neu: She left a knife in my back (House md, het, NC-17)
Titel: She left a knife in my back
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Pairung: House/Stacy, Wilson/House
Rating: het NC-17, slash PG
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Bezug auf: 2.10 „Failure to communicate“ + 2.11 „Need to know“ – Die missing scene zwischen House’ und Stacy, und ein alternatives Ende, bei dem Wilson wieder zurückkommt.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Lyrics: B.B. King (Und eine Runde Brownies für alle, die wissen woher dieser Song stammt ‚g’)



Woman makes you stupid,
Every man's a hound,
She says love's an ocean,
That she pulled you in to drown.


Er blieb einen Moment bei der Tür stehen, beobachtete sie, beobachtete ihre Augen, als sie die Veränderungen bemerkte, die er seit ihrem Auszug vorgenommen hatte. Ihr Gesicht verriet nichts davon, was sie dachte. Vielleicht war es das gewesen, was ihre Beziehung so lange am Leben erhalten hatte – er war sich nie ganz sicher, was sie dachte. Sie war eines der wenigen Puzzle, die er nie zufriedenstellend lösen konnte.

Sie zog ihren Mantel aus und legte ihn über den Rücken der Couch, als wäre sie von einem Einkaufsbummel zurückgekommen – und nicht zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren wieder in der Wohnung, in der sie so lange mit ihm gelebt hatte. Sie drehte sich zu ihm um, sah ihn wie angewurzelt bei der Tür stehen, die langsam von selbst hinter ihm ins Schloss fiel, und lächelte.

Es war das gleiche Lächeln wie im Hotel am Flughafen in Baltimore; das gleiche Lächeln, das auf ihren Lippen war, als sie zu erklären versuchte, warum sie hier geblieben war, um auf ihn zu warten – da war auch irgendetwas von Curry, doch er war zu abgelenkt von der Art, wie sie ihn ansah, um ihren Worten wirklich zu folgen. Spielte es eine Rolle, was sie sagte? Nicht mit ihren Händen auf seiner Brust; nicht mit ihren Fingern, die das Revers seines Mantels griffen und ihn zu ihr herunterbeugten. Nicht, wenn ihr Mund so dicht an seinem war, dass er ihren Atem auf der Haut spürte, als sie ihm sagte, dass er einmal im Leben still sein solle... Um ihn dann zu küssen. Er war sich sicher, dass sie es gewesen war, die ihn zuerst küsste.

Für einen Moment dachte er daran, sie von sich weg zu stoßen; sie daran zu erinnern, dass sie Marks Ehefrau war, und das etwas bedeutete und er nicht... Aber dann... sie war hier, richtig? Sie hatte das alles arrangiert – gut, nicht den ausgefallenen Flug, nicht das schlechte Wetter, aber sie hatte das Hotelzimmer gebucht. Sie hatte ihn gezwungen, mit nach Baltimore zu kommen, obwohl sie genau wusste, dass er die Eintönigkeit und das Warten beim Fliegen hasste.

Er wusste, warum sie hier war; sie hatte es ihm gesagt, damals in seinem Büro, nachdem er Marks Diagnose gefunden hatte.

Er war sich nicht sicher, warum er blieb.

Bevor sie im Eingangsbereich zur Klinik plötzlich vor ihm gestanden hatte, war er überzeugt gewesen, sie in der Vergangenheit, gemeinsam mit der Erinnerung, wie es gewesen war, sich ohne Schmerzen zu bewegen, hinter sich gelassen zu haben.

Als Wilson ihn auf den Gravedigger-Karten sitzen ließ, und schließlich damit rausrückte, dass er sich mit Stacy zum Abendessen traf, war er gekränkt gewesen – wer nicht, wenn er dahinter kam, dass sein Liebhaber seit fünf Jahren heimlich Kontakt zu seiner Ex-Freundin hielt? Aber er hatte nicht weiter über sie nachgedacht.

Er drehte das Gesicht ein wenig zur Seite, als er an Wilson dachte, presste seine Lippen gegen ihre weiche Wange, atmete ihren noch immer überraschend vertrauten Geruch ein. Sie hatte nicht einmal das Parfum gewechselt.

Etwas anderes hatte sich ebenfalls nicht sehr geändert – ihre Reaktion auf ihn. Er grinste unwillkürlich, fühlte einen bittersüßen Triumph, als sie die letzten Zentimeter zwischen ihnen überbrückte und sich an ihn schmiegte. Automatisch glitt sein linker Arm um ihre Taille, um sie fest zu halten. Ohne den Blick von ihr zu lösen, warf er seinen Stock aufs Bett, verlagerte sein Gewicht auf das linke Bein und hob die nun freie, rechte Hand, um seine Finger in ihr Haar gleiten zu lassen. Sie roch nicht nur wie früher, sie schmeckte auch so, wie er feststellte, als er sie küsste.

Dann piepste ihr Handy. Und pflichtbewusst, wie sie war, ging sie ran. Gerettet von seinem inkompetenten Team. Er wusste nicht, ob er wütend oder erleichtert sein sollte.



Woman makes you stupid,
Always playin' with your head,
Next time you'll be smiling,
Is the day you wake up dead.



Jetzt, zurück in Princeton, zurück in seiner Wohnung, würde sie niemand stören. Sein Handy war noch immer ausgeschaltet in seiner Tasche vergraben und Stacys steckte abgeschaltet in ihrer Handtasche.

Alles, was es brauchte, um sie wieder in deine Arme zu treiben, war also ein Streit mit Mark?, fragte eine Stimme in seinem Kopf. Und sie klang verdächtig wie Wilson. Aber Wilson war nicht hier. Er war bei seinen Patienten oder Julie oder vielleicht war er auch mit dieser Krankenschwester zusammen, mit der er sich unterhalten hatte, als er ihn gestern anrief.

Er ließ seine Tasche fallen, wo er stand, legte den Helm darauf und durchquerte den Raum. Als er vor ihr stand, musterte er ihr Gesicht, versuchte darin zu lesen, warum sie hier war, warum sie... Er öffnete den Mund, um sie zu fragen; denn selbst wenn es sie dazu bringen würde, zu gehen, er musste wissen, warum... Doch bevor er etwas sagen konnte, legte sie einen Finger über seine Lippen.

Und plötzlich war das Warum nicht mehr wichtig.

Sie wandte sich von ihm ab und verschwand im Schlafzimmer. Nach einem Moment folgte er ihr.

Stacy schien keine Zeit verlieren zu wollen, als er den Raum betrat, war sie gerade dabei, ihre Bluse aufzuknöpfen. Der Rest ihrer Kleidung lag bereits über einem Stuhl. Sie verharrte und sah zu ihm auf, wieder dieses undeutbare Lächeln auf ihren Lippen und den verschlossenen Ausdruck in ihren Augen.

Er wusste plötzlich, an was sie dachte, vielleicht weil er an das gleiche denken musste, als er sie mit den Knöpfen ihrer Bluse spielen sah.

An den Anfang ihrer Beziehung, als sie beide zu viel getrunken hatten, und eine Bemerkung seinerseits zu einer Wette führte – die darin gipfelte, dass sie für ihn strippte. Nicht hier in seiner Wohnung, sondern vor den Augen aller Gäste in einem Stripclub in Trenton. Und daran, wie kurz bevor sie das letzte Kleidungsstück fallen ließ, seine Eifersucht über den Alkoholnebel in seinem Kopf siegte, und er sie von der Bühne und durch den Hinterausgang zerrte.

Sie schafften es nicht einmal mehr bis zum Parkplatz, bis zu seinem Auto, wie in einem billigen Porno presste er sie hinter dem Club gegen die Wand. Ihre Hand war an seinem Reißverschluss, noch bevor die Tür neben ihnen wieder ins Schloss gefallen war, und Sekunden später hatte er ein Kondom übergestreift und drang in sie ein.

Zwei Tage später packte sie ihre Sachen und zog in seine Wohnung in der Baker Street.

Aber die Erinnerung daran führte unwillkürlich auch zur Erinnerung an einen Abend, an dem sie einen letzten, verzweifelten Versuch unternommen hatten, dieses Gefühl aus dem Anfang ihrer Beziehung wieder zu neuem Leben zu erwecken.

Und natürlich war es von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Drei Monate nach der OP, eineinhalb Monate nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, mit all den ausgesprochenen – und unausgesprochenen – Vorwürfen zwischen ihnen; zwischen den Schmerzen, zwischen Hass und Betrug und Verzweiflung, versuchten sie diesen magischen Moment, die alte Leidenschaft wieder zu finden.

Es endete mit einem Desaster, mit beißenden Worten und einer in Tränen aufgelösten, gedemütigten Stacy, die ihre Kleidung zusammen raffte und die Wohnung fluchtartig verließ.

Es dauerte keinen Monat mehr, bis sie endgültig auszog und er alleine blieb mit den Schmerzen, seinem Stock und seiner neuen, großen Liebe Vicodin.

Er schob diese Erinnerung weg. Doch sie hatte bereits einen bitteren Geschmack in seinem Mund hinterlassen und der weißglühende Schmerz in seinem Bein ermahnte ihn, dass er sich hinsetzen sollte. Jetzt sofort. Also setzte er sich aufs Bett, darauf achtend, dass sein Stock in Reichweite war und lehnte sich zurück, auf die Ellbogen gestützt.

Stacy war seinen Bewegungen gefolgt, hatte sich ihm zugewandt und für einen langen Moment musterte sie sein Gesicht.

Er war sich nicht sicher, was sie suchte. Vertrauen? Liebe? Lust? Er konnte ihr sicherlich das letztere bieten. Seit er in Baltimore ihren Körper an seinem gefühlt hatte, wollte er sie zurück in seinem Bett, wollte spüren, wie sie sich für ihn öffnete. Vergebung? Er hatte keine zu geben. Er konnte nicht vergeben, was er nicht vergessen konnte, weil sein Bein ihn vierundzwanzig Stunden täglich daran erinnerte, was sie getan hatte. Und Liebe? Liebe war nur eine Lüge...

Als sie neben ihm auf das Bett glitt, schloss er die Augen. Um sie gleich darauf wieder zu öffnen. Er konnte es nicht ertragen, sie nicht zu sehen; nicht zu wissen, was sie als nächstes tat. Aber gleichzeitig blieb er völlig passiv, womit er sie verunsicherte, aber nicht stoppte.

Sie schob den Mantel, den er immer noch trug, über seine Schultern nach hinten und er hob die Arme, schlüpfte aus den Ärmeln. Sie kniete neben ihm auf dem Bett, auf seiner linken Seite, wie ihm nicht entging, und begann, sein Hemd aufzuknöpfen.

Seit der Landung hatten sie kein Wort gewechselt und auch jetzt konnte er an nichts denken, was er ihr hätte sagen können. Und als ihre Hände unter sein T-Shirt glitten, gab er das Denken auf, konzentrierte sich nur noch darauf, wie gut sie sich auf seiner Haut anfühlten... anders, aber genauso gut wie James’ Hände...

Innerhalb von Minuten hatte sie ihn bis auf die Jeans von aller überflüssigen Kleidung befreit. Und es schien, als hätte auch Stacy nichts vergessen. Ihre Hände und ihr Mund schienen sich an alles zu erinnern, fanden mit Leichtigkeit all die Stellen auf der Landkarte seines Körpers wieder, die ihn verrückt vor Erregung machten. Ihre Zähne an der weichen Haut seines Nackens, seines Halses; ihre Fingernägel, die feine weiße Linien auf seiner Brust hinterließen. Schließlich ihre Handfläche, die sich gegen den Schritt seiner Jeans presste, gegen seine dahinter eingesperrte Erektion.

Er sah zu ihr auf und da war mehr als nur Lust in ihren Augen, es war fast so etwas wie... Macht? Für einen Moment hatte er das Gefühl, dass sie es wusste - dass sie wusste, warum Wilson sie seit ihrer Rückkehr ans PPTH mit merklicher Kühle behandelte; dass sie endlich verstanden hatte, warum sie an so vielen Samstagen von der Arbeit nach Hause gekommen war und James in ihrer Dusche vorfand, die Tasche mit seinen ordentlich gepackten Joggingklamotten auf der Couch neben ihrem Freund. Was er an all diesen Abenden in Wirklichkeit getan hatte, wenn er sagte, er würde sich mit Wilson in einer Bar treffen, um ein Spiel zu sehen. Oder warum James immer auf ihrer Couch endete, wenn er mal wieder Ärger mit seiner Frau hatte; so regelmäßig, dass Bonnie eines Tages wutentbrannt im Krankenhaus auftauchte, wo sie alle drei in der Cafeteria zu Mittag aßen und sie ihn vor den Ohren und Augen seiner Kollegen beschuldigte, hinter der Freundin seines besten Freundes her zu sein.

Hatte sie endlich verstanden, dass er sie mit allem geliebt hatte, was er zu geben hatte – aber eben nicht mehr? Dass es lange vor dem Infarkt; lange bevor sie sich zum ersten Mal begegnete waren, einen Teil von ihm gegeben hatte, den sie nicht berühren konnte? Dass er ihr nie treu gewesen war, nicht weil er es nicht konnte, sondern weil er es nicht wollte?

Nein. Sie konnte nichts davon wissen, sonst wäre sie jetzt nicht hier, nicht in seinem Bett, in dessen Kissen noch James’ Geruch hing.

Er drehte den Kopf zur Seite und drückte sein Gesicht ins Kissen, als sie ihn rasch vom Rest seiner Kleidung befreite. Wollte ihre Reaktion nicht sehen, wenn ihr Blick auf die Narbe fiel. Das war zu oft geschehen; zu oft hatte er sie dabei beobachtet, wie sie auf die Ruine seines Oberschenkels starrte und wie ihr Gesicht hässlich mit Schuldgefühlen wurde.

Ihre Schuldgefühle schürten seine Wut – auf sich selbst, nicht früher verstanden zu haben, was mit seinem eigenen Körper vor sich ging; auf sein verräterisches Bein; auf die Inkompetenz seiner Kollegen, die ihn nur zu rasch als Drogensüchtigen auf der Suche nach einem neuen Kick abgetan hatten. Auf Cuddy, die ihre angeblich so hohen, ethischen Standards rasch gesenkt hatte, als es darum ging, seinen Willen zu ignorieren. Und auf Wilson, der nicht dagewesen war, als er ihn am meisten gebraucht hätte. Der mit Bonnie auf einem zweiten Flitterwochentrip war, um eine längst tote Ehe zu retten, anstatt Stacy aufzuhalten.

Diese neue Wut; addiert zu dem alten Schmerz aus seiner Kindheit, dem Zorn und den Ängsten eines misshandelten, ungeliebten Kindes; ließ ihn wie einen verletzten Wolf blindlings nach jedem beißen, der sich in seine Nähe wagte.

Er hatte plötzlich Angst, sie würde etwas sagen wollen; sich entschuldigen oder etwas ähnlich Sinnloses und drehte das Gesicht zurück, um sie anzusehen. Nicht die richtige Zeit, schon gar nicht die richtige Gelegenheit, dieses Thema zu diskutieren. Ohnehin eine Diskussion, die er nie zu haben plante. Keine Verteidigung, kein Grund würde jetzt noch etwas daran ändern. Er biss die Zähne zusammen, als er sie gedankenverloren auf sein Bein starren sah. Da war nur ein Weg, von dem er wusste, wie er sie ablenken konnte und er setzte sich auf, griff nach den offenen Enden ihrer Bluse und zog leicht daran.

Stacy verstand den Hinweis. Sie sah auf und sie lächelte, wenn es auch ein wenig gezwungen wirkte – und rückte näher zu ihm, damit er sich vorbeugen und sie küssen konnte, als er es ihr gleichtat, sie auszog und seine Hände ihren Körper erkunden ließ. Die Kontrolle übernahm.

Die Hände links und rechts von ihren Schultern aufgestützt, sah er einen Moment auf sie hinab, auf ihre geschlossenen Augen. Auf die Lider, die ihn ausschlossen und er fragte sich unwillkürlich, ob sie an Mark dachte. Ob sie das Gefühl von seinem Körper an ihrem mit dem ihres Mannes verglich. Oder war es umgekehrt?, amüsierte er sich einen Augenblick. Dachte sie an ihn, wenn sie mit Mark schlief? Er hatte ihn gesehen. Es gab nichts, in dem sie sich glichen.

Bevor sie die Augen öffnen und er Gewissheit erlangen konnte, senkte er den Kopf und ließ seinen Mund über ihre Brüste gleiten. Mit halber Aufmerksamkeit lauschte er auf ihren Atem, auf ihr Aufstöhnen, als sich ihre Brustwarzen unter seiner Zunge zusammenzogen.

Was immer auch ihre Gründe gewesen waren; wie auch immer sie vor sich selbst rechtfertigte, was zwischen ihnen geschah; er spürte plötzlich das Verlangen, ihr zu zeigen, was sie aufgegeben hatte. Auch wenn er es gewesen war, die sie aus seinem Leben getrieben hatte.

Er glitt tiefer, presste einen Moment seine Lippen gegen ihren Nabel. Spürte wie ein Schauer durch ihren Körper rann und ihre Beine sich weiter öffneten.

„Greg?“

Er war sich nicht sicher, was sie fragte – und im Grunde interessierte es ihn auch nicht – ihr Körper sprach für sie. Und er ließ seine Zunge antworten, statt nach Worten zu suchen. Der erstickte Laut, der aus ihrem Mund kam und das Zucken ihrer Hüften, als er mit seiner Zunge in sie eindrang, verkündeten ihre Niederlage.

Dann gruben sich ihre Fingernägel fast schmerzhaft in seine Kopfhaut. „Nicht“, flüsterte sie. „Komm’ her.“

Wieder fragte er nicht nach ihren Gründen, sondern streckte sich neben ihr aus, so dass sein ganzes Gewicht auf seiner linken Seite lag. Er griff über sie hinweg, holte ein Kondom aus der Schublade der Ablage neben dem Bett und legte es in ihre Handfläche. Zum letzten Mal gab er ihr eine Chance, dies zu beenden, bevor sie noch weiter gingen.

Stacy sah ihn nicht an, als sie die Verpackung aufriss und das Kondom über seinen steifen Penis abrollte.

Die Hände auf seine Schultern gelegt, machte sie Anstalten, ihn zurück zu drücken, und sich über ihn zu knien. Die wenigen Male, die sie nach der OP Sex hatten, waren in einer anderen Position nicht möglich gewesen. Entweder befriedigte sie ihn oral, was den bitteren Geschmack der Demütigung hinterließ, dass er nicht in der Lage war, dafür zu sorgen, dass sie auch etwas davon hatte. Oder schlimmer noch, ihre Bemühungen erfolglos blieben und er es nicht über sich brachte, ihr zu erklären, welche Nebenwirkung opiate Schmerzmittel wie Vicodin auf die Libido hatten. Oder sie kniete über ihm, was gleichermaßen verkrampft vor sich ging, weil sie ständig darauf achten musste, die frischen Narben nicht zu berühren, überhaupt sein komplettes, nutzloses rechtes Bein im Weg war.

Er schob ihre Hände zur Seite und als er die Verwirrung in ihrem Gesicht sah, küsste er sie, presste sie dabei langsam zurück in die Kissen, bis sie vor ihm lag. Sein Blick ließ ihren nicht los, als er über sie glitt, zwischen ihre Beine. Vielleicht war es nicht ganz perfekt, weil er stärker auf seiner linken Seite lehnte und er wusste, dass er wahrscheinlich später dafür bezahlen würde; aber er konnte es und er wollte ihr Gesicht sehen, wenn er es ihr zeigte. Ihr Atem stockte, als er in sie eindrang und er war sich sicher, dass ihre Nägel sichtbare Spuren auf seinem Rücken hinterließen.

Als sie seinen Namen flüsterte, ließ er den Kopf auf ihre Brust sinken und schloss alles andere aus, als das Gefühl ihrer Haut an seiner.

Falls es in diesem Moment eine dritte, oder vielleicht sogar vierte Präsenz in ihrem Bett gab, entschlossen sie beide, es zu ignorieren.

* * *

Als sie sich vor dem Krankenhaus trennten, sah er ihr einen Moment nach. Ich will nicht, dass du gehst, hatte er in ihrem Büro zu ihr gesagt. Jetzt wusste er, dass er sie – und sich selbst – belogen hatte.



Woman makes you stupid,
When she shows a little tail.

I don't know why we need 'em,
Oh yeah: a coffin needs a nail!



Als die Tür zufiel, begann er zu warten. Darauf, dass Wilson zurück kam. Während ein Teil von ihm hoffte, dass er es nicht tat. Er wusste nicht, ob er noch mehr ertragen konnte.

Die letzten vierundzwanzig Stunden waren eine emotionale Achterbahn gewesen, und er hatte keine Minute Ruhe gefunden. Außer einem kurzen Abstecher in die Dusche in der Lounge starrte er die meiste Zeit auf das Whiteboard, dass seine Geheimnisse nicht preisgeben wollte. Wilson tauchte nicht auf, nicht einmal zum Lunch und er hatte sowieso keinen Hunger. Das Sandwich, das jemand – vermutlich Cameron – auf seinem Schreibtisch hinterlassen hatte, wanderte in den Müll.

Stacy auf dem Dach, in seinen Armen. Die Konfrontation mit Mark im Treppenhaus. Wilson... der nahezu identische Eindruck von Schmerz und Verständnislosigkeit in zwei Paar braunen Augen...

Gott, es war so verdammt ironisch. Er war der große, geniale Diagnostiker, der die Leute „las“ und ihnen ihre Lügen ins Gesicht schleuderte. Und dann kam Wilson, sein Wilson, Krawatten-und-Taschenschützer-Träger-Volvo-Fahrer James Evan Wilson und stellte sich vor ihn hin, um ihm seine Wahrheit wie ein Messer ins Herz zu rammen. Aber wieso auch nicht, es passte wunderbar zu dem, das Stacy vor sechs Jahren in seinem Rücken hinterlassen hatte.

Er rieb die Hand übers Gesicht. Er war so müde. Sein Kopf fiel hart zurück gegen die Mauer und... er machte es noch einmal, dieses Mal bewusst und mit aller Kraft dahinter, die er aufbringen konnte. Der Schmerz explodierte in seinem Hinterkopf und schoss von da aus durch seinen ganzen Körper und für einen Moment wurde es schwarz vor seinen Augen. Ein paar Sekunden lang hatte er das Gefühl, dass er sich im freien Fall befand und Panik erfüllte ihn.

Dann stoppte etwas seinen Fall.

Er öffnete die Augen, ohne sich jemals bewusst gewesen zu sein, dass er sie geschlossen hatte und fand Wilsons Blick auf sich gerichtet. Und James’ Hände auf seinen Armen.

„Eigentlich bin ich gekommen, um mich zu entschuldigen“, sagte Wilson leise. „Nicht für das, was ich gesagt habe. Sondern dafür, wie ich es gesagt habe.“ Er hob die linke Hand und berührte House’ Hinterkopf. Als er sie zurückzog, waren seine Fingerspitzen rot. „Ich hatte recht - du bist ein Idiot.“ Er wischte seine Hand an seiner Hose ab. „Komm’, ich fahr’ dich nach Hause.“

„Was?“ Verwundert sah House ihn an.

„Du willst dich doch nicht die ganze Nacht hier oben verstecken, oder?“ Wilson wich seinem Blick aus, als er sprach. „Es ist kalt, und...“ Er zuckte mit den Schultern.

„Wartet nicht Julie auf dich?“ Er musste die Frage stellen.

Wilson schüttelte den Kopf.

House hievte sein Bein von der Mauer, stellte sicher, dass sein Stock festen Halt hatte und ließ den Rest seines Körpers folgen. Vom langen Sitzen auf dem kalten Stein waren seine Muskeln ganz steif und er war plötzlich sehr froh, nicht auf dem Motorrad nach Hause fahren zu müssen. Er trat an Wilson vorbei zur Tür.

„Greg? Ist es jetzt vorbei?“, fragte James hinter ihm leise, als er die Hand bereits auf der Klinke hatte.

Er war sich nicht sicher, was Wilson meinte: die... Affäre mit Stacy? Oder ihre Beziehung? Er sagte nichts, öffnete die Tür und betrat das Gebäude.

Sekunden später war Wilson an seiner Seite, wie immer.


Ende