Titel: Flirts
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Episode: Mitte Staffel 2
Pairing: Wilson/Julie
Rating: pg, gen
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Das romantische Abendessen verlief nicht ganz nach Julies Vorstellungen und sie macht ihrem Unmut deutlich Luft.
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„Wir hätten ihn nach Hause fahren können. So groß wäre der Umweg schließlich nicht gewesen.“ Wilson schob die Hände in die Taschen seines Mantels, und starrte dem Taxi nach. „Ich habe kein gutes Gefühl dabei, ihn in diesem Zust…“

„Ich bin tatsächlich überrascht, dass du nicht mich in das Taxi verfrachtet hast“, unterbrach ihn Julie spitz.

Wilson seufzte. „Wir wollten doch nicht streiten.“ Er konnte es leugnen, so sehr er wollte – er stand wieder einmal vor den Trümmern einer Ehe. Das hatten die vergangenen Stunden mehr als deutlich gemacht.

„Wir wollten einen ruhigen, romantischen Abend zu ZWEIT verbringen – und du schleppst House an, damit ich mir die ganze Zeit seine bissigen Bemerkungen anhören darf. Herzlichen Dank auch dafür, James“, erwiderte seine Frau wütend.

„Es… Julie, hör‘ mir bitte zu.“ Wilson folgte ihr und ergriff ihren Arm, als sie sich von ihm abwandte und den Gehweg entlang lief, obwohl gerade ihr Wagen vorgefahren wurde. Ihre Absätze klickten auf dem Asphalt. „Es tut mir leid. Ich weiß, du hattest etwas anderes für uns geplant. Julie, versteh‘ doch. Diese… Sache… mit Stacy hat ihn mehr mitgenommen, als er zugeben will. Ich bin sein Freund, ich kann doch nicht einfach die Augen davor verschließen.“

„Und davor, wie es mir geht, kannst du die Augen verschließen?“ Julie löste sich aus ihrem Griff und verschränkte die Arme vor der Brust. „Man könnte fast denken, du hast… Angst, Zeit mir mit alleine zu verbringen. Ich bekomme dich kaum mehr zu Gesicht. Entweder bist du im Krankenhaus oder mit diesem hinkenden Bastard zusammen. Wenn du mal Zuhause bist, sprichst du über deine Patienten – oder über ihn. Ich habe es satt, verstehst du? Satt. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich will in mein Bett. Wie üblich alleine.“ Sie sah sich um. „Mach‘ dir keine Mühe, ich nehme ein Taxi. Du wirst ja wohl doch lieber zu House fahren, um sicher zu stellen, dass er die Nacht überlebt.“

„Julie, das ist nicht fair“, erwiderte Wilson leise.

Sie musterte ihn kalt. „Fair, James? Soll ich dir sagen, was nicht fair ist? Er nimmt dich für selbstverständlich und du lässt es zu. Deine Zeit, dein Geld, deine Aufmerksamkeit – du denkst nicht eine Sekunde daran, ihm irgendetwas zu verweigern. Du denkst nicht eine Sekunde an mich. Ich bin deine Frau, James.“

„Ich kenne ihn seit einer Ewigkeit. Dies ist keine gute Zeit für ihn, und was für ein Freund bin ich, wenn ich dann nicht für ihn da bin?“, verteidigte sich Wilson.

„Es ist keine gute Zeit? Es ist nie eine gute Zeit für ihn.“ Julie zog ihre Jacke enger um sich.

„Bitte komm‘ mit zum Wagen. Lass‘ uns nicht streiten.“ Er beugte sich vor, um sie auf die Wange zu küssen, doch sie wandte den Kopf ab und ließ ihn stehen.

* * *

Zwei Minuten später saßen sie nebeneinander im Wagen und Wilson fädelte sich in den Verkehr ein.

Das eisige Schweigen, das Julie – die aus dem Seitenfenster starrte – fast greifbar umgab, störte ihn und er begann beim nächsten Stopp an einer roten Ampel am Radio zu drehen.

„Wenn er nur halb so viel mit mir flirten würde, wie mit dir…“, sagte Julie plötzlich. „…dann hätte ich vermutlich mehr von deiner Aufmerksamkeit.“ Sie sah noch immer aus dem Fenster. „Das traurige ist, ich bin nicht einmal mehr sicher, ob es dich noch stören würde, wenn sich ein anderer Mann für mich interessiert.“

Wilson starrte sie an. „House… er… er flirtet doch nicht mit mir“, platzte er schockiert heraus.

Endlich sah ihn Julie an. „Bist du dir da sicher?“, fragte sie sarkastisch.

Bevor Wilson eine Antwort darauf fand, hupten hinter ihm die wartenden Autos – die Ampel hatte zu „Grün“ gewechselt. Er fuhr weiter. „Ich glaube, du hättest auf das letzte Glas Wein verzichten sollen“, war alles, was er schließlich erwiderte.

* * *

Ein paar Wochen später, als er mit gepackten Koffern vor House‘ Tür stand, waren es seltsamerweise genau diese Worte, an die er denken musste. House würde ihn bis an sein Lebensende verspotten, wüsste er davon. Er schob die Gedanken zur Seite und konzentrierte sich auf Julies Betrug.