Kalte Welt

Autor: stelenan Accent@gmx.net
Serie: TOS
Paarung: K/S
Code: weiß ich nicht h/c vielleicht?

Disclaimer (hab ich mir von Lady Charena geborgt, ich hoffe das ist okay :) ): Paramount/Viacom gehört Star Trek und alles, was ich mir daraus borgte. Die Story ist mein und reine Fanfiction - ich beabsichtige also weder, damit Geld zu verdienen, noch irgendwelche Rechte zu verletzen. Wer sich an homosexuellen Beziehungen - gleich welcher Art - stören könnte, sieht sich bitte anderswo nach passender Unterhaltung um.

(wenn ich beim Header etwas vergessen habe, nicht böse sein, ist mein erstes Mal)

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Dies ist das erste Mal das ich was geschrieben habe. Die Story geht noch weiter, aber ich dachte ich poste erst einmal den ersten Teil und warte etwas nervös auf Reaktionen. Vielleicht ist die ruhige Urlaubszeit genau richtig. Viel Spaß beim Lesen - hoffentlich - und ich freue mich über Feedback.
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Teil 1

 



Kalt.

Etwas hartes drückte gegen die Wirbel in seinem Rücken. Kirk rollte sich etwas auf die Seite und sofort fing sein Kopf an es mit betäubendem Schmerz zu quittieren. Er rollte sich ganz herum und versuchte gegen Benommenheit anzukämpfen.

Er tastete mit den Händen um sich und lag scheinbar auf einem kalten harten Felsboden. Vorsichtig, um die Kopfschmerzen nicht stärker werden zu lassen, setzte er sich auf. Wie war er hierher gekommen. Wo war er?

Raumstation 7 war seine letzte Erinnerung. Die Enterprise hatte 1 Woche dort Station gemacht um neue Vorräte an Bord zu nehmen und Reparaturen durchzuführen. Er war am letzten Tag mit Spock hinüber gebeamt, um mit Commodore Sing zu Abend zu Essen. Und dann?

Spock?

Kirk schüttelte die Benommenheit ganz aus seinem Kopf und blinzelte wieder, um seine Augen an das Zwielicht zu gewöhnen. Felswände umgaben ihn, keine Fenster und keine Tür. Woher kam das Licht? Er blickte nach oben und sah einige Öffnungen in einer ca. 4 Meter hohen natürlichen Felsdecke, durch die Tageslicht gelangte. Wenig, aber ausreichend um zu sehen.

Ein Geräusch ließ ihn herumfahren.

„Spock?"

Ein leises Stöhnen und dann Keuchen und Kirk krabbelte noch immer benommen in die Richtung aus der er es gehört hatte. Das erste was er sah war ein diffuser blauer Schimmer in einer dunklen Ecke in der Felskammer. Es musste Spock sein. Sie waren zusammen zur Station gebeamt, und dann?

„Spock?", rief er nun lauter und hastete zu der zusammengerollten Figur in der Ecke. Vorsichtig drehte er den Körper herum. „Spock.!!"

Der Vulkanier stöhnte leise, war wie es schien nicht voll bei Bewusstsein und Kirk konnte im Zwielicht einen großen grünen Fleck auf der Brust erkennen. Die Uniform war an einigen Stellen zerrissen. Er atmete sehr flach und stöhnte wieder auf als Kirk ihn vorsichtig auf den Rücken drehte. Sein Gesicht war ebenfalls blutig. Eine Wunde befand sich direkt über der linken Schläfe und seine Haare, die sonst immer in penibler Ordnung waren, waren staubig und durcheinander.

„Was zum Teufel ...? .... Spock? .....", Kirk schüttelte ihn vorsichtig an der Schulter. Langsam reagierte er und eine Hand kam in Bewegung, tastete langsam den Brustkorb ab. Der Vulkanier kämpfte um jeden Atemzug und öffnete die Augen einen schmalen Spalt. „Spock, kommen sie zu sich! .... Spock ........ sie sind verletzt!!!"

Ein krächzender Laut kam aus Spocks Mund. Dann hustete er, drehte sich stöhnend zur Seite und spuckte grünes Blut auf den Boden. Kirk erschrak und zog Spock vorsichtig aufrecht in halb sitzende Position.

„Offensichtlich ......", flüsterte der Vulkanier und rang wieder nach Luft. „ Es ........ ist ..... kalt."

„Ja", Kirk bemerkte das Spock zitterte. Sein eigener Atem zeichnete sich in kleinen Kondenswölkchen in der Luft ab. Es mussten Temperaturen nahe am Gefrierpunkt sein. Spock fror bereits bei Temperaturen die Menschen als angenehm empfanden. Hier war es allerdings wesentlich kälter.

Er tastete nach seinem Kommunikator. Fort! Phaser? Ebenfalls fort. Rasch blickte er sich um und sah einen Haufen Decken und Stroh, achtlos hingeworfen in einer anderen Ecke.

„Können sie aufstehen Spock?", Kirk musste ihn irgendwie wärmen. Verletzt und noch dazu in dieser Kälte, wo auch immer sie sich befanden, würde er nicht lange durchhalten.

Der Vulkanier bewegte sich und setzte sich mit Kirks Hilfe sehr langsam und vorsichtig vollständig auf. An Aufstehen war nicht zu denken. Seine Augen waren wieder geschlossen. Er keuchte und sog vorsichtig Luft ein. Das Atmen fiel ihm schwer und auf seinem Gesicht konnte man den Kampf gegen den Schmerz ablesen.

„Warten sie Spock, nicht bewegen.", Kirk hastete auf die andere Seite der Felskammer und holte den Deckenstapel. Sie waren dreckig und klamm, doch alles was er finden konnte. Eine faltete er und legte sie auf den Boden direkt neben den Vulkanier. Dann schob er das Stroh darunter.

„Das sollte ein wenig die Bodenkälte auffangen. Vorsichtig jetzt. Irgend etwas hat scheinbar ihre Lunge verletzt. Wir sollten vermeiden das sie sie durch das Bewegen noch mehr verletzen."

Spock nickte nur langsam und antwortete nicht. Kirk fasste ihn um die Schultern und schob den anderen Arm unter seine Knie und hob ihn vorsichtig auf das Deckenlager, so daß er sich an die Wand anlehnen konnte – dort war es weniger kalt als auf dem steinigen Boden. Spock stöhnte leise auf als Kirk ihn anhob und sackte in sich zusammen. Er war wieder bewusstlos geworden, aber er atmete immerhin noch relativ gleichmäßig.

Es wurde langsam etwas heller und Kirk konnte ihn nun besser erkennen. Die
Gesichtszüge des Vulkaniers waren im Moment entspannt, seine Lippen leicht geöffnet, ein dünner Faden Blut lief aus einem Mundwinkel und jeder japsende Atemzug fabrizierte eine kleine weiße Wolke in der kühlen Luft.

Kirk riss aus seiner Uniformjacke einen Streifen ab und wischte  damit das Blut aus Spocks Gesicht bevor es trocknete und verklebte. Es war glücklicherweise nur eine Platzwunde über der Schläfe. Doch das Blut welches aus dem Mund rann und die geschwächte Verfassung seines Ersten Offizieres machte ihm mehr Sorgen? Seine Lunge musste verletzt sein.

Kirk öffnete den Verschluss von Spocks Uniformjacke. Er dankte im Stillen, daß sie die Gala Uniformen angezogen hatten, da sie zu einem offiziellen Empfang wollten. Spocks Jacke war wattiert und etwas dicker als das normale Uniformhemd. Außerdem hatte er wie immer ein Thermoshirt untergezogen. Das war nun von Vorteil bei diesen Temperaturen. Aber er musste sich die Wunde ansehen und wenn
möglich die Blutung stoppen.

Spock stöhnte wieder leicht als Kirk die Jacke öffnete. Das Shirt darunter hatte ein ebenso großes Loch, wie auch die Jacke schon aufwies. Vorsichtig schob er das Shirt über die Wunde und sah die Eintrittswunde eines Projektils. Warmes grünes Blut klebte an seinen Fingern und die Wunde blutete stark. Das Projektil, wenn es eines gab, musste noch in seinem Brustkorb stecken. Er musste die Blutung
stoppen. Kirk presste einen Fetzten seiner Uniformjacke auf die Wunde und verharrte so.

Es musste eine Weile vergangen sein, dann ließ das Bluten nach. Kirk lockerte seinen Druck und ließ den Stofffetzen wo er war. Vorsichtig schob er Spocks Thermoshirt wieder darüber und schloss die Jacke so gut es ging. Dann nahm er die verbliebenen Decken und wickelte den noch immer zitternden Vulkanier darin ein.

Spocks Atem kam nun stoßweise. Er musste starke Schmerzen haben und er fühlte sich kalt an. Das war kein gutes Zeichen. Seine Körpertemperatur lag normal über der eines Menschen und er fühlte sich immer wärmer an.

„Spock? ..... Spock?"

„Ja Captain.", kam die leise fast geflüsterte Antwort, seine Augen waren nach wie vor geschlossen. „Ich habe die Blutung hoffentlich gestoppt und werde mich jetzt
neben sie setzen um sie aufzuwärmen." Kirk wusste das seinem zurückhaltenden Ersten Offizier Berührungen unangenehm waren und wollte ihm die Gelegenheit geben sich mental abzuschirmen.

„Ich ...... habe ....... innere Blutungen," flüsterte Spock. „Lassen es ...... die Umstände ....... zu das ich ......" Er stöhnte auf und brach mitten im Satz ab, keuchte und kämpfte um Sauerstoff. Das Sprechen strengte ihn an. „ ...... Heiltrance?", beendete Kirk den Satz. „Können sie damit die Blutungen stoppen?"

Spock rang um Worte. Seine Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern. „Ich ..... vielleicht ... aber das Projektil......", wieder rang er um Luft und hustete. Sein Körper wurde mit jedem Husten erschüttert und das sonst stoische ruhige Gesicht wurde zu einer schmerzverzerrten Grimasse.

Kirk stützte ihn so gut er konnte, „Schhh ... ruhig Spock, nicht reden." Kirk rutschte dichter an den Vulkanier heran und legte einen Arm um seine Schultern um ihn zu stützen. Der Vulkanier lehnte sich an Kirk an, dankbar für die geteilte Wärme.

Spocks Kopf lag nun gegen seinen Brustkorb gelehnt in Kirks Armen und seine Haare berührten Kirks Gesicht. Sie waren seidenweich unter dem Staub, stellte Kirk überrascht fest. Ihm wurde bewusst, das er sich schon häufig gefragt hatte, wie sie sich wohl anfühlten. Er schob die Gedanken beiseite. Nicht jetzt, mahnte er seinen Verstand.

Jeden Moment konnte jemand kommen, wer auch immer sie in diese Situation gebracht hatte. Wenn Spock dann in Trance war konnte er ihm nicht mehr helfen, sollte man sie voneinander trennen. Wenn er allerdings nicht seine vulkanischen Heilungskräfte anwendete würde er vermutlich verbluten.

Die Atemzüge des Vulkaniers rasselten und waren schwer. Er lag schwach und leicht zitternd neben Kirk, sein Oberkörper, von Kirk aufrecht gehalten, war an seinen angelehnt. Er würde nicht lange überleben, wenn nichts geschah. Kirk traf eine Entscheidung.

„Gut Spock, machen sie es, diese Heiltrance, wenn sie können. Ich bin hier.", wohin sollte er auch gehen in einer Felsenkammer ohne Türen und ohne Fenster? Er fragte sich ob Spock sich ihrer Situation überhaupt bewusst war.

Der Vulkanier nickte wieder leicht und einige Sekunden später entspannte sich sein Körper und sein Kopf fiel auf Kirks Schoß. Er hatte allem Anschein nach die Heiltrance initiiert. Kirk blieb neben ihm sitzen, hielt seinen zitternden Freund weiter in seinen Armen.

Eine Weile saß er still da, blickte nur auf seinen Freund. Dessen Atemzüge kamen nun langsamer doch noch immer sehr schwerfällig und rasselnd. Wenn nur McCoy hier wäre. Wo auch immer hier war. Suchte Scotty bereits nach ihnen?

Kirk überlegte und suchte fieberhaft nach Antworten um ihre Situation zu erklären. Nach einer halben Stunde ergebnislosen Grübelns war die „Gefängnis-„ Zelle noch immer da, es war noch immer kalt und sein 1. Offizier lag noch immer verletzt in seinem Schoß.

Unbewusst strich er Spocks Haare glatt und bemerkte zum wiederholten Mal wie weich und fein dessen rabenschwarzes Haar war. Oft hatte er sich vorgestellt wie es wäre diesen Mann in den Armen zu halten. Diesen Körper zu erforschen.

Spock war in seinen Augen vollkommen. Sein Freund, ein brillanter Geist und fähiger Offizier. Der beste der Flotte. Doch er empfand mehr für ihn. Seit Wochen oder Monaten schon war es ihm bewusst. In Momenten in denen er sich unbeobachtet fühlte sah er häufig hinter sich zu Spocks Station. Vor seinem inneren Auge formten sich die Bilder, wie sein 1. Offizier vor seinen Computer saß, die schlanken Finger über die Konsolen huschten oder er mit schräg gelegtem Kopf dem Sensor im Ohr lauschte und die übertragenen Daten verarbeitete.

Eigentlich wusste er es schon lange. Es waren zuerst nur kleine Gelegenheiten gewesen. Ein Blick auf der Brücke, das Glitzern in Spocks Augen, wenn der emotionslose Vulkanier ihn offensichtlich neckte, auf seine ganz eigene Art. Kirk verstand es in seinem Gesicht zu lesen und teilte nicht die allgemeine Auffassung, dass Vulkanier gefühlskalt waren. Nicht dieser.

Kirks Hand wanderte über Spocks Hinterkopf zu den geschwungenen Ohren. Vorsichtig berührte er die Spitze mit den Fingerkuppen und strich langsam darüber. Samtweiche Haut und eine flexible Spitze, darunter hart. Wie würde es sich anfühlen sie zu ..... ?

Erschrocken zog Kirk seine Hand abrupt zurück und schloss verärgert über sich selber die Augen. Sein bester Freund lag verletzt in einem unbekannten Gefängnis, einer besseren Höhle in seinem Schoß und er hatte nichts besseres zu tun als über seine verborgenen Gefühle zu sinnieren und dabei zu vergessen das Spock Berührungstelepath war. Er fühlte wie ihm das Blut ins Gesicht schoss und auch in andere Körperteile.

Genauso gut hätte er sagen können ´Hey Spock, wussten sie schon das ich auf sie stehe?`, Kirk seufzte. Wie lange trug er diesen inneren Kampf schon aus? Ein Jahr, war es mehr? Wie oft hatte der Vulkanier ihn berührt, beim gemeinsamen Training, beim Alltag auf der Brücke, hatte gar bei Missionen seinen Geist berührt. Es war eigentlich kaum denkbar, das Kirks Geheimnis nicht schon längst keines mehr war.
Doch wenn, verstand Spock es gut, es nicht zu zeigen.

Er zog die Decken enger um sie um seine Körperwärme mit Spock zu teilen. Was war nur geschehen? Kirk betrachtete seine Umgebung und bemerkte das er hungrig war und noch schlimmer auch durstig war. Sie mussten Wasser finden. Wie lange waren sie schon hier? Wer hatte sie hierher gebracht und warum? ....

Schließlich schloss er die Augen und versuchte ein wenig zu dösen um Spock möglichst wenig zu stören.

*** Ende Teil 1 ***

 

 

Teil 2