Jupps (Alb)Traum

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Schatz/Taube

Kategorie: PG-15

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Summe: Jupp plagen verwirrende Träume

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

„Hast du eigentlich schon mal an Geschlechtsumwandlung gedacht?“

 

„Was?“ Klaus Taube blickte von dem Plätzchenteig, den er gerade mit einer Herzform ausstach, überrascht auf. „Wie kommst du denn auf diesen Blödsinn?“

 

„Wenn du eine Frau wärst, würde ich dich auf der Stelle heiraten“, erklärte sein Freund und Kollege Jupp Schatz und mopste eines der Herzen vom Tablett, was ihm von Taube einen Klaps auf die Hand einbrachte.

 

„Du backst, kannst gut kochen, putzt, schmeißt den Haushalt, kaufst ein und kommst gut mit Flo klar“, zählte Jupp auf. „Die ideale Ehefrau.“

„Ich war ja immer der unerheblichen Meinung, zu einer guten Ehe gehören mehr als hausfrauliche Fähigkeiten“, erwiderte Klaus und schob das Tablett in den Ofen.

 

„Och, mit den richtigen Formen klappt’s dann schon auch mit heißem Sex.“ Jupp deutete mit einer eindeutigen Handbewegung an, welche Formen er da im Sinn hatte.

 

Im nächsten Moment fand er sich mit dem Rücken an den Küchenschrank gedrückt wieder. Taube stand dicht vor ihm.

 

„Sex kann auch zwischen zwei Männern sehr schön sein, Jupp“, flüsterte er heißer, die Lippen nah an Jupps Ohr. „Lass mich dir zeigen, wie wunderbar es zwischen uns werden kann.“ Klaus atmete schwer, seine Hand glitt in Jupps Schritt.

 

Jupp stand wie gelähmt, während der Mund des Freundes seinem immer näher kam.

 

///

 

„Nein!“

 

Jupp schlug um sich, bis schließlich langsam die Erkenntnis dämmerte, dass er in seinem Bett lag und alles nur geträumt hatte. Schwer atmend setzte er sich auf und schaltete das Licht an.

 

Die Tür zu seinem Schlafzimmer öffnete sich und sein Sohn tappste barfuss herein. „Bist du okay, Papa?“, fragte er besorgt.

 

„Alles in Ordnung, Flo“, versicherte Jupp rasch. „Ich habe nur schlecht geträumt.“

„Ich habe dich schreien hören“, erklärte der Junge.  

 

„Ich bin okay“, versicherte Jupp noch einmal. „Geh’ wieder ins Bett, du musst morgen in die Schule.“

 

„Wir haben schon Ferien“, erklärte Flo.

 

„Ach ja, hatte ich vergessen“, sagte Jupp. Er wollte aufstehen und Flo zurück in sein Zimmer bringen, doch gerade noch rechtzeitig fiel ihm ein, dass das im Moment keine so gute Idee war, rein körperlich gesehen. Er hatte da ein eher größeres Problem. „Geh’ wieder schlafen“, sagte er stattdessen.


“Gute Nacht, großer Schatz“, erwiderte der Junge.

 

„Gute Nacht, kleiner Schatz“, sagte Jupp, als Flo die Tür hinter sich schloss.

 

Dann sank er zurück ins Kissen. Verdammt! Woher kamen nur plötzlich diese Träume? Und wieso war er danach immer so geil? Er war doch nicht von heute auf morgen schwul geworden. Wieso also fragte er sich neuerdings dauernd, wie es wohl wäre, Klaus zu küssen, anzufassen, mit ihm...

 

Jupp schloss die Augen und versuchte Taubes Bild aus seinen Gedanken zu verdrängen. „Lass mich dir zeigen, wie wunderbar es zwischen uns werden kann“, hörte er ihn flüstern.

 

Vielleicht sollte er Klaus einfach fragen, ob er es ihm tatsächlich zeigen würde, damit endlich diese Träume und Fragen aufhörten. Dann wüsste er wenigstens genau, dass es nichts für ihn wäre. Hoffte er zumindest. Aber konnte er einfach fragen und würde Klaus bereit sein? Er wusste ja nicht mal, ob Taube ihn interessant, anziehend fand, als Mann. Er hatte da nie etwas durchblicken lassen.

 

Vielleicht sollte er ihn morgen fragen, auf der Weihnachtsfeier im Präsidium.

 

///

 

„Du stehst unter einem Mistelzweig“, sagte Jupp und hielt Taube fest. Unter dem Gejohle ihrer Kollegen begann er ihn zu küssen. Doch es wurde kein harmloser Kuss auf die Wange. Stattdessen presste er seine Lippen auf Taubes, versuchte seine Zunge in seinen Mund zu schieben.

 

Klaus riss sich von ihm los und stürmte aus dem Büro. Jupp hinterher.


“Sag mal, was sollte das eben?“, wollte Taube wissen, als Jupp ihn am Ende des Flurs eingeholt hatte. „Willst du mich scharf machen, oder was?“

 

„Ja“, erwiderte Jupp einfach.

 

„Was?“, Taube starrte ihn an.

 

„Zeig mir, wie sich zwei Männer lieben“, flüsterte Jupp und presste sich an Klaus. „Zeig mir, wie schön es zwischen uns sein kann.“

 

Klaus stöhnte. Jupp begann ihn erneut zu küssen.

 

Plötzlich ertönte von irgendwo ein schrilles Geräusch.

 

///

 

Jupp saß von einer Sekunde zur nächsten aufrecht im Bett, während sein Wecker weiter schrillte. Erst langsam fand er die Kraft, ihn auszuschalten. Sein Herz raste.

 

Nicht schon wieder so ein Traum! Und warum wurden sie immer intensiver? Jetzt schon zwei in einer Nacht. Und er hatte angefangen!

 

Vielleicht sollte er doch mit jemanden darüber reden, mit jemanden mit einer psychologischer Ausbildung.

 

Das Problem war nur, der einzige, den er mit so einer Vorbildung kannte und mit dem er über solch intime Dinge reden würde, war Klaus Taube.

 

Jupp schwang seine Beine über die Bettkante.

 

Vielleicht sollte er es tun. Was konnte schon passieren? Bestenfalls ließ Taube ihn abblitzen, schlimmstenfalls landeten sie zusammen im Bett. Oder umgekehrt. Hauptsache, die Träume hörten auf und er wusste endlich, woran er war.

 

Außerdem, so schlimm fand er die Vorstellung gar nicht mehr, Klaus etwas näher zu kommen. Sonst würde er nicht immer solche Träume haben. Soviel verstand er auch von Psychologie, dass er wusste, dass sein Unterbewusstsein ihm etwas mitteilen wollte.

 

Wirklich, Klaus war doch ein netter Kerl. Und sah auch gut aus. Außerdem scheute er sich sonst doch nicht, neue Dinge auszuprobieren. Auch im Bett nicht.

 

Aber mit einem Mann?

 

Jupp tappste ins Bad. Ja, beschloss er, ja er würde Klaus heute einfach fragen. Basta!

 

Bei der Weihnachtsfeier im Präsidium.

 

Jenny hatte bestimmt wieder Mistelzweige aufgehängt.

 

Ende