Titel: Ein echter Klassiker
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Pairung: Das Team
Rating: gen, Humor

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Eigentlich sollte Face nur ein wenig Benzin für den Van besorgen. Doch es endet mit einer Schusswunde an delikater Stelle...

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Aua“, beschwerte sich Face. „Geht das nicht ein wenig sanfter? Ich bin schließlich verletzt.“ Er funkelte Murdock wütend an, der ihm in den Van half.

 

„Hey, blute mir ja nicht den Sitz voll!“, bellte B.A., der das Einsteigen mit Argusaugen überwachte und sich dabei mehr um seinen kostbaren Wagen sorgte, als um Face Wohlbefinden. „Die wurden erst letzte Woche gereinigt.“

 

Hannibal schloss hinter den beiden die Tür und setzte sich auf den Beifahrersitz. „Versuch durch zu halten, bis wir in Bad Rock sind. Ich habe Maggie bereits angerufen. Sie erwartet uns.“ Er zog eine Zigarre aus der Brusttasche und zündete sie an. „Vielleicht legst du dich besser auf den Bauch.“

 

„Nein, ich dachte eher, ich mache einen Kopfstand“, schnappte Face wütend, um sich dann umzudrehen und Murdock anzufauchen, der nicht schnell genug den Sitz nach hinten klappte. Aufstöhnend streckte sich Face darauf aus und legte das Gesicht auf die Arme. Wie hatte alles nur so schief gehen können... Er verlor es doch nicht etwa? Sein Charme? Seine Gabe? Natürlich war das eine oder andere in letzter Zeit nicht so... Er gab ein Wehklagen von sich, als der Wagen ein Schlagloch traf. „B.A. kannst du nicht ein wenig vorsichtiger fahren?“

 

„Du kannst auch nach Bad Rock laufen, du Idiot“, bellte B.A. „Oder es per Anhalter versuchen, wenn dir mein Fahrstil nicht passt.“

 

„Also, wir wollen uns doch nicht streiten.“ Murdock mischte sich ein, seinen besten britischen Akzent bemühend. Er hatte eine Decke aufgetrieben und deckte seinen Freund fürsorglich zu. „Wir einigen uns darauf, dass B.A. ein wenig mehr auf die Straße achtet. Und der Faceman gibt zu, dass er in letzter Zeit nicht mehr so richtig in Form ist.“ Er ließ sich in den Sitz neben Peck fallen und tätschelte die Schulter seines Freundes. „Mach’ dir nichts draus, Kemosabe. Wir kommen alle in das Alter, in dem unsere Fähigkeiten nachlassen.“

 

„Hannibal!“, beschwerte sich Face. „Muss ich mir das von ihm gefallen lassen? Von einem Mann, der mit Socken spricht und an einem preisgekrönten Bonsai knabbert?“ Er stöhnte gequält auf – nicht nur, weil eine Bodenwelle den Schmerz neu aufflackern ließ, sondern auch weil er wehmütig an das todschicke Penthouse dachte, dass er für kurze Zeit, vorübergehend... ausgeliehen... hatte. Ein Fall von Verwechslung. Es war schließlich nicht seine Schuld gewesen, dass man ihn mit diesem Innenarchitekten verwechselt hatte. Doch dann war das Team bei ihm eingezogen und das Anknabbern von Mr. Toneys Bonsais war nur der Anfang vom Ende.

 

Hannibal nahm die Zigarre aus dem Mund. „Du musst zugeben, dass er da nicht ganz unrecht hat, Face. Du bist in letzter Zeit wirklich nicht so recht in Form. Du wolltest uns nur ein wenig Benzin besorgen, damit wir zur nächsten Tankstelle kommen. Aber Murdock und ich sammeln dich mit einem Benzinkanister und einer Schusswunde eine halbe Meile von hier entfernt auf. Das kann man nicht unbedingt den zufriedenstellenden Abschluss einer Mission nennen.“

 

„Es war ein... Versehen. Eine Verwechslung“, erwiderte Face durch zusammengebissene Zähne.

 

Murdock hüpfte auf seinem Platz herum, als hätte er einen Gummiball verschluckt – was er tatsächlich schon einmal gemacht hatte und daraufhin zwei Wochen unter furchtbaren... aber das war eine andere Geschichte. „Du hast mal wieder eine Frau angebaggert, um an das Zeug zu kommen“, krähte er fröhlich. „Aber diesmal hat dich ihr eifersüchtiger Ehemann erwischt. Du lässt wirklich nach.“

 

„Ich sagte doch, es war ein Missverständnis“, erklärte Face gekränkt. „Ich musste schließlich irgendeine Geschichte erfinden und konnte nicht einfach einen Kanister aus dem Schuppen stehlen. Das wäre unter meiner Würde.“

 

„Wenn du auf deine Würde verzichtet hättest“, entgegnete Hannibal beschwichtigend. „Dann wärst du bereits auf dem Weg zu uns gewesen, als ihr Mann nach Hause kam. Und er hätte sich nicht sein Schrottgewehr genommen und dir eine Ladung verpasst. Du kannst nur froh sein, dass er nur Steinsalz und nicht etwa Schrotkugeln geladen hatte. Ansonsten hätten wir mehr Grund zur Sorge, als nur zu überlegen, wie wir das Blut wieder aus den Sitzen bekommen.“

 

„Ich habe zumindest genug Benzin beschafft, damit wir zur nächsten Tankstelle kommen, oder etwa nicht?“ Face schnaubte verächtlich. „Und anstatt ein wenig Dankbarkeit zu ernten, muss ich mir euren Spott anhören.“ Er drehte den Kopf zur Seite und funkelte Hannibal wütend an. „Nimm’ deine Pfoten da weg“, fauchte er anschließend Murdock an, der nur die Decke zurechtrücken wollte, die bei einer besonders scharfen Rechtskurve verrutscht war.

 

Murdock hob beide Hände in einer abwehrenden Geste und rollte sich dann in seinem Sitz zusammen. Er hielt die Finger vor den Mund und begann, auf seiner unsichtbaren Mundharmonika zu spielen. Doch dieses Mal entlockte es Face weder ein Lächeln, noch ging er darauf ein. Murdock verstaute die Mundharmonika sorgfältig in der Innentasche seiner Jacke.

 

„Face, du musst zugeben, es hat etwas von einem Klassiker.“ Hannibal grinste. „Der jugendliche Liebhaber wird von einem eifersüchtigen Ehemann verfolgt und erhält dabei eine Ladung Steinsalz in den Hintern.“

 

Face stöhnte und vergrub das Gesicht wieder in den Armen.

 

„Da vorne ist eine Tankstelle“, brummte B.A. „Wird auch Zeit. Dieses Baby hier läuft schon auf den letzten Tropfen.“

 

„Häng’ mir nicht auch noch das an“, jammerte Face. „Ich wusste doch nicht, dass der Kanister nur halb voll war...“ Wozu brauchte man noch Feinde, wenn man solche Freunde hat.

 

 

Ende