neu: A moment of change (House MD, gen, PG, POV Wilson - Spoiler S4)
Titel: A moment of change
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Pairung: POV Wilson
Rating: gen, PG
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Wilson träumt. Spoiler: House’s Head (4.15) / Wilson’s Heart (4.16) Finale Staffel 4

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.
Lyrics: OneRepublik



Do you know where your heart is?
Do you think you can find it?
Did you trade it for something, somewhere?
Better just to have it.


Du träumst von ihr. Natürlich. Es wäre merkwürdig, wenn du es nicht tun würdest. Du hörst ihr Lachen in deinen Träumen, hörst ihre Stimme. Nie die Worte, nur den Klang. Du siehst sie auf einer Decke neben dir sitzen, im Park, sie schält eine Orange, während sie dir von einem Zwischenfall bei der Arbeit erzählt. Du achtest weniger auf die Geschichte, nur auf die leichte Röte in ihren Wangen; darauf wie die Frühlingssonne ihr Haar golden färbt, wie ihre Augen strahlen. Du beugst dich vor und leckst Orangensaft von ihren Fingern.

Am Morgen erwachst du mit dem Geruch von Orangen an deiner Haut. Erst später, unter der Dusche, als du versehentlich ihr Duschgel nimmst und Orangenduft in deine Nase steigt, weißt du, woher der Traum kam. Das Picknick war geplant, aber du musstest ihr absagen, als sich der Zustand eines deiner jungen Patienten verschlechterte und du deinen freien Nachmittag an seinem Bett verbracht hast. Dann arbeitete sie eine Doppelschicht und als ihr das nächste Mal zur gleichen Zeit frei hattet, regnete es. Also breitete sie die Decke auf dem Wohnzimmerboden aus und das Picknick fand dort statt. Du senkst den Kopf und lässt das heiße Wasser Orangenaroma, Bedauern und deine Tränen von deiner Haut waschen.

Vielleicht ist es an der Zeit, diese Wohnung zu verlassen.

* * *

Du träumst auch von ihm. Doch seltsamerweise sind es zunächst Träume aus einer anderen Zeit. Du träumst vom Basketballspielen in der Auffahrt des Hauses, in dem du damals mit Bonnie gewohnt hast. Wie der schwarze Asphalt die Hitze reflektierte, bis ihr beide in Schweiß gebadet wart. Und er den Gartenschlauch nahm, um sich abzuspritzen und dabei – er schwor unabsichtlich - Bonnie traf, die gerade mit einem Tablett voll Eisteegläsern zu ihnen trat. Du findest dich neben ihm in der Cafeteria wieder, wo er dich mit Tratsch über deine neuen Kollegen versorgt, die Tinte auf deinem Einstellungsvertrag im PPTH noch nicht völlig trocken. Du bist so nervös, dass du keinen Hunger hast und ihm deinen Teller über den Tisch zuschiebst.

Dann ändern sich deine Träume. Du siehst ihn... umgeben von Menschen, aber seltsam isoliert von allem... den Kopf gesenkt, die Finger so fest um den Griff seines Stocks geschlossen, dass die Knöchel weiß aus der Haut hervortreten. Du gehst auf ihn zu, doch bevor du ihn erreicht hast, legt sich eine Hand auf deinen Arm und als du den Kopf wendest, ist es Julie und sie lacht und sagt: komm’ mit mir. Und du siehst das weiße Kleid, dass sie trägt und dir wird klar, dass es deine Hochzeit ist. Du blickst zurück zu House und für einen Moment begegnet er deinen Augen. Dann wendet er sich ab und du lässt dich von Julie von ihm wegführen.


Do you know where your love is?
Do you think that you lost it?
You felt it so strong
but nothing’s turned out how you want it


Cuddy kommt in dein Büro, bewaffnet mit Kaffee; einem Bericht, den sie dir auch per Mail hätte schicken können und Neuigkeiten von House. Wie die letzten beiden Wochen gibst du vor, es zu ignorieren, wenn sie über ihn spricht. Doch du bringst es nicht über dich, ihr zu sagen, dass sie dich damit in Ruhe lassen soll; dass er dich nicht mehr interessiert, nicht mehr deine Verantwortung ist. Es wäre eine Lüge.

Heute erzählt sie dir, dass House am Montag wieder zur Arbeit kommen wird. Dass er gedroht hatte, zu kündigen, wenn sie ihn noch länger dazu zwang, die Wände in seiner Wohnung anzustarren. Sie fragt dich nicht nach deiner Meinung und du teilst sie ihr nicht mit. Du sagst ihr nicht, dass du Angst davor hast, ihm zu begegnen, ihm ins Gesicht sehen zu müssen. Du hast Angst davor, was er sagen könnte und vielleicht noch mehr, dass er schweigt; oder deinem Blick ausweicht.

Du bemerkst kaum, wie sie geht, verloren in deinen Gedanken. Der Kaffee ist längst kalt, als das Klingeln des Telefons dich aufschreckt.

* * *

Freitagabend. Du wechselst die Tüte mit chinesischem Fastfood in den anderen Arm und siehst den Fettfleck, der deinen Ärmel ziert, wo etwas durch das Papier gesickert ist. Der Schlüssel in deiner Hand fühlt sich zugleich vertraut und fremd an, als du ihn ins Schloss steckst.

Dein Herzschlag beschleunigt sich, und du fühlst dich, als wärst du dabei, über die Kante einer Klippe zu treten, und nicht nur über eine Türschwelle.

Bis auf das bläuliche Flackern des Fernsehers und der Lampe neben der Couch ist das Wohnzimmer dunkel. Trotzdem siehst du ihn zusammenzucken und den Kopf heben, als du die Tür hinter dir wieder ins Schloss drückst.

Er sieht dich an, als du die Tüte kurz abstellst, um deine Jacke auszuziehen und über einen Stuhlrücken zu legen. Als du mit dem Essen an ihm vorbei in die Küche gehst, folgt dir sein Blick. Du verteilst den Inhalt der Kartons auf zwei Teller und holst Gabeln aus einer Schublade, während die Mikrowelle das Essen aufwärmt. Ein halb gegessenes Sandwich liegt neben einem Glas Erdnussbutter auf dem Küchentisch. Ein paar der Servietten aus der Tüte haben das durchgesickerte Fett aufgesogen, doch der Rest ist noch verwendbar und du klemmst sie dir unter den Arm, als du die Teller ins Wohnzimmer zurückbalancierst.

Er sitzt noch immer auf der Couch, als du neben ihm Platz nimmst und Zeitschriften, Bücher und ungeöffnete Post zur Seite schiebst. Du legst eine Gabel neben seinen Teller und die Servietten in die Mitte der freigemachten Stelle. Dann nimmst du deinen eigenen Teller und beginnst zu essen. Die Nudeln schmecken eher wie Pappe, doch du isst trotzdem weiter.

Erst nach einer Weile greift er nach der Fernbedienung und schaltest den Fernseher leise, bevor er den Teller nimmt, den du ihm hingestellt hast.


We won't break, we won't die
It's just a moment of change
All we are, all we are, is everything that's right


Ende