Antwort auf die Challenge. Verwende folgende Wörter: Wurmloch, Schott, Karotte, Dudelsack, Vogel

Titel: Die Liebe, die Lust und die Angst

Autor: Liliane Romano

Email: liliromano@arcor.de

Alter: NC17, Warnung: Es gibt eine sehr brutale und eine weitere recht unangenehme Szene in der story.

Art: m/m, K/S

Beta: T’Sihek

Feedback: sehr gern, Adresse oben oder an germanks

Hinweis: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur mit den sexy Jungs und den netten Mädels, die dort wohnen.

 

Die Liebe, die Lust und die Angst

 

Jim zog den Kopf des dunkelhaarigen Mannes näher zu sich heran, tiefer auf sein Glied. Seine Finger vergruben sich in dessen Haaren, unverständliche Worte kamen aus seinem Mund.

 

Gleich war es soweit....Kirk stöhnte auf, sein Herz raste....jetzt....sein Samen spritzte in die Kehle des anderen.

 

Der schlanke junge Mann befreite sich aus Kirks Griff und dieser konnte sein Lachen hören. Der Mann glitt vom Bett, drehte den Kopf in verschiedene Richtungen, dehnte sich.

„Du hattest es aber wirklich nötig, mein sexy Raumschiffcaptain. Wessen Namen hast du eigentlich gerufen? Ich habe dich nicht verstanden.

Kirks Herz raste immer noch. „Frag nicht.... ist...jemand, der....schwer zu....kriegen ist.“

Der Mann setzte sich auf die Bettkante. „Liebst du ihn?“

Jim brummte zustimmend.

„Jemand von deinem Schiff?“

„Frag nicht.“

Der Mann seufzte. „Wie du willst.“

 

‚Spock, mein geliebter Freund...warum kannst du nicht einfach ja sagen..’, dachte Jim, während er in einen leichten Schlaf sank. 'Du bist der Mann, den ich will...’

Es war schon fast ein halbes Jahr vergangen seit dem Tag, an dem sie sich ihre Liebe zueinander gestanden hatten. Sie hatten sich in die Augen geblickt, in jener Höhle auf einem Planeten, in die sie vor einem Unwetter geflüchtet waren. Jim hatte allen Mut zusammengenommen und seinen Freund flüchtig auf den Mund geküsst. Er hätte nie zu hoffen gewagt, dass der Vulkanier seine Gefühle erwidern könnte. Doch dieser tat es. Auf einmal hatte er Spocks heiße Hände in seinem Nacken gespürt, die ihn davon abhielten, sich von ihm zu lösen.

Sie pressten sich vorsichtig aneinander und ihre Lippen fanden sich zu einem leidenschaftlichen Kuss, der erst endete, als sie nicht mehr genügend Atem dafür hatten. Dann hatten sie sich die Worte zugeflüstert, die von Liebe und Sehnsucht sprachen....

Doch als Jim ihn später auf dem Schiff auf sein Bett zog, ihre Beziehung intensivieren wollte, hinderte ihn Spock daran.

„Ich bin noch nicht soweit, Jim. Lass mir Zeit....Das was du willst, ist so neu für mich.“

Das war vor fast einem halben Jahr und zu diesem Zeitpunkt fühlte Jim noch Zuversicht in sich, bald mit dem Vulkanier schlafen zu können. Er wollte endlich eine richtige Beziehung mit ihm haben. Doch Spock ließ sich nicht drängen und wenn Jim versuchte ihn zu verführen, wehrte er ihn ab und zog sich für Tage selbst vor seinen hauchzarten Küssen zurück.

In Kirk quoll mit der Zeit ein Gefühl irgendwo zwischen Ärger, Verzweiflung und mühsam beherrschter Lust empor.

Er hatte sich zwar vorgenommen auf den Mann seiner Träume zu warten, doch seine Libido zeigte sich damit nicht einverstanden.

Dann hatte er zufällig an diesem Morgen auf der Raumstation seinen ehemaligen Lover Manuel McCallum getroffen. Das schlechte Gewissen biss ihn, als er mit ihm im Bett landete, doch er hielt die monatelange Enthaltsamkeit einfach nicht mehr aus.

‚Verdammt, Spock, lass dich doch einfach fallen...ich liebe dich...Ich will nur dich...'

 

Langsam löste sich Jim von dem Gedanken an Spock und wandte sich an den jungen Mann neben ihm.

 

„Was verschlägt dich eigentlich auf K7? Du bist doch lieber auf der Erde und genießt die Annehmlichkeiten, die sich dir dort bieten. Hat dir dein Dad die Zuwendungen gestrichen und du musst hier am Rande der Föderation als Masseur arbeiten? Ich erinnere mich doch recht, dass du dies mal gelernt hast? Bevor du beschlossen hast, dass arbeiten dich zu sehr vom Sex abhält.“

„Knapp daneben, Jimmy. Mein Vater hat von mir eine Gegenleistung verlangt. Wenn ich es nicht täte, würde er wegen meiner aktuellen Tätigkeit sehr sauer werden. Also mache ich, was er will.“

Jim wurde neugierig.

„Was treibst du denn so?“

Der Mann lachte.

„Genau das. Sex haben und damit Geld verdienen. Hast du das nicht kapiert?“

Jim schluckte. Das war doch...

„Du bist ein Gigolo? Ist das ein Scherz?“

Der Mann lachte wieder.

„Kein Scherz. Aber für meinen alten Freund Jim ist es natürlich kostenlos.“

Mit einem verzweifelten Stöhnen lehnte Kirk sich zurück.

„Ich fass’ es nicht...und verrätst du mir, was dein Vater von dir verlangt?“

Jetzt war es an Manuel, dem dunkelhaarigen Mann, verzweifelt zu stöhnen.

„Du kennst meinen Vater und weißt, dass er Schotte ist - aus den Highlands, um genau zu sein. Er kann nicht von seinen Traditionen lassen und will, dass ich ihn zum Highlandfestival nach Loomis 3 begleite. Daran kann auch meine mexikanische Mutter nichts ändern. Ich soll dort in seiner Dudelsack - Band mitspielen. Er glaubt immer noch, ich würde, wenn ich einmal auf den Geschmack gekommen bin, der Familientradition folgen und selbst passionierter Dudelsackspieler werden.“

Kirk grinste breit. „Du kannst Dudelsack spielen?“

„Oh ja! Leider.“

„Wieso leider?“

„Weil das nicht sexy ist. Mit Dudelsack-Spielen kannst du niemanden ins Bett kriegen. Oder hast du schon mal gehört: Man müsste Dudelsack spielen können - wer Dudelsack spielt, hat Glück bei den Frauen...“

„...und Männern.“

„Ja, vor allem.“

 

Manuel zog Kirk in seine Arme, rieb sich an ihm.

„Wie wäre es, wenn du dich für meine Zuwendung revanchierst, Captain?“

Er stand an die Wand gelehnt, drückte Kirk vorsichtig auf den Boden, platzierte dessen Kopf an seinem Geschlecht.

„Früher konntest du davon nicht genug kriegen....jetzt gibst du dich scheinbar nur mit Frauen ab, wie man so hört....Komm, Captain, lass mich deine Kusslippen geniessen, deine Zunge...“

Kirk zögerte nicht, verwöhnte seinen Ex-Lover, wie dieser es vorher bei ihm getan hatte.

 

Der Kommunikator störte ihn geräuschvoll bei seiner Aktivität.

 

“Warte”, forderte Manuel, als Kirk sich von ihm lösen und nach dem Kommunikator greifen wollte.

„Du...kannst...mich ...nicht einfach so...stehen lassen...also lass den Störer warten...nicht mich...“

Ergeben führte Jim zu Ende, was er begonnen hatte. ‚Schließlich’, so dachte er verständnisvoll, ‚würde es mir auch nicht gefallen, wenn er mich so stehen lassen würde.’

Manuel fiel erschöpft auf das Bett und Kirk griff nach dem Kommunikator.

„Hier Kirk.  Was gibt’s?“

„Spock hier, Captain. Es gibt eine Änderung in unserem Missionsplan.”

Als Kirk antwortete, klang seine Stimme schuldbewusst. ‚Ausgerechnet Spock muss mich jetzt rufen. Der Mann, den ich so gern...’

„Und welche?“

>>>Das Passagierschiff, das einige Gruppen, die am Highlandfestival teilnehmen wollen, nach Loomis 3 befördern sollte, ist ausgefallen. Die Enterprise soll die Musiker statt dessen dorthin befördern. Es sind nur 44,7 Stunden mit Warp 5. Wir sind also in zwei Tagen wieder auf Kurs.

Soll ich mit dem Hochbeamen beginnen und die Gästequartiere vorbereiten lassen, Captain?“

Kirk lächelte, freute sich über die Abwechslung. Es würde bestimmt lustig werden, einige Dutzend Schotten und Schotten-Fans an Bord zu haben. Und Scotty hätte die Gelegenheit, etwas Zeit mit Landsleuten zu verbringen.

„Ja, Spock. Hochbeamen und einquartieren. Ich komme in...“

Er warf einen Blick auf Manuel...

„...in zwei Stunden hoch. Kirk Ende.“

 

Manuel hatte sich erhoben und schmiegte sich von hinten an Kirk.

„Zwei Tage mit dir?  Klingt gut.“

Kirk schüttelte den Kopf.

„Das ist....unangebracht, mein Lieber. Ich habe dir doch gesagt, dass ein Mann an Bord ist, den ich liebe. Sehr liebe. Keine Liebelei. Und ich hoffe immer noch, dass er sich.... nicht mehr verschließt.“

Interessiert setzte Manuel sich auf den Boden vor Kirk, schaute ihm ins Gesicht.

„Ist es dieser Spock? Dein vulkanischer Offizier?“

„Ich sagte dir doch, dass geht dich nichts an.“

„Nun....Jimmy....wenn er es ist...stehen deine Chancen nicht schlecht...“

„...was, wieso...äh.... falls er es sein sollte, also rein theoretisch...“

„Ah... ertappt.“ Manuel kriegte sich kaum noch ein vor Lachen.

Kirk wartete. Ärgerlich einerseits – neugierig andererseits.

„Zufällig weiß ich, dass Dudelsackmusik für Vulkanier - im Gegensatz zu Menschen, wie ich schon sagte – eine gewisse erotisierende Wirkung hat....“

„Ach? Du nimmst mich nicht auf den Arm?“

„Nein, Jimmy, natürlich nicht! Du wirst dich noch wundern. Übrigens bestehen zwei Dudelsack - Gruppen aus Vulkaniern. Eine aus Männern und eine aus Frauen....“

 

°°°

 

Jim Kirk und Manuel McCallum, der schottisch-mexikanische Masseur, waren die letzten, die vor dem Aufbruch der Enterprise zum Highland-Festival auf Loomis 3 an Bord gebeamt wurden.

Kaum materialisiert, schritt Kirk eilig zur Konsole und stellte eine Verbindung zum Kommando der Raumstation her.

„Enterprise hier. Haben wir Erlaubnis zum Aufbruch?“

>>>Enterprise, K7 hier. Wenn keine unerwarteten Probleme auftreten, können Sie in 20 Minuten starten. Einverstanden?<<<

Kirk bejahte und schloss den Kanal. Dann wandte er sich an die stellvertretende Quartiermeisterin.

„Bitte zeigen Sie Mr. McCallum sein Quartier. Ich bin auf der Brücke.“

Er wendete sich zu Manuel als wollte er etwas sagen, brachte aber nicht mehr als sein typisches Lächeln zustande. Er zuckte mit den Schultern und nickte ihm zu.

Manuel erwiderte den Blick. „Ich bin heute abend bei den anderen Dudelsäcken. Du wirst uns nicht überhören können.....Ach, Jim, du wolltest doch wissen, wie das ist mit Vulkaniern und Dudelsackklängen....“

Mit einem wissenden Lächeln trat er dicht an Jim heran und legte ihm seine Hände auf die Oberarme. Sein Mund befand sich dicht an Jims Ohr, als er es ihm flüsternd verriet.

„Die Klänge wirken lockernd auf die festgefügte Emotionsbeherrschung. Sie sorgen dafür, dass der Körper sich von der anerzogenen Gefühlsbeherrschung befreit. Für eine Weile. Oft ist es nämlich so, dass Vulkanier ihre Gefühle, zum Beispiel sexuelle Gefühle, zwar ausleben möchten, aber ihr Körper zu steif ist, zu sehr konditioniert. Es ist eine Art physisch-psychische Wechselwirkung. Wenn dein Vulkanier dich will, findet sein Körper mit Hilfe der Dudelsackklänge Entspannung. Das wirkt sehr viel besser als ein Glas Wein bei Menschen und wenn du Glück hast, braucht er es nur einmal.“

 

Jim dachte nach...’Es könnte klappen.... wenn Manuel recht hat....’

 

Kirk schob Manuel entschieden von sich. Schluß jetzt mit soviel Nähe zwischen ihnen. Was sollte denn der Techniker an der Transporterkonsole denken! 'Er guckt uns schon ziemlich seltsam an.' Schnell verliess er den Transporterraum in Richtung Brücke.

 

Kirk wusste nicht, dass Lieutenant Andrew Lalok vor allem Manuel anstarrte. Der schlanke dunkelhaarige Mann entsprach exakt dem Geschmack des blonden muskelbepackten Technikers. Er erinnerte ihn an Spock, in den er – wie so viele andere – heimlich verliebt war.

‚Sind er und der Captain nur Freunde oder ist das da vor mir mehr? Ich dachte immer, Kirk sei in Spock verliebt...das habe ich mal gehört....’ne Menge Leute auf dem Schiff denken das....na ja, vielleicht gönnt sich der Captain nur ein bisschen Spass...

Wow.... ist dieser McCallum heiss...fehlen nur die spitzen Ohren...’

 

Leise seufzend riss sich Andrew aus seinen nicht in den Dienstplan passenden Gedanken und erschrak ein bisschen, als der Mann, an den er soeben gedacht hatte, auf einmal vor ihm stand und ihn mit einem verführerischen Lächeln bedachte. Andrew wollte etwas sagen, aber wie meist, wenn es drauf ankam, fiel ihm nichts passendes ein.

‚Ich hätte ihn zum Beispiel für nachher einladen können, in meine Kabine, auf einen Cappucino und ein paar Salzstangen....wenn er auch auf Männer steht....auf diese Weise könnte ich es schnell erfahren...’, dachte der Techniker, als der Mann, der ihm soeben Ablenkung vom eintönigen Dienst im Transporterraum verschafft hatte, schon wieder entschwand. Mit Miss Giovanna Wilder, der Vertreterin des Quartiermeisters.

 

Schweigend brachte Giovanna Wilder den Gast zu seinem Quartier. Gemeinsam betraten sie den Raum.

„Kann ich noch etwas für Sie tun, Sir?“ fragte sie mit einem undefinierbaren Blick.

Manuel kam näher, senkte seine Stimme.

„Nein, danke. Aber kann ich etwas für Sie tun, Miss?“

 

Giovanna schüttelte den Kopf.

„Ich habe es nicht nötig, dafür zu bezahlen, Mr. McCallum.“

Sie genoss seinen verdutzten Blick.

„Oh jaaa...das ist so, müssen Sie wissen....meine Cousine in Nizza hat mir von Ihnen erzählt und auch nicht vergessen, ein Foto mitzuschicken. Ich habe Sie vorhin sofort erkannt. Meine Cousine hatte im letzten Jahr viel von ihrem hart erarbeiteten Geld in Ihre Fähigkeiten gesteckt. Dann hat sie mir die Ohren vollgejammert – zum Glück nur über die Kommunikationsanlagen – wegen der unzähligen an Sie verlorenen Credits....Ja, die Welt ist klein...“

 

Manuel gewann seine Fassung schnell wieder.

„Ihre Cousine hat die Credits nicht an mich verloren, sie hat sie in mich investiert. Ich leiste gute Arbeit, sowohl als Masseur als auch als Tröster von unglücklichen und bis dahin unbefriedigten Kunden.“

„Das glaube ich Ihnen sogar, so wie sie von ihnen geschwärmt hat. Nur leider hat sie sich irgendwann in Sie verliebt – und hastdunichtgesehen haben Sie sich aus dem Staub gemacht.“

Manuel zuckte bedauernd mit den Schultern.

„Sowas kann passieren. Gefühle geraten schnell außer Kontrolle. Aber meine Kunden wissen vorher, worauf sie sich einlassen. Ich betrüge niemanden.“

„Männer!“

 

Manuel schien kurz zu überlegen.

„Sie haben im Moment also kein Interesse? In diesem Fall frage ich Sie später nochmal.“

Jetzt lachte Giovanna.

„Sie...Sie sind...ziemlich von sich überzeugt!“

„Von meinen Fähigkeiten in Massagen aller Art und von meinem ganz persönlichen Zubehör. Ich bekomme regelmäßig positives Feedback.“

Giovanna wendete sich zum Ausgang, drehte sich kurz vorher noch einmal um.

„Ich weiß nicht, ob es richtig ist, Ihnen das zu sagen...aber es gibt da eine Krankenschwester, die bräuchte dringend eine Massage. Zum einen sieht sie ziemlich verkrampft aus und zum anderen ist sie unserem sexy Vulkanier, dem Sie übrigens sehr ähneln, rettungslos und natürlich unglücklich verfallen.

Also...wenn Sie nach Einnahmequellen suchen...sie wäre eine.“

Manuel bedankte sich mit einem artigen Kopfnicken.

„Wie heißt sie?“

„Christine Chapel. Sie ist, so macht es den Eindruck, ein leichtes Opfer für Sie.“

Manuel wirkte beleidigt.

„Ich habe Kunden, keine Opfer, das sagte ich Ihnen schon. Und wenn Sie mich so sehen, warum erzählen Sie mir dann von ihr?“

Giovanna zog eine Grimasse.

“Weil ich auf Christine stehe und ihr ein Angebot gemacht habe – und das hat sie ziemlich unhöflich zurückgewiesen .....Aber weil ich inzwischen mit einer anderen Frau zusammen bin, zeige ich mich großzügig und empfehle sie Ihnen als Kundin.“

Giovanna drehte sich abrupt um und verließ den Raum.

 

 

Manuel verstaute ordentlich seine Sachen und begab sich ins Badezimmer unter die Dusche. Danach zog er sich frisch an und machte sich auf den Weg zu Miss Chapel.

 

Er fand die blonde Krankenschwester in einem Labor. Sie wertete Unterlagen aus und war allein. Manuel befand das als ein gutes Zeichen. Er klopfte von innen an das geöffnete Schott.

Christine erschrak und wandte sich ihm zu.

Der attraktive Mann lächelte sie mit einem unschuldig-verführerischen Lächeln an.

„Hallo...Christine, ich bin Manuel McCallum.“

Sie lächelte zurück.

„Sie sind der Sohn von Gerald McCallum?“

Er nickte.

„Sie ähneln ihm nicht besonders, aber wenn Sie den selben Familiennamen tragen....“

„Ich komme mehr nach meiner Mutter. Sie ist Mexikanerin.“

„Oh...“, Christine lächelte, denn ihr war vor allem seine Ähnlichkeit mit Spock aufgefallen. „Kann ich etwas für Sie tun?“

 

Manuel schlenderte zu dem Schreibtisch an dem sie saß.

„Ich sollte Ihnen diese Frage stellen. Sie sehen angespannt aus, überarbeitet.“

Christine war verwirrt, sagte erst einmal gar nichts.

„Ich bin Masseur“, erklärte er. „Ein echter professioneller Masseur. Wenn Sie wollen und mir – ich bitte um Entschuldigung, davon lebe ich – einen kleinen Obulus zahlen, erwartet Sie eine himmlische Massage durch meine Hände.“

Sie warf einen Blick auf seine Hände und dann wieder in sein hübsches ebenmäßiges Gesicht. Sie dachte nach und entschied, dass eine Massage durch diesen attraktiven dunkelhaarigen Mann besser sei als eine durch den Massagesessel.

 

„Wieviel möchten Sie dafür?“

„200 Credits.“

Sie lachte.

„Mr. McCallum, selbst wenn ihre Massage tatsächlich himmlisch sein sollte, wäre sie nicht mehr als 50 Credits wert.“

„Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Sie zahlen mir 50 und wenn Sie danach der Meinung sind, dass meine Massage 200 wert war, zahlen Sie mir 200. Ist das annehmbar?“

Misstrauen stieg in ihr hoch.

„Meinen Sie das ernst?“

„Selbstverständlich, Miss. Ich weiss selbst, dass 200 Credits sehr viel sind. Entscheiden Sie selbst, ob ich sie verdient habe.“

 

Christine stimmte zu und keine zehn Minuten später lag sie auf einer Liege in einem sonst für Rehabilitationsgymnastik genutzten Raumes, der an die Krankenstation grenzte.

 

°°°

 

Christine lag entspannt auf dem Bauch.

Manuel ließ seine Hände über ihren Rücken gleiten.

Ein leises Stöhnen entwich ihr.

Mit sicherem Griff zog er ihr das Handtuch vom Unterleib, das einzige Stück Stoff an ihrem Körper. Sie verkrampfte sich leicht, denn jetzt war sie völlig nackt.

‚Nun’, dachte sie, ‚er ist ein Profi und sieht täglich nackte Körper. Und außerdem’, dachte sie nicht ohne Stolz, ‚ist meiner makellos. Also kein Grund sich zu genieren.’

Mit zuerst sanften und später stärkeren Bewegungen massierte er ihren Rücken. Bald glitten seine Hände zu den Armen, kneteten sie durch.

Dann lief ihr ein heißer Schauer über den Rücken, denn seine Hände glitten zu ihren Beinen, verwöhnten auch diese.

 

Ein überaus wohliges Gefühl erfasste ihren ganzen Körper.

Wunderbar.

Und so ein schöner Masseur.

Spock so ähnlich.

 

Den Kopf auf den Armen genoss sie die professionellen Berührungen.

Der Masseur berührte ihr festes Gesäß, massierte es mit sanften Bewegungen.

‚Seine Massage gleicht mehr einer erotischen Partner-Massage als einer normalen’, merkte sie irgendwann.

Einfach schön.

 

Sie ließ sich weiter verwöhnen und bemerkte nicht sofort, dass sie leichte rhythmische Bewegungen mit ihrem Unterleib machte und ihn gegen die etwas harte Liege presste.

Als sich Christine ihrer Bewegungen bewusst wurde, unterbrach sie diese und versuchte, wieder zu Verstand zu kommen. Doch da spürte sie die heißen Hände des Masseurs an der Innenseite ihrer Oberschenkel und dessen Stimme leise und dicht an ihrem Ohr.

 

„Es ist Ihre Entscheidung, Christine. Wenn Sie es wollen, beende ich das hier. Aber wenn ich weitermache, werden Sie sehen, dass ich mein Geld wert bin. Darf ich Sie noch mehr verwöhnen? Sie werden es nicht bereuen. Sie werden es geniessen, viel mehr noch als bis hierhin.“

 

Jetzt verstand sie.

Und was auch immer sie dachte, war unwichtig.

Wichtig war nur, dass sich die Hitze zwischen ihren Beinen sammelte. Und sie die Feuchtigkeit dort spürte.

‚Warum nicht’, dachte sie, 'Mich einmal so verwöhnen lassen, auch wenn es mich was kostet....warum nicht...’

 

Als er noch einmal fragte, flüsterte sie ihm ein >Ja< zu.

 

Manuels Hände streichelten sie an allen denkbaren und undenkbaren erogenen Zonen.

Ihre Erregung wuchs und sie presste sich stärker an die Liege, rieb sich an ihr.

Manuel ließ seine Hand unter ihren Venushügel gleiten, ersetzte die halbharte Oberfläche der Liege durch seine geschickte Hand.

Mit unendlich mal mehr Geschick als jeder andere Mann, der das jemals vorher bei ihr getan hatte, brachte er sie dem Gipfel der Lust näher.

 

Als sie kam, bis sie sich auf die Fingerknöchel, um nicht laut zu werden. Sie genoss den Höhepunkt bis zu letzten Sekunde und war dankbar für die Hand des Mannes, die auch danach an ihrer lustvollsten Stelle verweilte.

 

Langsam fand ihr Herzschlag zum normalen Rhythmus zurück.

Manuels Hand begann sie wieder zu verwöhnen.

„Wenn du willst, gibt es noch einen Nachschlag.“

„Jaaaa....“

Manuel zog sie auf Hände und Knie, kam zu ihr auf die Liege. Dann kniete er sich hinter sie, zwischen ihre Beine.

Er öffnete seine Hose, nahm sein Glied in die Hand. Behutsam drang er in sie ein und entlockte ihr noch mehr Laute der Lust.

 

°°°

 

Weder Manuel noch Christine wussten, dass sie nicht allein waren. Von einem Nebenraum des Gymnastikraumes wurden sie durch die leicht geöffnete Tür beobachtet.

Der Beobachter war Cassius Tolsten, ein neuer Dudelsackspieler aus der Band seines Vaters. Er war nur zufällig Zeuge der Spezialmassage geworden, auf einer Erkundungstour durch das Raumschiff.

 

Er hatte ihren Wortwechsel gehört und die Massage und den Sex beobachtet.

Jetzt vernahm er Christines Lachen und ihren verbalen und finanziellen Dank an Manuel.

 

Tolstens Herz hämmerte wie verrückt und er bekam sich nur langsam unter Kontrolle.

 

Als Manuel den Gymnastikraum verließ, legte sich Christine, noch immer nackt, auf die Liege. Erschöpft und restlos befriedigt schlief sie ein.

 

Cassius Tolsten trat auf Zehenspitzen in das Labor und näherte sich ihr vorsichtig.

Er betrachtete ihren Körper, der noch immer leicht bebte.

Er erkannte die Samenflüssigkeit zwischen ihren Beinen.

Sein Glied schmerzte fast vor Erregung.

 

‚Ein Stricher’,dachte er, 'Und eine Schlampe.’

Auf seiner Heimatwelt, die er vor einem Jahr überstürzt verlassen hatte, würden beide einige Monate im Arbeitslager verbringen müssen.

Danach hätte der Mann sich sein Brot nur noch als unterbezahlter Schlammwühler verdienen können.

Frauen arbeiteten auf seiner Welt prinzipiell nicht.

Wenn eine Frau beim außerehelichen Geschlechtsverkehr erwischt wurde, war sie danach von ihrer Familie nicht mehr verheiratbar.

Sie konnte nur noch wie eine Sklavin auf dem Besitz ihrer Familie schuften.

Und wenn sie von ihrer Familie verstoßen wurde, musste sie als Hure arbeiten.

Aber das war sie ja sowieso.

 

‚Schade nur, dass die Föderation von unserem Planeten verlangt, sich an ihre Regeln zu halten.

Wenn dem nicht so wäre, könnten Leute wie diese beiden, wenn sie dort leben würden, härter bestraft werden.

Nicht so windelweich wie es jetzt ist.’

 

Und er wusste auch ganz genau, wie man Huren zu behandeln hatte.

Und was er mit Strichern tun würde.

Nur mühsam hielt er sich davon ab, gleich damit zu beginnen.

Jetzt mit ihr zu tun, was er wollte, würde ihn in erhebliche Schwierigkeiten bringen und dies konnte er nicht gebrauchen.

Doch der Stricher war was anderes.

Um den konnte er sich später noch kümmern.

Er glaubte nicht, dass er deswegen Schwierigkeiten bekommen würde.

Wegen eines Strichers.

 

Tolsten presste sich die eine Hand an den Mund, aus dem ein lustvolles Stöhnen entwich.

Die andere Hand presste sich in seinen Schritt als es ihm kam.

 

°°°

Auf dem Weg in seine Kabine spürte Manuel, wie das Bedürfnis nach Schlaf in ihm wuchs. In seiner Kabine zog er sich aus und warf seine Kleidung achtlos auf den Boden. Dann legte er sich aufs Bett und rollte sich zusammen. Nur eine Minute später schlief er bereits.

 

°°°

 

Captain Kirk begab sich zum Freizeitdeck, wo die verschiedenen Dudelsackgruppen gemeinsam spielen wollten. Er freute sich weniger auf die Musik, als auf die erhoffte Reaktion seines Vulkaniers. Auf der Brücke war er - wie jetzt schon wieder - in Tagträumereien verfallen, die allesamt eben diese ersehnte Reaktion Spocks zum Inhalt hatten....

.....Spocks Augen trafen die seinen, erschienen ihm auf einmal größer und leuchtender als gewöhnlich. Jim lächelte ihn an, Spock senkte verlegen den Kopf. Dann hob er ihn wieder und nach einigen Sekunden erwiderte er das Lächeln. Als Spock es nicht wie sonst schnell wieder unterdrückte, sondern es sich selbst zugestand, stand Jim auf und ging langsam zu ihm....

....Als er vor dem sitzenden Spock stand, erkannte er in dessen Augen, die zu ihm aufblickten, die selben Gefühle, die auch er fühlte....Während der endlosen Sekunden, in denen sie sich nur ansahen, erkannten sie, dass dies hier der richtige Moment war. Langsam nahm Kirk die Hand seines Freundes. Spock berührte sie vorsichtig, erhob sich. „Komm“, flüsterte Kirk, und der Vulkanier nickte. Ohne Zögern verliessen sie das Freizeitdeck....begaben sich auf den Weg zu Kirks Quartier....

 

‚Schluss jetzt’, befahl sich Kirk selbst energisch, denn er spürte die körperlichen Auswirkungen seiner Gedanken in der Körpermitte, 'Das muss nun wirklich nicht jeder merken....’

 

°°°

 

Das nervige Piepsen der Com-Anlage in seinem Quartier weckte Manuel aus seinem Schlummer. Er rieb sich die Augen und erhob sich, um die Nachricht, die ihm irgendein Störenfried geschickt hatte, zu lesen.

Der Störenfried war sein Vater.

>>>19 Uhr mit Dudelsack auf dem Freizeitdeck. Wir spielen für die Crew. Sei pünktlich!<<<

 

Manuel ergab sich seinem Schicksal.

Wenige Minuten später machte er sich erfrischt und mit Dudelsack auf den Weg zum Freizeitdeck.

 

Dort angekommen, sah er, dass die anderen schon da waren – und wie es schien die halbe Enterprise-Crew auch.

Manuel lenkte seine Schritte zu den anderen Musikern.

„Manuel...“

Er blieb stehen, hatte die Stimme sofort erkannt. Aber nicht geglaubt, sie noch einmal zu hören....Und keinesfalls hier...Obwohl...

Langsam drehte er sich um.

Soldur stand vor ihm. In schwarzen Jeans und dunkelgrünem Seidenhemd. Wie immer. Der Vulkanier kleidete sich meist wie ein Mensch, passte sich den Sitten auf der Erde, wo er lebte, an.

Doch die glatten schwarzen Haare trug er in der selben Frisur wie die meisten Vulkanier.

Genau richtig. So wie die Menschen es von ihnen gewohnt waren und mochten. Erinnerungen, die er eigentlich längst begraben hatte, drängten sich ihm ins Bewusstsein. Erinnerungen an leidenschaftliche Nächte, an heiße, zärtliche Hände...an >Ich liebe dich< , an den Antrag, vor dem er floh...’Nein’, sagte er zu sich, 'Schluss damit. Ich mit einem Vulkanier gebunden...das wäre nicht gut gegangen, auch wenn er das anders sieht...’

 

„Soldur. Ich wusste nicht, dass du hier bist. Mein Vater hat es nicht erwähnt.“

Der Vulkanier nickte.

„Ich bat ihn, dir nicht zu verraten, dass ich auf dem Festival in seiner Band mitspielen werde.“

Manuels Augen wurden größer.

„Hast du meinen Vater gebeten, mich hierher zu beordern?“

Der Vulkanier nickte.

Manuel konnte es nicht fassen. Doch er sah keinerlei Bedauern im Blick des Vulkaniers. Eigentlich zeigte sein Gesichtsausdruck dasselbe wie damals....jenes, was ihn dazu veranlasst hatte, ihre Freundschaft auf Eis zu legen. Auch wenn die kurze Zeit, in der diese Freundschaft zu mehr geworden war, den wertvollsten Platz in seinen Erinnerungen einnahm....Er fühlte sich nicht bereit dazu.

 

„Ich wollte dich wiedersehen“, flüsterte Soldur. "Du weißt, warum.“

Intensiv sah er den Menschen an.

Manuel blickte zu Boden. Ja, er wusste es.

„Wir haben doch darüber gesprochen, Soldur. Ich fühle mich nicht reif dafür. Deshalb hatten wir unsere Freundschaft auf Eis gelegt.“

„Ich hoffe immer noch. Und ich habe nicht den Eindruck, dass diese Hoffnung unlogisch ist. Gib uns eine Chance, Manuel.“

 

°°°

 

Captain Kirk hatte seinen ehemaligen Liebhaber gesehen, als dieser hereinkam.

Doch da er ihm wegen Spock nicht begegnen wollte, blieb er unauffällig auf seinem Stuhl sitzen.

Er sah den so typisch menschlich gekleideten Vulkanier, der wohl zu den Musikern gehörte, zu Manuel gehen, ihn ansprechen. Natürlich konnte er die beiden nicht verstehen. Aber er sah Mimik und Gestik der beiden Männer und dachte sich seinen Teil. Als die beiden Männer ihr Gespräch beendet hatten und zu den anderen Dudelsackspielern gingen, stellte er sich Manuel in den Weg.

 

„Oh, Jim, hallo.“ Er zeigte ein Lächeln, doch Jim sah, dass er es nicht empfand.

Kirk musterte ihn neugierig.

„Kennst du diesen Vulkanier?“ Er deutete mit dem Kopf in die Richtung, in die jener gegangen war.

„Ja“, antwortete Manuel, „aus Nizza. Ich lernte dort nachmittags in einem Kurs für Musikgeschichte. Soldur war mein Lehrer und, was ich zu Anfang noch nicht wusste, ein Freund meines Vaters.“

„Das sah eben nach mehr aus als nach einem Lehrer.“

„Und wonach?“ fragte Manuel tonlos, wich Jims Blick aus.

Kirk trat näher.

„Nach mehr als einem Lehrer. Sogar nach mehr als einem Freund. Erzählst du es mir?“

Manuel wurde zornig. „Das geht dich nichts an! Was soll diese Frage!“

Jim wartete, bis Manuel sich wieder beruhigt hatte.

„Du bist mein Freund. Früher waren wir für eine Weile sogar Liebhaber. Und es ist ganz einfach so, dass ich mich um dich sorge. Wegen deiner ‚aktuellen Tätigkeit’.“

Manuel lachte auf.

„Soldur ist Vulkanier. Wegen ihm brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“

„Sicher nicht. Ich mache mir wegen dir Sorgen.“

„Jim.....das ist nicht nötig. Ich kann auf mich aufpassen.“

„Dein....Job ist nicht ungefährlich.“

Manuel verdrehte die Augen, dachte nach.

„Lassen wir das Thema, einverstanden? Ich erzähle dir statt dessen das mit Soldur.“

Er seufzte. „Wir wurden Freunde. Er war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte, verachtete mich auch nicht wegen meines abendlichen Jobs. Na ja, es gefiel ihm nicht, aber er akzeptierte es.“

Manuel schwieg einen kurzen Moment. „Er verliebte sich in mich. Und eines Tages sagte er es mir. Das hat unserer Freundschaft nicht gut getan. Ich.... wollte es nicht. Er....ist der Meinung, wir passen zusammen. Doch ich kann ihm nicht zustimmen....Er sagte, er werde warten und hoffen. Eine falsche Hoffnung.“

Jim dachte an seinen Vulkanier, hoffte für sie beide auf eine gemeinsame Zukunft. Hoffte darauf, bald mit Spock mehr als nur eine platonische Beziehung zu haben.

„Was fühlst du?“

„Ich weiss es nicht“, sagte Manuel leise, „aber ich weiss mit Sicherheit, dass ich mich nicht reif fühle für eine Beziehung.“

„Du bist 28. Langsam könntest du erwachsen werden.“

„Bei mir dauert es eben länger. Und selbst wenn ich reif wäre....ein Vulkanier erwartet in einer Beziehung sehr viel. Zuviel für mich.“

„Für mich klingen deine Worte einfach nur nach Unsicherheit.“

 

„Manuel....wo bleibst du?“

Eine polternde Stimme ersparte ihm die Antwort auf Kirks Frage. Sein Vater rief ihn.

 

°

Gerald McCallum erblickte Kirk und trat lächelnd auf ihn zu. „Captain, schön, Sie wiederzusehen und endlich kann ich mich bei Ihnen persönlich bedanken. Ohne Sie wären wir noch immer auf K7 und würden nicht rechtzeitig zum Festival eintreffen. Vielen Dank.“

Jim freute sich über den Dank des schottischen Musikers, auch wenn er eigentlich nur einen Befehl ausgeführt hatte, indem er die Bands mit der Enterprise nach Loomis 3 flog.

„Wie Sie sehen, ist die Crew schon gespannt auf ihre Musik.“ Er deutete auf das vollbesetzte Freizeitdeck.

McCallum wiegte den Kopf hin und her und seufzte. „Im Moment sind sie noch interessiert. Aber in einigen Minuten wird es mindestens die Hälfte der Zuhörer bedauern, in diesem Raum zu sein. Dann würden sie am liebsten fliehen oder sich die Ohren zuhalten. Dudelsackmusik ist eine Frage des Geschmacks.

„Das trifft auch auf andere Musik zu.“

„Sicher tut es das und meiner Erfahrung nach ist es immer auch eine Frage der Situation. Von Ferne mögen viel mehr Menschen Dudelsackklänge als von nahem. Wenn die Töne von der Luft über die Highlands getragen werden, klingen sie als wären sie ein Teil der Natur. Oder stellen sie sich vor, sie machen Landurlaub, wollen mal richtig ausspannen, mal richtig morgens ausschlafen. Dann kann es sein, dass Sie sich tagsüber am Gezwitscher eines Vogels erfreuen und am nächsten Morgen, so kurz vor Fünf, den selben Vogel aus Wut erwürgen könnten, weil er sie viel zu früh mit seinem Gesang geweckt hat. “

Jim nickte verstehend und sah, wie die vulkanischen Musiker das Freizeitdeck betraten. Er deutete unauffällig mit dem Kopf in ihre Richtung und blickte McCallum fragend an. Er war neugierig, was dieser ihm über Vulkanier und Dudelsackmusik erzählen konnte, denn er war sich nicht sicher, ob Manuel ihm die Wahrheit über die erotisierende Wirkung gesagt hatte.

Der Schotte schmunzelte und legte einen Arm um Kirks Schulter. „Die Vulkanier erproben mit dem Spielen und dem Hören dieser Musik ihre Grenzen. Die Grenzen ihrer Emotionsbeherrschung, denn die wollen sie überschreiten. Dudelsackklänge wirken auf ihren Geist etwa wie eine Massage auf verspannte Muskeln. Die Männer und Frauen der beiden Bands sind jeweils die eine Hälfte von Paaren. Vulkanier sehnen sich nämlich stärker als sie zugeben nach körperlicher Nähe und entspannender Sexualität. Achten Sie mal darauf, was sie tun, wenn die Musik auf sie wirkt....“ Er schmunzelte wieder.

„Ich weiß das alles von Soldur, der mein bester Freund ist.“

McCallums Gesicht wurde plötzlich ernst. „Er ist ein wundervoller Mann und ich wünschte, mein Sohn hätte seinen Antrag angenommen...“

Kirk war überrascht. „Soldur hat ihm einen Antrag gemacht?“

„Ja“, sagte McCallum, „und mein Sohn war so dumm, diesen Antrag abzulehnen. Sie lieben sich, aber Soldur kann nicht mehr lange darauf warten, dass Manuel beschließt erwachsen zu werden. Er sagte mir, es sei bald soweit bei ihm...Sie wissen sicher, was ich meine...Wenn Manuel jetzt immer noch zögert, muss Soldur sich einen anderen Partner suchen...Aber er will Manuel und ist hier, um einen letzten Versuch zu starten...“

 

°°°

Die Band von Gerald McCallum spielte als erste, die anderen folgten. Kirk musterte unauffällig seine Crew, hielt Ausschau danach, ob McCallum recht hatte und die Hälfte der Leute dieser Musik sehr bald überdrüssig wurde und sich am liebsten rasch und unauffällig vom Freizeitdeck entfernt hätte...

Die einen lauschten gebannt den Klängen, die anderen saßen eher teilnahmslos da und einige rutschten ungeduldig auf ihren Stühlen herum – mit genervtem und gequältem Gesichtsausdruck. Kirks Blick schweifte weiter und streifte die nach ihrem Auftritt inzwischen wieder sitzenden vulkanischen Musiker.

Würde er es nicht in diesen Minuten mit eigenen Augen sehen – glauben würde er es nicht. In kurzen Abständen erhoben sich jeweils ein Mann von der einen vulkanischen Dudelsackgruppe und eine Frau von der anderen. Dann verließen sie zielstrebig und mit gesenktem Blick das Freizeitdeck. Nach wenigen Minuten waren die Mitglieder der beiden vulkanischen Dudelsackgruppen verschwunden. Für Kirk gab es nur eine Begründung für dieses Phänomen. Er schaute zu McCallum und dieser lächelte leicht und nickte. Kirk erwiderte das Lächeln und schaute dann zu Spock, der ein ganzes Stück von ihm entfernt Platz genommen hatte. Jim hoffte, Spock würde ebenso auf die Dudelsackmusik reagieren wie die anderen Vulkanier. Er betrachtete ihn genauer und sah, wie Spocks Kopf sich kaum merklich nach hinten bog, den Mund leicht geöffnet, die Augen entspannt geschlossen.

Mit Hilfe seiner Vorfreude auf die kommende Nacht mit Spock unterdrückte er ein Auflachen. Konnte es wirklich so einfach sein?

In diesem Moment öffnete Spock die Augen und sah zu Kirk. Dieser hielt für einige Sekunden den Atem an, als er den sehnsüchtigen Blick des Vulkaniers bemerkte. Er lächelte ihm aufmunternd zu und musste sich beherrschen, um sich nicht sofort seinen Freund zu schnappen und es den vulkanischen Musikern nachzumachen. Er wollte ihn. Jetzt. Und Spock wollte es auch. Jim war sich sicher, Spocks Blick konnte nichts anderes bedeuten.

Kirk wünschte sich, dass diese Dudelsackmusik bald verstummen würde, denn sie gefiel ihm überhaupt nicht. Aber wenn sie ihm half, seinem Vulkanier näher zu kommen, ach, ganz nah zu kommen, dann würde er sie gern erdulden. Kirk hoffte, dass sein künftiger Geliebter nicht jedes Mal diese grausame Musik als Stimulation benötigen würde. Bei den vulkanischen Musikern schien sie jedoch untrennbar verbunden zu sein mit deren Libido. Doch auf Kirk wirkte Dudelsackmusik so fremd, als stamme sie von Bewohnern einer anderen Galaxie. Einer Galaxie, die so weit entfernt war, dass die Musik in das irdische Sonnensystem nur über ein Wurmloch hatte gelangen können - und wenn es nach seinen Ohren ginge, ganz schnell auch wieder zurück dahin. Nachdem sie seinen Vulkanier aufgetaut hatte aber erst.

 

°

 

Endlich endete die Musik und machte dem Stimmengewirr der Anwesenden Platz. Manuel näherte sich Andrew Lalok, der ihm vorhin im Transporterraum als ein potentieller Kunde erschienen war. Er würde ihm nicht widerstehen können.

„Hallo“, sprach er ihn mit einem verführerischen Lächeln an, „wir haben uns schon kurz gesehen...Ich bin Manuel McCallum. Musiker und Masseur...“

„Andrew Lalok, ich bin Ingenieur, schön Sie kennen zu lernen.“ Überrascht musterte er den attraktiven Mann, der ihn so gewinnend anlächelte. ‚Könnte es sein, dass er auf mich genauso heiß ist, wie ich auf ihn?’ Er beschloss nicht zu zögern, sondern aufs Ganze zu gehen. „Manuel...haben Sie heute nacht... Zeit...“ Er schaute ihn mit eindeutigem Blick an.

Manuel senkte kurz den Blick und als er ihn wieder hob und zu sprechen begann, mischte sich ein fester Ton in seine verführerische Stimme.

„Ich bitte um Entschuldigung, Andrew, aber wenn ich heute nacht für Sie Zeit habe, dann nur gegen 300 Credits..“

Andrew klappte die Kinnlade herunter und starrte ihn entgeistert an. Ein Stricher an Bord der Enterprise?

Manuel zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Davon lebe ich. Nur davon, andere zu massieren eigentlich eher selten. Aber in der zugegebenermaßen hohen Summe sind die verschiedensten Massagen inklusive und auch meine Fähigkeiten als Dudelsackspieler. Also als Blasmusiker...“

Andrew fing sich langsam wieder. „Das ist...etwas unerwartet...“

Manuel nickte. „Ja. Aber ich verspreche Ihnen, es wird sich lohnen...“

Andrew überlegte fieberhaft. Es ging ihm nicht um das Geld. Er war sich sicher, dieser Mann wäre sein Geld wert. Aber er hatte noch nie für Sex bezahlt und fühlte sich verwirrt.

„Ich werde für Sie heute nacht sein was Sie wollen. Ich werde all ihre geheimen Wünsche erfüllen, wenn Sie sich darauf einlassen...“

Andrews Unsicherheit hielt noch an und er dachte nach. Doch dann erinnerte er sich an die Ankunft von Manuel und dem Captain auf der Enterprise. ‚Die beiden kennen sich ganz offensichtlich und ihr Verhältnis schien herzlich zu sein, und wenn er sich mit dem Captain so gut verstand...wird es wohl nicht schaden, mich mit ihm einzulassen...Moment mal...hatten die beiden vielleicht miteinander...?’

„Vorhin im Transporterraum sah es, als ob du den Captain näher kennen würdest...“, fragte er.

„Wir waren früher Geliebte, ist aber schon einige Jahre her. Auf K7 haben wir uns wiedergesehen“, antwortete Manuel.

„Habt ihr...“

„Ja. Zwei heiße Stunden lang – und ich glaube, er war zufrieden mit mir. Ich erinnerte ihn wohl an jemanden und er dachte dabei an ihn...“

Andrew lächelte. „An unseren sexy Vulkanier bestimmt. Es heißt, er sei in ihn verliebt.“

„Und du“, fragte Manuel, „bist du es auch?“

„Kann schon sein...“

Erregung erfasste den Ingenieur. ‚Er wird die ganze Nacht tun, was ich will...und ich weiß, was ich will...’ Er nickte hastig. „Einverstanden. In einer halben Stunde bei mir?“

Manuel verbeugte sich leicht. „Wie du es möchtest.“

 

°

‚Vielleicht schon heute...’, Spock fokussierte seinen Blick, versuchte, seine Sehnsucht zu verbergen. 'Mein Jim...ich möchte in deinen Armen liegen...’

Ja, er wollte endlich mit ihm schlafen. Mit seinem Captain, seinem goldenen Freund. Sie liebten sich. Er hatte lange gezögert, weil er sich unsicher fühlte, weil eine intime Beziehung so fremd war für ihn. 

Er wollte ihn für immer in seinem Leben, wünschte sich ihn als Partner, sehnte sich danach, mit ihm zu schlafen. Seine anerzogene Emotionsbeherrschung hatte ihn lange genug zögern lassen. Heute nacht wollte er sie zum ersten Mal völlig und freiwillig aufgeben. Spock freute sich schon seit Wochen auf diese bisher noch nicht festgelegte Zeit, zu der es geschehen sollte. Als die Musiker an Bord kamen, hatte er beschlossen, die entspannende Wirkung der Dudelsackklänge zu nutzen, um den letzten Schritt zu gehen....

Er blickte in Jims Richtung, ließ den Mann seiner Träume die Sehnsucht in ihm sehen, sah sein Lächeln...

.... Auf einmal vernahm er die Stimmen von Mr. Lalok und Manuel McCallum.

Er registrierte Andrews Gefühle für ihn und wusste, er war nicht das einzige Crewmitglied, das in ihn verliebt war. Er hörte ihre Worte, hörte von der früheren intimen Beziehung zwischen Jim und Manuel, dem Prostituierten. Registrierte peinlich berührt, dass die Crew sich für das Liebesleben der beiden kommandierenden Offiziere interessierte. Und er erfuhr, dass  Jim und Manuel McCallum am Vormittag auf der Raumstation Sex gehabt hatten...

Eine inzwischen überwunden geglaubte Unsicherheit erfasste ihn und seine Vorfreude auf die kommende Nacht verging. Jim konnte eine intime Beziehung so leichtfertig eingehen....und ihm selbst fiel es schon schwer, seine Hemmungen dem Mann gegenüber, den er liebte, aufzugeben....

Und dieser Mann hatte mit einem Anderen geschlafen, einem Prostituierten.

Spock war klar gewesen, dass Jim nicht allzu lange ohne Sex sein konnte. Dennoch hatte er ihn warten lassen. Warten lassen müssen, denn er fühlte sich noch nicht reif dafür. >Jungfräulich< hatte Jim es schmunzelnd genannt.

War es Betrug an ihm, dass Jim mit einem anderen Mann Sex gehabt hatte? Sie beide hatten noch nicht miteinander geschlafen, was aber zweifellos zu einer Liebesbeziehung gehörte. Zu einigen kaum mehr als züchtigen Küssen war er noch nicht bereit gewesen. Also hatten sie eigentlich noch gar keine Beziehung. Oder doch? Spock wusste es nicht.

‚Und was, wenn Jim mir künftig nicht treu sein kann?’ Beklommenheit machte sich in ihm breit. In seinem Kopf formte sich ein bildhafter Gedanke...er hatte sich Jim gegenüber geöffnet, ihm sein Vertrauen, seine Liebe geschenkt und dann verließ dieser ihn vielleicht für einen anderen....er erschauerte. Nein, das wollte er nicht.

Er sah Jim auf sich zukommen. Als er dessen Lächeln sah, wollte er seine Zweifel über Bord werfen, doch diese gewannen die Oberhand.

Als Jim vor ihm stand, sprach er ihn zuerst an.

„Ja, ich weiß, was du dir wünschst und ich wünsche es mir auch. Das weißt du. Aber ich bin mir nicht sicher...“

„Was macht dich unsicher, mein Freund?“ fragte Kirk leise. „Wir gehören zusammen und wir lieben uns. Was lässt dich vor einer intimen Beziehung mit mir zögern?“

 „Jim...ich habe soeben mitgehört, zufällig natürlich, als Manuel McCallum und Andrew Lalok sich unterhalten haben...“

Kirks Lächeln verschwand. „Was hast du gehört?“

„Du hattest heute Vormittag Sex mit Manuel, mit einem Prostituierten.“

Jim schwieg, wollte dazu nichts sagen, konnte es nicht leugnen. Warum musste Spock aber auch davon erfahren...

 

„Captain“, Spock kehrte zur förmlichen Anrede zurück, „Sie müssen etwas gegen den jungen Mister McCallum unternehmen. Er hat sich soeben für die kommende Nacht an Mr. Andrew Lalok verkauft. Prostitution auf Sternenflottenschiffen ist illegal.“

Kirk riss die Augen auf. „Er verkauft sich an Bord meines Schiffes!?“

„Ja, Captain. Übrigens kommt er gerade in unsere Richtung. Ich schlage vor, Sie kümmern sich sofort um dieses Problem. Ich werde mich zurückziehen. Bis morgen, Captain...Jim.“ Er drehte sich um und verließ das Freizeitdeck.

Kirk stand nur da, rührte sich nicht. ‚Nur wegen dir, Manuel....es hätte die Nacht der Nächte werden können...’ Er war wütend und als Manuel bei ihm angelangte, hörte dieser es.

„Wie kommst du dazu, hier der Prostitution nachzugehen! Ja, ich habe erfahren, was du mit Mr. Lalok vereinbart hast. Ich könnte dich in eine Arrestzelle sperren lassen!“

Manuel blieb ruhig. „Kein Grund sich aufzuregen, Captain. In weniger als zwei Tagen bin ich von Bord.“

„Sie werden an Bord nicht noch einmal dieser Tätigkeit nachgehen, Mister McCallum. Ich sage es ihnen klipp und klar: Wenn ich erfahren sollte, dass sie es doch tun, dann landen Sie in der Arrestzelle.“

Manuel grinste spöttisch. „Für ein paar Stunden höchstens. Dann sind wir nämlich auf Loomis 3 und ich gehe von Bord.“

Kirks Gesichtsausdruck vereiste. „Ich frage mich, weshalb sich Soldur in dich verliebt hat und weshalb er dich unbedingt heiraten möchte. Einen Prostituierten.“

„Lass Soldur aus dem Spiel“, erwiderte Manuel ebenso eisig. „Und auch du hast vorhin Sex gehabt mit mir.“

„Ich hatte es mit >Gigolo< höflich umschrieben. Aber es bleibt Prostitution und diese ist an Bord von Raumschiffen illegal. Halte dich daran. Dieses Mal lasse ich es noch durchgehen, denn ich will Mr. Lalok nicht kompromittieren.“

Er wollte sich umdrehen und gehen, aber dann erinnerte er sich an die Liebesnacht mit Spock, die nicht zustande kommen würde. „Spock, der Mann, den ich liebe, wollte in dieser Nacht seine Gefühle für mich zulassen. Wir hatten vor, miteinander zu schlafen. Nur leider hat er das Gespräch zwischen dir und Lalok mitgehört und beschlossen, an mir zu zweifeln.“

Manuel verstand und senkte den Kopf. „Das...tut mir leid, Jim...wirklich...Das hatte ich nicht beabsichtigt...“

„Ja, ja...natürlich nicht“, Kirk nickte ungeduldig, „das glaube ich dir schon. Ich bin jedoch unglücklich darüber und wollte dir nur klarmachen, was du angerichtet hast. Halte dich an meinen Befehl.“

Kirk drehte sich wieder um und strebte dem Ausgang zu.

 

°°°

Andrew Lalok hatte sich geduscht und hoffte, dass der attraktive Stricher pünktlich sein würde. Sein Geschlecht war schon steif und er konnte nicht mehr lange warten. ‚Er wird tun, was ich will...Er sieht Spock so ähnlich...und wenn auch der sexy Vulkanier sicher niemals Sex machen würde mit mir, Manuel wird es tun...und zwar so, wie ich es will...ohhh...welche Fantasien über den Vulkanier mir immer wieder durch den Kopf schwirren...heute kann ich sie mir erfüllen...’

Als der Türsummer ertönte, drückte er fast zeitgleich den Knopf für die Türöffnung.

Manuel trat ein und Andrew pfiff anerkennend, als er ihn sah. Der dunkelhaarige Mann hatte sich in eine enge schwarze Hose und ein hellblaues Shirt gekleidet. Es ähnelte frappierend der Uniform für die Wissenschaftssektion. Andrew freute sich über die Kleiderwahl des Strichers, denn so wurde dieser dem unerreichbaren Vulkanier immer ähnlicher. ‚Wenn ich auch bei Spock nie eine Chance habe, so kann ich doch ganz einfach diesen Mann genießen.

 

„Komm her“, forderte er ihn auf.

Manuel trat näher, blieb dicht vor ihm stehen.

„Öffne deine Hose.“

Manuel zog den Reissverschluss auf.

„Hol ihn raus....nimm ihn in die Hand...

....streichle ihn...sage dabei meinen Namen...

...knie dich hin und sieh mich an...“

Andrew fasste Manuels Kopf und drückte ihn an seine Erektion, die noch in der Hose verborgen war. Dann bog er seinen Kopf nach hinten, betrachtete ihn voller Vorfreude. Er öffnete seine eigene Hose, befreite sein steifes Glied.

„Mund auf...“

Gehorsam öffnete Manuel den Mund. Lalok umfasste wieder seinen Kopf und steckte seinen Schwanz in dessen Mund.

„Und jetzt, Spock, befriedige mich mit deiner Zunge...“

Nach wenigen Sekunden schon spürte er, wie es ihm kam. Er zog sein Glied aus Manuels Mund und spritzte ihm sein Sperma ins Gesicht.

 

Eine halbe Stunde später lagen sie nackt auf dem Bett und wieder ließ sich Andrew von Manuels Zunge verwöhnen. Dann forderte er ihn zum Aufstehen auf.

„Beuge dich über den Tisch, Spock...“

Er trat hinter ihn und steckte eilig einen Finger in ihn, wollte den Weg schaffen für sein Glied. Manuel versuchte, den Muskel zu entspannen. Doch noch bevor ihm das gelungen war, drang Lalok hart in ihn ein...

‚Viel besser als in meiner Fantasie...Mit Spock könnte ich das nie tun...’

 

°

Manuel McCallum lag am nächsten Morgen erschöpft von der scheinbar endlosen Nacht bäuchlings auf dem Bett in seinem Quartier. ‚Ich hätte 500 Credits verlangen sollen“, dachte er. 'Oder besser noch mehr...fast ohne Vorbereitung in mich einzudringen...und dabei immer >Spock...< von ihm hören zu müssen...er muss verrückt nach ihm sein.’

Er versuchte, den Schmerz zu ignorieren, der seinen Unterleib durchzog. Im Lauf der Nacht hatte der Ingenieur ein starkes erektionsförderndes Mittel geschluckt und ihn immer wieder genommen. Es hatte Stunden gedauert, bis das Mittel seine Wirkung verloren hatte und Lalok endlich einschlief...

‚Aber das gehört zu meiner aktuellen Tätigkeit wohl dazu...’, dachte er traurig. Manuel wusste, dass selbst ansonsten nette, anständige Männer zu Tyrannen werden konnten, wenn sie jemanden für eine Weile für ihr Vergnügen kauften. Aber zum Glück gab es auch viele Männer, die sich nicht so verwandelten.

Eine Weile später erhob er sich, duschte sich zum dritten Mal an diesem Morgen und ging frühstücken.

 

°°°

Gerald McCallum ließ sich das Frühstück schmecken. Hingebungsvoll biss er in eine frische Karotte aus seinem Privatvorrat. So lecker schmeckt nur die unverfälschte Natur...’, dachte er. Er sah seinen Sohn mit dunklen Ringen unter den Augen hereinkommen und sich an einen Tisch weit weg von ihm, seinem Vater, setzen. Aus den Augenwinkeln sah er, dass sich Soldur zu ihm setzte. Er wandte sich seinem vulkanischen Freund zu.

‚Er wirkt traurig, fast verzweifelt’, dachte er.

„Manuel hat sich letzte Nacht an einen Mann aus der Crew verkauft“, sagte er nach kurzem Schweigen.

Gerald ließ zischend die Luft entweichen und schlug mit der Faust auf den Tisch. „Bist du sicher?“

„Ja.“

„Woher...?“

„Ich habe gestern Abend Augen und Ohren offengehalten“, antwortete Soldur tonlos.

„Wieso bist du nicht eingeschritten, hast ihn nicht daran gehindert?“

„Dazu habe ich kein Recht.“

„Du hättest es tun sollen.“

„Es ist seine Entscheidung.“

„Pah! Seine Entscheidung! Prostitution! Du hättest ihn aufhalten sollen, mit Gewalt, wenn es hätte sein müssen. Vielleicht hätte er dann kapiert, dass du ihn wirklich willst und eine Beziehung mit dir das beste ist, was ihm passieren kann!“

Gerald legte seine Hand auf die Soldurs. „Es tut mir leid, mein Freund. Ich würde ja am liebsten Vernunft in ihn hineinprügeln, wenn das ginge, und ihn dann persönlich bei dir abliefern. Ich verstehe ihn einfach nicht. Warum tut er das? Und warum hat er deinen Heiratsantrag abgelehnt? Ihr liebt euch doch. Ihr hattet doch schon eine Beziehung! Und du würdest ihm so gut tun!“

Soldur zog seine Hand zurück, blickte auf den Tisch. „Ich habe keine Zeit mehr. Meine Hormonwerte haben sich letzte Nacht verändert. Ich werde nach dem Festival nach Vulkan fliegen und ein...ein Angebot von einem anderen Mann annehmen.“

„Du hast einen anderen Mann kennengelernt?

Soldur nickte. „Seit einiger Zeit gibt es auf Vulkan so etwas ähnliches wie Partnerschaftsagenturen für Vulkanier, die nicht als Kinder verlobt wurden oder eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft bevorzugen, Sie funktionieren nicht so wie auf der Erde. Sie sind eher diskreter und das Kennenlernen funktioniert anders. Ich habe die Bekanntschaft eines äußerst akzeptablen Mannes gemacht...wenngleich er... nicht der Mann ist, den ich wirklich will. Aber...“ Er sprach nicht weiter.

„Aber du hast keine Wahl“, sagte Gerald leise, „und keine Zeit mehr. Wie lange dauert es noch, bis es soweit ist?“

„Zwischen 60 und 90 Tagen sagte mir der Arzt vorhin. Doktor M’Benga ist Spezialist für vulkanische Physiologie.“

„Vielleicht käme mein Sohn zur Vernunft, wenn er von deinem...akuten Problem... wüsste?“

Soldur schüttelte heftig den Kopf. „Nein, ich will nicht, dass er es erfährt. Ich will, dass er unbeeinflusst zu mir kommt.“

 

Der Vulkanier erhob sich. ‚Ich muss dringend mit ihm sprechen, aus einem anderen Grund’, dachte er und ging zu Manuel.

 

°

 

„Guten Morgen“, sagte Soldur und setzte sich ohne zu fragen zu ihm, „ich muss kurz mit dir reden.“

„Worum geht’s denn“, fragte Manuel und wagte es nicht, seinem Freund in die Augen zu sehen. Er fühlte sich heute morgen schmutzig, das besitzergreifende Verhalten des Ingenieurs letzte Nacht belastet nicht nur seinen Körper sondern auch seine Seele. Er fühlte sich wie wertlos, wie ein Objekt.  >Mund auf.... Befriedige mich mit deiner Zunge....Lehn’ dich über den Tisch...<’ Und so weiter. So unangenehm war es selten gewesen.

„Ich möchte dich warnen, denn ich will nicht, dass dir etwas passiert.“

„Wovor willst du mich warnen?“ Er sah den Vulkanier nicht an.

„Vor Cassius Tolsten.“

„Dem Neuen aus Daddy’s Band?“

„Ja.“

„Was ist mit ihm?“

„Er erscheint mir gefährlich. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber es ist so.“

Manuel seufzte. „Schon gut. Ich werde mich nicht mit ihm einlassen.“

„Eine kluge Entscheidung.“

„Ich habe für die nächsten Tage genug davon, mich zu verkaufen.“

Soldur streichelte seine Hand. Sein Freund zog sie nicht weg.

„Ich wünschte, du würdest es nie mehr tun.“

„Es ist meine Entscheidung.“

„Ich weiß. Aber es ist eine Entscheidung, die du rückgängig machen kannst.“

„Später.“

„Besser gleich.“

Manuel lächelte traurig, aber sah ihn immer noch nicht an. „Willst du mir wieder einen Antrag machen? Willst du mich für dich alleine?“

Soldur schwieg. Dann nahm er Manuels Hand, führte sie an seine Lippen und küsste sie. Der junge Mann erbebte unter der zärtlichen Berührung des Vulkaniers.

„Ja, ich will dich für mich allein. Aber deshalb bin ich nicht hier. Es geht nur um Cassius Tolsten. Geh’ ihm bitte aus dem Weg.“

Manuel nickte. „Mach ich.“

„Manuel, Geliebter...ich warte auf dich...ich liebe dich. Und ich brauche dich. Wenn du es dir anders überlegst, komm’ einfach zu mir.“

Manuel wollte seine Hand der heißen Hand des Vulkaniers entziehen. Doch er konnte es nicht, denn dies war nicht das, was er wollte. So ließ er es zu, dass der Vulkanier noch einmal seine Hand küsste.

 

Soldur gab Manuels Hand frei und dieser zog sie mit heimlichem Bedauern zurück. Ihm war klar, dass sein vulkanischer Freund mit Sicherheit spürte, dass er sich ihm nur zu gerne hingeben würde. ‚Deshalb auch hofft er wohl noch immer, dass ich seinen Antrag annehme...“

 

°°°

 

Die nächsten Stunden verbrachte Manuel McCallum im Sportbereich des  Freizeitdecks. Er schwamm im warmen Wasser des Schwimmbeckens und legte sich zwischendurch auf dessen weich gepolsterten Außenbereich. Kurz nach Mittag entschloss er sich, in seiner Kabine etwas Schlaf nachzuholen. Als er das Freizeitdeck verließ, sah er Cassius Tolsten, der scheinbar ganz vertieft in sein Spiel an einem Billardtisch stand. Auf Manuel wirkte er harmlos und er wusste nicht, was Soldur gefährliches an ihm sah. Aber er hätte ihn nicht ohne Grund gewarnt. Manuel traute der Urteilskraft seines Freundes mehr als seiner eigenen. Schließlich hatte er mit seiner Einschätzung von Andrew Lalok gestern als „einfachen harmlosen Typen“ auch daneben gelegen. ‚Menschen nicht einschätzen zu können ist keine gute Grundlage für einen Stricher...’, dachte er bitter.

In seiner Kabine zog er sich aus und legte sich aufs Bett. Bald darauf schlief er.

 

Kurze Zeit später erwachte er, hektisch um Luft ringend. Irgend etwas lag schwer auf seinem Gesicht und hinderte ihn am atmen. Er versuchte das etwas von seinem Gesicht zu schieben und spürte, dass es eine Hand war. ‚Tolsten’, dachte er panisch und erhaschte einen Blick auf das Gesicht des Angreifers. Er war es. Manuels Herz raste. ‚Oh Gott, er hatte recht...“ Er wollte schreien, oder sich zumindest losreißen, um überhaupt wieder Luft bekommen zu können. Doch da fühlte er einen Schlag in seinen Magen und krümmte sich vor Schmerz.

 

Die letzte Nacht hatte Cassius Tolsten damit verbracht, scheinbar ohne Ziel den Maschinenraum zu durchschlendern. Die Ingenieure hatten ihn nicht an seiner Besichtigungstour gehindert, denn auf den ersten Blick wirkte Tolsten völlig harmlos. Sie wussten nicht, dass er den Maschinenraum auf der Suche nach Werkzeugen verbrachte, die er einsetzen konnte, um Manuel McCallum, dem Stricher, eine gehörige Portion Schmerz und Todesangst zu verschaffen...

 

Eines der gefundenen Werkzeuge war eine halbkreisförmige Klammer, die gerade groß genug war, um Manuels Hals von oben her auf der Tischplatte zu befestigen. Die Klammer hinderte Manuels Oberkörper an jeglicher Bewegung. Als Tolsten sah, dass er schreien wollte, schlug er ihm ins Gesicht. „Ein Schrei und du wirst nach dem nächsten Schlag nicht mehr erwachen.“

Dann trat er hinter ihn, spreizte seine Beine und fesselte sie an die Tischbeine. Manuels Herz raste wie noch nie zuvor in seinem Leben. Die Panik, die er fühlte, war schlimmer als alles, was er bisher erlebt hatte. ‚Er will mich vergewaltigen’, dachte der Gefesselte und wegen seiner Wehrlosigkeit gegenüber dem Kommenden, rannen Tränen über sein Gesicht. Doch als mehrere Minuten nichts geschah, versiegten seine Tränen wieder. Tolsten hatte sich an die Wand seitlich von ihm gelehnt und wartete. Als er sah, dass sein Opfer sich beruhigte, trat er näher.

„Manuel McCallum, der kleine Stricher...nun, McCallum, was glaubst du, werde ich jetzt tun?“

Manuel schwieg.

„Antworte!“

Manuel schwieg weiter. Doch dann schrie er qualvoll auf, als ein furchtbarer Schmerz seinen Rücken erfasste. Seine Bewegungsunfähigkeit erhöhte die Qualen noch. Wieder rollten Tränen über sein Gesicht, diesmal nicht nur aus Panik, sondern vor Schmerz.

Tolsten lachte fröhlich. Dann hielt er Manuel einen Gegenstand vor das Gesicht.

„Das ist eine Reinigungsbürste aus dem Maschinenraum. Ihre Borsten bestehen aus Draht. Hat es weh getan?“ Fragte er höhnig. Manuel presste Augen und Mund zu, hoffte auf ein schnelles Ende des Alptraums.

„Antworte, Stricher! Oder soll ich die Bürste noch einmal über deinen Körper wandern lassen?“

„Nein, bitte nicht...bitte...was wollen Sie von mir. Bitte sagen Sie es mir...ich tue, was Sie wollen. Aber bitte binden Sie mich los...“

„Oh...du tust, was ich will? Weißt du denn was ich will? Ach, verstehe... bietest du mir etwa deinen Arsch an, wenn dich dich freilasse? Nein, daran habe ich kein Interesse. Aber losbinden werde ich dich trotzdem nicht. Du hast ja deine Strafe noch nicht bekommen.“

„Strafe?“

„Ja, Strafe. Für Prostitution, für Unmoral. Es gab mal eine Zeit, da wurde Abschaum wie du – oder auch wie diese Krankenschwester, ja, ich habe euch gesehen -  hart bestraft. Damals wurde nicht wie heutzutage solche Unmoral ignoriert. Aber ich hatte mich vor einer Weile dazu entschlossen, solch unmoralisches Gesindel wie dich selbst zu bestrafen, wenn schon die Justiz wegsieht. Hast du schon Angst? Die anderen hatten sie in diesem Moment.“

„Was haben Sie vor?“ Manuel konnte nur noch flüstern.

„Nun...ich werde dir einfach geben, was du so gern magst...etwas hartes in deinem Hintern. Aber nicht meinen Schwanz, sondern DAS hier!“

Er hielt Manuel triumphierend ein einem Phallus ähnliches Teil vors Gesicht. „Ein Ersatzteil aus dem Maschinenraum. Titanlegierung. Größer als das, was du sonst so in dir hast. Ich werde es dich spüren lassen. Tief. Sehr tief. Und sehr lange...Und ich glaube nicht, dass du danach nochmal irgend jemandem freiwillig deinen Hintern anbieten wirst...“

In diesem Moment wollte Manuel schreien, doch Tolsten hielt ihm blitzschnell mit der Hand den Mund zu und als er sie wieder löste, knebelte er ihn.

„Jetzt kannst du nicht mehr schreien“, lachte Tolsten.

Aber Manuel schrie trotzdem. Er schrie um Hilfe. Schrie es in Gedanken. ‚Soldur, Geliebter...hilf mir...“

Tränen quollen ihm über das Gesicht und immer wieder schrie er in Gedanken nach Soldur.

 

°

Soldur saß mit seinem Freund Gerald McCallum, Kirk und Spock beim Mittagessen. Ein seltsames Kribbeln in seinem Geist ließ ihn die Gabel zurück auf den Teller sinken. Er verschloss sein Gehör vor dem Gespräch der anderen, um sich auf dieses seltsame Gefühl konzentrieren zu können...

„Manuel...“

Die anderen schauten ihn fragend an.

„Manuel..er ruft um Hilfe...“

Der Vulkanier sprang auf. „Er ist in Gefahr! Er ruft mich um Hilfe!“

Soldur rannte los. Die anderen folgten ihm sofort.  „Giotto, Mori...“, rief er zwei Sicherheitsleuten zu, die er in der Messe erblickte. „Kommen Sie mit zu den Gästequartieren! Schnell!“

 

Sie standen zu sechst im Turbolift, richteten den Blick fragend auf den kreidebleichen Vulkanier. „Cassius Tolsten hat ihn überfallen. Er...fügt ihm Schmerzen zu. Manuel kann sich nicht wehren. Er hat ihn gefesselt...“

„Cassius? Mein neuer Spieler?“ Manuels Vater zuckte zusammen.

Soldur hatte sich an die Wand des Lifts gelehnt. Seine Augen waren geschlossen. „Ich wollte es dir sagen...“

„Was?!“

„Ich hatte heute vormittag zufällig eine seltsame Emotion bei ihm wahrgenommen. Er wirkte...gestört...“

Soldur wandte sich erklärend an Spock. „Manchmal lasse ich ein Loch in der  telepathischen Mauer. Es hilft Menschen zu verstehen. Sie wissen sicher, was ich meine...Und mit Manuel teile ich eine leichte Verbindung...unbeabsichtigt...“

Spock nickte kurz. Da hielt der Lift und sie stürmten hinaus.

 

Mit seiner Autorisation öffnete Kirk die Tür zu Manuels Quartier. Soldur stürmte als erster hinein. Mit zwei Schritten hatte er den überraschten Tolsten erreicht.

Er schlug ihm den phallusförmigen Gegenstand aus der Hand. Dann rammte er ihn mit ungezügelter Kraft gegen die Wand, wieder und wieder.

„Aufhören, Mr. Soldur“, rief Kirk. "Das genügt!“

Der Vulkanier ließ Tolsten los und dieser sank bewusstlos und blutend zusammen.

Dann  befreite er seinen Freund von den Fesseln, hob ihn dann auf seine Arme und ließ sich mit ihm in den Sessel sinken. Manuel zitterte unkontrolliert und weder die liebevollen Worte seines Freundes noch die seines Vaters beruhigten ihn. Erst als Soldur die Finger an seine Wange legte und einen mentalen Kontakt herstellte, wurde er ruhiger.

 

Kirk rief McCoy aus der Krankenstation und schnappte sich eine Decke vom Bett. Er deckte sie über den in Soldurs Armen leise weinenden Manuel.

„Ich werde mich um ihn kümmern, Captain“, sagte Soldur.

„Der Doktor soll ihn erst untersuchen. Ich weiß nicht, was dieser Kerl schon mit ihm angestellt hat. Ich nehme an, Manuel hat einen Schock.“

Die Sicherheitsleute legten dem noch immer bewusstlosen Tolsten Handschellen an. Gerald McCallum trat zu Soldur und blickte den Vulkanier fragend an.

Dieser nickte ihm beruhigend zu.

„Mach dir keine Sorgen, Gerald“, sagte er leise. "Ich bleibe bei ihm.“

„Hoffentlich für immer“, sagte er traurig. "Vielleicht wird er jetzt nicht mehr so dumm sein und dich wegschicken.“

Der Vulkanier antwortete nicht, strich über das Haar seinen Geliebten und drückte ihn dichter an seinen Körper. Er sah auf, als er das leise Surren von McCoys medizinischem Tricorder vernahm. Der Arzt stand vor dem gefesselt auf dem Boden liegenden Tolsten.

„Was ist mit ihm passiert, Jim? Er hat mehrere gebrochene Knochen und etliche Platzwunden!“ Er wandte sich an die Sicherheitsleute „Worauf warten Sie noch! Bringen Sie ihn in die Krankenstation!

Jim drehte sich zu Spock. „Finden Sie heraus, wer dieser Irre ist.“

Spock nickte, setzte sich an das Terminal in Manuels Quartier und gab einige Befehle ein.

„Bewachen Sie ihn aber die ganze Zeit!“ Befahl Kirk den Sicherheitsleuten.

„Er ist gewalttätig, Pille. Ich erzähle es dir nachher.“ Er deutete auf den nur in eine Decke gehüllten Mann in den Armen von Soldur. „Tolsten hatte ihn überfallen, wollte ihn foltern. Zum Glück sind wir rechtzeitig gekommen, um es zu verhindern.“

McCoy richtete den Tricorder auf Manuel. „Schock, kleinere aber sicher schmerzhafte Verletzungen auf dem Rücken. Sie können mit einer einfachen Salbe behandelt werden. Bei dem Schock nützt sie aber nichts.“

McCoy sah Kirk fragend an, deutete auf Soldur und Manuel. Jim nickte. „Soldur wird ihm helfen.“

 

°

 „Ich habe die Ergebnisse, Captain“, sagte Spock und erhob sich vom Terminal. Kirk trat näher und sah ihn fragend an. Der Vulkanier bedeutete ihm, sich zu setzen. „Schauen Sie es sich lieber selbst an, Jim.“

Gerald, der seinem inzwischen von Soldur auf das Bett gelegten Sohn die Wundsalbe aufgetragen hatte, kam hinzu.

 

„Cassius Tolsten ist Bürger von Grondbergen...“

„Grondbergen!“ Gerald schlug mit der Faust auf den Tisch. „Er sagte mir, er sei Norweger! Grondbergen? Ist das nicht dieser Planet, auf dem sich diese religiösen Fanatiker angesiedelt hatten? Diese Leute, denen die Föderation wegen Menschenrechtsverletzungen schon mehrmals eine Zwangsverwaltung von außen angedroht hatte?“

Er drängte Kirk vom Terminal und betrachtete sich die Daten. „Was haben Sie gefunden, Commander?“

„Cassius Tolsten hat vor einem Jahr zwei Prostituierte auf Grondbergen überfallen und gefoltert. Die beiden Frauen wurden schwer verletzt, eine von beiden hat später Selbstmord begangen. Die andere wurde, nachdem sie als Prostituierte enttarnt worden war, nach den Gesetzen des Planeten zu zwei Jahren Haft verurteilt. Sie sitzt immer noch im Gefängnis.“

„Aber warum sitzt Tolsten nicht im Gefängnis?“ Fragte Kirk.

„Er wurde wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt und nachdem er sie gezahlt hatte, hat er Grondbergen verlassen.“

„Was...“ Jim schüttelte den Kopf.

Gerald schlug wieder mit der Faust auf den Tisch. „War ihm diese Strafe zu hoch? Hat er aus Unverständnis darüber den Planeten verlassen?“

„Der Grund war wohl ein anderer. Die beiden Frauen waren wohl nicht seine einzigen Opfer, sondern nur die Spitze des Eisberges. Ich habe Hinweise darauf gefunden, dass er wegen weiterer Ermittlungen gegen ihn Grondbergen überstürzt verlassen hat.“

„...und die Behörden haben entgegen den Gesetzen der Föderation seine Flucht geheim gehalten“, sagte Kirk mit Bitterkeit in der Stimme, „weil es ihnen zum einen peinlich war, dass ihre ach so gläubige Gesellschaft solche Irren hervorbringt und zum anderen weil sie sein Vorgehen gegen Unmoral insgeheim billigen.“

„Das nehme ich auch an, Captain. Jetzt aber hat die Föderation eine Möglichkeit, den Planeten zwangszuverwalten“, sagte Spock.

„Diese scheinheiligen, bigotten Irren! Wegen denen wurde mein Sohn beinah...“ Gerald konnte sich nur mühsam beherrschen.

Er stand auf und ging zum Bett, auf dem sein Sohn zusammengerollt lag, nachdem Soldur ihn behutsam dort hingelegt hatte.  

Er legte dem neben Manuel sitzenden Soldur die Hände auf die Schultern. „Bitte, mein Freund, bleib bei ihm.“ Dann verließ er mit Kirk und Spock den Raum.

 

„Soldur hätte ihn nicht zusammenschlagen dürfen. Er könnte dafür viel Ärger bekommen.“

„Nein, Jim. Er hat das Recht dazu“, widersprach Spock.

Kirk schüttelte den Kopf. „Das moralische Recht, sicher. Aber das wird dem Gericht nicht genügen.“

„Doch, es wird genügen“, sagte Gerald, „als Vulkanier hat er das Recht. Er ist sein künftiger Bindungspartner und darf jeden, der seinem Freund etwas antut, sogar straflos töten. Das ist ein faszinierendes Relikt aus der Zeit vor Surak und kein Föderationsgericht wird diese Tatsache in einem Urteil vergessen.“

 

°°°°°°°°°°°°°

 

„Bitte dreh die Temperatur runter, Soldur. Auf zehn Grad.“

Der Vulkanier stand auf und betätigte den Regler. Er fragte nicht nach dem Grund für Manuels seltsame Bitte. Er kannte ihn. Sein Freund vergrub sich wenn es ihm schlecht ging am liebsten unter einer dicken Decke, rollte sich zusammen. Wenn es ringsherum kalt war, erfuhr er zusammengekauert unter der Decke das Gefühl von steigender Wärme. Soldur hatte das schon mehrmals erlebt, wenn es Manuel seelisch schlecht ging.

Er setzte sich auf die Bettkante, streichelte ihm über das wirre Haar.

„Bitte leg dich zu mir. Halt mich fest. “ flüsterte Manuel.

Der Vulkanier zögerte einen Moment. Doch dann holte er noch zwei Decken und legte sich hinter ihn. Er wickelte sich ein und umfasste seinen Freund.

Manuel begann sich in den Armen des Vulkaniers zu entspannen. Leise begann er zu sprechen.

„Mir hatte damals ein Typ Geld geboten, wenn ich es ihm besorge, so ging es los. Ich hatte mir gedacht, na ja, einmal kann nicht schaden. Aus sexuellem Interesse hätte ich es nie mit ihm getan. Er war ein unangenehmer Typ.“

„Wie ging es dir danach?“

„Nicht besonders. Aber es war schnell verdientes Geld und ich nahm mir vor, es würde das einzige Mal bleiben. Blieb es aber nicht. Als er mir das nächste Mal Geld dafür geboten hatte, habe ich es wieder getan. Als er mich dann an jemand vermittelte, noch einmal. So begann meine Karriere als Stricher.“

„Ist dir klar, warum du das getan hast?“

„Warum? Was glaubst du? War es der Weg des geringsten Widerstandes?“

„Ja. Exakt das war auch der Grund, aus dem du meinen Antrag abgelehnt hattest. Nachdem wir schon wochenlang eine Beziehung hatten. Aber als ich dich bat mein Partner zu werden, bist du zurück geschreckt, obwohl du es wolltest.“

„Warum liebst du mich?“

„Das weiß ich nicht. Ich habe versucht, es heraus zu finden, aber es ist mir nie gelungen. Ich kam immer wieder nur zu einem Ergebnis. Ich liebe dich und ich will dich als meinen Lebenspartner.

Außerdem musst du dich selbst nicht so schlecht machen. Du bist nicht nur ein Stricher.“

„Warum willst du dich mit mir binden? Ich bin nicht gut genug für dich. Ich bin zu faul, einer regelmäßen Arbeit nachzugehen, bin verantwortungslos und noch nicht erwachsen. Mit 28.“

„Du sagst das seit Jahren. Es ist eine Ausrede.“

„Wieso Ausrede? Stimmt das etwa nicht?“

„Es ist die Ausrede mit der du meinen Antrag zurück gewiesen hast. Du hattest Angst vor meinen ehrlichen Gefühlen, vor meiner Liebe und vor der Verantwortung, die ein Vulkanier als Partner bedeutet. Nachdem du mich zurückgewiesen hattest, hast du dich richtig in deine Arbeit als Stricher gestürzt.“

„Ich hatte kalte Füße bekommen. Vielleicht fürchtete ich mich vor meinem eigenen Glück.“

„Ja, nur deshalb hast du es abgelehnt. Du wolltest nicht erwachsen werden, wolltest keine Verantwortung übernehmen. Du hast es vorgezogen, das Altbekannte zu tun. Du wolltest dich nicht auf deine Zukunft einlassen.“

„Bin ich denn bereit für meine Zukunft?“

„Du musst dich einfach dafür entscheiden.“

Manuel lachte glücklich. „Das werde ich.“

Er drehte sich um und zog den Vulkanier in seine Arme, küsste ihn ungestüm.

Soldur warf ihn mit einem Stöhnen auf den Rücken, presste sein hartes Geschlecht an ihn. Ungeduldig begann er, Manuel die um ihn gewickelte Decke vom Körper zu reißen.

„Was ist mit dir?“ Manuel war erschrocken über Soldurs heftige Reaktion.

„Ich...“, der Vulkanier schluckte, versuchte sich zu beruhigen, „es ist soweit bei mir. Ich kann mich nur noch schwer beherrschen. In wenigen Wochen komme ich ins Pon Farr und ich...am liebsten wäre es mir, wenn ich es mit dem Mann erleben könnte, den ich liebe...denn dabei wird eine permanente Bindung geformt...“

„Mit mir...“ Manuel verstand.

Er zog Soldur, der sich aufgerichtet hatte, wieder auf sich.

„Noch einmal werde ich nicht zu feige sein. Ja, ich will.“

„Du...meinst das ernst...Ich meine, überlege es dir genau. Es ist nicht einfach mit einem Vulkanier...“

„Verdammt...ich will es doch! Ich weiß, dass sich mein Leben ändern wird. Aber ich werde es mit dir verbringen. Ja, ich will mich mit dir binden.“

Manuel drehte seinen Vulkanier auf den Rücken und küsste ihn mit aller Liebe, die für diesen Mann in ihm war.

Doch Soldur konnte die Zärtlichkeiten nicht erwidern, denn Tränen des Glücks quollen ihm aus den Augen.

„Geliebter, ich...ich habe mich nicht unter Kontrolle...weil ich so glücklich bin...lass mich aufstehen...nur für jetzt...ich brauche eine halbe Stunde Zeit, um mich zu sammeln...dann komme ich zurück ins Bett...warte auf mich...ich drehe die Temperatur wieder hoch...du hast sicher nichts dagegen...“

Er schob Manuel von sich, stand auf und kniete sich in eine Ecke des Raumes, um in der Meditation etwas Kontrolle wieder zu gewinnen.

Die Kontrolle, die ihm entglitten war, als sein Freund >Ja< gesagt hatte.

 

°°°°°°°°°°°

 

Es war nach Mitternacht und Jim und Spock hatten es sich in des Captains Kabine gemütlich gemacht. Sie hielten sich an ihren Gläsern fest und versuchten stumm, die Ereignisse der letzten Stunden zu verarbeiten.

Cassius Tolstens Verletzungen waren ausreichend behandelt worden und er befand sich inzwischen in der Arrestzelle. Kirk hatte seinen Bericht an die Sternenflotte geschickt und diese hatte die Behörden auf Loomis 3 informiert. Tolsten würde dort von Bord gebracht und angeklagt werden. Er würde sicher viele Jahre im Gefängnis und in psychatrischen Einrichtungen verbringen müssen...Kirk war froh, dass er nicht den Befehl erhalten hatte, ihn woanders hin zu bringen. Er wollte diesen Irren nicht an Bord seines Schiffes durchs All kutschieren müssen.

Wie von Spock und Gerald McCallum vorausgesagt, war von einer Anklage gegen Soldur abgesehen worden. Offensichtlich kannte man bei der Flotte die entsprechenden vulkanischen Traditionen sehr genau.

Außerdem waren zwei Föderationsschiffe nach Grondbergen unterwegs, um die Oberhoheit dieser irdischen Kolonie zu übernehmen. Einige Regierungsmitglieder erwartete ebenso wie Cassius Tolsten eine Anklage, denn sie hatten gegen Föderationsgesetze verstoßen als sie die Flucht von Tolsten geheim gehalten hatte. Vor allem aber wollten die Gesandten der Föderation sich auf Grondbergen um die Opfer dieses Systems kümmern.

Captain Kirk und Gerald McCallum hatten das mit Erleichterung zur Kenntnis genommen.

Auch, als sie erfahren hatten, dass sich Manuel endlich für seinen Vulkanier entschieden hatte.

„Na endlich“, hatte sein Vater glücklich geseufzt. Vor Freude spielte seine Dudelsackband noch einmal auf dem Freizeitdeck und trieb damit die Besatzungmitglieder in ihre Kabinen. Nun, zumindest einen Teil von ihnen.

 

°°°°°°°°

 

„Es ist faszinierend und sehr lehrreich zu sehen, dass Menschen offensichtlich nicht in der Lage sind, mit ihrer Sexualität angemesen umzugehen. Weder im persönlichen noch im juristischen Bereich. Der junge Mr. McCallum verkauft seinen Körper ohne Not an andere Männer und Frauen. Der Gläubige Mr. Tolsten hält das für unmoralisch und will ihn mit grausamer Folter dafür bestrafen. Du hast gehört, was McCoy gesagt hat. Es hat ihn sexuell erregt, Manuel und seine anderen Opfer zu quälen. Er hat damit seinen Geschlechtstrieb befriedigt. Ich finde den Umgang der Menschen mit Sexualität unbeständig. Ich kann kein Muster erkennen.“

„Wir haben unterschiedliche Vorstellungen über Sexualität. Wir orientieren uns dabei zwar ebenso wie bei anderen Dingen an unseren eigenen Vorgaben, an den Rechten und den Pflichten, die jeder hat, aber Gefühle lassen sich nur sehr schwer in Muster pressen. Wenn dann noch Fanatismus oder seelisches und geistiges Ungleichgewicht hinzukommen....“

Spock stellte das Glas ab und starrte nachdenklich auf seine Hände. „Wie soll ich als Vulkanier damit zurecht kommen, Jim? In Bezug auf dich und mich. Du warst bisher nicht besonders beständig in deinem Privatleben. Aber als Vulkanier brauche ich Beständigkeit. Und ich brauche dein Versprechen, dass du mir...“, er sah Jim unsicher an, „treu sein wirst. Immer.“

Jim sah seinem Freund fest in die Augen. „Ich verspreche es dir, habe es dir schon vor Monaten versprochen. Aber du hast trotzdem gezögert. Hast du mir nicht geglaubt?“

Spock schwieg eine Weile, dann stand er mit einer schnellen Bewegung auf, ging ein paar Schritte und stellte sich mit dem Rücken zu Kirk.

„Die Wahrheit ist....ich bin so unsicher. Nicht was eine Beziehung mit dir betrifft, nur wegen der Sexualität. Ich war schon mit Frauen zusammen, aber nie aus eigenem Willen, sondern unter Einflüssen, die mich in gewisser Weise dazu zwangen. Ich hatte noch nie...aus freiem Willen Sex.“

„Spock. Das was du mir gerade gesagt hast, weiß ich. Mach dir doch darum bitte keine Gedanken. Wir passen so gut zusammen, da wird sich im Bett eines zum anderen fügen.“

„Ich habe eine gewisse...Angst davor, mich fallen zu lassen.“

„Aber warum mir gegenüber? Wir lieben uns und sind uns einig darüber, dass wir zusammen bleiben wollen.“

Spock drehte sich zu Jim um. „Ich will mich fallen lassen, Jim, ich will es. Aber mir als Vulkanier fällt das schwer. Deshalb habe ich dich so lange warten lassen.“

„Wie ist das bei Soldur? Er geht mit dem Thema offensichtlich anders um. Ist er ein so ungewöhnlicher Vulkanier?“

„Er ist unter Menschen aufgewachsen und orientiert sich nur soweit wie unbedingt erforderlich an vulkanischen Maßstäben. Er stand auch nie wie ich unter dem Druck, ein besonders perfekter Vulkanier zu sein.“

„Oh Spock...suchst du Ausreden, um den letzten Schritt nicht gehen zu müssen? Hast du wirklich immer noch Angst?“

Spock trat zögernd zu seinem Freund.

„Ja, aber ich will es. Jetzt und immer wieder.“

Er ergriff zaghaft Jims Hände.

 

In Spocks Augen war die Unsicherheit nicht zu übersehen. Aber auch nicht der Wille, jenes Gefühl zu überwinden, dass ihn in den letzten Monaten davon abgehalten hatte, sich in Jims Versprechen von Liebe und Leidenschaft fallen zu lassen.

Der Mensch wusste, er würde sehr vorsichtig und gefühlvoll damit beginnen müssen, seinem Vulkanier die körperliche Seite der Liebe zu zeigen. Er zog Spock an sich, drückte ihn an seinen Körper. Der Vulkanier schmiegte sich in seine Arme, vergrub den Kopf an seiner Schulter.

„Zeig es mir, Geliebter“, flüsterte er, „zeig mir die Liebe, lass die Leidenschaft in mir erwachen...“

 

Das ließ Jim sich nicht zweimal sagen. Ohne es noch weiter hinaus zu zögern, ließ er seine Hände unter Spocks Uniformhend gleiten und streichelte die heiße Haut. Bevor der Vulkanier es sich anders überlegen konnte, zog er es ihm mit sicheren Bewegungen über den Kopf.

War das Panik in Spocks Blick? ‚Bitte nicht’, dachte Jim, ‚nicht schon wieder..’

„Entspann’ dich. Ich bin’s, Jim. Der Mann, der dich liebt und den du liebst.“

Entschlossen, seinen Vulkanier nicht wieder loszulassen, zog er ihn auf das Bett und setzte sich auf seine Schenkel. Hauchzart glitten seine Finger über den schlanken Körper des Geliebten. Fast panisch packte der Vulkanier Jims Handgelenke, unterbrach seine Zärtlichkeiten.

Jim wartete.

Es dauerte nicht einmal eine Minute bis sich Spocks Finger lösten. „Mach weiter...“

Jim streckte sich auf ihm aus und küsste ihn auf den Mund. Zuerst kaum spürbar, dann intensiver und bald erwiderte Spock den Kuss. Es war nicht der erste Kuss und deshalb befand er sich noch fast auf sicherem Terrain. Aber jetzt...Jim bewegte sich, rieb sich an ihm und Spock spürte dessen Erektion. Fast wäre er wieder in Panik verfallen, aber da stieg in ihm ein Gefühl von Ärger über sich selbst auf. Er fasste den Entschluss, sein grundloses Zögern hier und jetzt zu beenden.

„Ich will es“, sagte er laut und warf Jim auf den Rücken. Dieser erschrak nicht, lächelte nur glücklich. Lächelte ihn an. So wie er es immer tat, seit sie sich kannten.

„T’hy’la...“, hauchte Spock, „lass uns nicht länger warten...“

Eilig und ungeschickt befreiten sie sich gegenseitig vom Rest ihrer Kleidung und mit einem entschlossenen Aufschrei entledigte sich Spock auch seiner selbst auferlegten Zurückhaltung....

 

Lustvoll erforschte jeder den Körper des anderen und Jim hätte am liebsten vor Freude über Spocks Leidenschaft gücklich gelacht. Doch dafür fehlte ihm der Atem in den kurzen Pausen zwischen Spocks Küssen. Er genoss das Gleiten des heißen und harten Körpers auf seinem, warf sich ihm entgegen. Auf einmal existierte Spocks frühere Zurückhaltung nicht mehr. Er ließ seinen Gefühlen für Jim freien Lauf, berührte ihn wie er es sich schon lange heimlich gewünscht hatte.

Seine heiße Zunge glitt über die Haut seines Geliebten, sein Mund schloss sich um sein Geschlecht.

Jim ließ sich Spocks plötzliche Lust gefallen, genoss den unerwarteten Wechsel ihrer Rollen. Eigentlich hatte er es sich in den schönsten Farben ausgemalt, wie er seine Zunge über das Geschlecht des Vulkaniers würde gleiten lassen, um das Feuer in ihm zu wecken. Jetzt war er es selbst, der hier auf dem Rücken lag...

 

 

Jim hatte Spock zügeln müssen, sonst wäre es schmerzhaft geworden. Als der Vulkanier nämlich versuchte, seine Zurückhaltung über Bord zu werfen, schoss er unbeabsichtigt und wehrlos gegen sich selbst über das Ziel hinaus.

Als der Vulkanier kurz davor war, ohne Vorbereitung in ihn einzudringen, konnte er ihn nur mit viel Kraft davon abhalten. Hastig hangelte er nach dem Gleitgel.

„Moment...wir müssen das hier benutzen...“

Er drückte dem Vulkanier etwas von dem Gleitgel in die Hand. Spock sah es verständnislos an.

„Du musst mich damit vorbereiten, sonst ist es nicht angenehm sondern schmerzhaft.“

Jetzt setzte Spocks Verstand wieder ein und er nickte. Er drückte ungeduldig Jims Schenkel auseinander und bereitete ihn vor...

Jim drängte sich dem heißen Finger entgegen, der sanft seinen Eingang massierte, genoss das erste vorsichtige Eindringen Spocks.

Viel zu schnell zog dieser den Finger zurück und drang mit seiner Erektion in ihn ein....

 

°

 

Aneinander geschmiegt genossen sie den Nachhall ihrer Lust. Doch Spock spürte noch etwas anderes.

„Ich habe dir wehgetan, Jim...es...tut...mir leid. Ich konnte mich nicht beherrschen.“

Jim strich ihm beruhigend über den Rücken.

„Ist schon gut, Spock. Es war nur am Anfang schmerzhaft, danach habe ich nur noch Lust gefühlt.“

„Wenn wir es wieder tun, werde ich vorsichtiger sein.“

„Wenn wir es wieder tun...?“ Jim lachte glücklich. „Das hört sich gut an........“

 

 

Ende