Nacht

T’Len

2007

 

 

 

Fandom: Kung Fu - TLC

Charaktere: Peter/Kermit

Kategorie: NC-17, m/m-slash, ft

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Kermit lernt den jungen Peter kennen und ist gegen seinen Willen fasziniert.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

Kermit Griffin schob die dunkle Sonnenbrille, die er selbst jetzt mitten in der Nacht trug, nach oben und musterte die reglose Gestalt auf der Veranda. Eigentlich war es eher ein reflexartiges Manöver gewesen, denn selbst durch die getönten Gläser hatte er im Mondlicht erkannt, wer dort stand. Er hätte es selbst gewusst, wenn er blind gewesen wäre.

 

Peter Caine, Paul Blaisdells Pflegesohn.

 

Und der Grund, warum er in dieser Nacht bisher noch keinen Schlaf gefunden hatte. Er erlaubte sich ein kleines, ironisches Lächeln und schob die Brille wieder auf seine Augen. Da war er einmal im Haus eines Freundes und könnte sich beruhigt, ohne übermäßig auf der Hut zu sein, niederlegen und dann raubte ihm ein 17-jähriger Teenager den Schlaf.

 

Nun, nicht irgendein Teenager, so viel war ihm beim ersten Blick auf den jungen Mann klar gewesen. Peter Caine besaß zweifelsohne eine ganz besondere Persönlichkeit – schon in seinem jugendlichen Alter.

 

Trotzdem wusste Kermit noch immer nicht so genau, was es eigentlich war, was ihn an dem Jungen so faszinierte. War es seine kaum verhohlene Wut auf das Leben an sich und seines im Speziellen? Blaisdell hatte ihm erzählt, dass der Vater bei einem Brand umgekommen war. Die Mutter war gestorben, als der Junge noch sehr klein war. Der Vater war ein Shaolinpriester gewesen, Peter in einem Kloster aufgewachsen. Wahrlich keine normale Kindheit. Nach dem Tod des Vaters kam er dann ins Heim. Paul hatte ihn zu sich geholt, als der Junge drohte, immer mehr auf die schiefe Bahn zu geraten und versuchte seitdem, seine Energien und Talente, beides zweifelsohne in übergroßem Maße vorhanden, in die richtigen Bahnen zu lenken. Kermit überlegte, ob nicht auch der Wunsch nach einem Sohn – Paul selbst hatte ja nur zwei Töchter – eine Rolle gespielt hatte. Auf alle Fälle schien sich die Dankbarkeit des Jungen in Grenzen zu halten. Annie schien er zu respektieren, ja vielleicht sogar zu lieben, auch wenn er solche Gefühle wohl nie zeigen würde. Carolyn und Kelly brachte er vorsichtige Freundschaft entgegen.

 

Seine Gefühle für Paul schienen jedoch weitaus komplexer zu sein. Zweifelsohne war es nicht einfach für Peter, einen neuen Vater zu akzeptieren, zumal der eigene ganz offensichtlich jahrelang die einzige Bezugsperson gewesen war. Kermit fragte sich, ob Peter seinen Vater dafür hasste, dass er ihn verlassen hatte, oder ob er nicht eher sich selbst dafür hasste, dass er überlebt hatte. Paul hatte ihm auch erzählt, der Junge sei dem Feuer nur knapp entkommen. Machte er sich Vorwürfe, dass er überlebt hatte und sein Vater nicht? Glaubte er vielleicht, er hätte ihn retten können, ja müssen?

 

Kermit blickte in den sternenübersäten Nachthimmel. Würde Scott  eines Tages genauso sein? So voller Wut auf einen abwesenden Vater? Auf einen toten Vater? Er hatte Mary zumindest geraten, ihm zu erzählen, sein Vater sei gestorben. Besser, der Junge glaubte, gar keinen Vater zu haben, als einen, der sich nicht um ihn kümmern konnte... wollte.

 

Er fragte sich, zum wer-weiß-wie-vielten Male in seinem Leben, ob es die richtige Entscheidung gewesen war und entschied sich wie immer für ein Ja. Sein Leben ließ keinen Raum und keine Zeit für eine Familie. Davon abgesehen, dass sie in ständiger Gefahr geschwebt hätten, hätte jemand die Verbindung zu ihm ziehen können. Du hättest aufhören können, wie Paul, flüsterte seine innere Stimme. Er ignorierte sie.

 

Als er eine Bewegung neben sich, dann eine Berührung auf seinem Arm spürte, schnellten seine Hände automatisch nach oben und er fuhr herum. Er ließ sie wieder sinken, als er bemerkte, dass Peter Caine neben ihn stand, und schalt sich einen Idioten, weil er seinen Gedanken erlaubt hatte, ihn so sehr abzulenken, dass er nicht bemerkte, wie der Junge sich ihm genähert hatte.

 

„Verdammt, Junge, du spielst mit dem Feuer, wenn du dich so an jemanden anschleichst“, blaffte er ihn an, mehr wütend auf sich selbst als auf Peter.

 

Dass es die falschen Worte waren, merkte er, als Peter sich sofort von ihm abwandte, sich sein Körper sichtlich versteifte. Verdammt, der Vater des Jungen war im Feuer umgekommen, er selbst womöglich traumatisiert, wie konnte er da ausgerechnet von Feuer sprechen? Es war nicht Peters Schuld, wenn er auf sich selbst wegen seiner Sorglosigkeit und Nachlässigkeit wütend war.

 

„Es tut mir leid“, sagte er sanft und trat an Peters Seite. Einen Moment zögerte er, dann legte er seinen Arm um die Schulter des Teenagers. „Paul hat mir erzählt, was passiert ist.“

 

Peter antwortete nicht, aber er schüttelte auch Kermits Arm nicht ab. Eine Weile standen sie schweigend nebeneinander und starrten in die Dunkelheit. Plötzlich drehte Peter sich um und küsste Kermit. Kein scheuer, vielleicht freundschaftlich gemeinter Kuss, es war einer voller Leidenschaft, der keine Zweifel an Peters Absichten ließ.

 

Kermit war so perplex, dass er zunächst gar nicht reagierte. Und er schob Peter auch nicht von sich, als er schließlich sagte: „Was sollte das denn?“ Er hörte, wie rau seine Stimme plötzlich klang.


„Das ist doch wohl klar“, erwiderte Peter. Seine Hände begannen am Reißverschluss von Kermits Hose herumzufummeln. Kermit hielt sie fest. „Du solltest nichts anfangen, von dem du nicht weißt, ob du auch das Ende erleben willst“, erwiderte er.

 

Peter lachte auf. „Tu doch nicht so prüde. Wer hat mich denn den ganzen Abend über angestarrt?“

 

Kermit schluckte. Verdammt, musste dem Jungen auffallen, dass er ihn so fasziniert hatte. Und was viel schlimmer war, Peter hatte recht. Es war nicht nur dessen widersprüchliche Persönlichkeit, dieses Schwanken zwischen Trotz und Verletzbarkeit, dass ihn fasziniert hatte, es war auch sein schlanker, junger Körper gewesen.

 

„Ich stehe nicht auf Kinder“, sagte Kermit harsch. Doch sein Körper strafte ihn Lügen, als Peter sich enger an ihn presste. Wann war er das letzte Mal so schnell so hart geworden? Er spürte das Lächeln des jungen Mannes mehr, als dass er es sah.

 

///

 

Er wusste, er sollte nicht hier sein. Paul würde ihn umbringen, wenn er wüsste, dass Kermit im Begriff war, seinen Pflegesohn in seinem eigenen Haus zu vögeln. Und doch war er hier, in Peters Schlafzimmer, doch ließ er zu, dass der Junge seinen Reißverschluss öffnete und sein steifes Glied heraus holte.

 

Verdammt, wie hatte das Kind so gut blasen gelernt? Im Waisenhaus?

 

„Hattest du schon mal einen Mann?“, fragte Kermit heißer.

 

Peter hob den Kopf und lächelte ihn an. „Noch nicht.“ Er betonte das noch.

 

Kermit dachte, er sollte wirklich nicht hier sein und schon gar nicht den Jungen entjungfern. Er schob Peter von sich und schloss mit Mühe wieder seine Hose. Caine blickte ihn verwirrt und enttäuscht an.


„Ich nehme an, du hast keine Gleitcreme und Kondome hier?“, fragte Kermit. Als Peter stumm den Kopf schüttelte, fuhr er fort: „Zieh dich aus, ich bin gleich zurück.“

 

Er bildete sich gern ein, dass er auf jede mögliche Situation, die in sein Leben treten könnte, vorbereitet war. Auch auf seine Männerbekanntschaften. Peter war nicht sein erster Liebhaber und würde wohl auch kaum der letzte sein.

 

Als Kermit das Benötigte in der Hand aus dem Gästezimmer zurück kehrte, ruhte seine Hand für einen Augenblick auf der Klinke zu Peters Schlafzimmer. Sein Blick glitt den Gang entlang, dorthin, wo er wusste, das da Pauls und Annies Schlafzimmer lag. Sie würden ihn wirklich umbringen.

 

Er öffnete die Tür.

 

Peter lag nackt auf dem Bett und masturbierte. Kermit warf die Cremetube und das Kondompäckchen aufs Bett.


„Ich brauche die Dinger nicht“, erwiderte Peter.

 

Kermit sah ihn hart an. „Mach es nie ohne, hast du verstanden, Junge?“ Wut hatte sich in seine Stimme geschlichen. Wut, auf all diese Idioten, die leichtfertig ihr Leben riskierten, wegen ein bisschen Spaß. „Mach es nie ohne und lass es dir nie ohne machen.“

 

Peter nickte stumm.

 

Kermit merkte, dass seine Hände zitterten, als er seine Hose öffnete. Peter leckte sich beim Anblick des steifen Gliedes die Lippen und Kermit entledigte sich hastig seiner restlichen Kleidungsstücke. Die Socken behielt er aus irgendeinem Grund, der ihm selbst nicht ganz klar war, an. Vielleicht wollte er sich nicht vollends vor dem Jungen entblößen, aus Angst, es könnte nicht nur eine körperliche Blöße sein.

 

„Leg dich auf den Bauch“, befahl er und kniete sich aufs Bett. Der Anblick von Peters festen, kleinen Hintern war fast zu viel für ihn. Er biss sich die Unterlippe blutig, um den Drang, sofort und ohne Vorbereitung in den Jungen einzudringen, zu unterdrücken.

 

Erneut zitterten seine Hände, als er nun zur Gleitcreme griff und begann, Peter vorzubereiten. Er zwang sich, langsam und vorsichtig vorzugehen, doch Peter schien das wenig zu schätzen.


„Fick mich endlich, fick mich“, forderte er Kermit auf.

 

Verdammt, er will es doch nicht anders, forderte ein Teil seiner inneren Stimme ihn auf, den Jungen endlich zu nehmen, hart und ohne Rücksicht. Er ist nicht so cool, wie er tut, sagte der andere Teil und es ist sein erstes Mal.

 

Kermit musste seine ganze Selbstbeherrschung aufbieten, um nur langsam in Peter einzudringen. „Versuch dich zu entspannen, Junge“, flüsterte er, als er merkte, wie der junge Mann sich unter ihm verkrampfte. Doch Peter gab keinen Laut von sich. Seine Selbstbeherrschung, das musste Kermit ihm zugestehen, musste außerordentlich sein. Denn zweifelsohne verursachte sein großer Schwanz, der immer weiter in dem engen Kanal eindrang, dem jungen Mann Schmerzen.

 

Kermit hielt still, bis Peter unter ihm unruhig zu werden begann. „Nun fick mich schon endlich“, befahl er und Kermit konnte nicht mehr an sich halten.

 

Überrascht war er, als Peter plötzlich – wie lange trieben sie es eigentlich schon miteinander? Er hatte jedes Zeitgefühl verloren – versuchte, ihn abzuschütteln. 

 

„Was ist?“, fragte Kermit ungehalten.


„Zieh ihn raus“, antwortete Peter.

 

Kermit zögerte, gehorchte ihm aber dann.

 

Peter warf sich herum auf den Rücken und zog seine Beine an. „Ich will dein Gesicht sehen“, sagte er. „Und ich will, dass du mich küsst.“

 

„Ich küsse nicht“, erwiderte Kermit harsch, als er wieder in ihn eindrang.

 

///

 

Er küsste ihn. Um zu verhindern, dass er das ganze Haus zusammenschrie, als er kam. Redete er sich zumindest ein.

 

Als Peter sich wieder etwas beruhigt hatte, drehte Kermit ihn auf die Seite und fickte sich mit kurzen, kräftigen Stößen zum Höhepunkt.

 

„Geh nicht“, sagte Peter, als Kermit sich anschließend aus ihm zurückziehen wollte. Seine Stimme klang plötzlich fast weinerlich. „Ich will nicht allein sein:“

 

Kermit erkannte, dass er sich mächtig geirrt hatte. Peter war nicht der coole 17-Jährige, als der er sich gern gab und der mal eben einen erwachsenen Mann ohne mit der Wimper zu zucken verführte. Er war – tief in seinem Inneren und zumindest in diesem Augenblick - ein Kind, dass einmal zu oft von den Menschen, die es liebte und denen es vertraute, verlassen worden war, das sich verdammt einsam fühlte und das nun Ersatz und Nähe suchte.

 

Nur, dass er dafür die absolut falsche Person war.

 

Trotzdem blieb er bis zum Morgen.

 

///

 

„Geh nicht“, sagte Peter erneut, als Kermit sich im Dunkeln anzog.

 

„Was denkst du, was dein Va... was Paul mit uns anstellt, wenn er mich hier erwischt“, erwiderte Kermit.

 

Peter schaltete das Nachtlicht an. Die Haare zerzaust vom Schlaf wirkte er auf Kermit plötzlich ungeheuer jung und verletzlich. Rasch wandte er den Blick ab.

 

„Du kommst doch heute Nacht wieder?“

 

Kermit schluckte angesichts des flehentlichen Untertons, auch wenn Peter sich sichtlich bemühte, unbeteiligt zu klingen. „Ich will jede Nacht mit dir vögeln“, setzte er betont forsch hinzu.

 

„Ich bin heute Nacht nicht mehr da“, antwortete Kermit. Eigentlich hatte er einige Tage bei den Blaisdells bleiben wollen, doch nun wollte er nur noch fort. Er fragte sich, ob er Angst hatte, nie wieder gehen zu können, wenn er jetzt bliebe.

 

„Mein Job“, sagte er im lahmen Versuch einer Erklärung.

 

„Was ist das überhaupt für ein seltsamer Job? Paul macht nur so vage Andeutungen, woher ihr euch überhaupt kennt.“

 

„Es ist besser, wenn du es nicht weißt, glaub mir“, erwiderte Kermit. Er war mittlerweile fertig angezogen. „Hör zu, es war schön mit dir, aber ich kann nicht bleiben. Wir haben zusammen gevögelt, mehr nicht. Wir sind kein Liebespaar. Verstanden? So was, wie die große, dauerhafte Liebe gibt es meiner Meinung nach sowieso nicht. Jedenfalls nicht auf dieser Welt und nicht für mich.“

 

Himmel, was redete er da? Er hatte es mit einem sehr verletzlichen 17-Jährigen zu tun und nicht mit einem Typen, den er in einer gottverlassenen Bar im Nirgendwo aufgegabelt hatte und womöglich noch für den Sex bezahlte. Sein Zynismus war hier so fehl am Platz wie ein Pinguin in der Wüste.

 

Aber der Junge hatte doch nicht ernsthaft annehmen können, aus ihnen würde etwas werden? Oder? War es nicht von vornherein klar gewesen, dass es eben nur Sex war. Er hatte angenommen, Peter wollte endlich einmal seine homosexuellen Neigungen ausleben, sein erstes Mal erleben, mit einem erfahrenen Mann, nicht mit einem anderen Teenager. Nun war er sich nicht mehr so sicher, ob er die Motive des Jungen richtig eingeschätzt hatte. Hatte Peter sich etwa so schnell in ihn verlieben können? War er so verzweifelt, dass ihm jeder als Lover lieber war, als weiter das Alleinsein zu ertragen. Doch egal, ändern konnte und wollte er eh nichts. Außerdem, der Junge war nicht allein. Bei den Blaisdells war er seht gut aufgehoben. Basta.

 

Als Peter nicht reagierte, wandte er sich um und erschrak fast über dessen Anblick. Die jugendlichen Gesichtszüge hatten sich verhärtet. Die Augen blickten plötzlich kalt.

 

„Dann hau doch ab“, sagte der Junge tonlos. „Wie alle anderen. Lass mich allein und hau ab!“

 

„Peter...“ Er wollte irgendetwas erwidern, etwas tröstliches. Doch er wusste nicht so recht was. „Ich komme wieder“, sagte er und das Versprechen klang selbst in seinen eigenen Ohren hohl.

 

Peter drehte sich zur Wand und sah ihn nicht an als er das Zimmer verließ.

 

///

 

Paul hatte sich nur kurz gewundert, als Kermit ihm beim Frühstück – Peter war nicht erschienen – mitteilte, er müsse sofort abreisen. Er wusste zu gut, dass sich in seinem Job die Pläne immer rasch ändern konnten.

 

Nun standen er, Annie und die Mädchen an der Auffahrt und verabschiedeten ihn. „Du weißt, ich habe immer eine Stelle für dich, wenn du es dir anders überlegst“, sagte Paul zum Abschied noch einmal.

 

Kermit nickte ihm zu, bevor er ging.

 

Er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, welches Augenpaar sich in seinen Rücken bohrte. Peter stand auf der Veranda, so wie gestern Nacht. Regungslos beobachtete er, fern von den anderen, seinen Abgang.

 

Eine seiner Maxime war es, nie zurück zu schauen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Es brachte nichts, wenn man hinterher in Zweifel verfiel. Und auch sonst drehte er sich nur um, wenn er Gefahr von Hinten fürchtete.

 

Als Kermit Griffin sich diesmal umdrehte und zur Veranda zurück schaute, wusste er, dass sein Leben  von diesem Tag an nicht mehr dasselbe wie bisher sein würde.

 

Ende

 

Fortsetzung:        Abend