Titel: Folie à Deux
Autor: Lady Charena (Feb. 2009)
Fandom: House, MD
Pairung: Wilson/Amber, House
Rating: pg13, het
Beta: T'Len



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Wenn er schlief, neben ihr, konnte sie sich leicht vorstellen, wie James als Junge ausgesehen haben musste.

Eine Hand unter die Wange geschoben, sein Haar – am Hinterkopf in Stacheln hochstehend, während es ihm vorne in die Stirn fiel... aber wirklich nicht satt sehen konnte sie sich an der Entspannung in seinen Zügen; an der weichen, natürlichen Krümmung der Lippen, ein schläfriges Lächeln. Wie ein Geheimnis. Die feinen Fältchen in seinen Augenwinkeln waren mit den Sorgenfalten von seiner Stirn verschwunden.

Sie lag eine Weile neben ihm, auf einen Ellbogen gestützt, und betrachtete ihn im Licht des anbrechenden Morgens. Irgendwann drehte er sich auf die andere Seite, unbewusst von ihr weg.

Amber streckte die Hand aus und strich mit den Fingerspitzen seinen Nacken entlang, unterhalb des Haaransatzes; und ein Schauer lief durch seinen Körper.

Sie übte mit dem Handballen leichten Druck gegen seine Schulter aus und er rollte auf den Bauch, ein leises Brummen von sich gebend.

Lächelnd setzte sie sich auf und beugte sich vor, um ihn zwischen die Schulterblätter zu küssen. Langsam begann sie eine leichte Massage.

James streckte sich unter ihr und murmelte ein „Guten Morgen“ in sein Kissen.

„Guten Morgen“, entgegnete Amber und griff über seinen Kopf hinweg nach einer Flasche ihrer Körperlotion, die auf dem Nachttisch stand. Sie verteilte etwas davon auf ihren Händen. Der blumige Geruch erfüllte die Luft, als sie ihre Massage wieder aufnahm und sie überlegte lächelnd, ob sie ihn dazu überreden konnte, auf eine Dusche zu verzichten. Sie mochte den Geruch – ihren Geruch – an ihm. Ihr Parfum, ihr Shampoo, wie eine unsichtbare Markierung, wie ein Tier sein Revier markierte.

Und mehr noch, House würde es riechen.

Ihr früherer Boss würde sich nicht scheuen, James dies wissen zu lassen. Das letzte Mal, als sie morgens spät dran gewesen waren und James in der Eile ihr Duschgel verwendete, dauerte es zwei Tage, bis House seinen Spott einstellte.

Es war... kindisch – das war ihr durchaus bewusst. Aber es machte zu viel Spaß, um schon damit aufzuhören. Es amüsierte – und faszinierte – sie endlos, zu entdecken, wie eifersüchtig House reagierte, wenn man ihm etwas wegnahm, das er als sein Eigentum betrachtete. Manchmal schien er ihr wie eine eifersüchtige Ehefrau, die die Taschen ihres Ehemannes durchwühlte, in der Hoffnung, einen Beweis für seine Untreue zu finden.

Ob er wohl auch nach Lippenstiftspuren an James’ Kragen Ausschau hielt.

Sie lächelte erneut bei diesem Gedanken. Vielleicht sollte sie das nächste Mal einen Lippenabdruck auf seinem Kragen hinterlassen – ein wenig subtiler als der Knutschfleck, über den James so aufgebracht gewesen war, als er entdeckte, dass sein Hemdkragen ihn nicht völlig verdeckte. Er ging so weit, sich ihren Concealer auszuborgen. Er betonte es damit eigentlich eher noch, aber sie sagte nichts dazu.

Amber überließ es House, über James’ „Akzeptanz seiner weiblichen Seite“ zu spotten und wurde nicht enttäuscht. Ein angenehmer Nebeneffekt war, dass James an diesem Abend früher nach Hause kam, da House lautstark verkündet hatte, er weigere sich, „sich mit einem Kerl der Makeup verwende in der Öffentlichkeit zu zeigen“.

Ihr Lächeln vertiefte sich, als James – nun wacher – den Kopf zur Seite drehte, ihre Hand nahm und sie küsste.

Dieses Mal würde sie am Ende doch noch als Gewinnerin aus dem Spiel hervorgehen.