neu: Burnt once, twice shy (House MD, House/Cuddy, pg-13 het)
Titel: Burnt once, twice shy
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Spoiler: etwas für 5.06 Joy
Pairung: House/Cuddy
Rating: pg-13, het
Archiv: ja

Summe: Als sie aufgewacht war, das Bett neben ihr kühl und leer, hatte sie nichts anderes erwartet, als dass er - wie immer - die Flucht ergriffen hatte, Konfrontationen jeglicher Art – vor allem emotionaler - vermeidend.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



I hurt myself today / To see if I still feel / I focus on the pain / The only thing that's real
I wear this crown of thorns / Upon my liar's chair / Full of broken thoughts / I cannot repair
Beneath the stain of time / The feeling disappears /You are someone else / I am still right here… (Johnny Cash, Hurt)



„Was würde er sagen, wenn er dich jetzt so sehen könnte?“

Sie trat hinter ihn, legte beide Hände auf seine Schultern. Der Rauch kratzte in ihrer Kehle. Vermutlich war das gekippte Fenster, das kalte Nachtluft in ihr Wohnzimmer ließ, schon das Äußerste an Rücksichtnahme, was er aufbringen konnte.

Die Fensterbank war gerade breit genug, dass er darauf sitzen konnte – das rechte Bein angewinkelt und gegen die Scheibe gelehnt; das linke ließ er herunterbaumeln wie ein Teenager, der im Schutz der Nacht Verbotenes trieb. Er hatte seine Jeans angezogen, aber nicht das T-Shirt. Seine Füße waren nackt. Die Kälte schien ihn nicht zu stören.

Sie fröstelte und zog das wollene Umschlagtuch, das von ihrer Mutter stammte und nach dem sie instinktiv gegriffen hatte, enger um sich, über ihre entblößten Brüste; bevor sie mit den Fingerspitzen eine Linie von seinem Haaransatz bis zur Wirbelsäule zog und einen Schauer durch seinen Körper rinnen spürte.

*

Als sie aufgewacht war, das Bett neben ihr kühl und leer, hatte sie nichts anderes erwartet, als dass er - wie immer - die Flucht ergriffen hatte, Konfrontationen jeglicher Art – vor allem emotionaler - vermeidend.

Dann roch sie den Rauch.

Sie knipste das Licht an, und stand auf. Legte sich das Tuch um, weniger um der nächtlichen Kühle zu trotzen, als aus einem Bedürfnis nach Trost; nach etwas Vertrautem; nach etwas, das allein ihres war, heraus.

Ihre Schlafzimmertür war nur angelehnt und ein schmaler Lichtstrahl, der in den Raum fiel, führte sie ins Wohnzimmer. Er hatte die beiden Leselampen in der vom Fenster am weitesten entfernen Ecke, neben der Couch, eingeschaltet. Er war nicht mehr als ein Umriss. Ein Schatten, eingehüllt in Schatten und Dunkelheit und Schweigen. Und Zigarettenrauch.

Sie lehnte sich gegen den Türrahmen, die Arme vor der Brust verschränkt, und musterte ihn. Die unbewusste Lässigkeit, mit der er, ohne hin zu sehen, die Asche von der Spitze seiner Zigarette abstreifte. In ihre Teetasse, die sie zuletzt auf dem Tisch vor der Couch gesehen hatte, als der Earl Grey darin langsam kalt wurde. Vermutlich sollte sie dankbar dafür sein, dass er sie nicht einfach auf den Boden fallen ließ. Die Haare an seinem Hinterkopf – was alles war, was sie von seinem Gesicht sehen konnte – klebten dunkel und feucht an seinem Schädel, als hätte er den Kopf unter den Wasserhahn gehalten. Ein paar Wassertropfen auf Nacken, Schultern und Rücken bestätigten ihre Vermutung.

Ihr eigenes, verzerrtes Spiegelbild auf der Fensterscheibe löschte das Abbild seines Gesichtes aus. Er musste es sehen; wissen, dass sie dastand und ihn beobachtete.

Seine einzige Reaktion darauf, bestand jedoch darin, den Zigarettenstummel durch den Fensterspalt nach draußen zu werfen und sich eine frische Zigarette anzuzünden. Er balancierte die Zigarettenpackung und das Feuerzeug auf den angewinkelten Knie. Rauchte mit der linken Hand, und nutzte die freie Rechte, um mit der Fingerspitze Hieroglyphen dorthin auf die vormals saubere Scheibe zu zeichnen, wo sein warmer, rauchiger Atem das Glas beschlagen ließ. Sie fragte sich, was er schrieb. Wem er schrieb. Oder ob er ihr Fenster als provisorisches Whiteboard benutzte und eine Differenzialdiagnose dessen erstellte, was heute Nacht passiert war.

Es sähe ihm ähnlich.

„Es ist unhöflich, jemand so anzustarren.“ Seine Stimme durchbrach das Schweigen und ihre Gedanken.

„Es ist unhöflich, einfach so aus dem Bett zu verschwinden.“ Sie löste sich von der Tür und trat zu ihm.

*

House stieß einen Laut zwischen einem zustimmenden Brummen und unterdrücktem Lachen aus und lehnte den Kopf zurück, als sich ihre Finger kräftig in seine Nackenmuskeln bohrten. Sie fasste es als Aufforderung auf, weiter zu machen und presste die Daumen auf die Stelle unterhalb des Wirbelsäulenansatzes.

„Du willst über ihn sprechen? Jetzt?“ House nahm die Zigarette aus dem Mund. „Whoa, hey, nicht so fest“, protestierte er. „Außer mein Kopf soll morgen in einem Einmachglas auf deinem Schreibtisch stehen, Jezebel.“

„Das war Salome“, korrigierte sie automatisch. Jezebel. Eine Erinnerung tauchte auf und sie lächelte. Boshaft und hinterhältig, ja? Sie drückte etwas fester zu und House gab einen neuerlichen Protestlaut von sich. „Ich weiß gar nicht, wie jemand annehmen könnte, dass du dich nicht darauf verstehst, einer Frau Komplimente zu machen.“

Er wandte den Kopf, starrte auf die Zigarette, rollte sie zwischen den Fingern. „Er würde mir einen halbstündigen Vortrag über die Risiken des Rauchens halten.“ Die Spitze der Zigarette glimmte auf, als House einen tiefen Zug nahm und den Rauch zusammen mit einem Laut ausstieß, der irgendwo zwischen Verachtung und Verzweiflung lag. „Zumindest ist das, was er früher getan hätte. Jetzt... ich weiß es nicht. Er behauptet, es hätte sich nichts geändert...“ Er brach ab, starrte wieder aus dem Fenster.

Das Schweigen kam zurück. House rauchte. Sie ließ ihre Hände auf seinen Schultern liegen, seine Haut warm unter ihrer Berührung.

„Es hat sich alles geändert“, sagte sie leise. „Und dann hat es sich erneut geändert, bis wir wieder dort angekommen sind, wo wir vorher standen.“

Nur würde sie dieses Mal nicht den Fehler machen, sich in einen Mann zu verlieben, der zu beschädigt war, um zu lieben. Oder zumindest zu sehr, um sie zu lieben.

„Ein weiblicher Dekan mit zu engen Röcken und einer biologischen Uhr, die sich ihrem Verfallsdatum entgegen tickt.“

„Ein genialer, verbitterter Krüppel mit einer Vicodin-Abhängigkeit“, entgegnete sie. „Und Bindungsängsten.“

House ließ seine Zigarrenkippe in die Teetasse fallen und wandte sich ihr zu. „Wir sollten doch zurück ins Bett gehen.“ Sein Versuch eines lüsternen Blicks... blieb ein Versuch. Halbherzig.

„Ich bin nicht dumm. Ich bin nicht naiv. Ich bin nicht blind“, erwiderte sie und zog die Hände zurück, verschränkte sie lose vor der Taille. „Ich bin nicht er.“

„Niemand ist er.“ Er griff nach der Zigarettenpackung. „Genau wie ich kein Ersatz für Joy sein kann.“

Dafür nahm sie ihm die Zigaretten weg, ignorierte seinen Protest und beugte sich vor, um das Päckchen und das Feuerzeug durch den Fensterspalt zu stopfen.

House lehnte sich vor und seine Lippen streiften ihre Haut; zuerst am Hals, dann tiefer, wo die Bewegung das Tuch weggleiten ließ und ihre Brust freilegte. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Er hob den Blick und sah zu ihr auf und sie legte beide Hände um sein Gesicht.

Sein Mund schmeckte nach Rauch und Bitterkeit und einem Hauch Earl Grey. Nach Alleinsein.

* * *

Sie konnte sein Gesicht nicht sehen, er presste es gegen ihren Busen und seine Zunge spielte mit ihren Brustwarzen, als seine Hand über ihren Bauch glitt, der nie von einem Baby gewölbt werden würde.

Ihre Zähne gruben sich in ihre Unterlippe und sie spreizte die Beine weit, im Moment unbesorgt darüber, ihm Munition für neue, anzügliche Bemerkungen über ihre Schamlosigkeit und ihre Verzweiflung zu liefern.

Ihre Fingernägel gruben sich ins Laken, als sein Mund seiner Hand folgte und seine langen, geschickten Finger... Chirurgenhände, Pianistenhände... in sie eindrangen.

* * *

Als sich ihr Herzschlag und ihr Atem wieder beruhigt hatten, drehte sie sich auf die Seite und griff nach dem Bund seiner Jeans, doch er schob ihre Hände weg, rollte sich auf den Rücken.

Die kühle Luft auf ihrer feuchten Haut ließ sie frösteln und sie zog an der Decke, auf der House lag. Er hob die Hüften, ließ sie die Decke unter ihm hervorziehen und überraschte sie dann damit, dass er sie darin einwickelte.

Er blieb ihr zugewandt liegen, doch es war zu dunkel, als dass sie den Ausdruck auf seinem Gesicht hätte ausmachen können. Sie rückte enger an ihn, die Decke wie eine Barriere zwischen ihnen, bis sie den Druck seines Körpers gegen ihren spüren konnte.

Lisa Cuddy machte sich nichts vor. Es gab nur einen einzigen Grund, der sie zusammengeführt hatte – sie hatten beide verloren, nach was sie sich verzehrten.

Sie streckte die Hand aus und versuchte zu ignorieren, wie er zusammenzuckte, als sie ihn berührte, ohne dass er auf ihre Berührung vorbereitet gewesen war.

Ihre Finger glitten durch sein Haar und sie fragte sich, wie lange es dauern würde, bis er bemerkte, dass er nur glaubte, Wilson verloren zu haben.

Sie küsste ihn auf die Schläfe und schloss die Augen. Ihr Mund war dicht an seinem Ohr, als sie ein Lied summte, von dem sie noch vor kurzem gehofft hatte, dass es einmal in einer Nacht wie dieser ihre Tochter in den Schlaf wiegen würde. Sie lächelte, als sein Arm sich um ihre Taille legte.

Ende


--->Der Legende nach soll Salome, die Tochter von Herodes' Frau, den Kopf Johannes des Täufers als Belohnung für einen Tanz gefordert haben, wozu sie von Herodias angestiftet worden sei.

--->Isebel (im Englischen oft Jezebel geschrieben) ist der Name zweier Frauen die in der erwähnt sind. Der Legende nach gilt Isebel als Großtante von, der Gründerin Karthagos. Der biblische Bericht hat dazu beigetragen, dass der Name Isebel zum Synonym für eine hinterhältige, boshafte Frau geworden ist. (Quelle: Wikipedia)