Kalte Welt – 3 Monate später (Teil 14)

 

 

 

Disclaimer siehe Teil 1

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„Er kann sich nicht erinnern?“ McCoy blickte Kirk überrascht an.

 

Kirk zuckte mit den Schultern, „Er sagte, dass er nur weniges noch weiß und einiges in einer Art Flashbacks in Träumen auftaucht. Er ist durcheinander Bones, auch wenn er es sich nicht anmerken lassen will.“

 

„Natürlich ist er durcheinander. Sein vulkanischer Dickschädel hat auf etwas zurückgegriffen, was wir Menschen Selbstschutz nennen. Er verdrängt es, sein Verstand verdrängt es. Seine mentalen Kontrollen sind nicht intakt. Die Drogen hindern ihn im Moment noch daran sich in eine Meditation zurückzuziehen. Natürlich ist er durcheinander. Und er will Gyle morgen treffen?“ McCoy schüttelte den Kopf.

 

„Ja. Und ...  er kennt ihn.“

 

„Das dachte ich mir,“ brummte der Arzt nickend und wanderte in seinem Büro auf und ab. „Was wird Gyle machen? Ich meine, wenn Spock ihm nichts sagen kann, wird das ein kurzes Gespräch.“

 

Kirk trat nervös von einem Fuß auf den anderen und antwortete nicht. McCoy blickte ihn scharf an. „Du hast mir nicht alles gesagt. Komm spuck es aus, es wird mir nicht gefallen nicht wahr? Ich sehe es dir an.“

 

„Bones,“ begann Kirk.

 

„Raus damit!!“ McCoy stand direkt vor ihm und funkelte ihn mit blauen Augen an.

 

„Nun, ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht, aber Spock drückte sich so aus, dass es nicht angenehm ist und das es dir wohl nicht gefallen würde und ...“ Kirk kam nicht weiter.

 

„Nicht angenehm? Nicht angenehm????“ rief McCoy wütend. „Weißt du eigentlich was es heißt wenn unser allseits smarte Mr. Spock etwas ´NICHT ANGENEHM´ nennt? Es wird die Hölle!!!! Verdammt!!!! Was noch?“

 

Kirk sah den Arzt nervös an, „Du musst dabei sein und es ist in der Krankenstation – vermutlich – mehr weiß ich nicht. Ich habe Gyle bereits informiert und er trifft sich morgen früh mit uns, seinem Team und auch Spock um alles zu besprechen.“

 

McCoy ließ sich in seinen Stuhl fallen und schnaufte frustriert.

 

„Bones, entweder Gyle oder die Admiralität und die Bürokraten.“

 

McCoy blickte ihn zweifelnd an und nickte, „Wir haben keine andere Wahl, wenn wir Spock hier behalten wollen, hm?“

 

Kirk seufzte.

 

„Wie geht es ihm Jim? Hat er sich helfen lassen? Habt ihr gesprochen?“, McCoy musterte Kirk.

 

„Wie gesagt, er ist durcheinander. Er hat sich helfen lassen von mir, aber es war nicht ganz einfach ihn davon zu überzeugen. Er hat etwas gegessen. Und wir haben geredet, ein wenig. Das meiste habe ich dir schon gesagt. Er wollte etwas allein sein und wenn er heute Abend einigermaßen fit ist, werden wir gemeinsam Essen und vielleicht noch ein Spiel Schach bestreiten. Mehr habe ich nicht gewagt. Ich denke es wird eine Weile dauern bis er wieder der alte ist“, wenn er es denn jemals wieder wird, fügte Kirk in Gedanken hinzu.

 

„Mmh,“ McCoy nickte. „Okay, übertreibt es heute Abend nicht, er ist noch weit davon entfernt ....“

 

„Bones!!! Was denkst du eigentlich von mir?“ Kirk sah ihn wütend an.

 

„Nur das schlechteste, Jim. Nur das schlechteste, es bewahrt mich vor unangenehmen Überraschungen,“ McCoy grinste und Kirk rollte mit den Augen. „Bones, wirklich ...“.

 

„Nun, ich werde mal sehen ob ich hier irgendwo Krücken finde oder zur Not Scotty welche erfinden lassen. Ich denke nicht, das der vulkanische Stolz es zulässt, das er mit einem Anti-G Stuhl durch die Korridore chauffiert wird. Gott, bin ich froh das er wieder hier ist. Soll dieser Gyle nur kommen ... “, murmelte McCoy und verließ damit sein Büro, ließ Kirk allein, der still vor sich hinlächelte.

 

****

 

„Spock sie sind noch nicht im Dienst, sie brauchen keine Uniform.“

 

McCoy lehnte am Raumteiler im vulkanischen Quartier und beobachtete den Vulkanier, wie er sorgfältig die Einzelteile seiner Uniform aus dem Schrank fischte, mit einer Hand am Raumteiler abgestützt. Eine hochgezogene Augenbraue war die einzige Antwort und Spock zog energisch einen blauen Pullover heraus und warf ihn auf das Bett. McCoy wischte sich den Schweiß von der Stirn. Es war heiß in der Kabine.

 

„Gehe ich Recht in der Annahme, dass ich noch die Position eines Commanders und Ersten Offiziers auf diesem Schiff innehabe und in 15 Minuten ein Commodore dieses Schiff betreten wird?“ Ein Thermoshirt und eine Hose gesellten sich zu dem blauen Hemd auf dem Bett.

 

„Natürlich, aber sie sind ..... ich habe sie noch nicht dienstfähig geschrieben. Also brauchen sie keine ...“, begann McCoy.

 

„Doktor ich werde das nicht weiter mit ihnen diskutieren,“ schnappte Spock und blickte ihn kühl an. „Werden sie mir nun helfen, oder wollen sie weiter dort stehen und mit mir die Kleidungsfrage diskutieren?“

 

„Freundlich und diplomatisch wie immer Spock,“ raunzte McCoy ironisch und erntete eine hochgezogene Augenbraue. Er reichte Spock eine der Anti G Krücken die er sich von Scotty organisiert hatte. „Na los, aufs Bett mit ihnen.“

 

Spock sparte sich einen Kommentar und manövrierte sich umständlich zum Bett, auf dem er sich ausatmend niederließ. Er begann damit sich das Thermoshirt und das Uniformhemd überzustreifen.

 

Es ging ihm besser als gestern. Die Schmerzen waren noch da, aber  erträglich. Seine Beine handicapten ihn noch unangenehm, aber die Muskeln und Knochen begannen ihn länger zu tragen, als nur wenige Minuten. Mit den von McCoy mitgebrachten Krücken war es ihm möglich kurze Wege zu überbrücken. Die Reststoffe der Drogen waren nach wie vor zu spüren, doch die Benommenheit ließ spürbar nach.

 

Er hatte mit Jim zu Abend gegessen, danach Schach gespielt. Sie hatten nur wenig geredet und sorgfältig gewisse Themen gemieden, dann forderte sein Körper den Tribut und er war erschöpft eingeschlafen, allein, überwacht von den aufmerksamen Monitoren in der Krankenstation.

 

Er hatte wieder geträumt und war schweißgebadet aufgewacht, hatte einige Stunden wach gelegen und vergeblich versucht das Durcheinander in seinem Geist zu ordnen. Dann war Jim gekommen, hatte ihn zum Waschraum gebracht und ihm beim Frühstück Gesellschaft geleistet. Kurze Zeit später kam McCoy, mit Krücken und um ihm beim Anziehen zu helfen. Jim war auf die Brücke gegangen und sie würden sich im Transporterraum treffen, wenn Gyle rüber beamte.

 

Gyle! Ein Schaudern durchlief seinen Körper, wenn er an das dachte was vor ihm lag. Zum wiederholten Mal fragte er sich ob die Benommenheit und das Durcheinander in seinem Verstand der vollen Erinnerung vorzuziehen war. Sein vulkanisches Erbe unterbrach die Unsicherheit. Es musste sein! Es war unlogisch Tatsachen zu verdrängen. Was ist ist. Seine menschliche Seite jedoch hatte Angst vor den Tatsachen, die sich momentan noch vor ihm verbargen.

 

„Nun die Hose Spock.“, riss McCoy ihn aus seinen Grübeleien. Er rief seinen Geist zur Ordnung und konzentrierte sich wieder auf die Gegenwart. McCoy war im Moment Herausforderung genug. Eine Meditation war dringend erforderlich, seufzte er innerlich.

 

„Doktor, mir drängt sich der Eindruck auf, dass sie sich an meiner momentanen Immobilität erfreuen.“

 

Spock stieg wackelig und vorsichtig in die Hosenbeine, stand langsam auf und hielt sich rasch keuchend wieder am Raumteiler fest. McCoy begann die Hosen über seine Hüften zu ziehen. „Nie im Leben Mr. Spock. Ich bin Arzt und kein Sadist.“, antwortete McCoy empört, doch konnte sich ein innerliches Grinsen nicht verkneifen. Er war also bereits wieder für einen Schlagabtausch bereit – gut.

 

„Natürlich Doktor!,“ antwortete Spock spröde. Er setzte sich wieder und begann Socken und Stiefel anzuziehen.

 

„Außerdem ist es nun wirklich nicht das erste Mal das ich sie anziehe. Sie waren oft genug auf meinem Tisch in der Krankenstation.“

 

„Unglücklicherweise haben sie Recht.“ Spock war mit dem zweiten Stiefel fertig, zog sich wieder am Raumteiler hoch und griff nach den Krücken die McCoy ihm reichte. Einen Moment balancierte er sich aus, dann nickte er dem Doktor zu. Sie konnten gehen.

 

Als sie nur noch wenige Schritte von der Tür entfernt waren stoppte McCoy ihn und griff nach einem Oberarm. „Spock?“

 

„Doktor?“, wieder wanderte die Augenbraue nach oben und zwei dunkle Augen blickten fragend auf die Hand an seinem Arm, dann zu McCoy.

 

„Bevor wir gehen, ich ....“ McCoy wurde ernst. „Ich weiß wir haben immer unsere Dispute und Meinungsverschiedenheiten und .... na ja was ich sagen will ....also ...“ McCoy fuhr sich nervös durch die Haare.

 

„Doktor, sie stammeln.“, bemerkte Spock trocken.

 

„Verdammt Spock!!!! Wahrscheinlich werden sie es mit ihrem vulkanischen Computergehirn sowieso nicht verstehen und dafür wochenlang auf meinen Nerven herumtrampeln, aber ... ich habe mir die letzten drei Monate Sorgen um sie gemacht. Ich habe sie merkwürdigerweise gern und ich bin froh das sie wieder bei uns sind.“, platzte es schließlich aus McCoy heraus. „So, und nun können wir gehen!“

 

McCoy stapfte wütend über sich selbst und den steifen Vulkanier vorwärts und bemerkte an der Tür das Spock ihm nicht folgte. „Was ist ....?“ er dreht sich fragend herum.

 

Spock stand wie vom Donner gerührt in der Mitte des Raumes und starrte ihn verwirrt an. Dann langsam bekamen seine Augen einen amüsierten Glanz und die Augenbrauen schossen unter den Pony. „Ich befürchte, es wird noch einige Zeit dauern bis ich auf ihren Nerven ´herumtrampeln´ kann,“ damit blickte er auf seine Beine, dann wieder zu McCoy und fuhr fort, „...aber ich werde das Angebot mit Freuden annehmen.“

 

McCoy grinste, „Ich wusste immer das ihnen das Freude bereitet. Ein Gefühl mein spitzohriger Freund?“

 

„Eine Kalkulation!“, konterte Spock und steuerte sich auf die Tür zu.

 

„Ich hätte es wissen sollen,“ murmelte McCoy, doch als Spock direkt vor ihm stand hielt er an. „Doktor, ich bevorzuge es zwar gesund zu sein und ihre Dienste nicht zu benötigen. Doch wenn ich die Wahl hätte, wäre ihr ´Tisch´, wie sie es nennen, meine erste Wahl um meine körperliche Funktionalität wieder herzustellen.“

 

„Ist das ein Kompliment Spock?“

 

„Eine Entscheidung! Allerdings, ...  wenn sie es so verstehen wollen...“ Spock verlagerte sein Gewicht und legte den Kopf schräg, blickte ihn sanft an, „.... dann werde ich ihnen nicht widersprechen. Doktor, wenn wir hier weiter stehen und ´Freundlichkeiten´ austauschen werden wir uns verspäten.“

 

McCoy schüttelte den Kopf und grinste. Für Spock war das schon quasi ein Gefühlsausbruch. Er räusperte sich, „Wer hätte das gedacht Spock, sie können ja richtig nett sein.“ McCoy lächelte als er die Augenbrauen wieder beleidigt klettern sah und trat in den Flur. „Na kommen sie, wir haben einen weiten Weg vor uns.“

 

„64,23 Meter,“ antwortete Spock und folgte McCoy langsam in den Flur. McCoy wanderte langsam neben ihm her. „Wenn es ihnen hilft, dann 64,23 Meter. Für einen Vulkanier mit Anti G Krücken in Begleitung eines Menschen jedoch ein weiter Weg.“ Hielt er die Augenbrauen nie still? McCoy rollte mit den Augen und exakt 24,13 Meter später standen sie im Turbolift und McCoy fragte Spock herausfordernd ob er die Höhenmeter mit eingerechnet hatte.

 

***

 

„Spock!!“, Gyle sprang von der Transporterplattform, wie bereits einige Tage vorher und eilte auf den Vulkanier zu, der stabilisierend an die Transporterkonsole gelehnt, neben kirk und McCoy wartete. „Ich sehe du bist bereits wieder auf den Beinen. Ich wünschte der Anlass unseres Wiedersehens wäre anders. Heiliges Universum, es muss fast 15 Jahre her sein.“ Gyle strahlte den Vulkanier an.

 

Spock zog amüsiert die Augenbrauen hoch, „Commodore? Ich grüße sie. Es sind 15,2 Jahre seit unserem letzten Zusammentreffen vergangen und wie ich gehört habe ist die Tatsache, dass ich hier stehe auch ihnen zu verdanken.“

 

„Immer noch die Atomuhr im Kopf? Das ist ein gutes Zeichen, wenn nicht mal die Romulaner das aus deinem vulkanischen Dickkopf herausbekommen haben.“, er seufzte und fasste Spock sanft um die Oberarme und sprach leiser,  „Spock ich bin froh das wir dich da heraus haben. Es war sehr knapp.“

 

Spock neigte den Kopf und sprach ebenfalls leise, „Ich danke ihnen Sir.“

 

„Nicht so förmlich Spock. 15 Jahre auf einem Raumschiff mit Menschen sollten doch ein wenig Einfluss gehabt haben.“

 

McCoy und Kirk verfolgten das Gespräch interessiert und McCoy beugte sich zu Kirk und flüsterte, „Na das könnte doch noch spannend werden.“

 

„15,2 Jahre Commodore!“, das und eine hochgezogene Augenbraue waren Spocks einzige Antwort. Gyle drehte sich zu Kirk und McCoy, die die Szene neugierig verfolgt hatten. „Captain Kirk, Dr. McCoy? Ich grüße sie. Ich sehe sie haben ihren Offizier ausgezeichnet versorgt. Ich würde jetzt gerne mein Team herüber beamen und dann haben wir noch etwas zu tun.“

 

Ein Schatten huschte über Spocks Züge und seine und Gyles Blicke trafen sich kurz, bevor Gyle das Kommando zum Beamen gab. Wenige Augenblicke später erschienen Sung und ein hoch gewachsener älterer Vulkanier auf der Plattform.

 

„Darf ich vorstellen?“ Gyle winkte sein Männer von der Plattform. „Commander Sung kennen sie bereits, er wird Dr. McCoy assistieren, wenn nötig ....“

 

Sung nickte den Männern kurz zu und grüßte Spock mit dem vulkanischen Gruß. „Commander Spock, wir haben uns bereits kennen gelernt, allerdings dürften sie daran keine Erinnerung mehr haben. Ich freue mich das es ihnen besser geht.“ Spock erwiderte den Gruß und neigte den Kopf, „Commander Sung?“

 

Gyle sprach weiter und deutete auf den Vulkanier, „ ....und das ist Sivel, er wird Commander Spock  ´befragen´.“ Das letzte Wort hatte einen eigenartigen Klang in McCoys und Kirks Ohren und beide tauschen fragende Blicke aus.

 

Sivel nickte den Anwesenden knapp zu und musterte dann Spock und hob ebenfalls die Hand zum vulkanischen Gruß. Er richtete einige Worte auf vulkanisch an ihn und Spock erwiderte leise etwas und blickte dann an Sivel vorbei auf den Boden. 

 

Kirk blickte ihn fragend an, doch Gyle unterbrach sie. „Kommen sie meine Herren, wir haben einiges zu tun. Gehen wir in die Krankenstation. Dort werde ich alles nötige erklären.“

 

Sowohl McCoy als auch Kirk wollten Spock helfen, doch Gyle winkte ab, „Gehen sie nur, wir folgen sofort.“ Kirk tauschte Blicke mit Spock aus, doch der nickte langsam und Kirk verließ mit den anderen Männern den Transporterraum.

 

„Na nun sag mir was das zu bedeuten hat? Was mögen die beiden wohl zu besprechen haben, möchte ich wissen.“ McCoy wusste nicht ob er misstrauisch sein sollte oder es belustigend finden sollte. „Zumindest scheinen sich die beiden ja aus früheren Tagen zu kennen.“

 

„Gyle war im Stab von Sarek, als Spock 15 war und später war Spock für 2 Jahre Kadett unter seinem Kommando.“ Kirk bemühte sich es unschuldig klingen zu lassen.

 

„Was? Und das hast du mir verschwiegen?“, McCoy grinste. „Er kannte also unseren Elf  als pubertierenden Kadetten und vermutlich tauschen sie gerade Familiengeschichten aus. Ich muss dringend mit Mr. Gyle sprechen. Er dürfte einige interessante Geschichten wissen.“

 

„Auf Vulkan gibt es keine ´pubertierenden´ Personen und ich war auch kein ´pubertierender´ Kadett, Doktor. Wetzen sie ihre Messer nicht zu früh.“, kam es hinter ihnen aus dem Flur und McCoy zuckte zusammen.

 

„Du hast die spitzen Ohren vergessen Bones,“ flüsterte Kirk ihm grinsend ins Ohr. Sie waren inzwischen bei der Krankenstation angelangt und Spock war ihnen mit Gyle leise unterhaltend gefolgt und inzwischen zu ihnen aufgeschlossen.

 

Gyle lachte, „Ich sehe Spock, du hast deine Nemesis gefunden. Doktor McCoy, ich werde gerne mit ihnen sprechen, aber nicht einmal ich wage es die vulkanische Privatsphäre zu durchbrechen. Sie werden leider nie erfahren wie es kam, dass Sareks Aircar in Vulkans Wüste eine Begegnung mit einem recht großen Felsen hatte.“

 

McCoy starrte erst Gyle, dann Spock mit offenem Mund an. Gyle ging grinsend an ihm vorbei und Spock blickte ihm offensichtlich entsetzt hinterher, dann zu McCoy, der sich inzwischen grinsend vor ihm aufbaute, die Hände in die Seiten gestemmt und auf den Zehenspitzen wippend. Spock rollte die Augen zur Decke, „Doktor ...“

 

Kirk musste ein Lachen unterdrücken und schob die beiden Männer in die Krankenstation. „Schluss jetzt, wir haben Geschäfte.“

 

„Da reden wir noch drüber, Spock.“, drohte McCoy und ging durch die Tür.

 

„Das befürchte ich auch,“ murmelte Spock leise und manövrierte sich hinterher.

 

***

 

Nachdem Gyle erklärt hatte was geschehen würde, war es einige Momente totenstill im Raum. Kirk wusste nicht ob er alles richtig verstanden hatte und sortierte noch die Informationen. Spock saß wie versteinert auf einem Stuhl und fixierte die gegenüberliegende Wand. Doch trotz der äußerlichen Apathie würde er jedes Wort deutlich hören und verstehen. McCoy ergriff als erster das Wort und es war nur eines. „Nein“

 

„Doktor ...“ fing Gyle an, doch McCoy unterbrach ihn sofort.

 

„Nein! Ich werde nicht zulassen das Spocks Verstand durch einen Fleischwolf gedreht wird und er alles noch einmal durchleben muss. Nicht von den Häschern und Bürokraten der Akademie und auch nicht von Mr. Sivel hier. Wir können von Glück sagen, dass die Romulaner damit offensichtlich keinen Erfolg hatten. Seine mentalen Disziplinen sind beschädigt, er ist noch nicht wieder gesund und sie haben nicht die geringste Ahnung was das mit seinem vulkanischen Verstand anstellt. Nein! Die Erinnerungen werden wieder kommen und sie werden ihre Namen und sonstiges bekommen, da Spock sie sicher pflichtbewusst wie er ist melden wird. Aber auf natürlichem Wege.“ McCoys Stimme klang leise und bedrohlich. Kirk wusste das er es sehr ernst meinte.

 

„Doktor, alles was sie tun müssen ist seine Körperfunktionen zu überwachen und ....“, begann Gyle wieder. Sivel und Sung schwiegen. Spock starrte weiterhin an die Wand, als wäre er nicht anwesend. McCoy ließ ihn nicht ausreden. „Es geht nicht darum, was ich tun soll, verstehen sie das nicht? Es geht um Spock und ....“

 

„Es geht nicht nur allein um Spock, Doktor McCoy!!“, nun wurde Gyle todernst und stellte sich direkt vor den Arzt. „Wir haben 30 Agenten im romulanischen Raum, die von diesen Informationen abhängig sind, von unserer Zuarbeit mit diesen Informationen und wir haben einen äußerst dürftigen wackeligen Frieden, der ebenfalls von diesen Informationen abhängt. Es geht nicht nur um Spock. Es geht um weitaus mehr!!!“

 

„Meine Herren,“ ergriff Kirk das Wort und blickte zu Spock, der sich noch immer nicht rührte, dann zu Gyle. „Wenn Dr. McCoy sagt das es gefährlich ist, dann kann ich es nicht gutheißen das mein Erster Offizier dieser ´Befragung´ unterzogen wird und lehne sie ab.“

 

McCoy verschränkte bestätigend die Arme vor der Brust und nickte demonstrativ.

 

Gyle wollte widersprechen, doch Kirk fuhr fort. „Doch wenn von diesen Informationen derartig viel abhängt dann  .... bleibt mir keine Wahl als ...“ Kirk schluckte und blickte zu Spock. „Vielleicht sollten wir aufhören über Mr. Spock zu reden als wäre er nicht anwesend. Soweit ich mich in den Sachen auskenne, muss er ohnehin seine Zustimmung geben.“

 

„Das ist richtig Captain, eine logisch Schlussfolgerung.“ Sivel hatte zum ersten Mal gesprochen. McCoy rollte wütend die Augen zur Decke. „Jim, du kannst nicht ...“

 

In dem Moment richtete sich Spock an Sivel und fragte ihn leise etwas auf vulkanisch. McCoys Stimme erstarb. Sivel faltete die Hände nachdenklich vor dem Bauch und neigte den Kopf. Dann nickte er und für einen Moment entstand ein Dialog zwischen den beiden Vulkaniern in ihrer Muttersprache.

 

McCoy war aufgebracht, „Was reden sie da? Jim du kannst das nicht zulassen!!!“ Kirk hob warnend die Hand und McCoy wirbelte zu Spock, „Nein, Spock sie sind nicht gesund und weit davon entfernt ...“

 

„Doktor,“ Spock erhob sich langsam und hielt sich mit einer Hand an der Lehne des Stuhls fest. „Es ist notwendig ...“

 

„Spock,“ McCoy Stimme wurde sanfter. Sah er Furcht in den dunklen Augen? „In ein zwei Wochen, wenn sie ...“

 

„Nein!! Zeit ist ein entscheidender Faktor. Es ist bereits zu viel Zeit vergangen. Werden sie mir helfen?“ Spock blickte ihn intensiv an.

 

„Spock. Spock.“, McCoy sprach leise und eindringlich. „Sie wissen nicht wie ihr vulkanischer Verstand reagiert, wenn innerhalb einer halben Stunde Erinnerungen frei gerissen werden, die ... es ist gefährlich.“

 

„Dr. McCoy. Es ist meine Pflicht als Offizier der Sternenflotte, als Bürger der Förderation und meine moralische Pflicht, anderes Leben zu schützen.“, sagte der Vulkanier leise. 

 

Spock blickte lange zu Kirk, der ihn besorgt ansah. Unsicherheit und Schmerz standen in den Augen des Vulkaniers und scheinbar fand ein Dialog zwischen den beiden statt, den niemand hörte. Dann plötzlich straffte er seine Gestalt und die vulkanische Maske fiel an ihren Platz. „Sir, ich stimme der von Commodore Gyle geforderten Befragung zu und gewähre Sivel mittels Mentalverbindung meine Erinnerungen an die vergangenen drei Monate freizulegen.“

 

„Spock!!“, McCoy und Kirk sprachen gleichzeitig und traten einen Schritt vor, doch Spock hob die Hand und nickte Sivel zu. Sivel trat auf Spock zu und mit einer raschen Bewegung hob er den anderen Vulkanier auf den Behandlungstisch.

 

Mit zwei schnellen Schritten waren Kirk und Spock neben ihm, Sung begann Spock an die Scanner anzuschließen. Sivel faltete seine Hände vor dem Gesicht und begann sich zu konzentrieren. Kirk ging es alles zu schnell.

 

„Spock, ...“ Kirk griff nach Spocks Hand, wusste nicht was er sagen sollte. Die Sorge um seinen Freund schnürte ihm die Kehle zu. Ein Dauerzustand in den letzten Monaten. Spock erwiderte den Druck seiner Hand und nickte kurz, „Jim.“

 

Sung war fertig mit den Scannern und blickte zu McCoy dann zu Spock. „Mr. Spock? Wir müssen ihren Körper fixieren, die Verschmelzung ist zwar mental, aber ...“

 

„Ich verstehe!“

 

McCoy brummte etwas unverständliches und begann langsam die Gurte um Spocks Beine, Arme und Brustkorb zu legen. Er blickte mit einem tödlichen Blick zu Sung. „Ich hoffe ihr Mr. Sivel weiß was er da macht. Bei geringsten Überschreiten einer kritischen Grenze werde ich sofort ...“

 

„Das müssen sie sogar. Sie kennen die Werte und sobald es kritisch wird, brechen wir ab und machen eine Pause?“ Sung wirkte beinahe so unerschütterlich wie ein Vulkanier und McCoy schnaubte, „Ein Pause?!!!“

 

„Es ist wichtig das niemand mich oder Mr. Spock berührt, bevor ich es nicht erlaube. Das stört die Konzentration. Commander sind sie bereit?“ Sivel richtete seine Aufmerksamkeit auf Spock, der langsam nickte und die Augen schloss.

 

Sivel legte seine Hände auf Spocks Gesicht, suchte die Kontaktpunkte und murmelte gemeinsam mit Spock einen Vers auf vulkanisch und schloss die Augen. Spocks Atem begann schneller zu werden und die Hände ballten sich zu Fäusten.

 

Kirk trat an die Wand ohne den Blick von seinem Freund abzuwenden, der steif und angespannt auf der Liege lag.  Gyle stellte sich neben ihn. „Es wäre besser wenn wir den Raum verließen, aber ich vermute das nicht einmal ein Klingonen Kreuzer sie von hier wegbringt Captain.“

 

Kirk blickte ihn kurz wütend an und richtete seinen Blick wieder auf Spock, dessen feine Züge zu einer schmerzverzerrten Grimasse geworden waren. Er riss seinen Kopf herum und stieß einen Schrei aus, doch Sivel hatte seinen Kopf fest zwischen den Händen.

 

Kirks Magen krampfte sich zusammen bei dem Gedanken an das was sein Freund durchlebte. Gyle legte Kirk eine Hand auf den Arm, „Captain es zerreißt mir auch das Herz. Ich hatte gehofft, das es nicht sein muss. Nicht ausgerechnet Spock. Er ist ...“

 

Spock schrie plötzlich und begann sich gegen die Fesseln aufzubäumen. Kirk trat einen Schritt näher. „STOPP!!!“, brüllte McCoy. „Stopp sofort.“

 

Sivel löste seine Hände und Spock fiel zitternd auf die Liege zurück und stöhnte keuchend. Sofort presste McCoy ihm eine Injektion in den Oberarm und beobachtete die Anzeigen. Sivel stützte sich schwer atmend neben Spocks Kopf auf die Liege und blickte zu Gyle.

 

„Talak!!“, keuchte er. „Talak selbst. Die Kuuth. Eine Kriegsschwalbe des romulanischen Geheimdienstes.“

 

„Ich weiß was die Kuuth ist, warum operieren sie im Förderationsraum? Talak war an Bord?“, unterbrach Gyle ungeduldig.

 

Sivel ignorierte Gyle Einwand und sprach weiter. „Sie haben ihn sofort unter Drogen gesetzt, der Wirkung nach war es ein Steem Derivat. Er wurde geschlagen, seine Beine gebrochen, entkleidet und auf schmerzhafte Weise auf Transponder untersucht. Danach haben sie ein Gerät angewendet, welches seine mentale Abwehr lösen soll und Halluzinationen auslöst. Es ist gefährlich, wenn die Disziplinen durch Drogen geschwächt sind. Sie haben mit der Kuuth etwa einen Monat in der Nähe der neutralen Zone gewartet. In der Zeit ...“

 

Gyle unterbrach wieder, „Woher weiß er das sie einen Monat dort waren? Haben sie es ihm gesagt?“

 

Sivel hob die Augenbrauen und Kirk fragte sich ob Vulkanier dieses wie eine Sprache lernten. „Er spricht Rihannsu Jeff und er hat zusätzlich ihre Gedanken aufgenommen, wenn sie ihn ..... berührten.“ Sivel sprach leise und kämpfte offensichtlich mit seiner Fassung.

 

Gyle starrte Spock überrascht an. Der lag inzwischen schwer atmend und mit Schweißperlen auf der Stirn unruhig auf der Liege. Die Augen geschlossen und McCoy über ihn gebeugt.

 

„Er spricht ...“, Gyle schüttelte den Kopf. „Woher?“

 

Sivel hob fragend eine Augenbraue. „Unbekannt. Aber seine Wahrnehmung ist auch für einen Vulkanier sehr präzise und die mentalen Fähigkeiten höher ausgeprägt als bei den meisten. Er könnte es erlernt haben.“

 

„Nicht in der kurzen Zeit,“ winkte Gyle ab.

 

Kirk der bisher besorgt zu Spock geschaut hatte und mit einem halben Ohr zugehört hatte drehte sich nun um.

 

„Commodore Gyle, wir hatten vor einigen Jahren Kontakt mit den Romulanern. Sicher kennen sie den Vorfall. Unser Kommunikationsoffizier hat damals eine codierte Nachricht aufgefangen und Mr. Spock hat sie teilweise entschlüsselt. Die Grammatik und Grundzüge der romulanischen Sprache könnten oder sollten ihm also vertraut sein.“

 

Gyle nickte langsam und Kirk blickte wieder zu Spock dann zu McCoy. „Bones?“

 

„Er ist wieder stabil Jim.“ McCoy nickte ihm beruhigend zu und drehte sich dann zu Gyle. „Hören sie Gyle, das war verdammt knapp. Sein Herz ist eben kurz kollabiert und sein Kreislauf ...“

 

Gyle schüttelte mit dem Kopf. „Wir haben keine Zeit. Halten sie ihn stabil Doktor. Sivel können sie weitermachen? Dieses Gerät ... und ....“

 

Sivel nickte, „Ich verstehe!“ Er zog die Augenbrauen zusammen und ohne auf den tobenden McCoy zu achten legte er sanft wieder seine Hände an Spocks Kopf. Fast im selben Augenblick bog Spock sein Rückrat durch und stemmte sich gegen die Fesseln, saugte zischend Luft ein.

 

„JIM!!!“, schoss McCoy in Kirks Richtung. Kirk schloss die Augen und bemühte sich seinen Atem zu kontrollieren. Es musste sein. Sein trainierter Verstand wusste es. „Pass auf ihn auf Bones, bitte.“, flüsterte er durch zusammengepressten Zähnen.

 

Es war einen Augenblick fast still im Raum. Spock lag aufgebäumt gegen die Fesseln wie erstarrt, rührte sich nicht. „Er atmet nicht,“ McCoy blickte zu Sung, dann zu Sivel. „Sivel!! Er atmet nicht!!!“

 

Einen endlosen Moment passierte nichts, dann ließ Spock die angestaute Luft aus den Lungen und schrie wütend und unartikuliert. Rihannsu oder Vulkan? Er begann wieder mit den Fesseln zu kämpfen und  versuchte seinen Kopf aus Sivels Umklammerung zu lösen.

 

Es gelang ihm ihn auf die Seite zu drehen und seine Augen schnappten auf. Kirk holte erschrocken Luft als er Schmerz, Wut, Verzweiflung und auch die Hilflosigkeit in den dunklen Augen sah. Er würde das beenden, jetzt sofort. Kirk trat einen Schritt vor, doch Gyle der damit offensichtlich gerechnet hatte hielt ihn fest. „Captain, nicht ...“

 

Kirk riss sich los, „Lassen sie mich los, sofort!!“ Er drehte sich wieder zu Spock und blickte in die dunklen geweiteten Augen seines Freundes. Ich bin bei dir, dachte er und hielt den Blick fest.

 

Spock lag nun ruhig. Er keuchte und zuckte nur noch schwach und unregelmäßig an den Fesseln. Bei jedem Ausatmen wimmerte er leise unkontrolliert. Kirk wusste nicht wie lange er da so stand, irgendwann sprach Sivel einige Worte auf Vulkanisch, die überraschend sanft klangen.

 

Spock schloss die Augen und sackte kraftlos und schweißgebadet auf die Liege. Langsam löste Sivel seine Hände und begann leicht zu wanken. Sung fing ihn auf und dirigierte ihn auf einen Stuhl. McCoy ließ seinen Scanner über Spock wandern und murmelte vor sich hin.

 

„Wir müssen die Transmissionen an Skon, R´ian und Tela stoppen, sofort!!“, krächzte der ältere Vulkanier während Sung ihm eine Injektion gab.

 

Gyle hob den Ärmel zum Mund, setzte sich mit der Sneaker in Verbindung und gab die Informationen weiter. „Sie wären in 3 Stunden gesendet worden. Leben sie noch?“

 

Sivel nickte. „Sie werden überwacht und wären aufgedeckt worden,“ flüsterte er.

 

Kirk ging zu Spock und McCoy wischte dem reglosen Vulkanier mit einem feuchten Tusch den Schweiß von der Stirn, „Er ist in einer Art Trance, Jim.“, sagte er zu dem besorgten Captain, dann blickte er zu der Gruppe Geheimdienstler. „Sind sie jetzt fertig? Ich glaube nicht das er das nochmal durchhält. Kann ich etwas für SIE tun, Mr. Sivel?“

 

Sivel nickte Gyle zu blickte dann zu McCoy, „Danke Doktor, Dr. Sung hat mich bereits versorgt. Ich habe bei Commander Spock eine leichte Heiltrance initiiert, da seine Disziplinen noch nicht wieder funktionsfähig sind. Er sollte in einer halben Stunde von selbst erwachen.“

 

Sivel blickte jetzt neugierig zu Kirk, „Captain, sie haben ihm geholfen. Ich achte ihre ´Bindung´ und weiß das Spock in guten Händen sein wird, wenn er erwacht. Er wird sie brauchen.“

 

Kirk nickte und blickte wieder zu Spock, „Ich werde bei ihm sein. Wird er ...?“

 

Sivel nickte, „Er wird wieder gesund, aber wie er mit dem Wissen umgeht kann ich ihnen nicht sagen. Er hat einen außerordentlich .... starrsinnigen Verstand.“

 

Sivel drehte sich zu Gyle. „Die Romulaner haben keine Informationen von Commander Spock bekommen. Ich würde es begrüßen seine Würde zu schützen und ihm die Bitte zu gewähren nur die Fakten preiszugeben, die notwendig sind.“

 

Gyle nickte.

 

Sivel blickte wieder zu Kirk. „Es ist ein vulkanischer Codex, Captain. Er hat mir in unserem kurzen Gespräch gestattet sein Wissen zu verwenden, jedoch um die Würde des Clans und der Familie gebeten. Ich werde sie achten.“

 

Kirk wusste nicht was das bedeutete, doch nickte. Er würde Spock später fragen.

 

Sivel nickte und holte tief Luft. „Nachdem die Kuuth ihre Lauer an der neutralen Zone aufgegeben hatten wurde Commander Spock mit einem Shuttle nach Rihannsu gebracht. Scheinbar war keine Einigkeit in den verschiedenen Gruppen, nachdem die Enterprise abzog und die Förderation nicht reagierte. Es gab Streit. Einige Kriegsschwalben verharrten an der Zone. Ihr Verbleib ist ihm unbekannt. Auf Rihannsu wurde er vor den Prätor gebracht, und weiter .... verhört, nun auch über die Vorgänge auf der Kuuth.“

 

„Das Gerät?“, unterbrach Gyle.

 

Sivel nickte, „Es ist sehr gefährlich. Unsere Agenten erwähnten vor einem Jahr, dass die Romulaner an etwas arbeiten. Es scheint das sie es bereits anwenden. Sie können damit auch einen Geist mit vulkanischen Disziplinen durchbrechen, wenn sie die Anwendung nur leicht verändern. Commander Spock ist, wie ich schon sagte, sehr starrsinnig.“ Sivel hob eine Augenbraue und blickte kurz zu Kirk und McCoy, der sich ein „Wem sagen sie das?“ nicht verkneifen konnte und Spocks Fesseln behutsam löste.

 

„Der Prätor bekam nicht die Informationen die er wollte und dadurch wurde er wieder für weitere Verhöre festgesetzt im Gefängnis vom Imperialen Palast. Er wurde unter Drogen am Leben erhalten, bekam keine Nahrung und Wasser über Infusionen und wurde mit akustischen  Frequenzen am Schlafen gehindert.“

 

„Mein Gott,“ flüsterte Kirk und blickte entsetzt zu McCoy.

 

Sivel blickte nur kurz zu ihnen und fuhr fort. „Ein Wärter scheint im Dienste unserer Agenten zu stehen. Er drang zu ihm durch. Spock bat ihn, ihn zu töten, doch die Informationen, die der Wärter überbrachte waren wichtiger. Ich habe sie ihnen bereits genannt.“

 

Gyle nickte müde und mit geschlossenen Augen. „Skon, R´ian und Tela.“

 

„Nicht nur das,“ Sivel blickte ernst. „Die Romulaner haben einige Wissenschaftler festgesetzt, deren Erfindungen äußerst gefährlich werden könnten. Sie haben eine Randwelt erobert, von der diese Personen stammen. Die verbesserte Tarnvorrichtung, die transportable Einheit und die Verhörmethoden stammen daher.“

 

Gyle blickte zu Spock, dann zu Kirk und McCoy die erschrocken zuhörten. „Meine Herren, ich weise besser gleich darauf hin, das dieses Wissen der Geheimhaltung unterliegt.“

 

Beide nickten schweigend, noch zu entsetzt, was das gehörte bedeuten konnte.

 

„Spock wusste das diese Informationen wichtig sind, doch innerhalb von einer Woche änderte sich etwas. Talak tauchte plötzlich wieder auf und er wurde wieder an Bord der Kuuth gebracht. Dort begann Talak damit, ihn nicht zu verhören sondern systematisch zu brechen, um doch noch an Informationen heranzukommen, die seine Position im Imperium stärken sollten. Offensichtlich hatte es einen Putsch gegeben, der vereitelt wurde. Talak behielt zwar seine Position, doch der Prätor war misstrauisch geworden.“

 

„Woher weiß er das alles?“, fragte McCoy.

 

Sivel blickte ihn direkt an. „Er ist Telepath Doktor. Jeder der ihn berührt, wenn seine mentalen Schilde, zum Beispiel unter Drogen, weit geöffnet sind verrät ihm unfreiwillig ein Teil vom Ganzen, was sich in seinem Verstand abspeichert. Die Wachen haben sich an ihm vergangen, ihn geschlagen und .... nun es sind genügend Gelegenheiten für Berührungen offensichtlich.“

 

Kirk schluckte und presste die Lippen aufeinander. Er wusste es bereits durch McCoys medizinischen Bericht, doch es war noch immer entsetzlich zu hören. Sivel bemerkte Kirks Blick, „Captain, ich entschuldige mich, ich hatte vermutet das ihr Arzt bereits .... .“

 

„Das hat er Mr. Sivel.“, antwortete er leise und seine Sorge um Spock wuchs. Wie würde er aufwachen und damit umgehen? Würde er sich in sich selbst zurückziehen?

 

„Er war dann die meiste Zeit bewusstlos und es sind nur Bruchstücke vorhanden. Offensichtlich hat Talak das Gerät dauerhaft eingesetzt. Er wurde irgendwann zum Transporterraum gebracht, wo Talak ihm die Chemikalien injizieren ließ und ihn, mit dem Wissen was sich in seinem Körper befand, herüber gebeamt hat.“

 

Eine Weile schwiegen sie. Jeder verarbeitete für sich das Gehörte. Dann räusperte sich McCoy. „Werden sie etwas gegen diese Brutstätte für neue Erfindungen unternehmen?“

 

Gyle nickte, „Ja. Das werden wir müssen und das möglichst schnell.“, er blickte zu Sung, „Beam dich auf die Sneaker und veranlasse alles nötige. Wir starten in ... 10 Minuten.“ Sung nickte und verließ die Krankenstation. Sivel stand auf und begann Sungs Sachen einzusammeln.

 

Kirk, der nach wie vor nicht von Spocks Seite wich, blickte Gyle an, „Wenn sie unsere Hilfe benötigen Gyle, dann ...“  Doch Gyle winkte ab. „Danke Captain, ich hoffe nicht, denn wenn das der Fall ist, ist es für eine friedliche Lösung beinahe zu spät. Aber da sie jetzt wissen was auf dem Spiel steht ... ich muss sie nicht auf die Geheimhaltung hinweisen, das habe ich bereits getan, doch halten sie die Augen offen. Wir werden nicht noch einmal so viel Glück haben. Ich werde ihnen zukommen lassen wie sie mich erreichen, wenn ... na ich hoffe das sie es nicht brauchen.“

 

Kirk nickte.

 

Spock stöhnte leise und sein Körper zuckte zusammen.

 

„Er kommt zu sich,“ McCoy war augenblicklich an den Scannern.

 

„Spock,“ sprach Kirk ihn an und sofort schnappten die Augen auf, brauchten einen Moment um ihn zu fixieren. Kirk lächelte ihn  vorsichtig an. Innerhalb einer Sekunde konnte Kirk Furcht und Schmerz und Erleichterung durch die feinen Züge huschen sehen bis die vulkanische Selbstdisziplin die Oberhand gewann. Spock versuchte sich aufzusetzen. McCoy half ihm in eine aufrechte Position. “Langsam, langsam. Wie geht es ihnen Spock?”

 

Der Vulkanier starrte ihn einen Moment irritiert an, dann zu Gyle.

 

Gyle nickte ihm zu, „Wir haben alles in die Wege geleitet und starten in 5 Minuten. Es war noch rechtzeitig für unsere Agenten.“ Gyle trat an Spock heran, der kurz nickte.

 

„Pass auf dich auf Spock und,“ er drückte ihm die Schulter und flüsterte etwas auf vulkanisch. Spock schloss kurz die Augen und schüttelte mit dem Kopf. Seufzend aber lächelnd ließ Gyle seine Hand sinken.

 

Sivel baute sich vor Spock auf und hob die Hand zum vulkanischen Gruß, sprach ebenfalls vulkanisch. Spock erwiderte den Gruß und antwortete etwas. Sivel verneigte den Kopf leicht.

 

„Captain, Doktor, ich danke ihnen für die Kooperation und .... wir müssen los.“ Gyle nickte Sivel zu und beide verließen den Raum.

 

Einen Moment schwiegen die Männer, dann blickten beide Spock an. „Spock?“, fragte Kirk vorsichtig.

 

„Captain, Doktor? Ich würde mich gerne in mein Quartier zurückziehen und wäre dankbar wenn ich die nächsten 3 Tage ungestört wäre. Danach bin ich bereit meinen Dienst wieder aufzunehmen.“ Spocks Stimme war ruhig und beherrscht.

 

McCoy blickte Kirk an, dann zu Spock. „Nun, diese ´leichte´ Heiltrance die dieser Sivel ihnen aufgedrückt hat war recht effektiv. Die Drogen sind fast vollständig abgebaut und ihre Beinmuskulatur und Knochen fast verheilt. Es spricht nichts dagegen Spock, können sie laufen oder ...“

 

„Ich kann laufen!“, bemerkte Spock knapp. Der Vulkanier stand auf, balancierte sich einen Moment aus und wankte dann Richtung Tür.

 

„Spock ...“, begann Kirk und wollte hinterher gehen, doch McCoy hielt ihn am Arm fest. Einen Moment verharrte der Vulkanier an der Tür, die Schultern angespannt. Dann verließ er die Krankenstation.

 

„Lass ihm Zeit Jim, er braucht jetzt Ruhe und diese von ihm so geschätzte Meditation. Ich kann nur hoffen, dass es hilft ...“ McCoy ging zum Wandschrank und holte zwei Gläser und eine Flasche heraus. „Und du,“ er reicht Kirk in Glas „und ich, wir können auch ein wenig Ruhe gebrauchen.“

 

„Ich kann ihm nicht helfen. Was geht in ihm vor?“, murmelte Kirk.

 

„Keiner kann das vermutlich, nur er selbst. Und was in ihm vorgeht? Wer weiß das schon? Waren wir es ab ... mehr können wir im Moment nicht tun.“ McCoy nahm einen großen Schluck aus dem Glas und setzte sich seufzend an den Tisch.

 

„Ich wünschte wir wären nie auf dieser kalten Welt gewesen. Aari...“, murmelte Kirk in Gedanken.

 

„Jim, das ganze Universum ist kalt, Freundschaft macht es wärmer. Ohne Aari wäre auch deine Welt um eine sehr bedeutende Freundschaft ärmer. Hier drin, im Herzen.“

 

Kirk seufzte und setzte sich zu McCoy. Wieder warten.

 

***

 

Spock ließ sich drei volle Tage nicht blicken.

 

Kirk konnte nur vermuten das er meditierte oder etwas anderes tat. Mehrmals stand er vor der Tür zum vulkanischen Quartier und überlegte es sich dann doch anders.

 

Sie dockten von der Sternenbasis ab, die Mannschaft war vom kurzen Landurlaub wieder vollständig an Bord. Die Vorräte waren aufgefüllt und seit 2 Tagen befanden sie sich auf Kurs in einen unbekannten Sektor.

 

Kirk saß in seinem Sessel auf der Brücke und nippte am Kaffee, als Uhura hinter ihm plötzlich erschrocken einatmete. „Mr. Spock!!“ rief sie erfreut und stand auf.

 

Kirk drehte sich in seinem Sessel herum und wurde von einem Paar dunkler Augen fixiert. „Bitte um Erlaubnis meinen Dienst antreten zu dürfen, Captain.“ Spocks Arme lagen auf dem Rücken und seine Stimme war ruhig und sicher wie immer. Die Uniform schien noch immer eine Nummer zu groß, doch verdeckte nicht die gespannte aufrechte Körperhaltung des Vulkaniers.

 

Kirk schluckte nervös und räusperte sich, „Bitte gewährt, Mr. Spock.“ Ein kurzes Nicken und Spock ging an seine Station und begann damit Daten abzurufen. Kirk wartete einen Moment und blickte auf den angespannten Rücken.

 

„Mr. Spock?“

 

„Captain?“ Spock drehte sich herum, das Gesicht ausdruckslos.

 

„Willkommen zurück, wir haben sie vermisst.“

 

Spock sah sich langsam auf der Brücke um, schien jedes Detail in sich aufzunehmen. Alle Gesichter waren ihm zugewandt und nickten ihm lächelnd zu. Einen Moment verharrte der Vulkanier und ließ seinen Blick auf Kirk ruhen, dann nickte er. „Ja Sir!“

 

„Weitermachen!“ sagte Kirk lächelnd und in den nächsten Sekunden füllten die üblichen Brückengeräusche seine Ohren.

 

***

 

Kirk saß an seinem Schreibtisch und bearbeitete den üblichen Papierkrieg als der Türsummer ihn unterbrach. „Herein,“ rief er und betätigte den Öffner. Spock!

 

„Spock!“

 

Spock trat gerade weit genug ein damit die Türen sich wieder schlossen. „Captain, ich möchte mit ihnen sprechen. Allerdings nur wenn ich sie nicht in etwas störe.“

 

„Spock setz dich und wenn ich mich nicht irre sind wir beide nicht mehr im Dienst und haben uns auf ´Jim´ und ´Du´ geeinigt. Daran hat sich zumindest von meiner Seite nichts geändert.“

 

Spock nickte und setzte sich langsam. Kirk war bereits auf der Brücke aufgefallen, das er sich noch immer ein wenig vorsichtig bewegte, aufgrund der frisch verheilten Beinmuskulatur.

 

„Sir, ..... Jim .... ich habe die letzten drei Tage damit verbracht die Geschehnisse zu verarbeiten.“ Spock sah ihn unsicher an.

 

„Hattest du Erfolg? Ich kenne mich vermutlich nicht genug damit aus, aber ich weiß wie viel diese Meditation dir bedeutet.“

 

„Ja,“ antwortete Spock, „Ich hatte <Erfolg> .... bis auf ....“ er schluckte nervös, senkte den Kopf und holte tief Luft.

 

Kirk war versucht zu fragen was, doch besann sich und wartete.

 

„Jim. Mein Körper wurde in der Gefangenschaft wiederholt .....missbraucht und .... nichts davon war in der Lage die <angenehmen> Reaktionen auszulösen, die du in mir .... hervorrufen kannst, hervorgerufen hast. Ich konnte jedoch nicht verhindern das mein Körper ... von den Romulanern .... 

 

„Du wurdest vergewaltigt Spock. Man hat dich gezwungen. Du hast keine Schuld.“ Kirk blickte seinen Freund sanft an und bekämpfte innerlich die Wut auf die Romulaner, die ihm das und mehr angetan hatten.

 

„Jim ich könnte verstehen wenn du ... die .... Bindung beenden willst.“, flüsterte Spock und schloss die Augen.

 

Langsam stand Kirk auf, ging um den Tisch und griff nach Spocks Händen. Er zog den Vulkanier aus dem Stuhl, „T´hy´la!“ flüsterte er in ein vulkanisches Ohr und nahm einen zitternden Spock in die Arme, strich ihm über den Rücken.

 

Sie standen eine Weile so, dann fühlte er ebenfalls zwei warme Hände auf seinem Rücken und Wellen von Erregung durch seinen Körper schießen.

 

„T´hy´la,“ murmelte Spock.

 

Kirk strich über den dunklen Haarschopf, den Nacken und über die Spitze eines Ohres.

 

„Ich habe dich vermisst.“ flüsterte Kirk. Spock drückte Kirk ein wenig von sich um ihm in die Augen zu schauen. „Ich möchte morgen nicht allein aufwachen, Jim.“ Dann schlossen sich seine Lippen sanft und warm auf Kirks.

 

***

 

Ende.

 

Stelenan

 

 

 

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