie das ist
mit Vulkaniern und Dudelsackklängen....“
Mit
einem wissenden Lächeln trat er dicht an Jim heran und legte ihm seine Hände
auf die Oberarme. Sein Mund befand sich dicht an Jims Ohr, als er es ihm
flüsternd verriet.
„Die
Klänge wirken lockernd auf die festgefügte Emotionsbeherrschung. Sie sorgen
dafür, dass der Körper sich von der anerzogenen Gefühlsbeherrschung befreit.
Für eine Weile. Oft ist es nämlich so, dass Vulkanier ihre Gefühle, zum
Beispiel sexuelle Gefühle, zwar ausleben möchten, aber ihr Körper zu steif ist,
zu sehr konditioniert. Es ist eine Art physisch-psychische Wechselwirkung. Wenn
dein Vulkanier dich will, findet sein Körper mit Hilfe der Dudelsackklänge
Entspannung. Das wirkt sehr viel besser als ein Glas Wein bei Menschen und wenn
du Glück hast, braucht er es nur einmal.“
Jim
dachte nach...’Es könnte klappen.... wenn Manuel recht hat....’
Kirk
schob Manuel entschieden von sich. Schluß jetzt mit soviel Nähe zwischen ihnen.
Was sollte denn der Techniker an der Transporterkonsole denken! 'Er guckt uns
schon ziemlich seltsam an.' Schnell verliess er den Transporterraum in Richtung
Brücke.
Kirk
wusste nicht, dass Lieutenant Andrew Lalok vor allem Manuel anstarrte. Der
schlanke dunkelhaarige Mann entsprach exakt dem Geschmack des blonden
muskelbepackten Technikers. Er erinnerte ihn an Spock, in den er – wie so viele
andere – heimlich verliebt war.
‚Sind
er und der Captain nur Freunde oder ist das da vor mir mehr? Ich dachte immer,
Kirk sei in Spock verliebt...das habe ich mal gehört....’ne Menge Leute auf dem
Schiff denken das....na ja, vielleicht gönnt sich der Captain nur ein bisschen
Spass...
Wow....
ist dieser McCallum heiss...fehlen nur die spitzen Ohren...’
Leise
seufzend riss sich Andrew aus seinen nicht in den Dienstplan passenden Gedanken
und erschrak ein bisschen, als der Mann, an den er soeben gedacht hatte, auf
einmal vor ihm stand und ihn mit einem verführerischen Lächeln bedachte. Andrew
wollte etwas sagen, aber wie meist, wenn es drauf ankam, fiel ihm nichts
passendes ein.
‚Ich
hätte ihn zum Beispiel für nachher einladen können, in meine Kabine, auf einen
Cappucino und ein paar Salzstangen....wenn er auch auf Männer steht....auf
diese Weise könnte ich es schnell erfahren...’, dachte der Techniker, als der
Mann, der ihm soeben Ablenkung vom eintönigen Dienst im Transporterraum
verschafft hatte, schon wieder entschwand. Mit Miss Giovanna Wilder, der
Vertreterin des Quartiermeisters.
Schweigend
brachte Giovanna Wilder den Gast zu seinem Quartier. Gemeinsam betraten sie den
Raum.
„Kann
ich noch etwas für Sie tun, Sir?“ fragte sie mit einem undefinierbaren Blick.
Manuel
kam näher, senkte seine Stimme.
„Nein,
danke. Aber kann ich etwas für Sie tun, Miss?“
Giovanna
schüttelte den Kopf.
„Ich habe es nicht nötig, dafür zu
bezahlen, Mr. McCallum.“
Sie
genoss seinen verdutzten Blick.
„Oh
jaaa...das ist so, müssen Sie wissen....meine Cousine in Nizza hat mir von
Ihnen erzählt und auch nicht vergessen, ein Foto mitzuschicken. Ich habe Sie
vorhin sofort erkannt. Meine Cousine hatte im letzten Jahr viel von ihrem hart
erarbeiteten Geld in Ihre Fähigkeiten gesteckt. Dann hat sie mir die Ohren vollgejammert
– zum Glück nur über die Kommunikationsanlagen – wegen der unzähligen an Sie
verlorenen Credits....Ja, die Welt ist klein...“
Manuel
gewann seine Fassung schnell wieder.
„Ihre
Cousine hat die Credits nicht an mich verloren, sie hat sie in mich investiert.
Ich leiste gute Arbeit, sowohl als Masseur als auch als Tröster von
unglücklichen und bis dahin unbefriedigten Kunden.“
„Das
glaube ich Ihnen sogar, so wie sie von ihnen geschwärmt hat. Nur leider hat sie
sich irgendwann in Sie verliebt – und hastdunichtgesehen haben Sie sich aus dem
Staub gemacht.“
Manuel
zuckte bedauernd mit den Schultern.
„Sowas
kann passieren. Gefühle geraten schnell außer Kontrolle. Aber meine Kunden
wissen vorher, worauf sie sich einlassen. Ich betrüge niemanden.“
„Männer!“
Manuel
schien kurz zu überlegen.
„Sie
haben im Moment also kein Interesse? In diesem Fall frage ich Sie später
nochmal.“
Jetzt
lachte Giovanna.
„Sie...Sie
sind...ziemlich von sich überzeugt!“
„Von
meinen Fähigkeiten in Massagen aller Art und von meinem ganz persönlichen
Zubehör. Ich bekomme regelmäßig positives Feedback.“
Giovanna
wendete sich zum Ausgang, drehte sich kurz vorher noch einmal um.
„Ich
weiß nicht, ob es richtig ist, Ihnen das zu sagen...aber es gibt da eine
Krankenschwester, die bräuchte dringend eine Massage. Zum einen sieht sie
ziemlich verkrampft aus und zum anderen ist sie unserem sexy Vulkanier, dem Sie
übrigens sehr ähneln, rettungslos und natürlich unglücklich verfallen.
Also...wenn Sie nach Einnahmequellen
suchen...sie wäre eine.“
Manuel
bedankte sich mit einem artigen Kopfnicken.
„Wie heißt sie?“
„Christine
Chapel. Sie ist, so macht es den Eindruck, ein leichtes Opfer für Sie.“
Manuel
wirkte beleidigt.
„Ich
habe Kunden, keine Opfer, das sagte ich Ihnen schon. Und wenn Sie mich so sehen,
warum erzählen Sie mir dann von ihr?“
Giovanna zog eine Grimasse.
“Weil
ich auf Christine stehe und ihr ein Angebot gemacht habe – und das hat sie
ziemlich unhöflich zurückgewiesen .....Aber weil ich inzwischen mit einer
anderen Frau zusammen bin, zeige ich mich großzügig und empfehle sie Ihnen als
Kundin.“
Giovanna
drehte sich abrupt um und verließ den Raum.
Manuel
verstaute ordentlich seine Sachen und begab sich ins Badezimmer unter die
Dusche. Danach zog er sich frisch an und machte sich auf den Weg zu Miss
Chapel.
Er
fand die blonde Krankenschwester in einem Labor. Sie wertete Unterlagen aus und
war allein. Manuel befand das als ein gutes Zeichen. Er klopfte von innen an
das geöffnete Schott.
Christine
erschrak und wandte sich ihm zu.
Der
attraktive Mann lächelte sie mit einem unschuldig-verführerischen Lächeln an.
„Hallo...Christine,
ich bin Manuel McCallum.“
Sie
lächelte zurück.
„Sie
sind der Sohn von Gerald McCallum?“
Er
nickte.
„Sie
ähneln ihm nicht besonders, aber wenn Sie den selben Familiennamen tragen....“
„Ich komme mehr nach meiner Mutter. Sie
ist Mexikanerin.“
„Oh...“,
Christine lächelte, denn ihr war vor allem seine Ähnlichkeit mit Spock
aufgefallen. „Kann ich etwas für Sie tun?“
Manuel
schlenderte zu dem Schreibtisch an dem sie saß.
„Ich
sollte Ihnen diese Frage stellen. Sie sehen angespannt aus, überarbeitet.“
Christine
war verwirrt, sagte erst einmal gar nichts.
„Ich
bin Masseur“, erklärte er. „Ein echter professioneller Masseur. Wenn Sie wollen
und mir – ich bitte um Entschuldigung, davon lebe ich – einen kleinen Obulus
zahlen, erwartet Sie eine himmlische Massage durch meine Hände.“
Sie
warf einen Blick auf seine Hände und dann wieder in sein hübsches ebenmäßiges
Gesicht. Sie dachte nach und entschied, dass eine Massage durch diesen
attraktiven dunkelhaarigen Mann besser sei als eine durch den Massagesessel.
„Wieviel möchten Sie dafür?“
„200
Credits.“
Sie
lachte.
„Mr.
McCallum, selbst wenn ihre Massage tatsächlich himmlisch sein sollte, wäre sie
nicht mehr als 50 Credits wert.“
„Ich
mache Ihnen einen Vorschlag. Sie zahlen mir 50 und wenn Sie danach der Meinung
sind, dass meine Massage 200 wert war, zahlen Sie mir 200. Ist das annehmbar?“
Misstrauen
stieg in ihr hoch.
„Meinen
Sie das ernst?“
„Selbstverständlich,
Miss. Ich weiss selbst, dass 200 Credits sehr viel sind. Entscheiden Sie
selbst, ob ich sie verdient habe.“
Christine
stimmte zu und keine zehn Minuten später lag sie auf einer Liege in einem sonst
für Rehabilitationsgymnastik genutzten Raumes, der an die Krankenstation grenzte.
°°°
Christine
lag entspannt auf dem Bauch.
Manuel
ließ seine Hände über ihren Rücken gleiten.
Ein
leises Stöhnen entwich ihr.
Mit
sicherem Griff zog er ihr das Handtuch vom Unterleib, das einzige Stück Stoff
an ihrem Körper. Sie verkrampfte sich leicht, denn jetzt war sie völlig nackt.
‚Nun’,
dachte sie, ‚er ist ein Profi und sieht täglich nackte Körper. Und außerdem’,
dachte sie nicht ohne Stolz, ‚ist meiner makellos. Also kein Grund sich zu
genieren.’
Mit
zuerst sanften und später stärkeren Bewegungen massierte er ihren Rücken. Bald
glitten seine Hände zu den Armen, kneteten sie durch.
Dann
lief ihr ein heißer Schauer über den Rücken, denn seine Hände glitten zu ihren
Beinen, verwöhnten auch diese.
Ein
überaus wohliges Gefühl erfasste ihren ganzen Körper.
Wunderbar.
Und
so ein schöner Masseur.
Spock
so ähnlich.
Den
Kopf auf den Armen genoss sie die professionellen Berührungen.
Der
Masseur berührte ihr festes Gesäß, massierte es mit sanften Bewegungen.
‚Seine
Massage gleicht mehr einer erotischen Partner-Massage als einer normalen’,
merkte sie irgendwann.
Einfach
schön.
Sie
ließ sich weiter verwöhnen und bemerkte nicht sofort, dass sie leichte
rhythmische Bewegungen mit ihrem Unterleib machte und ihn gegen die etwas harte
Liege presste.
Als
sich Christine ihrer Bewegungen bewusst wurde, unterbrach sie diese und
versuchte, wieder zu Verstand zu kommen. Doch da spürte sie die heißen Hände
des Masseurs an der Innenseite ihrer Oberschenkel und dessen Stimme leise und
dicht an ihrem Ohr.
„Es
ist Ihre Entscheidung, Christine. Wenn Sie es wollen, beende ich das hier. Aber
wenn ich weitermache, werden Sie sehen, dass ich mein Geld wert bin. Darf ich
Sie noch mehr verwöhnen? Sie werden es nicht bereuen. Sie werden es geniessen,
viel mehr noch als bis hierhin.“
Jetzt
verstand sie.
Und
was auch immer sie dachte, war unwichtig.
Wichtig
war nur, dass sich die Hitze zwischen ihren Beinen sammelte. Und sie die
Feuchtigkeit dort spürte.
‚Warum
nicht’, dachte sie, 'Mich einmal so verwöhnen lassen, auch wenn es mich was
kostet....warum nicht...’
Als er noch einmal fragte, flüsterte
sie ihm ein >Ja< zu.
Manuels
Hände streichelten sie an allen denkbaren und undenkbaren erogenen Zonen.
Ihre
Erregung wuchs und sie presste sich stärker an die Liege, rieb sich an ihr.
Manuel
ließ seine Hand unter ihren Venushügel gleiten, ersetzte die halbharte
Oberfläche der Liege durch seine geschickte Hand.
Mit
unendlich mal mehr Geschick als jeder andere Mann, der das jemals vorher bei
ihr getan hatte, brachte er sie dem Gipfel der Lust näher.
Als
sie kam, bis sie sich auf die Fingerknöchel, um nicht laut zu werden. Sie
genoss den Höhepunkt bis zu letzten Sekunde und war dankbar für die Hand des
Mannes, die auch danach an ihrer lustvollsten Stelle verweilte.
Langsam
fand ihr Herzschlag zum normalen Rhythmus zurück.
Manuels
Hand begann sie wieder zu verwöhnen.
„Wenn
du willst, gibt es noch einen Nachschlag.“
„Jaaaa....“
Manuel
zog sie auf Hände und Knie, kam zu ihr auf die Liege. Dann kniete er sich
hinter sie, zwischen ihre Beine.
Er
öffnete seine Hose, nahm sein Glied in die Hand. Behutsam drang er in sie ein
und entlockte ihr noch mehr Laute der Lust.
°°°
Weder
Manuel noch Christine wussten, dass sie nicht allein waren. Von einem Nebenraum
des Gymnastikraumes wurden sie durch die leicht geöffnete Tür beobachtet.
Der
Beobachter war Cassius Tolsten, ein neuer Dudelsackspieler aus der Band seines
Vaters. Er war nur zufällig Zeuge der Spezialmassage geworden, auf einer
Erkundungstour durch das Raumschiff.
Er
hatte ihren Wortwechsel gehört und die Massage und den Sex beobachtet.
Jetzt
vernahm er Christines Lachen und ihren verbalen und finanziellen Dank an
Manuel.
Tolstens
Herz hämmerte wie verrückt und er bekam sich nur langsam unter Kontrolle.
Als
Manuel den Gymnastikraum verließ, legte sich Christine, noch immer nackt, auf
die Liege. Erschöpft und restlos befriedigt schlief sie ein.
Cassius
Tolsten trat auf Zehenspitzen in das Labor und näherte sich ihr vorsichtig.
Er
betrachtete ihren Körper, der noch immer leicht bebte.
Er
erkannte die Samenflüssigkeit zwischen ihren Beinen.
Sein
Glied schmerzte fast vor Erregung.
‚Ein
Stricher’,dachte er, 'Und eine Schlampe.’
Auf
seiner Heimatwelt, die er vor einem Jahr überstürzt verlassen hatte, würden
beide einige Monate im Arbeitslager verbringen müssen.
Danach
hätte der Mann sich sein Brot nur noch als unterbezahlter Schlammwühler
verdienen können.
Frauen
arbeiteten auf seiner Welt prinzipiell nicht.
Wenn
eine Frau beim außerehelichen Geschlechtsverkehr erwischt wurde, war sie danach
von ihrer Familie nicht mehr verheiratbar.
Sie
konnte nur noch wie eine Sklavin auf dem Besitz ihrer Familie schuften.
Und
wenn sie von ihrer Familie verstoßen wurde, musste sie als Hure arbeiten.
Aber
das war sie ja sowieso.
‚Schade
nur, dass die Föderation von unserem Planeten verlangt, sich an ihre Regeln zu
halten.
Wenn
dem nicht so wäre, könnten Leute wie diese beiden, wenn sie dort leben würden,
härter bestraft werden.
Nicht
so windelweich wie es jetzt ist.’
Und
er wusste auch ganz genau, wie man Huren zu behandeln hatte.
Und
was er mit Strichern tun würde.
Nur
mühsam hielt er sich davon ab, gleich damit zu beginnen.
Jetzt
mit ihr zu tun, was er wollte, würde ihn in erhebliche Schwierigkeiten bringen
und dies konnte er nicht gebrauchen.
Doch
der Stricher war was anderes.
Um
den konnte er sich später noch kümmern.
Er
glaubte nicht, dass er deswegen Schwierigkeiten bekommen würde.
Wegen
eines Strichers.
Tolsten
presste sich die eine Hand an den Mund, aus dem ein lustvolles Stöhnen entwich.
Die
andere Hand presste sich in seinen Schritt als es ihm kam.
°°°
Auf
dem Weg in seine Kabine spürte Manuel, wie das Bedürfnis nach Schlaf in ihm
wuchs. In seiner Kabine zog er sich aus und warf seine Kleidung achtlos auf den
Boden. Dann legte er sich aufs Bett und rollte sich zusammen. Nur eine Minute
später schlief er bereits.
°°°
Captain
Kirk begab sich zum Freizeitdeck, wo die verschiedenen Dudelsackgruppen
gemeinsam spielen wollten. Er freute sich weniger auf die Musik, als auf die
erhoffte Reaktion seines Vulkaniers. Auf der Brücke war er - wie jetzt schon
wieder - in Tagträumereien verfallen, die allesamt eben diese ersehnte Reaktion
Spocks zum Inhalt hatten....
.....Spocks
Augen trafen die seinen, erschienen ihm auf einmal größer und leuchtender als
gewöhnlich. Jim lächelte ihn an, Spock senkte verlegen den Kopf. Dann hob er
ihn wieder und nach einigen Sekunden erwiderte er das Lächeln. Als Spock es
nicht wie sonst schnell wieder unterdrückte, sondern es sich selbst zugestand,
stand Jim auf und ging langsam zu ihm....
....Als
er vor dem sitzenden Spock stand, erkannte er in dessen Augen, die zu ihm
aufblickten, die selben Gefühle, die auch er fühlte....Während der endlosen
Sekunden, in denen sie sich nur ansahen, erkannten sie, dass dies hier der
richtige Moment war. Langsam nahm Kirk die Hand seines Freundes. Spock berührte
sie vorsichtig, erhob sich. „Komm“, flüsterte Kirk, und der Vulkanier nickte.
Ohne Zögern verliessen sie das Freizeitdeck....begaben sich auf den Weg zu
Kirks Quartier....
‚Schluss
jetzt’, befahl sich Kirk selbst energisch, denn er spürte die körperlichen
Auswirkungen seiner Gedanken in der Körpermitte, 'Das muss nun wirklich nicht
jeder merken....’
°°°
Das
nervige Piepsen der Com-Anlage in seinem Quartier weckte Manuel aus seinem
Schlummer. Er rieb sich die Augen und erhob sich, um die Nachricht, die ihm
irgendein Störenfried geschickt hatte, zu lesen.
Der
Störenfried war sein Vater.
>>>19
Uhr mit Dudelsack auf dem Freizeitdeck. Wir spielen für die Crew. Sei
pünktlich!<<<
Manuel
ergab sich seinem Schicksal.
Wenige
Minuten später machte er sich erfrischt und mit Dudelsack auf den Weg zum
Freizeitdeck.
Dort
angekommen, sah er, dass die anderen schon da waren – und wie es schien die
halbe Enterprise-Crew auch.
Manuel
lenkte seine Schritte zu den anderen Musikern.
„Manuel...“
Er
blieb stehen, hatte die Stimme sofort erkannt. Aber nicht geglaubt, sie noch
einmal zu hören....Und keinesfalls hier...Obwohl...
Langsam
drehte er sich um.
Soldur
stand vor ihm. In schwarzen Jeans und dunkelgrünem Seidenhemd. Wie immer. Der
Vulkanier kleidete sich meist wie ein Mensch, passte sich den Sitten auf der
Erde, wo er lebte, an.
Doch
die glatten schwarzen Haare trug er in der selben Frisur wie die meisten
Vulkanier.
Genau
richtig. So wie die Menschen es von ihnen gewohnt waren und mochten.
Erinnerungen, die er eigentlich längst begraben hatte, drängten sich ihm ins
Bewusstsein. Erinnerungen an leidenschaftliche Nächte, an heiße, zärtliche
Hände...an >Ich liebe dich< , an den Antrag, vor dem er floh...’Nein’, sagte
er zu sich, 'Schluss damit. Ich mit einem Vulkanier gebunden...das wäre nicht
gut gegangen, auch wenn er das anders sieht...’
„Soldur.
Ich wusste nicht, dass du hier bist. Mein Vater hat es nicht erwähnt.“
Der
Vulkanier nickte.
„Ich
bat ihn, dir nicht zu verraten, dass ich auf dem Festival in seiner Band
mitspielen werde.“
Manuels
Augen wurden größer.
„Hast du meinen Vater gebeten, mich
hierher zu beordern?“
Der
Vulkanier nickte.
Manuel
konnte es nicht fassen. Doch er sah keinerlei Bedauern im Blick des Vulkaniers.
Eigentlich zeigte sein Gesichtsausdruck dasselbe wie damals....jenes, was ihn
dazu veranlasst hatte, ihre Freundschaft auf Eis zu legen. Auch wenn die kurze
Zeit, in der diese Freundschaft zu mehr geworden war, den wertvollsten Platz in
seinen Erinnerungen einnahm....Er fühlte sich nicht bereit dazu.
„Ich wollte dich wiedersehen“,
flüsterte Soldur. "Du weißt, warum.“
Intensiv
sah er den Menschen an.
Manuel
blickte zu Boden. Ja, er wusste es.
„Wir
haben doch darüber gesprochen, Soldur. Ich fühle mich nicht reif dafür. Deshalb
hatten wir unsere Freundschaft auf Eis gelegt.“
„Ich
hoffe immer noch. Und ich habe nicht den Eindruck, dass diese Hoffnung
unlogisch ist. Gib uns eine Chance, Manuel.“
°°°
Captain
Kirk hatte seinen ehemaligen Liebhaber gesehen, als dieser hereinkam.
Doch
da er ihm wegen Spock nicht begegnen wollte, blieb er unauffällig auf seinem
Stuhl sitzen.
Er
sah den so typisch menschlich gekleideten Vulkanier, der wohl zu den Musikern
gehörte, zu Manuel gehen, ihn ansprechen. Natürlich konnte er die beiden nicht
verstehen. Aber er sah Mimik und Gestik der beiden Männer und dachte sich
seinen Teil. Als die beiden Männer ihr Gespräch beendet hatten und zu den
anderen Dudelsackspielern gingen, stellte er sich Manuel in den Weg.
„Oh,
Jim, hallo.“ Er zeigte ein Lächeln, doch Jim sah, dass er es nicht empfand.
Kirk
musterte ihn neugierig.
„Kennst
du diesen Vulkanier?“ Er deutete mit dem Kopf in die Richtung, in die jener
gegangen war.
„Ja“,
antwortete Manuel, „aus Nizza. Ich lernte dort nachmittags in einem Kurs für
Musikgeschichte. Soldur war mein Lehrer und, was ich zu Anfang noch nicht
wusste, ein Freund meines Vaters.“
„Das sah eben nach mehr aus als nach
einem Lehrer.“
„Und
wonach?“ fragte Manuel tonlos, wich Jims Blick aus.
Kirk
trat näher.
„Nach
mehr als einem Lehrer. Sogar nach mehr als einem Freund. Erzählst du es mir?“
Manuel
wurde zornig. „Das geht dich nichts an! Was soll diese Frage!“
Jim
wartete, bis Manuel sich wieder beruhigt hatte.
„Du
bist mein Freund. Früher waren wir für eine Weile sogar Liebhaber. Und es ist
ganz einfach so, dass ich mich um dich sorge. Wegen deiner ‚aktuellen
Tätigkeit’.“
Manuel
lachte auf.
„Soldur
ist Vulkanier. Wegen ihm brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“
„Sicher nicht. Ich mache mir wegen dir
Sorgen.“
„Jim.....das
ist nicht nötig. Ich kann auf mich aufpassen.“
„Dein....Job
ist nicht ungefährlich.“
Manuel
verdrehte die Augen, dachte nach.
„Lassen
wir das Thema, einverstanden? Ich erzähle dir statt dessen das mit Soldur.“
Er
seufzte. „Wir wurden Freunde. Er war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte,
verachtete mich auch nicht wegen meines abendlichen Jobs. Na ja, es gefiel ihm
nicht, aber er akzeptierte es.“
Manuel
schwieg einen kurzen Moment. „Er verliebte sich in mich. Und eines Tages sagte
er es mir. Das hat unserer Freundschaft nicht gut getan. Ich.... wollte es
nicht. Er....ist der Meinung, wir passen zusammen. Doch ich kann ihm nicht
zustimmen....Er sagte, er werde warten und hoffen. Eine falsche Hoffnung.“
Jim
dachte an seinen Vulkanier, hoffte für sie beide auf eine gemeinsame Zukunft.
Hoffte darauf, bald mit Spock mehr als nur eine platonische Beziehung zu haben.
„Was fühlst du?“
„Ich
weiss es nicht“, sagte Manuel leise, „aber ich weiss mit Sicherheit, dass ich
mich nicht reif fühle für eine Beziehung.“
„Du bist 28. Langsam könntest du
erwachsen werden.“
„Bei
mir dauert es eben länger. Und selbst wenn ich reif wäre....ein Vulkanier
erwartet in einer Beziehung sehr viel. Zuviel für mich.“
„Für
mich klingen deine Worte einfach nur nach Unsicherheit.“
„Manuel....wo bleibst du?“
Eine
polternde Stimme ersparte ihm die Antwort auf Kirks Frage. Sein Vater rief ihn.
°
Gerald
McCallum erblickte Kirk und trat lächelnd auf ihn zu. „Captain, schön, Sie
wiederzusehen und endlich kann ich mich bei Ihnen persönlich bedanken. Ohne Sie
wären wir noch immer auf K7 und würden nicht rechtzeitig zum Festival
eintreffen. Vielen Dank.“
Jim
freute sich über den Dank des schottischen Musikers, auch wenn er eigentlich
nur einen Befehl ausgeführt hatte, indem er die Bands mit der Enterprise nach
Loomis 3 flog.
„Wie
Sie sehen, ist die Crew schon gespannt auf ihre Musik.“ Er deutete auf das
vollbesetzte Freizeitdeck.
McCallum
wiegte den Kopf hin und her und seufzte. „Im Moment sind sie noch interessiert.
Aber in einigen Minuten wird es mindestens die Hälfte der Zuhörer bedauern, in
diesem Raum zu sein. Dann würden sie am liebsten fliehen oder sich die Ohren
zuhalten. Dudelsackmusik ist eine Frage des Geschmacks.
„Das
trifft auch auf andere Musik zu.“
„Sicher
tut es das und meiner Erfahrung nach ist es immer auch eine Frage der
Situation. Von Ferne mögen viel mehr Menschen Dudelsackklänge als von nahem.
Wenn die Töne von der Luft über die Highlands getragen werden, klingen sie als
wären sie ein Teil der Natur. Oder stellen sie sich vor, sie machen Landurlaub,
wollen mal richtig ausspannen, mal richtig morgens ausschlafen. Dann kann es
sein, dass Sie sich tagsüber am Gezwitscher eines Vogels erfreuen und am
nächsten Morgen, so kurz vor Fünf, den selben Vogel aus Wut erwürgen könnten,
weil er sie viel zu früh mit seinem Gesang geweckt hat. “
Jim
nickte verstehend und sah, wie die vulkanischen Musiker das Freizeitdeck
betraten. Er deutete unauffällig mit dem Kopf in ihre Richtung und blickte
McCallum fragend an. Er war neugierig, was dieser ihm über Vulkanier und
Dudelsackmusik erzählen konnte, denn er war sich nicht sicher, ob Manuel ihm
die Wahrheit über die erotisierende Wirkung gesagt hatte.
Der
Schotte schmunzelte und legte einen Arm um Kirks Schulter. „Die Vulkanier
erproben mit dem Spielen und dem Hören dieser Musik ihre Grenzen. Die Grenzen
ihrer Emotionsbeherrschung, denn die wollen sie überschreiten. Dudelsackklänge
wirken auf ihren Geist etwa wie eine Massage auf verspannte Muskeln. Die Männer
und Frauen der beiden Bands sind jeweils die eine Hälfte von Paaren. Vulkanier
sehnen sich nämlich stärker als sie zugeben nach körperlicher Nähe und
entspannender Sexualität. Achten Sie mal darauf, was sie tun, wenn die Musik
auf sie wirkt....“ Er schmunzelte wieder.
„Ich
weiß das alles von Soldur, der mein bester Freund ist.“
McCallums
Gesicht wurde plötzlich ernst. „Er ist ein wundervoller Mann und ich wünschte,
mein Sohn hätte seinen Antrag angenommen...“
Kirk
war überrascht. „Soldur hat ihm einen Antrag gemacht?“
„Ja“,
sagte McCallum, „und mein Sohn war so dumm, diesen Antrag abzulehnen. Sie
lieben sich, aber Soldur kann nicht mehr lange darauf warten, dass Manuel
beschließt erwachsen zu werden. Er sagte mir, es sei bald soweit bei ihm...Sie
wissen sicher, was ich meine...Wenn Manuel jetzt immer noch zögert, muss Soldur
sich einen anderen Partner suchen...Aber er will Manuel und ist hier, um einen
letzten Versuch zu starten...“
°°°
Die
Band von Gerald McCallum spielte als erste, die anderen folgten. Kirk musterte
unauffällig seine Crew, hielt Ausschau danach, ob McCallum recht hatte und die
Hälfte der Leute dieser Musik sehr bald überdrüssig wurde und sich am liebsten
rasch und unauffällig vom Freizeitdeck entfernt hätte...
Die
einen lauschten gebannt den Klängen, die anderen saßen eher teilnahmslos da und
einige rutschten ungeduldig auf ihren Stühlen herum – mit genervtem und
gequältem Gesichtsausdruck. Kirks Blick schweifte weiter und streifte die nach
ihrem Auftritt inzwischen wieder sitzenden vulkanischen Musiker.
Würde
er es nicht in diesen Minuten mit eigenen Augen sehen – glauben würde er es
nicht. In kurzen Abständen erhoben sich jeweils ein Mann von der einen
vulkanischen Dudelsackgruppe und eine Frau von der anderen. Dann verließen sie
zielstrebig und mit gesenktem Blick das Freizeitdeck. Nach wenigen Minuten
waren die Mitglieder der beiden vulkanischen Dudelsackgruppen verschwunden. Für
Kirk gab es nur eine Begründung für dieses Phänomen. Er schaute zu McCallum und
dieser lächelte leicht und nickte. Kirk erwiderte das Lächeln und schaute dann
zu Spock, der ein ganzes Stück von ihm entfernt Platz genommen hatte. Jim
hoffte, Spock würde ebenso auf die Dudelsackmusik reagieren wie die anderen
Vulkanier. Er betrachtete ihn genauer und sah, wie Spocks Kopf sich kaum merklich
nach hinten bog, den Mund leicht geöffnet, die Augen entspannt geschlossen.
Mit
Hilfe seiner Vorfreude auf die kommende Nacht mit Spock unterdrückte er ein
Auflachen. Konnte es wirklich so einfach sein?
In
diesem Moment öffnete Spock die Augen und sah zu Kirk. Dieser hielt für einige
Sekunden den Atem an, als er den sehnsüchtigen Blick des Vulkaniers bemerkte.
Er lächelte ihm aufmunternd zu und musste sich beherrschen, um sich nicht
sofort seinen Freund zu schnappen und es den vulkanischen Musikern nachzumachen.
Er wollte ihn. Jetzt. Und Spock wollte es auch. Jim war sich sicher, Spocks
Blick konnte nichts anderes bedeuten.
Kirk
wünschte sich, dass diese Dudelsackmusik bald verstummen würde, denn sie gefiel
ihm überhaupt nicht. Aber wenn sie ihm half, seinem Vulkanier näher zu kommen,
ach, ganz nah zu kommen, dann würde er sie gern erdulden. Kirk hoffte, dass
sein künftiger Geliebter nicht jedes Mal diese grausame Musik als Stimulation
benötigen würde. Bei den vulkanischen Musikern schien sie jedoch untrennbar
verbunden zu sein mit deren Libido. Doch auf Kirk wirkte Dudelsackmusik so
fremd, als stamme sie von Bewohnern einer anderen Galaxie. Einer Galaxie, die
so weit entfernt war, dass die Musik in das irdische Sonnensystem nur über ein
Wurmloch hatte gelangen können - und wenn es nach seinen Ohren ginge, ganz
schnell auch wieder zurück dahin. Nachdem sie seinen Vulkanier aufgetaut hatte
aber erst.
°
Endlich
endete die Musik und machte dem Stimmengewirr der Anwesenden Platz. Manuel
näherte sich Andrew Lalok, der ihm vorhin im Transporterraum als ein
potentieller Kunde erschienen war. Er würde ihm nicht widerstehen können.
„Hallo“,
sprach er ihn mit einem verführerischen Lächeln an, „wir haben uns schon kurz
gesehen...Ich bin Manuel McCallum. Musiker und Masseur...“
„Andrew
Lalok, ich bin Ingenieur, schön Sie kennen zu lernen.“ Überrascht musterte er
den attraktiven Mann, der ihn so gewinnend anlächelte. ‚Könnte es sein, dass er
auf mich genauso heiß ist, wie ich auf ihn?’ Er beschloss nicht zu zögern, sondern
aufs Ganze zu gehen. „Manuel...haben Sie heute nacht... Zeit...“ Er schaute ihn
mit eindeutigem Blick an.
Manuel
senkte kurz den Blick und als er ihn wieder hob und zu sprechen begann, mischte
sich ein fester Ton in seine verführerische Stimme.
„Ich
bitte um Entschuldigung, Andrew, aber wenn ich heute nacht für Sie Zeit habe,
dann nur gegen 300 Credits..“
Andrew
klappte die Kinnlade herunter und starrte ihn entgeistert an. Ein Stricher an
Bord der Enterprise?
Manuel
zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Davon lebe ich. Nur davon, andere zu
massieren eigentlich eher selten. Aber in der zugegebenermaßen hohen Summe sind
die verschiedensten Massagen inklusive und auch meine Fähigkeiten als
Dudelsackspieler. Also als Blasmusiker...“
Andrew
fing sich langsam wieder. „Das ist...etwas unerwartet...“
Manuel
nickte. „Ja. Aber ich verspreche Ihnen, es wird sich lohnen...“
Andrew
überlegte fieberhaft. Es ging ihm nicht um das Geld. Er war sich sicher, dieser
Mann wäre sein Geld wert. Aber er hatte noch nie für Sex bezahlt und fühlte
sich verwirrt.
„Ich
werde für Sie heute nacht sein was Sie wollen. Ich werde all ihre geheimen
Wünsche erfüllen, wenn Sie sich darauf einlassen...“
Andrews
Unsicherheit hielt noch an und er dachte nach. Doch dann erinnerte er sich an
die Ankunft von Manuel und dem Captain auf der Enterprise. ‚Die beiden kennen
sich ganz offensichtlich und ihr Verhältnis schien herzlich zu sein, und wenn
er sich mit dem Captain so gut verstand...wird es wohl nicht schaden, mich mit
ihm einzulassen...Moment mal...hatten die beiden vielleicht miteinander...?’
„Vorhin
im Transporterraum sah es, als ob du den Captain näher kennen würdest...“,
fragte er.
„Wir
waren früher Geliebte, ist aber schon einige Jahre her. Auf K7 haben wir uns
wiedergesehen“, antwortete Manuel.
„Habt
ihr...“
„Ja.
Zwei heiße Stunden lang – und ich glaube, er war zufrieden mit mir. Ich
erinnerte ihn wohl an jemanden und er dachte dabei an ihn...“
Andrew
lächelte. „An unseren sexy Vulkanier bestimmt. Es heißt, er sei in ihn
verliebt.“
„Und
du“, fragte Manuel, „bist du es auch?“
„Kann
schon sein...“
Erregung
erfasste den Ingenieur. ‚Er wird die ganze Nacht tun, was ich will...und ich
weiß, was ich will...’ Er nickte hastig. „Einverstanden. In einer halben Stunde
bei mir?“
Manuel
verbeugte sich leicht. „Wie du es möchtest.“
°
‚Vielleicht
schon heute...’, Spock fokussierte seinen Blick, versuchte, seine Sehnsucht zu
verbergen. 'Mein Jim...ich möchte in deinen Armen liegen...’
Ja,
er wollte endlich mit ihm schlafen. Mit seinem Captain, seinem goldenen Freund.
Sie liebten sich. Er hatte lange gezögert, weil er sich unsicher fühlte, weil
eine intime Beziehung so fremd war für ihn.
Er
wollte ihn für immer in seinem Leben, wünschte sich ihn als Partner, sehnte
sich danach, mit ihm zu schlafen. Seine anerzogene Emotionsbeherrschung hatte
ihn lange genug zögern lassen. Heute nacht wollte er sie zum ersten Mal völlig
und freiwillig aufgeben. Spock freute sich schon seit Wochen auf diese bisher
noch nicht festgelegte Zeit, zu der es geschehen sollte. Als die Musiker an
Bord kamen, hatte er beschlossen, die entspannende Wirkung der Dudelsackklänge
zu nutzen, um den letzten Schritt zu gehen....
Er
blickte in Jims Richtung, ließ den Mann seiner Träume die Sehnsucht in ihm
sehen, sah sein Lächeln...
....
Auf einmal vernahm er die Stimmen von Mr. Lalok und Manuel McCallum.
Er
registrierte Andrews Gefühle für ihn und wusste, er war nicht das einzige
Crewmitglied, das in ihn verliebt war. Er hörte ihre Worte, hörte von der
früheren intimen Beziehung zwischen Jim und Manuel, dem Prostituierten.
Registrierte peinlich berührt, dass die Crew sich für das Liebesleben der
beiden kommandierenden Offiziere interessierte. Und er erfuhr, dass Jim und Manuel McCallum am Vormittag auf der
Raumstation Sex gehabt hatten...
Eine
inzwischen überwunden geglaubte Unsicherheit erfasste ihn und seine Vorfreude
auf die kommende Nacht verging. Jim konnte eine intime Beziehung so
leichtfertig eingehen....und ihm selbst fiel es schon schwer, seine Hemmungen
dem Mann gegenüber, den er liebte, aufzugeben....
Und
dieser Mann hatte mit einem Anderen geschlafen, einem Prostituierten.
Spock
war klar gewesen, dass Jim nicht allzu lange ohne Sex sein konnte. Dennoch
hatte er ihn warten lassen. Warten lassen müssen, denn er fühlte sich noch
nicht reif dafür. >Jungfräulich< hatte Jim es schmunzelnd genannt.
War
es Betrug an ihm, dass Jim mit einem anderen Mann Sex gehabt hatte? Sie beide
hatten noch nicht miteinander geschlafen, was aber zweifellos zu einer
Liebesbeziehung gehörte. Zu einigen kaum mehr als züchtigen Küssen war er noch
nicht bereit gewesen. Also hatten sie eigentlich noch gar keine Beziehung. Oder
doch? Spock wusste es nicht.
‚Und
was, wenn Jim mir künftig nicht treu sein kann?’ Beklommenheit machte sich in
ihm breit. In seinem Kopf formte sich ein bildhafter Gedanke...er hatte sich
Jim gegenüber geöffnet, ihm sein Vertrauen, seine Liebe geschenkt und dann
verließ dieser ihn vielleicht für einen anderen....er erschauerte. Nein, das
wollte er nicht.
Er
sah Jim auf sich zukommen. Als er dessen Lächeln sah, wollte er seine Zweifel
über Bord werfen, doch diese gewannen die Oberhand.
Als
Jim vor ihm stand, sprach er ihn zuerst an.
„Ja,
ich weiß, was du dir wünschst und ich wünsche es mir auch. Das weißt du. Aber
ich bin mir nicht sicher...“
„Was
macht dich unsicher, mein Freund?“ fragte Kirk leise. „Wir gehören zusammen und
wir lieben uns. Was lässt dich vor einer intimen Beziehung mit mir zögern?“
„Jim...ich habe soeben mitgehört, zufällig
natürlich, als Manuel McCallum und Andrew Lalok sich unterhalten haben...“
Kirks
Lächeln verschwand. „Was hast du gehört?“
„Du
hattest heute Vormittag Sex mit Manuel, mit einem Prostituierten.“
Jim
schwieg, wollte dazu nichts sagen, konnte es nicht leugnen. Warum musste Spock
aber auch davon erfahren...
„Captain“,
Spock kehrte zur förmlichen Anrede zurück, „Sie müssen etwas gegen den jungen
Mister McCallum unternehmen. Er hat sich soeben für die kommende Nacht an Mr.
Andrew Lalok verkauft. Prostitution auf Sternenflottenschiffen ist illegal.“
Kirk
riss die Augen auf. „Er verkauft sich an Bord meines Schiffes!?“
„Ja,
Captain. Übrigens kommt er gerade in unsere Richtung. Ich schlage vor, Sie
kümmern sich sofort um dieses Problem. Ich werde mich zurückziehen. Bis morgen,
Captain...Jim.“ Er drehte sich um und verließ das Freizeitdeck.
Kirk
stand nur da, rührte sich nicht. ‚Nur wegen dir, Manuel....es hätte die Nacht
der Nächte werden können...’ Er war wütend und als Manuel bei ihm angelangte,
hörte dieser es.
„Wie
kommst du dazu, hier der Prostitution nachzugehen! Ja, ich habe erfahren, was
du mit Mr. Lalok vereinbart hast. Ich könnte dich in eine Arrestzelle sperren
lassen!“
Manuel
blieb ruhig. „Kein Grund sich aufzuregen, Captain. In weniger als zwei Tagen
bin ich von Bord.“
„Sie
werden an Bord nicht noch einmal dieser Tätigkeit nachgehen, Mister McCallum.
Ich sage es ihnen klipp und klar: Wenn ich erfahren sollte, dass sie es doch
tun, dann landen Sie in der Arrestzelle.“
Manuel
grinste spöttisch. „Für ein paar Stunden höchstens. Dann sind wir nämlich auf
Loomis 3 und ich gehe von Bord.“
Kirks
Gesichtsausdruck vereiste. „Ich frage mich, weshalb sich Soldur in dich
verliebt hat und weshalb er dich unbedingt heiraten möchte. Einen
Prostituierten.“
„Lass
Soldur aus dem Spiel“, erwiderte Manuel ebenso eisig. „Und auch du hast vorhin
Sex gehabt mit mir.“
„Ich
hatte es mit >Gigolo< höflich umschrieben. Aber es bleibt Prostitution
und diese ist an Bord von Raumschiffen illegal. Halte dich daran. Dieses Mal
lasse ich es noch durchgehen, denn ich will Mr. Lalok nicht kompromittieren.“
Er
wollte sich umdrehen und gehen, aber dann erinnerte er sich an die Liebesnacht
mit Spock, die nicht zustande kommen würde. „Spock, der Mann, den ich liebe,
wollte in dieser Nacht seine Gefühle für mich zulassen. Wir hatten vor, miteinander
zu schlafen. Nur leider hat er das Gespräch zwischen dir und Lalok mitgehört
und beschlossen, an mir zu zweifeln.“
Manuel
verstand und senkte den Kopf. „Das...tut mir leid, Jim...wirklich...Das hatte
ich nicht beabsichtigt...“
„Ja,
ja...natürlich nicht“, Kirk nickte ungeduldig, „das glaube ich dir schon. Ich
bin jedoch unglücklich darüber und wollte dir nur klarmachen, was du
angerichtet hast. Halte dich an meinen Befehl.“
Kirk
drehte sich wieder um und strebte dem Ausgang zu.
°°°
Andrew
Lalok hatte sich geduscht und hoffte, dass der attraktive Stricher pünktlich
sein würde. Sein Geschlecht war schon steif und er konnte nicht mehr lange
warten. ‚Er wird tun, was ich will...Er sieht Spock so ähnlich...und wenn auch
der sexy Vulkanier sicher niemals Sex machen würde mit mir, Manuel wird es
tun...und zwar so, wie ich es will...ohhh...welche Fantasien über den Vulkanier
mir immer wieder durch den Kopf schwirren...heute kann ich sie mir erfüllen...’
Als
der Türsummer ertönte, drückte er fast zeitgleich den Knopf für die Türöffnung.
Manuel
trat ein und Andrew pfiff anerkennend, als er ihn sah. Der dunkelhaarige Mann
hatte sich in eine enge schwarze Hose und ein hellblaues Shirt gekleidet. Es
ähnelte frappierend der Uniform für die Wissenschaftssektion. Andrew freute
sich über die Kleiderwahl des Strichers, denn so wurde dieser dem
unerreichbaren Vulkanier immer ähnlicher. ‚Wenn ich auch bei Spock nie eine
Chance habe, so kann ich doch ganz einfach diesen Mann genießen.
„Komm
her“, forderte er ihn auf.
Manuel
trat näher, blieb dicht vor ihm stehen.
„Öffne
deine Hose.“
Manuel
zog den Reissverschluss auf.
„Hol
ihn raus....nimm ihn in die Hand...
....streichle
ihn...sage dabei meinen Namen...
...knie
dich hin und sieh mich an...“
Andrew
fasste Manuels Kopf und drückte ihn an seine Erektion, die noch in der Hose
verborgen war. Dann bog er seinen Kopf nach hinten, betrachtete ihn voller
Vorfreude. Er öffnete seine eigene Hose, befreite sein steifes Glied.
„Mund
auf...“
Gehorsam
öffnete Manuel den Mund. Lalok umfasste wieder seinen Kopf und steckte seinen
Schwanz in dessen Mund.
„Und
jetzt, Spock, befriedige mich mit
deiner Zunge...“
Nach
wenigen Sekunden schon spürte er, wie es ihm kam. Er zog sein Glied aus Manuels
Mund und spritzte ihm sein Sperma ins Gesicht.
Eine
halbe Stunde später lagen sie nackt auf dem Bett und wieder ließ sich Andrew
von Manuels Zunge verwöhnen. Dann forderte er ihn zum Aufstehen auf.
„Beuge
dich über den Tisch, Spock...“
Er
trat hinter ihn und steckte eilig einen Finger in ihn, wollte den Weg schaffen
für sein Glied. Manuel versuchte, den Muskel zu entspannen. Doch noch bevor ihm
das gelungen war, drang Lalok hart in ihn ein...
‚Viel
besser als in meiner Fantasie...Mit Spock könnte ich das nie tun...’
°
Manuel
McCallum lag am nächsten Morgen erschöpft von der scheinbar endlosen Nacht
bäuchlings auf dem Bett in seinem Quartier. ‚Ich hätte 500 Credits verlangen
sollen“, dachte er. 'Oder besser noch mehr...fast ohne Vorbereitung in mich
einzudringen...und dabei immer >Spock...< von ihm hören zu müssen...er
muss verrückt nach ihm sein.’
Er
versuchte, den Schmerz zu ignorieren, der seinen Unterleib durchzog. Im Lauf
der Nacht hatte der Ingenieur ein starkes erektionsförderndes Mittel geschluckt
und ihn immer wieder genommen. Es hatte Stunden gedauert, bis das Mittel seine
Wirkung verloren hatte und Lalok endlich einschlief...
‚Aber
das gehört zu meiner aktuellen Tätigkeit wohl dazu...’, dachte er traurig.
Manuel wusste, dass selbst ansonsten nette, anständige Männer zu Tyrannen
werden konnten, wenn sie jemanden für eine Weile für ihr Vergnügen kauften.
Aber zum Glück gab es auch viele Männer, die sich nicht so verwandelten.
Eine
Weile später erhob er sich, duschte sich zum dritten Mal an diesem Morgen und
ging frühstücken.
°°°
Gerald
McCallum ließ sich das Frühstück schmecken. Hingebungsvoll biss er in eine
frische Karotte aus seinem Privatvorrat. So lecker schmeckt nur die
unverfälschte Natur...’, dachte er. Er sah seinen Sohn mit dunklen Ringen unter
den Augen hereinkommen und sich an einen Tisch weit weg von ihm, seinem Vater,
setzen. Aus den Augenwinkeln sah er, dass sich Soldur zu ihm setzte. Er wandte
sich seinem vulkanischen Freund zu.
‚Er
wirkt traurig, fast verzweifelt’, dachte er.
„Manuel
hat sich letzte Nacht an einen Mann aus der Crew verkauft“, sagte er nach
kurzem Schweigen.
Gerald
ließ zischend die Luft entweichen und schlug mit der Faust auf den Tisch. „Bist
du sicher?“
„Ja.“
„Woher...?“
„Ich
habe gestern Abend Augen und Ohren offengehalten“, antwortete Soldur tonlos.
„Wieso
bist du nicht eingeschritten, hast ihn nicht daran gehindert?“
„Dazu
habe ich kein Recht.“
„Du
hättest es tun sollen.“
„Es
ist seine Entscheidung.“
„Pah!
Seine Entscheidung! Prostitution! Du hättest ihn aufhalten sollen, mit Gewalt,
wenn es hätte sein müssen. Vielleicht hätte er dann kapiert, dass du ihn
wirklich willst und eine Beziehung mit dir das beste ist, was ihm passieren
kann!“
Gerald
legte seine Hand auf die Soldurs. „Es tut mir leid, mein Freund. Ich würde ja
am liebsten Vernunft in ihn hineinprügeln, wenn das ginge, und ihn dann
persönlich bei dir abliefern. Ich verstehe ihn einfach nicht. Warum tut er das?
Und warum hat er deinen Heiratsantrag abgelehnt? Ihr liebt euch doch. Ihr
hattet doch schon eine Beziehung! Und du würdest ihm so gut tun!“
Soldur
zog seine Hand zurück, blickte auf den Tisch. „Ich habe keine Zeit mehr. Meine
Hormonwerte haben sich letzte Nacht verändert. Ich werde nach dem Festival nach
Vulkan fliegen und ein...ein Angebot von einem anderen Mann annehmen.“
„Du
hast einen anderen Mann kennengelernt?
Soldur
nickte. „Seit einiger Zeit gibt es auf Vulkan so etwas ähnliches wie
Partnerschaftsagenturen für Vulkanier, die nicht als Kinder verlobt wurden oder
eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft bevorzugen, Sie funktionieren nicht so
wie auf der Erde. Sie sind eher diskreter und das Kennenlernen funktioniert
anders. Ich habe die Bekanntschaft eines äußerst akzeptablen Mannes
gemacht...wenngleich er... nicht der Mann ist, den ich wirklich will. Aber...“
Er sprach nicht weiter.
„Aber
du hast keine Wahl“, sagte Gerald leise, „und keine Zeit mehr. Wie lange dauert
es noch, bis es soweit ist?“
„Zwischen
60 und 90 Tagen sagte mir der Arzt vorhin. Doktor M’Benga ist Spezialist für
vulkanische Physiologie.“
„Vielleicht
käme mein Sohn zur Vernunft, wenn er von deinem...akuten Problem... wüsste?“
Soldur
schüttelte heftig den Kopf. „Nein, ich will nicht, dass er es erfährt. Ich
will, dass er unbeeinflusst zu mir kommt.“
Der
Vulkanier erhob sich. ‚Ich muss dringend mit ihm sprechen, aus einem anderen
Grund’, dachte er und ging zu Manuel.
°
„Guten
Morgen“, sagte Soldur und setzte sich ohne zu fragen zu ihm, „ich muss kurz mit
dir reden.“
„Worum
geht’s denn“, fragte Manuel und wagte es nicht, seinem Freund in die Augen zu
sehen. Er fühlte sich heute morgen schmutzig, das besitzergreifende Verhalten
des Ingenieurs letzte Nacht belastet nicht nur seinen Körper sondern auch seine
Seele. Er fühlte sich wie wertlos, wie ein Objekt. >Mund auf.... Befriedige mich mit deiner Zunge....Lehn’ dich
über den Tisch...<’ Und so weiter. So unangenehm war es selten gewesen.
„Ich
möchte dich warnen, denn ich will nicht, dass dir etwas passiert.“
„Wovor
willst du mich warnen?“ Er sah den Vulkanier nicht an.
„Vor
Cassius Tolsten.“
„Dem
Neuen aus Daddy’s Band?“
„Ja.“
„Was
ist mit ihm?“
„Er
erscheint mir gefährlich. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber es ist so.“
Manuel
seufzte. „Schon gut. Ich werde mich nicht mit ihm einlassen.“
„Eine
kluge Entscheidung.“
„Ich
habe für die nächsten Tage genug davon, mich zu verkaufen.“
Soldur
streichelte seine Hand. Sein Freund zog sie nicht weg.
„Ich
wünschte, du würdest es nie mehr tun.“
„Es
ist meine Entscheidung.“
„Ich
weiß. Aber es ist eine Entscheidung, die du rückgängig machen kannst.“
„Später.“
„Besser
gleich.“
Manuel
lächelte traurig, aber sah ihn immer noch nicht an. „Willst du mir wieder einen
Antrag machen? Willst du mich für dich alleine?“
Soldur
schwieg. Dann nahm er Manuels Hand, führte sie an seine Lippen und küsste sie.
Der junge Mann erbebte unter der zärtlichen Berührung des Vulkaniers.
„Ja,
ich will dich für mich allein. Aber deshalb bin ich nicht hier. Es geht nur um
Cassius Tolsten. Geh’ ihm bitte aus dem Weg.“
Manuel
nickte. „Mach ich.“
„Manuel,
Geliebter...ich warte auf dich...ich liebe dich. Und ich brauche dich. Wenn du
es dir anders überlegst, komm’ einfach zu mir.“
Manuel
wollte seine Hand der heißen Hand des Vulkaniers entziehen. Doch er konnte es
nicht, denn dies war nicht das, was er wollte. So ließ er es zu, dass der
Vulkanier noch einmal seine Hand küsste.
Soldur
gab Manuels Hand frei und dieser zog sie mit heimlichem Bedauern zurück. Ihm
war klar, dass sein vulkanischer Freund mit Sicherheit spürte, dass er sich ihm
nur zu gerne hingeben würde. ‚Deshalb auch hofft er wohl noch immer, dass ich
seinen Antrag annehme...“
°°°
Die
nächsten Stunden verbrachte Manuel McCallum im Sportbereich des Freizeitdecks. Er schwamm im warmen Wasser
des Schwimmbeckens und legte sich zwischendurch auf dessen weich gepolsterten
Außenbereich. Kurz nach Mittag entschloss er sich, in seiner Kabine etwas
Schlaf nachzuholen. Als er das Freizeitdeck verließ, sah er Cassius Tolsten,
der scheinbar ganz vertieft in sein Spiel an einem Billardtisch stand. Auf
Manuel wirkte er harmlos und er wusste nicht, was Soldur gefährliches an ihm
sah. Aber er hätte ihn nicht ohne Grund gewarnt. Manuel traute der Urteilskraft
seines Freundes mehr als seiner eigenen. Schließlich hatte er mit seiner
Einschätzung von Andrew Lalok gestern als „einfachen harmlosen Typen“ auch
daneben gelegen. ‚Menschen nicht einschätzen zu können ist keine gute Grundlage
für einen Stricher...’, dachte er bitter.
In
seiner Kabine zog er sich aus und legte sich aufs Bett. Bald darauf schlief er.
Kurze
Zeit später erwachte er, hektisch um Luft ringend. Irgend etwas lag schwer auf
seinem Gesicht und hinderte ihn am atmen. Er versuchte das etwas von seinem
Gesicht zu schieben und spürte, dass es eine Hand war. ‚Tolsten’, dachte er
panisch und erhaschte einen Blick auf das Gesicht des Angreifers. Er war es.
Manuels Herz raste. ‚Oh Gott, er hatte recht...“ Er wollte schreien, oder sich
zumindest losreißen, um überhaupt wieder Luft bekommen zu können. Doch da
fühlte er einen Schlag in seinen Magen und krümmte sich vor Schmerz.
Die
letzte Nacht hatte Cassius Tolsten damit verbracht, scheinbar ohne Ziel den
Maschinenraum zu durchschlendern. Die Ingenieure hatten ihn nicht an seiner
Besichtigungstour gehindert, denn auf den ersten Blick wirkte Tolsten völlig
harmlos. Sie wussten nicht, dass er den Maschinenraum auf der Suche nach
Werkzeugen verbrachte, die er einsetzen konnte, um Manuel McCallum, dem
Stricher, eine gehörige Portion Schmerz und Todesangst zu verschaffen...
Eines
der gefundenen Werkzeuge war eine halbkreisförmige Klammer, die gerade groß
genug war, um Manuels Hals von oben her auf der Tischplatte zu befestigen. Die
Klammer hinderte Manuels Oberkörper an jeglicher Bewegung. Als Tolsten sah,
dass er schreien wollte, schlug er ihm ins Gesicht. „Ein Schrei und du wirst
nach dem nächsten Schlag nicht mehr erwachen.“
Dann
trat er hinter ihn, spreizte seine Beine und fesselte sie an die Tischbeine.
Manuels Herz raste wie noch nie zuvor in seinem Leben. Die Panik, die er
fühlte, war schlimmer als alles, was er bisher erlebt hatte. ‚Er will mich
vergewaltigen’, dachte der Gefesselte und wegen seiner Wehrlosigkeit gegenüber
dem Kommenden, rannen Tränen über sein Gesicht. Doch als mehrere Minuten nichts
geschah, versiegten seine Tränen wieder. Tolsten hatte sich an die Wand
seitlich von ihm gelehnt und wartete. Als er sah, dass sein Opfer sich
beruhigte, trat er näher.
„Manuel
McCallum, der kleine Stricher...nun, McCallum, was glaubst du, werde ich jetzt
tun?“
Manuel
schwieg.
„Antworte!“
Manuel
schwieg weiter. Doch dann schrie er qualvoll auf, als ein furchtbarer Schmerz
seinen Rücken erfasste. Seine Bewegungsunfähigkeit erhöhte die Qualen noch.
Wieder rollten Tränen über sein Gesicht, diesmal nicht nur aus Panik, sondern
vor Schmerz.
Tolsten
lachte fröhlich. Dann hielt er Manuel einen Gegenstand vor das Gesicht.
„Das
ist eine Reinigungsbürste aus dem Maschinenraum. Ihre Borsten bestehen aus
Draht. Hat es weh getan?“ Fragte er höhnig. Manuel presste Augen und Mund zu,
hoffte auf ein schnelles Ende des Alptraums.
„Antworte,
Stricher! Oder soll ich die Bürste noch einmal über deinen Körper wandern
lassen?“
„Nein,
bitte nicht...bitte...was wollen Sie von mir. Bitte sagen Sie es mir...ich tue,
was Sie wollen. Aber bitte binden Sie mich los...“
„Oh...du
tust, was ich will? Weißt du denn was ich will? Ach, verstehe... bietest du mir
etwa deinen Arsch an, wenn dich dich freilasse? Nein, daran habe ich kein
Interesse. Aber losbinden werde ich dich trotzdem nicht. Du hast ja deine
Strafe noch nicht bekommen.“
„Strafe?“
„Ja,
Strafe. Für Prostitution, für Unmoral. Es gab mal eine Zeit, da wurde Abschaum
wie du – oder auch wie diese Krankenschwester, ja, ich habe euch gesehen - hart bestraft. Damals wurde nicht wie
heutzutage solche Unmoral ignoriert. Aber ich hatte mich vor einer Weile dazu
entschlossen, solch unmoralisches Gesindel wie dich selbst zu bestrafen, wenn
schon die Justiz wegsieht. Hast du schon Angst? Die anderen hatten sie in
diesem Moment.“
„Was
haben Sie vor?“ Manuel konnte nur noch flüstern.
„Nun...ich
werde dir einfach geben, was du so gern magst...etwas hartes in deinem Hintern.
Aber nicht meinen Schwanz, sondern DAS hier!“
Er
hielt Manuel triumphierend ein einem Phallus ähnliches Teil vors Gesicht. „Ein
Ersatzteil aus dem Maschinenraum. Titanlegierung. Größer als das, was du sonst
so in dir hast. Ich werde es dich spüren lassen. Tief. Sehr tief. Und sehr
lange...Und ich glaube nicht, dass du danach nochmal irgend jemandem freiwillig
deinen Hintern anbieten wirst...“
In
diesem Moment wollte Manuel schreien, doch Tolsten hielt ihm blitzschnell mit
der Hand den Mund zu und als er sie wieder löste, knebelte er ihn.
„Jetzt
kannst du nicht mehr schreien“, lachte Tolsten.
Aber Manuel schrie t