neu: It hurts to be me (House MD, pg)
Titel: It hurts to be me
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Spoiler: minimal für 5.10 Joy to the World
Pairung: House, Wilson
Rating: pg
Archiv: ja

Summe: Es sollte nicht schwer sein, den ganzen Rummel zu ignorieren.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Cos what you’ve got is what we need
And all we do is dirty deeds (Spaceballs)



Er dachte an Cuddy und das Baby. Er dachte an das Buch, das er - in seinem Mantel vor den neugierigen Blicken seines Teams versteckt – aus dem Krankenhaus geschmuggelt hatte, als wäre es etwas Verbotenes und das jetzt auf seinem Kopfkissen lag. Er versuchte nicht daran zu denken, wo Wilson jetzt wohl war und was er tat. Oder mit wem. An Abenden wie diesen waren die Bars voll von Menschen, die nicht wussten, was sie mit sich anfangen sollten, während ein kleiner Teil der Menschheit das vermeintliche Fest der Liebe feierte. Es sollte nicht schwer sein, den ganzen Rummel zu ignorieren. Schließlich war es nicht so, als hätte er einen Berg an glücklichen Kindheitserinnerungen, deren Wiederbelebung er vergeblich nachrannte.

Die Couch knarzte leise, als er sich darauf ausstreckte, einen Arm übers Gesicht gelegt. Er hatte genug Alkohol und Vicodin in seinem Apartment, um die kommenden Tage auszulöschen. Es gab ausreichend Restaurants, die lieferten, sollte er hungrig werden. Und wenn die Stille zu laut werden drohte, hatte er seine umfangreiche Kollektion aus CDs und DVDs.

Es war alles perfekt; alles so, wie er es wollte... wie er es brauchte.

Warum also fühlte sich sein Brustkorb wie eingeschürt an? Das Rauschen und Pfeifen in seinem rechten Ohr, das er seit seiner Schädelverletzung gelegentlich wahrnahm, war lauter als jemals zuvor und er presste die Handfläche dagegen. Zu dem Rauschen gesellte sich ein Stechen; ein Schmerz, der sich durch seinen Schädel zog, und die ganze rechte Körperhälfte mit ein bezog. Sein Bein war nicht glücklich über diese Konkurrenz und verstärkte seine Bemühungen.

Er drehte sich auf die Seite und krümmte sich in sich selbst zusammen, schutzsuchend, obwohl es keinen Schutz vor den Dingen in seinem Kopf gab.

„Dein Puls ist durchs Dach. Was hast du genommen?“

Es dauerte eine Weile, bis die Stimme und die Hand auf seiner Schulter ihn in die Realität zurück holte. Er rollte sich auf den Rücken und spürte Finger an seinem Hals nach seinem Puls tasten.

Er blinzelte und sah Wilson auf dem Couchtisch sitzen. Anstatt zu antworten schüttelte er nur den Kopf und drehte das Gesicht zur Seite, als er Wilsons Hand wegschlug.

Wilson musterte ihn, dann die Wohnung. Keine Flaschen, Pillendosen oder Spritzen in Sicht. Er glaubte nicht, dass House mit seinem Auftauchen gerechnet hatte und sich deshalb die Mühe macht hatte, alle Spuren zu beseitigen. Nein, das wäre nicht House. „Was ist das?“, fragte er leise. „So eine Art... Panikattacke?“ Er presste die Handfläche gegen House’ Brustkorb, direkt über das Herz, und blaue Augen sahen zu ihm hoch.

Die Erinnerung an das viel zu ähnliche Szenario im Bus schob sich ungebeten zwischen sie, und Wilson zog seine Hand zurück. „Ich kann dir nicht helfen, wenn ich nicht weiß, was dir fehlt.“

„Warum gehst du dann nicht einfach.“

Wieder.

House sprach es nicht aus, aber Wilson hörte das Wort im Schweigen, dass sich anschloss. Er zögerte einen Augenblick, dann stand er auf – versuchte, das Zusammenzucken zu ignorieren, das House nicht unterdrücken konnte. Oder die Resignation auf dem Gesicht des anderen Mannes, als der die Augen schloss.

Er zog seinen Mantel aus und warf ihn über die Rückenlehne des Sofas. „Ich wette, dein Kühlschrank ist leer“, sagte Wilson leichthin und krempelte die Ärmel hoch. „Hängen die Menüs noch an der Tür? Ich werde versuchen, etwas zu finden, was uns erst nach den Feiertagen ins Krankenhaus befördert. Manning arbeitet in der Notaufnahme und er ist nicht gut auf dich zu sprechen, seit du das Foto von ihm auf der Toilette überall im PPTH ausgehängt hast.“

Es war leicht entnervend, wie ihn House anstarrte, ohne ein Wort zu sagen.

Wilson trat den Rückzug an. „Ich... weißt du was, es geht schneller, wenn ich uns etwas zu Essen hole, anstatt auf die Lieferung zu warten.“ Er holte seinen Mantel und überprüfte automatisch, dass die Schlüssel in der Tasche waren. House sagte noch immer nichts, auch nicht, als er ging.

Wilson lehnte sich einen Moment gegen die Tür, nachdem er sie hinter sich geschlossen hatte und holte tief Luft. Es sollte nicht so schwierig sein. Sie kannten sich eine halbe Ewigkeit. Er seufzte und rieb sich über die Schläfen, dann zog er die Schlüssel aus der Tasche und trat die Stufen nach unten, wo sein Auto am Straßenrand wartete.

* * *

Als Wilson zurück kam, mit Papiertüten beladen, war das Wohnzimmer und die Couch leer. Er stellte die Tüten auf dem Küchentisch ab, hängte seinen Mantel über eine Stuhllehne und stellte das Bier kalt, dass er mitgebracht hatte.

Dann öffnete er die Tür zum Schlafzimmer und lehnte gegen den Türrahmen. „Hey. Das Essen ist da.“

House rollte sich mit einem unwirschen Grunzen auf die andere Seite, weg vom Licht, das in den Raum fiel. „Geh’ weg.“

„Dir auch einen ‚Guten Morgen’, Sonnenschein“, kam es trocken von Wilson. „Wie geht es dir jetzt?“

„Ich bin noch da, wenn du das meinst.“

„Ich auch.“ Er trat zum Bett, als House sich ihm zuwandte und ihn wieder anstarrte, als wäre er sich nicht sicher, ob es sich nicht nur um einen Traum handelte. Er kannte das Gefühl.

„Wir sind nicht mehr die gleichen, House.“ Er streckte ihm die Hand entgegen. „Aber das Essen ist das gleiche.“

Nach einem Moment griff House nach seiner Hand und ließ sich von ihm auf die Beine helfen.

* * *

House nahm schweigend am Küchentisch Platz, als Wilson die Tüten öffnete und ihren Inhalt verteilte. Die Stille machte ihn nervös und er suchte nach etwas, um sie zu brechen. House kam ihm unerwartet zur Hilfe, als der seinen Burger „aufmotzte“.

„Erdnussbutter und Majonäse auf einem Burger?“, platzte Wilson ungläubig heraus. „House, ich wünschte, ich könnte deinen seltsame Geschmack einer Schwangerschaft zuschreiben. Was hast du vor? Selbstmord mit Messer und Gabel zu begehen?“

House sah auf das Messer in seiner Hand, mit dem er die Majonäse verteilt hatte – dann sah er Wilson an. Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht, dass das Gefühl von Fremdheit zumindest ein wenig vertrieb. „Ich esse meinen Burger mit den Händen, du Snob“, entgegnete er.

Wilson lächelte. Er hob seine Bierflasche und klickte sie gegen House’. „Willkommen zurück“, sagte er leise.

Und so absurd es auch klang, es fühlte sich genau so an.


Ende