neu: Loyalität (House MD, gen, PG, House, Tritter)
Titel: Loyalität
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Charaktere: House, Tritter
Rating: gen, PG, A/R
Beta: T’Len
Archiv: ja

Summe: Tritter ist auf der Suche nach House’ Schwachstellen... Oneshot, kurz (hat als Drabble begonnen) – A/R, da sich die Story nicht direkt in den canon-Zeitrahmen (irgendwo um 3.07 Son of a Coma Guy) einfügen lässt.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



„Sie arbeiten lange, Doktor House. Sieht so aus, als hätten unsere Berufe so ihre Gemeinsamkeiten.“

House stoppte nicht, drehte sich nicht um, als hinter ihm die Stimme erklang. Alleine seine Finger schlossen sich fester um den Griff seines Stocks und vielleicht lehnte er sich ein wenig schwerer darauf, als er seinen Weg zum Parkplatz fortsetzte. Er hatte am Morgen sein Motorrad zurückbekommen und war trotz des winterlichen Wetters damit zur Arbeit gefahren.

Tritter holte ihn problemlos ein und lief neben ihm her. Kaute seinen Nikotinkaugummi und ließ ihn mit der Zunge schnalzen. Seine Hände steckten tief in den Taschen seines Jacketts. Es schien ihn nicht zu irritieren, dass House ihn ignorierte. „Ich habe mich heute mit Ihrem Team unterhalten. Es war nicht einfach, sie scheinen Ihnen gegenüber sehr loyal zu sein.“ Er lachte leise, als amüsiere ihn diese einseitige Unterhaltung.

House verfluchte wortlos Tritter, sein Bein und den rutschigen, feuchten Untergrund, auf dem er nur langsam vorankam, wenn er nicht riskieren wollte, vor den Augen des Cops auf sein Gesicht zu fallen. Er überlegte, Tritter... zufällig... seinen Stock vor die Beine zu setzen; die Krüppelkarte auszuspielen, selbst auf das Risiko hin, dabei ebenfalls eine Bruchlandung zu machen. Es wäre ihm ein paar Prellungen wert, Tritter auf dem Boden zu sehen. Doch erstens war der Abstand zu Tritter zu groß, dass es wie ein Zufall aussehen würde. Und zweitens wusste er – selbst ein arroganter Mann - dass er den Cop damit nicht beeindruckte. Vielleicht erwartete Tritter etwas ähnliches von ihm. Er würde ihm sicher keinen Gefallen tun.

Tritter sah zu ihm hinüber. „Es hat mich erstaunt, wie einig sie sich in ihren Aussagen waren. Das ist selten. In einem Team gibt es immer Kompetenzrangeleien. Jeder möchte besonders gut vor dem Boss dastehen.“

Sie hatten endlich den Parkplatz erreicht und House steuerte die Repsol an.

„Doktor Cameron schien allerdings sogar bereit, mir die Augen auszukratzen. Sie scheint Sie sehr zu... verehren. Selbst Doktor Cuddy hält große Stücke auf Sie.“ Tritter ließ seinen Kaugummi schnalzen. „Sie haben offenbar... einen Schlag bei Ihren weiblichen Kollegen.“

Er ignorierte die Worte des Cops. Tritter versuchte offenbar, ihn zu einer Reaktion zu provozieren. Sehr plump.

Ein feiner Reifüberzug glitzerte auf der Repsol wie eine frische Lackschicht. Er ließ den Stock in die Halterung einrasten und lehnte sich leicht gegen das Motorrad, zur besseren Balance, als er den Helm aufsetzte. Er würde Tritter nicht die Genugtuung bieten, ihn noch mal wegen eines Strafzettels eine Nacht in eine Zelle zu stecken.

Tritter setzte seine widerliche Angewohnheit fort und ließ den Nikotinkaugummi schnalzen. „Aber vielleicht sehe ich das auch etwas zu einseitig... Doktor James Wilson ist ein sehr enger Freund von Ihnen, nicht wahr?“ Er lächelte mit unschuldig geweiteten Augen, als House zu ihm herumfuhr – für einen Mann, der mit einem Stock ging, sogar erstaunlich schnell.

Ohne hinzusehen, griff House nach hinten und hielt sich am Lenker der Repsol fest, als der Schmerz in seinem Bein aufflammte. Es war ihm egal, wie das in Tritters Augen aussah. „Wilson hat nichts mit all dem zu tun.“

Tritter grinste und kam näher. Nahe genug, dass House den kalten Rauch an ihm riechen konnte. „Nein“, entgegnete er... fast sanft. „Nein, ich denke – ich weiß – dass Dr. Wilson der Dreh- und Angelpunkt in diesem Fall ist. Er ist Ihr Schwachpunkt, nicht wahr? Nicht die Pillen, das war mein Irrtum. Ihre Loyalität zu ihm... Ihre... Freundschaft.“ Er nickte und tippte sich an einen imaginären Hut. „Gute Nacht, Doktor House.“ Tritter wandte sich ab und ging.

House dachte, er könne ihn pfeifen hören, als er ihm nachsah, gegen die Repsol gelehnt. Er hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass er Detective Tritter möglicherweise unterschätzte...

Ende