neu: King met Queen (House MD, gen, pre-series: Wilson, Stacy)
Titel: King met Queen
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Charaktere: Stacy, Wilson
Thema: # 098. Authors Choice: Beziehungen
Word Count: 2021
Rating: gen, pre-series
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len fürs betalesen.

Summe: Stacy trifft sich mit Wilson, um ihm mitzuteilen, dass sie sich von House trennen wird.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics: Outkast




King meets queen, then the puppy love thing, together dream
Bout that crib with the goodyear swing
On the oak tree, I hope we feel like this forever
Forever, forever, ever, forever, ever?
Forever never seems that long until you're grown
And notice that the day by day rule can't be too long
Thoughts of me, thoughts of she, thoughts of he
Askin what happened to the feelin that her and me had



Wilson trat in Buckley’s Café und sah sich um. Er fragte sich, warum sie sich gerade hier mit ihm treffen wollte. Es war kurz vor Mittag und bald würde sich das Café mit hungrigen Studenten und Ärzten füllen und somit ungeeignet für ein ernsthaftes Gespräch sein.

Sie hatte ihm gesagt, dass sie heute nicht arbeitete, als er vorschlug, in ihr Büro zu kommen. Er fragte sich, ob es Greg schlechter ging und sie deshalb nicht arbeitete, aber hätte sie ihn dann nicht gebeten, bei ihnen vorbei zu kommen? Seit es mit seiner Ehe mit Bonnie trotz aller Rettungsversuche steil bergab ging und sie für eine Weile zu ihren Eltern nach Boston zurück gezogen war – wobei er nicht wirklich verstand, wie Distanz ihnen helfen sollte, Bonnies Hauptklage war doch, dass er nicht genügend Zeit mit ihr verbrachte, dass ihm seine Arbeit und seine Freundschaft mit Greg House wichtiger waren als seine Ehefrau – brauchte er keinen bestimmten Grund, um reinzuschneien. Vielleicht war Stacy nicht glücklicher darüber als Bonnie, aber sie kam nicht umhin zu zugeben, dass House zumindest für ein paar Stunden aus seinem Schneckenhaus kam, wenn Wilson da war. Sie ließ sie meistens nach einer Weile alleine, wenn Wilson begann, House für einen seiner Patienten auf der Krebsstation zu interessieren, der eine ungewöhnliche Reaktion auf die Behandlung gezeigt hatte oder sich irgendein bizarrer Fall in der Kliniksprechstunde ergeben hatte. Sie zog sich in den kleinen Raum zurück, den sie als Arbeits- und selten - auch als Gästezimmer nutzten.

Er entdeckte sie an einem Tisch für Zwei im hinteren Teil des Cafés und trat zu ihr. Sie sah auf, als er ihr gegenüber Platz nahm. „Hallo, Stacy.“

„James.“ Sie lächelte flüchtig. „Danke, dass du gekommen bist.“

Er musterte sie. „Immer. Ist etwas passiert? Ist mit House alles in Ordnung?“

Ein Schatten fiel über ihr Gesicht und sie senkte den Blick auf die Kaffeetasse, die vor ihr stand. Sie griff nach dem Löffel und begann, darin zu rühren. „Es geht ihm gut“, erwiderte Stacy und ein bitterer Unterton lag in ihrer Stimme. „Aber nach allem, was ich weiß, könnte er auch todkrank sein. Mit mir spricht er ja nicht darüber, wie es ihm geht.“

„Es tut mir leid“, entgegnete Wilson verlegen. „Ich dachte... Entschuldige, ich habe nicht gedacht.“ Es entstand eine natürliche Gesprächspause, als eine Kellnerin an ihren Tisch trat und nach seiner Bestellung fragte. Er bat sie um Kaffee und ein Sandwich, wenn er schon hier war, konnte er auch gleich etwas essen – und das Essen war hier um Längen besser als in der Cafeteria. Außerdem war es langweilig, alleine zu essen, obwohl er es eigentlich nicht vermissen sollte, jeden Bissen verteidigen zu müssen.

Sie schwiegen beide, während sie auf die Rückkehr der Kellnerin warteten und als sie seine Bestellung gebracht hatte, schob Stacy ihre Tasse von sich und stützte die Arme auf den Tisch vor sich. Wilson hatte sie schon einige Male so gesehen, es war eine Pose der Entschlossenheit. Aber er bemerkte auch die Angespanntheit in ihren Schultern, ihrem Gesicht – in den feinen Falten, die sich um Augen- und Mundwinkel zeigten.

Er gab Zucker und Milch in seinen Kaffee und rührte um. „Was kann ich für dich tun?“, fragte er dann.

„Ich habe einen neuen Job angeboten bekommen“, antwortete Stacy.

„Sag’ bloß, du wirst die Nachfolgerin von Pendergast und übernimmst die Rechtsabteilung des Krankenhauses, wenn er nächstes Jahr in Ruhestand geht.“ Die Gerüchteküche brodelte zur Zeit über und Stacy wurde als heißer Kandidat gehandelt. Allerdings hatte er noch nichts davon gehört, dass eine Entscheidung gefallen war.

Stacy schüttelte den Kopf. „Es ist ein Posten in einer Privatkanzlei, die spezialisiert auf Verfassungsrecht ist. Du weißt, dass ich das immer wollte. Das ist die Chance, auf die ich seit dem Studium gewartet habe.“

„Aber das ist doch großartig“, erwiderte Wilson, überrascht von dem Mangel an Begeisterung, der in ihrer Stimme lag. Sie war eine hervorragende Anwältin und eigentlich in der Rechtsabteilung des PPTH unterfordert. Er wusste, sie hatte den Posten in dem renommierten Krankenhaus nur als Sprungbrett gesehen, als ein glänzender Punkt in ihrer Vita. Dann begegnete sie beim Paintball House und war geblieben. „Das freut mich für dich.“

„Die Kanzlei ist in Short Hills.“

Okay. Das erklärte einiges, aber nicht, warum sie das mit ihm besprach und nicht mit House. „Das ist nicht gerade um die Ecke“, meinte er vorsichtig und brach ein Stück seines Sandwichs ab. Sein Mund war trocken und eigentlich hatte er überhaupt keinen Hunger mehr. „Willst du mir sagen, dass ihr einen Umzug plant? Oder... habt ihr vor, eine Wochenendbeziehung zu führen?“ Auch wenn House immer noch krankgeschrieben war, er hatte nie eine Andeutung gemacht, dass er nicht ans PPTH zurückkehren würde, wenn er dazu wieder in der Lage war. Und das war auch seine Hoffnung gewesen. Wenn Greg erst einmal wieder arbeitete, dann würde sich auch alles andere bessern. Er brauchte seine Arbeit, so sehr er Patienten verabscheute und über den Klinikdienst klagte.

„Sie haben mir geholfen, eine Wohnung in Short Hills zu finden.“

„Moment.“ Wilson wischte sich die Finger an einer Serviette ab. „Du hast bereits eine Wohnung? Eben hast du doch noch von einem Angebot gesprochen. Dann hast du dich schon entschieden, weg zu gehen? Was ist mit House?“

Stacy sah ihn nicht an. „Ich habe den Mietvertrag am Dienstag unterschrieben. Heute morgen habe ich meine Kündigung eingereicht und sie haben zugestimmt. Ich werde noch heute Nachmittag nach Short Hills fahren. Und am Montag kann ich meine neue Stelle antreten.“

Es trat eine Pause ein, als sich die Tür des Cafès öffnete und eine Gruppe Studenten eintrat, die die vorderen Tische bevölkerten.

Wilson räusperte sich. „Das klingt, als hättest du alles organisiert und geplant“, meinte er. „Aber ich sehe nicht ganz, wo House da reinpasst. Begleitet er dich, oder...?“

„Ich gehe allein.“ Stacy holte tief Luft. „Ich habe mich von Greg getrennt.“

Nach allem, was sie bisher gesagt hatte, ahnte er das bereits, aber trotzdem hatte er gehofft, sich zu irren. „Das klingt endgültig.“

„Es ist endgültig.“ Sie sah ihn an, doch Wilson wich ihrem Blick aus. „Es... es war von Anfang an klar, dass eine Beziehung mit Greg bedeutete, Kompromisse einzugehen. Und zwar zum größten Teil seine Kompromisse. Aber das war nie ein Thema. Ich liebe Greg. Und ich hatte nie ein Problem zu verstehen, dass sein Beruf seine wahre Leidenschaft ist – mir ist meiner immerhin genauso wichtig. Wenn es nicht das Krankenhaus ist, das Vorrang hat, dann sein Sport oder die Musik. Oder du.“

Wilson sah auf seine Finger, die unbewusst mit dem halb zerpflückten, aber ungegessenen Sandwich spielten. Er zog sie weg und wischte sie an der Serviette ab. Es gab nichts darauf zu antworten, also wartete er schweigend darauf, dass sie weitersprach.

„Greg und ich haben viele Interessen geteilt, sonst hätte unsere Beziehung nie so lange gehalten. Aber jetzt...“ Sie zögerte. „Aber jetzt kann ich einfach nicht mehr. Es geht nicht mehr. Ich kann mich nicht den Pillen unterordnen lassen. Denn das ist das einzige, was wirklich noch für ihn zählt. Nicht ich, nicht sein Beruf, nicht die Musik – nur die gottverdammten Pillen. Er erwartet von mir, dass ich daneben sitze und zusehe, wie er sich mit dem Vicodin langsam umbringt. Um mich zu bestrafen. Er hasst mich.“

Es war merkwürdig still in ihrer Ecke des Raumes, als trenne sie ein unsichtbarer Schirm von den anderen Gästen des Cafés. Endlich hob Wilson den Kopf. „Was willst du von mir hören, Stacy?“, fragte er tonlos. „Du hast die Entscheidung getroffen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, was er wollte.“

Stacy wurde merklich blass, doch sie hielt seinem Blick fast trotzig stand. „Ich weiß... du warst immer mehr Gregs Freund als meiner... und du kennst ihn länger als ich... aber das gibt dir kein Recht über mich zu urteilen. Du warst nicht da. Du warst nicht an meiner Stelle. Du hast ihn nicht in diesem Bett liegen sehen, vor Schmerzen schreiend. Ich habe getan, was ich tun musste, um sein Leben zu retten. Und ich musste die Entscheidung treffen, weil Greg zu stur war.“

„Was willst du? Das ich lüge und sage, du hast alles richtig gemacht?“

Sie stand hastig auf und warf dabei ihren Stuhl um. Neugierige Blicke richteten sich auf sie, doch Stacy schien es kaum zu bemerken, als sie ihre Handtasche vom Tisch nahm. „Ich wusste, dass es ein Fehler war, zu versuchen, mit dir zu sprechen. Du bist sowieso auf Gregs Seite. Kommt es dir gelegen, dass ich aus Gregs Leben verschwinde? Nachdem dich Bonnie verlassen hat, kannst du ja jetzt mit ihm zusammen wieder euer fröhliches Junggesellenleben aufnehmen. Gratuliere, du hast ihn für dich alleine. Du bist ihm sowieso wichtiger als ich. Mit dir redet er; von dir lässt er sich helfen; dich lässt er an sein verdammtes Bein. Okay... okay, du hast gewonnen. Er gehört dir, James.“

Wilson rieb sich den Nacken. „Stacy... ich verstehe, dass du aufgebracht bist, aber was du da sagst...“

Stacy unterbrach ihn. „Das klingt vielleicht etwas zynisch, aber ich wünsche ihm – und dir – alles Gute. Leb’ wohl, James.“

Er sah ihr nach, als sie Buckley’s Café verließ und war sich sicher, sie niemals wieder zu sehen. Was war eben passiert? Wieso hatte eine simple Verabredung zum Mittagessen so geendet?

„War mit dem Essen etwas nicht in Ordnung?“

Wilson sah hoch, als ihn die Stimme der Kellnerin aus seinen Gedanken holte. „Doch, doch, ich bin nur nicht sehr hungrig“, entgegnete er und lächelte entschuldigend. Er bezahlte für sein unberührtes Sandwich und die beiden Kaffees und gab ihr ein großzügiges Trinkgeld.

Er verließ Buckley’s Café und machte sich auf den Rückweg zum Krankenhaus. Bis zu seinem nächsten Termin hatte er noch gut zwei Stunden Zeit und für einen Moment spielte er mit dem Gedanken, zu House zu fahren und zu sehen, wie es ihm ging. Aber wie Stacy gesagt hatte – er kannte Greg gut genug, um zu wissen, dass es das falscheste war, was er jetzt tun konnte. Statt dessen zog er sein Handy aus der Jackentasche und drückte die Schnellwahltaste, hinter der House’ Nummer gespeichert war. Nach einer Weile erfolglosen Wartens schaltete das Handy auf Voicemail um.

Wilson unterbrach die Verbindung und wählte neu, dieses Mal die Festnetznummer. Es war unwahrscheinlich, dass House abnehmen würde, aber das war auch nicht sein Plan. Schließlich klickte es und der Anrufbeantworter rasselte seinen Begrüßungstext herunter. Wilson zuckte unwillkürlich zusammen – es war Stacy, die das Band besprochen hatte. Er holte tief Luft und als der Piep erklang, war er sich sicher, dass sich seine Stimme normal anhörte. „Hey, House, mir fällt Zuhause die Decke auf den Kopf, Bonnie ist immer noch in Boston. Ich komme heute Abend vorbei – wenn du keine Zeit hast, ruf’ mich zurück. Bestell’ Pizza. Oder chinesisch. Was du willst, ich drücke mich nicht vor meinen Wettschulden. Aber das nächste Mal suche ich mir eine Sportart aus, bei der du dich nicht auskennst – Fliegenfischen oder so was, und dann gewinne ich.“ Er beendete das Gespräch und schob das Handy wieder in die Tasche.

Dann setzte Wilson seinen Weg zum Krankenhaus fort. Stacys Worte sprangen wie PingPong-Bälle in seinem Kopf herum. Sie hatte nicht Recht, House hasste sie nicht. Er hasste sich selbst, seinen Körper der sich gegen ihn gewandt hatte. Er wusste, wie viel sie Greg bedeutete, auch wenn das kein Thema gewesen war, über das sie viel gesprochen hatten und er wusste auch, wie sehr ihn diese Trennung getroffen haben musste. House war niemand, der leicht vertraute und liebte.

Das Piepen seines Pagers ließ ihn mit einem Seufzen erneut in die Jackentasche greifen. Er zog das Gerät heraus und las den Code ab, der ihn ins Krankenhaus zurückrief. Keine Zeit mehr, privaten Gedanken nachzuhängen. Irgendetwas sagte ihm, dass dieser Tag nicht dabei war, besser zu werden. Wilson beschleunigte seine Schritte.

Ende