Na gut, ich hab mir mal wieder einen Virus im Internet eingefangen: die

iPod-Challenge. Prinzip ist ganz simpel, man stellt seinen iPod auf Random

und nimmt die ersten zehn Titel als Inspiration für Ficlets. Ich hab' sie

für meine Verhältnisse etwas abgeändert, denn mein [markenloser ;-)]

mp3-Player ist neu und ich hab nur 2 podfics, Poison von Alice Cooper, ein

Songvid und ein Klavierstück mit Hugh Laurie aus einer House-Folge drauf.

Damit lässt sich nun nicht wirklich was anfangen. Aber da ich seit einiger

Zeit den ganzen Tag im Büro Radio hören darf, hab ich mir einfach die Titel

von zehn hintereinander gespielten Songs notiert. Außerdem ist auch immer

die Textzeile (oder Zeilen) dabei, die die Story inspiriert haben. Et

voilà.

 

Fandom: House MD

Ratings: diverse (jede Story hat einen kompletten Header mit allen

Pairings, Raitings, möglichen Warnungen & Disclaimer)

 

 

 

Song 1: Foreigner - Juke Box Hero

 

Titel: Anfänge

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House, Blythe und John House

Rating: gen, PG

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: House probiert seine neue Gitarre aus (Endszene Season 3)

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

He heard one guitar, just blew him away

Saw stars in his eyes, and the very next day

Bought a beat up six string in a secondhand store

 

Didn't know how to play it, but he knew for sure

That one guitar, felt good in his hands

Didn't take long to understand

Just one guitar, slung way down low

Was a one way ticket, only one way to go

 

 

Es war eine Trotzreaktion gewesen: hier, jetzt, allein mit seinen Gedanken,

konnte er es zugeben. Wilsons Anführung seiner Wohnung und seines Wagens

als Beispiel für seine Schwierigkeiten mit Veränderungen, hatte er einfach

beiseite gewischt. Die Erwähnung seiner Gitarre war hängen geblieben und er

hatte sich an seinen PC gesetzt, sich online auf die Suche gemacht. Die

Bestellung war kaum abgeschickt, als die neuen Entwicklungen seines

kubanischen Romeo-und-Julia-Dramas das ganze aus seinem Bewusstsein fegten.

 

So war er tatsächlich überrascht gewesen, nach Hause zu kommen und den

riesigen Karton im Flur vor seiner Wohnung zu finden. Zuerst dachte er, er

gehöre einem seiner Nachbarn... aber es war sein Name, der in großen

Lettern darauf stand.

 

Er schaffte den Karton mit einiger Mühe nach drinnen und packte ihn aus.

Als er die neue Gitarre heraushob, erfüllte ihn für einen Augenblick ein

feines Vibrieren der Aufregung. Es dauerte einen Moment, bis er es

identifizierte: es war das gleiche Gefühl wie damals, als er zum ersten Mal

eine Gitarre in der Hand gehalten hatte.

 

Prüfend, fast liebkosend, glitten seine Fingerspitzen über die Saiten.

 

Natürlich hatte sein Vater ihm nicht erlaubt, Stunden zu nehmen.

Musikunterricht? In John House' Welt war das etwas für Mädchen und

langhaarige Schwuchteln.

 

Mit den Klavierstunden hatte er angefangen, als sein Vater für ein halbes

Jahr irgendwo im Einsatz war und außer für einen kurzen Besuch nicht nach

Hause kam. Und wäre nicht seine Lehrerin die Frau des Basiskommandanten und

voll des Lobes für das Talent des kleinen Gregory gewesen, hätte sein Vater

ihm wohl eher einen Finger gebrochen, als ihm weiter erlaubt, Klavier zu

spielen. Aber was John House noch mehr verabscheute, als wenn man sich

seinen Befehlen widersetzte, war sein Gesicht vor seinen Kameraden zu

verlieren. Also durfte er weiterhin die Nachmittage im Haus des

Kommandanten verbringen, wo er auf einem Kissen thronte, um auf richtiger

Höhe für die Tasten zu sein und seine Beine noch zwei Jahre zu kurz waren,

um an die Pedale zu gelangen. Wo er nach jeder Stunde eine Tasse Kakao und

Kekse bekam und hingerissen den Biographien berühmter Pianisten und

Komponisten aus aller Welt lauschte, von denen ihm seine Lehrerin vorlas.

Von manchen konnte er nicht einmal den Namen aussprechen, aber er sog alles

Wissen gierig in sich auf, bis sein Vater ein paar Monate später nach

Ägypten versetzt wurde.

 

Mit der Gitarre hatte er nicht so viel Glück.

 

Er sah sie zum ersten Mal im Haus eines Schulkameraden. Nicht, dass er

besonderes Interesse an der Freundschaft mit dem rothaarigen Jungen hegte,

mit dem er nichts weiter gemeinsam hatte, als dass sein Vater ebenfalls ein

Marine-Pilot war. Als die halbherzige Einladung kam, zweifellos auf

Drängeln der Eltern, sagte er ebenso lustlos zu. Bis Greg die Gitarre auf

dem Bett liegen sah, wusste er nicht, worüber sie miteinander reden

sollten. Doch dann begann er Thomas mit Fragen zu bestürmen und brachte ihn

dazu, ihm zu zeigen, wie man die Gitarre hielt.

 

Als er nach Hause kam, glühte er förmlich mit Begeisterung. Es war so

auffallend, dass seine Mutter ihn beim Abendessen lächelnd fragte, was er

am Nachmittag denn nur gemacht habe. Aber ein Blick auf das strenge Gesicht

seines Vaters und die Worte blieben in seinem Hals stecken. Er starrte auf

seinen Teller und murmelte etwas, was ihm die Ermahnung einbrachte,

deutlich zu sprechen oder überhaupt nichts zu sagen.

 

Ein paar Tage später holte seine Mutter beim Mittagessen die ganze

Geschichte aus ihm heraus. Blythe lächelte, als sie die Begeisterung in den

Worten ihres Sohnes hörte und erinnerte sich daran, dass sie selbst einmal

so empfunden hatte. Offenbar hatte er die musikalische Begabung von ihrer

Seite der Familie geerbt. Ihre Schwester spielte ebenfalls Klavier und sie

hatte sie oft um ihr Talent beneidet. Es schmerzte sie, dass John so wenig

Verständnis dafür hatte und es als Zeitverschwendung ansah, wenn Greg am

Klavier übte, statt Sport zu treiben oder für die Schule zu lernen. Sie

strich ihm übers Haar und schickte ihn in sein Zimmer, damit er seine

Hausaufgaben machte.

 

Er benötigte fast acht Monate, um sich genügend Geld zusammen zu sparen, um

eine gebrauchte Gitarre zu kaufen. Geld, das er mit Laub harken, Rasen

mähen und Schnee räumen (zumindest das hatte er in Ägypten nicht vermisst)

verdiente. Er überwand sich sogar, Nachhilfe zu geben und sparte sein

Taschengeld und das Geld, das er von Tante Sara und seinen Großeltern zu

Weihnachten und zum Geburtstag bekam.

 

Zwei Tage vor Ende der Sommerferien nahm er dann den Bus von der Navy-Base

in die Stadt, um sie zu kaufen. Er hatte sie in einem kleinen

Gebrauchtwarenladen entdeckt, ganz hinten in einer Ecke, eingestaubt und

seine größte Angst war gewesen, dass sie verkauft werden würde, bevor er

das Geld zusammen hatte - oder sein Vater wieder versetzt wurde. Aber da

war sie. Noch ein wenig eingestaubter, und als der Verkäufer sie hochhob,

fielen ein paar Spinnenmumien aus ihrem Körpper, doch das tat seiner

Begeisterung keinen Abbruch.

 

Seine Hände zitterten vor Aufregung ganz leicht, fast so als wäre er dabei,

etwas Verbotenes zu tun, als er sie in sein Zimmer trug. Er war alleine im

Haus, seine Mutter war bei einem Kaffeeklatsch mit anderen Marine-Ehefrauen

und wähnte ihn bei einem Schulkameraden, wo sie gemeinsam für einen Test

lernten.

 

Er setzte sich auf sein Bett und holte sie aus der Tragetasche, die im

Preis inbegriffen gewesen war. Außerdem hatte ihm der Verkäufer noch ein

abgegriffenes Übungsbuch mitgegeben. Doch das ließ er zunächst beiseite

liegen. Stattdessen schloss er die Augen und zeichnete mit den Händen ihre

Konturen nach, bis er jede Krümmung, jeden Kratzer den ein achtloser

früherer Besitzer hinterlassen hatte, jede Saite, in sein Gedächtnis

eingeprägt hatte.

 

Drei Wochen kam er damit durch, seinen Vater zu belügen und Zeit zum Üben

zu finden, indem er sagte, er würde nachmittags noch ein paar Runden auf

der Aschenbahn drehen. Stattdessen holte er die Gitarre aus einem

unbenutzten Geräteschuppen am Ende des Sportplatzes - das Schloss zu

knacken hatte sich als kein großes Problem erwiesen - und brachte sich mit

Hilfe des Buches das Spielen bei. Er wäre vielleicht länger damit

durchgekommen, wären nicht eines Abends seiner Mutter die vom Üben wunden

Fingerspitzen aufgefallen... Er ließ stoisch Worte seines Vaters über sich

ergehen und nahm die Prügel auf sich, die er für seine Lügen und dafür

erhielt, dass er nicht sagte, wo er die Gitarre versteckte. Doch der

Hausarrest, der es ihm unmöglich machte, sich zum Sportplatz zu schleichen

und sie zu holen, bevor sein Vater sie fand, schmerzte mehr als alle

Striemen.

 

Er erfuhr nie wie, aber seine Mutter vollbrachte ein kleines Wunder und

überzeugte seinen Vater, dass er die Gitarre behalten durfte. Die einzige

Bedingung war, dass er nicht übte, wenn John Zuhause war.

 

Die Erinnerung löschte fast das gute Gefühl aus, doch House erinnerte sich

daran, dass er schon lange kein Teenager mehr war und dass er keine Angst

vor seinem Vater haben musste. Er schloss die Augen und eine selten

gesehene Entspannung legte sich über seine Züge, als er zu spielen begann.

 

Ende

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Song 2: Sugarbabes - About you now

 

Titel: Mein Heim ist meine Hölle

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House, Wilson

Rating: gen, PG-13, friendship, Humor

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: Abendunterhaltung in der Casa de la House. (Season 2)

Anmerkungen: Die "Szenen" aus der Jerry Springer Show gab es tatsächlich.

Ich habe sie bei "talk, talk, talk" gesehen.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

It was so easy that night

Should have been strong

Yeah, I lied

Nobody gets me like you

 

 

"Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" Wilson schloss die Tür hinter

sich und rieb sich müde den Nacken, bevor er seine Jacke und Tasche

ordentlich verstaute. Irgendwie hatte House es geschafft, sich vor dem

Nachmittagsdienst in der Klinik zu drücken. Cuddy siedete und Wilson hatte

ein paar der Tricks seines besten Freundes angewandt, um ihr aus dem Weg zu

gehen. Und wo fand er besagten besten Freund? Natürlich vor dem Fernseher.

 

"Hey, bei Jerry Springer hatten sie einen weiblichen Pornoclown, der

gebeichtet hat, mit dem Freund ihrer besten Freundin geschlafen zu haben",

sagte House ohne den Blick vom Bildschirm abzuwenden. "Dann prügelten sich

die beiden und im Publikum kam ne Horde Lesben in Rage..."

 

"Pornoclown?", fragte Wilson verständnislos.

 

"Glaub' mir, das war nichts gegen den Typen, der zum 25sten Mal geheiratet

hat."

 

"Oh, ich kann mir nicht erklären, warum du ,das' interessant finden würdest",

entgegnete Wilson ironisch und stählte sich für eine weitere Bemerkung über

seine Trennung von Julie. House ritt gerne auf diesem Thema herum. Als wäre

es nicht Strafe genug, auf dieser elenden Couch zu schlafen. Auch wenn er

im Moment nirgendwo anders sein wollte - was House jedoch definitiv nicht

wissen musste, sonst bekam er wieder zu hören, was für ein jämmerliches

Weichei er doch war, es keinen Tag alleine auszuhalten...

 

"Er heiratet keine Frauen. Sondern nur ihre Füße", erklärte House

genüsslich.

 

"Was?" Wilson starrte ihn an - Julie und die Trennung und seine

Wohnsituation vergessend. ,Deshalb' war er bei House eingezogen.

 

"Ein Fußfetischist. Auf welchem Planeten lebst du eigentlich, Jimmy?"

 

"Das frage ich mich auch jedes Mal, wenn ich durch diese Tür komme." Er

setzte sich neben House auf die Couch und streckte die Hand aus. "Gib' her!"

 

Jetzt war es an House, ihn erstaunt anzustarren. "Häh?"

 

"Die Fernbedienung. Gib' her!"

 

"Muss ich dich wirklich daran erinnern, dass das meine Wohnung ist? Mein

Fernseher?" House schob die Fernbedienung unter das Kissen, das hinter

seinem Rücken steckte. "Meine Fernbedienung."

 

"Ich sehe mir keine Fußclowns und Pornofetischisten an!" Wilson lehnte sich

zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Er grinste, als House über

seinen - absichtlichen - Versprecher lachte. Zumindest hoffte er, dass es

,das' war, und nicht sein Versuch, die Herrschaft über die Fernbedienung zu

erlangen. Nicht, dass er wirklich daran interessiert war, welches Programm

lief. Mit House' Kommentaren wurden selbst die Dauerwerbesendungen über

Küchenutensilien unterhaltsam. Seine Augenbrauen hoben sich erwartungsvoll,

als House hinter seinen Rücken griff, wo er die Fernbedienung versteckt

hatte... das wäre ein leichter Sieg... doch stattdessen landete das Kissen

an seinem Kopf. "House!"

 

House verdrehte die Augen. "Spielverderber." Er legte die Fernbedienung in

Wilsons immer noch ausgestreckte Hand. Er grinste, als Wilson ihn mit einer

Mischung aus wortlosem Erstaunen und Misstrauen ansah. Das Leben wäre sehr

langweilig ohne den guten, alten, berechenbaren Jimmy. House stemmte sich

hoch und machte sich, unter Umgehung seines Stocks, auf in Richtung Küche.

 

"Wohin gehst du?"

 

House grinste erneut. Berechenbar. "Wenn du mich nicht fernsehen lässt,

gehe ich aus. Im 'Peek-a-boobs' gibt es bis neun alle Drinks zum halben

Preis." Er trat in die Küche und hörte Wilsons ungläubiges Lachen. Bastard.

Er dachte das Wort nur und er dachte es sehr... nett. Doch. Nett.

 

Er öffnete den Kühlschrank und inspizierte seinen Inhalt. Es hatte wirklich

seine Vorteile, einen Wilson im Haus zu haben. Auf geradezu magische Weise

erschienen Lebensmittel in seinem Kühlschrank. Er musste ihm nur noch

abgewöhnen, sie in ihrem unverarbeiteten Rohzustand zu kaufen. Wozu hatte

die Menschheit Mikrowellengerichte hervorgebracht?

 

"Wenn du etwas zu essen willst..."

 

House sah über die Schulter, als Wilsons Stimme plötzlich sehr nahe klang

und sah seinen Freund am Türrahmen lehnen.

 

"...dann lass' diesen Berg an Geschirr verschwinden. Es ist dein Tag, du

bist mit dem Spülen dran", sagte Wilson, drehte sich dann auf dem Absatz um

und verschwand zu seinem mühsam gewonnen Schatz, um seinen Besitz so lange

wie möglich zu genießen.

 

House sah ihm mit einem Gefühl nach, das fast an... Bewunderung... grenzte.

Nun, wenn sein kleiner Jimmy nicht langsam Rückgrat entwickelte.

 

Wilson legte die Füße auf den Couchtisch und lehnte sich müde in die

Sofakissen zurück. Nicht, dass er wirklich erwartete... Er wandte den Kopf

überrascht in Richtung Küche, als er Wasser in die Spüle rauschte.

Vorsichtshalber kniff Wilson sich in den Handrücken - doch, er schien wach

zu sein. Aber vielleicht war er wirklich in einer Art von Paralleluniversum

gelandet, in dem House die Fernbedienung teilte und Geschirr spülte...

 

* * *

 

Als Wilson einige Stunden später ahnungslos schlief, machte sich House im

Badezimmer daran, den Inhalt der zahlreichen Flaschen und Tuben, die sich

seit Jimmys Einzug hier tummelten und rege vermehrten, untereinander

auszutauschen.

 

Ende

 

Song 3: Elton John - Circle of Life

 

Titel: Zweifel

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: Wilson, Cuddy

Rating: gen

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: Missing Scene zu 3.1 Meaning

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Some of us fall by the wayside

And some of us soar to the stars

And some of us sail through our troubles

And some have to live with the scars

 

 

"Wow", meinte Cuddy, als sich die Tür hinter House geschlossen hatte. "Wenn

er wirklich die ganzen acht Meilen gelaufen ist, das ist... einfach

unglaublich. Nach dieser kurzen Zeit? Und ohne ordentliche Physiotherapie?"

Sie sah Wilson an, der ihr den Rücken zuwandte und seinem Freund nachsah -

etwas verwundert darüber, dass er offenbar nichts dazu zu sagen hatte.

 

Als er endlich etwas sagte, klang seine Stimme leise und weit weg. Sie war

sich nicht einmal sicher, ob er wirklich mit ihr sprach.

 

"Depressionen bringen manche Menschen dazu, sich nicht mehr aus dem Haus zu

wagen. Sie liegen apathisch den ganzen Tag im Bett."

 

Sie beobachtete, wie er die linke Hand hob und sich unbehaglich den Nacken

rieb.

 

"Andere stürzen sich in übertriebene Aktivitäten - Affären, Arbeit,

Parties... oder Sport." Er brach ab.

 

Cuddys Augenbrauen hoben sich unwillkürlich bei dem ersten Grund. Aber

bevor sie sich in Spekulationen verlieren konnte, trat sie zu ihrem

Top-Onkologen. "James?", fragte sie ruhig. "Warum sind Sie so überzeugt,

dass House deprimiert ist? Er hat offenbar keine Schmerzen, die Behandlung

wirkt. Die Schusswunden heilen fantastisch. Ich denke, ich habe ihn in den

letzten acht Jahren nicht ein Mal so aufgekratzt erlebt. So... ich will

nicht sagen, glücklich... aber definitiv besser." Sie sah die steife

Haltung seiner Schultern und fragte sich, was in seinem Kopf vorging. Es

war fast als... als wäre Wilson eifersüchtig auf House' neugewonnene

Freiheit. War er wirklich so abhängig von House, dass er Angst hatte, er

würde ihn jetzt nicht mehr brauchen? Aber sie waren doch lange Zeit vor dem

Infarkt Freunde gewesen...

 

"Bin ich sicher?", kam es von Wilson.

 

Er warf ihr über die Schulter einen Blick zu, dann hob er die Achseln und

starrte wieder nach draußen in die Lobby der Klinik.

 

"Ich weiß gar nichts." Er steckte die Linke in die Tasche seines Kittels,

bevor sie erneut seinen Nacken reiben konnte, seine Anspannung verratend.

Und trat zur Tür. "Ich weiß nur, dass irgendetwas nicht mehr da ist. Oder

vielleicht nie da war. Oder vielleicht... habe ich ihn nur nie gekannt."

 

Bevor Cuddy die Gelegenheit hatte, zu fragen, was er meinte, hatte er die

Tür geöffnet und ihr Büro verlassen. Nachdenklich nahm sie hinter ihrem

Schreibtisch Platz. Vielleicht sollte sie ihm anbieten, dass er Urlaub

einreichte. Offensichtlich hatte ihn seine dritte Scheidung und die Schüsse

auf House mehr mitgenommen, als sie für möglich gehalten hatte... Das

Klingeln ihres Telefons ermahnte sie, dass es da noch mehr gab, das ihre

Aufmerksamkeit erforderte.

 

Ende

 

Song 4: OneRepublik - Stop and stare

 

Titel: Antworten

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House/Wilson

Rating: slash, PG, POV House

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: 3.08 Whac-a-mole. Endszene. House Gedanken, als er nach dem Stopp an

der Bushaltestelle weiterfährt.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

And every glance is killing me

Time to make one last appeal... for the life I lead

Stop and stare

I think I'm moving but I go nowhere

Yeah I know that everyone gets scared

But I've become what I can't be

 

 

Er war wütend, als er weiterfuhr, und wäre da nicht der Gedanke an Tritter

gewesen, der ihn liebend gerne wieder wegen eines Verkehrsvergehens

einsperren würde, dann hätte er seine Wut in Geschwindigkeit umgesetzt.

Versucht, den verletzten Blick in braunen Augen abzuschütteln.

 

Abgesehen davon... Seine Schulter war dabei, seinem Bein bei ihrer ganz

privaten Olympiade der Schmerzen die Goldmedaille abzuringen. Und nachdem

Tritters Horden durch sein Apartment getrampelt waren, hatte er kein

Extra-Vicodin übrig. Die Behandlung der Physiotherapeutin hatte nicht viel

genutzt; genauso wenig wie der hässliche Stock mit den vier Beinen, zu

dessen Benutzung sie ihn hatte zwingen wollen oder die Schlinge, die seine

Schulter ruhig halten sollte. Obwohl er es besser wissen sollte, hoffte er,

dass eine lange, sehr lange heiße Dusche vielleicht helfen würde. Und wenn

er hinterher eine Flasche Marker's Mark öffnete, und das Heizkissen

auflegte, vielleicht konnte er dann auch noch ein paar Stunden Schlaf

finden.

 

House hielt ordnungsgemäß an einem Stopp-Schild, obwohl die Straße

verlassen war. Der kalte Wind, der dem Regen vom frühen Abend gefolgt war,

lockte nicht gerade Menschenmassen nach draußen. Kälte. Kalt. Na bitte. Die

perfekte Erklärung für seine Schulter. Nasskaltes Wetter beeinträchtigte

ihn immer.

 

Eine seitliche Böe schüttelte die Repsol und scharfer Schmerz schoss durch

seine Schulter, schien wie ein grellweißer Blitz in seinen Kopf

einzuschlagen. House biss sich auf die Unterlippe, um nicht laut

aufzustöhnen und atmete stoßweise. Er musste nach Hause. Je länger er hier

in der kalten Nacht herum stand...

 

Doch anstatt weiter zu fahren, ließ er den Motor der Honda im Leerlauf

grummeln und saß in sich zusammengekrümmt auf dem Motorrad. Er schloss die

Augen und sah Wilson vor sich. Wie der Wind sein sorgfältig frisiertes Haar

durcheinander brachte und an seinem Mantel zerrte, als er auf der Bank an

der Bushaltestelle saß.

 

Kein Grund, darüber nach zu denken. Wilson war erwachsen, er würde nicht

verloren gehen.

 

Er konnte nicht mehr tun, als er bereits getan hatte. Es war nur Wilsons

Sturheit, dort sitzen zu bleiben und auf den Bus zu warten, anstatt mit ihm

zu kommen. Nicht in das gottverdammte Hotel, sondern zurück zu ihm, in

seine Wohnung. Wenn er ihn dann immer noch Anschweigen wollte, gut, es

störte ihn nicht, so lange Wilson dabei neben ihm auf der Couch saß.

 

Er könnte zurückfahren und Wilson sagen, dass um diese Zeit kein Bus mehr

fuhr. Und wenn nicht gerade in diesem Augenblick einer um die Ecke biegen

würde, dann käme er damit vielleicht durch.

 

Die Idee klang gut, sie klang logisch und bevor er weiter darüber

nachdenken konnte, wendete er das Motorrad, auch wenn seine Schulter

protestierend winselte, als er die schwere Maschine herumzog und fuhr

zurück.

 

Was mehr hätte er anbieten können? Die Frage ging in seinem Kopf herum, als

er langsam zurückfuhr. Was mehr als: Komm' zurück zu mir, wohn' wieder bei

mir, bis das alles vorbei ist? Es war okay, er verstand, dass Wilson sauer

war, weil er seine Patienten an die anderen Onkologen in seiner Abteilung

abtreten musste. Vielleicht hatte er es ein wenig mit seiner Ignoranz

übertrieben, als Wilson Cameron ausleihen wollte, andererseits hatte Wilson

eine ganze Abteilung von eigenen Ärzten, die für ihn verschreiben konnten.

Außerdem sollte Jimmy auf Tritter sauer sein, nicht auf ihn. Nichts davon

war seine Schuld und er hatte jedes Recht, sich dagegen zu verwehren, dass

Wilson versuchte, ihm Schuldgefühle einzureden.

 

,Du fühlst dich bereits schuldig. Deine mysteriösen Schulterschmerzen

stammen nicht von deinem Stock.'

 

Richtig. Das alte Argument, dass der Schmerz nur in seinem Kopf war.

 

,Lass' dir helfen.'

 

Helfen. So wie ihm ,geholfen' wurde, als er vor acht Jahren mit zwei

gesunden Beinen und Muskelschmerzen ins Krankenhaus kam und es mit

eineinhalb Beinen in einem Rollstuhl verließ.

 

,...ein besserer Zeitpunkt, mein Leben zu zerstören?'

 

Armer Jimmy. Sein Leben wurde also zerstört. Aber der Sarkasmus schmeckte

bitter in seinem Mund, selbst als er die Worte nur dachte.

 

,Ich habe meine Antwort erhalten.'

 

,Verschwinde von hier.'

 

Und er war gegangen. Anstatt zu bleiben.

 

,...was er uns antut.' Gab es das noch? Das ,uns'? Seit das Ketamin seine

Wirkung verloren hatte... Nein. Schon vorher. Seit... Stacys... Auftauchen

in Princeton und ihrer kurzfristig wieder neu aufgeflammten Affäre.

 

Für einen Moment glaubte er, zu spät zu kommen. Dass Wilson weg war und er

keine Chance mehr hatte... das zwischen ihnen zu reparieren. Dass er den

wichtigsten Menschen in seinem Leben so einfach verlor. Und um ehrlich zu

sein, er wusste nicht, wie lange er es noch auf diesem Motorrad aushielt.

Er konnte die Schmerzen in seiner Schulter kaum mehr ertragen und sein Bein

war nicht wirklich besser.

 

Es war... Deja vu... Wilson hatte sich offenbar nicht von der Stelle

gerührt und er hielt fast auf dem gleichen Fleck wie zuvor. Nur, dass er

dieses Mal den Motor abstellte. In der nachfolgenden Stille hörte er das

Klacken des abkühlenden Motors. Der Wind trug Stimmen vom Krankenhaus

herüber; Menschen die nach Hause gingen; ein paar Schwestern oder Pfleger

der Nachtschicht, die noch schnell eine Zigarette rauchten. Über ihm

rauschten Blätter der Bäume, die sie quasi vom Gebäude abschirmten.

 

Als Wilson den Kopf hob, wusste er nicht mehr, was er sagen könnte. Es war

mehr als der Ärger in seinen Augen, er konnte damit umgehen, wenn Wilson

wütend war. James litt. Und das nicht erst seit Tritters Auftauchen. Seine

Sorge war, dass er die Ursache dafür war. Und es war nichts, dass sich von

selbst lösen würde, still und leise und unspektakulär, wie sich in der

Regel ihre Streitigkeiten auflösten. Dieses Mal hatte er Angst, dass es sie

verändern würde. Dieses Mal hatte er Angst, dass er ihn verlor.

 

Schließlich brach Wilson das Schweigen - und den Blickkontakt. Er hob die

Hand, um sich übers Gesicht zu reiben. "Warum bist du zurückgekommen?"

 

"Ich will, dass du hier nicht herumsitzst wie ein Idiot. Es ist kalt, es

kann jeden Moment wieder anfangen zu pissen", sagte er schroffer, als er

eigentlich wollte. Zum Teufel, Wilson kannte ihn; er wusste doch wohl am

besten, dass er nicht über Gefühle sprechen konnte. "Du hilfst absolut

niemandem, wenn du..."

 

"Du kannst es einfach nicht, nicht wahr?", unterbrach ihn Wilson leise. "Du

kannst nicht ein Mal aufhören, davon zu sprechen, was du willst. Aber. Ich.

Will. Es. Nicht. Hören."

 

Er presste den Handballen in seine Schulter, in der vergeblichen Hoffnung,

die verkrampften Muskeln zum Nachgeben zu bewegen; ließ jedoch die Hand

sinken als er Wilsons Blick bemerkte. "Vielleicht... hast du recht."

 

"Mit deiner Schulter." Es war nicht mal eine Frage.

 

"Komm' mit mir zurück." Er konnte keine Bitte daraus machen, nur hoffen,

dass die Worte für sich selbst sprachen. "Du bestellst uns etwas zu essen,

ich bezahle."

 

"Wie großzügig."

 

Der Sarkasmus in Wilsons Stimme ließ ihn fast zusammenzucken. House biss

sich auf die Unterlippe, um nicht verbal zurück zu schlagen.

 

"Und dann darf ich auf der Couch schlafen?"

 

House schüttelte den Kopf.

 

"Gib' mir einen guten Grund. Warum sollte ich mitkommen?"

 

"Weil... du dich geirrt hast. Weil ich dir noch nicht geantwortet habe." Er

wartete, den Kopf gesenkt, die Augen auf die Repsol zwischen seinen Beinen

gerichtet, ohne sie wirklich zu sehen. Es würde schlimm genug sein, Wilsons

"Nein" zu hören, er musste ihm dabei nicht auch noch ins Gesicht blicken.

 

Eine Hand berührte seine verletzte Schulter und er holte scharf Atem,

wappnete sich für ein erneutes Aufflammen des Schmerzes. Aber Wilson hielt

seine Berührung leicht genug, er übte keinen Druck auf.

 

"Es tut mir leid", sagte Wilson leise. "Aber ich nehme besser den Bus und

schlafe im Hotel."

 

House wandte sich ihm zu, öffnete den Mund, um zu protestieren - aber James

verschloss ihm die Lippen mit einem Kuss. "Gute Nacht, Greg." Er trat

zurück zur Bank und setzte sich wieder.

 

Nach einem Moment wandte sich House ab, startete die Repsol und machte sich

auf den Heimweg. Er hatte seine Sonnenbrille nicht dabei und der Wind trieb

ihm Schmutz in die Augen, bis sie zu tränen begannen.

 

Ende

 

Titel: To feel strong

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: Wilson/Amber, House

Rating: PG, het, POV

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: Kleine Spoiler für 4.09 Games bis 4.14 Living the dream - Das

Dreieck House, Wilson, Amber. Wilsons POV

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

I need time to move on

I need a love to feel strong

 

'Cause I've got time to think it through

And maybe I'm too good for you

 

 

Es war seltsam, das zu denken, aber er begann sich zu langweilen. Die

einzige Konstante in seinem Leben - House - war nicht mehr länger ein

Fixpunkt, sondern mehr ein schwarzes Loch, das alles um sich herum

verschlang. Er selbst stand nur wie ein unbeteiligter Zuschauer dabei, als

House sein Team los wurde, einen nach dem anderen; und das Krankenhaus mit

dem Marathon terrorisierte, dem er die Bewerber unterzog, um sich dafür zu

rächen, dass er und Cuddy ihn dazu zwangen, ein neues Team zusammen zu

stellen. Alles schien sich zu wiederholen, wie in einem gigantischen Remake

von "Groundhog Day", seit dem Tag, als er ins Krankenhaus gekommen war und

ihn ein Fremder, vollgepumpt mit Schmerzmitteln, mit glasigen Augen aus

House' vertrautem Gesicht entgegenstarrte, ohne ihn zuerst wirklich zu

erkennen. Er sah hilflos zu, wie House begann, sein Leben wie Russisches

Roulette zu leben - nur statt Kugeln verwendete er Vicodin, Morphium,

Alkohol und das verfluchte Motorrad. Mochte der Himmel wissen, was House

ihm alles verbarg.

 

Es war das gleiche, alte Thema gewesen und er hatte sich selbst dafür

verflucht, nicht den Mund halten zu können. "Willst du dich umbringen?"

Angesichts der noch heilenden Brandwunde in House' Handfläche eine nicht

ganz unberechtigte Frage, oder? Aber was er statt einer Antwort bekam, war

House' zynische Ausführungen über den Unterschied zwischen

Selbstmordabsichten und der Gleichgültigkeit, ob man weiterlebte. Es war

ihm egal, ob House es als Flucht ansehen würde, aber er musste einfach nur

raus, weg von ihm, bevor er auch mit in dieses schwarze Loch gezogen wurde.

Obwohl er vermutete, dass es ihn schon vor Jahren verschlungen hatte. Daher

die Antidepressiva, die er schluckte.

 

Und dann fand er sie vor dem Lift. Amber. Sie versuchte zu verbergen, dass

sie geweint hatte, aber es war ihr anzusehen, dass sie es nicht einfach so

wegsteckte, dass House sie gefeuert hatte, wie sie sich nach außen gab. Sie

sah aus, als bräuchte sie jemand, um zu reden. Sie sah aus, wie er sich

fühlte - haltlos. Sie sah aus, als... könnte er ihr helfen. Wenn er schon

nicht House helfen konnte, dann vielleicht wenigstens jemandem, den er

verletzt hatte.

 

Mehr hatte er nicht im Sinn, als er Amber auf einen Kaffee einlud. Ihr

sagte, dass das Leben bald wieder besser aussehen würde. Dass es mehr gab,

als einen Job, den man nicht bekommen hatte, obwohl irgendwo in ihm eine

Erinnerung flüsterte: "...In meinem Leben gibt es nichts als diesen Beruf

und diese gottverdammte Freundschaft...". Er schob sie zurück in die

düstere Ecke, aus der sie gekrochen war.

 

Amber war eine ausgezeichnete Ärztin. Intelligent. Sie war attraktiv und

selbstbewusst. Sie brauchte nicht House' Anerkennung, nicht den Posten in

seinem Team, um zu wissen, wie gut sie war. Er sagte ihr, dass ein

zynischer Bastard wie House keine Träne wert war. Er sagte ihr all das, was

er sich in wechselnden Versionen seit Jahren selbst sagte.

 

Auch hier nichts Neues. Er konnte sich fast zurücklehnen und sich selbst

dabei beobachten, wie die Worte... die richtigen Worte, immer die richtigen

Worte in jeder Situation... aus seinem Mund kamen. Überzeugend genug, dass

er fast selbst daran glaubte, das es die Wahrheit war. House hatte von

seiner silbernen Zunge gesprochen, halb bewundernd, halb verächtlich.

 

House war der einzige, bei dem er nie die richtigen Worte fand.

 

Also beschränkte er sich auf das, was er am Besten konnte. Er beobachtete

sie und passte seine Antworten, selbst seine Stimme und den Druck seiner

Hand auf ihrem Arm dem an, was er von ihr wahrnahm, dem was er dachte, dass

sie von ihm brauchte.

 

Der einzige, der ihn nie wirklich gebraucht hatte, war House.

 

Seine Welt geriet in Unruhe, als Amber am nächsten Morgen klarmachte, dass

sie ihn ebenfalls nicht brauchte. Sie stand auf und küsste ihn auf die

Wange, dann verschwand sie ins Bad und duschte, kam angezogen zurück und

sagte, dass sie gerne noch mit ihm frühstücken würde, aber sie wollte sich

gleich auf die Suche nach einem neuen Job machen. Wie er gesagt hatte, das

Leben ging weiter.

 

Er hatte ihr verwundert nachgesehen, bevor er sich übers Gesicht rieb und

ebenfalls aufstand, um Duschen zu gehen. Amber wieder zu sehen erwartete er

nicht. Nur ein weiterer One-Night-Stand. Bedeutungslos. Munition für House'

Spott, sollte er je dahinter kommen.

 

Aber dann rief sie ihn an, am gleichen Abend und sie gingen aus, um ihre

neue Stelle im Princeton General zu feiern. Diese Nacht verbrachte er in

ihrem Apartment und morgens sah sie ihn über ihren Kaffeebecher hinweg an

und fragte, ob er bei ihr einziehen wollte.

 

Er lief vielleicht nicht mit wehenden Fahnen zu ihr über, aber er brauchte

nicht mehr als ein paar Sekunden, um ,ja' zu sagen. Sie lächelte und er sah

das Lächeln in ihren klaren, blauen Augen reflektiert. Er brauchte nicht

lange, um zu erkennen, dass sie gut für ihn sein konnte. Amber erwartete

nicht, dass er Ehemann spielte und für sie sorgte; erwartete nicht, dass er

sich um sie kümmerte. Sie war kein schwarzes Loch, verlangte und stahl

nicht, anstatt zu warten, bis er von sich aus gab. Mit ihr schien er den

ewigen Kreislauf endloser Wiederholungen zu unterbrechen.

 

Er konnte es kaum abwarten, House sein neues Leben, seine neue Chance unter

die Nase zu reiben. Doch House reagierte nicht, wie er erwartet hatte und

er stürzte von einer Verwirrung in die nächste. Nach dem - erwarteten -

Spott über Ambers Gemeinsamkeiten mit ihm und dass sie nur ein weiblicher

Ersatz für ihn war, zog sich House plötzlich zurück. Anstatt über ihn zu

spotten, als er ihn absichtlich mit zum Kauf des Wasserbettes schleppte,

hörte er einfach nur zu. "Lebe den Traum." Das war keine House-Antwort. Das

klang wie ein Zitat aus House' Seifenoper. Vermutlich hatte er zu viel Zeit

mit seinem Schauspieler-Patienten verbracht.

 

Sobald sie zu dritt waren, benahm sich House ganz wie sonst. Aggressiv,

besitzergreifend in einem Maße, dass es ihn endlos amüsierte. Das Leben war

endlich wieder interessant. Zum ersten Mal bekam er, was er wollte. Nicht

etwas alltägliches, sondern etwas Besonderes - das Wasserbett; eine Frau,

der wichtig war, was er wollte und dass er sich nicht ständig nach ihren

Bedürfnissen und Wünschen richtete. Und House, der zum ersten Mal in den

letzten zwanzig Jahren verstand, dass ihre Freundschaft eben nicht so

selbstverständlich war, wie er sie immer behandelt hatte.

 

Er hatte jeden Grund, endlich glücklich zu sein.

 

Warum war er es dann nicht?

 

Es begann mit dem verfluchten Wasserbett. Er lag verkrampft und bemüht,

sich ja nicht zu bewegen neben Amber, die in geradezu beleidigender Weise

keinerlei Problem damit hatte, zu schlafen. Doch jede Bewegung versetzte

das Wasserbett in Wellen, die sich in seinem Magen fortsetzen zu schienen,

bis er sich fühlte, als hätte er einen Kater und er es vorzog, auf dem

Fußboden im Wohnzimmer zu schlafen, bis die Übelkeit nachließ. Auch wenn

Amber zu ihm kam...

 

Das Wasserbett war nicht das einzige, was sich nicht richtig anfühlte.

Amber zwang ihn dazu, nach zu denken, was er wollte und vor die freie Wahl

gestellt, fand er plötzlich, dass er nicht wusste, was er wollte. Sie zwang

ihn, sich um sich selbst zu kümmern, anstatt sich um jemand anderen zu

kümmern; sich seinen Gefühlen zu stellen, anstatt sie zugunsten einer

anderen Person hintenan zu stellen. Es war immer einfacher, für jemand

anderen da zu sein, als für sich selbst.

 

Und er begann - schneller als in jeder seiner Ehen - sich gefangen zu

fühlen. Die Aussicht auf eine Ledercouch, die schlecht für seinen Rücken

war und Abendessen, das vom "Little Panda" geliefert wurde, lockte ihn mit

dem Versprechen von Nächten voll Lachen und Zynismus, verdrehter

Philosophie und blauen Augen, aus denen der Schmerz das Leben stahl. Selbst

wenn wirklich alles was House von ihm wollte Vicodin, Unterhaltung und

Fastfood war, es war was ,er' brauchte. Gebraucht zu werden - von House

gebraucht zu werden - war, was ihn normal fühlen ließ, egal wie verrückt

diese Normalität war und wie unverständlich das auch für andere sein

mochte.

 

Das Leben mit Amber war noch langweiliger, als das Leben am Rande eines

unberechenbaren schwarzen Lochs.

 

Sollte es ihn verschlucken.

 

Ende

 

Song 7: Lenny Kravitz - I'll be waiting

 

Titel: Ain't Ignorance bliss?

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House, Wilson/Stacy impl.

Rating: PG-13 (hauptsächlich für Sprache)

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: pre-series. Stacy tut mehr, als nur heimlich zu rauchen.

Anmerkung: Beruht auf House Aussage in "Hunting", dass er damals wie heute

riechen könnte, dass sie rauche. Und Stacys Antwort (auf seine Behauptung,

dass sie mit Mark nicht mehr schlafe), ob er das ebenfalls riechen könne.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

You're hurt inside

'Cause there's a hole

You need some time

to be alone

 

 

"Was zum Teufel muss ich tun, um endlich Ruhe zu haben? Sterben?"

 

Es war nicht unbedingt die Begrüßung, die Wilson sich erhofft hatte. Aber

House klang eher müde als wütend, obwohl es in diesen Tagen schwer war,

Zynismus und Wut auseinander zu halten. "Ich... ich habe gesehen, wie Stacy

heute Mittag nach Hause gefahren ist. Und ich dachte... du könntest

inzwischen wieder ein wenig Gesellschaft vertragen?" Es kam viel zu

hoffnungsvoll heraus, viel zu durchzogen von Untertönen, die auf House

wirkten wie ein rotes Tuch auf einen Stier in einer Arena.

 

Er beschäftigte sich mit den medizinischen Tatsachen, beugte sich über

House, um mit zwei Fingern den Puls zu messen, erleichtert darüber, dass

House nicht mit einem Knurren den Kopf wegzog, sondern sich zur Abwechslung

mal wie ein Erwachsener benahm. Eigentlich hätte das ausreichen müssen, um

ihn misstrauisch zu machen. Doch Wilson musterte ihn lieber, und ließ seine

Hoffnungen wachsen, als er die relative Entspannung in House' Körper

bemerkte. Die blauen Augen, die seinen mit einem undeutbaren, fast kaltem

Ausdruck begegneten, waren klarer als in den vergangenen Tagen seit der

Operation. Vielleicht hatten sie endlich die richtige Kombination von

Medikamenten gefunden, das Vicodin schien zu funktionieren. Natürlich war

es mit all seinen Nebenwirkungen, ganz zu schweigen davon dass es ein

suchterzeugendes Opiat war, keine dauerhafte Lösung. Aber es sollte ihnen

Zeit gewinnen. House war nie geduldig gewesen... seine Gedanken brachen ab,

als House die Finger um sein Handgelenk schloss, als er die Hand zurück

zog. Er wartete ab. Bittere Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass es besser

war, nicht zu fragen.

 

"So, du hast gesehen, wie sie gegangen ist. Muss eine Enttäuschung für dich

gewesen sein."

 

Wilson spürte Blut in seine Wangen schießen. "Was?", fragte er - sich

sofort und unwillkürlich an House' Behauptung erinnernd, dass er ein

schrecklicher Lügner war, wenn er überrascht wurde. "Wieso? Ich meine,

wieso sollte es das?"

 

House ließ seine Hand los und sank tiefer in die Kissen hinter seinem

Rücken. "Kein Mittagsquickie heute für dich."

 

Er wich einen Schritt vom Bett zurück, weiter wagte er nicht zu gehen, wie

fixiert von den eisblauen Augen. Wilson verschränkte die Arme locker vor

der Brust. "Ich weiß nicht, wovon du redest."

 

"Ach komm' schon, ich will Details wissen. Wie läuft es mit Stacy? Du

solltest sie mal auf der Couch ficken. Vor allem wenn es schnell gehen

muss, sie meint immer, der Winkel wäre perfekt. Aber ich glaube einfach,

dass es sie anmacht, Sex auf dem gleichen Möbel zu haben, auf dem dann

ahnungslose Besucher sitzen. Oder in deinem Fall, gelegentlich schlafen."

 

Er schluckte. "Ich weiß nicht, von was du redest", wiederholte er.

 

"Hat sie dich schon unter die Dusche eingeladen?", fuhr House ungerührt

fort. "Es ist auf alle Fälle einen Versuch wert. Es macht sie ganz wild,

wenn du sie von hinten fickst und gleichzeitig den Duschkopf gegen ihre

Klit drückst. Sie hat da diesen besonderen, verstellbaren Duschkopf gekauft

und er..."

 

"Halt den Mund!", platzte es aus Wilson heraus. Er wich zurück, bis er mit

dem Rücken gegen die Wand prallte und blieb dort stehen, mit einem

Gesichtsausdruck ähnlich einem gestellten Reh.

 

House lachte, heiser und bitter. "Jetzt tu' nicht so, Jimmy. Du bist doch

sonst nicht so zimperlich. Oder macht es euch nur an, wenn jemand dabei zu

sehen kann? Ah, das ist es, natürlich. Genau deshalb hatten wir unseren

ersten Sex hinter dem Stripclub, da liefen ständig Leute rein und raus..."

 

"Warum?", war was Wilson fragen wollte. Was aus seinem Mund kam war ein

ersticktes: "Wie?"

 

House hob die Hand und ließ sie wieder aufs Bett fallen. "Du Idiot hättest

sie wenigstens in einen der leeren Räume im Keller mitnehmen können. Was

denkst du dir dabei, mit meiner Freundin im Besucherzimmer zu vögeln?"

 

"Woher... weißt du das?" Er brachte die Frage kaum über die Lippen. Es war

spät gewesen, lange nach der normalen Besucherzeit, der Besucherraum in der

Onkologie war dunkel und lag etwas abseits, damit sich Angehörige in Ruhe

auf die Begegnung mit ihren kranken Familienmitgliedern vorbereiten konnte,

oder dort von einem Besuch erholen.

 

"Weißt du, was noch besser ist, als gute Freunde zu haben, Jimmy?" House

klang, als spreche er über das Spiel, dass sie letzte Nacht gesehen hatten.

Nachdem er mit Stacy... "Gute Feinde. Die Schwestern hassen mich. Warum

nicht dem Krüppel mit dem Mittagessen die Neuigkeit servieren, dass sein

bester Freund es mit seiner Freundin treibt?"

 

Er hob die Hand, rieb sich über den Nacken. "Sie... ich..."

 

"Spuck' es aus, Jimmy."

 

"Sie brauchte jemand, verdammt noch mal, Greg. Du..." Er holte tief Luft.

"Du hast ihr weh getan, sie war wütend, sie war verletzt und..." Wilson

brach ab, starrte auf seine Schuhspitzen. Sein Magen fühlte sich an, als

hätte House ihm einen Schlag in denselbigen verpasst. Er fühlte sich, als

hätte er so etwas verdient.

 

"Sie? Stacy, sprich' ihren Namen ruhig aus, wenn du sie schon fickst. Das

gebietet die Höflichkeit, Jimmy." House sah einen Moment weg. "Und was war

dein Grund? Was hält eigentlich Bonnie davon, dass du Mitleidficks an die

Angehörigen von Patienten austeilst?"

 

Er zuckte zusammen. "Lass' Bonnie aus dem Spiel", bat er. "Das hat nichts

mit... nichts damit zu tun."

 

"Was war dein Grund?", fragte House erneut.

 

"Ich wollte mich nicht so hilflos fühlen müssen", flüsterte Wilson. "Du

hast keine Ahnung, wie das ist. Dich zu sehen, nichts gegen deine Schmerzen

tun zu können... nicht erkannt zu haben, dass es mehr als eine

Muskelzerrung war. Wozu war ich überhaupt noch nütze, wenn ich nicht einmal

das konnte? Sie war verzweifelt und gekränkt und wütend... und allein...

und gegen ihren Schmerz konnte ich etwas tun."

 

"Oh ja, ich kann die Logik sehen. Es lindert meine Schmerzen, wenn du meine

Freundin fickst. Und wie gut, dass ich euch einen Anlass geliefert habe.

Was war es davor? War ich da auch so schrecklich, schrecklich gemein zur

lieben, kleinen Stacy, die ja nichts weiter getan hat, als zuzulassen, dass

sie mich verstümmeln?" House Stimme wurde immer schärfer, immer

sarkastischer. "Bist du ausgebucht oder nimmst du dazwischen noch Cuddy?

Ich bin sicher, sie ist auch völlig verzweifelt darüber, dass ihr

ach-so-gut-gemeinter Mittelweg bei mir nicht sonderlich gut ankommt."

 

"Du verstehst das nicht..." Wilson stockte. "Warte. Was du... House, es war

das erste Mal, dass Stacy und ich..."

 

"Lüg' mich nicht an!", blaffte House ihn an und wenn er nicht bereits die

Wand im Rücken gehabt hätte, wäre er noch weiter zurückgewichen. "Ich kann

es an ihr riechen. Genau wie wenn sie angeblich geht, um Kaffee zu trinken

oder etwas zu essen und der Rauch in ihren Klamotten hängt. Wenn du ein

wirklich erfolgreicher Hurensohn werden willst, trag' gefälligst ein etwas

dezenteres Rasierwasser oder womit auch immer du deine Kleider

durchtränkst, um nicht nach Blut und Scheiße und Tod zu riechen."

 

"Ich wollte nicht..."

 

"Richtig, du wolltest nur, dass es irgendjemanden besser geht", entgegnete

House ätzend. "Am allerbesten war sogar, dass dabei noch was für dich

raussprang."

 

"Ich... wollte mich nicht länger wie ein Versager fühlen." Er war sich

nicht einmal sicher, ob er die Worte tatsächlich aussprach oder sie nur

dachte. Seine Kehle schien viel zu eng, um Worte durch zu lassen.

 

House' Gesicht verzog sich zu einer Grimasse. "Und eine Frau zu ficken

macht dich nicht zu einem Versager?"

 

Er hob den Kopf und sah House zum ersten Mal wieder in die Augen. "Manchmal

ist es alles, was mir bleibt."

 

Ende

 

Song : Madness - Our House

 

Titel: House-Watching

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House/Wilson, Cuddy

Rating: PG, slash, AR

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: Nachdem sich House vor der Teilnahme an dem

Wohltätigkeitspokerturnier erfolgreich drückte, indem er Cuddy einen

Patienten stahl, zwingt sie ihn an einem Dinner zugunsten der Sponsoren

teil zu nehmen. Wilson konspiriert mit ihr, um House die "Tortur" etwas

angenehmer zu gestalten und außerdem beweist Cuddy wieder einmal, dass

wirklich nichts im PPTH ihrer Aufmerksamkeit entgeht.

Anmerkung: Ich liebe die Folge "2.17 All in", sie ist eine der slashigsten

der "nach-Stacy-Zeit" in Season 2 und sie war die Inspiration für diese

Story.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Our house it has a crowd

There's always something happening

And it's usually quite loud

Our mum she's so house-proud

Nothing ever slows her down

And a mess is not allowed

 

 

"Erklär' mir noch einmal, warum ich mich von dir überreden lassen habe, mit

zu kommen?"

 

Wilson seufzte, als er House' Stimme aus dem Wohnzimmer hörte. Wieso konnte

er sich nicht einfach wie ein Erwachsener benehmen? Sie gingen zu einem

Abendessen, nicht zu seiner Hinrichtung. "Weil Cuddy dir dafür vier Wochen

Klinikdienst erlässt?" Und ihm die doppelte Anzahl, doch es gab Dinge, die

selbst House nicht wissen musste. "Und weil du etwas tun darfst, dass du

wirklich liebst?"

 

House tauchte plötzlich hinter ihm in der Tür auf. Ein Funkeln in den

blauen Augen. "Heißt das, du bist endlich damit einverstanden, dass wir Sex

in einem der Behandlungszimmer in der Klinik haben?"

 

"Was?" Wilson hörte damit auf, den ohnehin perfekten Sitz seiner Kleidung

zu überprüfen. "Nein! Das werden wir nicht." Er ignorierte die (echte)

Enttäuschung in House' Blick genauso wie das unvermeidlich folgende

Schmollen. "Ich meinte, du kannst Klavier spielen. Denk' an all die

bewundernden Blicke... Was?" Wilson folgte ihm, als House sich auf dem

Absatz umdrehte und ging. Er hatte nichts falsches gesagt, oder?

 

* * *

 

House behielt das Schmollen bei, bis sie im PPTH ankamen. Während der Fahrt

beschränkte er sich darauf, dem Autoradio die nervtötendsten Songs

abzutrotzen und das Armaturenbrett mit seinem Stock zu malträtieren.

 

Cuddy hatte eines der Konferenzzimmer in einen Dinnersaal umwandeln lassen.

Doch House hatte keine Augen dafür, er durchquerte den Raum und setzte sich

ans Klavier, um zu überprüfen ob es ordentlich gestimmt war.

 

Wilson "lungerte" in der Nähe der Tür herum. Er hätte es vorgezogen, sich

neben House zu setzen und seinen bissigen Kommentaren zuzuhören, doch Cuddy

verpflichtete ihn dazu, ihr bei den Gastgeberpflichten beizustehen.

Manchmal wünschte er wirklich, nicht so nett zu sein...

 

Nachdem er sich aus dem letzten Gespräch herausgewunden hatte, fand er eine

etwas ruhigere Ecke für sich und hatte Zeit, den Blick auf House zu

richten. Es war... als würde alles andere um ihn herum... nun, nicht gerade

verschwinden, aber an Bedeutung verlieren. Von dort, wo er stand, konnte er

House' Hände sehen und vor allem sein Gesicht. Wenn Greg Klavier spielte,

war es, als fiel für einen Moment alles von ihm ab... Schmerzen, Sarkasmus,

Alter, zerstörte Muskeln und beschädigte Nerven, Patienten und

Klinikdienst... Ganz zu schweigen von dem Effekt, den es auf ihn hatte, ihn

dabei zu beobachten...

 

Jemand räusperte sich hinter ihm und er schreckte aus seinen Gedanken hoch.

Als Wilson über die Schulter blickte, stand Cuddy hinter ihm, eine

Augenbraue fragend hochgezogen. Sie war sicher gekommen, um ihn zurück an

die ,Arbeit' zu schicken, schien jedoch amüsiert zu sein. "Ja?"

 

"Sieht so aus, als könnten Sie gar nicht genug von ihm bekommen." Cuddys

Lächeln war. neckend? "Ich bin sicher, er genießt das."

 

Wilson spürte ein feines Prickeln im Nacken. "Ich... ähem... behalte ihn

nur im Auge, damit er... Was?", fragte er irritiert, als sich ihr Lächeln

daraufhin verbreiterte. Ihre Augen funkelten ganz ähnlich wie die von

House, wenn er Unfug im Sinn hatte und das war alles andere als ein

beruhigender Gedanke.

 

Sie strich sich eine Haarsträhne zurück, die vorwitzig in ihre Stirn fiel.

 

"Ich meine, deswegen bin ich doch hauptsächlich hier. Er ist das

exzentrische Genie, das Aushängeschild für die Sponsoren, ich versuche zu

verhindern, dass er jemand beißt." Wann hatte er angefangen, Unsicherheit

mit Ironie zu überspielen?

 

"Wirklich." Sie nippte an ihrem Glas. "James, Sie hätten vorhin Ihr Gesicht

sehen müssen. Ohne flapsig klingen zu wollen, aber bei Ihrer Hochzeit mit

Julie haben Sie nicht so verliebt ausgesehen."

 

"Okay", entgegnete Wilson gedehnt. "Ich bin sicher, ich habe jetzt

irgendetwas falsch verstanden..." Er sah nur die Seite ihres Gesichts, denn

sie hatte sich ebenfalls House zugewandt.

 

"Es ist schwer, zu übersehen, wie nahe Sie beide sich stehen."

 

"Und nur weil ich ihm gerne dabei zusehe, wie er Klavier spielt, schlafe

ich mit ihm?", platzte Wilson irritiert heraus. Er duckte verlegen den Kopf

zwischen die Schultern, aber außer Cuddy schien niemand nahe genug bei

ihnen zu stehen, um seine Worte zu hören. Er räusperte sich und wischte ein

paar imaginäre Fussel von seinem Revers. "Dann werde ich jetzt besser

wieder..."

 

"Mein Gott, es ist wirklich wahr", unterbrach ihn Cuddy, sie klang fast

aufgeregt. "Sie schlafen wirklich mit ihm."

 

"Warum nehmen Sie nicht ein Mikrophon und verkünden es dem ganzen Saal?",

zischte Wilson verlegen. "Und ich sage nicht, dass es stimmt."

 

"Das genügt mir als Bestätigung", entgegnete Cuddy und lächelte ihn

zufrieden über den Rand ihres Glases an.

 

Wilson hob frustriert beide Hände. "Warum beteilige ich mich überhaupt an

diesem Gespräch? Sie sind genau wie House. Egal was ich sage, mir wird das

Wort so lange im Mund herumgedreht, bis es euch passt. Also gebe ich gleich

auf."

 

"Genau wie bei House?" Cuddy hob wieder die Augenbrauen.

 

"Ja, genau wie bei House", stimmte Wilson resigniert zu.

 

"Sie geben auf, weil Sie ihn lieben."

 

"Er lässt mich bei sich wohnen. Er bringt mich zum Lachen. Er nimmt mich

ernst. Wenn ich mich dafür mit ein paar Pfannkuchen bedanken kann..." Ihr

Lächeln sagte ihm, dass er nicht allzu überzeugend klang.

 

"Sie kümmern sich um ihn."

 

Er imitierte ihren Gesichtsausdruck, hob spöttisch die Augenbrauen.

"Merkwürdig, und hier bin ich und dachte, dass ist was Freunde tun."

 

"Merkwürdig ist, dass er es nicht tut."

 

Worauf wollte sie hinaus? "Das ist nicht richtig", entgegnete er, sofort

defensiv. "Ich bin ihm wichtig."

 

"Tatsächlich? Er hat eine seltsame Art, das zu zeigen." Cuddy tappte mit

der Fingerspitze leicht gegen den Glasrand.

 

"Ich dachte dieses ganze... bei ihm wohnen dürfen, mich von meinen

Problemen ablenken, mich zum Lachen bringen... hat irgendeine Bedeutung."

Er hob die Schultern. "Es ist eben... subtil."

 

"Subtile Liebe?"

 

Wilson schloss frustriert die Augen und verfluchte House wortlos dafür,

dass sie es bisher vermieden hatten, darüber zu sprechen, sollten sie

jemals in die Situation kommen, ihre Beziehung erklären zu müssen. "Sollten

wir uns nicht wieder um die Gäste kümmern?", sagte er stattdessen. "Ich

denke, für den Moment kann man House getrost sich selbst überlassen." Er

wandte sich ab und deutete auf ein älteres Paar, dass gerade diesen

Augenblick aussuchte, um auf sie zuzusteuern. Gerettet. Vorerst.

 

Ende

 

Song 9: Melee - Build to last

 

Titel: Roadtrippin'

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House, Wilson

Rating: PG

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: House muss angeblich noch einmal zurück nach Atlantic City und

überredet Wilson, mit zu kommen. (nach 3.07 Son of a Coma Guy, vor 3.08

Whac-a-mole)

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

I've looked for love in stranger places

But never found someone like you.

Someone who's smile,

Makes me feel I've been holding back

An now there's nothing I can do

 

Cause this is real and this is good

It warms the inside just like it should

But most of all

Most of all it's built to last

 

 

House öffnete die Tür und steckte den Kopf in Wilsons Büro. "Komm' mit, ich

brauche dich."

 

Wilson war aus seinem Sessel und halb in seinem Kittel, bevor ihm einfiel,

dass er wütend auf House war. Er setzte sich wieder und rückte seine

Krawatte zurecht. "Was kann ich für dich tun? Brauchst du eine

Konsultation? Ich wusste nicht, dass du einen neuen Fall hast."

 

"Es ist ein alter Fall." House winkte ungeduldig. "Komm' jetzt." Er

verschwand auf den Flur und tauchte gleich darauf wieder auf - wie ein

Springteufel. "Und nimm' deine Sachen mit, du kommst heute nicht mehr

zurück." Wieder wandte er sich ab.

 

Wilson wartete einen Moment, doch als House nicht mehr zurückkam, sprang er

auf und eilte hinter ihm her. Der ältere Mann war bereits am Lift und

malträtierte den Rufknopf mit seinem Stock. "Was soll das heißen, ich komme

heute nicht mehr zurück?", fragte er. "Du kannst nicht einfach von mir

erwarten... ich meine, ich kann nicht einfach alles stehen und liegen

lassen, weil du dich wieder vor der Arbeit drückst."

 

House schüttelte den Kopf. "Ich drücke mich nicht. Cuddy hat uns

freigegeben."

 

"Uns?" Wilsons Augenbrauen kletterten nach oben. "Wieso?", fragte er müde.

"House, ich habe keine Lust auf deine Spielchen." Er wandte sich ab und

kehrte in sein Büro zurück. Nicht, dass er wirklich erwartete, dass House

so leicht aufgab. Und natürlich behielt er recht.

 

House stürmte hinter ihm in den Raum und baute sich vor dem Schreibtisch

auf, um auf ihn nieder zu starren. Schließlich warf Wilson den Stift weg

und hob den Kopf. "Was?"

 

"Ich muss zurück nach Atlantic City", entgegnete House.

 

Überrascht lehnte Wilson sich zurück und verschränkte die Arme vor der

Brust. "Wieso?", fragte er, während sofort eine Reihe von Szenarien in

seinem Kopf auftauchten - die meisten davon waren unerfreulich und

beinhalteten Polizeiverhöre.

 

House hob die Schultern. "Ich habe etwas im Hotel vergessen."

 

Halb erleichtert, halb verärgert, stieß Wilson hörbar den Atem aus. "Dann

ruf' da an und lass' es dir zuschicken." Er suchte seinen Stift und deutete

damit auf seinen Mantel. "In meiner Tasche steckt die Quittung vom Casino,

da ist sicher die Telefonnummer drauf. Warum gehst du nicht in dein Büro um

zu telefonieren und hältst mich nicht weiter von der Arbeit ab?" Er zuckte

zusammen, als House mit seinem Stock auf den Schreibtisch schlug.

Unterlagen flatterten in alle Richtungen. Frustriert ließ sich Wilson an

die Stuhllehne zurücksacken und begann seufzend seinen Nasenrücken zu

reiben. "Musst du dich wirklich immer wie ein Fünfjähriger benehmen, wenn

etwas nicht nach deinem Willen geht?"

 

"Dann stört es dich sicher nicht, wenn ich die Luft anhalte, bis du

nachgibst?"

 

Zu seiner Überraschung klang House eher amüsiert als verärgert und wenn er

sich nicht ganz täuschte, lag da sogar ein Lächeln um die schmalen Lippen.

"Ich wüsste wirklich gerne, was in deinem Kopf vor sich geht", sagte

Wilson.

 

"Vertrau' mir, das willst du nicht." House zog seinen Stock zurück und trat

zur Tür. "Ich treffe dich in zehn Minuten in der Tiefgarage."

 

"Aber mein Wagen steht..." Die zufallende Tür schnitt Wilsons Protest ab.

Er seufzte und begann seinen Schreibtisch aufzuräumen. Allerdings würde er

vorsichtshalber bei Cuddy vorbeigehen und sich bestätigen lassen, dass sie

nicht AWOL gingen. House war schließlich alles zuzutrauen.

 

* * *

 

"House, es ist Winter", sagte Wilson und verschränkte die Arme vor der

Brust. "Auf keinen Fall fahren wir in der Corvette nach Atlantic City. Ich

hole mir doch keine Lungenentzündung."

 

House, der es sich auf dem zurück geklappten Beifahrersitz bequem gemacht

hatte, sah auf. "Sei' kein solches Weichei, Jimmy. Wir machen einfach das

Verdeck zu."

 

"Mein Wagen hat eine funktionierende Heizung." Kopfschüttelnd verstaute

Wilson seine Tasche auf dem Rücksitz und nahm auf dem Fahrersitz Platz. Er

legte die Hände aufs Lenkrad und sah House an. "Ich bin ein Idiot. Anstatt

mit dir in diesem Wagen zu sitzen, sollte ich meinen Kopf von Foreman

untersuchen lassen."

 

House grinste. "Du bist ein Idiot", erwiderte er milde. "Ich habe nicht die

geringste Ahnung, warum ich mich mit dir abgebe."

 

Ein paar Minuten vergingen, in denen keiner der beiden Männer etwas sagte,

oder sich groß bewegte.

 

Schließlich seufzte Wilson und zog seinen Schal zurecht. "Okay, was soll

das ganze?", fragte er. "Du hast nicht wirklich irgendwas im Hotel

vergessen, weil du nichts dabei hattest. Was willst du in Atlantic City?

Meine Konten sind noch immer gesperrt, du kannst kein Geld aus mir

herausholen."

 

House wandte den Blick ab.

 

"Wenn du spielen willst, dann bevorzugst du Internetpoker oder OTB. Oder du

schließt Wetten mit deinem Team ab. Warum dieser Ausflug?"

 

Es dauerte eine Weile, bevor House antwortete. "Ich dachte, du könntest

eine kleine Pause vertragen."

 

"Es ist nicht sonderlich entspannend, mit dir durch die Gegend zu gondeln."

Wilson rieb über das weiche, abgenutzte Lederlenkrad. Das war das erste

Mal, dass House ihn auf den Fahrersitz ließ, ohne mehr Anweisungen zu

erteilen, als ein besorgter Vater seinem Teenagersohn bei der ersten

Fahrstunde. Er wünschte sich - vermutlich hoffnungslos - dass es eine Art

Entschuldigung war. In House' ganz eigener, verdrehter Version. So wie das

Sandwich, das auf seinen Schreibtisch lag, als er mittags in sein Büro kam

und an dem eine Ecke abgebissen war.

 

House zuckte mit den Schultern. "Seit wir aus Atlantic City zurück sind

hast du keine fünf Worte mit mir gesprochen."

 

"Ich habe zur Zeit andere Sorgen als dein gekränktes Ego, House." Wilsons

Hände ballten sich auf dem Lenkrad zu Fäusten. "Falls es dir nicht

aufgefallen ist, ich bin im Moment praktisch pleite. Mein Anwalt lässt sich

schon am Telefon verleugnen. Und ich benutze im Hotel die Hintertreppe,

damit ich nicht an der Rezeption vorbei muss. Ich bin gestern Abend und

heute Morgen mit dem Bus gefahren, weil ich Sorge hatte, Tritter lauert

hinter irgendeinem Busch, um mir unter einem fadenscheinigen Vorwand einen

Strafzettel zu verpassen und mir auch noch den Wagen abzunehmen." Er brach

ab und presste den Handballen gegen die Stirn. "Ganz zu schweigen davon,

dass mein angeblich bester Freund meinen Rezeptblock gestohlen und meine

Unterschrift gefälscht hat. Entschuldige, wenn mir gerade nicht der Sinn

nach deinen Streichen steht."

 

"Und warum bist du dann hier?"

 

Er sah zu House hinüber, doch der hatte die Augen geschlossen, sein

Gesichtsausdruck verriet nichts.

 

"Du bist nicht der einzige, der nicht will, dass... das... zwischen uns...

zerbricht." House entgegnete nichts, doch - aber vielleicht war auch das

nur Wunschdenken - seine Haltung erschien entspannter. "Warum dieser

Aufwand, Greg? Du hättest mich einfach fragen können, ob ich Zeit mit dir

verbringen will. Ich hätte ja gesagt, weiß du. Aber du kannst das nicht,

nicht wahr? Du kannst nie einfach um etwas bitten."

 

"Wenn du wieder mit deinem Grundwissen aus dem Psychologiekurs ankommst,

dann gehe ich." Trotz seiner Warnung machte House keine Anstalten, die

Corvette zu verlassen.

 

"Um etwas zu bitten, das würde dich zu... offen... zu verletzlich werden

lassen, denn wenn du um etwas bitten musst, dass du brauchst, dann besteht

die Möglichkeit, dass jemand ,nein' zu dir sagt. Stattdessen führst du die

Leute in die Irre, du manipulierst sie und alles geschieht entweder nach

deinen Regeln oder es geschieht gar nichts." Wilson holte tief Luft und

lehnte sich in den Fahrersitz zurück. "Und wenn du mich im Dunkeln tappen

lässt, stellst du damit sicher, dass ich dir brav hinterher laufe, anstatt

auf der gleichen Ebene zu sein wie du."

 

House räusperte sich und Wilson wandte den Kopf, um ihn anzusehen. Er war

sich nicht sicher, dass er hören wollte, was der ältere Mann zu sagen

hatte. Er war zu müde, zu deprimiert von den Ereignissen der letzten Tage,

um sich anzuhören, wie House über seine "Gefühlsduselei" spottete.

Vielleicht war es nur das Licht, aber zum ersten Mal fiel ihm auf, wie viel

Grau sich in die Stoppeln auf seinem Kinn und in die Haare an den Schläfen

eingeschlichen hatte. Nur die hellen, blauen Augen, die ihn klar und ernst

musterten, waren die gleichen wie vor all den Jahren, als sie sich zum

ersten Mal getroffen hatten.

 

"Vielleicht will ich nicht mehr, dass du hinter mir her läufst. Vielleicht

will ich, dass du aufhörst, dich um mich zu kümmern und dich um mich Sorgen

zu machen, für mich zu lügen", sagte House überraschend leise.

 

Wilson richtete den Blick einen Moment auf seine Hände. Er würde ihm so

gerne glauben, aber er kannte House zu lange... um nicht die eine oder

andere Lektion darüber gelernt zu haben, dass das Leben nicht so einfach

war. "Ich denke darüber nach." Er sah wieder zu House hinüber. "Okay. Und

was fange ich jetzt mit meinem überraschenderweise freien Nachmittag an?"

 

House schloss wieder die Augen, und an seinem Gesicht war nicht abzulesen,

ob er mit dem Ergebnis ihres Gesprächs zufrieden war oder ob ihn Wilsons

Antwort enttäuscht hatte. "Wir könnten in diese Taco-Bar gehen, in der ich

während meiner Halluzination war. Die Burritos sind gut."

 

Wilson startete die Corvette. "Das kannst du nicht wissen. Du warst nie

wirklich dort."

 

House öffnete ein Auge und sah ihn an. "Vertraust du meinen Halluzinationen

nicht?"

 

Er konnte nicht anders als zu lachen, während er die Corvette Richtung

Ausfahrt lenkte. Vielleicht war das genau, was er jetzt brauchte: einen

Nachmittag mit House, mexikanischem Essen und so zu tun, als wäre alles in

Ordnung.

 

Ende

 

Song 10: Ann Lee - Two Times

 

Titel: Third Time's the Charm

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Pairung: House

Rating: gen, PG-13

Beta: T'Len

Archiv: ja

 

Summe: post-Ep. 4.16 Wilson's Heart. House besteigt den Bus. Und verlässt

ihn.

Anmerkung: Die Story beginnt exakt vor der (Traum-)Sequenz, als sich House

während seines Komas mit der toten Amber im Bus wiederfindet.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten

Namen, Songtexte und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine

Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen

oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Don't you are mine

You are, give you more

Baby you have got a friend

Take a ride to the blue...

 

 

Wilson, Cuddy, sein Team... alle hatten ihn an dem einen oder anderen Punkt

vorgeworfen, dass er dabei war, Selbstmord zu begehen.

 

Als er in den Bus kletterte, kaltes Plastik und Metall unter seinen nackten

Füßen, war das erste, was er bemerkte, dass er hier nicht hinkte, keine

Schmerzen spürte. Und er erinnerte sich an die Halluzination nach den

Schüssen... natürlich. Auch damals war er schmerzfrei gewesen, ungehindert

in seinen Bewegungen.

 

Für eine Sekunde schloss er enttäuscht die Augen. Es musste ein Traum sein.

Vielleicht eine neue Halluzination, vielleicht war sein Gehirn auch nur

endgültig durchgebrannt - und er meinte das nicht im Zusammenhang mit Chase

und der Elektrode in seinem Hypothalamus.

 

Als er Amber in einem der Sitze sah, wusste er, wo er war.

 

Sie war tot.

 

Er wusste es, weil dies das letzte gewesen war, was er zu Wilson gesagt

hatte. ,Es gibt nichts mehr, das wir tun können. Es tut mir leid. Es tut

mir so leid.' Und dann war die Welt um ihn herum implodiert, als der Bus

von dem Müllwagen gerammt wurde und er sah die Scheibe hinter Ambers Rücken

explodieren, silberne Glasscherben wie Geschosse, spürte seinen Körper

durch die Luft fliegen. Dieses Mal schrie er, wenn vielleicht auch nur in

seinem Kopf, und sein Blick suchte nicht nach ihr, sondern nach Wilson, der

mit ihm im Bus gewesen war...

 

Danach war eine lange Zeit nur Dunkelheit und Stille um ihn gewesen, hier

und da durchbrochen von Geräuschen die er mit dem Krankenhaus in Verbindung

brachte - und Cuddys Stimme. Bis er die Augen öffnete und sich vor dem Bus

wiederfand. Oder dieser leeren, weißen Version davon.

 

Amber lächelte, als er sich neben sie setzte.

 

Sie war tot. Also war er es auch.

 

Er fühlte sich fast schwindlig vor Erleichterung...

 

...wie damals, als er auf den Klippen in Japan stand, ein schlaksiger,

bitterer Vierzehnjähriger, nur einen Schritt davon entfernt ins Leere zu

treten, als der Junge, mit dem er auf dieser verbotenen Klettertour war,

panisch seinen Namen zu schreien begann...

 

...wie in der Nacht, als sich das Oxycodone einen Weg durch seinen Körper

bahnte, bevor ein Teil von ihm entschied, dass er nicht sterben wollte und

den Kampf gegen die Droge aufnahm...

 

...wie in dem weißglühenden Moment, als er das Messer in die Steckdose

rammte...

 

Diese und all die anderen Gelegenheiten, wenn er seinem Selbsthass freie

Hand ließ. Er hatte jedes Mal überlebt, war jedes Mal aufgewacht.

 

Doch zum ersten Mal war er sicher, dass es vorbei war.

 

* * *

 

Aber Amber erinnerte ihn daran, dass man nicht immer bekam, was man wollte

und er fragte sich unwillkürlich wie oft ihm diese - seine eigenen - Worte

noch ins Gesicht explodieren würden, als sie ihn wegschickte.

 

Er stand auf und verließ den Bus. Zurück in sein Leben, zurück zu den

Schmerzen, den Pillen und der Einsamkeit. Zurück zu Wilson, der ihn hasste.

 

Wie es aussah, behielt sein Vater wirklich immer recht. Er hatte wieder

versagt.

 

Ende